Beitrag der Woche

Geistliche Kommunion III

Du bist höher als der Himmel und höher als die Welt, da sich der Schöpfer der Welt für Dich zum Kaufpreis dahingegeben. Was kann der an Dir ...

Samstag, 30. August 2014

Herr, rette mich!

Aus dem päpstlichen Angelus von Sonntag, 10.8.2014:

Das heutige Evangelium zeigt uns Jesus, der auf dem Wasser des Sees geht (vgl. Mt 14,22-33). Nach der Vermehrung der Brote und Fische fordert er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und ihm an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen will er die Leute nach Hause schicken. Dann zieht er sich auf einen Berg zurück, um dort in der Einsamkeit bis spät in die Nacht zu beten. Und in der Zwischenzeit erhebt sich auf dem See ein heftiger Sturm, und mitten in diesem Sturm kommt Jesus zum Boot der Jünger und geht dabei auf den Wassern des Sees. Als die Jünger ihn sehen, erschrecken sie, sie meinen, es sei ein Gespenst, doch er beruhigt sie: »Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!« (V. 27). Mit dem für ihn typischen Eifer bittet Petrus gleichsam um einen Beweis: »Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme.« Und Jesus sagt: »Komm!« (V. 28-29). Da steigt Petrus aus dem Boot und geht über das Wasser. Der heftige Wind aber bedrängt ihn, und er beginnt unterzugehen. Da schreit er: »Herr, rette mich!« (V. 30), und Jesus streckt die Hand aus und hält ihn fest.

Diese Erzählung ist ein schönes Bild für den Glauben des Apostels Petrus. In der Stimme Jesu, der zu ihm sagt: »Komm!«, erkennt er den Widerhall der ersten Begegnung am Ufer desselben Sees, und sofort verlässt er erneut das Boot und geht zum Meister. Und er geht auf dem Wasser! Die vertrauensvolle und bereitwillige Antwort auf den Ruf des Herrn bewirkt immer außerordentliche Dinge. Doch Jesus selbst hat uns gesagt, dass wir imstande sind, mit unserem Glauben Wunder zu wirken, mit dem Glauben an ihn, mitdem Glauben an sein Wort, mit dem Glauben anseine Stimme. Petrus dagegen beginnt in dem Augenblick unterzugehen, da er den Blick von Jesus abwendet und sich von den ihn umgebenden widrigen Umständen überwältigen lässt. Doch der Herr ist immer da, und als Petrus ihn ruft, rettet ihn Jesus aus der Gefahr. In der Gestalt des Petrus mit seinem Eifer und seinen Schwächen wird unser Glaube beschrieben: Immer arm und schwach, unruhig und doch siegreich geht der Glaube des Christen dem auferstandenen Herrn entgegen inmitten der Stürme und Gefahren der Welt. Sehr wichtig ist auch die Schlussszene. »Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn« (V. 32-33). Auf dem Boot sind alle Jünger, denen die Erfahrung der Schwäche, des Zweifels, der Angst, der »Kleingläubigkeit« gemeinsam ist. Doch als Jesus in jenes Boot steigt, ändert sich die Atmosphäre sofort: alle fühlen sich im Glauben an ihn vereint. Sie alle, die sie klein und verängstigt waren, werden in dem Augenblick groß, da sie auf die Knie fallen und in ihrem Meister den Sohn Gottes erkennen.

Wie oft passiert auch uns dasselbe! Ohne Jesus, fern von Jesus, fühlen wir uns derart verängstigt und unangemessen, dass wir denken, es nicht schaffen zu können. Es fehlt der Glaube! Doch Jesus ist immer bei uns, vielleicht im Verborgenen, doch gegenwärtig und bereit, uns beizustehen. Das ist ein wirkungsvolles Bild für die Kirche: ein Boot, das den Stürmen trotzen muss und bisweilen fast zu kentern droht. Was es rettet, sind nicht die Qualitäten und der Mut seiner Besatzung, sondern der Glaube, der es gestattet, auch in der Finsternis, inmitten von Schwierigkeiten voranzugehen. Der Glaube schenkt uns die Gewissheit der Gegenwart Jesu an unserer Seite, die Gewissheit seiner Hand, die uns ergreift, um uns der Gefahr zu entziehen. Wir alle sind in diesem Boot, und hier fühlen wir uns trotz unserer Grenzen und Schwächen sicher. Wir sind vor allem dann in Sicherheit, wenn wir es verstehen, auf die Knie zu fallen und Jesus anzubeten, den einzigen Herrn unseres Lebens. Dies ruft uns stets unsere Mutter, die Mutter Gottes, in Erinnerung.An sie wollen wir uns voll Vertrauen wenden.

Life is a Rollercoaster

Mit besonderem Gruß an Cordulchen und ihr neues Blog, " magnificata opera ".

Ronan Keating - Life Is a Rollercoaster

Freitag, 29. August 2014

Maß der Liebe Gottes

Verschlungene Pfade (2)

[Johannes]


"Achtung! Auf Gleis 2 fährt ein: Regionalbahn 3154 von M. nach K. Abfahrt 17:43 Uhr. Vorsicht bei der Einfahrt!", schall es aus den Lautsprechern am Bahnsteig. Ich war extra früher von der langweiligen Rechtsvorlesung gegangen, um meine Freundin nach den Tagen bei ihren Eltern am Bahnhof abholen zu können. Wie es ihr wohl nach der Beerdigung ihrer Oma geht? Sie war ihr sehr wichtig gewesen. Immer wieder hatte sie in den letzten Tagen von ihr erzählt. Die alte Dame musste eine humorvolle, zufriedene und beeindruckende Frau gewesen sein. Wie gerne hätte ich sie begleitet, um in diesem schweren Moment Trost zu spenden und einfach da zu sein. Wie doof, dass ich ausgerechnet jetzt in einem Seminar einen Vortrag halten musste. Aber gedacht habe ich oft an Ziska und sie zu Papa gebracht.

Endlich fährt der Zug ein. Und da sehe ich sie auch schon mit ihrer roten Mütze auf mich zukommen. Ich nehme sie fest in den Arm und drücke ihr liebevoll einen Kuss auf den Mund. "Hey! Wie war die Fahrt?" - "Gut. Sofern man das von Bahnhöfen und Zugfahrten sagen kann." - "Komm, lass uns gemütlich zu Abend essen und du kannst mir in Ruhe von der Zeit bei deinen Eltern erzählen. Ich hab uns Rührei gemacht und Tomate-Mozzarella, weil du das doch so gerne magst."

Ziska nickte nur und strahlte mich an, sichtlich glücklich, dass wir den Abend gemeinsam verbringen würden. Ich nahm ihr den Koffer ab, sie behielt eine Pappschachtel, die sie wie einen Schatz hütete. Es wird wohl etwas von ihrer Oma sein. Dann gingen wir Hand in Hand Richtung Ausgang.


Die DBK zur Lage im Irak: Der Terror im Irak muss aufgehalten werden

Erklärung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz zur Situation im Nahen Osten vom 25.08.2014:

Der Irak, seit Jahrzehnten geschunden durch Diktatur, Krieg und Bürgerkrieg, erlebt seit einigen Monaten einen neuen Tiefpunkt seiner jüngeren Geschichte. Die Terrororganisation ISIS (seit Kurzem auch ‚Islamischer Staat‘ genannt), die schon seit einiger Zeit größere Gebiete in Syrien kontrolliert, hat in den zurückliegenden Monaten etwa ein Drittel des irakischen Staatsgebietes in ihre Gewalt gebracht und ein grenzüberschreitendes sogenanntes ‚Kalifat‘ errichtet. Die Millionenmetropole Mossul ist in ihre Hände gefallen, ebenso andere wichtige Städte. Dabei gehen die sunnitischen Dschihadisten mit ungeheurer Grausamkeit vor. Alle, die sich ihrer Version des Islam nicht unterwerfen wollen, haben zu leiden – besonders aber die religiösen Minderheiten. In der Folge von Zwangskonversionen, Vertreibung und Mord stehen die Christen und die kleine Glaubensgemeinschaft der Jesiden im Herrschaftsgebiet der Terror-Milizen vor der Auslöschung. Sie versuchen, in die autonome Kurdenregion zu fliehen, um Leib und Leben zu retten. Für die Christen bedeuten die Einnahme von Mossul und der christlichen Stadt Karakosch (das biblische Ninive) weitere Stationen des Martyriums, das mit dem Bürgerkrieg nach der Invasion des Irak (2003) begann. In den zurückliegenden Wochen hat die internationale Gemeinschaft – vor allem die Vereinigten Staaten – erfolgreich begonnen, sich dem mörderischen Treiben entgegenzustellen.

Gemeinsam mit Papst Franziskus und den Bischöfen im Irak fordern wir: Der Terror muss aufgehalten werden, und die unzähligen Vertriebenen müssen die Chance erhalten, zügig in ihre Heimat zurückzukehren. Deshalb begrüßen wir es, dass die Staatengemeinschaft in diesen Tagen intensiv über eine wirkungsvolle Bekämpfung der ISIS-Terroristen berät. In Deutschland wird vor allem über die Lieferung von Waffen an die kurdischen Kämpfer diskutiert, die sich dem Ansturm von ISIS entgegenstellen. [...] Wir rufen die Gläubigen zum nicht nachlassenden Gebet für die Menschen im Mittleren Osten auf. Es gilt den verfolgten und bedrängten christlichen Glaubensgeschwistern, aber auch allen anderen Opfern von Willkür und Gewalt.


Möge der allmächtige und barmherzige Gott in jener Weltgegend Wege des Friedens weisen, die durch die biblische Geschichte besonders ausgezeichnet ist und in der auch der Islam seinen Ursprung hat!

Manchmal würde ich gerne wissen, was gewisse Politiker so rauchen

Unser lieber Innenminister zum Beispiel. Die Meldung selber ist zwar schon einige Wochen alt, aber das Unverständnis könnte bei mir nicht größer sein, wenn er den Schwachsinn erst gestern abgesondert hätte. Wenn Herr Dr. De Maizière in seiner Funktion als Mitglied der Regierung Merkel bei einem Fastenbrechen-Essen mit muslimischen Offiziellen teilnimmt, geschenkt. Aber wenn er dann sagt, dass Muslime quasi die besseren Menschen sind, weil sie "selbst jene einladen, die anderer Auffassung sind und die Versöhnung in den Mittelpunkt stellen mit jenen, mit denen das Versöhnen nicht so leicht sei", dann mache ich mir ernstlich Sorgen um seinen Geisteszustand. Oder ich frage mich in welcher Parallelgesellschaft der Herr Bundesminister lebt, wenn er sagt, dass  Christen oben genanntes Verhalten vom Islam und vom Fastenbrechen lernen könnten, weil sie sich bei ihren Festen "ja am wohlsten unter ihresgleichen fühlten". Abgesehen davon, dass auch Muslime ihr Fastenbrechen am liebsten mit Familie und Freunden feiern, was sich nun nicht danach anhört, als ob sie jeden x-beliebigen dazu einladen würden, klingt ein solcher Appell doch ziemlich nach Hohn in den Ohren der Christen im Irak, Syrien, Pakistan oder überall sonst, wo sie abgeschlachtet und vertrieben werden! Von Muslimen! Meinetwegen sollen auch Muslime ihre Feste feiern, wie sie fallen und meinetwegen könnten sie dafür auch einen freien Tag haben, solange sie es zivil und friedlich tun und solange sie die christlichen Feste und Feiertage respektieren und nicht darauf heruntersehen. In einem Land, das nach wie vor christlich geprägt ist, wie ungern das manche Politiker auch sehen mögen.

Wenn man sich dazu die Regeln des muslimischen Fastenmonats Ramadan, welcher der "Läuterung von Körper und Seele dienen soll", genauer betrachtet, so sind sie nicht sehr verschieden von den christlichen Fast- und Abstinenzregeln. Auch das christliche Fasten, im übrigen zweimal im Jahr (Advent und Fastenzeit), dient der Konzentration auf geistliche Dinge, der Fokussierung auf den eigentlichen Sinn des Lebens durch materiellen Verzicht. Ist das nun wieder Beweis von verdunstetem Wissen um den eigenen Glauben oder viel zu weit gehender und ziemlich missverstandener Toleranz?

Leute, lasst die Korken knallen...

... es wird doch wieder einen "Schwester-Robusta-Preis 2014" geben!! Und damit wird dieser Award für Blogoezese endgültig dass, was der Academie Award (vulgo "Oscar") für die Filmbranche ist, nämlich eine Institution. Auch ein total anderer Alipius und eine enorm beschäftigte Sr. Robusta konnten die Pimpfe - seit kurzem sind sie zu viert - nicht davon abhalten, zur Nominierung zu rufen. Allein zu diesem Zweck und weil er sich in seiner neuen Bleibe inzwischen dergestalt eingewöhnt hat, öffnet der Herr Alipius auch die Kommentarfunktion (vulgo "Combox") wieder für das gemeine Volk. Auch wenn die Kommentar nicht zu gemein werden sollten, um des Chorherrn Psycho- bzw. Seelenhygiene nicht zu gefährden. In dieser neuen online-Klause, die allerdings scheinbar nur als ein "Wohnen auf Zeit" angelegt ist (bis zum 15. November 2015, wie kluge Mit-Blogger bereits errechnenten), wirkt es tatsächlich "ganz anders", aufgeräumter, ja fast ein bisschen kahl. Zumindest bis heute abend die Putteninvasion geflogen kam.

Also ergreifen wir die Chance, liebe Leser und Blogoezesanen! Nominiert was das Zeug hält und macht nicht nur die neue Hausnummer des Herrn Alipius, sondern auch die Robusta 2014 bekannt! Teilt es, macht es bekannt, pfeift es von Dächern, hackt es in die Tastaturen...Alle eure Lieblingsblog und vielleicht auch dieses kleine Blog?

Verschlungene Pfade (1)

[Ziska]


"Bahnhöfe sehen überall auf der Welt gleich aus. Ein mehr oder weniger funktionales Gründerzeitgebäude, umrahmt von einer Reihe Schließfächer und einem Unterstand für die Fahrräder. Und die unvermeidlichen Ticketautomaten, die jetzt überall in der Gegend rumstehen. Schöner ist er dadurch nicht geworden." Das waren seltsamerweise meine letzten Gedanken, als ich nach der Beerdigung meiner Großmutter in den Zug stieg, der mich zurück an meinen Wohn- und Arbeitsort bringen sollte. Ein letztes Mal, denn was sollte ich an einem Ort, der außer einer zugegebenermaßen grandiosen Landschaft wenig zu bieten hatte. Außerdem betrug das durchschnittliche Alter hier 60+. Klar, Nonna hatte sich hier wohl gefühlt. Aber noch war ich nicht soweit, etwas anderes außer Frust und Spott zuzulassen. Besser, als den anderen Fahrgästen etwas vorzuheulen.
Nachdenklich betrachtete ich die Pappschachtel auf meinen Knien. In den Koffer hatte sie nicht mehr gepasst und um sie ins Gepäckfach zu legen, war mir der Inhalt zu kostbar; ich hatte da mal einen Regenschirm vergessen. Vielleicht wurde ich sentimental, aber da drin waren die letzten persönlichen Sachen meiner Großmutter. Ich hatte nicht hineingeschaut, als mir die Heimleitung das Päckchen übergeben hatte, aber es würde schon seine Ordnung haben. Immerhin hatten sie auch Nonnas Zimmer für mich aufgelöst.

"Pardon, ist der Sitz noch frei?", die Stimme schien von irgendwoher über meinem Kopf zu kommen und unterbrach meine Gedanken. Eine männliche Stimme mit einem leichten französischen Akzent. Als ich zerstreut nickte, ließ sich ihr Besitzer mir gegenüber in den Sitz fallen, wickelte sich aus seinem Schal - rot mit einem weißen Kreuz, wie ich nebenbei bemerkte - und ordnete seine langen Beine. "Verzeihung, aber ab M. ist der Zug immer so voll", damit versuchte mein Gegenüber wohl sein Eindringen in mein Abteil zu erklären, das ich bis dahin ganz für mich allein gehabt hatte. Auf meine Feststellung dass er die Strecke dann wohl öfter fahre, nickte er nur, wobei ihm seine braune Locken in die Stirn fielen. Mit einer ungeduldigen Geste strich er sie zurück und ich konnte nicht umhin, seinen recht muskulösen Arm und seine stahlblauen Augen insgeheim zu bewundern. Statt das Gespräch fortzusetzen, erwiderte er meinen Blick so intensiv, dass meine Wangen ganz warm wurden. So verging die Fahrt, indem wir einander anschwiegen und abwechselnd aus dem Fenster auf die dahinfliegenden Landschaften blickten. Als wir uns B. näherten, stand ich auf und suchte meine Sachen zusammen. Der bisher schweigende junge Mann stand ebenfalls auf, und wuchtete, ganz Kavalier, meinen großen Koffer aus der Gebäckablage herunter. Er erbot sich sogar, mir in den Mantel zu helfen, aber als ich dankend ablehnte, zuckte er nur mit den Schultern, ließ sich wieder in den Sitz fallen und griff nach einem kleinen, in abgewetztes Leder gebundenes Buch, in dem er vorhin ein paar Mal geblättert hatte. Als ich meine Hand zum Griff des Koffers streckte, um ihn zum Ausgang zu schleppen, fiel mein Blick zufällig auf den Titel des Büchleins: 'Bible' stand dort in kleinen, goldenen Buchstaben eingeprägt.

Ich drehte mich um, schüttelte ein wenig den Kopf und packte meinen Koffer. Schon auf dem Bahnsteig hatte ich den jungen Mann beinahe vergessen.




...wird fortgesetzt. Irgendwann.

Dienstag, 19. August 2014

#Twomplet - Beten im Netz

Pünktlich um 21:00 Uhr übernehmen die Frommen meine Twitterwall. Jeden Abend. Dass Gebet durchaus mit dem Lebensstil des 21. Jahrhunderts und social media kompatibel ist, beweisen über 500 follower, die allabendlich mit dem Hashtag  #twomplet den Tag Revue passieren, danken und bitten. Das Wort setzt sich zusammen aus den Worten "twitter" und "Komplet". Die Komplet ist das Nachtgebet der (Katholischen) Kirche; es gehört zum Brevier und wird täglich Priestern, Ordensleuten und interessierten Christen verschiedener Konfession überall auf der Welt gebetet.

Auch die online Version folgt der Struktur der Komplet  im echten Leben: Eröffnung, Schuldbekenntnis, Hymnus, Psalm, Kurzlesung, Fürbitten, Responsorium und Segen. Anliegen, mal mit Blick auf das große Weltgeschehen, mal ganz persönlich werden da formuliert. In maximal 140 Unicode - Zeichen, inklusive Links, Bilder oder Videos, kann man jede Menge Emotionen unterbringen.

Auch wenn das alles auf den ersten Blick etwas schräg klingen mag: ein Phänomen, dass es in  wenigen Monaten auf mehr als 22.000 Tweets gebracht hat, sollte zumindest ausprobiert werden. Mitmachen kann man durch favorisieren, retweeten, antworten bestehender Tweets oder das formulieren eigener Tweets. Mittlerweile bin ich vom mehr oder weniger passiven Mitbeter zum - zumindest sporadischen - Vorbeter aufgestiegen. Doch die #twomplet ist jeden Abend ein Erlebnis. Da bekommen die Worte "im Gebet verbunden" nochmal einen ganz anderen Klang!!

Save the Date: Täglich, 21:00 Uhr
Twitter. Profil: @twomplet und Hashtag: #twomplet! 

Beten... mit den Toten Hosen

Du musst mir keine Gnade schenken,
ich brauch auch keinen neuen Freund.
Nur eine Frage brennt in mir:
Was hast du mit Erlösung gemeint?


Donnerstag, 14. August 2014

Koinonia - Offizielles Mottolied der Päpstlichen Reise nach Korea



Der Papst in Korea - gelebter Glaube, geteiltes Land

Heute ist Papst Franziskus in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul gelandet und hat die Präsentin und die Bischöfe begrüßt. Bis zum 18. August 2014 wird der Heilige Vater das "Land der Morgenstille" bereisen, den 6. Asian Youth Day mitfeiern und 124 koreanische Märtyrer selig sprechen. Viele dieser Märtyrer aus dem 19. Jahrhundert starben auf dem Gebiet des heutigen Nordkorea, wo bis auf den heutigen Tagen Christen verfolgt, in Lager gesperrt und getötet werden.
Die anhaltende Trennung, die nur eine Folge des Koreakrieges ist, ist eine permanente Wunde im kollektiven Gedächtnis des Landes, über die auch der hochtechnisierte Lebenstil der Südkoreaner und ihr lebendiger Glaube nicht ganz hinwegtäuschen können.

Begleiten wir also unseren Heiligen Vater auf dieser Reise im Gebet und bitten wir für das koreanische Volk. Dass der Süden nicht im Materialismus ertrinkt und sich der Norden endlich aus den Klauen der Kim-Tyrannei befreien kann!

Christen-frei!

Dass Christen am stärksten auf der Welt verfolgt werden, ist ein trauriger Rekord. Und das nicht erst seit gestern. Die Verfolgung der Christenheit hat Tradition. Der Skandal des Kreuzes, an welchem der Sohn des lebendigen Gottes aus Liebe für die Menschen starb, war scheinbar noch nie besonders leicht zu ertragen. Was früher die römischen Kaiser waren, sind heute die Terroristen (pardon "Gotteskrieger") der Organisation "Islamischer Staat in Irak und Syrien" (ISIS). Dass die Verfolgung sog. "Ungläubiger", wie Juden und Christen, nicht nur eine verirrte Spielart, der Wahnsinn einiger weniger gewaltbereiter Islamisten ist, sondern im Koran selbst grundgelegt zu sein scheint, schreibt Hamad Abdel-Samad in der heutigen Ausgabe von zeit.de. Diese ernüchternde Sichtweise wird leider von wenigen geteilt. Einer der wenigen ist Papst Franziskus, der nicht müde wird, auf allen Kanälen (Tweets, Angelus, Briefe) um Gebet und Frieden für die gequälten Christen im Irak, Syrien und anderswo zu bitten und die Gewalt anzuklagen:
"Kinder, die an Durst und Hunger während der Flucht sterben; Frauen, die verschleppt werden; massakrierte Menschen; Gewalt jeder Art; Zerstörung des religiösen, geschichtlichen und kulturellen Erbes“. All dies „beleidigt Gott und die Menschheit schwer. Man bringt keinen Hass im Namen Gottes! Man führt keinen Krieg im Namen Gottes!"

Westeuropäische Medien wie Politiker zeigen gleichermaßen wenig Interesse an dem Leiden der christlichen Bevölkerungen in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. Sonst würde man ja öfter davon hören, auch in sog. Leitmedien und nicht nur auf einschlägigen Seiten im Internet. Bemerkt auch P. Hagenkord von Radio Vatikan. Erst als es neben den Christen im Irak auch der dort ansässigen jesidischen Minderheit an den Kragen ging, schienen einige Leute aufgewacht zu sein. Inzwischen befürchten die UN ganz offen einen Völkermord; allerdings spricht der Artikel aus der Zeit vom 12.08.2014 lediglich von der systematischen Verfolgung der Jesiden. Darf man also das Kind nur beim Namen nennen, solange es sich nicht um Christen handelt? Als Anfang Juli 2014 die ISIS in Mossul einfiel, beendete dies die 1.600jährige Tradition der sonntäglichen Messfeiern in der irakischen Stadt. kath.net berichtete, aber sonst? Die christliche Bevölkerung wurde, wie überall, wo ISIS wütet, vor die Wahl gestellt: konvertieren, Steuern zahlen, flüchten oder sterben.

Jesus selbst sah schwere Zeiten für seine Jünger herauf ziehen:
"...es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten." (Joh 16,2) 

Aber rechtfertigt das die Verfolger? Und was können wir von der - noch - Komfortzone Europa aus tun, um den Christen im Nahen Osten zu helfen? Außer sich selbst mit dem Zeichen zu markieren und sich so - zumindest virtuell - in die Reihen der Verfolgten einzureihen.

Beten wir darum, dass die Christen im Nahen Osten wieder frei werden - nicht vogelfrei wie jetzt - sondern frei im Frieden Gottes auf Erden!

Sind das schon zwei Jahre...?

Wurde ich vor einigen Tagen auf facebook gefragt, als ich den kommenden zweiten Todestag meines lieben Papas ankündigte. Und ja, am 17. August 2014 ist sein früher Heimgang zum Herrn genau 2 Jahre her. Das sind heute genau 732 Tage = 17.568 Stunden = 1.054.080 Minuten. Es ist ja nicht so, dass ich ihm die Herrlichkeit des Himmels nicht gönne, aber das alleine-zurecht-kommen-hier-unten wird nicht leichter. Im Gegenteil. Wenigstens haben wir inzwischen einen Stein auf seinem Grab.