Beitrag der Woche

Geistliche Kommunion III

Du bist höher als der Himmel und höher als die Welt, da sich der Schöpfer der Welt für Dich zum Kaufpreis dahingegeben. Was kann der an Dir ...

Sonntag, 31. März 2013

Novene zur göttlichen Barmherzigkeit: 3. Tag

Bild via Rosenkranz-Atelier
Jesus zu Sr. Faustina: 
Heute führe alle frommen und treuen Seelen zu Mir und tauche sie ein in das Meer Meiner Barmherzigkeit. Diese Seelen haben Mich auf dem Kreuzweg getröstet; sie waren der Tropfen Erquickung im Meer der Bitterkeit.

Gebet:  
Barmherzigster Jesus, Du schenkst uns allen reichliche Gnaden aus dem Schatz Deiner Barmherzigkeit. Nimm uns in die Wohnung Deines Barmherzigsten Herzens auf und lasse uns aus ihm in Ewigkeit nicht heraus. Wir bitten Dich darum, durch Deine unbegreifliche Liebe, in der dein Herz zum Himmlischen Vater brennt.



Der Knackpunkt

Mal wieder ein Beitrag zum Rosenkranz-Blog von Phil und zum Gemeinschaftsblog "Ja des Glaubens", wo dieser Teil des Credos nächsten Monat dran ist. 

 ...am dritten Tage auferstanden von den Toten. 
Ja, da scheiden sich die Geister. Die Auferstehung Jesu von den Toten ist ein, wenn nicht der große Knackpunkt unseres christlichen Glaubens. Christ sein, ohne zu glauben, dass Jesus von Nazareth, der am Karfreitag so qualvoll am Kreuz gestorben ist, nach nur drei Tagen im Grab von den Toten auferstanden ist, geht eigentlich gar nicht. Und doch übersteigt gerade dies beinahe jeden menschlichen Verstand. Es scheint so ungeheuerlich, dass alle möglichen fantastischen Spekulationen - Scheintod ist da noch fast das Harmloseste - für die säkulare Gesellschaft plausibler klingen als die schlichte Wahrheit. Ja, die Auferstehung von den Toten scheint so unmöglich, scheint eine solche Überforderung jeglicher Naturgesetze zu sein, dass jede Überlegung der technischen Machbarkeit sinnlos scheint.Und da die Menschen heute gewohnt sind, Dinge nach ihrer technischen Machbarkeit zu beurteilen, wird alles, was nicht machbar scheint, als nicht wahr abqualifiziert.

Doch beginnt gerade hier das Große, das Wunderbare, denn solange man etwas erklären kann, kann man es auch beherrschen. Die Herausforderung des Wunderbaren ist wie ein Sprung im Dunklen von einer hohen Klippe, wo man erst danach das Licht sieht, wie es Astrid Lindgren in der Schlußszene der "Brüder Löwenherz"  eindrucksvoll beschreibt. Ich brauche also den Mut, zuzulassen, dass es etwas geben kann, das unsere Vorstellungskraft übersteigt. Denn wie sagte noch der Engel zur Muttergottes so schön: "für Gott ist nichts unmöglich." (Lk 1, 37)

Diesen Mut, mich dieser Herausforderung jeden Tag zu stellen, den brauche ich jeden Tag, wenn ich die Tür zum eigentlichen Glauben aufmachen und sehen will, was für Schätze da noch zu entdecken sind. 

Samstag, 30. März 2013

Osternacht in Rom

Wer es wie ich dieses Jahr aus zeitlichen Gründen nicht leibhaftig in eine Osternachtsfeier vor Ort schafft, kann dank Radio Vatikan, Radio Horeb, und  EWTN live in Rom dabei sein.

Los geht's ab 20:20 Uhr. Die erste Osternacht mit Papa Francisco!

Karsamstagslektüre

Der Historiker und Journalist Michael Hesemann schreibt Bücher rund um christliche Archäologie und die historische Erforschung der Evangelien und vieler Reliquien. Diese Bücher sind sehr gut dazu geeignet, gerade den heutigen, skeptischen aber wissenschaftsgläubigen Menschen den Zugang zu den Evangelien ganz neu zu erschließen.

Eines davon befasst sich mit den sog. "Heiligen Tüchern", dem Grabtuch von Turin und dem Bluttuch von Oviedo, stummen Zeugen des grausamen Todes Jesu, mit dem Er unsere aller Sünden auf dieses Holz gebannt hat.Wie der Klappentext verrät, ist es dank neuester, forensischer Untersuchungen an dem uralten Blut auf den beiden Tüchern heute möglich, Geißelung, Kreuzigung und Grablegung des "Mannes am Kreuz" bis ins Detail nachzuvollziehen. Gerade das vorletzte Kapitel, in dem die Passionsgeschichte mit allen forensischen Details rekonstruiert wird, lässt einen die reale Via Crucis des Herrn, von der blutigen Agonie im Garten Getsemani bis zum grauenvollen Tod am Kreuz so hautnah miterleben, als stünde man selbst auf den staubigen Straßen und sähe den Zug der zum Tode Verurteilten vorüber wanken, unter ihnen derjenige, dessen Hände diese Welt geformt haben und der sich hingab, damit die Menschheit nicht auf ewig verloren war.


Michael Hesemann
Das Bluttuch Christi
Herbig Verlag, 2010
ISBN: 978-3-7766-2632-2
EUR 19,99
 

Novene zur göttlichen Barmherzigkeit: 2. Tag

HT an Rosenkranz-Atelier
Jesus zu Sr. Faustina
Heute führe Mir alle Seelen der Priester und Ordensleute zu und tauche sie ein in meine unergründliche Barmherzigkeit. Sie gaben mir die Kraft, das bittere Leiden zu ertragen. Durch sie, wie durch Kanäle, ergießt sich meine Barmherzigkeit über die Menschheit.

Gebet 
Barmherzigster Jesus, von Dir kommt alles, was gut ist vervielfache in uns die Gnade, damit wir würdige Taten der Barmherzigkeit vollziehen, auf dass jene, die auf uns schauen, den Himmlischen Vater der Barmherzigkeit preisen.

Kreuzweg mit Papa emerito - Vierzehnte Station

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
L. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Das "Heilige Grab"
Lorettokapellen, St. Josef, Oberstdorf


VIERZEHNTE STATION
Jesus wird ins Grab gelegt
   


Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 27, 59-61
Josef nahm ihn und hüllte ihn in ein reines Leinentuch. Dann legte er ihn in ein neues Grab, das er für sich selbst in einen Felsen hatte hauen lassen. Er wälzte einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und ging weg. Auch Maria aus Magdala und die andere Maria waren dort; sie saßen dem Grab gegenüber.

BETRACHTUNG
Jesus, der Geächtete und Geschändete, wird ehrenvoll in ein neues Grab gelegt. Nikodemus bringt hundert Pfund einer Mischung aus Myrrhe und Aloe, die einen kostbaren Geruch ausströmen sollen. Es ist nun wie bei der Salbung in Bethanien – ein Übermaß, das uns an die verschwenderische Liebe, an den „Überfluß“ der Liebe Gottes erinnert, die sich in der Hingabe des Sohnes zeigt. Gott verschwendet sich selbst. Wenn Gottes Maß der Überfluß ist, sollte auch uns für Gott nichts zu viel sein. So hat es uns Jesus selbst in der Bergpredigt gelehrt (Mt 5, 20). Aber sollten wir dabei nicht auch an das Wort des heiligen Paulus denken, daß Gott „durch uns den Duft der Erkenntnis Christi... verbreitet. Denn wir sind Christi Wohlgeruch...“ (2 Kor 2, 14f). Im Verwesungsgeruch der Ideologien sollte unser Glaube wieder Duft sein, der auf die Spur des Lebens führt. In der Stunde der Grablegung beginnt sich aber vor allem das Wort Jesu zu erfüllen: „Amen. Amen. Ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“ (Joh 12, 24). Jesus ist zum gestorbenen Weizenkorn geworden. Von dem gestorbenen Weizenkorn her beginnt die große Brotvermehrung, die bis zum Ende der Welt anhält: Er ist Brot des Lebens, das im Überfluß für alle Menschheit reicht und ihr die Nahrung gibt, das, wovon der Mensch in Wahrheit lebt: das ewige Wort Gottes, das Fleisch und so Brot geworden ist für uns durch Kreuz und Auferstehung hindurch. Über dem Begräbnis Jesu leuchtet das Geheimnis der Eucharistie.

GEBET
Herr Jesus Christus, in der Grablegung hast du den Tod des Weizenkorns auf dich genommen, bist du zum gestorbenen Weizenkorn geworden, das Frucht trägt durch alle Zeiten und in die Ewigkeit hinein. Vom Grab her leuchtet über alle Zeit hinaus die Verheißung des Weizenkorns, aus dem das wahre Manna kommt – das Brot des Lebens, in dem du dich uns selber gibst. Das ewige Wort ist durch die Fleischwerdung und den Tod hindurch das nahe Wort geworden: Du legst dich in unsere Hände und in unser Herz, damit dein Wort in uns wachse und Frucht bringe. Du schenkst dich durch den Tod des Weizenkorns hindurch, damit auch wir wagen, unser Leben zu verlieren, um es so zu gewinnen; damit auch wir uns der Verheißung des Weizenkorns anvertrauen. Hilf uns, dein eucharistisches Geheimnis immer mehr zu lieben und zu verehren – wahrhaft von dir, dem Brot des Himmels zu leben. Hilf uns, dein „Wohlgeruch“ zu werden, die Spur deines Lebens fühlbar zu machen in dieser Welt. Wie das Weizenkorn aufsteht aus der Erde als Halm und Ähre, so konntest auch du nicht im Grabe bleiben: Das Grab ist leer, weil er – der Vater – dich „nicht der Unterwelt preisgibt und dein Leib die Verwesung so nicht schaut“ (Apg 2, 31; Ps 16, 10 LXX). Nein, du bist nicht verwest. Du bist auferstanden und hast dem verwandelten Fleisch Raum im Herzen Gottes gegeben. Laß uns dieser Hoffnung froh werden und sie freudig in die Welt hineintragen, Zeugen deiner Auferstehung sein.

Alle:
Pater noster, qui es in caelis
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.

Quando corpus morietur,
fac ut anime donetur
paradisi gloria. Amen.
     

Freitag, 29. März 2013

Kreuzweg mit Papa emerito - Dreizehnte Station

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
L. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

"Pietá" von Michelangelo
Bildquelle: hier

DREIZEHNTE STATION
Jesus wird vom Kreuz abgenommen
und in den Schoß seiner jungfräulichen Mutter gelegt
    

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 27, 54-55
Als der Hauptmann und die Männer, die mit ihm zusammen Jesus bewachten, das Erdbeben bemerkten und sahen, was geschah, erschraken sie sehr und sagten. Wahrhaftig, das war Gottes Sohn! Auch viele Frauen waren dort und sahen von weitem zu; sie waren Jesus seit der Zeit in Galiläa nachgefolgt und hatten ihm gedient.

BETRACHTUNG
Jesus ist gestorben, sein Herz wird von der Lanze des römischen Soldaten durchbohrt, und es entströmen ihm Blut und Wasser: geheimnisvolle Darstellung des Stroms der Sakramente, der Taufe und der Eucharistie, aus denen von dem geöffneten Herzen des Herrn her immer neu die Kirche geboren wird. Seine Gebeine werden nicht, wie die der beiden anderen Gekreuzigten, zerbrochen; so erweist er sich als das wahre Osterlamm, an dem kein Gebein zerbrochen werden darf (Ex 12, 46). Und nun, da alles durchlitten ist, zeigt sich, daß er trotz aller Verwirrung der Herzen, trotz der Macht von Haß und Feigheit nicht allein geblieben ist. Es gibt die Getreuen. Unter dem Kreuz waren Maria, seine Mutter, ihre Schwester Maria, Maria Magdalena und der Jünger gestanden, den er liebte. Nun kommt auch ein reicher Mann – Josef von Arimathäa: Der Reiche findet durch das Nadelöhr, weil Gott ihm die Gnade dazu schenkt. Er bestattet Jesus in seinem noch unberührten Grab in einem Garten: Der Friedhof wird zum Garten, wo Jesus begraben wird – zum Garten, aus dem Adam vertrieben wurde, als er sich von der Fülle des Lebens, von seinem Schöpfer losgerissen hatte. Das Grab im Garten läßt uns wissen, daß die Herrschaft des Todes zu Ende geht. Und es kommt ein Mitglied des Hohen Rates, Nikodemus, dem Jesus das Geheimnis der Wiedergeburt aus Wasser und heiligem Geist angekündigt hatte. Auch in dem Gremium, das seinen Tod beschlossen hatte, gibt es denjenigen, der glaubt und der Jesus gerade als Gestorbenen neu erkennt und bekennt. Über der Stunde der großen Trauer, der großen Verfinsterung und Hoffnungslosigkeit steht doch geheimnisvoll das Licht der Hoffnung. Der verborgene Gott ist doch der lebendige und der nahe Gott. Der gestorbene Herr bleibt doch der Herr und unser Retter, auch in der Nacht des Todes. Die Kirche Jesu Christi, seine neue Familie, beginnt sich zu formen.

GEBET
Herr, du bist in die Nach des Todes hinuntergestiegen. Aber dein Leichnam wird von gütigen Händen aufgenommen und mit einem reinen Linnen umhüllt (Mt 27,59). Der Glaube ist nicht ganz gestorben, die Sonne nicht völlig untergegangen. Wie oft scheint es, daß du schläfst. Wie leicht können wir Menschen uns abkehren und uns sagen: Gott ist tot. Laß uns in den Stunden des Dunkels erkennen, daß du dennoch da bist. Laß uns nicht allein, wenn wir verzagen wollen. Hilf uns, daß wir dich nicht allein lassen. Gib uns die Treue, die standhält in der Verwirrung und die Liebe, die dich gerade in deiner äußersten Not umfängt, wie die Mutter dich nun noch einmal in ihrem Schoß geborgen hat. Hilf uns, hilf den Armen und den Reichen, den Einfachen und den Gescheiten, durch ihre Ängste und Vorurteile durchzublicken und dir unser Vermögen, unser Herz, unsere Zeit anzubieten und so den Garten zu bereiten, in dem Auferstehung geschehen kann.

Alle:
Pater noster, qui es in caelis
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.

Vidi suum dulcem Natum
morientem desolatum,
cum emisit spiritum
.

Novene zur göttlichen Barmherzigkeit: 1. Tag

Jedes Jahr sind wir von Karfreitag bis zum Samstag der Osteroktav eingeladen, die göttliche Barmherzigkeit besonders zu betrachten, um immer mehr und tiefer zu verstehen, wie sehr Gott uns geliebt hat.
Mehr auch beim hw. Landpfarrer, von dem ich die Idee hierzu hatte. Die Texte der Novene sind von hier.


Gegeißelter Heiland, St. Johannes Baptist, Oberstdorf

Jesus zu Sr. Faustina:
Heute führe Mir die ganze Menschheit zu, besonders aber alle Sünder und tauche sie ein in das Meer meiner Barmherzigkeit; damit tröstest du Mich in meiner bitteren Trauer, in die Mich der Verlust der Seelen versenkt.

Wir bitten um Barmherzigkeit für die ganze Menschheit:
Barmherzigster Jesus, Deine Eigenschaft ist es, Dich unser zu erbarmen und uns zu verzeihen. Schaue nicht auf unsere Sünden, sondern auf unser Vertrauen, das wir zu Deiner unendlichen Güte haben. Nimm uns auf in die Wohnung Deines Barmherzigsten Herzens und behalte uns ewig in ihr. Darum bitten wir durch Deine Liebe, in der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist vereint bist.








Den Vorhang zerreißen

Herr Jesus, wie der Vorhang im Tempel zerrissen ist, als Du Deinen letzten Atemzug tatest, so zerreiße  den Vorhang aus Gleichgültigkeit, Treulosigkeit und Trägheit um mein Herz, der mein Herz von Deinem Herzen trennt. Amen. Maranatha!

Kreuzweg mit Papa emerito - Zwölfte Station

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
L. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Via Crucis, Scuola Veneta - Sec. XVIII
Cattedrale - Padova


ZWÖLFTE STATION
Jesus stirbt am Kreuze
   
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes. 19, 19-20
Pilatus ließ auch ein Schild anfertigen und oben am Kreuz befestigen; die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der König der Juden. Dieses Schild lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag. Die Inschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefaßt.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 27, 45-50.54
Von der sechsten bis zur neunten Stunde herrschte eine Finsternis im ganzen Land. Um die neunte Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lema sabachtani?, das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten: Er ruft nach Elija. Sogleich lief einer von ihnen hin, tauchte einen Schwamm in Essig, steckte ihn auf einen Stock und gab Jesus zu trinken. Die anderen aber sagten: Laß doch, wir wollen sehen, ob Elija kommt und ihm hilft. Jesus aber schrie noch einmal laut auf. Dann hauchte er seinen Geist aus.
Als der Hauptmann und die Männer, die mit ihm zusammen Jesus bewachten, das Erdbeben bemerkten und sahen, was geschah, erschraken sie sehr und sagten. Wahrhaftig, das war Gottes Sohn!

BETRACHTUNG
Über dem Kreuz Jesu steht in den beiden Weltsprachen von damals – griechisch und latein – und in der Sprache des auserwählten Volkes – hebräisch – wer er ist: der König der Juden, der verheißene Sohn Davids. Pilatus, der ungerechte Richter, ist wider Willen zum Propheten geworden. Vor der Weltöffentlichkeit wird Jesu Königtum proklamiert. Jesus selbst hatte den Titel Messias nicht zugelassen, weil er eine falsche – menschliche – Idee von Macht und von Rettung hervorgerufen hätte. Aber nun darf der Titel öffentlich dastehen – über dem Gekreuzigten. So ist er wirklich König der Welt. Nun ist er wahrhaft „erhöht“. In seinem Abstieg ist er aufgestiegen. Nun hat er radikal den Auftrag der Liebe erfüllt, er hat sich weggegeben von sich selber, und gerade so ist er nun die Erscheinung des wahren Gottes, des Gottes, der die Liebe ist. Nun wissen wir, wer Gott ist. Nun wissen wir, wie wahres Königtum aussieht. Jesus betet den Psalm 22, der mit den Worten beginnt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen...“ (Ps 22, 2). Er nimmt das ganze leidende Israel in sich auf, die ganze leidende Menschheit, die Not ihres Gottesdunkels und läßt so dort Gott erscheinen, wo er endgültig besiegt und abwesend scheint. Das Kreuz Jesu ist ein kosmisches Ereignis. Die Welt wird dunkel, wo Gottes Sohn dem Tod preisgegeben ist. Die Erde erbebt. Und am Kreuz beginnt die Kirche der Heiden. Der römische Hauptmann erkennt, bekennt Jesus als den Sohn Gottes. Vom Kreuz aus siegt er – immer neu.

GEBET
Herr Jesus Christus, bei deinem Tod hat sich die Sonne verfinstert. Immer wieder wirst du ans Kreuz geschlagen. Gerade in dieser Stunde der Geschichte leben wir im Gottesdunkel. Unter dem Übermaß der Leiden und der Bosheiten der Menschen scheint Gottes Antlitz, dein Antlitz verdunkelt, unerkennbar. Aber gerade am Kreuz hast du dich zu erkennen gegeben. Gerade als der Leidende und Liebende bist du der Erhöhte. Gerade von dort aus hast du gesiegt. Hilf uns, in dieser Stunde des Dunkels und der Verwirrungen dein Gesicht zu erkennen. Hilf uns, dir zu glauben und dir nachzufolgen gerade auch in den Stunden des Dunkels und der Not. Zeige dich neu der Welt in dieser Stunde. Laß uns dein Heil erscheinen.

Alle:
Pater noster, qui es in caelis
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.

Fac me vere tecum flere,
Crucifixo condolere,
donec ego vixero.

Familienfest à la française


Ein Augenzeugenbericht von Lucie Schielin.  




Am 24. März 2013 fand eine große Demonstration gegen die Pläne der Regierung zur Änderung der Heirat und Adoptionsrechte statt. Ich war dabei!

Um 8 Uhr zelebrierte unser Bischof einen speziellen Gottesdienst für alle Teilnehmer der Demonstration! Nachdem wir Kraft und Freude aus der Eucharistie geschöpft hatten, sind wir mit zahlreichen Bussen in Richtung Paris, Porte de Maillot losgefahren. Sehr gute Stimmung im Bus... Lieder wie „Ein Papa, eine Mama, das ist doch selbstverständlich oder!“ wurden dort gelernt um auf den Strassen – friedlich und freundlich - wiedergesungen zu werden!

Mehr als 1,4 Millionen Menschen waren auf der Strasse von der 'grande Armée' bis zu dem 'Arc de Triomphe' mobilisiert! Die Demonstranten waren nicht nur junge Leute, sondern auch viele Familien mit Kindern und ältere Leute. „Geben wir nicht auf!“ wurde regelmässig wiedergeholt, „denn es geht um die Zukunft der Familien und also des Landes!“
„Nein zur Familienzerstreuung! Nein zur Ungerechtigkeit den Kindern gegenüber! Nein zu Gesetzen gegen die Natur!

Was mich betrifft, kann ich sagen, dass alles friedlich passiert ist. (Ich habe danach erfahren, dass einige Demonstraten – unter ihnen auch Kinder - dennoch Tränengas von der Polizei bekamen.)

Nun warten wir und hoffen, dass sich die Regierung das Volk anhört und seine Meinung in Betracht zieht!  Denn wie heißt es so schön in einem Beitrag eines Priesters aus Versaille: "Man kann nicht regieren, ohne zuzuhören."


Musikalischer Karfreitagsgruß

Auch wenn sich pünktlich zur Karwoche wieder die üblichen Verdächtigen über die Existenz sog. 'stiller Tage', an denen man bitte nicht öffentlich irgendwelchen Zirkus veranstaltet (und sei es nur aus Respekt vor dem Nachbarn), bedeutet das noch lange nicht, dass wir nicht auch musikalisch der Passion Christi gedenken dürften. Eines meiner liebsten Lieder, das auf eindrucksvolle Weise verdeutlicht, was Jesus für unsere Sünden und zu unserer Erlösung auf sich genommen und erlitten hat, ist 'O Haupt voll Blut und Wunden'.




Donnerstag, 28. März 2013

Kreuzweg mit Papa ermerito - Elfte Station

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
L. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Negativ des Abdrucks auf dem
Turiner Grabtuch


ELFTE STATION
Jesus wird ans Kreuz genagelt
 


Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 27, 37-42
Über seinem Kopf hatten sie eine Aufschrift angebracht, die seine Schuld angab: Das ist Jesus, der König der Juden. Zusammen mit ihm wurden zwei Räuber gekreuzigt, der eine rechts von ihm, der andere links. Die Leute, die vorbeikamen, verhöhnten ihn, schüttelten den Kopf und riefen: Du willst den Tempel niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen? Wenn du Gottes Sohn bist, hilf dir selbst, und steig herab vom Kreuz! Auch die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die Ältesten verhöhnten ihn und sagten: Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. Er ist doch der König von Israel! Er soll vom Kreuz herabsteigen, dann werden wir  an ihn glauben.

BETRACHTUNG
Jesus wird ans Kreuz genagelt. Das Grabtuch von Turin gibt uns eine Vorstellung von der unerhörten Grausamkeit dieser Prozedur. Den angebotenen Betäubungstrunk trinkt Jesus nicht: Er nimmt den ganzen Schmerz der Kreuzigung bewußt auf sich. Sein ganzer Leib ist zerschlagen; die Worte des Psalms sind wahr geworden: „Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, der Leute Spott, vom Volk verachtet“ (Ps 22, 7). „Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet... Aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen“ (Jes 53, 3f). Halten wir inne vor diesem Bild des Schmerzes, vor dem leidenden Gottessohn. Schauen wir auf ihn hin in den Stunden der Selbstgerechtigkeit und des Genusses, damit wir lernen, Grenzen einzuhalten, das Vordergründige aller bloß materiellen Güter zu durchschauen. Blicken wir auf ihn hin in den Augenblicken der Not und der Anfechtung, um zu erkennen, daß wir gerade so Gott nahe sind. Versuchen wir, sein Gesicht zu erkennen in denen, die wir verachten möchten. Vor dem angeklagten Herrn, der seine Macht nicht gebrauchen wollte, um vom Kreuz herabzusteigen, sondern die Not des Kreuzes bis zum Ende durchgelitten hat, kann uns noch ein anderer Gedanke aufsteigen. Ignatius von Antiochia, selbst um des Herrn willen in Ketten gelegt, hat die Smyrnäer gelobt wegen ihres unerschütterlichen Glaubens: Sie seien gleichsam mit Fleisch und Blut angenagelt am Kreuz des Herrn Jesus Christus (1, 1). Lassen wir uns annageln an ihn und keiner Versuchung nachgeben, uns loszulösen und dem Spott zu folgen, der uns dies einreden will.

GEBET
Herr Jesus Christus, du hast dich annageln lassen am Kreuz, die fürchterliche Grausamkeit dieses Schmerzes, die Zerstörung deines Leibens und seiner Würde angenommen. Du hast dich festnageln lassen, ohne Flucht und ohne Abstrich gelitten. Hilf uns, daß wir nicht fliehen vor dem, was uns aufgetragen ist. Hilf uns, daß wir uns fest an dich binden lassen. Hilf uns, jene falsche Freiheit zu durchschauen, die uns von dir wegtreiben will. Hilf uns, deine gebundene Freiheit anzunehmen und in der festen Bindung an dich die wahre Freiheit zu finden.
 
Alle:
Pater noster, qui es in caelis
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.

Sancta mater, istud agas,
Crucifixi fige plagas
cordi meo valide.

Aus sich herausgehen

Bei ihm [Jesus] bleiben heißt aufbrechen, aus sich selbst und den starren Gewohnheiten herausgehen, mit ihm zu gehen, sich einzulassen auf die kreative Liebe Gottes, die uns zum Leben führt.

Erinnern diese Worte aus der ersten Generalaudienz unseres Papa Francisco nicht sehr an die große Novelle "Plus ultra" von Gertrud von le Fort?

Mittwoch, 27. März 2013

Kreuzweg mit Papa emerito - Zehnte Station

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
L. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Via Crucis, Scuola Veneta - Sec. XVIII
Cattedrale - Padova

ZEHNTE STATION
Jesus wird seiner Kleider beraubt
   


Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. 27, 33-36
So kamen sie an den Ort, der Golgota genannt wird, das heißt Schädelhöhe. Und sie gaben ihm Wein zu trinken, der mit Galle vermischt war; als er aber davon gekostet hatte, wollte er ihn nicht trinken. Nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, warfen sie das Los und verteilten seine Kleider unter sich. Dann setzten sie sich nieder und bewachten ihn.

BETRACHTUNG
Jesus wird seiner Kleider beraubt. Das Gewand weist dem Menschen seine soziale Stellung zu; es gliedert ihn in die Gesellschaft ein, macht ihn zu jemand. Die öffentliche Entblößung bedeutet, daß Jesus nun nichts mehr ist – ein Ausgestoßener, der Verachtung preisgegeben. Der Augenblick der Entblößung erinnert uns auch an die Ausstoßung aus dem Paradies: Der Glanz Gottes ist von dem Menschen abgefallen, nun findet er sich nackt und ausgesetzt, entblößt und schämt sich. Jesus nimmt die Situation des gefallenen Menschen auf diese Weise noch einmal auf. Der entkleidete Jesus erinnert uns daran, daß wir alle das „erste Gewand“, den Glanz Gottes verloren haben. Unter dem Kreuz würfeln die Soldaten dann um seine armselige Habe, um das Gewand. Die Evangelisten erzählen dies mit Worten aus dem Psalm 22, 19 und sagen uns damit das, was Jesus den Jüngern von Emmaus nach der Auferstehung sagen wird: All dies ist geschehen „gemäß der Schrift“. Nichts ist hier bloßer Zufall, all dieses Geschehen ist eingeborgen im Wort Gottes und getragen von seinem göttlichen Sinn. Der Herr durchschreitet alle Stationen und Stufen des menschlichen Verlorenseins, und jede dieser Stufen ist in aller Bitterkeit ein Schritt der Erlösung: Er führt gerade so das verlorene Schaf wieder heim. Erinnern wir uns auch noch daran, daß uns Johannes als Gegenstand der Verlosung das Untergewand Jesu nennt, das von oben her durchgewebt und ohne Naht war (19, 23). Wir dürfen darin eine Anspielung auf das Gewand des Hohenpriesters sehen, das „aus einem einzigen Faden genäht“ war, ohne Naht (Fl J a III 161). Er, der Gekreuzigte, ist in der Tat der wahre Hohepriester.

GEBET
Herr Jesus, man hat dich deiner Kleider beraubt, dich der Schande preisgegeben und aus der Gesellschaft ausgestoßen. Du trägst die Schande Adams und heilst sie. Du trägst das Leiden und die Not der Armen, die von der Welt ausgestoßen sind. Aber gerade so erfüllst du das Wort der Propheten. Gerade so trägst du Sinn in die scheinbare Sinnlosigkeit. Gerade so läßt du uns erkennen, daß dein Vater dich und uns und die Welt in Händen hält. Schenke uns Ehrfurcht vor dem Menschen in allen Phasen seiner Existenz und in allen Situationen, in denen wir ihn treffen. Schenke uns das Lichtgewand deiner Gnade.

Alle:
Pater noster, qui es in caelis
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.

Fac ut ardeat cor meum
in amando Christum Deum,
ut sibi complaceam.

Dienstag, 26. März 2013

Kreuzweg mit Papa emerito - Neunte Station

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
L. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Via Crucis, Scuola Veneta - Sec. XVIII
Cattedrale - Padova


NEUNTE STATION
Jesus fällt zum dritten Male unter dem Kreuz
   


Aus dem Buch der Klagelieder. 3, 27-32
Gut ist es für den Mann, ein Joch zu tragen in der Jugend. Er sitze einsam und schweige, wenn der Herr es ihm auflegt. Er beuge in den Staub seinen Mund; vielleicht ist noch Hoffnung. Er biete die Wange dem, der ihn schlägt, und lasse sich sättigen mit Schmach. Denn nicht für immer verwirft der Herr. Hat er betrübt, erbarmt er sich auch wieder nach seiner großen Huld.

BETRACHTUNG
Was kann uns der dritte Fall Jesu unter dem Kreuz sagen? Wir haben an den Sturz des Menschen insgesamt gedacht, an den Abfall so vieler von Christus in einen gottlosen Säkularismus hinein. Müssen wir nicht auch daran denken, wie viel Christus in seiner Kirche selbst erleiden muß? Wie oft wird das heilige Sakrament seiner Gegenwart mißbraucht, in welche Leere und Bosheit des Herzens tritt er da oft hinein? Wie oft feiern wir nur uns selbst und nehmen ihn gar nicht wahr? Wie oft wird sein Wort verdreht und mißbraucht? Wie wenig Glaube ist in so vielen Theorien, wie viel leeres Gerede gibt es? Wie viel Schmutz gibt es in der Kirche und gerade auch unter denen, die im Priestertum ihm ganz zugehören sollten? Wie viel Hochmut und Selbstherrlichkeit? Wie wenig achten wir das Sakrament der Versöhnung, in dem er uns erwartet, um uns von unserem Fall aufzurichten? All das ist in seiner Passion gegenwärtig. Der Verrat der Jünger, der unwürdige Empfang seines Leibes und Blutes, muß doch der tiefste Schmerz des Erlösers sein, der ihn mitten ins Herz trifft. Wir können nur aus tiefster Seele zu ihm rufen: Kyrie, eleison - Herr, rette uns (vgl. Mt 8, 25).

GEBET
Herr, oft erscheint uns deine Kirche wie ein sinkendes Boot, das schon voll Wasser gelaufen und ganz und gar leck ist. Und auf deinem Ackerfeld sehen wir mehr Unkraut als Weizen. Das verschmutzte Gewand und Gesicht deiner Kirche erschüttert uns. Aber wir selber sind es doch, die sie verschmutzen. Wir selber verraten dich immer wieder nach allen großen Worten und Gebärden. Erbarme dich deiner Kirche: Auch mitten in ihr fällt Adam immer wieder. Wir ziehen dich mit unserem Fall zu Boden, und Satan lacht, weil er hofft, daß du von diesem Fall nicht wieder aufstehen kannst, daß du in den Fall deiner Kirche hineingezogen selber als Besiegter am Boden bleibst. Und doch wirst du aufstehen. Du bist aufgestanden – auferstanden und du kannst auch uns wieder aufrichten. Heile und heilige deine Kirche. Heile und heilige uns.
    
Alle:
Pater noster, qui es in caelis
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.

Eia, mater, fons amoris,
me sentire vim doloris
fac, ut tecum lugeam
.

Jetzt.ist.Sommer.... oder so ;-)

Nachdem der Winter heuer seine Pfoten gar nicht mehr von uns lassen will, muss man sich halt selber helfen. Wie singen sie Wise Guys noch so treffend? "Es ist Sommer, egal ob man schwitzt oder friert. Sommer ist, was in deinem Kopf passiert."



Gebet zur Seligsprechung von Pierre Goursat

Am 07.01.2010 wurde mit Zustimmung von Kardinal Vingt-Trois, Erzbischof von Paris, der Seligsprechungsprozess für Pierre Goursat offiziell eröffnet.

Auf der deutschen Website der Gemeinschaft Emmanuel findet sich, neben Informationen über seine Person, auch ein Gebet zur Seligsprechung dieses Dieners Gottes und sie bitten darum, über Gnaden und Hilfen, welche der Fürsprache Pierre Goursats zugeschrieben werden, informiert zu werden.



Herr Jesus, wir bitten Dich um die Seligsprechung von Pierre Goursat.

Von großer Sehnsucht für das Heil der Seelen und großer Liebe für die Kirche beseelt,
hat er voller Glauben und Hoffnung für
ihre geistliche und apostolische
Erneuerung gewirkt.

O Herr, gewähre uns auf seine Fürsprache
die Gnade Dir ganz und gar zu vertrauen,
Dir großherzig zu dienen
und Deinen Willen zu tun.

Schenke uns ein Herz,
offen für die Anbetung
und überfließend von Mitleiden
für alle Menschen.
Entzünde uns mit dem Feuer der Liebe
für die Evangelisierung der Welt.

Auf die Fürsprache des Dieners Gottes
Pierre Goursat,
bitten wir Dich inständig, o Herr,
gewähre allen unseren Brüdern und Schwestern zahlreiche Gnaden der Mitmenschlichkeit,
insbesondere Gnaden, um den Armen
und „vom Leben Verletzten“ beizustehen,
die Bedrückten zu trösten,
die Schwachen zu stärken,
die Kranken zu heilen.

Wir vertrauen Dir im besonderen  ………………………...….  an.

Herr Jesus Christus, wir bitten Dich,
offenbare allen, die von Dir entfernt sind,
oder die Dich noch nicht kennen
die grenzenlose Liebe Deines gütigen
und demütigen Herzens.

Pierre Goursat - Eremit und Evangelisierer

Ein Wiener Priester weist dankenswerterweise darauf hin, dass das Hochfest Mariä Verkündigung wegen der Karwoche heuer am 8. April feierlich begangen wird. Nichtsdestotrotz war der eigentliche Termin gesten, außerdem ist der 25. März der Geburtstag zur Ewigkeit des Großstadteremiten Pierre Goursat, des Gründers der Gemeinschaft Emmanuel. Als kleines nachträgliches Geburtstagsgeschenk kommt hier ein Artikel über ihn, den ich am 17.08.2012, dem himmlischen Geburtstag meines lieben Papas, fertig bekam.


Das Licht unterm Scheffel leuchtet doch

 Von den Christen der ersten Jahrhunderte ist man gewohnt nur wenig gesicherte Fakten zu kennen. Dass es auch im 20. Jahrhundert, das gern als „Informationszeitalter“ bezeichnet wird, einem Mann gelingen konnte, sich fast gänzlich im Dunkel der Geschichte zu verbergen, ist erstaunlich. Die Rede ist von Pierre Goursat, dessen Tod sich am 25. März 2011, dem Fest Mariä Verkündigung, zum 20. Mal jährte. Pierre, der sich gern als armen, kleinen Diener Gottes ansah und in dieser Demut beinahe jenem „poverello“, dem großen „kleinen Armen“ aus Assisi vergleichbar ist, wäre hochzufrieden, wenn er wüsste, wie sehr er hinter seiner Gründung zurücktritt. Die Gemeinschaft Emmanuel wird langsam auch in Deutschland immer bekannter, nicht zuletzt durch die 'Emmanuel School of Mission' in Altötting und die 'Nightfever' Abende, welche die Anbetung und den Lobpreis Gottes wieder mitten in die Städte tragen. Bernard Peyrous, der Pierres Biographie schrieb, bezeichnet ihn sogar als einen wichtigen Zeugen der Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts, aber das ist wohl jeder Katholik, der so früh in dieses Jahrhundert hineingeboren wurde.

Am 15. August 1914, zwei Wochen nachdem die deutschen Truppen nach Frankreich aufgebrochen waren, erblickte dort Pierre Goursat das Licht der Welt. Bereits in seiner Kindheit kannte er Freuden und Schmerz, aber mehr in seiner kleinen persönlichen Welt, weniger durch das Grollen der großen Geschichte. Pierres Kindheit war wohl behütet, materiell nicht luxuriös, aber abgesichert, da seine Mutter und Großmutter ein kleines Hotel mit Restaurant betrieben. „Inmitten der vielfältigen Tätigkeiten, die das Betreiben eines Hotels erforderlich macht, bewahrte sich meine Mutter ein kindliches Herz und sie betete immer mit dem Rosenkranz in den Händen“, sagte Pierre, der von diesen beiden Frauen einen starken Glauben und eine Liebe zu Maria vorgelebt bekam, die sich auch darin zeigte, dass er selbst der heiligen Jungfrau von Geburt geweiht war. In dieser heiteren Kindheit gab es nur zwei Schatten: die Abwesenheit des Vaters Victor Goursat, der die Familie früh verließ und der plötzliche Tod seines geliebten jüngeren Bruders Bernard, der im Alter von zehn Jahren starb. „Ich hatte den Eindruck, dass man mich entzwei riss,... dass die eine Hälfte meiner selbst abhanden gekommen war“, sagte er noch Jahrzehnte danach. Den Schmerz über diesen Verlust würde er zeitlebens spüren, und doch, oder gerade deswegen wurde Bernard über seinen Tod hinaus zu einer entscheidenden Hilfe bei Pierres Bekehrung.

Pierre Goursat als junger Mann.
Bildquelle:hier
Wir sehen also einen jungen Mann, charmant, begabt und feinsinnig. Offen für alles Schöne, begegnet er allen Menschen freundlich und wirkt doch stets ein wenig zurückhaltend. Im Grunde ist er sehr schüchtern. Und doch wird ausgerechnet er eine Bewegung auslösen, deren erste Aufgabe und Sehnsucht es ist zu evangelisieren. Was unterscheidet nun diesen jungen Mann von anderen?
Bis zum Jahr 1933 tatsächlich wenig. In dieses, so schicksalhafte Jahr 1933, fällt das Ereignis, das Pierres Leben von Grund auf verwandeln sollte, das es quasi vom Kopf auf die Füße stellte. Es passt zu diesem bescheidenen Mann, dass es sich hierbei nicht um ein äußeres Ereignis handelte, um etwas Großes, das in den Geschichtsbüchern verzeichnet ist, wie die Geschehnisse in Deutschland zur gleichen Zeit. Nein, was ihn verwandelte und ihm den Auftrieb für sein ganzes Leben gab, geschah in seinem Inneren und es war sehr kurz. Wie das Blitzlicht eines Fotoapparates und genauso schwer zu greifen. Es war eine Vision und dann doch wieder keine, es war... ach, lassen wir Pierre selbst erzählen:
„Es war so einfach, dass es mir nicht leicht fällt, davon zu sprechen. Plötzlich fühlte ich die Gegenwart meines Bruders (der zu diesem Zeitpunkt bereits sieben Jahre tot war) mit außergewöhnlicher Intensität. Es war, als würde er mir sagen: 'Du denkst nicht mehr viel an mich,weil du dem Stolz verfallen bist.' Es war, als sei er wirklich gegenwärtig. Ich fand mich am Fußendemeines Bettes auf den Knien wieder und als ich aufstand, war ich völlig verwandelt. Ich war nicht länger derselbe wie zuvor. Es war, als hätte ich eine Ausgießung des Heiligen Geistes empfangen.“
Was auffällt, ist die außergewöhnliche Feinfühligkeit, die aus diesen Worten spricht. Eine Feinfühligkeit und Aufmerksamkeit für die „inneren Sinne“, wie sie typisch sind für viele, gerade französische Heilige, und vielleicht in der romanischen Seele liegen. Gleichzeitig mit einem Ruf zu Umkehr und Anbetung, gab ihm dieses intensive innere Erlebnis eine neue Liebe zum Herzen Jesu ein, stark genug für das ganze Leben. Man mag dies sehen wie man will, doch scheint es, dass sich Gott des jung verstorbenen Bernard Goursat bediente, weil die Brüder einander so nahegestanden hatten und vielleicht auch weil Bernard bei der Geburt dem Herzen Jesu geweiht worden war. Natürlich war dieses Erlebnis nur das erste in einer Reihe von Entdeckungen des Glaubens, etwa vergleichbar mit der weißen Kugel, die ein Billardspiel in Gang setzt. Dass er in diesem Spiel, auf diesem Weg zum Glauben nicht verloren ging, verdankte Pierre nicht nur dem Gebet von Familie und Freunden, sondern auch mehreren guten Priestern, die ihm einfühlsam und mit Humor den Reichtum des katholischen Glaubens näher brachten und von denen er lernte, wie er selbst (sehr viel später) suchende Menschen begleiten konnte.

Einer dieser geistlichen Begleiter war Emmanuel Kardinal Suhard (1874 – 1949), von 1940 bis zu seinem Tod Erzbischof von Paris. Dieser hatte als einer der ersten die Notwendigkeit einer neuen Evangelisierung Frankreichs erkannt – und dass bereits in den 1930er und 40er Jahren! Außerdem bestärkte er Pierre, als dieser, im Gegensatz zu seinem Umfeld, nicht der Meinung war zum Priester berufen zu sein. Auch der Kardinal sah eher eine Berufung Pierres als „Laien-Anbeter, der in der Welt bleibt“ und nahm sein erstes Gelübde (Ehelosigkeit) entgegen. Die übrigen Gelübde (Armut und Gehorsam) folgten 1970 in Gegenwart von Abbé Jaques Goursat, einem Vetter Pierres. Diese Lebensform, die den „geweihten Jungfrauen“ gleicht, erinnert bei Pierre, da er ein Mann war, an die frühchristlichen Eremiten, mit dem Unterschied, dass er mitten in einer der geschäftigsten Städte der Welt lebte. Aber auch inmitten einer Menschenmenge kann man sehr einsam sein. Mit dem Gespür des erfahrenen Seelenführers spürte Kardinal Suhard diese Einsamkeit, in die Pierre nach seiner Bekehrung mehr und mehr geraten war, denn „es war, als ob sich eine Glaswand zwischen ihm und seinen früheren Freunden“ befunden hätte. Daher riet er ihm, die Gesellschaft von Gleichgesinnten und Mitbetern zu suchen. Diese fanden sich nach und nach und so legte der Kardinal einen Grundstein zu jenem Gebetskreis, aus dem Jahrzehnte später die Gemeinschaft Emmanuel erwachsen sollte.

Pierre Goursat und Martine Lafitte,
Gründer der Gemeinschaft Emmanuel
Bildquelle: hier
Lange vor dem Web 2.0 erkannte Pierre auch die Wirkung der Medien seiner Zeit auf die Menschen. Er betrieb einen kleinen Buchladen mit christlichen Schriften und widmete sich mit besonderer Leidenschaft dem nach dem zweiten Weltkrieg aufstrebenden Film. Dabei bemühte er sich, Filme mit christlichen Inhalten und guten moralischen Werten zu fördern und zu verbreiten. So organisierte er beispielsweise die Uraufführung des Films „Opfergang einer Nonne“ (nach den Romanen von Georges Bernanos und Gertrud von le Fort).

Bis zum Februar des Jahres 1972, das die Gemeinschaft Emmanuel als ihr Gründungsjahr bezeichnet, führte Pierre also ein zurückgezogenes, stilles Leben zwischen seiner Wohnung in einem Pfarrhaus, seinen Büchern und Filmen und den Tabernakeln verschiedener Pariser Kirchen – ein Eremit im Herzen der Großstadt, aus deren Straßen heraus das Licht seines Glaubens bis in das Heute hinein strahlt.

Montag, 25. März 2013

Kreuzweg mit Papa emerito - Achte Station

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
L. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Via Crucis, Scuola Veneta - Sec. XVIII
Cattedrale - Padova


 Jesus begegnet den weinenden Frauen von Jerusalem



Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas. 23, 28-31
Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder! Denn es kommen Tage, da wird man sagen: Wohl den Frauen, die unfruchtbar sind, die nicht geboren und nicht gestillt haben. Dann wird man zu den Bergen sagen: Fallt auf uns!, und zu den Hügeln: Deckt uns zu! Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dürren werden?
 
BETRACHTUNG
Es macht uns nachdenklich, wie streng Jesus zu den weinenden Frauen spricht, die doch ihn begleiten und um ihn klagen. Wie sollen wir das verstehen? Spüren wir darin nicht den Tadel gegen eine bloß sentimentale Frömmigkeit, die nicht zu Umkehr und gelebtem Glauben wird? Es reicht nicht, mit Worten und Gefühlen über die Leiden dieser Welt zu klagen, während unser Leben doch weitergeht, wie es immer war. Deswegen macht uns der Herr auf die Gefahr aufmerksam, in der wir selber leben. Er zeigt uns den Ernst der Sünde und den Ernst des Gerichts. Sind wir nicht allzu sehr versucht, bei allen Worten der Empörung über das Böse und über das Leid der Unschuldigen das Geheimnis des Bösen zu verharmlosen? Lassen wir vom Bild Gottes und Jesu nicht am Ende doch nur das Sanfte und Liebe stehen, und haben wir nicht das Gericht im stillen gestrichen? Gott kann doch unsere Schwachheit nicht so tragisch nehmen, denken wir; wir sind ja nur Menschen. Aber am Leiden des Sohnes sehen wir, welchen Ernst die Sünde hat, wie sie ausgelitten werden muß, um überwunden zu werden. Vor der Gestalt des leidenden Herrn endet die Banalisierung des Bösen. Auch zu uns sagt er: Weint nicht über mich, weit über euch... Denn wenn das am grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dürren werden?

GEBET
Herr, du hast zu den weinenden Frauen von der Buße gesprochen, von den Tagen des Gerichts, in denen wir vor deinem Antlitz, dem Antlitz des Weltenrichters stehen werden. Du rufst uns heraus aus der Verharmlosung des Bösen, mit der wir uns selbst beschwichtigen, um ruhig so weiterleben zu können. Du zeigst uns den Ernst unserer Verantwortung, die Gefahr, im Gericht schuldig und fruchtlos gefunden zu werden. Hilf uns, daß wir nicht bloß klagend oder mit Reden neben dir hergehen. Bekehre uns und gib uns neues Leben; laß uns nicht am Ende als dürres Holz dastehen, sondern lebendige Zweige an dir, dem wahren Weinstock, werden und Frucht tragen für das ewige Leben (vgl. Joh 15, 1-10).

Alle:
Pater noster, qui es in caelis
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.

Tui Nati vulnerati,
tam dignati pro me pati
poenas mecum divide.

Lied gegen das Vergessen

Aus aktuellem Anlass wird dieses Lied wieder hervor geholt. In dem Anlass geht es weniger um Asia Bibi persönlich, als um das Gespräch mit einer jungen, couragierten Frau, die sich für sie und alle, die wegen ihres christlichen Glauben verfolgt werden einsetzt. Es kommt heute Abend um 19:45 Uhr bei Radio Horeb.

"Free Asia Bibi" by Ooberfuse


Erinnert sich noch jemand an Asia Bibi? Obwohl die schreckliche Geschichte ihrer Verhaftung aufgrund des ominösen "Blasphemiegesetzes" vor zwei Jahren international für Schlagzeilen sorgte und sie immer noch auf ihre Todesstrafe wartet, scheint es in den MSM doch ruhiger um sie geworden zu sein. (Nur ein Eindruck) Zum Glück gibt es junge, kreative Christen wie die britische Elektro-Pop Band Ooberfuse, die mit Liedern wie "Blood cries out" (über Shahbaz Bhatti) und nun "Free Asia Bibi" gegen das Vergessen der weltweiten Christenverfolgung ansingen.

Date mit dem Papst


 Diese Verabredung ist der Weltjugendtag in Rio de Janeiro vom 23.- 28. Juli 2013. Wer zu diesem speziellen 'Date' nicht ans andere Ende der Welt reisen kann, hat über die modernen Medien dennoch die Möglichkeit live dabei zu sein.

Freut euch in Jesus Christus!

Wie ich gestern auf facebook las, ist es vielleicht einfach, sich zu freuen, wenn man mit rund 250.000 Menschen auf dem römischen Petersplatz bei 20°C Palmwedel schwenkt, als wenn man im diesigen Deutschland bei nur wenigen Graden über 0°C herumsteht und friert. Doch gerade dann gelten die Worte von Papst Franziskus aus seiner Predigt zum Palmsonntag, der zugleich ein kleiner, vorweggenommener Weltjugendtag war:

Dies ist das erste Wort, das ich euch sagen möchte: Freude! Seid niemals traurige Menschen: ein Christ darf das niemals sein! Lasst euch niemals von Mutlosigkeit überwältigen! Unsere Freude entspringt nicht aus dem Besitzen vieler Dinge, sondern daraus, einer Person begegnet zu sein: Jesus, der in unserer Mitte ist; sie entspringt aus dem Wissen, dass wir mit ihm niemals einsam sind, selbst in schwierigen Momenten nicht, auch dann nicht, wenn der Lebensweg auf Probleme und Hindernisse stößt, die unüberwindlich scheinen, und davon gibt es viele! Und in diesem Moment kommt der Feind, kommt der Teufel, oftmals als Engel verkleidet, und heimtückisch sagt er uns ein Wort. Hört nicht auf ihn! Folgen wir Jesus! Wir begleiten, wir folgen Jesus, aber vor allem wissen wir, dass er uns begleitet und uns auf seine Schultern lädt: darin liegt unsere Freude, die Hoffnung, die wir in diese unsere Welt tragen müssen. Und bitte lasst euch die Hoffnung nicht nehmen! Lasst nicht zu, dass die Hoffnung geraubt wird! Jene, die Jesus uns schenkt.

2. Das zweite Wort Warum zieht Jesus in Jerusalem ein, oder vielleicht besser: Wie zieht Jesus in Jerusalem ein? Die Menschenmenge bejubelt ihn als König. Und er widersetzt sich nicht, er bringt sie nicht zum Schweigen (vgl. Lk 19,39-40). Doch was für eine Art König ist Jesus? Schauen wir ihn an: Er reitet auf einem Fohlen, hat keinen Hof, der ihm folgt, ist nicht von einem Heer als Symbol der Macht umgeben. Die ihn empfangen, sind niedrige, einfache Leute, die das Gespür haben, in Jesus mehr zu sehen; die das Gespür des Glaubens haben, der sagt: Das ist der Retter! Jesus zieht nicht in die Heilige Stadt ein, um die Ehren zu empfangen, die den irdischen Königen, den Machthabern, den Herrschern vorbehalten sind; er zieht ein, um gegeißelt, beschimpft und geschmäht zu werden, wie Jesaja in der ersten Lesung ankündigt (vgl. Jes 50,6); er zieht ein, um eine Dornenkrone, einen Stock und einen Purpurmantel zu erhalten, sein Königtum wird Gegenstand des Spottes sein; er zieht ein, um mit einem Balken beladen zum Kalvarienberg hinaufzugehen. Und da haben wir das zweite Wort: Kreuz. Jesus zieht nach Jerusalem ein, um am Kreuz zu sterben. Und genau hier erstrahlt sein Königsein im Sinne Gottes: Sein Königsthron ist das Holz des Kreuzes! Ich denke an das, was Benedikt XVI. zu den Kardinälen sagte: Ihr seid Fürsten – aber die eines gekreuzigten Königs. Das ist der Thron Jesu. Jesus nimmt auf sich… warum das Kreuz?  Weil Jesus das Böse, den Schmutz, die Sünde der Welt – auch unsere Sünde, unser aller Sünde! – auf sich nimmt, und er wäscht es, wäscht es mit seinem Blut, mit der Barmherzigkeit, mit der Liebe Gottes. Schauen wir uns um: Wie viele Wunden schlägt das Böse der Menschheit! Kriege, Gewalttaten, Wirtschaftskonflikte, die die Schwächeren treffen; Geldgier – und keiner kann es doch mitnehmen; man muss es zurücklassen! Meine Großmutter sagte zu uns Kindern: Das Schweißtuch hat keine Taschen –, Gewinnsucht, Machtstreben, Korruption, Spaltungen, Verbrechen gegen das menschliche Leben und gegen die Schöpfung! Und auch – jeder von uns weiß es und kennt sie – unsere persönlichen Sünden: der Mangel an Liebe und Achtung gegenüber Gott, gegenüber dem Nächsten und gegenüber der gesamten Schöpfung. Und am Kreuz spürt Jesus das ganze Gewicht des Bösen, und mit der Kraft der Liebe Gottes überwindet er es, besiegt es in seiner Auferstehung. Das ist das Gute, das Jesus uns allen erweist – auf dem Thron des Kreuzes. Das mit Liebe angenommene Kreuz Christi führt niemals in die Traurigkeit, sondern zur Freude, zur Freude, gerettet zu sein, und ein klein wenig das zu tun, was er an jenem Tag seines Todes getan hat.[...]Drei Worte: Freude, Kreuz, Jugend!

Sonntag, 24. März 2013

Kreuzweg mit Papa emerito - Siebte Station

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
L. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.


Via Crucis, Scuola Veneta - Sec. XVIII
Cattedrale - Padova



SIEBTE STATION
Jesus fällt zum zweiten Male unter dem Kreuz
    


Aus dem Buch der Klagelieder. 3, 1-2.9.16
Ich bin der Mann, der Leid erlebt hat durch die Rute seines Grimms. Er hat mich getrieben und gedrängt in Finsternis, nicht ins Licht. Mit Quadern hat er mir den Weg verriegelt, meine Pfade irregeleitet.
Meine Zähne ließ er auf Kiesel beißen, er drückte mich in den Staub.
 
BETRACHTUNG
In der Überlieferung vom dreimaligen Fall Jesu und der Last des Kreuzes werden uns die Dimensionen von Adams Fall – von unserem menschlichen Gefallensein – und das Geheimnis von Jesu Absteigen in unsern Fall ausgelegt. Der Fall des Menschen nimmt in der Geschichte immer neue Formen an. Der heilige Johannes spricht in seinem ersten Brief von einem dreifachen Fall des Menschen: von der Begierde des Fleisches, von der Begierde der Augen und vom Prahlen mit dem Besitz. Er deutet so auf dem Hintergrund der Laster seiner Zeit mit ihren Exzessen und Perversionen den Sturz des Menschen und der Menschheit. Aber wir können auch an die spätere Geschichte denken – daran, wie die Christenheit des Glaubens müde den Herrn verläßt: in den großen Ideologien wie in der Banalisierung des Menschen, die keine Ideologie mehr braucht, sondern sich einfach gehen läßt, ein neues, schlimmeres Heidentum baut, Gott endgültig abschieben will und damit dabei ist, den Menschen abzuschaffen. Der Mensch liegt im Staube. Der Herr trägt diese Last und fällt und fällt, um zu uns zu kommen; er schaut uns an, damit das Herz in uns wieder erwacht; er fällt, um uns aufzuheben.
 
GEBET
Herr Jesus Christus, du hast unsere Last getragen und trägst uns immerfort. Unsere Last drückt dich zu Boden. Richte du uns wieder auf, da wir nicht aus Eigenem vom Staub aufzustehen vermögen. Löse den Bann der Begierden. Gib uns statt des Herzens von Stein wieder ein Herz von Fleisch, ein sehendes Herz. Brich die Macht der Ideologien, daß die Menschen ihr lügnerisches Gewebe durchschauen. Laß die Mauer des Materialismus nicht unübersteiglich werden. Laß uns dich wieder wahrnehmen. Mache uns nüchtern und wachsam, um den Mächten des Bösen zu widerstehen, und hilf uns, die innere und die äußere Not des anderen zu erkennen, ihm beizustehen. Richte uns auf, damit wir andere aufrichten können. Gib uns Hoffnung in aller Dunkelheit, damit wir Hoffnungsträger werden für die Welt.
   
Alle:
Pater noster, qui es in caelis
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.

Quis non posset contristari,
piam matrem contemplari
dolentem cum Filio?

Kreuzweg mit Papa emerito - Sechste Station

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
L. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Via Crucis, Scuola Veneta - Sec. XVIII
Cattedrale - Padova



SECHSTE STATION
Jesus nimmt von Veronika das Schweißtuch
    


Aus dem Buch des Propheten Jesaja. 53, 2-3
Er hatte keine schöne und edle Gestalt, so daß wir ihn anschauen mochten. Er sah nicht so aus, daß wir Gefallen fanden an ihm. Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut. Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet; wir schätzten ihn nicht.
Aus dem Buch der Psalmen. 27, 8-9
Mein Herz denkt an dein Wort: Sucht mein Angesicht! Dein Angesicht, Herr, will ich suchen. Verbirg nicht dein Gesicht vor mir; weise deinen Knecht im Zorn nicht ab! Du wurdest meine Hilfe. Verstoß mich nicht, verlaß mich nicht, du Gott meines Heiles!

BETRACHTUNG
„Dein Angesicht, Herr, suche ich. Verbirg nicht dein Gesicht vor mir“ (Ps 27, 8-9). Veronika – Berenike nach der griechischen Tradition – verkörpert diese Sehnsucht aller alttestamentlichen Frommen – die Sehnsucht aller glaubenden Menschen, das Antlitz Gottes zu sehen. Am Kreuzweg Jesu tut sie freilich zunächst nur einfach einen Dienst fraulicher Güte: Sie reicht Jesus ein Schweißtuch. Sie läßt sich von der Brutalität der Soldaten nicht anstecken, von der Angst der Jünger nicht lähmen. Sie ist das Bild der gütigen Frau, die in der Verstörung und Verfinsterung der Herzen den Mut der Güte behält, ihr Herz nicht verfinstern läßt. „Selig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen“, hatte der Herr in der Bergpredigt gesagt (Mt 5, 8). Veronika sieht zunächst nur ein geschundenes, vom Schmerz gezeichnetes Menschengesicht. Aber der Akt der Liebe prägt ihrem Herzen das wahre Bild Jesu ein: Im „Haupt voll Blut und Wunden“ sieht sie das Gesicht Gottes und seiner Güte, die uns in die tiefsten Schmerzen nachgeht. Nur mit dem Herzen können wir Jesus sehen. Nur die Liebe ist es, die uns sehend und rein macht. Nur sie läßt uns Gott erkennen, der selbst die Liebe ist.

GEBET
Herr, gib uns die Unruhe des Herzens, die dein Antlitz sucht. Bewahre uns vor der Erblindung des Herzens, das nur noch die Oberfläche der Dinge sieht. Gib uns jene Lauterkeit und Reinheit, die uns hellsichtig macht für deine Gegenwart in der Welt. Gib uns den Mut zur demütigen Güte, wo wir der großen Dinge nicht fähig sind. Präge dein Antlitz in unsere Herzen ein, damit wir dir begegnen und dein Bild der Welt zu zeigen vermögen.
 
Alle:
Pater noster, qui es in caelis:
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.

Pro peccatis suae gentis
vidit Iesum in tormentis
et flagellis subditum.

Samstag, 23. März 2013

Der Tag der zwei Päpste

Auch wenn die ich die kritische Anmerkung des lieben Blogger-Kollegen 'Cicero' an der Bild- und Tondokumentation des historischen Treffens von Benedikt XVI und Franziskus durchaus nachvollziehen kann, möchte ich euch diese Bilder dennoch nicht vorenthalten.


Natürlich mit der Hoffnung verbunden, dass künftig von allen Medien der Wunsch Benedikts XVI nach einem verborgenen Leben im Gebet respektiert werden möge.