Dienstag, 30. Juni 2015

Impressionismus in Musik - Vincent Delerm

Ich war mal wieder Kunst tanken. Die Ausstellung „Monet und die Geburt des Impressionismus“ im Frankfurter Städel Museum widmete sich der Entstehung und frühen Entwicklung des Impressionismus. Im Blickpunkt stehen Claude Monet als Schlüsselfigur des Impressionismus und Künstlerkollegen wie Auguste Renoir, Édouard Manet, Berthe Morisot, Edgar Degas, Alfred Sisley und Camille Pissarro. Neu an dieser Kunstrichtung war, dass sie dem Alltag und der indiviuellen Stimmung des Künstlers erstmals einen Raum einräumte, der sonst nur Historiengemälden und anderen "großen Dingen" vorbehalten war. Quasi als "Snapshots" mit den Mitteln der damaligen Zeit. Eingefangen wurden Farben, Licht, Stimmungen von alltäglichen Szenen. Fast wie in den Liedern von Vincent Delerm.

Who t.f. is Jutta?

Ich wusste es wirklich nicht. Schimpft mich politisch uninteressiert, aber ich musste den Namen "Jutta Ditfurth" tatsächlich googlen, als mir heute morgen ihre jüngste Entgleisung aus facebook entgegen sprang. Und dann dachte ich mir: was soll's, als sie 1989 als Bundesvorstandssprecherin der GRÜNEN abtrat, war ich gerade mal fünf Jahre und glücklich im Kindergarten. Also, warum mantelt die sich so auf?

Ach, DIE LINKE hat schon vorsorglich eine Blockade des Marsches für das Leben im September 2015 gefordert? Da darf man natürlich nicht zurückstehen bei der Diffamierung von "Abtreibungsgegner", als jemand, der/die bei der Gründung der GRÜNEN die pädo-sexuellen Bewegungen nicht nur toleriert, sondern mit ins Grundsatzprogramm aufgenommen hat. Wenn bei einer Frau die eigene "Sexualität und sexuelle Reproduktion" so viel Raum einnimmt, dann sind zwei Abtreibungen bei dieser Frau tatsächlich nicht mehr als folgerichtig. Leider. Dann hat es auch einen in sich verdrehten Sinn, wenn diese Frau die jährlich rund 100.000 ungeboren getöteten (abgetriebenen) Kinder als "eine auf verrückte Weise niedrige Zahl" bezeichnet; bezogen auf die rund 20 Millionen lebenden, erwachsenen und sexuell aktiven Frauen im gebärfähigen Alter. Ok, sie behauptet, dass ihr der Abbruch ihrer Schwangerschaften damals nicht schwer gefallen sei. Ich glaub ihr das jetzt mal, war ja nicht dabei. Vielleicht spielt da ideologische "Selbsthypnose" eine Rolle. Sie wurde in den 1980er Jahren wohl schwanger, als sie gleichzeitig dabei war, den §218, der, wie sie selbst sagt, zum Schutz des ungeborenen Lebens da ist, auszuhebeln. Da war sie ideologisch vielleicht gar nicht in der Lage, den Embryo in ihr als einen wachsenden Menschen mit eigener Menschenwürde und Persönlichkeit wahrzunehmen. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. So abstoßend ich eine solche Haltung aus persönlichen Gründen finde, toleriere ich sie als Frau Ditfurths eigene Ansicht.

Was ich allerdings gemein finde, ist der allzu durchsichtige Versuch, die Öffentlichkeit gegen den kommenden Marsch für das Leben in Berlin zu beeinflussen, indem die dort friedlich demonstrierenden Menschen als eine "massive rechtspopulistische Bewegung" diffamiert werden. Als Publizistin weiß sie um die Macht der Worte und als Mitglied der Generation 60+ um das Gewicht der Totschlagargumente "rechts" und "populistisch". Eine solche Einordnung rückt die betreffenden Menschen in greifbare Nähe der nationalsozialistischen Gräueltaten. Es kriminalisiert die Menschen, die am 19. September 2015 wieder für das Recht auf Leben aller Menschen (von ungeboren bis zum Pflegefall) auf die Straßen gehen. Sie tun dies schweigend, besten- oder schlimmstenfalls betend und Kreuze mitführend. Es ist ein Grundrecht unserer Verfassung was diesen Menschen mit der Kriminalisierung durch Frau Ditfurth und ihren Gesinnungsgenossen abgesprochen wird. Doch wessen haben sie sich schuldig gemacht? "Wer eine Abtreibung vornehmen wolle, müsse "eine staatlich verordnete Zwangsberatung" über sich ergehen lassen, "die nicht das Ziel hat, dem Glück der Frau zu helfen", wirft Frau Ditfurth den künftigen Demonstranten vor. Tatsächlich stellt der §218 StGB die Abtreibung als Tötungsdelikt unter Strafe. Die sog. "Zwangsberatung" gibt es nur, weil dieser Straftatbestand sturmreif geschossen wurde. Es soll dem letzten Innehalten dienen, bevor man einen Schritt geht, der nie wieder rückgängig gemacht werden kann. Und, entgegen allen Behauptungen, dienen gerade die "Zwangsberatungen" oft dem Schutz der Frauen, da es nicht selten, die sog. Erzeuger sind, die auf einer Abtreibung bestehen. Männer setzen hier also nicht selten Frauen unter Druck. Wenn sich diese Frauen diesem Druck durch eine "Zwangsberatung" entziehen können und mit ihrem Kind glücklich leben, wird ihnen das von anderen Frauen vorgeworfen? Wo bleibt denn da der emanzipatorische #Aufschrei? Wenn sie dann den Begriff "Schutz des ungeborenen Lebens" als "Giftquelle" und alle Menschen, denen dieses Leben schützenswert erscheint als "sexistische A*löcher" bezeichnet, dann hat Frau Ditfurth als Publizistin, auf deren Meinung ich etwas geben würde, zumindest meine Achtung verloren.

Donnerstag, 25. Juni 2015

#youcanpray - neue Youcat-Miniserie bei Twitter

Ich sitze gerade im Büro und versuche das offizielle Twitter-Account von YOUCAT ein bisschen zu beleben. Gerade habe ich da eine kleine Serie am Laufen: #youcanpray. Es sind kleine Teaser zu der 10-teiligen Gebetschule im YOUCAT Jugendgebetbuch.  Einerseits sollen diese Tweets zum Beten anregen - "ist gar nicht so schlimm; tut überhaupt nicht weh" - anderseits ist es natürlich auch nicht verboten, einmal in dieses Jugendgebetbuch hineinzuschauen.

Und nun brauch ich eure Hilfe! Helft ihr mir, ein bisschen Leben auf dieses Account zu bringen? Mit allem, was euch bei Twitter halt so zur Verfügung steht: favorisieren, retweeten, antworten, selber tweeten.

Hier wollen wir eure Lieblingsstoßgebete wissen. Gerade solche sind ja für 140 Zeichen prädestiniert und außerdem zeigen hervorragend, dass a) immer und ständig beten kann, b) keine ausgefeilten Worte dafür braucht und c) bitten, danken, loben, weinen, schreien etc. darf.


 Herzlich Vergelt's Gott!

Dienstag, 23. Juni 2015

Geht durch das enge Tor

Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn.

(Mt 7, 13-14)

Montag, 22. Juni 2015

Erdmännchen-Spass im Frankfurter Zoo

Er hat das k-Wort gesagt

twitterte Eduard Habsburg gestern, als Papst Franziskus bei einem Treffen mit Zehntausenden Jugendlichen in Turin diese zur sexuellen Enthaltsamkeit vor der Ehe aufgerufen hat. Das Wort «keusch» sei nicht mehr populär und werde nicht gern gehört, «aber auch ein Papst muss mal die Wahrheit aussprechen», sagte er dabei (--> ganze Meldung bei KNA oder kath.net).

aus: YOUCAT, S. 220
Wenn der Papst eine solche "unbequeme Wahrheit" ausspricht, ist er nicht der große Spaßverderber, als den ihn jetzt vielleicht viele sehen mögen. Er erinnert nur daran, dass wahre Liebe nicht mit romantischen Gefühlen verwechselt werden darf.  Oft stehe hinter der Absage an Enthaltsamkeit nur das eigene Bedürfnis und keine echte Liebe für den anderen. Die zeige sich vielmehr im verantwortlichen Handeln füreinander, so der Papst. Nach Aussage des Katechismus der Katholischen Kirche umfasst der Begriff der "Keuschheit" daher auch mehr als bloße sexuelle Enthaltsamkeit, sie betrifft daher alle (gläubigen) Menschen.

Freitag, 19. Juni 2015

Was ist die Ehe?

Immer mehr Menschen reklamieren für ihr Zusammenleben den Begriff der "Ehe". Vor allem, weil diese laut Deutschem Grundgesetz den besonderen Schutz des Staates genießt. Doch was ist überhaupt eine Ehe? Da die Gesetzgebung in den Ländern des Abendlandes immer noch vom Christentum beeinflusst ist, lohnt auch hier in ein Blick in Katechismus der Katholischen Kirche bzw. in den YOUCAT.

aus: YOUCAT, S. 226

aus: YOUCAT, S. 228

Ehe für alle??

Im 2001 ausgefertigten Lebenspartnerschaftsgesetz steht in §1, Absatz 1-2 LPartG, dass
(1) Zwei Personen gleichen Geschlechts, die gegenüber dem Standesbeamten persönlich und bei gleichzeitiger Anwesenheit erklären, miteinander eine Partnerschaft auf Lebenszeit führen zu wollen (Lebenspartnerinnen oder Lebenspartner), begründen eine Lebenspartnerschaft. Die Erklärungen können nicht unter einer Bedingung oder Zeitbestimmung abgegeben werden.
(2) Der Standesbeamte soll die Lebenspartner einzeln befragen, ob sie eine Lebenspartnerschaft begründen wollen. Wenn die Lebenspartner diese Frage bejahen, soll der Standesbeamte erklären, dass die Lebenspartnerschaft nunmehr begründet ist. Die Begründung der Lebenspartnerschaft kann in Gegenwart von bis zu zwei Zeugen erfolgen. 
Allein diese formalen Vorraussetzungen klingen genauso wie die Vorraussetzungen für eine zivilrechtlichen Eheschließung zwischen Mann und Frau. Auch der weitere Verlauf der LPartG lässt kaum noch Unterschiede erkennen außer der Tatsache, dass dieses Gesetz speziell für Paare gleichen Geschlechts geschaffen wurde. Förderung der Treue, Verantwortung, Regelung von Absicherung und Unterhaltszahlungen, all diese Argumente, die jetzt eine "Ehe" für gleichgeschlechtliche Paare rechtfertigen sollen, wurden schon vor 15 Jahren strapaziert, als es um die Formulierung und Durchsetzung des LPartG ging. Inzwischen leben rund 35.000 gleichgeschlechtliche Paare als eingetragene Lebenspartnerschaft in einem Haushalt zusammen (Statistisches Bundesamt, Stand 2013). Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung Deutschland entspricht das weniger als 1%, selbst wenn man nur die Anzahl der privaten Haushalten als Vergleichsgröße nimmt. Der Wunsch nach der vielzitierten "Verbindlichkeit" ist in diesem Milieu scheinbar nicht so verbreitet wie allgemein angenommen. Bürokratische Hürden für ein solches Zusammenleben gibt es nicht mehr und auch gesellschaftlich ist das Thema dermaßen "durch", dass es bestenfalls ein müdes Lächeln entlockt, wenn zwei Männer oder auch zwei Frauen verkünden, sie wären jetzt ein Paar und würden das offiziell machen. So what? Nur in der Presse kann man bei einem Outing immer noch mit größerem Echo rechnen.
Warum dann dieser Furor über die "Homo-Ehe"? Oder anders gefragt, warum trachten gleichtgeschlechtliche Paare jetzt mit aller Macht nach einer Bezeichnung für ihr Zusammenleben, die seit allen Zeiten dem Bund zwischen einem Mann und einer Frau vorbehalten war? An den  staatlichen Bedingungen und Vergünstigungen kann es eigentlich nicht wirklich liegen. Wie oben erwähnte Ausführungen zum LPartG zeigen, werden zivilrechtliche Ehen und Lebenspartnerschaften schon länger nahezu gleich behandelt. Auch die steuerlichen Vergünstigungen könnten rechtlich geschliffen werden, wenn der Gesetzgeber darauf bestehen sollte. Das wären lediglich organisatorische Änderungen, welche die schrillen Äußerungen auf allen Kanälen nicht einmal ansatzweise rechtfertigen.

Es muss also um mehr gehen, um viel mehr. Die Franzosen, die durch die "Loi Taubira" schon vor ein paar Jahren mit der Forderung einer "marriage pour tous" (Ehe für alle) konfrontiert wurden, sahen sehr deutlich, was da unter dem Deckmantel von Gleichheit und Gerechtigkeit daherkommt:
  • Aufweichung des Begriffes "Familie", damit Schwächung der Familie als Keimzelle der Gesellschaft. Im geschützten Rahmen der Familie lernen Kinder Werte, sowie eigenständiges Denken und Handeln. Nicht umsonst hat man in der ehemaligen DDR missliebigen Eltern ihre Kindern weg genommen und sie in Heimen oder staatlich genehmen Pflegefamilien untergebracht. Und ganz nebenbei entstehen Kindern eben nur aus der sexuellen Begegnung von einem Mann und einer Frau. Allein dieses simple biologische Fakt macht die Familie unverzichtbar für das Fortbestehen einer Gesellschaft.
  • Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare, die auf dem herkömmlich biologischen Weg nie zu Kindern kämen. Bei der Erziehung geht es nicht nur um Liebe und die Vermittlung von Werten, sondern auch um das gelebte Vorbild durch Vater und Mutter. So lernen Töchter unbewusst durch ihren Vater, wie sie später Männer behandeln und behandelt werden, während sie von ihren Müttern notwendige Impulse für ihre eigene weibliche Identität erhalten. Vice versa gilt das natürlich auch für Söhne. Bei den eigenen, leiblichen Eltern aufzuwachsen ist für Kinder das Natürlichste und daher das Ideal familiären Zusammenlebens. Und bevor mich einer daran erinnert, dass ich selber adoptiert bin: eine Familie mit Vater, Mutter und Adoptivkindern kommt diesem Ideal am nächsten!!
  • Ausweitung der In-vitro-Fertilisation (IVF) und Leihmutterschaft. Dabei wird Ei- und Samenzelle im Labor verschmolzen. Im äußersten Fall sind sowohl Eizell-, als auch Samenspende von Drittpersonen, der künstlich gezeugte Embryo wird einer Leihmutter (nicht notwendigerweise identisch mit der Eizellspenderin) eingepflanzt und das Kind nach der Geburt seinen Adoptiveltern übergeben. In Ländern, die dieses Verfahren für gleichgeschlechtliche Paare erlauben, kann man jetzt schon sehen, dass hier ein komplett neuer Markt für die Ausbeutung von Frauen geschaffen wird. So gibt es in englischen Fruchtbarkeitskliniken bereits Kataloge wünschenswerter Eizellspenderinnen und/oder Samenspender. Seltsamerweise kommen diese sämtlich aus westlichen Industrienationen, sind reich, gebildet und weiß. Die Leihmütter werden dagegen vorwiegend in sog. Drittweltstaaten gesucht, besonders Indien und Südostasien sind hier gefragt. Hier kristallisiert sich eine Haltung heraus, die nicht nur menschliches Leben allgemein zur käuflichen Ware erklärt, sondern auch eindeutige Unterschiede zwischen Nationalitäten macht, also schlimmstenfalls rassistisch zu nennen ist. Oder wie soll man es sonst nennen, wenn Frauen in Indien oder Thailand gut genug sind, mit Hormonen vollgestopft zu werden, damit sie in einer bezahlten Schwangerschaft nach der anderen ihre Gesundheit dran geben, aber nicht gut genug sind, dass sie ihre Gene an die von ihnen geborenen Kinder weitergeben? --> LESE-EMPFEHLUNG: Der FAZ-Artikel "Deine Zwillinge gehören mir".
Diese Bedenken trieben in Frankreich Millionen von Menschen bei den sog. "manifs pour tous" auf die Straßen. Ein Protest aus der Mitte der Gesellschaft, der Schichten, politische Richtungen, wissenschftliche Disziplinen und verschiedene Religionen vereinte. Genutzt hat es wenig, aber wenn ein Präsident meint, er müsse an der Mehrheit des Volkes vorbei regieren, dann ist das halt so. In Deutschland haben verschiedene Familienorganisationen die Idee der "manif pour tous" aufgegriffen und veranstalten zur Wahrung der Elternrechte, Ehe und Familie regelmäßig "Demos für alle"-  die nächste Veranstaltung findet am 21. Juni 2015 in Stuttgart statt.
--> Der Cicero war da.
--> Und das sagen die Medien zur #demofueralle.

Donnerstag, 18. Juni 2015

Enzyklika "Laudato si" jetzt offiziell draußen

Viel ist in den letzten Tagen gemunkelt worden, nachdem irgendein Schlaumeier eine Vorversion der ersten 100%-Franziskus-Enzyklika "geleakt" hatte. Befürchtungen wurden laut, ob sie nicht zu politisch, zu links, zu grün, zu was weiß denn ich sei. Und dabei war es wohl gar nicht die Endfassung. Da sieht man wieder, dass es eigentlich eine enorme Energieverschwendung ist, über ungelegte Eier zu gackern. Man regt sich nur künstlich auf, es wird eine Stimmung erzeugt und wenn man dann den Orginaltext lesen kann, verpufft die größte Aufregung im Nichts. Wobei das Problem ja leider auch an mangelhaften Übersetzungen liegen kann, aber das wäre jetzt ein anderes Thema.

Seit heute mittag ist sie nun also offziell da: "Laudato si" - die zweite Enzyklika von Papst Franziskus, die vollmundig als Lehrschreiben zum Umweltschutz angekündigt wurde. Tatsächlich lautet der Untetitel "Die Sorge um das gemeinsame Haus" und fasst diese Sorge (dem ersten Augenschein nach) erheblich weiter als es "Die Grünen" oder der "Bund Naturschutz" tun. Es geht um gemeinsame Verantwortung für die Erde, als dem Haus, in dem wir alle miteinander leben. In diese Verantwortung fällt dann auch das Streben nach sozialer Gerechtigkeit (auch die Menschen gehören zur Natur) und ich bin schon gespannt, wie er das ausführt. Denn das hierbei in die falsch verstanden Niederungen der politischen Heils-Ideologien sozialistischer Prägungen verfällt, ist nicht zu erwarten, kennt er die Befreiungstheologie und ihre Problematik doch aus nächster Nähe. Neben der Beschreibung der Problematik enthält das Schreiben auch ein Kapitel mit direkten Anregungen und Bitten des Papstes:
"Die dringende Herausforderung, unser gemeinsames Haus zu schützen, schließt die Sorge ein, die gesamte Menschheitsfamilie in der Suche nach einer nachhaltigen und ganzheitlichen Entwicklung zu vereinen, denn wir wissen, dass sich die Dinge ändern können. Der Schöpfer verlässt uns nicht, niemals macht er in seinem Plan der Liebe einen Rückzieher, noch reut es ihn, uns erschaffen zu haben. Die Menschheit besitzt noch die Fähigkeit zusammenzuarbeiten, um unser gemeinsames Haus aufzubauen. Ich möchte allen, die in den verschiedensten Bereichen menschlichen Handelns daran arbeiten, den Schutz des Hauses, das wir miteinander teilen, zu gewährleisten, meine Anerkennung, meine Ermutigung und meinen Dank aussprechen. Besonderen Dank verdienen die, welche mit Nachdruck darum ringen, die dramatischen Folgen der Umweltzerstörung im Leben der Ärmsten der Welt zu lösen. Die jungen Menschen verlangen von uns eine Veränderung. Sie fragen sich, wie es möglich ist, den Aufbau einer besseren Zukunft anzustreben, ohne an die Umweltkrise und an die Leiden der Ausgeschlossenen zu denken."
So freue ich mich auf die Lektüre dieses Dokuments, auch wenn der Umfang von 222 Seiten außergewöhnlich viel für ein solches Lehrschreiben ist. Wer sich anschließen will, kann das --> hier tun.

Und nachdem im Vorfeld ein bestimmtes deutschsprachiges NGL sehr strapaziert wurde, möchte ich auf die Vertonung des Cantico delle creature  von Angelo Branduardi hinweisen. Die ist sehr schön und noch nicht so ausgelutscht.


Dienstag, 16. Juni 2015

Feder und Schwert II

Gertrud von le Fort und Hermann Orgaß

"Man kann sie in gewissem Sinne Frau Undset an die Seite stellen: Katholikin, Meisterin der geschichtlichen und auch der mythischen Erzählung, zugleich innerhalb des Hitlerschen Deutschland wohl die wertvollste, begabteste Vertreterin des intellektuellen und religiösen Widerstandsbewegung. Als Vertreterin menschlich christlicher Gesinnung ist sie Frau Undset gleichwertig, als Dichterin stelle ich sie noch höher."
Mit diesen Worten empfahl Hermann Hesse die Schriftstellerin Gertrud von le Fort 1949 der Svenska Akademien Stockholm für den Literaturnobelpreis. Sie hat ihn nicht erhalten. Doch wer war diese Frau, deren Bücher in mehrere Sprachen übersetzt wurden und für Theater und Film umgesetzt wurden, die jedoch in den geschäftigen Wirtschaftswunderjahren so schnell in Vergessenheit geriet?

Gertrud Freiin von le Fort wurde am 11. Oktober 1876 im westfälischen Minden geboren und wuchs u.a. dem Familiengut Boek in Mecklenburg auf. Als Tochter des preußischen Majors Lothar Freiherr von le Fort wurde sie wie viele „höhere Töchter“ zu jener Zeit erzogen: bis zum 14. Lebensjahr wurde sie privat unterrichtet und als junge Dame an der Sommerresidenz der mecklenburgischen Herzöge Ludwigslust glanzvoll in die Gesellschaft eingeführt. In ihrem Leben zeigen sich die Verwicklungen des 20. Jahrhunderts wie unter einem Brennglas. So verlor die Familie nach der Teilnahme des Bruders Stefan von le Fort am Kapp-Putsch 1920 das Gut Boek. Man kann es mit Alexander von Schönburg ein "stilvolles Verarmen" nennen, diesen "Abstieg" durch die gesellschaftlichen Schichten, der sie nach mehreren Ortswechseln und ausgedehnten Reisen 1941 nach Oberstdorf in eine einfache Etagenwohnung führte. Materiell blieb sie immer einigermaßen abgesichert, auch durch den ansteigenden literarischen Erfolg; die Umstände ihrer zweiten "Hälfte des Lebens" unterschieden sich jedoch so grundlegend von ihren Jugendjahren, dass die innere Entäußerung, ja, die Hinwendung zu allen Schwachen und Gescheiterten  nur folgerichtig scheint.  Die Feinfühligkeit für deren Schicksal drückt sich in zahlreichen ihrer Werke aus, besonders in der Beschreibung der Charaktere, ihrem Edelmut und ihrer Tapferkeit.Lange habe ich mich gefragt, was die Tochter des adligen, preußischen Majors, die gefeierte Schriftstellerin und Grande Dame und der Sohn eines Hamburger Herrenschneiders gemeinsam haben könnten. Es muss etwas sein, das bezeugen die Briefe aus seinen letzten Lebensjahren. Vielleicht ist es die Offenheit gegenüber der Schönheit des Lebens und für den Größten auf Erden, die menschliche Größe erst ermöglicht und sogar Standes- und Altersschranken aufzuheben vermag.

Gertrud von le Fort war 40 Jahre alt und studierte in Berlin, als am 25. September 1916 in Hamburg ein Junge zur Welt kam, den sie später so beschreibt: "Ein den höchsten Idealen zugewandter Mensch, voll Ernst und Frömmigkeit, einer Frömmigkeit die nicht vor Opfern zurückschreckt."
Der Junge wurde auf die Namen Hermann Maria getauft. Im protestantisch-bürgerlichen Hamburg wollten die Eltern mit dem Zweitnamen Maria, den auch seine Geschwister erhielten, ein Zeichen setzen. Aus Ostpreußen stammend gehörte die weit verzweigte Familie Orgaß zur katholischen Minderheit in Hamburg. Sein Glaube und seine Frömmigkeit wurden geprägt durch das Vorleben in der "treukatholischen Familie" und den Treffen der Sturmschar, einer Untergruppe der Katholischen Jungmänner. Nach Abitur und Lehrerstudium meldete er sich 1937/38 zur Wehrmacht. Dass ein solcher Mann in den 1930er Jahren überhaupt Soldat werden wollte und es gern war, lag wohl weniger an der Ideologie, sondern vielmehr an einem stark empfundenen Pflichtbewusstsein und inniger Vaterlandsliebe. Er selbst drückte es einmal so aus: "Es gilt zu kämpfen für meine Braut und Familie, für mein liebes Vaterland und für die Kirche."

Als sich seine und die Wege Gertrud von le Forts das erste Mal kreuzten - wohl durch einen Leserbrief - war Hermann 25 Jahre alt. Er hatte bereits Teile des Russlandfeldzuges hinter sich, u.a. wohl die Schlachten um Feodosia im Dezember 1941.  Diese Hafenstadt auf der Krim sollte ihm dann auch zum Schicksal werden. Nachdem ihn ein Stubenkamerad wegen "religöser, staatsfeindlicher Aufzeichnungen" gemeldet hatte und sein Disziplinarfall im September 1943 in Berlin verhandelt worden war, wurde er direkt im Anschluss mit anderen Soldaten wieder nach Feodosia eingeschifft. Leider kam er dort nie mehr an. Die Vermisstenmeldung des verantwortlichen Offiziers vom November 1943 setzte nach 27 Jahren den Schlusspunkt zu diesem kurzen Leben. In dem langen und reichen Leben Gertrud von le Forts muten die wenigen Briefe, die sich aus dem Kontakt mit Wachtmeister Orgaß erhalten haben, wie ein Wimpernschlag an. Für manche mag er gänzlich uninteressant sein. Für mich jedoch, die eine freundliche Wendung der Vorsehung mitten in seinen Familienstammbaum hinein katapultiert hat, ist dieser junge Mann ein Vorbild an Aufrichtigkeit und Glaubenstreue. Und seine Gedichte würde ich mit in die Preziosenkästchen deutscher Lyrik jener Zeit hineinlegen.

Sonntag, 14. Juni 2015

Einmal auftauchen, einmal abtauchen

Das war's erst mal wieder. Die Arbeit wird nicht weniger und ich würde es auch nicht so haben wollen.Wir sehen uns, wenn ich wieder Land sehe.... :-)

Detail eines Hauses in der Altstadt von Limburg/ Lahn.

Montag, 1. Juni 2015

Wunschbilder eines Bischofs

"Lebensklug und authentisch" soll nach dem Wunsch der Diözesanversammlung des Bistums Limburg der neue Oberhirte sein. "Dazu gehören für die gewählte Vertretung der Katholiken des Bistums eine glaubhafte Verkündigung, die Bereitschaft zu dienen statt zu herrschen sowie Ehrlichkeit und Liebe zu den Menschen."  
Scheinbar leben sie in der Limburger Diözesanversammlung in mehreren Wolkenkuckucksheimen, denn...
  • Vom wem wird eigentlich die Diözesanversammlung gewählt? Wahlplakate wie für Bund- oder Landtagswahlen habe ich für so was noch nie gesehen, also kann's so richtig basisdemokratisch nicht sein. Woher kommt da dann dieser hehre Vertretungsanspruch?
  • Seit wann muss sich ein Bischof von seinem Bistum noch mal extra eine Legitimation holen, wie es durch diese Forderungen anklingt? Er wird vom Bischof von Rom (vulgo Papst) als Nachfolger des jeweiligen lokalen Apostels eingesetzt und ist im Prinzip auch nur diesem Rechenschaft schuldig. 
  • Auch Paulus listet zwar schon eine Reihe an Charaktereigenschaften eines Bischofs auf (1 Tim 3,2), er sagt jedoch auch, worum es bei Verkündigung und Glauben tatsächlich geht: "Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos" (1 Kor 15,14). Es geht also zuerst und vor allem um JESUS! 
  • Natürlich hat ein Bischof auch eine Vorbildfunktion und insofern ist es klug, dass er auch menschlich angenehm ist, aber wenn das so betont wird, dann hört sich das eher an, als ob man im Ordinariat an der Lahn eine Marionette in Violett sucht, anstatt tatsächlich einen Hirten.  

Staunende Begegnung

Gebetsanliegen des Heiligen Vaters im Juni 2015: Für Flüchtlinge und um Berufungen.

Wir beten zu Gott, unserem Vater,

1. für Vertriebene und Flüchtlinge, dass sie menschenwürdige Aufnahme und Zuwendung an ihrem neuen Lebensort finden.

2. für die jungen Männer und Frauen, in denen der Wunsch reift, als Priester oder Ordenschrist ihr Leben zu gestalten, dass sie dem Ruf Jesu vertrauensvoll folgen.