Besonders und doch normal

Zum heutigen "Welt-Down-Syndrom-Tag"
Die Vereinten Nationen haben den Tag ausgerufen, um die Aufmerksamkeit für Menschen mit dieser Behinderung zu steigern. Weltweit gibt es etwa fünf Millionen Personen mit Down-Syndrom. Das Chromosom Nr. 21 ist in jeder ihrer Zellen dreifach vorhanden, statt zweimal. Deshalb spricht man auch von Trisomie 21. Organisationen wie die „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) und die „Aktion Lebensrecht für Alle“ (ALfA) befürchten, dass diese Zahl weiter sinken wird. Sie kritisieren scharf, dass die Bundesregierung die Entwicklung eines neuartigen Bluttests fördert, mit dem das Down-Syndrom früher und sicherer als bisher diagnostiziert werden kann. Dafür habe das von Annette Schavan (CDU) geführte Bundesforschungsministerium im vergangenen Jahr 230.000 Euro zur Verfügung gestellt. „Sollte dieser Test – wie vorgesehen – zugelassen werden, droht ein neuer Genozid“, warnt die AlfA-Vorsitzende, die Ärztin Claudia Kaminski mit Hinblick auf Schätzungen nach denen schon jetzt mehr als 90% der Ungeborenen mit Down-Syndrom-Diagnose abgetrieben werden. 

Katholisch1.tv, der Fernsehsender des St. Ulrich Verlages aus Augsburg, hat letztes Jahr eine Sendung mit mehreren Beiträgen zu diesem Thema gebracht, u.a. dieses Porträt.

Kommentare

  1. ich habe den Fruchtwassertest 3 Mal abgelehnt. Für mich stand fest, dass ich das Kind bekommen würde, egal wie es ist.
    Ich machte mir ein bisschen Sorgen bei Grossem Tiger (also Nr1), ob es nicht besser sei eine eventuelle Behinderung zu wissen damit man bei der Geburt Vorsorge treffen kann (Perinatalzentrum, Kinderklinik im gleichen KH, was auch immer), aber meine Frauenärztin sagte, sollte etwas aussergewöhnliches auftreten würde man das auch am Ultraschall sehen. Damit war die Frage vom Tisch, dachte ich. Pustekuchen.

    Bei Kleinem Tiger (Nr2) wurde ich mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus gefahren. Und weil das bei Schwangeren imemr Extraspass ist, durften auch die Gynäkologen mitspielen. Einer der Herren Doktoren nahm sich den Mutterpass vor und suchte nach den Ergebnissen der Fruchtwasseranalyse. Sein Grummmeln klag nicht glücklich, also fragte ich ihn, ob ich ihm helfen könne. Er sagte mir, dass er die Fruchtwasserpunktionsergebnisse suche. ich teilte ihm mit, dass die Amniozentese nicht gemacht worden sei. Er schnaubte los, das sei ja unglaublich. Die würden wir nachholen. Jetzt.
    Der Verdacht auf Herzinfarkt war mittlerweile vom Tisch, aber ich lag immer noch da und bekam kaum Luft. Und er wollte mit im Bauch rumprokeln...
    Ich (japsend): "Nein, das möchte ich nicht"
    Er (über mir stehend) "das ist Unsinn"
    Das nennt man eine asymetrische Gesprächshierarchie... ich kämpfe mich hoch und sage ihm, dass mir das Risiko (bis zu 5% Fehlgeburten) zu hoch ist, er sagt, dass sei zu vernachlässigen, das machen sie hier jeden Tag. Schön, aber nicht mit mir.
    Er wollte unbedingt und sagte was mit "unverantwortlich".
    Ich sagte ihm, dass meine Frauenärztin das für völlig vertretbar hielte. Und ausserdem seien die Ergebnisse irrelevant, ich würde das Kind kriegen.
    Das solle ich so mal nicht sagen, er würde mit mir (die imemr noch klaum Luft bekam) erst mal über die Stationen mit behinderten Kindern gehen. Das sei alles nicht so einfach.


    Man muss dazu sagen, dass sein Chef auch schon dagewesen war, trotz mitten in der Nacht weil eben keiner eine Ahnung hatte, was mit mirt los war, und mir bauchtätschelnd versichert hatte, dass sie das schon hinbekommen, mein Kind sei sicher, sie hätten 2 OPs auf Station, wenn hier was passiere hätten sie das Kind innerhalb von 5 Minuten draussen und dann könnten sich die Herzexperten um mich kümmern. Das war in der 31. Woche, ich war besorgt weil es doch noch "viel zu früh" sei, Er tätschelte nochmal und sagte, alles jenseits der 28 Woche sei doch "fast schon elegant", das werde schon, sowohl ich als auch mein Kind würden hier heile rauskommen. Dann erkundigte er sich nach dem vorgesehen Namen.

    Sein Unterling sah das wohl alles etwas anders...

    Der Druck, so einen test zu machen, ist auch von Familie&Co ungeheuer stark.


    Sollte ich noch mal schwanger werden werden wir wieder nichts testen lassen- trotz des "Risikofaktors" über 35.

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  2. Vielen Dank, Cassandra, für dieses tolle Zeugnis! Es braucht wohl wirklich viel Mut, sich gegen das alles durchzusetzen. Aber die "Tiger" sind auch ohne die ganzen Tests was geworden :-) Ich lese wirklich gern von ihnen allen.

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  3. In der Situation selber war ich einfach zu fertig, um mich auf mehr als sein muste einzulassen. ich neige dazu, unter Stress "dichtzumachen", es war also nur begrenzt Heldenmut oder Willen zum Bekenntnis, sondern eher "mir ist das grad zu viel".

    Aber das ständige Drängeln der Familie, es doch bitte machen zu lassen, das gäbe es doch heute und man will ja nur sichergehen, dass das Kind gesund sei...

    Diese Test werden so präsentiert, als ob der Test alleine eine Behinderung heilen oder verhindern könne. Das tut er aber nicht. Das kann kein Test.
    Ein Test stellt eine genetische Abweichung fest, mehr nicht. An der kann man aber nichts ändern. Der Chromosomensatz ist nicht abänderlich.

    Aber das ist zu kompliziert für die meisten Leute.

    PS: die Sicherheitsabfrage gibt die Buchstaben "gntst" an... füg' mal 2 E ein :-): Gentest. Das ist extrem... zufällig gerade??

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  4. "Honni soir qui mal y pense"; mein Lieblingspruch zurzeit. :-P Es scheint grad von "Zufällen" zu wimmeln. Aber einer der Priester in meiner Heimatgemeinde hat gestern pro-life gepredigt, das war toll.

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  5. (die Rechtschreibkorrektur am Handy hat mir grad das t geklaut ;-)) es muss heißen: honni soit...

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  6. Das mit den pro-life Predigten scheint in letzzter zeit mehr zu werden. Vorher habe ich in 14 Jahren Katholizismus eine explizite Predigt zum Thema "Wert des Lebens" gehört, jetzt häuft sich das. ich möchte dabei immer aufstehen und jubeln :-)

    Der Priester hat in der Osternacht gepredigt, dass der Neue mensch nur von Gott kommen kann, alle menschlichen Versuche, ihn zu züchten enden in erst der Ausmerzung der menschlichen Unzulänglichkeiten und dann im Tod der unzulänglichen Menschen, die nicht konform gehen und das der Griff des Staates nach den Wiegen eben dieser Versuch der Optimierung des Menschen sei mit dem Ziel der Verfügbarkeit und Nutzbarkeit.

    Holla, das war gut.

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