Donnerstag, 28. Februar 2013

Letzter Blick


Danke, Danke, Danke, Papa Benedetto!! Milde und standhaft, hast du uns Jesus gezeigt. Für die Welt magst du ein Ärgernis oder ein Rätsel sein, doch die Geschichte wird dich würdigen. Du weißt, dein Herr ist Herr der Geschichte.
 

Wie sagen die Franzosen noch? UDP - union de prière!!

Große Fußstapfen

... sind nicht besonders leicht auszufüllen.
Auch wenn diverse Listen der als 'papabili, also als wahrscheinlichste Kandidaten auf die Nachfolge Benedikts XVI  geltenden Kardinäle, bereits am Tag der Ankündigung seines Amtsverzichts zirkulierten, hat sich klein-Gertie bewusst zurück gehalten. Immerhin hatten wir bis heute noch unseren guten Papa Benedetto und man soll ja nicht das Wildschwein schlachten, bevor man es erlegt hat.

Wikipedia war einmal wieder einer der ersten und nennt 24 in Frage kommende Kandidaten (von 117 Wählern, die das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben). Die Mehrheit davon kommt aus Südamerika und Italien, zwei aus Afrika, zwei aus Nordamerika und jeweils einer aus Ungarn, Spanien, Sri Lanka und von den Philippinen. Den Artikel von reporterherald.com finde ich auch sehr gut, weil man da von den sog. 'ersten 10' auch Bilder und eine kleine Info geliefert bekommt.

Da wäre also zum Beispiel: 
  1. Kardinal Braz de Aviz, Präfekt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens
  2. Kardinal Dolan, Erzbischof von New York
  3. Kardinal Scherer, Erzbischof von São Paulo
  4. Kardinal Tagle, Erzbischof von Manila
  5. Kardinal Turkson, Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden
Blogger-Altmeister Dom Alipius erinnert auch noch daran:  "Wer als Papst ins Konklave geht, kommt als Kardinal wieder heraus" Und klein-Gertie macht daraus: "Immer schön den Ball flach halten" ;-)

Digitales Glockenläuten: 18h - 21h

Der kirchentreue Freigeist hat sich, dem Vorschlag des Predigtgärtners folgend, die Mühe gemacht und einen Code für ein virtuelles Glockenläuten gebastelt. Ein dreifach Hoch!!

Da es gute Tradition ist, zum Ende eines Pontifikates die Glocken zu läuten, wird klein-Gertie selbstverständlich mitmachen und natürlich nimmt wählt sie die Glocken des Petersdoms in Rom, schon allein, um einen kleinen Glocken-Liebhaber zu erfreuen.

Also, nicht wundern, ihr, die ihr heute Abend zwischen 18:00 und 21:00 Uhr hier vorbekommt! Da müsst ihr durch ;-) und vielleicht nehmt ihr das zum Anlass und betet ein paar Runden mit: eine für den scheidenden Papst, eine für das Konklave und eine für den neuen Papst.

Mittwoch, 27. Februar 2013

Zapfenstreich auf katholisch


Der letzte pontifikale Tweet?

Die letzte Generalaudienz mit Papa Benedetto


>>Liebe Brüder und Schwestern!

In diesen Tagen danke ich Gott aus tiefstem Herzen, der die Kirche immer in allen Zeiten führt und gedeihen läßt. Ihm vertraue ich die Kirche in aller Welt an. Wir wissen, das Wort der Wahrheit des Evangeliums ist die Kraft und das Leben der Kirche. In dieser Gewißheit habe ich vor knapp acht Jahren ja dazu gesagt, das Amt des Nachfolgers Petri anzunehmen. Und der Herr hat mich immer geführt und war mir nahe – in Zeiten der Freude und des Lichts, aber auch in schwierigen Zeiten. Wie Petrus und die Jünger im Boot auf dem See von Galiläa wußte ich, der Herr ist im Boot, es ist sein Boot. Er führt das Schiff der Kirche. Nichts kann diese Gewißheit verdunkeln. Liebe Freunde, ich lade euch ein, in diesem Jahr des Glaubens euer Vertrauen in den Herrn zu erneuern; sein Arm hält uns, auch und gerade in der Mühsal.

Mein Wunsch ist, daß alle die Freude spüren, dass sie spüren, wie schön es ist, Christ zu sein und zur Kirche zu gehören. Ein Papst ist nicht allein, wenn er das Schifflein Petri lenkt. So danke ich allen, die mir in der Ausübung des Petrusamtes großherzig geholfen haben. Bei den Audienzen, bei den Pastoralreisen und den vielen Begegnungen konnte ich die Zuneigung und Liebe unzähliger Menschen zum Nachfolger Petri spüren. Sie alle schließe ich in mein Gebet ein und ebenso die ganze Welt.

Schließlich danke ich euch allen, daß ihr meine Entscheidung, die ich vor dem Herrn zum Wohl der Kirche getroffen habe, mit Respekt und Verständnis aufgenommen habt. Ich werde meinerseits weiterhin den Weg der Kirche im Gebet begleiten.<<

 Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:
>>Ein herzliches "Vergelt's Gott" sage ich allen Brüdern und Schwestern deutscher Sprache - euch, liebe Freunde, die ihr zu dieser letzten Generalaudienz meines Pontifikats gekommen seid, und allen zu allen Hause. Und ich danke der Traunsteiner Blaskapelle, dass Sie uns die Bayernhymne so schön gespielt hat.
Der Herr trägt die Kirche immer, er leitet sie auch in schwierigen Zeiten. Diese Sicht dürfen wir nie verlieren.
Wir dürfen stets gewiss sein, der Herr ist uns nahe, und umfängt uns mit seiner Liebe. Im Gebet bleiben wir, liebe Freunde, einander nahe, und im Gebet ist der Herr uns nahe. So grüße ich euch alle von ganzem Herzen. Der Herr segne euch und die Kirche in unseren Landen.<<

27.02.2013, 10h!

Wer es aus dem deutschen Sprachraum nicht mehr rechtzeitig zu dem historischen Moment der letzten Generalaudienz von Papst Benedikt XVI nach Rom geschafft hat, kann sich wahrlich nicht über mangelnde Übertragungsmöglichkeiten beklagen!

Ab 10.00 Uhr sind nicht nur die Öffentlich-Rechtlichen wie ZDF und BR live vor Ort, sondern natürlich auch die großen katholischen Player, die hier ein Heimspiel haben. Das vatikanische Fernsehen CTV, Radio Vatikan, EWTN und k-tv werden mit Bild und Ton, Radio Horeb und das Domradio Köln weden mit Ton und selbstverständlich deutschem Kommentar übertragen. 

Montag, 25. Februar 2013

Kuscheltuch hoch zwei

Diese beiden Damen habe ich soeben auf Facebook entdeckt. Der Herr Alipius würde dazu wohl sagen: "Catholique! Très chique!"


Sonntag, 24. Februar 2013

Wie lange zwitschert er noch?

Da wir nicht wissen, wie es mit @pontifex nach dem Amtsverzicht von Papst Benedikt XVI weiter geht, kommt hier wohl einer der vorerst letzten Tweets des Tages:




Adopt a Cardinal?!

Früher hieß das Gebetspatenschaft oder so ähnlich, heute ruft die Jugend 2000 dazu auf, einen Kardinal zu adoptieren und zwar aus folgenden Gründen:
  • Du bist dem Himmel unendlich dankbar, dass wir in Benedikt XVI. einen so wunderbaren, weisen und gütigen Papst hatten?
  • Du wünschst Dir für die Kirche in unserer Zeit einen glaubensstarken, geistgeleiteten, frommen und heiligen neuen Papst?
  • Du möchtest als Teil des Leibes Christi in der Kraft des Gebetes Deinen Beitrag dazu bringen, dass der Heilige Geist unsere Kardinäle schützt, erleuchtet und führt in ihrer Wahl des Petrusnachfolgers?
Dann schlagen wir Dir jetzt eine Möglichkeit vor, Dich in dieses Heilsgeschehen einzuschalten, indem Du Dir sozusagen einen Kardinal schenken lässt, um ihn in den nächsten Wochen bis zur Ernennung eines neuen Papstes und den Zeitraum von drei Tagen danach im Gebet und in der Fürbitte zu tragen.
Da konnte ich natürlich nicht widerstehen und habe auch gleich einen 'adoptiert': 

Das ist er! :-D
Stanislaw Kardinal Rylko kann sich die nächsten Wochen über meinen Gebet freuen.

Last farwell - almost


Scheinbar können es die säkularen Medien nicht lassen, auch beim letzten Angelus Gebet von Papst Benedikt XVI mussten sie noch die Zahlen der Pilger- und Besucher, die teilweise extra für diesen Moment angereist waren, herunterrechnen. Josef Bordat hat eine schöne Zusammenschau erstellt. Realistisch sind wohl rund 200.000, wenn man sich die Bilder des übervollen Petersplatzes ansieht.

 


Doch die 200.000 Pilger und Besucher lenkten den Papst nicht ab, wie Armin Schwibach auf kath.net berichtet.
>> In seiner Ansprache setzte er sich mit dem Evangelium vom 2. Fastensonntag über die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor auseinander. Das Gebet Jesu bringe eine tiefe Erfahrung der Beziehung zum Vater während einer Art „geistlichen Einkehr“ zum Ausdruck. Nachdem der Herr seinen Jüngern sein Sterben und seine Auferstehung angekündigt habe, biete er ihnen eine Vorwegnahme seiner Herrlichkeit. Die Gegenwart von Mose und Elijas – Vertreter des Gesetzes und der Propheten – sei mehr denn je bedeutsam: die gesamte Geschichte des Bundes „ist auf ihn, den Messias, ausgerichtet, der einen neuen ‚Exodus’ vollbringt“. Das Eingreifen Petri repräsentiere den unmöglichen Versuch, diese mystische Erfahrung festzuhalten. Das christliche Leben – so Benedikt in der Botschaft für die Fastenzeit 2013 – bestehe darin, "den Berg der Begegnung mit Gott immer wieder hinaufzusteigen, um dann, bereichert durch die Liebe und die Kraft, die sie uns schenkt, wieder hinabzusteigen und unseren Brüdern und Schwestern mit der gleichen Liebe Gottes zu dienen" (Nr. 3).<<

Wörtlich sagte Benedikt XVI:
>>„Liebe Brüder und Schwestern, ich fühle, wie dieses Wort Gottes in diesem besonderen Augenblick meines Lebens besonders an mich ergeht. Der Herr ruft mich, den ‚Berg hinaufzusteigen’, mich noch mehr dem Gebet und der Betrachtung zu widmen. Doch dies bedeutet nicht, die Kirche zu verlassen, im Gegenteil. Wenn Gott dies von mir fordert, so gerade deshalb, damit ich fortfahren kann, ihr zu dienen, mit derselben Hingabe und mit derselben Liebe, mit denen ich es bis jetzt versucht habe, aber in einer Weise, die meinem Alter und meinen Kräften angemessener ist.“<<

Freitag, 22. Februar 2013

Ein Jahr schon!

Peinlich! Ich hab meinen Jahrestag vergessen, vielmehr den Geburtstag dieses Blogs. Am 03. Februar 2012 war 'Das hörende Herz' online gegegangen und das ist jetzt ein Jahr und fast einen Monat her. Kinder, wie die Zeit vergeht! ;-) Viel ist diesem Jahr passiert, auf uns eingestürzt, und damit meine ich nicht nur die große Welt- bzw. Kirchenpolitik. Auch in Gerties kleiner, persönlicher Welt musste einiges zuende gehen, damit anderes beginnen. Das Dasein als Studentin wich der ersten Arbeitsstelle und dass ich meinen irdischen Papa nicht mehr an meiner Seite haben werde, werde ich wohl erst so nach und nach begreifen. Dazu kommt der Verlust unseren lieben Papas Benedetto XVI, der uns in den 8 Jahren in den Schuhen des Fischers aus Kafarnaum ein wirklicher geistlicher Vater wurde.

Ja, Ende und Neubeginn prägen unser ganzes Leben. Vielleicht fällt es uns gerade jetzt besonders auf, weil Fastenzeit ist? In der Stille, (die ich suche und noch nicht ganz gefunden habe, jedes Jahr das Gleiche, verflixt) werde manche Dinge plötzlich klarer, heller, durch- und einsichtiger.

Genug des Vor-sich-hin-Gedenkens. Was wäre ein Jahrestag ohne Danken! In diesem Jahr durfte ich wahrhaft die 'katholische Weite' der Kirche meines Herrn erfahren. Ich durfte Menschen kennenlernen - manche von ihnen leibhaftig - die mit beiden Beinen auf der Erde stehen und Kopf und Herz im Himmel, also bei Jesus haben. Menschen, auf deren Gebet ich zählen darf und für die zu beten mir natürlich ebenso ein Anliegen ist. Gemeinsam mussten wir erkennen, dass uns, wie den ersten Jüngern, der Wind spürbar rauh ins Gesicht weht, wenn wir uns offen zu Jesus Christus, dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn bekennen und von ihm und seiner verwandelnden Liebe mit Herzblut erzählen. Doch "wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund über" und wenn Menschen von ihrer eigenen Liebe zu erzählen, von dem was ihr Leben zutiefst erfüllt, sollte dies nie ein Grund sein, diese Menschen mit Hassausbrüchen zu überziehen. Doch leider geschah auch das immer wieder in diesem Jahr. Und natürlich möchte ich Ihm danken, ohne den ich nicht hier wäre. Ganz real und physisch nicht hier, aber auch nicht hier 'im Netz', weil Er es war, der mir durch seinen Heiligen Geist die Idee für dieses kleine Blog eingegeben hat, davon bin ich inzwischen überzeugt.

Jesus, mein Herr und mein Gott, ich danke dir für alles!!!

Tu es Petrus

Kathedra Petri. Bild gesehen bei fb.


Wenn ich daran denke, dass es das letzte Mal 'Kathedra Petri' mit unseren lieben Papa Benedetto ist, dann kriege ich gleich das Heulen :-(

GONNA MISS YOU SO, PAPA BENEDETTO!! PLEASE CONTINUE TO PRAY FO US!
Thanks for all. Amen.

Mittwoch, 20. Februar 2013

D'accord!

Alipius bringt es auf den Punkt:
>>Christus ist mein Herr und Gott ist mein Richter. Mehr muß ich nicht wissen.
Nein, weder Pogromstimmung noch Katholikenphobie noch Polemik können verhindern, daß ich eine gewaltige Freude aus meinem Glauben ziehe. Fast möchte ich es mit den Pimpfen sagen: "Die Welt ist gut und das Leben ist okay" ... weil ich katholisch bin!<<
Da kann ich nur sagen: Amen, father! Und dieses war das Wort zum Mittwoch ;-)

Gott vermag mehr

Gott vermag mehr zu wirken, als ein Mensch begreifen kann. 

Thomas von Kempen (1380 - 1471)

Dienstag, 19. Februar 2013

Befreiende Vorsehung

Der Glaube an die Vorsehung enthebt nicht des mühsamen Kampfes um ein würdiges Leben, sondern befreit von den Sorgen um die Dinge und von der Angst vor dem Morgen.

Benedikt XVI (*1927), Papst

Montag, 18. Februar 2013

Gebet um Bekehrungen

Am 15.02.2013 war Torsten Hartung zu Gast im Youcat Zentrum. Der ganze Mann ist ein lebender Beweis, wie Gott auch auf 'krummen Zeilen gerade schreibt' und was Er aus und mit Menschen machen kann, die sich Ihm ganz und gar überlassen! An dem Abend in Augsburg erzählte er aus seinem Leben, gab Zeugnis, teilte die Erkenntnis, dass jeder Täter zunächst selber Opfer war und dass jeder Mörder einen Hintergrund hat, wie es im Flyer des Youcat Zentrums heißt:
>>Kindheitserinnerungen, die verzweifeln lassen, eine kriminelle Karriere, die erschauern lässt und am Boden immer wieder radikale Hoffnungslosigkeit. So sehr, dass Torsten Hartung seine Seele sprichwörtlich verkauft. In Jahren der Einzelhaft ist er dann ausweglos mit seiner Schuld konfrontiert - aber wohin damit?!
Nach einem Jesusfilm schreibt er etwas völlig Verrücktes in sein Tagebuch: "Jesus, du hattest deine Auferstehung. Gib auch mir eine zweite Chance!" Und das ist tatsächlcih geschehen. Heute ist er ein anderer Mensch, strahlt Ruhe aus, lebt eine starke Vision und hilft anderen. Wie wird aus einem ehemaligen Kriminellen ein Mensch der Liebe und des Friedens?<<
Da mir ja dieses Jahr mit der sel. Anna Katharina Emmerick aufgetragen wurde, für Bekehrungen zu beten, nehme ich das Anliegen von Torsten Hartung mit hier hinein, nämlich die Bitte um Gebetsunterstützung seines Vereins "Maria hilf-t", der jungen ehemaligen Häftlingen hilft. Er hat auch ein Haus gebaut, um "die Burschen, die aus dem Gefängnis entlassen werden, unterzubringen, ein Haus der Barmherzigkeit. In ihm sollten die Jungen in einer familienähnlichen Struktur leben, essen, beten und arbeiten nach dem Motto: ,Willkommen zuhause. Das ist eure neue Familie.'"


Wer diesem 'Haus der Barmherzigkeit' und diesen Jugendlichen auch materiell helfen will, der ist herzlich eingeladen, sein Fastenopfer für Maria hilf-t zu geben, denn der Verein trägt sich rein aus Spenden: Stichwort "Maria hilf-t", Infos bei mariahilft@t-online.de. 

Blog im Fastenkleid

Nicht erschrecken, die kleinen Änderungen hier sind rein äußerlich und nur liturgisch begründet. Klein-Gertie hat sich ein Fastenkleid gegönnt. Wer die Lorettokapellen im Header vermisst, der warte bis Ostern oder komme im oberen Allgäu vorbei, da stehen sie nämlich live und in Farbe.

Auf Leben und Tod

Mit der Premiere am 23. Februar 2013 wird das diesjährige Musical der Emmanuel School of Mission   beinahe zu einem Abschiedsgeschenk für unseren lieben Papa Benedetto XVI. Thema und Protagonist wird diesmal ein Kirchenvater sein, den er sehr gern mag, der .... tata... hl. Augustinus. Über den gab es zwar vor einigen Jahren schon eine TV-Zweiteiler, aber ihn so direkt live auf einer Bühne zu sehen, das hat schon auch was.


Bild und Info zu Musical und Tournee hier.

Der Untertitel dieses Musicals lautet "Bist du bereit für die Wahrheit?" Das erinnert doch sehr an den Gastkommentar von Christoph Kraus, in dem er der Frage nachgegangen ist, wieviel Wahrheit der Mensch braucht. Freuen wir uns also auf die Antwort, die der hl. Augustinus in seinem Leben auf diese Frage gefunden hat. Dann macht schon mal euer Kreuzchen im Terminkalender:

Samstag, 23.02.2013, 15:00 Uhr
Kultur + Kongress Forum Altötting
Zuccalliplatz 1
84503 Altötting

Eintritt frei! (Spenden erbeten)

Sonntag, 17. Februar 2013

Tweet des Tages: Gott neu entdecken

Freitag, 15. Februar 2013

Ein Vater nimmt Abschied von seinen Söhnen

Wenn man das Alter bedenkt, in dem er seinen Dienst an den Dienern Gottes antrat, dann hatten alle Texte (Predigten, Katechesen, Enzyklen...) den Charakter eines Vermächtnisses. Wieviel mehr gilt dies für alle Worte, die unser lieber Papa Benedetto in den nun folgenden Wochen sprechen wird. Zum Beispiel war da gestern die traditionelle Audienz zu Beginn der Fastenzeit für den Klerus von Rom, die Begegnung des Vaters mit seinen Söhnen, bei der Konzilsgeschichte 'live'erfahrbar wurde, wie es Armin Schwibach von kath.net wieder einmal grandios ausführt:
>>War in den vergangenen Jahren gewünscht worden, dass der Papst für seinen Klerus eine „lectio divina“ als Einstimmung auf die Fastenzeit hält, so war er für dieses Treffen im Jahr des Glaubens bereits vor Wochen gebeten worden, über das II. Vatikanische Konzil zu sprechen. Als einer der letzten lebenden Konzilsteilnehmer hatte Benedikt XVI. gerne zugesagt. 
Konzilsgeschichte live. Benedikt XVI. sprach gut eine Stunde in freier Rede – druckreif, muss man wieder sagen. Die hellen offenen Augen fixierten einen Punkt in der Ferne, so dass man spürte, dass da einer nicht nur Geschichten erzählt, sondern in den großen und konkreten Atem der Geschichte gleichsam eintaucht – und so selber Geschichte schreibt, an einem bis dahin „normalen“ Vormittag des 14. Februars, an dem andere aus irgendwelchen Gründen den Valentinstag begehen. Aber: „normal“ ist in diesen Tagen in Rom nichts mehr. Vor allem wenn man vor einem Papst steht, der seinen Amtsverzicht aufgrund mangelnder Kräfte angekündigt hat, während er so spricht und wirkt, wie dies dem schwer fallen würde, der die Hälfte seiner Jahre zählt.
Benedikt XVI. hob an mit seinen Erinnerungen an die Jahre des Konzil, wie er als junger Theologe im Dienst des Kölner Kardinals Josef Frings nach Rom kam, welche Stimmungen vorgefunden wurden, welche Erwartungen gerade auch im Unterschied der Nationen, der erstmals so sichtbaren Vielfalt der einen Kirche gegeben waren. Auch mit einer Anekdote konnte er seine Zuhörer erheitern und erzählte, wie er bereits 1961 einen Vortrag für Kardinal Frings verfasst habe und dieser dann von Papst Johannes XXIII. vorgeladen worden sei. Frings habe damals befürchtet, seinen Titel entzogen zu bekommen. Statt dessen habe ihm der Papst zu dem gelungenen Aufsatz gratuliert.[...]
Dass die Liturgie im Zentrum der ersten Erwägungen der Konzilsväter gestanden ist, was in der Konstitution „Sacrosanctum Concilium“ seinen Niederschlag gefunden hat, macht für Benedikt XVI. deutlich, dass das Konzil den absoluten Primat Gottes betonen wollte, mit der Anbetung als der obersten Regel. Aus Gott heraus hin zu Gott sollte sich alles vollziehen. Aus diesem Grund sei die Erneuerung der Liturgie ein erstes Anliegen gewesen: weg von einer liturgischen Abständigkeit von „Volk“ und „Priester“ hin zu einer wahren aktiven Teilnahme – eine Entwicklung, die der Papst anhand der liturgischen Erneuerungen in der unmittelbaren Vorkonzilszeit erläuterte. Der Sonntag sollte der erste Tag sein, der Tag der Schöpfung, und als solcher betont werden: „Deshalb tut es mir leid, dass er heute zum Wochenende geworden ist“. Das Konzil wollte das Ostergeheimnis als Mittelpunkt des Christseins hervorheben. So sei der Sonntag „der erste Tag – Fest der Schöpfung – und Begegnung mit dem Auferstandenen, der die Schöpfung erneuert“. Weiteres Anliegen des Konzils war die „Verstehbarkeit der Liturgie“. Dieses Prinzip sei leider auch falsch verstanden worden: „Verstehbarkeit heißt nicht Banalität“, da die großen Texte der Liturgie nicht leicht verstehbar seien. Sie bedürften der ständigen Bildung des Christen, „damit er wächst und immer mehr in die Tiefe des Geheimnisses eintritt und so verstehen kann“. Nur die ständige Bildung des Herzens und des Geistes könne wahre Verstehbarkeit und aktive Teilnahme schaffen. Letztere „ist mehr als eine äußere Tätigkeit. Sie ist ein Eintreten der Person, meines Seins in die Gemeinschaft der Kirche und so in die Gemeinschaft mit Christus“.[...]<<

Dass  ein Abschied immer auch mit Tränen verbunden ist, wovor auch gestandene Männer nicht gefeit sind, das bewies u.a. Erzbischof Georg Gänswein vorgestern während der letzten öffentlichen hl. Messe von Papst Benedikt XVI. (Videobericht von romereports hier.)

Mittwoch, 13. Februar 2013

Vorletzte Generalaudienz mit Papst Benedikt XVI

>>Liebe Brüder und Schwestern!
Wie ihr wißt – [Applaus] Danke für eure Zuneigung! –, habe ich mich dazu entschlossen, auf das Amt, das mir der Herr am 19. April 2005 anvertraut hat, zu verzichten. Ich habe dies in voller Freiheit zum Wohl der Kirche getan, nachdem ich lange gebetet und vor Gott mein Gewissen geprüft habe. Ich bin mir des Ernstes dieses Aktes sehr bewußt, aber ich bin mir ebenso bewußt, nicht mehr in der Lage zu sein, das Petrusamt mit der dafür erforderlichen Kraft auszuüben. Mich trägt und erleuchtet die Gewißheit, daß es die Kirche Christi ist und der Herr es ihr nie an seiner Leitung und Sorge fehlen lassen wird. Ich danke euch allen für die Liebe und für das Gebet, mit dem ihr mich begleitet habt. [Applaus] Danke! Ich habe in diesen für mich nicht leichten Tagen gleichsam physisch die Kraft des Gebets verspürt, die mir die Liebe der Kirche, euer Gebet bringt. Betet weiter für mich, für die Kirche und für den kommenden Papst. Der Herr wird uns leiten.

Liebe Brüder und Schwestern! Heute, am Aschermittwoch, beginnen wir die vierzigtägige Vorbereitungszeit auf Ostern, die Fastenzeit. Wenn wir gerade in dieser Katechese das vierzigtägige Fasten Jesu und seine Versuchungen in der Wüste betrachten, die Ort der Entsagung, der Einsamkeit und auch der Versuchung ist, sehen wir darin einen Zusammenhang mit unserem eigenen Leben. Jesus nimmt unsere Versuchungen, unsere Armseligkeit auf sich, um das Böse zu besiegen und den Weg auf Gott hin zu öffnen, einen Weg der Umkehr. Wie geht der Teufel bei der Versuchung vor? Zunächst redet er Jesus ein, er möge befehlen, daß aus Steinen Brot werde. Dann verspricht er Macht auf dieser Erde. Und schließlich schlägt er vor, der Herr solle sich von der Zinne des Tempels stürzen und dabei die Leute ins Staunen bringen. Was ist der Kern der drei Versuchungen? Der Kern ist, Gott für die eigenen Interessen, für den eigenen Erfolg zu instrumentalisieren, letztlich sich selbst an die Stelle Gottes zu setzen. »Umkehr« bedeutet hier, die rechte Ordnung anzuerkennen, Gott den richtigen, das heißt den ersten Platz zu geben. Dann kehren wir uns zu Gott hin, zu unserem Schöpfer und der Quelle aller Liebe. Diese innere Bekehrung, in der wir wirklich Gott den Vorrang geben, verlangt unsere ganze Entschiedenheit, gerade in unserer Zeit, in der so vieles den Werten des Glaubens entgegensteht. Und erst in dieser Hinwendung zu Gott wird unser Leben recht und finden wir unseren Frieden.

Von Herzen grüße ich alle deutschsprachigen Pilger und Besucher. In der österlichen Bußzeit wollen wir den Weg der Erneuerung gehen und die Versuchung überwinden, uns selbst zum Zentrum zu machen. Lassen wir Gott Zeit, geben wir ihm unsere Zeit in täglichen Gebeten, um damit offen zu werden für ihn und für den Nächsten. Die selige Jungfrau Maria begleite uns auf diesem Weg. Danke für eure Aufmerksamkeit.<<


Videos mit deutscher Übersetzung hier, hier und hier. 
    

Mehr Raum für Gott

Wie fastet ihr?

Ab heute ist wieder soweit: 40 Tage lang bereiten wir uns auf Ostern vor, wir begleiten Jesus quasi im Schnelldurchlauf durch die ganzen drei Jahre seines irdischen Wirkens bis hin zu seinem ultimativen Liebesopfer am Kreuz und seiner Auferstehung. Doch die Fastenpraxis hat sich heute fast gänzlich auf den medizinischen Bereich verlagert. Verzicht auf liebgewonnne Gewohnheiten um einer größerer Freiheit willen werden scheinbar nur noch mit Blick auf die körperliche Gesunheit akzeptiert.Da die Kasteiungen, die einem in mancher dieser Diäten um der Gesundheit willen auferlegt werden, fast strenger sind, als alles, was wir Katholiken uns ausdenken könnten, stellt sich mir jedes Jahr die Frage, wie faste ich?

Der Verzicht auf Fleisch und Alkohol fällt mir nicht besonders schwer und bei der finanziellen Gabe ist die schwerste Frage die nach dem Empfänger. Internet und Facebook werde ich aus beruflichen Gründen weiter benutzen müssen, allerdings werde ich Shitstorms und Kirchen-bashing in diesen Wochen konsequent meiden, um meiner eigenen Psycho-Hygiene und der Sünden der Zunge willen, die man da oft allzu leicht begeht.

So, und jetzt steht die Frage im Raum: Wie fastet ihr?? Ich freu mich auf eure Kommentare! :-)


HT: Michaela Voss vom jahrdesglaubens-Blog

Dienstag, 12. Februar 2013

Gebetsnovene für Benedetto und seinen Nachfolger

Auch wenn wir noch einige Wochen unseren guten Papa Benedetto haben und das Konklave auch noch nicht morgen ist, kann Gebet ja nie schaden. Das Hilfwerk Kirche in Not hat dafür eine Gebetsnovene mit Texten von Papst Benedikt XVI wieder ausgegraben und lädt ab Aschermittwoch (also morgen!) dazu ein. Das ist doch sehr schöne Idee! Wer mitbeten will, kann die Novene bei Kirche in Not bestellen oder auf deren Website herunterladen.

OREMUS!

Merci, Benedetto!!

Gesehen bei facebook.

Montag, 11. Februar 2013

Lied zum Abend

'Sag beim Abschied leise Servus' von Hermann Prey



[Disclaimer: Die sehr weltlichen Strophen sind dem Anlass natürlich in keinster Weise angemessen, auch nicht beabsichtigt und allerhöchstens mit einem ironischen Zwinkern zu verstehen. Alle Lesern ohne Ironiemodus, bitte ich wegzuhören bis zum Refrain]

Sag beim Abschied leise Servus

Wie der sel. Johannes Paul II immer der Papst meiner Kindheit sein wird, so wird mir das Pontifikat von Benedikt XVI (der Große) immer als die Zeit meiner bewussten 'erwachsenen' Hinwendung zu dem Gott mit einem menschlichen Antlitz, nämlich zu Jesus Christus und seiner Kirche, im Gedächtnis bleiben. Von den vielen Stimmen aus Presse und Blogoezese möchte ich besonders auf Peter Winnemöller und Alexander Kissler verweisen und ansonsten ihn selbst zu Wort kommen:
>>Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewißheit gelangt, daß meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben. Ich bin mir sehr bewußt, daß dieser Dienst wegen seines geistlichen Wesens nicht nur durch Taten und Worte ausgeübt werden darf, sondern nicht weniger durch Leiden und durch Gebet. Aber die Welt, die sich so schnell verändert, wird heute durch Fragen, die für das Leben des Glaubens von großer Bedeutung sind, hin- und hergeworfen. Um trotzdem das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden, ist sowohl die Kraft des Köpers als auch die Kraft des Geistes notwendig, eine Kraft, die in den vergangenen Monaten in mir derart abgenommen hat, daß ich mein Unvermögen erkennen muß, den mir anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen.
Im Bewußtsein des Ernstes dieses Aktes erkläre ich daher mit voller Freiheit, auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri, das mir durch die Hand der Kardinäle am 19. April 2005 anvertraut wurde, zu verzichten, so daß ab dem 28. Februar 2013, um 20.00 Uhr, der Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein wird und von denen, in deren Zuständigkeit es fällt, das Konklave zur Wahl des neuen Papstes zusammengerufen werden muß.<<
Papst Benedikt XVI. wird sich in ein altes Karmelkloster innerhalb des Vatikan zurückziehen und ein Leben des Gebetes führen. Ein solcher Lebensabend passt zu diesem 'bescheidenen Arbeiter im Weinberg des Herrn', der mit jedem Gedanken, mit jedem Gebet bewiesen hat, dass es nicht die großen Gesten braucht, um etwas zu verändern, sondern dass die Verwandlung 'von innen' her geschieht, wenn ein Mensch sich von Jesus Christus und seiner erbarmenden Liebe ergreifen lässt.

DANKE, Papst Benedikt XVI!!! Möge der Herr Dir tausendfach vergelten, was du für Seinen Sohn und für uns alle getan hast!

Sonntag, 10. Februar 2013

Die Narrheit des Wahren

Die Narrheit des Wahren heiteren Herzens ohne Abstriche zu wagen, 
scheint mir die Aufgabe für heute und morgen.

(Benedikt XVI)

Donnerstag, 7. Februar 2013

pieps, pieps

Da rappelte es gestern Abend noch ziemlich auf meinem Twitter-Konto. Den Anfang machte ein Artikel des königlichen Bären über scheinbar unterschiedliche Wahrnehmungen des 'Katholischseins' auch innerhalb der sog. Blogoezese. Als Beispiel nannte er einen Artikel von H.H. Pfr. Leinhäuser, auch als vaticarsten bekannt, über die mehr oder weniger großen Kommunikations-Fails  mit Bezug auf die katholische Kirche der letzten Wochen. Man kann darüber denken wie man will. Tatsächlich hätte manchem Verantwortlichen ein Schnellkurs in Kommunikation und Umgang mit den neuen Medien sicher nicht geschadet. Doch das Ganze dann in der Weise umzubiegen, dass solche Shitstorms heutzutage nun mal dazu gehörten und positiv genutzt werden müssen und die katholischen Brüdern und Schwestern sich nur in ihrer Opferrolle den 'bösen Medien' gegenüber suhlen würden, finde selbst ich... nun, sagen wir, bedenklich. Es ist meiner Meinung nach inzwischen ziemlich offensichtlich, dass der "Vorschuss an Sympathie, ohne den es kein echtes Verstehen gibt", oder die Bereitschaft, einfach nur mal fünf Minuten zuzuhören, für die katholische Kirche auf breiter Front nicht einmal mehr in Erwägung gezogen wird.

Nachdem ich dann gestern als Barometer fungiert hatte und einfach nur feststellte, dass es etwas rund geht, war ich nolensvolens mitten drin in der Diskussion.






Am Ende haben sich die Herren gütlich geeinigt und eine Fortsetzung in Blog-Form, also etwas ausführlicher, angekündigt. Na also. ;-)

Eine wunderbare Schöpfung und ihr Schöpfer

Aus der Generalaudienz von Papst Benedikt XVI vom 06.02.2013, nachzuhören auch im 'Papst-Podcast' bei Radio Horeb.
>>In der Reihe der Katechesen über das Glaubensbekenntnis im Jahr des Glaubens möchte ich heute über Gott als den »Schöpfer des Himmels und der Erde« sprechen. Der Hebräerbrief sagt: »Aufgrund des Glaubens erkennen wir, daß die Welt durch Gottes Wort erschaffen worden ist…« (11,3). Der glaubende Mensch kann sozusagen in der Natur die Handschrift Gottes lesen, aber er braucht doch die Offenbarung, das Wort Gottes, um die Eigenart des Schöpfers und Vaters recht zu verstehen. Der Schöpfungsbericht, mit dem das Buch Genesis, die Heilige Schrift überhaupt, beginnt, sagt uns: Alles, was Gott schafft, ist durchtränkt von seiner Weisheit und Güte und ist gut. Frage: Kann man heute angesichts der Naturwissenschaft eigentlich noch von Schöpfung reden? Natürlich ist die Bibel kein Lehrbuch der Naturwissenschaft. Das ist nicht ihr Sinn. Sie geht in eine tiefere Dimension. Sie fragt uns nach dem, worauf Welt, Sein, unsere Existenz beruht, was eigentlich die Wahrheit und Wirklichkeit unseres Lebens ist, und sagt uns, daß die Wirklichkeit nicht durch Zufall und Notwendigkeit zustande kam, nicht durch das Irrationale und Unfreie, sondern durch eine Vernunft und Freiheit, daß nicht das Irrationale, das Unfreie, das Unvernünftige der Ursprung und der letzte Grund aller Dinge ist, sondern eine Freiheit, die gut ist, eine Freiheit, die Erkenntnis und Vernunft ist und die Liebe ist. Das ist die eigentliche Aussage, die uns die Schöpfungsberichte machen und die damit überhaupt die Dimension eröffnen, in der wir denken und handeln können. Die Welt hat eine Ordnung, die aus dem Geist des Schöpfers hervorgeht. Und es gibt ein Geschöpf, das diesen Geist abbildlich empfangen hat: der Mensch. Der Mensch ist nicht allein. Er kann nur mit anderen, in Beziehung leben. Ich bin nur in Beziehung und nur vom anderen her und durch den anderen, ohne ihn gäbe es mich nicht. Diese Bezogenheit auf den anderen ist keine Einschränkung, keine Abhängigkeit, wenn sie aus Liebe geschieht. Liebe ist eine schöpferische Macht, die den anderen nicht verengt, sondern bereichert und sein Leben mit Sinn erfüllt. Nun sagt uns die Schrift: Die ganze Schöpfung Gottes ist gut. Wir fragen uns: Woher kommt dann all das Ungute, das wir in ihr erleben? Dazu sagt uns die Schrift: Gott hat den Mut gehabt, das Wagnis, Freiheit zu schaffen, und er respektiert sie. Der Mensch ist der Versuchung verfallen, Gott nicht mehr als Garanten seiner Freiheit anzusehen, sondern als Einschränkung seiner Freiheit, ihn wegzustoßen, um selber nur noch ganz er selbst zu sein. Und so hat er die Grundbeziehung, auf der all unser Sein beruht, gestört. Und da wir Beziehung sind, ist Störung der Beziehung Störung des Seins, und das Dunkel des Bösen tritt in die gute Welt herein, die doch nicht aufhört, gut zu bleiben. Mit der Erbsünde ist eben dieses gemeint, daß die ganze Menschheit sich von Anfang an in dieser Beziehungsstörung bewegt, die wir nicht selbst aufheben können. Gott mußte hereinkommen, die Beziehung wieder herstellen und hat es in Christus getan. Und so ist die Beziehung zu ihm die Erneuerung unseres Seins und die Verwirklichung unserer Berufung. So verweist Schöpfung auf Erlösung, das schöpferische Wort Gottes auf die schöpferische Liebe Jesu Christi und ruft uns, dazu ja zu sagen.<<

Dienstag, 5. Februar 2013

Die Welt wäre besser ohne mich

Das ist KEIN Mitleidspost!!! Ich hab jetzt nur die Faxen dicke!!

Eigentlich wollte ich zu dem leidigen Fall der Kölner Klinik und der anschließenden Debatte um die 'Pille danach' und die (wie könnte es anders sein) katholische Morrallehre nichts mehr sagen. Wir haben genug andere Themen und das wichtigste davon ist die Tatsache, dass Gott selbst, der allmächtige Schöpfer Himmels und der Erde uns, seine kleinen Menschengeschöpfe, genug liebt, um seinen eingeborenen Sohn hinzugeben, damit wir nicht in Ewigkeit verloren sind. Dass allein wäre schon Grund genug für ein in ehrfürchtigem Staunen geführtes Leben, aber scheinbar muss man die Wahrheit mit allerlei vordergründigem Schmutz verdecken, weil man sein Leben ja sonst eventuell ändern müsste. Und eine solche Änderung muss unter allen Umständen verhindert werden, denn wo ausschließlich die eigenen Befindlichkeiten als Maßstab aller Dinge gelten, kann es natürlich keine persönlichen Fehler geben.

Blogger-Kollege Cicero stellt die berechtigte Frage, was denn bei diesem Dauerbeschuss der katholischen Kirche nach der 'Pille danach' und der Abtreibungsfrage als nächstes kommt? Da ich leider nicht mit der Gabe der Prophetie gesegnet bin und diese Sau gerade bis zur Ermüdung durch's mediale Dorf getrieben wird, erlaube ich mir nur einen kleinen Einwand aus Sicht eines möglicherweise betroffenen Kindes:
Obwohl ich die genauen Umstände meiner Zeugung nicht kenne, könnte es durchaus eine Vergewaltigung, oder etwas ähnliches sein, was es meiner biologischen Mutter unmöglich machte, mich zu behalten. Sie setzte mich aus. Ich wurde adoptiert, habe die beste Familie der Welt und bin froh darum, nicht vor- oder nachgeburtlich getötet worden zu sein, weil es für die Frau ja unzumutbar gewesen war 'dieses Kind zu bekommen'. Ich möchte kein Mitleid, doch muss ich Rebecca Kiessling recht geben, dass es für betroffene Kinder nicht sehr nett ist, wenn man ihnen ins Gesicht sagt, dass sie besser hätten getötet werden sollen, was man mit dieser Diskussion tut.
Um auf die Überschrift zurückzukommen: dieser Eindruck kann schon entstehen (und ist vielleicht sogar gewollt), wenn man sich nicht nur die Debatte um den Schutz des menschlichen Lebens, sondern auch die zunehmend aggressive Haltung gegenüber Christen ansieht, die heute in Deutschland noch verbal formuliert wird, andernorts jedoch schon seit langem auch physische Gewalt beinhaltet. Josef Bordat hat dies in einem Artikel, den ich hiermit ausdrücklich empfehle, so zusammegefasst: "Wenn ihr euch nicht schlachten lasst, dann wollt ihr wohl Zensur."

Youcat.tv im Februar 2013


Im Monat von Fasching/Fasnacht/Karneval und Aschermittwoch bzw. Fastenzeit beschäftigt sich das Youcat.tv-Magazin mit 'Feschtles', Aktionen, der großen Weltkirche und der Berufung der Laien:
  • Studenten feiern den hl. Thomas von Aquin
  • 72-Stunden-Aktion des BDKJ
  • Zu Besuch bei Radio Vatikan in Rom
  • Youcat-Frage des Monats:Was ist die Berufung der Laien? (YC 139)

Montag, 4. Februar 2013

Das Klima wird rauher

Il capitano fragt sich in einem Kommentar bei Mme Elsa, ob es auch so etwas wie 'Christophobie' gibt. Nun möchte ich hier nicht noch einmal das Fass der irrationalen, bzw. therapierbaren Ängste aufmachen, aber um festzustellen, dass die Einschläge näher kommen, dafür braucht man gar nicht mal die internationale Übersicht, die S.Exz. Erzbischof Gerhard Ludwig Müller von der Glaubenskongregation zweifellos hat. Dass kann man leider inzwischen auch aus als 'ganz normaler Katholik' feststellen, wenn man sich für jeden Kirchgang vor seinen Nachbarn rechtfertigen muss und z.B. in Kommentaren zu online Zeitungsartikeln Christen die Existenzberechtigung in diesem demokratischen Land abgesprochen wird und sie damit indirekt 'zum Abschuss freigegeben werden'. Wenn dann noch die Tatsache der Christenverfolgung, unter der gegenwärtig rund 100 Mio. Menschen weltweit leiden, zynisch heruntergespielt oder ganz geleugnet wird, dann zeugt das schon von einem gedanklichen Klima, dass für Angehörige des so angefeindeten Glaubens durchaus ungemütlich werden kann.

Der dieser Tage durch die Medien geisternde Begriff der 'Pogromstimmung', deren Heraufdämmern von Erzbischof Müller gewittert worden war, >>beschränkt sich laut Wikipedia weder allein auf Juden noch auf ethnische Gruppen. Das Beispiel ('Hexenpogrom') verdeutlicht, dass die als Pogrom bezeichnete Ausschreitung sich nicht gegen eine klar definierbare Gruppe richten muss. Es reicht vielmehr aus, wenn Einzelpersonen einer realen bzw. vermeintlichen gesellschaftlichen Gruppe zugeschrieben werden.<<
Scheinbar gehört es aber nicht zur Stellenbeschreibung einer Bundesjustizministerin, sich über die Definition eines Begriffes zu informieren, bevor man reflexartig gegen die Kirche Gift und Galle spuckt.

Und eigentlich hat Erzbischof Müller in diesem vielgescholtenen Artikel im Großen und Ganzen nur zwei wesentliche Aussagen gemacht:
1) dass wir in Deutschland uns oft  in Unwesentlichkeiten verzetteln und dabei am Kern der Sache, also am Herrn Jesus Christus höchstpersönlich und selbst, vorbeireden.
2) dass es eine sachliche Debattenkultur kaum noch gibt und das Klima gegenüber der Religion im Allgemeinen und dem Christentum im Besonderen etwas rauher wird.

[Update!] Wenn sogar der Leiter des amerikanisch-jüdischen Komitees für interreligiöse Angelegenheiten, Rabbi David Rosen aus Jerusalem, die Äußerungen von Erzbischof Müller wahrheitsgemäß lesen kann und dennoch (oder gerade deswegen) zu dem Schluss kommt, dass diese Äußerungen in 'böswilliger Absicht' interpretiert, um nicht zu sagen 'verdreht' wurden, dann können doch auch wir mindestens drei Gänge herunterschalten in der Diskussion, oder? Wörtlich sagte Rabbi Rosen: "Kein Vergleich mit der Shoah ist je angemessen. Ebenso klar ist für jeden vernünftigen Menschen, der die Worte Erzbischofs Müllers nachliest, aber auch, dass ein solcher Vergleich keineswegs in seiner Absicht war".

Einfach mal die Klappe halten

"Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit zu jedem Thema etwas sagen zu müssen!" 

(Hl. Teresa von Ávila)

Deswegen kommen hier auch des öfteren andere Leute als yours truly zu Wort ;-)

Leben mit Jesus... und dem sel. Charles de Foucauld

Einer der Heiligen, die beim 'Jahresheiligen-Ziehen' von Kirche in Not herauskamen und der mich daher durch dieses Jahr 2013 begleiten wird, ist der sel. Charles de Foucauld (1858 - 1916), Soldat und Lebemann, später Eremit in der Sahara. Von ihm kommt die heutige Betrachtung zum Tagesevangelium (Mk 5, 1-20):

>>Wenn wir Jesus nachfolgen wollen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn er es uns nicht sogleich erlaubt; selbst dann nicht, wenn er es uns niemals erlaubt... Tatsächlich reicht sein Blick weiter als unser Blick: er will nicht allein unser Wohl, sondern das Wohl aller...
 
An seinem Leben teilzunehmen, zusammen mit den Aposteln und so wie sie, ist sicherlich ein Gut und eine Gnade, und wir müssen unentwegt uns bemühen, dieser Nachfolge mehr und mehr gerecht zu werden. Doch das ist eine nurmehr äußerliche Gnade; Gott kann uns, indem er uns innerlich mit Gnaden überhäuft, viel heiliger machen ohne diese vollkommene Nachahmung... als mit ihr. Er kann uns, wenn er in uns den Glauben, die Hoffnung und die Liebe vermehrt, viel vollkommener in der Welt oder in einem Orden mit leichten Regeln machen, als wenn wir in der Wüste oder in einem strengen Orden lebten... Wenn Gott uns nicht erlaubt, ihm zu folgen, dürfen wir uns nicht darüber wundern, uns erschrecken oder traurig werden, sondern müssen uns sagen, dass er uns behandelt wie den Besessenen von Gerasa und dass er dafür überaus weise und verborgene Gründe haben wird. Was es braucht, ist ihm zu gehorchen und uns seinem Willen zu übergeben. Und vielleicht... hat Jesus einige Monate oder Jahre später dem Besessenen von Gerasa erlaubt, sich den Apostel anzuschließen.
 
Versuchen wir doch, Schritt für Schritt in größtmöglicher Sorgfalt ihm nachzufolgen – und leben wir so vollkommen wie möglich in der Lebenssituation, in die Jesus uns gestellt hat und in der er uns haben möchte. Leben wir es, als wenn er selbst es leben würde, wenn der Wille seines Vaters ihn da hineinstellen würde, handeln wir in allem so, als würde er handeln, als würde sein Vater ihn dorthin stellen... Die wirkliche Vollkommenheit besteht darin, den Willen Gottes zu erfüllen.<<

Sonntag, 3. Februar 2013

Wieviel Wahrheit braucht der Mensch?

Ein Gastbeitrag von Christoph Kraus.


>>Kaum eine Frage hat die Menschen in den vergangenen Jahrhunderten so sehr beschäftigt wie die nach der Wahrheit. Lassen wir doch einmal das Wort ausklingen: Wahrheit ... Schon der Begriff an sich – er riecht nach zermürbenden Stuhlkreisdebatten, nach kleingedrucktem Feuilleton-Gefasel auf den hinteren Zeitungsseiten sowie nach Richard David Precht und seinen Kumpels von der Philosophie-AG. Doch wieviel Wahrheit braucht der Mensch, wieviel verträgt er, kann er sich ihrer überhaupt sicher sein und worin findet er letztlich die endgültige Gewissheit?

Schon die alten Naturvölker waren fest davon überzeugt, dass sie ihr Dasein – und darin eingeschlossen all ihr Denken, Tun, ihre Freude, ihre Trauer, eben einfach ALLES – einer höheren Macht verdanken. Sogar Sir Isaac Newton, der große Gelehrte, war sich derer sicher. Und er nannte diese höhere Macht Gott. Von Newton ist folgendes Zitat überliefert: 
„Ohne allen Zweifel konnte diese Welt, so wie wir sie erfahren, mit all ihrer Vielfalt an Formen und Bewegungen, nur und aus nichts anderem entstehen als aus dem absoluten und freien Willen Gottes, der über alles herrscht und regiert.“
Doch seien wir ehrlich: Aus solchen schlauen Abreißkalendersprüchen lässt sich immer noch nicht ableiten, wie wir das einzig Wahre in unserem faulen und strebsamen, fröhlichen und traurigen, schönen und hässlichen Alltag erkennen können. Ist ein amokgelaufener Depressiver, der in einem Anflug von Wahnsinn Dutzende Menschen auf dem Gewissen hat, aber letztlich doch nur ein armes Opfer seiner eigenen Krankheit ist, der Wahrheit näher auf der Spur als jemand, der jeden Sonntag fromm das Halleluja schmettert, werktags aber ein kollegiales Schwein ist? Gut möglich. Oder auch nicht. „Niemand kann die Wahrheit haben, die Wahrheit hat uns.“, sprach unser Heiliger Vater anlässlich des alljährlichen Treffens des Ratzinger-Schülerkreises vor seinen Mitgliedern und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Wie sehr wir der Wahrheit ausgeliefert sind (und nicht umgekehrt), führt er weiter aus:
„[Die Wahrheit] ist etwas Lebendiges! Wir sind nicht ihre Besitzer, sondern wir sind von ihr ergriffen; nur wenn wir uns von ihr führen und treiben lassen, bleiben wir in ihr; nur wenn wir mit ihr und in ihr Pilger der Wahrheit sind, dann ist sie in uns und durch uns da. Ich glaube, das müssen wir wieder neu erlernen, dieses Nicht-Haben der Wahrheit. So wie kein Mensch sagen kann: ‚Ich habe Kinder’ – sie sind keine Habe, sie sind ein Geschenk, und sie sind uns als Gabe Gottes aufgetragen –, so können wir nicht sagen: ‚Ich habe die Wahrheit’. Aber die Wahrheit ist zu uns gekommen und drängt uns. Wir müssen lernen, uns von ihr treiben zu lassen, uns von ihr führen zu lassen. Dann wird sie auch wieder leuchten: wenn sie uns selber führt und durchdringt.“
Doch es wäre regelrecht dumm, angesichts dieses fast schon beunruhigend ehrlichen Schulterzuckens fröhlich die Fahne des Relativimus zu hissen und zu behaupten: "Jeder sagt etwas anderes. So haben alle ein bisschen recht. Zünden wir doch ein Lichtlein an und treffen uns in der Mitte." Solche Schlussfolgerungen sind Murks!

Ebenso naiv ist es, die Wahrheit durch demokratische Mehrheitsfindung zu suchen: "Wenn sich soundsoviele Menschen für die Ausdehnung des Ehebegriffs, für mehr Gleichberechtigung und weniger Apostelkirche, für die Frauenordination oder für ein freies Recht auf die „Pille danach“ einsetzen, muss das schon irgendwie richtig sein." Was für ein Irrsinn! Mit solchen billigen Parolen kann man höchstens Wahlen gewinnen, Präses der EKD oder Bundesvorsitzender eines pseudo-katholischen Jugendverbands im geistlichen Dauerkoma werden – aber der eingangs erwähnten Frage nach der Wahrheitsfindung dient dies letztlich nicht. Doch leider Gottes gilt es gemeinhin als nicht besonders cool, sich solchen Wortführern zu widersetzen, die oftmals daherkommen wie die Propheten in Schafskleidern, sich aber letztlich als reißende Wölfe entpuppen. Das lehrte schon der ehrwürdige Evangelist Matthäus (Mt 7, 15). Und der muss es als Jünger des Herrn himself wissen.

Eben auch das ist fest begründeter Teil der Wahrheit: dass sich Gott in der Gemeinschaft der Kirche geoffenbart hat und heute noch durch die Heilige Schrift und die überlieferte Tradition der Kirche in der Liturgie zu uns Menschen spricht. Ferner kann es nur eine Wahrheit geben, ebenso wie uns nur ein Heiland geschenkt wurde, dessen einmaliges Erlösungsopfer die eine Kirche bei jeder heiligen Eucharistiefeier preist.

Da hat sie uns wieder: die eine Wahrheit.<<


Vielen Dank, lieber Christoph, für deine offenen Worte. Bin sehr gespannt, was dich sonst noch so bewegt und du mit uns teilen möchtest. Vielleicht kommt ja auch noch eine Fortsetzung zu diesem Beitrag, warum die eine Wahrheit in Jesus Christus und Seiner Kirche zu finden ist?

Im Herzen bewahren

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