Freitag, 28. Juli 2017

Botschaft zum XXXII Weltjugendtag (Panama 2019) - Teil 4

Schöpferische Treue, um neue Zeiten aufzubauen

Es ist wahr, dass ihr noch nicht viele Jahre „auf dem Buckel“ habt und es euch daher schwer fallen mag, der Tradition den gebührenden Wert beizumessen. Haltet euch wohl vor Augen, dass dies nicht heißt, Traditionalist zu sein. Nein! Wenn Maria im Evangelium sagt, »der Mächtige hat Großes an mir getan« (Lk 1,49), meint sie damit, dass jenes „Große“ noch nicht zu Ende ist, dass es sich vielmehr weiterhin in der Gegenwart verwirklicht. Es handelt sich nicht um eine ferne Vergangenheit. Die Vergangenheit im Gedächtnis behalten zu können heißt nicht, nostalgisch zu sein oder an einer bestimmten Zeit der Geschichte zu hängen, sondern seine eigenen Ursprünge erkennen zu können, um immer zum Wesentlichen zurückzukehren und sich mit schöpferischer Treue in den Aufbau neuer Zeiten hineinzustürzen. Es wäre ärgerlich und würde niemandem helfen, wenn wir eine lähmende Erinnerung beibehielten, die immer dieselben Dinge auf die gleiche Weise tun lässt. Ein Geschenk des Himmels ist es dagegen zu sehen, dass viele von euch mit ihrem Nachforschen, ihren Träumen und Fragen gegen die Vorstellung angehen, dass die Dinge nicht auch anders sein können.

Eine Gesellschaft, die nur die Gegenwart gelten lässt, neigt auch dazu, all das gering zu schätzen, was man aus der Vergangenheit ererbt, wie zum Beispiel die Einrichtung der Ehe, des geweihten Lebens und des Priesterberufs. Diese werden dann schließlich als bedeutungslos angesehen, als Auslaufmodelle. Man meint besser in sogenannten „offenen“ Situationen zu leben und sich im Leben wie in einer Reality-Show zu verhalten, ohne Ziel und Zweck. Lasst euch nicht täuschen! Gott ist gekommen, um die Horizonte unseres Lebens in jeder Hinsicht zu erweitern. Er hilft uns, der Vergangenheit den gebührenden Wert zu geben, um eine glückliche Zukunft besser gestalten zu können: Das ist aber nur möglich, wenn man die Liebe authentisch lebt – in Erfahrungen, die sich darin verwirklichen, dass wir den Ruf des Herrn wahrnehmen und ihm folgen. Und das ist das Einzige, was uns wirklich glücklich macht.

Liebe junge Freunde, ich empfehle euren Weg nach Panama wie auch den Vorbereitungsprozess der nächsten Bischofssynode der mütterlichen Fürsprache der seligen Jungfrau Maria an. Ich lade euch ein, zweier wichtiger Ereignisse im Jahr 2017 zu gedenken: dreihundert Jahre der Wiederauffindung des Gnadenbildes Unserer Lieben Frau von Aparecida in Brasilien und die Hundertjahrfeier der Erscheinungen von Fatima in Portugal, wo ich mich, so Gott will, im nächsten Mai als Pilger hinbegebe. Der heilige Martin von Porres, einer der Schutzpatrone Lateinamerikas und des Weltjugendtags 2019, hatte in seinem bescheidenen täglichen Dienst die Angewohnheit, Maria als Zeichen seiner Sohnesliebe die schönsten Blumen zu schenken. Pflegt auch ihr wie er eine vertraute, freundschaftliche Beziehung mit der Muttergottes. Vertraut ihr eure Freude, eure Fragen und Sorgen an. Ich versichere euch, ihr werdet es nicht bereuen!

Die junge Frau von Nazaret, die auf der ganzen Welt tausend Gesichter und Namen angenommen hat, um ihren Söhnen und Töchtern nahe zu sein, möge für jeden von uns Fürbitte halten und uns helfen, die großen Werke zu besingen, die der Herr in uns und durch uns vollbringt.

Aus dem Vatikan, am 27. Februar 2017,
Gedenktag des hl. Gabriel von der schmerzhaften Jungfrau


Donnerstag, 27. Juli 2017

Botschaft zum XXXII Weltjugendtag (Panama 2019) - Teil 3

In Verbindung bleiben mit Blick auf das Beispiel Marias

Man sagt von Maria, dass sie alle Worte bewahrte und in ihrem Herzen erwog (vgl. Lk 2,19.51). Dieses einfache Mädchen aus Nazaret lehrt uns beispielhaft, die Erinnerung an die verschiedenen Begebenheiten des Lebens zu bewahren, diese aber auch zusammenzufügen und aus den Teilstücken ein einheitliches Ganzes zu bilden wie bei einem Mosaik. Wie können wir uns in diesem Sinne konkret einüben? Ich mache euch dazu einige Vorschläge. Am Ende eines jeden Tages können wir für einige Minuten innehalten, um uns an die schönen Augenblicke, an die Herausforderungen und an alles, was gut und was schlecht gelaufen ist, zu erinnern. So können wir vor Gott und uns selbst die Gefühle der Dankbarkeit, der Reue und des Vertrauens zum Ausdruck bringen. Wenn ihr wollt, könnt ihr das auch in einem Heft aufschreiben, in einer Art geistlichem Tagebuch. Das bedeutet, im Leben, mit dem Leben und über das Leben zu beten, und sicher wird es euch helfen, die großen Dinge besser zu verstehen, die der Herr für jeden von euch tut. Wie der heilige Augustinus sagte, können wir Gott in den weiten Gefilden unseres Gedächtnisses finden (vgl. Bekenntnisse, Buch X,8,12).

Wenn wir das Magnificat lesen, wird uns bewusst, wie sehr Maria das Wort Gottes kannte. Jeder Vers dieses Liedes hat eine Parallelstelle im Alten Testament. Die junge Mutter Jesu kannte die Gebete ihres Volkes gut. Sicherlich haben ihre Eltern und Großeltern sie ihr beigebracht. Wie wichtig ist doch die Glaubensweitergabe von einer Generation an die andere! Es liegt ein verborgener Schatz in den Gebeten, die uns unsere Ahnen lehren, in der gelebten Spiritualität innerhalb der Kultur der einfachen Leute, die wir Volksfrömmigkeit nennen. Maria sammelt das Glaubenserbe ihres Volkes und setzt es zu ihrem ganz eigenen Lied zusammen, das aber zugleich Lied der gesamten Kirche ist. Und die ganze Kirche singt es mit ihr. Damit auch ihr jungen Menschen ein Magnificat singen könnt, das ganz von euch kommt, und euer Leben zu einem Geschenk für die gesamte Menschheit machen könnt, ist es wesentlich, dass ihr an die geschichtliche Tradition und das Beten derer anknüpft, die vor euch gelebt haben. Deshalb ist es auch wichtig, die Bibel – das Wort Gottes – gut zu kennen, sie jeden Tag zu lesen und mit eurem Leben in Beziehung zu setzen, das heißt die Tagesereignisse im Lichte all dessen zu lesen, was der Herr euch in der Heiligen Schrift sagt. Während des Gebets und bei der betenden Lektüre der Bibel (der so genannten Lectio divina) erwärmt Jesus eure Herzen und schenkt euren Schritten Licht, auch in den dunkelsten Augenblicken eures Lebens (vgl. Lk 24,13-35).
Maria bringt uns auch bei, in einer eucharistischen Haltung zu leben, das heißt Dank zu sagen, das Lob Gottes zu pflegen und sich nicht nur auf Probleme und Schwierigkeiten zu versteifen. Die Bitten von heute werden in der Dynamik des Lebens morgen zum Grund des Dankes. So sind auch eure Teilnahme an der heiligen Messe und die Momente der Feier des Sakraments der Versöhnung zugleich Gipfel und Ausgangspunkt: Euer Leben wird jeden Tag in der Vergebung erneuert und zu einem immerwährenden Lob des Allmächtigen: »Vertraut dem Gedenken Gottes: […] sein Gedächtnis ist ein Herz, das weich ist vor Mitgefühl, das Freude daran hat, jede Spur des Bösen in uns auszulöschen« (Predigt bei der heiligen Messe zum Weltjugendtag, Krakau, 31. Juli 2016).

Wir haben gesehen, dass das Magnificat aus dem Herzen Marias in dem Augenblick hervorkommt, als sie ihrer alten Cousine Elisabet begegnet. Mit ihrem Glauben, ihrem scharfen Blick und ihren Worten hilft sie der Jungfrau Maria, die Größe des göttlichen Handelns in ihr und der ihr anvertrauten Sendung besser zu begreifen. Und ihr, seid ihr euch der außergewöhnlichen Quelle des Reichtums bewusst, welche die Begegnung zwischen jungen und alten Menschen darstellt? Wieviel Bedeutung messt ihr den Alten, euren Großeltern bei? Richtigerweise strebt ihr danach, flügge zu werden, und tragt große Träume im Herzen. Doch ihr bedürft auch der Weisheit und der Weitsicht der älteren Menschen. Während ihr die Flügel im Wind ausbreitet, ist es wichtig, dass ihr eure Wurzeln entdeckt und das Staffelholz von den Menschen übernehmt, die vor euch da waren. Um eine sinnvolle Zukunft aufzubauen, muss man die Ereignisse der Vergangenheit kennen und ihnen gegenüber Stellung beziehen (vgl. Nachsynodales Apostolisches Schreiben Amoris laetitia, 191.193). Ihr jungen Menschen habt die Kraft, die alten Menschen haben das Gedächtnis und die Weisheit. So wie Maria gegenüber Elisabet, so richtet auch ihr euren Blick auf die älteren Menschen, auf eure Großeltern. Sie werden euch Dinge erzählen, die euren Verstand begeistern und eure Herzen rühren.

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Mittwoch, 26. Juli 2017

Botschaft zum XXXII Weltjugendtag (Panama 2019) - Teil 2

Der Mächtige hat Großes an mir getan

Die Begegnung zwischen den beiden Frauen – dem jungen Mädchen und der alten Frau – ist von der Gegenwart des Heiligen Geistes erfüllt und voller Freude und Staunen (vgl. Lk 1,40-45). Wie die Kinder in ihren Leibern tanzen die beiden Mütter gleichsam vor Glück. Vom Glauben Marias berührt ruft Elisabet aus: »Selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ« (V. 45). Ja, eine der großen Gaben, welche die Jungfrau Maria erhalten hat, ist der Glaube. An Gott zu glauben ist ein unschätzbares Geschenk, es muss aber auch angenommen werden; und Elisabet preist Maria dafür. Sie antwortet ihrerseits mit dem Lobgesang des Magnificat (vgl. Lk 1,46-55), in dem wir das Wort finden: »Der Mächtige hat Großes an mir getan« (V. 49). Dieses Gebet Marias ist ein revolutionäres Gebet, das Lied eines Mädchens voll Glauben, das sich seiner Grenzen bewusst ist, aber der Barmherzigkeit Gottes vertraut. Diese mutige junge Frau dankt Gott, weil er auf ihre Niedrigkeit geschaut hat, sie dankt für sein Heilswerk, das er an seinem Volk, an den Armen und Niedrigen vollbracht hat. Der Glaube ist die Herzmitte der ganzen Geschichte Marias. Ihr Lied hilft uns, das Erbarmen des Herrn als Antriebskraft der Geschichte zu begreifen, sowohl der persönlichen Geschichte eines jeden von uns als auch der ganzen Menschheit.

Wenn Gott das Herz eines jungen Mannes, eines jungen Mädchens berührt, werden diese zu wirklich großen Taten fähig. Das „Große“, das der Mächtige im Leben Marias getan hat, spricht zu uns auch von unserer Reise durch das Leben, die kein sinnloses Umherziehen ist, sondern eine Pilgerschaft, die trotz aller Ungewissheiten und Leiden in Gott ihre Erfüllung finden kann (vgl. Angelus, 15. August 2015). Ihr werdet mir sagen: „Pater, ich bin doch so eingeschränkt, ich bin ein Sünder, was kann ich tun?“ Wenn der Herr uns ruft, bleibt er nicht bei dem stehen, was wir sind oder getan haben. In dem Augenblick, in dem er uns ruft, schaut er vielmehr auf das, was wir tun könnten, auf all die Liebe, die freizusetzen wir imstande sind. Wie die junge Maria könnt auch ihr es zulassen, dass euer Leben ein Werkzeug wird, um die Welt besser zu machen. Jesus ruft euch, eure Spur im Leben zu hinterlassen, eine Spur, die die Geschichte kennzeichnet – eure Geschichte und die vieler anderer (vgl. Ansprache bei der Gebetsvigil, Krakau, 30. Juli 2016).

Jugendlicher sein bedeutet nicht, keine Verbindung zur Vergangenheit zu haben

Maria ist kaum über das Jugendalter hinaus wie viele von euch. Dennoch stimmt sie im Magnificat das Lob ihres Volkes und seiner Geschichte an. Dies zeigt uns: Jugendlicher sein bedeutet nicht, keine Verbindung zur Vergangenheit zu haben. Unsere persönliche Geschichte fügt sich in eine lange Reihe ein, in einen gemeinschaftlichen Weg, der uns in den Jahrhunderten vorangegangen ist. Wie Maria gehören auch wir einem Volk an. Und die Geschichte der Kirche lehrt uns, dass auch dann, wenn sie stürmische Meere durchquert, die Hand Gottes sie führt und schwierige Momente überwinden lässt. Die echte Erfahrung von Kirche ist nicht wie ein Flashmob, zu dem man sich verabredet, um eine Performance durchzuführen und um dann wieder seines Weges zu ziehen. Die Kirche trägt eine lange Tradition in sich, die von Generation zu Generation weitergegeben wird und dabei durch die Erfahrung jedes einzelnen bereichert wird. Auch eure Geschichte findet ihren Platz innerhalb der Geschichte der Kirche. Die Vergangenheit im Gedächtnis behalten dient auch dazu, das neuartige Eingreifen Gottes, das er in uns und durch uns verwirklichen will, anzunehmen. Und dies hilft uns, uns zu öffnen, um als seine Werkzeuge, als Mitarbeiter seiner Heilspläne ausgewählt zu werden. Auch ihr jungen Menschen könnt Großes vollbringen, wichtige Verantwortung übernehmen, wenn ihr das barmherzige und allmächtige Handeln Gottes in eurem Leben erkennt.

Ich möchte euch einige Fragen stellen: Auf welche Weise „speichert“ ihr eure Erinnerung der Ereignisse, die Erfahrungen eures Lebens „ab“? Was macht ihr mit den Tatsachen und Bildern, die sich in euer Gedächtnis eingeprägt haben? Manche – besonders jene, denen von den Umständen des Lebens Wunden geschlagen wurden – hätten Lust, ein „Reset“ der eigenen Vergangenheit durchzuführen und vom Recht auf das Vergessen Gebrauch zu machen. Ich möchte euch aber daran erinnern, dass es keinen Heiligen ohne Vergangenheit und keinen Sünder ohne Zukunft gibt. Die Perle entsteht aus einer Verletzung der Auster! Mit seiner Liebe kann Jesus unsere Herzen heilen und unsere Wunden in echte Perlen verwandeln. Wie der heilige Paulus sagt, kann der Herr seine Kraft in unserer Schwachheit erweisen (vgl. 2 Kor 12,9). Unsere Erinnerungen dürfen jedoch nicht alle angehäuft sein wie im Speicher auf der Festplatte. Und es ist auch nicht möglich, alles in einer virtuellen „Cloud“ abzulegen. Man muss lernen, dafür zu sorgen, dass die Geschehnisse der Vergangenheit zu einer dynamischen Wirklichkeit werden, über die man nachdenken und aus der man Lehren und Bedeutung für unsere Gegenwart und Zukunft ziehen kann. Es ist eine beschwerliche, aber notwendige Aufgabe, den roten Faden der Liebe Gottes zu entdecken, der unser ganzes Leben durchzieht.

Viele sagen, dass ihr jungen Menschen gedankenlos und oberflächlich seid. Dem stimme ich überhaupt nicht zu! Man muss aber zugeben, dass es in unserer Zeit nötig ist, die Fähigkeit wiederzuerlangen, über das eigene Leben nachzudenken und es auf Zukunft hin zu gestalten. Eine Vergangenheit zu haben ist nicht gleichbedeutend damit, eine Geschichte zu haben. Wir können in unserem Leben viele Erinnerungen haben, doch wie viele davon bilden wirklich unser Gedächtnis? Wie viele haben eine Bedeutung für unsere Herzen und helfen uns, unserem Leben einen Sinn zu verleihen? Die Gesichter der Jugendlichen in den social media tauchen auf vielen Fotos auf, die mehr oder weniger reale Ereignisse erzählen. Wir wissen hingegen nicht, wieviel davon „Geschichte“, sprich Erfahrung ist, die erzählenswert ist als auch Ziel und Sinn in sich birgt. Die TV-Programme sind voll von sogenannten Reality-Shows, aber es sind keine echten Geschichten, sondern nur Augenblicke, die vor einer Fernsehkamera ablaufen, bei denen die Personen planlos in den Tag hinein leben. Lasst euch nicht durch dieses falsche Bild der Wirklichkeit irreleiten! Seid die Hauptdarsteller eurer Geschichte und bestimmt eure Zukunft!

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Dienstag, 25. Juli 2017

Botschaft zum XXXII Weltjugendtag (Panama2019) - Teil 1

Liebe junge Freunde,
nun sind wir nach unserem wunderbaren Treffen in Krakau, wo wir gemeinsam den 31. Weltjugendtag und das Jubiläum der Jugendlichen im Rahmen des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit gefeiert haben, wieder unterwegs. Wir ließen uns vom heiligen Johannes Paul II. und von der heiligen Faustyna Kowalska, den Aposteln der Göttlichen Barmherzigkeit, leiten, um auf die Herausforderungen unserer Zeit eine konkrete Antwort zu geben. Wir machten eine große Erfahrung der Solidarität und der Freude, und wir gaben der Welt ein Zeichen der Hoffnung. Die verschiedenen Fahnen und Sprachen waren nicht Grund zu Streit und Spaltung, sondern boten Gelegenheit, die Pforten der Herzen zu öffnen und Brücken zu bauen.

Am Ende des Weltjugendtags in Krakau gab ich das nächste Ziel unseres Pilgerwegs vor, der uns mit Gottes Hilfe 2019 nach Panama führen wird. Auf diesem Weg wird uns die Jungfrau Maria begleiten, die von allen Geschlechtern seliggepriesen wird (vgl. Lk 1,48). Der neue Abschnitt unserer Reise schließt an den vorhergehenden an, in dessen Mittelpunkt die Seligpreisungen standen, treibt uns aber an weiterzugehen. Es liegt mir nämlich am Herzen, dass ihr unterwegs nicht nur die Vergangenheit im Gedächtnis behaltet, sondern auch Mut in der Gegenwart und Hoffnung für die Zukunft habt. Diese Haltungen sind stets in der jungen Frau von Nazaret lebendig und kommen in den Themen der drei nächsten Weltjugendtage klar zum Ausdruck. Dieses Jahr (2017) werden wir über den Glauben Marias nachdenken, die im Magnificat sagte: »Der Mächtige hat Großes an mir getan« (Lk 1,49). Das Thema des nächsten Jahres (2018) – »Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden« (Lk 1,30) – wird uns über die mutige Liebe, mit der die Jungfrau die Botschaft des Engels aufnahm, meditieren lassen. Der Weltjugendtag 2019 wird sich hingegen auf die hoffnungsvolle Antwort Marias an den Engel beziehen: »Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast« (Lk 1,38).

Im Oktober 2018 wird die Kirche die Bischofssynode über das Thema Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsentscheidung abhalten. Wir werden uns darüber austauschen, wie ihr jungen Menschen die Erfahrung des Glaubens inmitten der Herausforderungen unserer Zeit lebt. Wir werden auch der Frage nachgehen, wie ihr einen Plan für euer Leben reifen lassen und dabei eure Berufungen in weitem Sinn, das heißt die Berufung zur Ehe, die Berufung im weltlichen und beruflichen Bereich oder zum geweihten Leben und zum Priestertum, erkennen könnt. Mein Wunsch ist, dass der Weg zum Weltjugendtag in Panama und der Weg der Synode gut miteinander abgestimmt sind.

Unsere Welt braucht keine „Sofa-Jugendlichen“

Nach dem Lukasevangelium macht Maria sich nach dem Empfang der Botschaft des Engels und ihres Ja, die Mutter des Erlösers zu werden, auf den Weg und eilt ihre Cousine Elisabet zu besuchen, die im sechsten Monat schwanger ist (vgl. 1,36.39). Maria ist sehr jung. Was ihr verkündigt wurde, ist ein riesengroßes Geschenk, doch es bringt auch sehr große Herausforderungen mit sich. Der Herr hat ihr seine Nähe und seine Hilfe zugesagt, aber in ihrem Verstand und ihrem Herzen sind viele Dinge noch unklar. Dennoch schließt sich Maria nicht zu Hause ein, sie lässt sich nicht von der Angst oder vom Stolz lähmen. Maria ist nicht der Typ dafür, der – um es sich gut gehen zu lassen – ein Sofa braucht, auf dem man es sich bequem und gemütlich macht. Sie ist keine Sofa-Jugendliche! (vgl. Ansprache bei der Gebetsvigil, Krakau, 30. Juli 2016). Wenn ihre alte Cousine Unterstützung braucht, dann verliert sie keine Zeit und macht sich sofort auf den Weg.

Die Strecke bis zum Haus der Elisabet ist lang, zirka 150 Kilometer. Aber vom Heiligen Geist angetrieben kennt das Mädchen von Nazaret keine Hindernisse. Die Tage der Reise haben ihr sicher geholfen, über das wunderbare Geschehen, von dem sie betroffen war, nachzudenken. So geschieht es auch mit uns, wenn wir uns auf Pilgerfahrt begeben. Auf dem Weg kommen uns die Ereignisse unseres Lebens in den Sinn, wir können deren Bedeutung reifen lassen und unsere Berufung vertiefen, die sich dann in der Begegnung mit Gott und im Dienst an den anderen zeigt.

>> Teil 2

Die offizielle Hymne zum Weltjugendtag in Panama ist online!

Die Spannung war mit Händen zu greifen, als wir letztes Jahr auf dem Campus Misericordiae darauf warteten, dass Papst Franziskus den Veranstaltungsort des nächsten internationalen Weltjugendtag ankündigen würde. Die Sonne brannte hernieder als wollte sie bereits auf die klimatischen Bedingungen des neuen Ortes einstimmen. Und dann kamen die berühmten Worte: "Auf Wiedersehen in ... Panama!" Vom 22. bis 27. Januar 2019 wird der Weltjugendtag in Panama und damit das erste Mal in Mittelamerika stattfinden, nach Buenos Aires und Denver das dritte Mal auf dem Amerika Kontinent. Durch die räumliche Nähe haben dann auch Jugendliche aus Südostasien und den Pazifikstaaten eine größere Chance zu diesem Jugendtreffen zu kommen. Das Motto lautet „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ und die Hymne, deren Text sich wie üblich daran orientiert, wurde bereits in den ersten 48 Stunden nach Veröffentlichung mehr als 100.000 Mal angeklickt.

Das Lied „Hagase en mi segun tu palabra“ (deutsch: Mir geschehe nach deinem Wort) mit einem Text von Abdiel Jimenez, produziert von Anibal Munoz, Carlos Samaniego und Ricky Ramirez, wurde unter 53 eingesandten Kompositionen ausgewählt.

Montag, 24. Juli 2017

Die Kirche, ein Fels

Du bist wie ein Fels, der gegen die Ewigkeit abstürzt,
      aber das Geschlecht meiner Tage ist wie Sand,
      der ins Nichts fällt!
Es ist wie Staub, der um sich selbst wirbelt.
Es hat sein Blut zum Gesetz des Geistes erhoben
     und seines Volkes Namen zum Gott.
Darum liegst du wie Reif auf den Wäldern seiner Träume
     und wie Schnee auf den hohen Tannen seines Stolzes,
Denn du lässt dich nicht ins Joch der Menschen beugen
     und leihest deine Stimme nicht ihrer Vergängnis.
Du wirfst die Nationen vor dir nieder, dass du sie errettest,
Du heißt sie vor dir aufstehen, damit sie ihr Heil wirken!
Siehe, ihre Grenzen sind wie Mauern aus Schatten
     vor deinem Antlitz,
     und das Brausen ihres Hasses ist wie ein Gelächter,
Ihre Waffen sind wie ein Klirren aus Glas,
     und ihre Siege sind wie Lichter in kleinen Kammern!
Aber dein Sieg reicht vom Morgen bis zum Abend,
    und deine Flügel wachsen über alle Meere,
Dein Arm umfängt Mohren und weiße Leute,
    und dein Odem weht über alle Geschlechter,
Deiner Stunde schlägt keine Stunde,
    und deine Grenzen sind keine Grenzen,
    denn du trägst im Schoße das Erbarmen des Herrn!


(aus: Hymnen an die Kirche, Gertrud von Le Fort)

Donnerstag, 20. Juli 2017

Auch Mutter Teresa konnte es nicht allen recht machen

Am 5. September 2017 wird  in der kosovarischen Hauptstadt Pristina eine neue Kathedrale eingeweiht, wie katholisch.de heute meldet. Patronin des neuen Gotteshauses wird die heilige Mutter Teresa, deren Todestag sich an diesem Tag zum 20. Mal jährt.

"Todesengel", "Heuchlerin"... das sind nur einige Ausdrücke, die rund um die Heiligsprechung von Mutter Teresa  durch das Netz schwappten. Aber das war ja vorherzusehen. Immerhin wurde Agnes Gonxhe Bojaxhiu, so ihr Taufname, bereits zu Lebzeiten weltweit verehrt wegen ihrer aufopfernden Pflege der ärmsten Menschen Indiens. Viele bejubelten sie, sie bekam den Friedensnobelpreis und mehrere Promis liebten es, sich mit ihr zusammen ablichten zu lassen. Sogar mehrere Bischöfe und Päpste vertrauten ihrem Rat. Sie galt als der Engel der Armen, weil sie aus ihrer gesicherten Existenz als lehrende Ordensschwester ausbrach, um die ärmsten und kränkesten Menschen, die von ihrer Umwelt als "unberührbar" ignoriert wurden, zu helfen. Vielen ermöglichte sie, den letzte Wegstrecke auf Erden in menschenwürdiger Umgebung zu tun. Doch warum bin ich dann nicht überrascht, dass die Heiligsprechung Mutter Teresas in den meisten Medien bestenfalls hämisch glossiert wird?

DVD  und CD des Musicals "Come be my Light" (ESM 2011) 
sind erhältlich im Webshop der Gemeinschaft Emmanuel. 

In ihrer Ansprache anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises sprach sich Mutter Teresa in ungewöhnlich scharfen Worten gegen die Abtreibung aus. Als "Krieg gegen das Kind" und "eines der größten Übel der Gegenwart" geißelte die kleine Ordensschwester das, was engagierte Feministinnen immer noch als eine ihrer größten Errungenschaften ansehen. Da ist es doch klar, dass sie selbst eine Frau, die sie für ihren selbstlosen Einsatz an den Ärmsten bewunderten, für diese Haltung wider den Zeitgeist aufs schärfste verurteilen und ihr alles mögliche am Zeug flicken wollen. Respekt vor einer Lebensleistung ist halt nebensächlich,wenn es darum, eine der heiligen Kühe unserer Zeit zu verteidigen. Abtreibung ist eben unverzichtbar, wenn es um die stete sexuelle Verfügbarkeit der Frau geht. Dass eine ständige sexuelle Verfügbarkeit sowohl Männer wie auch Frauen in emotionale Abhängigkeiten treiben kann, sie quasi ihren Trieben unterordnet, das hörten schon die Menschen um Mutter herum nicht gern, galt sie damit doch "Spaßverderberin". Für Mutter Teresa war jedoch das Einstehen für ein würdiges Leben aller Menschen und dies vom ersten bis zum letzten Herzschlag logische Folge ihres christlichen Glaubens, sah sie doch in jedem Menschen Jesu Angesicht. Diese Ansicht muss man nicht teilen, sollte sie jedoch respektieren und nicht Personen mit missliebiger Meinung persönlich beleidigend beschimpfen, wie es auch heute leider oft geschieht.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Fernsehserie "Der junge Papst" - Ein faszinierender Blick auf Papsttum und Kirche

Wenn das Label "Papsting" einmal so richtig passt, dann jetzt, wenn es um eine Besprechung der neuen Fernsehserie "The Young Pope" (dt. Der junge Papst) geht. Eigentlich springe ich ja nicht über jedes Stöckchen begeisterter Kommentare, die einen dazu animieren wollen, etwas Neues unbedingt zu lesen oder zu sehen. Aus diesem Grund kommen meine 2cents auch erst jetzt, nachdem mancherorts der Hype um Sorrentinos Serie bereits abgeflaut ist. Aber diesmal konnte ich nicht länger widerstehen:  Jude Law sieht selbst in weißer Soutane unübertroffen gut aus und die Zigarette im Mundwinkel unterstreicht das noch. Ein wenig erinnert Pius XIII an den ebenfalls fiktiven Monsignore Lorenzo Farnese mit Rockerkopftuch aus Mme Elsas Blognovela, die bislang unvollendet blieb. Leider, leider, schnüff.

Natürlich ist Sorrentinos junger Papst erst einmal ein Gedankenexperiment. Allein aufgrund seiner Herkunft (USA, einer der größten weltpolitischen Player) und seines Alters (Anfang 40, jünger als alle Päpste der Neuzeit). Und trotz seines unbestreitbaren Charmes ist er von verstörender Schroffheit. Als Antwort auf die sinkenden Zahlen von Gottesdienstbesuchern und Berufungen versucht er den radikalen Schritt hin zur "kleinen Herde". Mit der Weigerung seines fiktiven Papstes, sogar sich selbst überhaupt zu zeigen, führt Sorrentino die vatikanische Medienarbeit der letzten Jahrzehnte ad absurdum. Die Idee dahinter ist simpel: Er stellt das Mysterium in den Mittelpunkt. Das Mysteriöse, Versteckte und Verbotene trägt von jeher eine geheimnisvolle Anziehungskraft in sich. Seltsamerweise wollen wir Menschen das, was wir nicht haben können am meisten. Diese Erkenntnis möchte sich der junge Papst für seine Kirche zunutze machen. Es stimmt ob der ostentativen Hinwendung zur Tradition (rote Schuhe, Mozzetta, roter Saturno, Seda gestatoria uvm) zumindest nachdenklich und stellt die Frage, ob der Bildersturm der 1970er Jahre nicht doch etwas zu heftig war. Eine Sehnsucht nach sinnlichen Eindrücken auch im religiösen Bereich scheint ja doch geblieben zu sein.

Viel wurde bereits über die angeblichen Zweifel des jungen fiktiven Papstes geschrieben. Ein "Papst mit Glaubenszweifeln" jubelte die Presse, "ein zerrissener Papst", der "Papst glaubt nicht an Gott". Letzteres würde ich, nachdem ich die ganze Serie (die leider nur aus einer Staffel besteht) gesehen habe, nachdrücklich bestreiten. Natürlich glaubt Pius XIII an Gott. Er ist ihm, der in einem katholischen Waisenhaus aufgewachsen ist, so selbstverständlich wie das Atmen. Er spürt ihn nicht immer und aus diesem Nicht-spüren erwächst etwas, was der berühmten "Nacht des Glaubens" sehr nahe kommt. Dass er trotz allem seine Beziehung zu Gott und seine priesterliche Berufung auch kritisch reflektiert ist weder revolutionär noch neu. Im Gegenteil. "Die zweite Berufung ist schwieriger und vorbelastet im Vergleich zur ersten. Man muss nicht mehr den Enthusiasmus der Jugend bändigen. Nein, jetzt ringt man mit der Ernüchterung und der Begrenztheit der Vernunft" lässt Paolo Sorrentino Kardinal Spencer zu seinem päpstlichen Schützling sagen. Ich finde das klingt sehr realistisch.

Natürlich gibt es auch die verstörenden Bilder und überzeichneten Darstellungen mit denen für die Serie geworben wurde. Weder Sorrentino noch sein Hauptdarsteller sind gläubige Menschen. Leider. Es wird Machtmissbrauch in verschiedenen Formen gezeigt und Menschen, die ganz ungeniert ihre Gott gegebenen Versprechen brechen, besonders in sexueller Hinsicht. Man muss ja auch nicht allem und jedem zustimmen. Immerhin ist es auch nur Kunst. Alles in allem würde ich aber sagen, dass Sorrentino eine Interpretation des Papsttums gelungen ist, die das Hinschauen lohnt.

Dienstag, 18. Juli 2017

#Ehefüralle, #Kinderfüralle und was ich damit zu habe

Ich lebe also in einem Substitut. Das habe ich bei der Lektüre eines Artikels von Bernhard Meuser zur umstrittenen, jetzt leider offiziell genehmigten "Ehe für alle", gelernt.
 >> Der Staat muss zunächst einmal vom Ideal einer gelungenen Familie ausgehen, ja sogar das Gelingen möglichst vieler idealer Konstellationen aktiv fördern, bevor er sich in einer hierarchischen Reihenfolge den Substituten zuwendet. Substitute müssen ihrer Eigenart entsprechend auch gefördert werden, aber sie dürfen niemals dem Ideal der klassischen Familie gleichgestellt werden. <<
Das klingt erst einmal ziemlich hart, wenn man wie ich aus der besten aller möglichen Familien stammt, um den Spruch von Leibniz einmal abzuwandeln. Aber irgendwie stimmt es doch. Vollkommen unabhängig von jeglicher sexueller Orientierung entstammt jeder Mensch erst einmal der biologischen Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau. Auch ich habe eine biologische Herkunft, auch wenn ich die Menschen nicht kenne, denen ich mich verdanke. Aber das ist ja nicht meine Schuld. Und gerade aus dem Grund, weil meine leiblichen Eltern mich nicht selbst aufziehen, konnten, bin ich froh, in einem "Substitut" gelandet zu sein, dass dem Ideal so nahe kommt, wie es nur geht. Nämlich mit einem Vater und einer Mutter, die auch miteinander verheiratet sind und mir so einen Platz in ihrem Stammbaum bieten konnten. Aus Liebe, aus keinem anderen Grund!
Jetzt höre ich schon wieder die #Aufschreie, dass auch homosexuelle Verbindungen liebevoll sein können und auch Menschen gleichen Geschlechts Kinder aufziehen können. Natürlich können sie dies. Niemand bestreitet das. Gerade in der Nachkriegszeit, als viele Männer gefallen oder vermisst waren, haben sich Frauen zusammengetan, Verwandte oder Freundinnen, deren Kinder oft  gemeinsam und mit mehreren weiblichen Bezugspersonen aufwuchsen. Geschadet hat es ihnen sicher nicht. Aber die Väter fehlten doch. Auch wenn diese Kinder das vielfach erst nach langer Zeit, im Rückblick sozusagen, feststellen. Es fehlte der Gegenpol in ihrer Erziehung, das ausgleichende Element.

Mit der Einführung einer #Ehefüralle, die früher oder später ein flächendeckendes Recht auf Kinder auch für homosexuelle Paare nach sich ziehen wird, fördert man nun aber "Familien", in denen der eine oder andere Gegenpol fehlen wird. Nicht durch Tod oder Trennung, sondern schon von vorneherein. Und anders als die Organisation, die vor mehr als 30 Jahren meien Adoption abwickelte, sucht man nicht mehr "Eltern für Kinder" sondern "Kinder für Eltern". Es findet also eine Akzentverschiebung statt. Im Fokus stehen nicht mehr die Kinder, sondern die Erwachsenen und ihre Bedürfnisse. Jeder Mensch scheint gerade ein "Recht auf ein Kind" zu haben. Um die Rechte der Kinder schert sich niemand, auch nicht die, die vor Kurzem noch Kinderrechte im Grundgesetz verankert sehen wollten, um diese nötigenfalls gegen die Rechte der Eltern ausspielen zu können.

Da wir inzwischen so daran gewöhnt sind, dass alle Rechte sofort und für alle erfüllt werden müssen, ist die flächendeckende Bereitstellung künstlicher Alternativen zur Zeugung der nächste logische Schritt: IVF und Leihmutterschaft werden zum lukrativen Geschäft. Dies kann man in Ländern wie Großbritannien sehen, in denen die "Ehe für alle" bereits gilt. Interessanterweise setzt sich dann auch in diesem, so sensiblen und intimen Bereich eine kühle Marktlogik durch. Um IVF und Leihmutterschaft möglichst günstig anbieten zu können, weicht man, wie in der Produktion von Industriegütern, auf die sog. Dritte-Welt-Staaten aus. Dabei wollen die reichen Kunden aus den Industrienationen dann Kinder die ihnen äußerlich ähnlich sehen. Die Frauen aus den Niedriglohnländern Südostasien, deren Gebärmuttern "gemietet" werden, sollen deswegen auf keinen Fall ihre Gene weitergeben. Dass hier eine ganz neue Art der Ausbeutung von Menschen und des Rassismus anklingt, hören die wenigstens in ihrem Rausch der Machbarkeit.

Ich kann also weiterhin meine Adoptivfamilie, die aus einem leider allzu früh verstorbenen Vater und einer Mutter besteht, als meine "echte" Familie bezeichnen und dennoch vor dem Recht homosexueller Paare auf Kinder warnen. Dennoch, oder gerade deswegen.

Der Zentralrat der orientalischen Christen in Deutschland hat einen neuen Vorstand.


© Bild und Text aus der Pressemitteilung des ZOCD vom 15.07.2017
Nach zwei Jahren Amtszeit zog sich ein Teil des Vorstandes des Zentralrates Orientalischer Christen in Deutschland e.V. aus privaten und beruflichen Gründen von seinen Aufgaben zurück und übergab diese in neue und altbewährte Hände. Neuer Vorsitzender wurde Simon Jacob, Angehöriger der syrisch-orthodoxen Kirche, Mitbegründer des Zentralrates und bereits von 2013 bis 2015 Vorsitzender. Als stellvertretender Vorsitzender wurde Christos Marazidis, gr.-orthodoxe Kirche, in seinem Amt bestätigt. Neuer geschäftsführender Vorstand ist Daniela Hofmann von der römisch-katholischen Kirche. Das Amt des Schriftführers bekleidet Rabia Makhoul, maronitische Kirche.
Die Beisitzer sind Markus Meleka und Mina Ghattas von der koptisch-orthodoxen Kirche, Yeksa Bakircian von der armenisch-apostolischen Kirche, Paulus Kurt von der syrisch-orthodoxen Kirche sowie Ferit Tekbas von der rum-orthodoxen Kirche.
Ein besonderes Vertrauenszeichen wurde seitens der Mitglieder gesetzt. Jeder einzelne Vorstand wurde einstimmig, ohne Gegenstimme oder Stimmenthaltung gewählt.
In dem sich anschließenden Segnungsgebet wurde der neue Vorstand im koptisch-orthodoxen Kloster Brenkhausen von Bischof Anba Damian gesegnet und verdiente Mitglieder des Zentralrates geehrt.
Als neue Friedensbotschafter wurden Mike Malke und Johannes Atug ernannt.
 ***
Die Arbeit geht also weiter. Lasst nicht nach, bis zum Frieden ist es ein langer Weg. Und ich habe mir gerade euren Mitgliedsantrag heruntergeladen. Die Zeit ist reif, nicht mehr länger an der Seitenlinie beobachtend stehen zu bleiben.

Freitag, 14. Juli 2017

Beten wir mit dem Heiligen Vater im Juli 2017: Für eine Rückkehr des Glaubens

Dass unsere Schwestern und Brüder, die den Glauben verloren haben, durch unser Gebet und unser Zeugnis für das Evangelium die barmherzige Nähe des Herrn und die Schönheit des christlichen Lebens wieder entdecken.