Mittwoch, 31. Oktober 2012

Gottvertrauen

Mit dem Worten von 'Blogger-Kollege' Bastian:
>>Das einzige Vertrauen, das faktisch keinerlei Wagnis bedeutet, ist der Glaube. Gott ist absolut zuverlässig. Er ist eben kein Risiko, sondern der unglaublich erholsame risikolose Bereich.
Da ist jemand, der eigentlich alles haben kann, was er will, und der mich trotzdem derart liebt, dass er sich lieber zu Tode martern lässt, als auf meine Nähe zu verzichten. Und da soll die Frage lauten, ob ich wage, ihm zu vertrauen? Die angemessene Frage ist: "Wie kannst Du es wagen, ihm NICHT zu vertrauen?!"<<

Hallo we(e)n?

dt: Danke, aber ich bin Christ!

Youcat Kino-Kult in Nürnberg

Ein Gastbeitrag von Christoph Kraus.


Stell dir vor, der Heilige Vater ruft das "Jahr des Glaubens" aus – und niemand nimmt Notiz davon. Das wäre so, als würde einem ausgehungerten Wüstentouristen ein saftiges Steak gereicht, doch der läuft lieber schnurstracks geradeaus zur nächsten Düne. Um also dieses ganz besondere "Jahr des Glaubens" zu feiern, veranstaltete eine Handvoll junger Erwachsener gemeinsam mit den Paulus-Schwestern den sogenannten "YOUCAT Kino-Kult".

Uns allen war dabei klar: Den "Spongebob unter den Katechismen" (Zitat Nils Baer) – von den Bischöfen der katholischen Kirche jüngst als Instrument der Neuevangelisierung gekürt – kennt mittlerweile wirklich jeder. Und Filme mag sowieso jeder. So war das kühne Vorhaben einer vierteiligen Filmabend-Reihe geboren! Doch würden die Jugendlichen ein solches Angebot überhaupt wahrnehmen, das sich so durch und durch fromm präsentiert? Sind sie bereit, in ein Veranstaltungshaus der Kirche zu gehen? Oder schreckt schon von Vornherein die Gestaltung des Flyers ab, noch bevor der Heilige Geist überhaupt wirken kann? Schließlich ist auf der Einladung Papst Benedikt XVI. abgebildet, der den Leuten Mut zuspricht: "Wer glaubt, ist nie allein." Fragen über Fragen, die wir nicht mit völliger Gewissheit beantworten konnten ... bis jetzt. Denn mittlerweile liegt der erste Abend bereits hinter uns. Und er wurde tatsächlich angenommen!

Es erwies sich im Nachhinein als gute Wahl, den Film "Von Menschen und Göttern" auszuwählen. Dieser beschreibt das kräftezehrende Leben algerischer Trappistenmönche, die trotz aller Anfeindungen ihrer Heimat nicht den Rücken kehren, sondern mit starkem Gottvertrauen aller Dinge harren, die da kommen. Mit unerschütterlichem Glauben, ausgeprägter Hoffnung und unendlich viel Liebe. Bis zum gewaltsamen Tod. Denn ein Happyend gab es im Gegensatz zu den meisten Hollywoodstreifen nicht. Und doch ließ uns alle der Film nicht kalt, ganz im Gegenteil.

Der Film rüttelte vielmehr wach für die wirklich wahren Fragen des Lebens: Weshalb erbat der ermordete Pater Christian in seinem Testament Gottes Segen für denjenigen, der ihn letztlich hingerichtet hat ("denn er weiß nicht, was er tut")? Warum sieht er das algerische Volk und dessen Religion nicht in der Kollektivschuld? Wieso fühlt er sich mitschuldig am Elend der Welt? (Tipp: im YOUCAT die "Erbsünde" nachschlagen!) Für die Teilnehmer des YOUCAT Kino-Kults war das anschließende Gespräch außerordentlich ermutigend.

Klar geworden ist: Es lohnt sich, seinen Überzeugungen treu zu bleiben – nicht nur jetzt im "Jahr des Glaubens"!

Dienstag, 30. Oktober 2012

Bischofssynode - war da was?

Am 26. Oktober 2012 ging im Vatikan die XIIII. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode zu Ende, die dort seit dem 7. dieses Monats tagte und sich mit dem wichtigen Thema der "Neuevangelisierung für die Weitergabe des christlichen Glaubens" beschäftigte.

Jetzt werden sich ein paar der geneigten Leser vielleicht fragen, was so eine Synode überhaupt ist und wie sie zustande kommt? (Ja, auch Leser eines katholischen Weblogs können manche Sachen nicht wissen. *fg* Anwesende selbstverständlich ausgenommen.).


Dazu stehen auf den sehr informativen Seiten des Vatikan die folgenden Kurzdefinitionen:

  • Das Wort “Synode” leitet sich ab von den griechischen Wörtern “syn”, “gemeinsam” und “hodos”, Straße, Weg, also “sich treffen, sich versammeln”. 
  • Eine Synode ist ein religiöses Treffen oder eine religiöse Versammlung. Bischöfe finden sich mit dem Heiligen Vater zusammen und tauschen untereinander Informationen und Erfahrungen aus, mit dem gemeinsamen Ziel, geistliche Lösungen zu finden, die überall in der Welt gültig sein und angewendet werden können. 
  • Im allgemeinen versteht man unter Synode das Treffen von Bischöfen, die die katholische Kirche vertreten. Gemeinsames Ziel ist es, den Papst bei seiner Aufgabe als Oberhaupt der Kirche zu unterstützen, indem sie ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen. Papst Johannes Paul II. bezeichnet die Synode als “besonders positive Möglichkeit, die Kollegialität unter Bischöfen zu fördern”. 
  • Die Bischofssynode ist eine ständige Einrichtung, die am 15. September 1965 von Papst Paul VI. ins Leben gerufen wurde. Damit wurde der Wunsch der Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils erfüllt, den positiven Geist, der im Laufe des Konzils entstanden war, fortleben zu lassen. 

Blick in die Synodenaula von P. Bernd Hagenkord SJ.


Und da das ganze große Ereignis hier ein bisschen durch die Maschen gerutscht ist - wofür ich mich aufrichtig entschuldige - kommt nun eine kleine Linkrutsche, auch als Leseerinnerung:


Die offene Tür - Teil IV

>>„Caritas Christi urget nos“ (2 Kor 5,14): Die Liebe Christi ist es, die unsere Herzen erfüllt und uns dazu drängt, das Evangelium zu verkünden. Heute wie damals sendet er uns auf die Straßen der Welt, um sein Evangelium allen Völkern der Erde bekanntzumachen (vgl. Mt 28,19). Mit seiner Liebe zieht Jesus Christus die Menschen aller Generationen an sich: Zu allen Zeiten ruft er die Kirche zusammen und vertraut ihr die Verkündigung des Evangeliums mit einem Auftrag an, der immer neu ist. Darum ist auch heute ein überzeugterer kirchlicher Einsatz für eine neue Evangelisierung notwendig, um wieder die Freude am Glauben zu entdecken und die Begeisterung in der Weitergabe des Glaubens wiederzufinden. Im täglichen Wiederentdecken der Liebe Gottes schöpft der missionarische Einsatz der Gläubigen, der niemals nachlassen darf, Kraft und Stärke. Der Glaube wächst nämlich, wenn er als Erfahrung einer empfangenen Liebe gelebt und als Erfahrung von Gnade und Freude vermittelt wird. Er macht fruchtbar, weil er das Herz in der Hoffnung weitet und befähigt, ein Zeugnis zu geben, das etwas zu bewirken vermag: Er öffnet nämlich Herz und Sinn der Zuhörer, damit sie die Einladung des Herrn, seinem Wort zuzustimmen und seine Jünger zu werden, annehmen. Die Gläubigen „werden stärker, indem sie glauben“, bezeugt der heilige Augustinus. Der heilige Bischof von Hippo hatte gute Gründe, sich so auszudrücken. Wie wir wissen, war sein Leben eine ständige Suche nach der Schönheit des Glaubens, bis sein Herz in Gott Ruhe fand. Seine zahlreichen Schriften, in denen die Bedeutung des Glaubensaktes und die Wahrheit des Glaubens erklärt werden, bleiben bis in unsere Tage ein Erbe unvergleichlichen Reichtums und ermöglichen immer noch vielen Menschen auf der Suche nach Gott, den rechten Weg zu finden, um zur „Tür des Glaubens“ zu gelangen.<<
>>Wir wünschen uns, dass dieses Jahr in jedem Gläubigen das Verlangen wecke, den Glauben vollständig und mit erneuerter Überzeugung, mit Vertrauen und Hoffnung zu bekennen. Es wird eine günstige Gelegenheit sein, um auch die Feier des Glaubens in der Liturgie zu verstärken, besonders in der Eucharistie, die der „Höhepunkt [ist], dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt“. Zugleich wünschen wir uns, dass das Zeugnis des Lebens der Gläubigen an Glaubwürdigkeit gewinnt. Die Inhalte des Glaubens, der bekannt, gefeiert, gelebt und im Gebet ausgedrückt wird, wiederzuentdecken und über den Glaubensakt selbst nachzudenken, ist eine Verpflichtung, die jeder Gläubige übernehmen muss, vor allem in diesem Jahr.<<
>>Nicht zufällig waren die Christen in den ersten Jahrhunderten angehalten, das Credo auswendig zu lernen. Das diente ihnen als tägliches Gebet, um die mit der Taufe übernommene Verpflichtung nicht zu vergessen. Mit bedeutungsvollen Worten erinnert der heilige Augustinus daran, wenn er in einer Predigt über die redditio symboli – die Übergabe des Credo – sagt: „Das Symbolum des heiligen Geheimnisses, das ihr alle gemeinsam empfangen und das ihr heute einzeln wiedergegeben habt, sind die Worte, auf die der Glaube der Mutter Kirche fest gegründet ist, über dem sicheren Fundament, das Christus, der Herr, ist. Ihr habt es also empfangen und wiedergegeben, aber im Geist müsst ihr es immer gegenwärtig halten, ihr müsst es im Bett wiederholen, auf den Plätzen darüber nachdenken und es während der Mahlzeiten nicht vergessen; und selbst wenn euer Leib schläft, muss euer Herz in ihm wachen.“[16]<< 


Oder anders ausgedrückt: "Wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund über!" :-))

Knie-Mail


Freitag, 26. Oktober 2012

27.10. 2012: Nightfever in sieben Städten Europas

[diese blöden Tippfehler! Natürlich ist der Oktober der 10. Monat, nicht der 11., wie versehentlich angegeben. Danke, Cordulchen! Ungeachtet dieses kleinen Fehlers war es wieder wunderschön! So viel Feuer, Liebe und Hingabe für Jesus!!]


Eine gute Möglichkeit zu Umkehr, Buße und Neu- bzw. Wiederhinwendung zu Gott sind die Nightfever-Abende. Es ist eine richtig dynamische Bewegung geworden, ein Fackelzug für Christus, der inzwischen nicht nur durch ganz Deutschland zieht, sondern auch durch immer mehr Länder Europas.



Beweis gefällig? Am Samstag, 27. Oktober. 2012, ist es wieder soweit, diesmal in:
  • Birmingham, England, UK (Our Lady and All Saints)
  • København, Dänemark (St. Ansgars Kirke)
  • Jena (St. Johannes Baptist) -> kleiner Tipp an Phil und ChrisMirabilis
  • London, England, UK (St. Patrick´s Catholic Church)
  • Heidelberg (St. Anna)
  • Augsburg (Mariendom)
  • Sievernich (Pfarrkiche St. Johann Baptist)
     
    Details zu den einzelnen Nightfevern gibt's hier. 

Die offene Tür - Teil III

>>Die Erneuerung der Kirche geschieht auch durch das Zeugnis, das das Leben der Gläubigen bietet: Die Christen sind nämlich berufen, mit ihrer Existenz in der Welt das Wort der Wahrheit, das der Herr uns hinterlassen hat, leuchten zu lassen. Gerade das Konzil stellte in der Dogmatischen Konstitution Lumen gentium fest: „Während aber Christus heilig, schuldlos, unbefleckt war (Hebr 7,26) und Sünde nicht kannte (2 Kor 5,21), sondern allein die Sünden des Volkes zu sühnen gekommen ist (vgl. Hebr 2,17), umfaßt die Kirche Sünder in ihrem eigenen Schoße. Sie ist zugleich heilig und stets der Reinigung bedürftig, sie geht immerfort den Weg der Buße und Erneuerung
Aus dieser Sicht ist das Jahr des Glaubens eine Aufforderung zu einer echten und erneuerten Umkehr zum Herrn, dem einzigen Retter der Welt. Im Geheimnis seines Todes und seiner Auferstehung hat Gott die rettende Liebe vollends offenbart und ruft die Menschen durch die Vergebung der Sünden zur Umkehr des Lebens (vgl. Apg 5,31). <<

Buße und Erneuerung, Reue und Umkehr - keine Konzepte, die besonders spannend klingen oder überraschend neu wären, im Gegenteil: Schon Johannes der Täufer verkündete sie am Jordanufer und machte sie quasi zur Bedingung für seine Taufe. Wobei es auch durchaus einsichtig und logisch klingt: bevor man einen neuen Anfang machen, muss erst mal der alte Schmutz hinaus. Das ist beim Hausputz nicht anders als auf dem Weg der menschlichen Seele. Natürlich, wenn man hingeht und erstmal den Schmutz an sich leugnet und sich allerlei 'Sonnenbrillen' aufsetzt, um ihn ja nicht sehen zu müssen, sieht man natürlich auch die Notwendigkeit hin und wieder zu putzen nicht ein und muss im Dreck leben.


Dazu der großartige Timothy Kardinal Dolan, bei der Bischofssynode zur Neuvangelisierung: 
>>Das Sakrament der Beichte evangelisiert die Evangelisierer, denn es bringt uns sakramental in Kontakt mit Jesus, der uns zur Herzensbekehrung aufruft und der uns dazu inspiriert, Seine Einladung zur Buße zu beantworten. Wir suchen geschäftig nach Reformen der Strukturen, Systeme, Institutionen und der anderen Menschen. Ja, dies ist gut.
Doch die Antwort auf die Frage „Was ist falsch an dieser Welt?“ ist nicht Politik. Wirtschaft, Säkularismus, Umweltverschmutzung, globale Erwärmung … nein. Wie Chesterton schrieb: „Die Antwort auf die Frage ‚Was ist falsch an dieser Welt?‘ besteht aus zwei Worten: Ich bin´s.“ Ich bin´s! Dies zuzugeben führt in die Herzensbekehrung und in die Buße, das Herz der Einladung des Evangeliums.<<
 

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Schule des Glaubens, Kapitel "Was ist der Glaube?"

>>In der heutigen Katechese möchte ich euch einladen, mit mir darüber nachzudenken, was der Glaube ist, was es heißt, heute zu glauben. Oft scheint die spirituelle Wüste immer größer zu werden, und eine gewisse Kultur des Machbaren als des allein Gültigen läßt den Menschen dann im Tiefsten orientierungslos zurück. Es steigen Fragen auf: „Welchen Sinn hat es zu leben?“ „Ist es gut, ein Mensch zu sein?“ „Gibt es eine Zukunft für den Menschen?“ Wir brauchen nicht nur technisches Können, wir brauchen auch Liebe, Sinn, Hoffnung, ein sicheres Fundament, das uns hilft zu leben. Dies gibt uns der Glaube. Er ist ein Sich-Anvertrauen an ein „Du“, an Gott, der mir Hoffnung und Zuversicht schenkt, der mich liebt. Glauben heißt also in lebendiger Beziehung zu Gott stehen, der Liebe Gottes trauen, der im Geheimnis Christi ganz in unser Menschsein herabgestiegen ist, um uns zu sich hinaufzuziehen. Der Glaube ist ein Geschenk, das Gott allen Menschen anbietet und das den Sinn gibt, den wir selber uns nicht geben können und den wir doch brauchen. Wir können auch heute an Gott glauben, weil Er uns nahekommt und uns anrührt. Unserem Glaubensweg liegt die Taufe zugrunde, das Sakrament, das uns den Heiligen Geist schenkt und in Christus zu Kindern Gottes macht in der Gemeinschaft mit der Kirche. Man glaubt nicht von sich aus ohne die Gnade Gottes, und man glaubt nicht allein, sondern zusammen mit den Brüdern und Schwestern. Zugleich ist der Glaube ein zutiefst freier und menschlicher Akt. Der Glaubende überschreitet sich selbst, seine eigenen Sicherheiten und Denkmuster, um in voller Freiheit und Freude, mit Verstand und Herz ja zu sagen zu Gott. Und dieses Ja verwandelt unser Leben und führt es zur Fülle seines Seins.<<


[mehr zur Generalaudienz des Hl. Vaters wie immer hier und hier.]

Die offene Tür - Teil II

zum Jahr des Glaubens 2012/2013 im Kielwasser des II. Vatikanischen Konzils und im Licht der Tradition: 

>>Es ist nicht das erste Mal, daß die Kirche aufgerufen wird, ein Jahr des Glaubens zu feiern. Mein verehrter Vorgänger, der Diener Gottes Paul VI., rief 1967 ein ähnliches Jahr aus, um des Martyriums der Apostel Petrus und Paulus anläßlich der 1900-Jahr-Feier ihres letzten Zeugnisses zu gedenken. Er plante es als einen festlichen Anlaß, damit es in der ganzen Kirche „ein authentisches und aufrichtiges Bekenntnis ein und desselben Glaubens“ gebe; zudem wollte er, daß dieser Glaube „einzeln und gemeinschaftlich, frei und bewußt, innerlich und äußerlich, demütig und freimütig"bekräftigt würde. Er dachte, auf diese Weise könne die ganze Kirche eine „genaue Kenntnis ihres Glaubens“ wiedergewinnen, „um ihn neu zu beleben, ihn zu läutern, zu festigen und zu bekennen“.<<

 >>Ich war der Meinung, den Beginn des Jahres des Glaubens auf das Datum des fünfzigsten Jahrestags der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils zu legen, könne eine günstige Gelegenheit bieten, um zu begreifen, daß die von den Konzilsvätern als Erbe hinterlassenen Texte gemäß den Worten des seligen Johannes Paul II.weder ihren Wert noch ihren Glanz verlieren. Sie müssen auf sachgemäße Weise gelesen werden, damit sie aufgenommen und verarbeitet werden können als qualifizierte und normgebende Texte des Lehramtes innerhalb der Tradition der Kirche […] Ich fühle mich mehr denn je dazu verpflichtet, auf das Konzil als die große Gnade hinzuweisen, in deren Genuß die Kirche im 20. Jahrhundert gekommen ist. In ihm ist uns ein sicherer Kompaß geboten worden, um uns auf dem Weg des jetzt beginnenden Jahrhunderts zu orientieren.“<<

Himmel auf der Erde

Christus kam nicht in die Welt, um die Welt in einen Himmel zu verwandeln, sondern um den Himmel auf die Erde zu bringen.


sel. John Henry Newman (1801–1890)

Concerto am Morgen


"concerto pour deux voix" von Saint-Preux
Jean-Baptiste Maunier und Clémence Saint Preux
2005

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Die offene Tür - Teil I

>>Die „Tür des Glaubens“ (vgl. Apg 14,27), die in das Leben der Gemeinschaft mit Gott führt und das Eintreten in seine Kirche erlaubt, steht uns immer offen. Es ist möglich, diese Schwelle zu überschreiten, wenn das Wort Gottes verkündet wird und das Herz sich durch die verwandelnde Gnade formen läßt. Durch diese Tür zu gehen bedeutet, einen Weg einzuschlagen, der das ganze Leben fortdauert.<<

Logo des Bistums Augsburg
zum Jahr des Glaubens


Das Jahr des Glaubens hat kaum begonnen, die Planungen gehen in die Vollen, je nach Bistum mehr oder weniger und schon mischen sich in die erste Euphorie leise Zweifel à la "und was bringt das Ganze?" Das ist jetzt gar nicht in eine bestimmte Richtung gesprochen, sondern ich stelle ganz nüchtern auch bei mir eine kleine Ermüdung und Planlosigkeit fest. Da dieser Tage und Wochen wiederholt eine sachliche, unideologische "Re-lecture" grundlegender Texte empfohlen wurde, werde ich damit beginnen, auch hier immer mal wieder kleine Häppchen zu bringen, aus dem Katechismus, Dokumenten des II. Vatikanischen Konzils und anderen lehramtlichen Schreiben. Beginnen möchte ich daher mit dem bereits vielzitierten Motu Proprio "Porta Fidei", mit dem Papst Benedikt XVI dieses Jahr des Glaubens ausgerufen hat. 

>>Vom Anfang meines Dienstes als Nachfolger Petri an habe ich an die Notwendigkeit erinnert, den Weg des Glaubens wiederzuentdecken, um die Freude und die erneute Begeisterung der Begegnung mit Christus immer deutlicher zutage treten zu lassen.<<
Diese Wieder-Entdeckung des Glaubens, eines Glaubensschatzes, der oftmals verschüttet ist, ist auch die eigentliche Bedeutung des so vielbemühten Wortes 'aggiornamento'. Das italienische Verb 'aggiornare' bedeutet nicht mehr als das englische Wort 'to update sth.', was mit 'etwas auffrischen' oder 'aktualisieren' übersetzt werden kann. Es gehört dabei zur Bedeutung dieses Wortes, das nichts vollkommen Neues erdacht wird, sondern bestehende Kenntnisse aus dem Schlaf der Vergessenheit geweckt werden, z.B. durch ein vertieftes Studium.

>>„Die Kirche als ganze und die Hirten in ihr müssen wie Christus sich auf den Weg machen, um die Menschen aus der Wüste herauszuführen zu den Orten des Lebens – zur Freundschaft mit dem Sohn Gottes, der uns Leben schenkt, Leben in Fülle.“[1] Nun geschieht es nicht selten, daß die Christen sich mehr um die sozialen, kulturellen und politischen Auswirkungen ihres Einsatzes kümmern und dabei den Glauben immer noch als eine selbstverständliche Voraussetzung des allgemeinen Lebens betrachten. In Wirklichkeit aber besteht diese Voraussetzung nicht nur nicht mehr in dieser Form, sondern wird häufig sogar geleugnet.[2] Während es in der Vergangenheit möglich war, ein einheitliches kulturelles Gewebe zu erkennen, das in seinem Verweis auf die Glaubensinhalte und die von ihnen inspirierten Werte weithin angenommen wurde, scheint es heute in großen Teilen der Gesellschaft aufgrund einer tiefen Glaubenskrise, die viele Menschen befallen hat, nicht mehr so zu sein.
Wir dürfen nicht zulassen, daß das Salz schal wird und das Licht verborgenen gehalten wird (vgl. Mt 5,13-16). Auch der Mensch von heute kann wieder das Bedürfnis verspüren, wie die Samariterin zum Brunnen zu gehen, um Jesus zu hören, der dazu einlädt, an ihn zu glauben und aus der Quelle zu schöpfen, aus der lebendiges Wasser hervorsprudelt (vgl. Joh 4,14). Wir müssen wieder Geschmack daran finden, uns vom durch die Kirche treu überlieferten Wort Gottes und vom Brot des Lebens zu nähren – Gaben, die allen zur Stärkung angeboten werden, die seine Jünger sind (vgl. Joh 6,51).<<

Dienstag, 23. Oktober 2012

Melancholie zur Nacht

"Mistral gagnant" von Renaud Séchan
1986, live, Zénith

Für alle, die sich um die Weitergabe des Glaubens bemühen

Noch einer der neuen Heiligen, die in Europa so gut wie unbekannt sind, ist der hl. Pedro Calungsod (1654-1672, auch Calonsor geschrieben).
Wahrscheinlich in der Nähe von Cebu auf den Philippinen geboren, besuchte Pedro eine Schule der Jesuiten und begleitete einen von ihnen als Katechet auf eine Missionsreise auf die Ladrones Inseln im Pazifik, die später Marianes Inseln nach der Jungfrau Maria genannt wurden. Zunächst liess sich die Mission unter den Einheimischen wohl ganz gut an, doch durch Intrigen und Misstrauen wurde der Hass in ihnen auf die Missionare geschürt und sie brachten den Jungen und P. Diego de San Vitores um und warfen ihre Leichen danach über die Klippen ins Meer. 


 


Neben dem Patronat für sein Heimatland Philippinen, ist er auch der Patron für die Katecheten und Ministranten. 


San Pedro Calonsor - ruega per nosotros!
Heiliger Pedro Calungsod - bitte für uns!

Montag, 22. Oktober 2012

Was ist ein Fanon?

Falls sich einer gefragt haben sollte, was denn der Papst gestern bei der Heiligsprechung von Anna Schäffer und den sechs anderen Seligen um die Schultern getragen hat: das Tuch nennt sich 'Fanon' oder 'Fano' (ital. Fanone) und gehörte bereits seit dem 11. Jahrhundert zur Kleidung der Päpste, wie der Kenner der vatikanischen Geschichte Ulrich Nersinger in seinem Buch „Liturgie und Zeremonien am Päpstlichen Hof“ erklärt.
 

Bild von diesem und anderen Fanones hier.

>>Der Fanon symbolisiert das „Schild des Glaubens“,das die Kirche schützt: den Papst und besteht  aus einem doppelten Humerale aus Seidenstoff, das Ähnlichkeit mit einem Schulterkragen aufweist: „Sein Durchmesser betrug ungefähr 92 cm, die Länge 50 cm. Die beiden Teile des Fanon waren mit weißen und goldenen, rot eingefassten Parallelstreifen versehen. Auf dem oberen Teil des Fanon war zumeist ein goldgesticktes Kreuz angebracht. Die zwei Teile des Gewandes lagen übereinander und waren in der Mitte, in der sich die Öffnung für den Kopf befand, aneinandergenäht; unter Papst Pius X. (Giuseppe Sarto, 1903-1914) kam der Brauch auf, die beiden Stücke mit einem Knopf zu verbinden“. Die vertikalen goldenen und silbernen Streifen symbolisieren einer liturgischen Interpretation nach die Einheit und Untrennbarkeit der lateinischen und orientalischen Kirche.

Gerade im Moment einer Heiligsprechung – hoher Akt des päpstlichen Lehramtes und Geschenk an die universale Kirche – wurde wie am gestrigen Sonntag die besondere Aufgabe des Papstes betont, der der Beschützer der Kirche und der Fels ist, auf dessen Boden die Gläubigen bei allen Stürmen ihren festen Grund finden können. Die von ihm in das Verzeichnis der Heiligen eingeschriebenen Glaubenszeugen werden durch diese Symbolik noch deutlicher als Beispiele für die ganze Kirche erkennbar, auf die der Papst verweist.<<

und noch mal Drachen steigen lassen...

...diesmal mit den "Kindern von Monsieur Mathieu" :-)



Sonntag, 21. Oktober 2012

Spiegel der Liebe Gottes

Der Menschensohn ist gekommen, um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele (Mk 10,45).
>>Diese Worte waren das Lebensprogramm der sieben Seligen, die die Kirche heute feierlich in die glorreiche Schar der Heiligen einreiht. Mit heroischem Mut haben sie ein Leben geführt, das ganz Gott geweiht und dem großherzigen Dienst an den Mitmenschen gewidmet war. Sie sind Söhne und Töchter der Kirche, die in der Nachfolge des Herrn das Leben des Dienens gewählt haben. Die Quelle der Heiligkeit in der Kirche liegt immer im Geheimnis der Erlösung, auf das der Prophet Jesaja in der ersten Lesung vorausweist: Der Gottesknecht ist der Gerechte, der „die vielen gerecht macht; der ihre Schuld auf sich lädt“ (vgl. Jes 53,11); dieser Knecht es ist der gekreuzigte, auferstandene und in der Herrlichkeit lebende Christus. Die heutige Heiligsprechung ist eine beredte Bestätigung dieser geheimnisvollen Heilswirklichkeit. Das beharrliche Bekenntnis des Glaubens dieser sieben großherzigen Jünger Christi, ihre Gleichgestaltung mit dem Menschensohn leuchtet heute in der ganzen Kirche.
Jacques Berthieu (1838-1896), Missionar und Märtyrer in Madagaskar
Pedro Calungsod (1654-1672), philipinischer Katechet und Märtyrer
Giovanni Battista Piermarta (1841-1913), Priester und Ordensgründer
Maria del Carmelo Sallés y Barangueras (1848-1911), Ordensgründerin
Marianne Cope (1838-1918), pflegte Leprakranke auf Hawaii
Kateri Tekakwitha (1656-1680), 'indianische' Jungfrau
Anna Schärfer (1882-1925), Mystikerin auf dem Krankenbett
Möge das Zeugnis der neuen Heiligen, das Zeugnis ihres aus Liebe zu Christus großherzig hingegebenen Lebens heute zur ganzen Kirche sprechen, und möge ihre Fürbitte die Kirche stärken und unterstützen in ihrer Sendung, der ganzen Welt das Evangelium zu verkünden.<<


[Eindrücke der heutigen Heiligsprechung und ganze Predigt von Papst Benedikt XVI. ]

Freitag, 19. Oktober 2012

'Pocahontas' auf christlich

Nicht nur in Regensburg werden am Sonntag viele Menschen jubeln. Auch den Ureinwohnern Nordamerikas und Kanadas wird der 21. Oktober 2012 noch lange im Gedächtnis bleiben, wird doch an diesem Tag die erste sog. Indianerin heilig gesprochen, die sel. Kateri Tekakwitha (1656-1680).


Bild von hier.

Geboren 1656 auf dem Gebiet des heutigen US-Bundesstaats New York als Tochter eines Mohawk-Häuptlings und einer christlichen Algonquin Indianerin, verlor das Mädchen bereits mit vier Jahren ihre Familie an eine Pockenepidemie. Sie selbst behielt von der Krankheit ein vernarbtes Gesicht und sehr schwache Augen zurück, weswegen sie fortan Te ka kwitha („Sie schiebt vor sich her“) genannt wurde. Obwohl sie danach bei Verwandten ihres Vater verblieb, senkte Gott ihr wohl schon früh die Sehnsucht nach Jungfräulichkeit ins Herz, denn als die Zeit für sie gekommen war zu heiraten, weigerte sich Te ka kwitha.
Nach der Begegnung mit französischen Jesuiten 1676 ließ sie sich taufen und erhielt dabei den Namen Katherina (was zu Kateri abgekürzt wurde). 1679 besiegelte sie mit dem Keuschheitsgelübde ihr Leben als Jungfrau für Christus. Bis zu ihrem frühen Tod wirkte sie als Katechetin und kümmerte sich um Alte und Kranke. Der Überlieferung nach soll kurz nach ihrem Tod 1680 das Gesicht der jungen Frau wieder glatt und rein gewesen sein.

Das gilt heute als eines von zwei Wundern, die für die Heiligsprechung anerkannt wurden. Das zweite war die Heilung des fünfjährigen Jake Finkbonner im Jahr 2006. Der kleine Junge aus dem Bundesstaat Washington war an einem lebensgefährlichen Bakterium erkrankt, das dabei war, sein Gesicht zu zerstören. Nachdem die Eltern zu Kateri gebetet hatten, verschwand die Krankheit.

Die "Lilie der Mohawks", wie Kateri Tekakwitha auch genannt wird, wird besonders in den USA und Kanada stark verehrt, im Rest der Welt ist sie dagegen so gut wie unbekannt. Es ist dieser bezaubernden jungen 'Indianerin' nur zu wünschen, dass sich dies durch die Heiligsprechung nun ändert, denn wie jede Heilige hat sie der Welt viel zu geben. Im Fall der (bald) hl. Kateri Tekakwitha ist es z.B. ihr Patronat für Umwelt- und Naturschutz, was wahrscheinlich ihrer Herkunft geschuldet ist. Sie gilt aber auch als Patronin für Ökologie ganz allgemein, also auch der des Menschen. Denn wie hat es Papst Benedikt XVI so schön in seiner Rede im Deutschen Bundestag 2011 ausgedrückt:
>>Es gibt auch eine Ökologie des Menschen. Auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muß und die er nicht beliebig manipulieren kann. Der Mensch ist nicht nur sich selbst machende Freiheit. Der Mensch macht sich nicht selbst. Er ist Geist und Wille, aber er ist auch Natur, und sein Wille ist dann recht, wenn er auf die Natur achtet, sie hört und sich annimmt als der, der er ist und der sich nicht selbst gemacht hat. Gerade so und nur so vollzieht sich wahre menschliche Freiheit.<<
Ökologie, des Natur- und Umweltschutzes
Ökologie, des Natur- und UmweltschutzesÖ
Ökologie, des Natur- und Umweltschutzes
Ökologie, des Natur- und Umweltschutzes

Glaube macht frei

Der "Youcat Kino-Kult" der Nürnberger Paulus Schwestern und die geplante Filmnacht der Kolpingjugend meines Heimatortes sind Grund genug, nach guten christ-katholischen Spielfilmen Ausschau zu halten. Aus diesem Grund hole ich ein Post vom Februar diesen Jahres wieder hoch: eine Kurzbesprechung des Filmes "Glaube, Blut und Vaterland" über den hl. Josemaría Escrivá und den spanischen Bürgerkrieg.

>>Über Leben und Werk des hl. Josemaría Escrivá (1902 - 1975), von dessen Aussprüchen auch auf diesem Blog zitiert wird, gab es letztes Jahr einen Film: "There be Dragons". Der Blogger von Catholicism Wow hat rausgefunden, dass er im April diesen Jahres deutsch synchronisiert auf DVD erscheint. Jetzt habe ich den deutsch synchronisierten Trailer gefunden, der beweist, dass selbst Heiligenbiographien als actiongeladene, spannende Filme umgesetzt werden können, denn wie heißt es in der englischen Originalfassung so schön: "Even saints have a past." 



 Ob "Glaube, Blut und Vaterland" so eine glücklich Übersetzung zum ursprünglichen Titel ist, sei dahin gestellt; vielleicht braucht es heute dieses Reißerische, damit die Leute überhaupt in die Kinos gehen bzw. die DVD kaufen. Es sei dem Film gewünscht, schon allein, weil über das Opus Dei bisher reichlich Mist erzählt wurde, oft aus lauter Unkenntnis heraus.<<

Treu im Alltag

Gott wünscht doch von uns mehr Treue bei den kleinen Dingen, die er in unsere Macht legt, als Eifer für große Dinge, die nicht von uns abhängen.


Franz von Sales (1567–1622), Ordensgründer

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Neues von Rimsha Masih

Meldung von Open Doors Deutschland:

>>Gesternhaben wir erfahren, dass das Gerichtsurteil über Rimsha Masih erst am 14. November gefällt werden soll. Der Hohe Gerichtshof in Islamabad verlängerte die einstweilige Verfügung gegen die Anklage von Rimsha und will sich in den nächsten vier Wochen über den Fall beraten. Die pakistanische Teenagerin war verdächtigt worden, islamische Texte entweiht zu haben, könnte jetzt aber freigesprochen werden. Ursprünglich war die 14-Jährige vor einem regulären Gericht angeklagt worden, wo ihr eine lebenslängliche Haftstrafe gedroht hätte. Mittlerweile wurde ihr Alter jedoch offiziell bestätigt und es stellte sich heraus, dass ein örtlicher Imam die Beweise manipuliert hat.<<


Beten wir
  • um einen fairen Prozess und Rimshas Freilassung
  • um Weisheit und die richtigen Worte für Rimshas Anwalt Tahir Naveed
  • dass Rimsha und ihrer Familie nichts zustößt

plus ultra

Gestern habe ich es endlich geschafft die Novelle "plus ultra" von Gertrud von le Fort zu lesen. Es umfasst nur wenige Seiten, aber was für ein Wurf!!! Es hat große Chancen, an allen großen Werken der Weltliteratur vorbei direkt an die Spitze meiner persönlichen Charts zu stürmen.

Die Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz bezeichnet die kleine Hofdame Arabella, um die diese Novelle kreist, als Selbstporträt der Dichterin, denn ein großes Thema im Werk le Forts ist die Liebe, die über alles hinausgeht, - plus ultra - die >> nicht Standeswahl und Sinneslust bedeutet, sondern als Strahl aus einer andern Welt hereinbricht, um die unsere zu verklären.<<

Diese Liebe ist so groß, dass sie nicht notwendigerweise irdisch erfüllt zu werden braucht, wie auch die Liebe Arabellas zum Kaiser keine irdische Erfüllung findet. Denn wie ihr die sterbende Statthalterin, in deren Diensten Arabella steht, anvertraut, >>gibt es in alle Ewigkeit nur eine Liebe, die stammt vom Himmel, auch wenn die Welt sie irdisch nennt - Gott nimmt sie an als wäre sie ihm selbst dargeboten.<<

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Erste Generalaudienz im Jahr des Glaubens

Heute morgen eröffnete Papst Benedikt XVI vor rund 30.000 Pilgern und Besuchern auf dem Petersplatz einen neuen Katechesenzyklus, quasi eine Schule des Glaubens, mit dem er dieses 'Jahr des Glaubens' begleiten möchte.

>>Vor knapp einer Woche haben wir hier das Jahr des Glaubens begonnen. So möchte ich die Katechesenreihe über das Gebet unterbrechen und in diesem Jahr eine Reihe von Katechesen darüber machen, was Glaube ist und wie wir glauben können, die Freude wieder wachrufen, daß wir Christus kennen und durch ihn Gott kennen. Kirche ist dazu da, daß sie uns hilft, Christus zu begegnen und so Gott selbst kennenzulernen. Dabei geht es nicht um die Begegnung mit einer Idee oder mit einem Programm, sondern mit einer lebendigen Person, die uns anrührt und innerlich umwandeln kann. Gott, der die Liebe ist, der sich in seinem Sohn für uns hingibt, zeigt uns, daß nur in der Liebe die Fülle des Menschseins besteht. Der liebende Gott schafft in uns die geeigneten Bedingungen, daß wir fähig werden, ihm überhaupt zuzuhören, seine Wahrheit als Wahrheit zu erkennen und in uns aufzunehmen. Die Kirche ist dazu da, diese Wahrheit zu vermitteln, deren Kern im Glaubensbekenntnis zusammengefaßt ist. In unserer Zeit ist der Relativismus die große Mode: von überall nehmen wir uns etwas, was uns gerade gefällt; oder auch der Synkretismus, in dem man vieles zusammenfügt und sich doch nur selber darin spiegelt. Und dabei ist gleichsam eine Art von religiösem Analphabetismus entstanden. Die eigentlichen Dinge des Christseins und des eigenen Glaubens kennen wir weitgehend nicht mehr. Deswegen ist der Katechismus der Katholischen Kirche, den Papst Johannes Paul II. hat erstellen lassen, eine wichtige Hilfe, um zu wissen, wer wir sind, was wir glauben, und den Glauben auch zu verstehen und so leben zu können. Der Katechismus lehrt uns, zu Gott zurückzukehren und so sein Wirken in der Welt und an uns selber wahrzunehmen. Er, der lebendige Gott, gibt uns Gewißheit, wozu wir da sind, gibt unserem Leben Sinn.<<

Bild und Ton der Generalaudienz wie immer hier. 

Die heilige "Schreiner Nandl von Mindelstetten"

Der Wunsch nach Heiligkeit und die einfache, gläubige Annahme des Leidens werden heutzutage oft belächelt. Anna Schäffer (1882 - 1925) hatte diesen Wunsch bereits als Kind. An ihrem Erstkommuniontag bot sie ihr Leben dem Heiland als Opfer an. Um sich die Mitgift für eine Aufnahme in einem Missionsorden zu verdienen, verdingte sie sich als Dienstmagd in Regensburg und Landshut. Nach einem Unfall in der Waschküche, bei dem sie sich beide Beine verbrühte, und zahlreicher Krankenhausaufenthalte und Operationen blieb sie ans Bett gefesselt - über 20 Jahre lang.


 
 "Anna Schäffer - Leben und Bedeutung einer Heiligen"
Doku im Auftrag des Bistums Regensburg
In Zusammenarbeit mit TVA Ostbayern


Diese kleine Dokumentation erzählt ihr Leben und geht auch darauf ein, wie uns Anna Schäffer heute Vorbild sein kann in ihrem Mut, ihrer selbstlosen Hingabe und klaglosen Treue.



Feier der Heiligsprechung:
(die natürlich in Wort und Bild übertragen wird)
21. Oktober 2012 um 9.30 Uhr
Piazza San Pietro, Roma

100 Jahre Lächeln

Albino Luciani, der späterer Papst Johannes Paul I, wurde am 17. Oktober 1912 im norditalienischen Forno geboren, feiert also heute seinen hundertsten Geburtstag. Naja, er feiert in der Ewigkeit und wir hier unten.


"il sorriso di dio"
Bild vom Herrn Alipius gemopst.

Um sämtliche Gerüchte seinen Tod betreffend, mit denen man so konfrontiert wird, gleich im Keim zu ersticken, kommt hier für euch ein Interview, das Michael Ragg mit dem Historiker und Bestsellerautoren Michael Hesemann führte.

Hier geht's zur Mediathek von Kirche in Not, wo u.a. der Frage nachgegangen wird "wie Johannes Paul I wirklich starb?"

Dienstag, 16. Oktober 2012

John Paul II - we love you!

Mit einer kleinen Vorbeugung vor der ehrwürdigen Tradition reihe ich mich ein in das sog. "Papsting", heute am Jahrestag der Wahl des Papstes meiner Kindheit, des sel. Johannes Paul II. Wahrscheinlich sind die Bilder als solche eh bekannt, aber richtig Gutes kann man bekanntlich nicht oft genug sehen. 

Erste hl. Kommunion 1929
wiki commons.


als junger Student.
Bild von hier.  

Priesterweihe 1946
Bild von hier
Bischofsweihe 1958
Bild von hier.


Erhebung zum Kardinal 1967
Bild von hier. 

Papstwahl: 16. Oktober 1978
Bild von hier. 




Perfect

Er wollte perfekt sein. Der erfolgsverwöhnte Heath White läuft Marathons und war Pilot bei der US-Luftwaffe. Als er und seine Frau während der zweiten Schwangerschaft mit der Diagnose Down-Syndrom konfrontiert werden, stürzt ihn das in eine tiefe seelische Krise. Seine Frau erzählt über diese Zeit: „er war einfach… abwesend. Er war seelisch überhaupt nicht da.“ Heath gibt zu, dass es für ihn eine Art Sterben war, dass er ein Kind mit Down-Syndrom haben werde. Er versucht auch, seine Frau zu einer Abtreibung zu bewegen.


 


Erst als seine Tochter Paisley mit sieben Monaten soweit war, dass er und sie gemeinsam lachen und scherzen konnten, konnte er sie von Herzen annehmen. Er fing wieder an, Wettkämpfe zu laufen, doch diesmal schob er seine Tochter im Kinderwagen mit. „Paisley hat mich verändert“, sagt und bejaht seine Tochter mit ihrem Handicap.


Herbst - Drachenzeit

Bei strahlendem Herbstwetter liess man als Kind gerne einen Drachen steigen, heute tue ich das mit Benjamin Biolay und Vincent Delerm.


"Les cerf volants"
Vincent Delerm und Benjamin Biolay
live à la Cigale

Nur Mut!

Die Mutlosigkeit ist ein ernstes Hindernis in unserem Leben, weil sie wesentlich ein Mangel an Vertrauen darstellt.


Michel Quoist (1921–1997), franz. Priester und Autor

Montag, 15. Oktober 2012

Nichts soll dich ängstigen

nichts dich erschrecken. 
Wer sich an Gott hält, 
dem fehlt es an nichts. 
Gott allein genügt. 





Auch wenn es wahrscheinlich fürchterlich ausgelutscht ist, aber das muss heute einfach sein. Man könnte auch sagen: "Fürchte dich nicht. Alles vergeht. Gott allein bleibt in Ewigkeit. Lass dein Herz also von nichts gefangen nehmen, was nicht Gott ist."

Die Freiheit des Herzens

“Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen!“ (Mk 10,23): in seiner Ansprache vor dem Gebet des Angelus legte Papst Benedikt XVI. das Evangelium vom 28. Sonntag im Jahreskreis aus (Mk 10 17-30), in dessen Mittelpunkt das Thema des Reichtums steht. Dabei sagte er, Gott könne das Herz eines Menschen erobern, der sehr viel besitzt, und ihn zur Solidarität und zum Teilen mit dem Bedürftigen drängen, so dass er in die Logik des Gebens eintrete.

Es geht also darum, sich von den materiellen Reichtümern nicht gefangen nehmen zu lassen, sondern eine Freiheit des Geistes zu behalten, die es einem erlaube, das "Herz von allen Dingen loszulösen, um dem erkannten Willen Gottes zu folgen", wie der hl. Franz von Sales es in einem Brief formulierte. Der erfahrene, einfühlsame Seelenführer und Bischof von Genf benannte drei Merkmale, an welchen diese Freiheit zu erkennen sei:
>>Erstes Kennzeichen: Das Herz, das diese Freiheit besitzt, hängt nicht an Freuden. Es nimmt das Leid gelassen an, soweit die Natur dessen fähig ist. Ich sage nicht, dass es die Freude nicht liebt und wünscht. Aber es hängt nicht an ihr. 
Zweites Kennzeichen: Das Herz bindet sich in keiner Weise an geistliche Übungen. Wird es durch Krankheit oder durch andere Umstände daran gehindert, so entsteht ihm kein Bedauern. Ich sage wiederum nicht, dass es diese Übungen nicht liebt, sondern nur, dass es nicht daran hängt. 
Drittes Kennzeichen: Es verliert kaum jemals seinen Frohsinn, denn kein Verlust kann den traurig machen, dessen Herz an nichts hängt. Ich sage nicht, dass es die Freude nie verliert, wenn es sie jedoch verliert, dann nur für kurze Zeit. 
Die Wirkungen dieser Freihiet sind eine wohltuende Milde des Geistes, große Güte und Aufgeschlossenheit für alles, was nicht Sünde oder Gefahr zur Sünde ist. In dieser Haltung ist man für alle Tugend- und Liebesakte in schlichter Bereitschaft.<< (aus: Franz von Sales, Band V, Briefe an Frau von Chantal)

Das mag sich jetzt fast ein bisschen esoterisch anhören, im Grunde sagt es nicht mehr, als dass man sein Herz von nichts gefangen nehmen lassen soll, dass nicht Gott ist.


Heiliger Kirchenlehrer Franz von Sales - 
hilf uns dabei und bitte für uns!

Dario Pizzano im Youcat Zentrum

Das YOUCAT Zentrum lädt herzlich zu einer neuen Abendversanstaltung ein! Am Freitag, dem 26.10. wird Dario Pizzano um 19.30 Uhr bei uns zu Gast sein!

>>Er hat sie alle gehabt: alle Partys, alle Drogen, alle Frauen. Als Eventmanager und DJ gab er sich die volle Dröhnung – bis zu dem Tag, als er plötzlich Gott begegnet.


Dario Pizzano, geb. 1974 in Göttingen, arbeitete nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann 12 Jahre als Eventmanager, Clubbetreiber und DJ im Eichsfeld. Nach einer intensiven Gotteserfahrung im Jahr 2005, stieg er innerhalb von Wochen aus allem aus, was vorher sein Leben bestimmt hatte. Er trennte sich von seinem Beruf, seinem Milieu und begann ein Theologiestudium. Heute arbeitet Dario Pizzano in der Erwachsenenbildung der Diözese Erfurt. In Heiligenstadt im Eichsfeld hält und organisiert er Vorträge, Workshops, Benefizveranstaltungen und diverse Projekte für benachteiligte Jugendliche. Dario Pizzano bloggt außerdem und hat mit seiner Autobiographie Exzess – meine zwei Leben einen großen Bestseller gelandet.<<


"Dario Pizzano: 
Exzess - Aufbruch im Zusammebruch"
Freitag, 26. 10. 2012, 19h30
Youcat Zentrum


Sonntag, 14. Oktober 2012

Frieden und Nobelpreis

Vor einigen Tagen ging die Meldung herum, dass die Europäische Union für ihre Bestrebungen für Frieden in Europa den Friedensnobelpreis verliehen bekommen hat.

Nun, Frieden ist unbestritten ein nicht zu unterschätzendes Gut! Aber was ist denn mit den Millionen EU-Mitbürgern, die den Frieden gar nicht erleben dürfen, weil sie ihren Eltern gerade nicht passen?

Freitag, 12. Oktober 2012

Hochgoldener Herbst

Wenn das Wetter dem zurzeit so gar nicht entspricht, müssen wir uns halt den 'goldenen Oktober' von anderswo ins Haus holen. Zum Beispiel mit diesem Gedicht, das Gertrud von le Fort 1966 in ihrem 90. Lebensjahr schrieb. Kleines 'fun-fact': sie wurde an einem 11. Oktober geboren, 1876.


Und nun diese Pforten aus Glanz
Im eben noch waldigen Dunkel:
Hochgoldener Herbst,
Hochgoldenes Leuchten
Über den Buchenkronen
Bis tief hinab ins Dickicht
Der Farren und Kräuter!
Wie Sternenregen
Betauen die Birkenblätter
Den verzauberten Schritt,
Lautlosen Fackeln gleich
Lodern die einsamen Pappeln –
Nichts trägt mehr die eigenen Farben
Alles wurde Verklärung - -
Was ist dir geschehen, meine Welt,
Was ist dir geschehen?
Frage, o frage nicht Herz:
Alle Verklärungen
Brechen gnadenhaft ein –


Lesehinweis

Für alle mehr oder weniger treuen Leser kommt hier der Hinweis, dass sich 'klein Gertie' ausgebreitet hat. Seit kurzem schreibe ich hin und wieder auch für das Rosenkranz Blog von Phil und für das Gemeinschaftsblog 'Ja des Glaubens'.

Youcat - die Anfänge

aus der EWTN-Reihe: "Youcat - eine lebendige Jugendkatechese". In dieser Folge unterhält sich Subregens Andreas Süß mit seinen Studiogästen über die Anfänge des kleinen, gelben Buches und über die verschiedenen Wege zum Glauben. 





Sendetermin bei EWTN: Sonntag 21h
Wiederholungen:
Dienstag 13h, Donnerstag 22h30, Freitag 12h, Samstag 10h30.

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Glaubenswege gesucht!

Der 'Papsttreue' sucht zum Jahr des Glaubens die passende Wege. 

Dieser Aufruf gilt allen Interessierten, Bloggern und Nichtbloggern, regelmäßigen Lesern und nur sporadisch Vorbei-Schauenden:
>>den eigenen Glaubensweg einmal zu beschreiben, in aller Kürze oder auch in notwendiger Breite, als Abkürzung oder auch mit allen Schleifen, die man gegangen ist … ganz so, wie man seinen Glaubensweg einem interessierten guten Freund erzählen würde. Dabei ist es auch egal, ob man nun katholisch, evangelisch, überhaupt christlich oder einer anderen Religion zugehörig ist, auch einen atheistischen "Glaubensweg" würde ich natürlich veröffentlichen. Gerne werde ich eingegangene Berichte anonym, d.h. ohne Namensnennung oder – wenn gewünscht – auch unter Nennung des Namens in dieser Serie veröffentlichen.<<
 
[Die fertigen Episteln bitte an papsttreuer [at] gmx.de senden, vielleicht als Mailtext oder in Word, besser kein pdf, damit es besser einzubinden ist.]

Was Mormonen, Verschwörungstheoretiker und das Glaubensbekenntnis miteinander zu tun haben

Ein investigativer Journalist in den USA hatte offenbar zuviel freie Zeit und sich gedacht, den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney abzuschießen. Rausgekommen ist ein Bericht, den 'die Dame vom Teetisch' gesehen und gleich analysiert hat.

>>Man gewann den Eindruck, daß die 13 Millionen Mitglieder größtenteil damit beschäftigt seien, die Weltverschwörung zu planen, verwerflicherweise mit mehreren Frauen zusammenlebten und ganz, ganz viele Kinder bekommen damit sie ihren secret, evil cunning masterplan for world domination umsetzen können. Wenn Rainer Langhans mit seinem "Harem" zusammenlebt ist das supercool, sobald es der Mormone tut ist es böse? Können wir uns mal entscheiden? Mormonen vermehren sich also wie die Karnickel. Ja, und, das tut die jeweilige "Feindgruppe" (HartzIVler, MIgranten usw) immer. Katholiken übernehmen ja bekanntlich auch via Pillenverbot die Weltherrschaft. Hmmm.... müssen wir es am Ende mit den Mormonen ausnuken? Weltverschwörungen werden Katholiken auch ständig vorgeworfen, ich warte immer noch auf meine Einladung zur Katholischen Weltverschöwrung. Pennt mein Führungsoffizier?<<

Danke, Cassandra! :-D

drei, zwei, eins....

  • Bibel - check!
  • Rosenkranz - check!
  • Youcat - check!

Bild von hier.

  • die nächste Kirche bzw. einen guten Beichtvater rausgesucht - check!
  • Radio bzw. Web-TV zur live-Verfolgung von Hl. Messen und Papstkatechese - check!


Jahr des Glaubens kann kommen!  

Heute, 11. 10. 2012, um 10.00 Uhr geht's los.

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Nur Gebet?

>>Im Monat Oktober erinnern sich viele Katholiken an das Gebet des Rosenkranzes. In Treue zum Papst und zu ihrer Kirche. Vielleicht aus Tradition, aus guter Gewohnheit. Doch: Beten – was heißt das eigentlich? Was passiert dabei im Beter? Sind sich die Christen aller Konfessionen bewusst, wie sehr ihr Gebet von der Norm des Alltags abweicht? Dem Kreisen um sich selbst, dem Sog der vielen kleinen Aufmerksamkeiten? Dass man sogar von einer Erlösung aus der De-Zentralisierung sprechen kann, die gerade die christliche Form des Betens verheißt?<<

Dr. Johannes Hartl, Leiter der Initiative Gebetshaus Augsburg hat dazu für die Tagespost eine Inspektion ohne fromme Tabus geschrieben.

>>Wer betet, unterbricht jedoch nicht nur seine alltäglichen Beschäftigungen. Das noch Entscheidendere geschieht nicht im zeitlich Messbaren, sondern im Herzen des Menschen. Der Beter wendet seine Aufmerksamkeit Gott zu. Das unterscheidet Gebet von Introspektion. Von vielen Formen der Meditation oder der Therapie. Wer wirklich betet, vollzieht den radikalsten Akt des menschlichen Herzens: Er wendet sich ab von sich selbst. Der Grundzustand des menschlichen Herzens ist das Kreisen um sich selbst. Bei Tag und bei Nacht sind wir in Gedanken. Und in unseren Gedanken geht es um unsere Pläne. Das, was wir noch zu tun haben. Unsere Wünsche. Unsere Sehnsüchte. Es geht um unsere Einschätzung, unsere Verpflichtungen, unsere Sorgen. Unsere, unsere, uns, meine, mich, ich... Es geht in alledem um uns selbst. Das menschliche Herz kreist um sich selbst und nichts ist ihm unnatürlicher als der Ausbruch aus dieser Beschäftigung mit sich selbst.<<

Lesebefehl!!

50 Jahre Vaticanum II und die Wiederentdeckung Gottes

Zur morgigen Eröffnung des Jahres des Glaubens anlässlich des 50. Jahrestags des Beginns des II. Vatikanischen Konzils begann Papst Benedikt XVI. vor über 20.000 Pilgern und Besuchern eine Reihe von Katechesen, bei denen in der kommenden Zeit das „große Ereignis des Konzils – ein großes Fresko der Vielfalt unter der Leitung des Heiligen Geistes“ im Mittelpunkt stehen werden.

>>Morgen sind es fünfzig Jahre, daß Papst Johannes XXIII. das Zweite Vatikanische Konzil eröffnet hat, und an diesem Tag beginnen wir auch ein Jahr des Glaubens, um uns wieder neu in das Wollen dieses Konzils und den Willen des Herrn selbst hineinzugeben, glauben zu lernen und aus dem Glauben zu leben. Johannes XXIII. hat das Konzil einberufen aus dem Bewußtsein heraus, daß Christentum müde geworden war und nicht mehr recht in der Zeit zu stehen schien, in Sprache und Formen der Vergangenheit zugehörig schien. Und so hat er das Stichwort »Aggiornamento« geprägt, »es wieder auf den Tag bringen«, das heißt nicht einfach irgendwie äußerliches Neu-Anstreichen, sondern es bedeutet, seine innere Gegenwart neu zu entdecken. Er wollte, daß die beständige und lebendige Gegenwärtigkeit des Glaubens wieder sichtbar wird, daß er wieder heute lebt und Menschen von heute und die Welt von heute formt. Wenn wir zurückschauen, können wir sagen, das Wesentliche, was uns das Konzil gesagt hat, ist eigentlich sehr einfach: Gott gibt es. Er ist nicht eine Hypothese. Er ist Wirklichkeit. Und Gott ist nicht nur irgendwo fern, sondern er ist selbst Mensch geworden. Gott ist so, wie Jesus Christus ist, denn Christus ist Mensch und Gott. Und wir können Gott begegnen, auf ihn zu leben und so unser Leben und die Welt reicher und größer machen. In diese einfache Mitte des Glaubens hinein wollte und will das Konzil uns wieder führen, und wir wollen sie heute neu erlernen und so wieder heute Christen sein, damit heute Gott in die Welt hereinleuchte und so der Mensch seine Würde wieder neu entdecken kann. Denn wenn Gott wegfällt, ist auch unsere Würde dürftig geworden. Wir wollen den Herrn bitten, daß er uns hilft, dieses Jahr freudig zu begehen und neu den Glauben zu entdecken, uns von ihm entdecken zu lassen und so auf den Herrn zuzugehen und der Erneuerung der Welt zu dienen.<<

Eine solche "Hausaufgabenhilfe" können bestimmt nicht nur die Christen im Bistum Saratow sehr gut gebrauchen. Vielen Dank, lieber Papa Benedetto! 


 
(für Bild und Ton der Generalaudienz bitte hier gucken)

Dienstag, 9. Oktober 2012

Youcat.tv - Oktober 2012

Wow, das Blog von YOUCAT Deutschland hat sich pünktlich zum Jahr des Glaubens ebenfalls ein neues Outfit geleistet. Ist super schön geworden, Kompliment!






Mit diesen Themen:
  • Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz (Teil I)
  • Chaldäisches Jugendfestival in Benediktbeuern
  • Hannes Speckle über die Theologie des Leibes
  • YOUCAT- Frage des Monats: "Was ist Glaube?" (YC 307)



Jahr des Glaubens - we care!

[kleiner Einstiegskommentar zum aktuellen Gemeinschaftsblog. Warum es mich freut, dort mitzumachen.]


Eduard Habsburg hat in einem Gastkommentar auf kath.net zurecht angemerkt: "Stell dir vor, es ist Jahr des Glaubens und keiner geht hin."

Dass ein solch weltweites und tiefgehendes, also wahrhaft katholisches Großereignis wie das nun beginnende 'Jahr des Glaubens' so durch die Maschen der allgemeinen Aufmerksamkeit rutschen kann, ist gelinde gesagt erstaunlich. Vielleicht ist der "Denk-Automatismus" vieler Journalisten, von dem Habsburg spricht nur die Spitze eines Eisbergs; vielleicht bestehen solche Denkmuster und Scheuklappen, wenn es um religiöse Angelegenheiten geht, in vielen Gehirnen und Herzen. Wie kann es sonst sein, dass man als 'normale Gläubige', als jemand, der in den römisch-katholischen Glauben hineingewachsen ist, diesen auch als Erwachsene als kostbar erkannt hat und ihn deswegen einfach in Ruhe leben möchte, sich immer öfter in die Defensive gedrängt sieht und dies nicht immer so sehr von aggressiv-atheister Seite. Welchen Grund könnten vielmehr Menschen haben, die ebenfalls katholisch sind, wie sie meist auch betonen, dies aber anders (weniger? Aber wer will da urteilen? Ich nicht.) praktizieren, ihre Brüder und Schwestern im Glauben anzugehen, weil diese ihrer Meinung nach zu oft in die Kirche gehen, zu intensiv und die 'falschen' Gebeten beten, etc.Wieso solche Kommentar dann meist mit der Ansicht verknüft werden, dass das 'ganze Religiöse' doch 'nichts mit dem echten Leben' zu tun hätte, dass man tunlichst 'seinen Kopf aus den Wolken nehmen' sollte und es bitte 'nicht übertreiben' sollte, wird mir wohl noch länger ein Rätsel bleiben. Auch Einwände, dass doch gerade der Glaube an Jesus die Fragen nach dem tieferen Sinn hinter allem, also vor allem nach dem 'echten Leben' beantwortet, verhallen meist ungehört, oder werden beantwortet, dass ein Glaube wertlos wäre, der nicht im 'Alltag umgesetzt wird', womit meist nur das sozialverträgliche Zusammenleben gemeint ist.

Vielleicht hat S.Exz. Weihbischof Florian Wörner von Augsburg doch recht, wenn er sagt, dass wer von Gott her denkt, Dinge anders beurteilt. So möchte ich immer denken, weil ich es als die bessere, die vernunft- und menschengemäßere Denk-, Lebens- und Glaubensweise erkannt habe. In diesem Sinne antwortete ich Eduard Habsburg auf seine Frage: "Jahr des Glaubens - who cares?" - "I care!"

Montag, 8. Oktober 2012

Zwei Anfänge

Nicht nur ist heute das angekündigte Gemeinschaftsblog der deutschsprachigen Blogoezese online gegangen, sondern 'klein Gertie' darf seit heute auch beruflich an der Verbreitung des Wortes Gottes (via Radio Horeb) mitwirken. *grins*


Design: Peter Esser


Gut, dass es solche wachen Blogger gibt, wie Peter Winnemöller, Peter Esser und die anderen, die sich noch bereit erklären werden, an dem 'Ja-des-Glaubens' mitzuwirken. *auch will*

Denn von offizieller Seite der katholischen Kirche in Deutschland ist bis heute, drei Tage vor dem großen Beginn des Glaubensjahres, noch reichlich wenig zu spüren.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Dem Leben Form geben

"Rosenkranzverleihung an hll. Dominikus und Catherina von Siena",
gemalt von Johann von Schraudolph;
Klausenkapelle Oberstdorf



All jenen, die mit diesem uralten, meditativen Gebet bisher ihre Schwierigkeiten gehabt haben mögen, seien die Worte zugerufen, die Papst Benedikt XVI heute vor dem Angelus den auf dem Petersplatz versammelten Pilgern und Besuchern sagte:
>>Mit dem Rosenkranz „lassen wir uns von Maria, Vorbild des Glaubens, in der Betrachtung der Geheimnisse Christi führen“. So werde dem Gläubigen Tag für Tag geholfen, das Evangelium aufzunehmen, so dass dieses „unserem Leben Form gibt“. Der Papst rief dazu auf, den Rosenkranz persönlich, in der Familie und in der Gemeinde zu beten „und sich so in die Schule Mariens zu begeben, die zu Christus führt, lebendige Mitte unseres Glaubens“.<<

So ein Rosenkranz ist übrigens auch sehr entspannend nach einem harten Arbeitstag - relax with holy Mary! :-)

Gaudium magnum!

[Post war zwischenzeitlich gelöscht, weil ich dachte, ich hätte mich im Datum geirrt.Sorry!]


Viel war heute los, jenseits des Tibers. Zum einen wurde die Bischofssynode feierlich eröffnet und dann  haben wir zwei neue Kirchenlehrer! Heute morgen erhob der Heilige Vater, unser lieber Papa Benedetto, den hl. Johannes von Avila und die hl. Hildegard von Bingen zu 'doctores ecclesiae'!

>>Die Heiligen sind die wahren Protagonisten der Evangelisierung in all ihren Ausdrucksformen. Sie sind im besonderen auch die mitreißenden Pioniere der neuen Evangelisierung: Durch ihre Fürsprache und das Beispiel ihres für die Fantasie des Heiligen Geistes offenen Lebens zeigen sie den gleichgültigen oder sogar feindlich gesinnten Menschen die Schönheit des Evangeliums und der Gemeinschaft mit Christus und laden die „lauen" Gläubigen ein, in der Freude von Glaube, Hoffnung und Liebe zu leben und den „Geschmack" am Wort Gottes und an den Sakramenten – besonders am Brot des Lebens, der Eucharistie – wiederzuentdecken.[...]
An dieser Stelle wollen wir einen Moment innehalten, um die beiden Heiligen zu würdigen, die heute in die erlesene Schar der Kirchenlehrer eingereiht worden sind. Der heilige Johannes von Avila lebte im 16. Jahrhundert. Er verfügte über eine gründliche Kenntnis der Heiligen Schrift und war von einem brennenden missionarischen Geist erfüllt. In einzigartiger Tiefe vermochte er die Geheimnisse der von Christus für die Menschheit erwirkten Erlösung zu durchdringen. Als ein wahrer Gottesmann verband er das ständige Gebet mit der apostolischen Tätigkeit. Er widmete sich der Predigt sowie der Förderung der sakramentalen Praxis und konzentrierte seine Bemühungen auf die Verbesserung der Ausbildung der Priesteramtskandidaten, der Ordensleute und der Laien, im Hinblick auf eine fruchtbare Reform der Kirche.
Die heilige Hildegard von Bingen, eine bedeutende weibliche Gestalt des 12. Jahrhunderts, hat ihren wertvollen Beitrag zur Entwicklung der Kirche ihrer Zeit geleistet, indem sie ihre von Gott erhaltenen Gaben zur Geltung brachte, wobei sie sich als eine Frau von lebhafter Intelligenz, tiefer Sensibilität und anerkannter geistlicher Autorität erwies. Der Herr schenkte ihr einen prophetischen Geist und eine leidenschaftliche Fähigkeit, die Zeichen der Zeit zu unterscheiden. Hildegard besaß eine ausgeprägte Liebe zur Schöpfung und beschäftigte sich mit Medizin, Dichtung und Musik. Vor allem bewahrte sie immer eine große und treue Liebe zu Christus und seiner Kirche.[...]<<
(Video und Originaltext dieser Predigt des hl. Vaters hier.)