Mittwoch, 31. Dezember 2014

Wo kommen wir her, wo gehen wir hin?

Wir sind auf der Erde, um Gott zu erkennen und zu lieben, nach seinem Willen das Gute zu tun und eines Tages in den Himmel zu kommen.
Mensch sein heißt: von Gott kommen und zu Gott gehen. Wir kommen von weiter her als von unseren Eltern. Wir kommen von Gott, in dem alles Glück des Himmels und der Erde zu Hause ist, und wir werden in seiner ewigen, grenzenlosen Seligkeit erwartet.

(aus: YOUCAT, Frage 1)

Montag, 29. Dezember 2014

Jahresheilige-Ziehen 2015: der etwas andere Silvesterspaß

Mein Freund des Himmels für die Abenteuer des Jahres 2015 A.D. ist der hl. Paulus von Tarsus. Gezogen mit Gottes Hilfe aus dem virtuellen Korb von Kirche in Not.
Da werde ich nächstes Jahr wohl noch mal verstärkt die Paulus-Briefe in der Bibel lesen und für jemanden, der die Neuevangelisation im Medium Buch unterstützt, kann der große "Erklärbär" unter den Aposteln auch nicht schaden.
 
Ziehe auch du deinen Jahresheiligen unter http://www.kirche-in-not.de/jahresheiligenziehen

Freitag, 26. Dezember 2014

Die 12 Weihnachtstage

Im englischen Sprachraum ist es schöner Brauch, die 12 Weihnachtstage zu besingen und so daran zu erinnern, dass Weihnachten eben nicht maximal am 2. Feiertag endet. Natürlich trägt die Freude über den menschgewordenen Sohn Gottes idealerweise ein ganzes Leben, aber direkt feiern dürfen wir bis zum 6. Januar, dem Fest der Erscheinung des Herrn. (Epiphanias. Man lernt nie aus. Danke an aufmerksame Leser.)


Donnerstag, 25. Dezember 2014

Urbi et Orbi 2014: Jesus, Kinder und verfolgte Christen


Jesus, Gottes Sohn, der Retter der Welt, ist uns geboren. Er wurde in Bethlehem von einer Jungfrau geboren. So erfüllten sich die alten Prophetien. Die Jungfrau heißt Maria, ihr Verlobter Josef. Es sind einfache Menschen, voll der Hoffnung auf Gottes Güte, die Jesus aufnehmen und ihn erkennen. So hat der Heilige Geist die Hirten von Bethlehem erleuchtet, die zur Grotte geeilt sind und das Kind angebetet haben. Und dann hat der Heilige Geist die betagten Simeon und Hanna – auch sie einfache Menschen – in den Tempel von Jerusalem geführt, und sie haben in Jesus den Messias erkannt. »Meine Augen haben das Heil gesehen«, ruft Simeon aus, »das du [Gott] vor allen Völkern bereitet hast« (Lk 2,30).

Ja, Brüder und Schwestern, Jesus ist das Heil für jeden Menschen und für alle Völker!

Ihn, den Retter der Welt, bitte ich heute, dass er auf unsere Brüder und Schwestern im Irak und in Syrien schaue, die seit zu langer Zeit unter den Auswirkungen des Konfliktgeschehens leiden und zusammen mit den Angehörigen anderer ethnischer und religiöser Gruppen grausame Verfolgung erleiden. Weihnachten bringe ihnen Hoffnung wie den zahlreichen Evakuierten – Vertriebene und Flüchtlinge, Kinder, Erwachsene und Alte – in der Region und in der ganzen Welt; Weihnachten verwandle die Gleichgültigkeit in Nähe und die Ablehnung in Aufnahme, damit alle, die jetzt geprüft sind, die notwendigen menschlichen Hilfen erhalten, um die Härte des Winters zu überstehen, um in ihre Länder zurückzukehren und in Würde zu leben. Möge der Herr die Herzen für das Vertrauen öffnen und dem ganzen Nahen Osten seinen Frieden schenken – angefangen bei dem Land, das durch seine Geburt gesegnet worden ist –, indem er die Anstrengungen derer unterstütze, die sich tatkräftig für den Dialog zwischen Israelis und Palästinensern einsetzen. Jesus, der Erlöser der Welt, möge auf alle schauen, die in der Ukraine leiden, und gewähren, dass dieses geschätzte Land die Spannungen überwinde, den Hass und die Gewalt besiege und einen neuen Weg der Brüderlichkeit und der Versöhnung beschreite. Christus, der Erlöser, möge Nigeria Frieden geben, wo weiteres Blut vergossen wird und zu viele Menschen ungerecht ihren Lebenskreisen entrissen, als Geiseln gehalten oder massakriert werden. Frieden erbitte ich auch für andere Teile des afrikanischen Kontinents. [...]

Das Jesuskind. Ich denke an all die Kinder, die heute getötet und misshandelt werden: an jene, die getötet werden, bevor sie das Licht der Welt erblicken, denen die großherzige Liebe ihrer Eltern vorenthalten wird und die im Egoismus einer Kultur begraben werden, die das Leben nicht liebt; an die Kinder, die aufgrund von Kriegen und Verfolgungen vertrieben werden, missbraucht und ausgebeutet unter unseren Augen und unserem begünstigenden Schweigen; und an die Kinder, die unter den Bombardierungen massakriert werden, auch dort, wo der Sohn Gottes geboren wurde. Ihr ohnmächtiges Schweigen schreit noch heute auf unter dem Schwert von vielen „Herodes“. Über ihrem Blut liegt heute der Schatten der vielen „Herodes“ unserer Zeit. In der Tat gibt es diesmal zu Weihnachten viele Tränen – zusammen mit den Tränen des Jesuskindes.

Liebe Brüder und Schwestern, der Heilige Geist möge heute unsere Herzen erleuchten, auf dass wir im Jesuskind, das in Betlehem von der Jungfrau Maria geboren wurde, das von Gott geschenkte Heil erkennen können für jeden von uns, für jeden Menschen und für alle Völker dieser Erde. Die Macht Christi, die Befreiung und Dienst ist, mache sich in vielen Herzen bemerkbar, die unter Kriegen, Verfolgungen und Sklaverei leiden. Mit ihrer Sanftmut nehme diese göttliche Macht die Herzenshärte vieler Männer und Frauen weg, die in einem mondänen Leben oder in der Gleichgültigkeit, in der Globalisierung der Gleichgültigkeit versunken sind. Seine rettende Kraft mache die Waffen zu Pflugscharen und verwandle die Zerstörung in Kreativität und den Hass in Liebe und Zärtlichkeit. So werden wir mit Freude sagen können: “Unsere Augen haben dein Heil gesehen“.

In diesem Sinne: frohe Weihnachten euch allen!

Frohe Weihnachten und Friede auf Erden bei den Menschen guten Willens!

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Montag, 15. Dezember 2014

Rassismus ist

wenn mich jemand auf offener Straße mündlich oder tätlich angeht, nur weil ich in Asien geboren wurde und ungeachtet meines deutschen Paßes.  
(Was ich mir da so im Laufe meines Lebens anhören durfte, möchte ich hier nicht wiedergeben. Ich jedenfalls bin gut erzogen.)

Rassismus ist nicht, wenn Menschen ihrer Besorgnis in Demonstrationen und Sprechchören Ausdruck verleihen.

Man mag zu Einwanderern, Mitbürgern mit anderer oder gar keiner Religion stehen wie man will, aber man sollte seine Meinung wenigstens sagen dürfen. Solange man bei diesen Demonstrationen nicht die Meinungsfreiheit und Unversehrtheit anderer Menschen tangiert, sollte eine Demokratie so etwas aushalten. Natürlich kann man nicht verhindern, dass Extremisten solche Versammlungen zu kapern versuchen. Das ist dann die Herausforderung, die diese Bürgerbewegungen zu bewältigen haben. Aber man muss ihnen die Gelegenheit geben, sich zu bewähren. Sie vorschnell alle als "Nazis" zu brandmarken ist nicht der Weg.
Wenn man nämlich eine Gefahr immer und überall wittert, bemerkt man sie nicht mehr, wenn sie einmal wirklich vor der Tür steht. Das klingt vielleicht paradox. Es ist vielleicht so ähnlich wie bei dem kleinen Jungen, der sich einen Spaß daraus machte, jeden Tag die Bewohner des Dorfes mit dem Ruf "der Wolf kommt" zu erschrecken. Als dann wirklich ein Wolf kam, glaubte ihm niemand. 


Samstag, 13. Dezember 2014

Herzlichen Glückwunsch allen Lucias!

Lucia wurde 286 in Syrakus, Sizilien geboren und starb dort gegen 310 A.D. 1894 fand man eine Grabinschrift in der Katakombe San Giovanni in Siracusa, die Lucias frühe Verehrung bezeugt.

Info vom heiligenlexikon. Bild von Wiki.

Nach der Legende gelobte Lucia schon als Kind ewige Jungfräulichkeit, aber ihre Mutter Eutychia wollte sie verheiraten. Lucia zögerte die Verlobung hinaus. Als die Mutter erkrankte, unternahm Lucia mit ihr eine Wallfahrt zum Grab der hl. Agatha. Zurückgekehrt, kündigte Lucia die abgesprochene Eheschließung. Mit ihrem Vermögen und mit Unterstützung ihrer Familie gründete sie dann eine Armen- und Krankenstation, auch die wundersam geheilte Mutter unterstützte nun ihre Tochter. Berichtet wird, dass Lucia ihren Glaubensgenossen Lebensmittel in die Verstecke brachte. Damit sie beide Hände frei hatte zum Tragen der Speisen, setzte sie sich einen Lichterkranz aufs Haupt, um in der Dunkelheit den Weg zu finden. Der abgewiesene und enttäuschte Verlobte verriet Lucia an den Präfekten. Dieser wollte sie ins Dirnenhaus bringen lassen - ähnlich der Agatha -, aber ein Ochsengespann und tausend Männer waren nicht imstande, die Gefesselte von der Stelle zu bewegen. Weitere Legenden berichten, dass sie sich ihre schönen Augen ausgerissen und sie auf einer Schüssel ihrem Verlobten geschickt habe, doch habe ihr Maria noch schönere Augen wiedergegeben.

Im Mittelalter wurden am Luciatag die Kinder beschert, der 24. Dezember wurde erst ab dem 16. Jahrhundert als Gabentag gefeiert. Noch heute wird in Italien am Luciatag "Torrone dei poveri" als Mahlzeit für die Armen vorbereitet: Kichererbsen werden mit Zucker gekocht, bis daraus eine feste Masse entsteht. In Schweden, wo Lucia besonders verehrt wird, bringen junge Mädcehn mit Kerzen auf dem Kopf das Frühstück zu ihren Familien. Außerdem gilt Lucia auch als Patronin der Blinden.

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Tauet Himmel, den Gerechten

Eines meines liebsten Adventslieder ist "Tauet Himmel, den Gerechten" (GL 843). Wieviel Sehnsucht steckt darin, wieviel Sehnsucht muss jemand haben, dass er selbst die Wolken anfleht, aufzubrechen und den Ersehnten, den Geliebten herabzuregnen. Neben der bekannten Textfassung von Christoph Bernhard Verspoell von 1829, deren Vertonung ihr auf katholisch.de hören könnt, finde ich die Version des Christoph von Schmied (1811) einfach bezaubernd.

1. Thauet, Himmel, den Gerechten!
Wolken! regnet ihn herab!
Rief sein Volk in bangen Nächten
Aus der Sünde finsterm Grab.
Und Er kam. – Mit Ihm kam Segen,
Wie ein milder Frühlings-Regen
Wie des Himmels sanfter Thau
Rings erquicket Feld und Au.

2. Auch zu uns, o hört es, Sünder!
Kommt der Herr der Herrlichkeit.
Machten nur wir Menschenkinder
Unsre Herzen Ihm bereit.
Frieden, Ruhe, Licht und Leben
Will Er uns auch jetzt noch geben.
Er, das Heil, durch den allein
Sünder können selig seyn.

(weiter geht es hier)

Montag, 8. Dezember 2014

Mit dem Hl. Alfons von Liguori die Immaculata preisen

Meine Unbefleckte Königin Maria,
ich freue mich mit dir, dass Gott dich mit so grosser Reinheit gesegnet hat.
Ich danke unserem Schöpfer, dass er dich vor aller Makel der Schuld bewahrte.
Ich bin fest von dieser Wahrheit überzeugt und bereit,
wenn es notwendig wäre, mein Leben hinzugeben für diesen so erhabenen
und ganz einzigen Vorzug deiner Unbefleckten Empfängnis.
Ich wünschte, die ganze Welt möchte dich kennen und preisen als das schöne Morgenrot,
immer geschmückt mit dem göttlichen Licht, als die auserwählte Arche des Heiles,
die vor dem allgemeinen Schiffbruch der Sünde bewahrt blieb,
als jene vollkommene und unbefleckte Taube, für die dein göttlicher Bräutigam dich selbst erklärt hat,
als den verschlossenen Garten, der der Lieblingsaufenthalt Gottes ist,
als die versiegelte Quelle, zu der der böse Feind nie Eingang fand.
Ich wünschte, die ganze Welt möchte dich kennen als jene weisse Lilie,
die zwischen den Dornen, nämlich den Kindern Adams, wächst,
die alle von der Sünde befleckt, in der Feindschaft Gottes geboren werden,
während du allein ganz strahlend rein, ganz heilig, aufs innigste von deinem Schöpfer geliebt, geboren wurdest.
Bitte, lass mich loben, wie Gott dich lobte:
Du bist ganz schön und kein Makel ist an dir, ganz heilig, ganz schön.
Du bist immer eine Freundin Gottes gewesen.
Wie schön bist du, meine liebenswürdigste, meine Unbefleckte Jungfrau, so schön in den Augen Gottes.
Schau mit deinen barmherzigen Augen auf die schrecklichen Wunden meiner armen Seele.
Sieh mich an, habe Mitleid mit mir und heile mich, du schöne Geliebte des Herzens, zieh auch mein elendes Herz zu dir.
Welche Gnade sollte dir Gott versagen, der dich zu Seiner Mutter und zu Seiner Braut erwählt,
dich deshalb vor jedem Sündenmakel bewahrt und dich allen Geschöpfen vorgezogen hat.
Unbefleckte Jungfrau Maria, lass mich immer an dich denken und vergiss mich nicht,
bis ich deine Schönheit im Himmel schaue, wo ich dich noch weit mehr loben und lieben werde,
meine Mutter, meine Königin, Schönste, Reinste, Unbefleckte Jungfrau Maria.
Amen.

(Hl Alfons von Liguori. Von zeitzubeten.org)

Chapel Veil in maulbeer und silber

Da das maulbeerfarbene Chapel Veil vom April 2012 inzwischen längst seine Trägerin in Italien wärmt, brauche ich ein neues "Kuscheltuch für den lieben Gott". Nach erfolglosen Versuchen, im online Handel ein Tuch zu finden, das erschwinglich ist und mir gefällt - die Quadratur des Kreisen, ich weiß :D - bin ich wieder zum selber machen übergegegangen. Lace Häkelei erschien mir immer als eine der schwierigsten Techniken, in dem Buch von Béatrice Simon sind aber auch einfachere Modell drin.


Ein Knäuel Rico creative reflection lachte mich schon seit geraumer Zeit aus der Wollkiste an. Und diese Farbe - maulbeer oder ein sehr tiefes brombeer - erschien mir zusammen mit den silberfarbenen Reflexen besonders feierlich.


Gerade zu passend für die Jahreszeit - früher war mehr Lametta! - aber auch, weil jedes Hl. Messopfer ein Fest ist, die Feier unser aller Erlösung durch Jesu aufopfernde Liebe am Kreuz.

Nun muss er's wieder selber erklären, der Papst

Viel ist den letzten Tagen und Wochen um Geschehnisse aus dem Vatikan wieder geschrieben und in sozialen Netzwerken geäußert worden. Scheinbar gehört der Spekulatius auch in dieser Jahreszeit zum Lieblingsgebäck der Journalisten und aller, die es gern wären. Nun muss er's halt wieder selber erklären, der Papst. Er tat dies in einem erneuten großen Interview, diesmal für die argentinische Tageszeitung "La Nacion". Artikel zum ganzen Interview gibt's bei Radio Vatikan, hier nur Auszüge zu den brisantesten Themen.

Zur Familiensynode:
Die Synode sei kein Parlament, so der Papst, sondern ein offener, vom Hl. Geist geschützter Raum. Die Behauptung, die Väter der Familiensynode hätten sich in zwei Gruppen gespalten, sei zu einfach. Es sei nun mal wichtig, „deutlich zu sprechen und in Demut zuzuhören“.
Die Familien befänden sich heute in großen Schwierigkeiten, denn viele Ehe würden nur aus sozialer Konvention heraus geschlossen. Man müsse sich fragen, inwieweit es sich überhaupt um gültige, sakramentale Ehen handele. Schon Benedikt XVI. habe diese Frage aufgeworfen. Wiederverheirateten Geschiedenen die Kommunion zu geben, sei hingegen keine Lösung, so Franziskus. Die Lösung sei die „Integration“, es müssten die Türen weiter geöffnet werden.
Es zähle am Ende der Nachsynodale Bericht, die Abschlussbotschaft und die Papstansprache. Kein Punkt der Lehre der Kirche über die Ehe angerührt sei von ihm angerührt worden

Zu Raymond Kardinal Burke:
Franziskus dementiert Spekulationen, er habe Kurienkardinal Raymond Leo Burke wegen dessen Äusserungen während der Bischofssynode strafversetzt. Er habe Burke schon lange vor der Synode den Vorschlag gemacht, von der Spitze des obersten vatikanischen Gerichtshofs zum Malteserorden zu wechseln. Burke sei eines Tages zu ihm gekommen und habe ihn gefragt, warum er in seinem Amt noch nicht bestätigt worden sei, berichtete der Papst in dem Interview weiter. Er, der Papst, habe darauf verwiesen, dass der Kardinalsrat der Kurienreform noch nicht über eine Neustrukturierung der vatikanischen Gerichte entschieden habe. Dann habe er die Anfrage des Malteserordens nach einem neuen Kardinalpatron erhalten. Für diese Aufgabe sei ihm Burke in den Sinn gekommen, weil dafür ein US-Amerikaner nötig sei, der sich in diesem Ambiente bewegen könne.

Zu Oberst Daniel Anrig:
Zu Gerüchten über die Gründe der Abberufung des Kommandanten der Schweizer Garde sagte er, das Mandat Anrigs sei schon vor einiger Zeit abgelaufen, und er habe ihn persönlich darüber informiert, dass die laufende Verlängerung „donec aliter provideatur“ demnächst enden würde. Anrig sei gewiss nicht zu streng gewesen. Es sei dem Papst nur um eine gesunde und normale Erneuerung gegangen. Anrig sei eine „hervorragende Person, ein guter Katholik, mit einer hervorragenden Familie“, so Franziskus. Ebenso wies der Papst Mutmassungen zurück, die neu renovierte Wohnung des Kommandanten sei ihm zu großzügig gewesen. Er verwies darauf, dass der Kommandant vier Kinder habe.

Samstag, 6. Dezember 2014

Socken zu St. Nikolaus

Von der immer weiter um sich greifenden US-amerikanischen Sitte, Socken an Heiligabend an den Kamin zu hängen, damit der "Weihnachtsmann" diese mit Geschenken füllen kann, war ich schon immer irritiert. Dennoch ist das mit den gefüllten Socken ein schöner Brauch, auch wenn mein Bruder und ich haben von klein auf unsere Stiefel in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember vor die Tür gestellt haben und da kam dann der hl. Nikolaus vorbei und hat Orangen, Nüsse und Schokolade rein getan. Dieser Brauch ist wenigstens mit einer Legende aus dem Leben des heiligen Bischofs von Myra verknüft, nachdem dieser drei armen Mädchen über Nacht zur nötigen Mitgift verholfen hat.


Passend zum heutigen Tag ist mir neben stehender Mini-Stiefel von der Häkelnadel gehüpft. Mit gebrannten Mandeln, Schokolade und Mandarinen bildet er dann das Namenstagsgeschenk für unseren YOUDEPRO - Philosophen,  Nicolás.


Herzlichen Glückwunsch zum Namenstag an dieser Stelle auch an alle anderen, die den Namen des hl. Nikolaus in mehr oder weniger abgewandelter Form im Pass tragen!

Freitag, 5. Dezember 2014

Hoffnung im Advent

Dienstag, 2. Dezember 2014

24-Stunden-Kita: und wo ist da der Unterschied zum Kinderheim?

In Schwerin hat sich scheinbar auch 25 Jahre nach dem Mauerfall nicht wirklich viel geändert. Zumindest nicht für die 58 Kinder der Kindertagestätte Nidulus.  Geöffnet 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahre, selbst an Weihnachten. Die Nidulus, was lateinisch so viel wie „Nestchen“ bedeutet, richtet sich an Eltern, die Vollzeit beschäftigt sind. Einen Kita-Platz hier erhält man nur, wenn man ein "Betreuungsproblem" nachweisen kann, einmal im Monat mit Vorlage des Dienstplans.  Hier werden die Kinder von schichtarbeitenden, oft auch alleinerziehenden Müttern und Vätern betreut. Der Artikel von Christoph Schäfer aus der FAZ vom 13.01.2013 vermeidet denn auch jegliche Schuldzuweisung, dokumentiert zwar eine steigende Nachfrage - 15.000 fehlende Kita Plätze -, läßt dann aber auch die Geschäftsführerin der Kita gGmbH, Anke Preuß, selbstkritisch zu Wort kommen: „Am Ende nutzen diese (24-Stunden)Kitas nur den Unternehmen.“

Was diese ganze Betreuungsproblematik für mich persönlich schwer verdaulich macht, ist der Eindruck, dass hier Vollbeschäftigung auf Kosten schon der allerkleinsten Kinder erreicht wird. Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Kinderheim und einer Rund-um-die-Uhr-Kita? Googelt man die Worte "Heimkinder" und "Entwicklung", erhält man in kürzester Zeit 42.600 Ergebnisse; die meisten davon beschäftigen sich mit frühkindlichen Traumata oder der Frage, welche Chancen Heimkinder in ihrem späteren Leben haben. Nachdem die oft rabiaten Erziehungsmethoden in Kinderheimen der 1950er und 1960er Jahre bekannt waren, wurde extra ein Runder Tisch eingerichtet, bei dem auch über nicht unerhebliche finanzielle Entschädigungen verhandelt wurde. Und das alles, weil inzwischen unstrittig ist, dass eine Fremdbetreuung für Kinder, die ihre Eltern in früher Jugend verloren haben, immer eine suboptimale Lösung bleibt. Entgegen dem Leben in einer Pflege- oder gar Adoptivfamilie. Aber eine Fremdbetreuung, die sich "bedarfsgerecht" Schichtdienst und Wochenendarbeit beugt, wird auf einmal als Allheilmittel für die "Betreuungsprobleme" der fehlenden "Fachkräfte" gepriesen???

Der letzte Gipfel - Einladung ins Kino am 4. Januar 2015

"La última cima" (dt. Der letzte Gipfel) ist der Titel eines mehrfach prämierten spanischen Dokumentarfilms von Juan Manuel Cotelo aus dem Jahr 2010. Er folgt dem Leben und Wirken des Priesters und Bergsteigers Pablo Domínguez, der 2009 bei einer Klettertour ums Leben kam. Schon der Trailer macht neugierig und allein in Spanien hat La última cima höhere Zuschauerquoten wie "Sex and the City 2", "Prince of Persia" und "Robin Hood" erzielt, wie es in der Rezi auf der Website derletztegipfel.de heißt.



Am Sonntag 4. Januar 2015, 11.00 Uhr hat der Kinofilm Deutschlandpremiere im Rio Filmpalast, München.

Montag, 1. Dezember 2014

Jahr der Orden - Logo Vergleich

Der Vatikan hat das Kirchenjahr 2015 zum Jahr des gottgeweihten Lebens ausgerufen.



Information zu Logo und der Brief zum Jahr des gottgeweihten Lebens.
Das offizielle Logo der Kongregation für die Institute geweihten Lebens stellt eine Taube dar, die auf dem Wasser sitzend mit einem Flügel drei Sterne berührt und sich mit dem anderen Flügel nach einem sternenförmigen Globus ausstreckt. Daneben steht die Leitworte des Mottojahres:
Evangelium, Prophety, Hoffnung.



Deutsche Ordensoberenkonferenz






Wie überall auf in der katholischen Welt hat auch die Deutsche Ordensoberenkonferenz die Einladung zu diesem neuen Mottojahr angenommen. Sie haben ein eigenes Logo kreiert, das "für die Menschen verständlich sein soll", wie ich es vor wenigen Tagen eine Ordensschwester erklären hörte.








Ich überlasse es dem geneigten Leser, selber Schlüsse zu ziehen und sich eine Meinung zu bilden.



Gebetsanliegen des Heiligen Vaters für Dezember: Weihnachten heisst Hoffnung

1. Die Geburt des Erlösers bringe allen Menschen guten Willens den Frieden.

2. Für die Eltern, die ihren Kindern die Frohe Botschaft weiter geben.



Oremus pro invicem!

Blogoezesen - Advent: Wacht auf

Wachet auf" ruft uns die Stimme, singen wir jetzt wieder in den Gottesdiensten. Wacht auf, los kommt. Das klingt drängend, nach dem viel beschworenen Aufbruch. Aber wovon sollen wir aufwachen? Wir wachen jeden Morgen auf und stellen uns unter die Dusche, bevor wir zur Schule, Uni, oder Arbeit gehen. Und doch scheint es manchmal, als läge ein Schleier über diesem Land, fast so dicht wie der morgendliche Nebel der Jahreszeit. Man beschäftigt sich mit dem täglichen klein-klein und hat kaum Zeit, den Kopf über den Schreibtisch hinaus zu erheben. "Weck die tote Christenheit aus dem Schlaf der Sicherheit" heißt es in einem anderen bekannten Kirchenlied. Ja, der Schlaf der Sicherheit. Die Komfortzone, die wir ungern verlassen. In jeder Beziehung kommt irgendwann die Phase, wenn die erste Verliebtheit verflogen ist, dass man sich einrichtet. Morgens gibt sich vielleicht noch ein Küsschen am Frühstückstisch, aber schon bald ist auch das nur noch Routine und man lebt so nebeneinander her. Und irgendwann kommt dann die Erkenntnis, dass man sich nichts mehr zu sagen hat bis einer der Partner "emotional verhungert". Wie oft geht es Jesus so mit uns? Wie oft leben wir nur so neben Ihm her, sagen unsere Gebete wie Formeln, aber ohne innere Anteilnahme herunter?

Wachen wir wieder auf!
Gehen wir hinaus aus der Komfortzone der Formelgebete und des alltäglichen Trotts im Glaubensleben!
Bleiben wir "erfinderisch im Guten, damit unsere Liebe neu bleibe, wie der Morgen"!
(Zitat Jesus an Gabrielle Bossis)
Nehmen wir uns also diesen Advent etwas Neues vor, etwas das uns aufweckt, das uns erfrischt:
Das kann ein neues Lied sein, das wir lernen.
Das kann ein kranker oder alter Mensch sein, den wir schon immer besuchen wollten, es aber immer hinaus geschoben haben.

Euch fällt sicher noch viel mehr ein... Viel Spaß!

Idee und Anfang von Andrea
Weiter geht's morgen bei Rezitatorin Claudia

Blogoezesen - Adventskalender

Wie der gute Cicero schon feststellte, sind die spontanen Ideen oft die besten. Am Wochenende wurde innerhalb weniger Stunden der Adventskalender der deutschsprachigen "Blogoezese" geboren. Angeregt von der lieben Andrea von 5 Brote und 2 Fische, die auch zum gestrigen 1. Adventssontag auch den Anfang gemacht hat. und umgesetzt in eine hübsche, klickbare Grafik von den Damen vom agnus-dei-verlag.




Und nun kommt jeden Tag des Advent 2014 ein Häppchen von einem anderen Blog. Freut euch drauf!

Freitag, 28. November 2014

Die Liebe ist das Maß

Winter is coming

Jetzt ist schon richtiges Novemberwetter mit einer dicken Nebelschicht und nach Feierabend wird es empfindlich kalt. Da die meisten meiner Nadelwerke inzwischen andere Besitzer gefunden habe, muss ich wieder etwas finden, um meine Hände zu wärmen. 

Die Handwärmer aus dem Heft Simply Häkeln (06/2013) nach einem Design von Sara Huntington mir Reliefstäbchen und festen Maschen in Runden sind schnell gemacht. Dazu ein Stirnband aus schnellen Stäbchen, selbst designt.



Hierfür habe ich zwei Knäuel Royal Tweed in camel und ein halbes Knäuel Wolle Rödel Hauswolle in kirsche genommen.

Mittwoch, 26. November 2014

YOUCAT sucht Eure Lieblingsfragen

Für die Kategorie "Fragen des Monats sucht das Team der YOUCAT Foundation für das Jahr 2015  die 12 beliebtesten Fragen aus dem YOUCAT! Welches ist Deine Lieblingsfrage? Zu welcher Bereich des Lebens (Stichwortregister) wolltest du schon immer einmal wissen, was die Kirche sagt?

Damit noch Zeit ist bis 1. Januar 2015 die Liste zu ordnen und zu veröffentlichen könnt ihr eure Vorschläge bis 15. Dezember 2014 als Kommentar unter dieses Post auf youcat.org hinterlassen. Wenn ihr noch euren Vornamen, Alter und wo ihr herkommt dazu schreibt, können wir wieder einmal beweisen, dass die Kirche jung, lebendig und so bunt wie das Leben selbst ist.


Für eure Teilnahme bedankt sich klein-Gertie
von ihrem Schreibtisch bei der YOUCAT Foundation.

Jung und Katholisch: Marinika bloggt

Seit dem 11. Oktober 2014 hat die Blogoeszese einen Schreiberling mehr. Marinika bloggt "jung und katholisch" und erklärt katholisch sein für Anfänger und Fortgeschrittene. Neuester Eintrag: "Warum ich gerne in die Kirche gehe" oder "Was passiert eigentlich in der Hl. Messe?"

Dienstag, 25. November 2014

Der Papst in Straßburg: Hoffnung für Europa

© Centro Televisivo Vaticano (CTV) via EWTN, domradio, radio horeb

Zur Stunde befindet sich Papst Franziskus in Straßburg. Gerade hat er Rede an das Europaparlament zu den Grundsätzen Europas, zu Würde und Rechte der Menschen gehalten.
Eine Ermutigung, zur festen Überzeugung der Gründungsväter der europäischen Union zurückzukehren, die sich eine Zukunft wünschten, die auf der Fähigkeit basiert, gemeinsam zu arbeiten, um die Teilungen zu überwinden und den Frieden und die Gemeinschaft unter allen Völkern des Kontinentes zu fördern. Im Mittelpunkt dieses ehrgeizigen politischen Planes stand das Vertrauen auf den Menschen, und zwar weniger als Bürger und auch nicht als wirtschaftliches Subjekt, sondern auf den Menschen als eine mit transzendenter Würde begabte Person. (Mehr dazu in der offiziellen deutschen Übersetzung der Rede, wie sie kath.net veröffentlicht. )


Was der Papst dem Europarat zu sagen hat, kommt dann gleich und gegen 14:00 Uhr fliegt er dann wieder heimwärts. Siehe Programm dieser kürzesten aller Papstreisen.

Montag, 24. November 2014

29.11.2014 - Nightfever around the country

An diesem Samstag, 29. November 2011, dem Vorabend zum Ersten Advent geht es in deutschen Innenstädten wieder ziemlich zu. Christkindl,- Weihnachts,- Advents- und Wintermärkte öffnen ihre Bratwurst- und Glühweinstände und der örtliche Einzelhandel entdeckt wieder die Zielgerade des Weihnachtsgeschäfts. Trotz, oder gerade wegen dieser Geschäftigkeit sind die jungen Menschen, die inzwischen fast regelmäßig mit ihren Teelichtern die vorrüber hetzenden Passanten ansprechen und freundlich in die Kirche einladen, eine wohltuende Erinnerung, dass es mehr gibt im Leben.

Also, save the date! 

Samstag, 29.11.2014 - Es ist Nightfever - Auch in Deiner Nähe!


17.00 - 22.30 Uhr  Delbrück (St. Johannes Baptist)
17.30 - 21.00 Uhr  Höhr-Grenzhausen (St. Peter und Paul)
18.00 - 23.00 Uhr  Kassel (St. Elisabeth)
18.00 - 23.00 Uhr  Kempten (Allgäu) (Basilika St. Lorenz)
18.15 - 23.00 Uhr  Hamburg (Mariendom)
18.30 - 22.00 Uhr  Heidelberg (St. Anna)
18.30 - 22.30 Uhr  Villingen (Villinger Münster)
19.00 - 23.00 Uhr  Dortmund (St. Joseph)
19.00 - 23.30 Uhr  Augsburg (Hoher Dom zu Augsburg)
20.00 - 22.00 Uhr  Adenau (St. Johannes der Täufer)
21.00 - 24.00 Uhr  Bayreuth (Schlosskirche)

Mäuse - Schuhe

Diese Schühchen für kleine Mäuse und Mäuseriche aus der Zeitschrift "Simply Häkeln" (Jan. 2014) und nach einem Design von Luz Mendola sind mir gerade von der Nadel gehüpft. Die Schuhe passen an Füße der Länge 10 cm, das entspricht einem Alter von etwa 6 bis 12 Monaten.

 Bild: privat

Sonntag, 23. November 2014

Christus, der König

Am Ende des Kirchenjahres feiern Katholiken heute den Christkönigsonntag, welchen Pius XI. (1922 - 1939) im Jahr 1925 zum Andenken an das 1.600jährige Jubiläum des Konzils von Nizäa (325) eingeführt hat. In Anbetracht der in Europa zerfallenden Monarchien bürstete der Papst bewusst gegen den Strich: Die Betonung des Königtums Christi in dieser Zeit hatte demonstrativen Charakter.
(© Dr.theol. Manfred Becker-Huberti
Info mit Dank von hier)

Passend dazu rief der junge Josef Orgaß 1935 von der Kanzel:
Unser Hochw. Herr Bischof hat unserer Jugend eine Aufgabe gegeben zu einer starken Einheit und Geschlossenheit zu einer Pfarrjugend, gescharrt um Christus, den König der Jugend, zu werden. Die Aufgabe ist gestellt. Manche Schwierigkeiten werden zu überwinden sein. Aber der Bischof hat es gesagt und froh wollen wir die Arbeit beginnen. [...]
(aus einer Predigt vom Passionssonntag 1935)

Brenton Brown - Lord Reign In Me

Das Königsfest Christi I

I
Das Königslied hebt an mit der Liebe,
       die wird von der Königsbraut gebetet.
Erwache, Welt, denn die Schönste erhebt die Stimme!
       Stehe auf vom Lager, denn es ruft deine Seligkeit -
Was seid ihr so schweigsam, ihr Lauten,
       und was seid ihr so träge, ihr Geschäftigen?
Ich höre euer Ruhmgeschrei in allen Gassen,
      ihr prächtigt in allen Meeren
und triumphieret auf allen Gipfeln:

Wollt ihr nicht die Braut des Höchsten grüßen?
Wahrlich, wer ihr Antlitz sieht, erblickt den König!

( Gertrud von le Fort. Aus: Hymnen an die Kirche)

Dienstag, 18. November 2014

Toleranz ist, wenn

Tweet zur ARD-Themenwoche "Toleranz":

Montag, 17. November 2014

Sterben in Würde - Wo bleibt die Liebe?

Aus Sorge um den Menschen setzen sich Christen dafür ein, dass das Leben eines jeden Menschen – gerade auch in der Nähe des Todes – bis zuletzt geschützt wird. Sie glauben daran, dass sich alles, was ist, Gott verdankt. Gott hat den Menschen als sein Abbild geschaffen und ihm eine unantastbare Wür­de verliehen. Anfang und Ende des Lebens sind der Verfügung des Menschen ent­zo­gen.(aus dem Flyer der DBK „Sterben in Würde – worum geht es eigentlich?“)

Die einzige Demenzkranke, die ich in letzter Zeit erlebt habe, war meine Firmpatin. Sie war die beste Freundin meiner Mama; sie haben zusammen studiert und auch sonst viel Zeit verbracht. Außerdem war sie genau ein Jahr jünger als meine Mama, das war ihr immer sehr wichtig. Sie war eine der elegantesten Damen, die ich kenne, ging jede Woche zum Friseur und hat auch sonst viel Wert auf ein gepflegtes Äußeres gelegt. Ohne dass sie besonders eitel gewesen wäre. Als es mit meinem Papa zuende ging wurde sie krank und im Frühjar 2013 starb sie. Man wusste lange nicht was es war, nur dass es wohl eine schnell voranschreitende Form von Demenz gewesen ist. Ihr Mann hat sie mit einer Selbstverstänlichkeit und Hingabe gepflegt, dass manche ganz erstaunt waren. Zuerst zuhause und die letzten paar Wochen ist er sie täglich im Pflegeheim besuchen gegangen. Immerhin ging er selbst damals bereits stramm auf die 80 zu. Es war direkt rührend, wie er sie in den Rollstuhl gesetzt, sie gefüttert, ihr vorgelesen hat. Ihre Ehe ist dadurch wohl auch nochmal in eine ganz neue Phase eingetreten. Auf jeden Fall spürte man die Liebe durch jede seiner Geste, vielleicht gerade weil er noch nie ein Mann großer Worte war.

Leider konnte ich sie nicht so oft sehen, wie ich wollte, weil ich zu dem Zeitpunkt schon beruflich ziemlich eingespannt war. Nur ein mal konnte ich meine Mama ins Pflegeheim begleiten und da sah sie schon aus "wie ihre eigene Totenmaske". Ich bin echt erschrocken, als ich in den Raum kam und sie da liegen sah. Auch wenn es ein schöner, freundlicher Raum war, liebevoll mit all ihren persönlichen Erinnerungsstücken dekoriert. Sie haben sie dann in den Rollstuhl gepackt und wir sind spazieren gegangen. Ich durfte sie schieben und später haben wir sie gefüttert. Ich weiß nicht, ob sie mich erkannt hat, auch wenn meine Mama meinte, dass sie es getan hat und sie muss es wissen, weil sie sie fast noch täglich gesehen hat. Wenige Woche nach meinem Besuch ist sie dann gestorben und ich würde diesen Nachmittag mit ihr gegen nichts auf der Welt eintauschen wollen.

T wie Totengedenken

Ruhn in Frieden alle Seelen,
Die vollbracht ein banges Quälen,
Die vollendet süßen Traum,
Lebenssatt, geboren kaum,
Aus der Welt hinüberschieden:
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Liebvoller Mädchen Seelen
Deren Tränen nicht zu zählen,
Die ein falscher Freund verließ,
Und die blinde Welt verstieß;
Alle, die von hinnen schieden,
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Und die nie der Sonne lachten,
Unterm Mond auf Dornen wachten,
Gott, im reinen Himmelslicht,
Einst zu sehn von Angesicht:
Alle, die von hinnen schieden,
Alle Seelen ruhn in Frieden!


Hier eine Interpretation von Elisabeth Schwarzkopf von 1954.
Ich hab das am Grab meines Großvaters 2003 gesungen.


Text: Johann Georg Jacobi (1740-1814)
Melodie: Franz Schubert (1797-1828)
Entstehung: ca. 1816; D 343

Robusta 2014: Wer hat wohl zum ersten Mal eine Medaille abgegriffen?

Die Antwort muss lauten: moi, yours truly, icke. Wie man unschwer erkennen kann, freu ich mich wie Bolle, auch wenn der ganze "Schwester-Robusta-Preis-der-deutschsprachigen-Blogoezesen" natürlich lediglich augenzwinkernd und kollegial ermunternd gedacht ist. Die Kategorie passt auch:
Mauerblümchen: Welches Blog führt eher ein Schattendasein, ist aber Eurer Meinung nach so cool, daß es mehr Aufmerksamkeit verdient.
Als Blümchen im Schatten kann man sich auch ganz gut entfalten. Und vielleicht habe ich ja noch irgendwann den Mut und die Muße, an die Sonne zu kommen.
Gesamtauswertung beim H.H. Erzblogger


Also, heißen Dank an alle, die dieses kleine Blog im Schatten 
gesehen, nominiert und gewählt haben!
*artig hofknickst*

Und herzlichsten Glückwunsch an alle 

Gold-, Silber-, Bronze- und Sonderpreisträger!!

Sonntag, 16. November 2014

Judgement Day

Christus, der Weltenrichter scheidet am Ende der Zeit die Menschheit und führt jeden seinem ewigen Schicksal zu.  (Das hat hier nichts mit Vorbestimmung zu tun, btw)

"Das jüngste Gericht", Gemälde von 1587
aus der Kapelle St. Anna im Rohrmoos


Die Kapelle „St. Anna“ ist die älteste Holzkapelle Süddeutschlands und gehört zur künftigen Pfarreiengemeinschaft Oberstdorf. Sie wurde 1586 von Truchseß Jakob von Waldburg-Wolfegg erbaut. 1587 wurde die mit einer Brettertonne eingewölbte Kapelle ausgemalt, u.a. mit dem berühmten Gemälde "Das jüngste Gericht", das nach einer niederländischen Stichvorlage auf Kalkgrund gemalt wurde.  Die letzte Restaurierung erfolgte 1901 bzw. 1987, anlässlich der 400 Jahrfeier.

Donnerstag, 13. November 2014

Homestory mit Bischof

"Kommen'S doch herein." Bischof Stefan Oster führt durch seine frisch renovierte Wohnung am Passauer Domplatz und sagt: „Von einer WG im klassischen Studentensinn kann man nicht ganz sprechen, aber natürlich gibt es im ersten Stock auch einen Gemeinschaftsraum, in dem wir gemeinsam essen, reden, arbeiten oder auch mal gemeinsame Bekannte treffen können. Ganz wichtig ist mir auch die kleine Kapelle, in der wir – so hoffe ich – auch das geistliche Leben miteinander teilen.“ 

"Wir", das sind die neuen Mitbewohner Eckhard Hub und Stefanie Wanner, die den Bischof noch aus  Benediktbeurer Tagen kennen, sowie Schwester Conrada Aigner von den Schwestern vom Hl. Kreuz in Altötting. 

Dienstag, 11. November 2014

St. Martin - Soldat und Christ

[Update] Und ja, mir ist bewusst, dass der hl. Martin mit fortschreitendem Ausleben seines christlichen Glaubens den militärischen Teil seines Lebens hinter sich lies. Danke, captain sirko, für die Klarstellung.


Dass der heilige Martin von Tours noch mehr drauf hat als die berühmte Mantel-teil-Szene, die heute wieder, Gott sei Dank, vielerorts nachgespielt wird, schildert die folgende Begebenheit, die sich um 348 im Heerlager zu Worms zwischen dem christlichen Gardeoffizier Martin und Kaiser Julian abspielte.
Wie in jenen Zeiten üblich rief der Imperator vor dem Kampfeinsatz seine Soldaten einzeln zu sich, um ihnen das „donativum", eine Prämie, zu übergeben. Als Martin aufgerufen wurde, nahm er kurzentschlossen diese Gelegenheit wahr, um seine Entlassung aus dem Militär zu erbitten. Weil er sich als Christ nicht berechtigt sah, mit der Waffe zu kämpfen und Blut zu vergießen, wollte er folgerichtig auch keine Prämie annehmen. Deshalb sprach er zum Kaiser: „Bis heute habe ich Dir als Soldat gedient; erlaube, dass ich in Zukunft für Gott streite. Deine Prämie möge annehmen, wer kämpfen will. Ich bin ein Soldat Christi. Mir ist es nicht erlaubt, mit der Waffe zu kämpfen." Der Kaiser erzürnte wegen dieser Rede und herrschte Martin an: „Aus Furcht vor der Schlacht verweigerst du den Dienst, aber nicht aus religiösen Gründen!" Martin aber erwiderte unerschrocken und bestimmt: „Wenn man meine Haltung der Feigheit, nicht aber der Glaubenstreue zuschreibt, werde ich morgen unbewaffnet vor die Schlachtreihe treten, und im Namen des Herrn Jesus werde ich unter dem Schutz des Kreuzes, ohne Schild und Helm, sicher durch die Reihen der Feinde gehen." Der Kaiser ließ ihn gefangen nehmen, um ihn am folgenden Tag den Feinden gegenüber zu stellen. Ehe es jedoch dazu kam, sandten die Germanen eine Botschaft und ergaben sich dem Kaiser.

(© Prof. Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln.
Von der Website www.heiliger-martin.de)

Montag, 10. November 2014

Kardinal Napier: Westen verbreitet "moralisches Ebola"

Wenn man einen Bischof sucht, der Klartext spricht, sollte man dieser Tage nach Südafrika schauen. Diese Tweets von Kardinal Wilfried Napier sind jedenfalls an Schärfe kaum zu überbieten.





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Und damit sind wir bei 1200 Posts. 
Vielen Dank bis hierher und keine Angst, ich werfe nicht das Handtuch.  Jesus gibt mich ja auch nicht auf.

Brücken, keine Mauern - Der Papst zum #Mauerfall

Vor 25 Jahren, am 9. November 1989, fiel die Berliner Mauer, die lange die Stadt geteilt hat und die zum Symbol für die ideologische Spaltung Europas und der ganzen Welt geworden ist. Der Fall der Mauer ereignete sich plötzlich, aber er wurde ermöglicht durch den langen und mühsamen Einsatz vieler Menschen, die dafür gekämpft, gebetet und gelitten haben, von denen einige mit ihrem Leben bezahlt haben. Einer der Protagonisten war der hl. Papst Johannes Paul II.

Beten wir, dass mit der Hilfe des Herrn und der Mitarbeit aller Menschen guten Willens immer mehr eine Kultur der Begegnung Raum greife, die die vielen Mauern zum Einsturz bringen kann, die noch immer die Welt teilen; und dass es nicht mehr vorkomme, dass unschuldige Menschen verfolgt oder sogar umgebracht werden wegen ihres Glaubensbekenntnisses und ihrer Religion. Wo es Mauern gibt, ist das Herz verschlossen. Wir brauchen Brücken, keine Mauern!


(Aus dem Angelus von 9.11.2014.
Der Text stammt von der Webseite von Radio Vatikan)

Sonntag, 9. November 2014

Der Eifer für dein Haus verzehrt mich

Das Paschafest der Juden war nahe und Jesus zog nach Jerusalem hinauf. Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen. 

Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus und ihre Tische stieß er um. Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle! Seine Jünger erinnerten sich an das Wort der Schrift: Der Eifer für dein Haus verzehrt mich. 

Da stellten ihn die Juden zur Rede: Welches Zeichen lässt du uns sehen als Beweis, dass du dies tun darfst? Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten. Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten? Er aber meinte den Tempel seines Leibes. 

Als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.

(Joh 2,13-22)

Donnerstag, 6. November 2014

Plaßmann-Challenge: Der Christ, das unbekannte Wesen

[Update!] Jetzt ist der Beitrag auch als Gastbeitrag auf sende-zeit.de online. 
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Von 19. - 21. September 2014 fand in Erfurt das 3. Bloggertreffen statt. Eine gute Sammlung der meisten Rückblicke findet ihr hier. Dieses Jahr ging es – neben dem gegenseitigen Kennenlernen und der Vernetzung – um “das missionarische Potenzial der deutschsprachigen katholischen Bloggerszene”. Im Vorfeld hatte Anna Heiliger dazu eine vom Bonifatiuswerk geförderte Untersuchung durchgeführt, deren Ergebnisse sie in Erfurt präsentierte. Eine veröffentlichte Form der Masterarbeit habe ich trotz intensiven Googelns noch nicht gefunden. Vielleicht weiß der eine oder andere Blogoezesane inzwischen mehr?

Eine andere Frage, die auf dem Bloggertreffen erörtert wurde, ist die brennende Frage danach, was eigentlich Mission bzw. missionarische Pastoral in unserer heutigen Gesellschaft bedeutet? In diesem Zusammenhang präsentierte Prof. Dr. Sellmann aus Bochum den Cartoon "Exoten" von Thomas Plaßmann, der Norbert Kebekus vom sende-zeit Blog zur sog. Plaßmann-Challenge inspirierte.

Also, was macht so ein Christ den lieben, langen Tag? Dass die abgebildete Situation so oder ähnlich in jedwedem Small-Talk auftauchen könnte, zeigt, dass es heute eben nicht mehr selbstverständlich ist, christlich zu glauben und dass das Wissen um christliche Terminologie gegen minus Unendlich tendiert. Kürzlich las ich den Spruch: "Sprich nicht ungefragt von deinem Glauben, aber lebe so, dass man dich danach fragt." Was bedeutet es also, in einem solchen Vakuum als Christ zu leben?

Zunächst einmal ist ein Christ ein Mensch wie jeder andere. Er* atmet, isst, trinkt, schläft und arbeitet wie alle seine Mitmenschen um ihn herum. Der Alltag ist genau derselbe, er muss sich unter Umständen mit genau demselben Chef herumplagen, hat eine ähnlich nervige Schwiegermutter und feuert denselben schlechten Fußballverein an, wie der Mitmensch ohne Kreuzkettchen um den Hals. (Wobei ein Christ nicht notwendigerweise ein Kreuz an einer Kette tragen muss. Das tun andere auch. Oder auch nicht.) Was aber unterscheidet nun einen Christen, macht ihn als solchen kenntlich? "Wer von Gott her denkt, beurteilt Dinge anders", sagt Weihbischof Florian Wörner. Es ist also das Denken, die Sicht auf die Welt, die anders sein kann, sein sollte.
Wer in seinem Denken die Möglichkeit zulässt, dass Gott nicht nur existiert, sondern dass Er  sich vielmehr so gezeigt hat, wie es die Bibel - das Hauptbuch der Christen - beschreibt, stößt damit eine Tür zu einem Staunen auf, das ein ganzes Leben dauern kann. Staunen über die Größe eines Gottes, der das Universum als Ganzes und das kleinste Mikrolebewesen darin erschaffen hat. Der hoch und erhaben ist und dennoch in Jesus die Menschen so sehr geliebt hat, dass Er sich für sie und von ihnen hat töten lassen.

Ja, für mich ist ein Christ in erster Linie ein Staunender. Staunend auch vor den großen Fragen des Lebens. Auf die man nicht immer sofort eine Antwort hat. Heute ist man es gewohnt, Antworten und Lösungen am besten parat zu haben. Ein Christ, der schon mal vor den Fragen um Liebe, Leid und Tod stand und sagen musste, darauf weiß ich jetzt erst mal nichts sagen, vielleicht verstehe ich es in der Ewigkeit, hat einen weiteren Horizont im Denken und eine größere Gelassenheit. Und aus diesem Staunen verändert sich das Denken, die Sicht auf die Welt und die Menschen hin zur Liebe. Hin zu einer Liebe, die mehr ist als ein diffuses Gefühl, weit mehr als nur körperliches Bedürfnis und die mehr als nur eine Person umfassen kann. Eine Liebe, die sprichwörtlich alles umfasst: Gott Vater, Gott Sohn (nämlich Jesus), Gott Heiliger Geist, die Menschen, einschließlich man selber und alle Zeiten, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft bis in die Ewigkeit. Diese Liebe macht erfinderisch im Guten und findet ihre Ausprägung in den vielfältigsten Formen: in der Familie, der Hilfe für Alte und Kranke, Kunst und Musik... Und damit hält sie letztlich unsere Welt zusammen.


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*Dieser Blogger benutzt aus Gründen der Einfachheit das generische Maskulinum.

Dienstag, 4. November 2014

Montag, 3. November 2014

Der heilige Bruder Konrad von Parzham – Ein stiller Held der Kirche

Mit diesem Beitrag stellt sich euch der Popeye vor, verehrter Gastbeiträger und im realen Leben ein junger Mann, der seine Kraft vor allem aus den Schätzen des römisch-katholischen Glaubens bezieht. 

Der heilige Bruder Konrad (1818-1894) ist uns in vielerlei Hinsicht voraus – nicht nur, weil er so einen coolen Bart hat. Der Kapuzinermönch aus Parzham, der insbesondere in Bayern geschätzt und verehrt wird, war kein Mann der großen Worte. Von ihm ist nicht bekannt, dass er sich nackt auf dem Marktplatz zeigte, wie es Franz von Assisi in seiner heiligen Verrücktheit tat, um sich voller Eifer in den Dienst des Herrn zu stellen. Vom heiligen Bruder Konrad ist auch keine krasse Bekehrungsgeschichte überliefert, wie es sie beispielsweise über den Völkerapostel Paulus gibt: Der tauschte sogar den ersten Konsonanten seines Vornamens aus, um seine krasse Lebensgeschichte („vom Saulus zum Paulus“) zu unterstreichen. Nein, nein. Das alles war nicht dem Konrad sein Ding.

Der Arbeitsplatz – besser gesagt: die Wirkungsstätte – des einfachen Mönchs war 41 Jahre lang die Pforte des Annaklosters von Altötting. Dort empfing er Gäste, betreute Pilgergruppen, schrieb an ihn herangetragene Messintentionen sorgfältig in seinem Buch auf – und ließ sich selbst von Kindern, die ihm einen Klingelstreich spielten, nicht beirren. Weder ist von ihm bekannt, dass er sich über Arbeitszeiten jenseits von 9 bis 5 beklagte, noch, dass er jemals den Mittelpunkt seines Lebens aus den Augen verlor. Kein Wunder: Um dem Herrn im allerheiligsten Sakrament des Altars so nahe wie möglich zu sein, ließ er sogar die Wand seiner Stube – sie lag direkt neben dem Tabernakel – ein Stück durchbrechen. Schon die Art und Weise, wie Konrad auftrat, strahlte Würde aus. Wenn andere Männer der Kirche das italienische Temperament eines Giovanni Trapattoni oder die Schlagfertigkeit eines Jürgen Klopp verkörpern, dann ist Konrad eher wie Ex-DFB-Assistent Hansi Flick: unauffällig, schlicht, eben der Stille im Hintergrund.

Für die Evangelisierung im Freistaat hat der heilige Bruder Konrad mit seinem frommen Gemüt, seiner Demut und seiner Herzensfreude, mit der er den Klostergästen gegenübertrat, ganz sicher mehr bewirkt als so manches Bemühen hauptangestellter Pastoralplaner von heute. „Das Kreuz ist mein Buch“ war das Lebensmotto des gutherzigen Kapuziners. Angesprochen auf die katholische Reformagenda unserer Zeit, hätte der heilige Bruder Konrad vermutlich nicht einmal ein Wort darüber verloren. Er hätte aufs Kreuz geschaut – und geschwiegen.

Friedhofspaziergang mit Reinhard Mey


Sonntag, 2. November 2014

Franziskus und der Schlaf des Todes

[rv 02.11.2014 no] Nach dem Hochfest Allerheiligen, der Tag an dem aller Heiligen gedacht wird, folgt Allerseelen. Der Tag an dem die römisch-katholische Kirche das Gedächtnis ihrer Verstorbenen begeht. Durch Gebete, Fürbitten, Almosen und Friedhofsgänge gedenken die Menschen aller armen Seelen. Papst Franziskus ist bei dem heutigen Angelus auf die Unterschiede dieser katholischen Feste eingegangen und hat daran erinnert, dass der „Tod nicht das letzte Wort“ über unser Schicksal habe.
Zwischen heute und gestern haben viele den Friedhof besucht, und wie es das Wort selbst sagt, ist es der Ort der Erholung, des Friedens, an welchem uns das letzte Erwachen erwartet. Es ist schön zu denken, dass Jesus selbst uns wecken wird. Jesus selbst hat bewiesen, dass der Tod des Körpers wie ein Schlaf ist, aus welchem er uns erweckt. In diesem Glauben halten wir inne – auch spirituell – nahe der Gräber unserer Lieben, die uns Gutes wollten und uns Gutes taten. Aber heute sind wir zusätzlich dazu gerufen, an alle zu gedenken, auch an diejenigen, an die niemand denkt.
Papst Franziskus nannte im selben Atemzug die Opfer des Krieges, der Gewalt, die vielen Hungertoten, unsere christlichen „Brüder und Schwester“, die aufgrund ihres Glaubens getötet wurden und alle, die ihr Leben für andere Leben opferten. Alleine dieses letzte Jahr seien es so viele gewesen, betonte der Papst.
Die Tradition der Kirche hat uns immer zum Gebet für die Verstorbenen gerufen um ihnen auch die eucharistischen Feier zu bieten. Sie ist die beste spirituelle Hilfe, die wir ihren Seelen geben können, vor allem den verlassenen Seelen.
Die Erinnerung der Verstorbenen sei wichtig, genauso wie das Verständnis, dass der Tod nicht das letzte Wort habe, denn das letzte Ziel des Lebens sei das Paradies:
Die Erinnerung an Verstorbene, die Grabpflege, die Fürbitten sind Glaubenszeugnisse, Zeugnisse der Hoffnung, verwurzelt in der Sicherheit, dass der Tod nicht das letzte Wort über das menschliche Schicksal hat, denn der Mensch ist einem Leben ohne Grenzen geweiht, welches die Erfüllung in Gott hat.

(Dieser Text stammt von der Webseite von Radio Vatikan.)

Schlaf und Tod


Hypnos legt dir den Schleier des Schlafes
auf das Gesicht
und
Thanatos breitet seine Schwingen aus
und umhüllt dich wie mit einer schwarzen
warmen Decke.

Sie tragen dich hinauf
in die Sphären von
Klotho
Lachemis
und Anthropos,
den Richterinnen über das Schicksal.

Sie tragen dich hinauf
in die Sphären der Wahrheit und des Friedens,
da du nun im Tod
an ihrem Glanz nicht mehr erblindest.

(Miriam Moißl, 2000)

Robusta 2014: Werbung in eigener Sache

Hier klicken und Stimmen abgeben!

Die Abstimmungen des diesjährigen Schwester-Robusta-Preises der deutschsprachigen Blogoezese laufen augenscheinlich - wenn auch von hier aus bisher unbemerkt, sorry - auf Hochtouren und dauern laut Zwischenbericht noch bis zum 15.11.2014!

Dieses kleine Blog wurde dankenswerterweise in folgenden Kategorien nominiert:

Augenhonig:
Hier sollen Blogs nominiert werden, die entweder durch besonders edles Styling auffallen oder katholische Inhalte in gar köstlich anzuschauender Form rüberbringen (dufte Photos, schöne Gemälde, Scans aus alten Büchern oder von seltenen Dokumenten etc).

Papsttreue:
Denkt “Rom, Mai 1527“ und fragt Euch: Wer steht am beeindruckendsten in Waffen für unsren Heiligen Vater, für das Sacrum Collegium, für die Ewige Stadt? Wer stellt sich mit dem grimmigsten Blick den Landsknechten entgegen? Wer vergießt am melodramatischsten sein Herzblut und seine Tränen für das Petrus-Amt und den Vatikan?

Mauerblümchen: 
Welches Blog führt eher ein Schattendasein, ist aber Eurer Meinung nach so cool, daß es mehr Aufmerksamkeit verdient?



Und nun brauch eure Hilfe, verehrte Leser und Blogoezesanen. Ich bin so schamlos und bitte euch, dass ihr euch die nächsten 13 Tage noch wie wild in die polls (hinter den Kategorien verlinkt) werft und für dieses Blog stimmt. Würdet ihr das machen, ja? Bitte - Dankeschön! Ich kann zumindest versprechen, einen Preis als Motivation zu regelmäßigeren Beiträgen zu nehmen.

Samstag, 1. November 2014

Die wichtigste Aufgabe der Kirche

Nachdem der KingBaer dieses bescheidene Blog bei der diesjährigen Robusta in der Kategorie "Papsttreue" nominiert hat - sehr zu meiner Überraschung, vielen Dank! - möchte ich der Begründung nochmal gerecht werden und mit dem folgenden aktuellen päpstlichen Tweet erneut verdeutlichen, dass ...der Papst tatsächlich katholisch ist, egal wie er nun heißen mag.

Gebetsanliegen des Heiligen Vaters für November: Einsamkeit überwinden

1. Für die Einsamen: Sie mögen die Nähe Gottes spüren.

2. Für eine weise Begleitung der Seminaristen und der jungen Ordensleute.

We sing for Jesus - in heaven and earth


Mittwoch, 29. Oktober 2014

Free Asia Bibi - jetzt erst recht!

Es gibt Meldungen, da bleibt einem wahlweise das Essen im Halse stecken oder es vergeht einem gleich ganz der Appetit, diese ist so eine: Das Berufungsgericht in Lahore, Pakistan hat das Todesurteil gegen Asia Bibi wegen Blasphemie bestätigt. Trotz zweifelhafter Zeugen, mehrfacher Apelle internationaler Persönlichkeiten, darunter auch die Päpste Benedikt XVI und Franziskus, scheinen sich die Behörden in Pakistan endgültig von Menschlichkeit und Vernunft verabschiedet zu haben. Wenn dieses Todesurteil, das offiziell ohnehin nie wirklich aufgehoben, sondern nur temporär ausgesetzt war, wirklich vollstreckt werden sollte, wird damit ein Präzedenzfall geschaffen, der das Land in gefährliche Untiefen führen wird.

Wenn Menschen ihre Nachbarn schon wegen eines Schlucks Wassers anzeigen können, werden demnächst andere Leute z.B. ihren Nachbarn, auf dessen Grundstück sie schon lange scharf sind, unter dem Vorwand der Blasphemie mithilfe der Behörden aus dem Weg räumen lassen. Das ist jetzt nur ein fiktives Beispiel, aber wenn Asia Bibi sterben sollte, würden damit Türen zu ähnlichen Szenarien geöffnet werden. So ähnlich wie die Hexenverfolgungen in Deutschland. Da waren die Leidtragenden auch die Frauen und ihre Familien. So wie bei Asia Bibi, ihres Mannes und ihrer Kinder.

Als das Urteil gegen Asia Bibi damals ausgesprochen wurde, hat die britische Band Ooberfuse einen musikalischen #Aufschrei aufgenommen. Und wir hier im satten Westen können wenigstens beten und Petitionen unterschreiben.








Samstag, 11. Oktober 2014

Grüße von der Buchmesse

Erschöpft, aber glücklich über viele gute und spannende Begegnungen auf der Frankfurter Buchmesse 2014 grüße ich euch vom Stand H17, Halle 3.1. In diesem Jahr ist die YOUCAT Foundation das erste Mal als eigenständiger Verlag dort und hat neben den bereits veröffentlichten Büchern folgende neue Projekte für 2015 vorgestellt:

DOCAT (Soziallehre der katholischen Kirche)

KIDSCAT (Kinderkatechismus)

Jugendbibel (Auswahl, noch ohne Titel. Vielleicht habt ihr eine Idee??)

YOUCAT Tag für Tag (ewiger Tischkalender)

Bleibt dran und surft immer mal auf youcat.org vorbei. Da gibt’s Hintergründe zum Projekt, die neuesten Entwicklungen weltweit, Neuerscheinungen etc. etc. Oder besucht unseren Webshop, der sich wegen der Staffelrabatte übrigens auch zum Weiterempfehlen an Priester, Pastoralreferenten und Co eignet.

Die Vorbereitungen und auch die Buchmesse selber haben mich doch ziemlich in Atem gehalten,  deswegen war es hier die letzte Zeit dich eher schläfrig. Asche auf mein Haupt, ich habe sogar den ganzen Robusta-Preis verpasst. *grmpf*
Gelobe feierlich Besserung!

Donnerstag, 25. September 2014

Freitag, 19. September 2014

Erfurt hat 'nen Bischof!

Lange mussten sie warten, die Erfurter, und sie begannen bereits zu murren, als sogar die Kölner schneller einen neuen Erzbischof bekamen als sie. Aber nun haben sie einen neuen Bischof: S.E. Dr. Ulrich Neymeyr, Weihbischof in Mainz, wird demnächst vom Main an die Gera umziehen dürfen, um dort seine eigene Kathedra in Besitz zu nehmen. Langsam wird's auch Zeit, die armen Erfurter mussten zwei Jahre warten, bis sich Papst Franziskus entschieden hatte. Das kann aber auch ein gutes Zeichen sein, dass er sich hier besondere Mühe gegeben hat, der Heilige Vater. Nach dem Motto "gut Ding will Weile haben".


Weihbischof Neymeyr kam am 12. August 1957 in Worms zur Welt. Nach dem Abitur studierte er als Priesterkandidat des Bistums Mainz in Mainz und Münster Philosophie und Katholische Theologie und wurde am 12. Juni 1982 zum Priester geweiht. Nach zwei Kaplansjahren in Mainz wurde Neymeyr für ein Promotionsstudium freigestellt. 1987 erwarb er mit seiner Studie über "Die christlichen Lehrer im zweiten Jahrhundert: ihre Lehrtätigkeit, ihr Selbstverständnis und ihre Geschichte" den Titel eines Doktors der Theologie. Noch im gleichen Jahr berief ihn Bischof Karl Lehmann als Subregens an das Mainzer Priesterseminar, wo er das Theologiestudium der Priesterkandidaten begleitete und in der Hausleitung mitarbeitete. 1993 kehrte Dr. Neymeyr in die Pfarrseelsorge zurück und leitete als Pfarrer eine Kirchengemeinde in der Opel-Stadt Rüsselsheim. Hier wirkte er auch in der Arbeiterpastoral und engagierte sich im christlich-islamischen Dialog. Im Jahr 2000 wechselte er als Pfarrer dreier Gemeinden nach Worms.
Am 20. Februar 2003 ernannte Papst Johannes Paul II. Pfarrer Dr. Ulrich Neymeyr zum Weihbischof in Mainz. Am 21. April 2003 empfing er im Mainzer Dom die Bischofsweihe. Der bischöfliche Wahlspruch stammt aus dem Römerbrief der Bibel: "Christus suscepit nos – Christus hat uns angenommen" (Röm 15,7). Zu seinen Aufgaben als Weihbischof gehörten ausführliche Besuche in den Dekanaten des Bistums, um mit Haupt- und Ehrenamtlichen zu sprechen und mit ihnen die Möglichkeiten kirchlichen Lebens und Handelns vor Ort auszuloten. Seit Mai 2003 leitet Weihbischof Neymeyr außerdem als Bischofsvikar für die Jugend das Dezernat Jugendseelsorge im Bistum Mainz. Innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz ist er stellvertretender Vorsitzender der Jugendkommission und Mitglied der Publizistischen Kommission. Darüber hinaus ist er Vizepräsident der Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte und Vorsitzender des Kuratoriums der Wilhelm Emmanuel von Ketteler-Stiftung.(Aus der Meldung des Bistums Erfurt über den neuen Oberhirten, 19.09.2014)

Und am 22. November 2014 wird der neue Bischof von Erfurt
 feierlich in sein Amt eingeführt. 
Oremus pro invicem!

Youcat Jugendbibel: Werkwoche

Die lang erwartete, heiß ersehnte Jugendbibel - Projekt aus dem Hause YOUCAT geht in eine neue Phase. Gestern begann eine Werkwoche, bei der Professoren, Verlagsvertreter, Layouter und Jugendliche gemeinsam um den Text und seine Form ringen.

Bitte begleitet diese Werkwoche (18. -24. 09.2014) intensiv mit eurem Gebet und ruft den Heiligen Geist  auf die Köpfe und in die Herzen der Teilnehmer herab! Amen, komm Herr Jesus, komm Heiliger Geist!

Bento Bilder kann ich auch!

Wie Mme Cassandra habe auch ich die Vorzüge des "Mittagessen-in-die-Arbeit-mitnehmen" entdeckt. Kochen am vorhergehenden Feierabend entspannt - danke hellofresh - und man spart sich am nächsten Tag die teuren Restaurants in der Mittagspause. 

In Dukkah paniertes Hähnchen, Zuccini und Basmatireis. 

Dienstag, 9. September 2014

Montag, 8. September 2014

Geburtstag zusammen mit der Gottesmutter feiern können

... das ist schon eine besondere Gnade. Dem am 8. September 1912 geborenen Gründer der Johannesgemeinschaft, P. Marie-Dominique Philippe OP, wurde diese Gnade zuteil. Zu seinen geistlichen Söhnen gehört auch der in Frankreich als "Hussard de Christ" bekannte Père Michel-Marie Zanotti-Sorkine. In seinem 'früheren' Leben Sänger französischer Chansons im Stil von Charles Trenet und Yves Montand und nun Priester der Diözese Marseille. Er setzt hier seinem Mentor ein musikalisches Denkmal.

 
"Père Marie-Do" (Musique et Parole: Père Michel-Marie Zanotti-Sorkine)
Mit deutschen Untertiteln 


 

Für die Freunde spanischsprachiger Philosophen

möchte ich das Blog "Ergo Philosophari" empfehlen. Nicolás Lázaro kommt aus Argentinien, hat in Rom Philosophie studiert, mit Schwerpunkt auf dem hl. Thomas von Aquin und zurzeit sitzt er einen Schreibtisch weiter von yours-truly. Also geht eimfach mal vorbei und sagt "Grüß Gott"!

Mama Maria zum Geburtstag

Gesehen auf facebook.

Heute sehen wir auf die Madonna: klein, heilig, ohne Sünde, rein, auserkoren, die Mutter Gottes zu werden, und wir sehen auch auf diese lange Vorgeschichte, und wir fragen uns: Wie gehe ich in meiner Geschichte? Lasse ich zu, dass Gott mit mir geht? Oder will ich allein gehen? Lasse ich es zu, dass Er mich liebkost, mir hilft und vergibt, mich zur Begegnung mit Jesus Christus führt? Denn das ist das Ende unseres Weges: die Begegnung mit dem Herrn. Diese Frage tut uns heute gut: Lasse ich zu, dass Gott mit mir Geduld hat? Und indem wir diese lange Geschichte betrachten, loben wir den Herrn und bitten ihn demütig, dass er uns den Frieden schenkt, jenen Friedens des Herzens, den nur Er geben kann, und den Er nur dann gibt, wenn wir es zulassen, dass Er mit uns geht. Papst Franziskus, 8.9.2014. (Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/09/08/papstpredigt:_maria_und_der_weg_gottes_mit_uns/ted-824065 des Internetauftritts von Radio Vatikan)


Mittwoch, 3. September 2014

Mit YOUCAT durch das Jahr 2015

Mit 192 Seiten, im praktischen Format 10 x 15 cm, ist der YOUCAT Taschenkalender 2015 der ideale Begleitung durch die Tage des kommenden Kalender- und Kirchenjahres. Pfarrer Norbert Fink aus dem Erzbistum Köln und seine Mitautoren haben wieder viele frische Ideen zusammengetragen, die Alexander von Lengerke in das bekannte und beliebte YOUCAT Design gegossen hat. Das Wochenkalendarium auf einer Doppelseite bietet nun noch mehr Platz für persönliche Eintragungen. Sonntagslesungen, Filmtipps, Rezeptideen und das bereits bekannte Heiligen-Faithbook runden den Kalender ab und machen ihn zum Geheimtipp für Ministranten, Pfadfinder und alle anderen.

Titel: YOUCAT Taschenkalender 2015
Verlag: YOUCAT Foundation
ISBN: 978-3-945148-05-1
Preis: EUR 6,00 (D)


Kommt und holt euch eure druckfrischen Exemplare im YOUCAT Shop