Beitrag der Woche

Geistliche Kommunion III

Du bist höher als der Himmel und höher als die Welt, da sich der Schöpfer der Welt für Dich zum Kaufpreis dahingegeben. Was kann der an Dir ...

Freitag, 30. November 2012

statt Adventskalender

gibt es 'Schokolade für die Seele' bei der Bloggerin vom jahr-des-glaubens.blogspot.com (private Website zum Glaubensjahr).

Ab morgen, 01.12.2012 hier.

Neues Kirchenjahr, Nightfever goes on




Am 1. Dezember 2012 findet dieser Anbetungsabend wieder in mehrere Städten Europas statt:
  • Wien (Mariahilfkirche): 14.00-17.00 Uhr
  • Delbrück (St. Johannes Baptist): 17.00 - 22.30 Uhr
  • Höhr-Grenzhausen (St. Peter und Paul): 17.30 - 21.00 Uhr 
  • Lindau (Marien-Münster): 18.00 - 22.30 Uhr 
  • Bonn (St. Remigius): 18.00 - 24.00 Uhr 
  • Münster (St.Lamberti): 18.00 - 24.00 Uhr 
  • Kempten (St. Lorenz Basilika): 18.00 - 23.00 Uhr 
  • Saarbrücken (Basilika St. Johann): 18.30 - 24.00 Uhr 
  • Aachen (St. Foillan): 18.30 - 24.00 Uhr 
  • Erfurt (St. Lorenz): 19.00-23.00 Uhr  

Aufwachen!

Einer der schönsten Choräle zum Advent ist natürlich BWV 645, "Wachet auf, ruft uns die Stimme" von Johann Sebastian Bach!




Zum Aufwachen gehört das sich-Besinnen und die Umkehr. Was mich daran erinnert, endlich mal wieder beichten zu gehen, denn wie will man umkehren, wenn man seinen Kompass vorher nicht richtig einstellt? ;-)
Morgen abend ist wieder Nightfever und ich hoffe, die Schlange vor den Beichtstühlen ist nicht allzu lang.

Weihnachsmann- und Wichtelfreie Zone

Wer auch immer mir in den nächsten Tagen und Wochen damit kommt, dass es an Weihnachten um einen dickbäuchigen, rotgewandeten und -bemützten alten Mann geht, der am Nordpol lebt und für die Spielzeug- bzw. Geschenkeindustrie arbeitet, der bekommt das hier zu sehen:




In diesem Sinne: eine schöne, gesegnete und gnadenvolle Wartezeit auf die Ankunft des Herrn. ;-)

Donnerstag, 29. November 2012

Heute: Berlin, Platz der Republik, 12.00 Uhr

findet eine Protestaktion vor dem Besuchereingang an der Westseite des Reichstages gegen den geplanten
§ 217 StGB statt. Infos und Flyer gibt es hier.

Aus der Pressemitteilung der Initiative „Solidarität statt Selbsttötung“:

>>Die erste Lesung zum Entwurf der Bundesregierung “Entwurf eines Gesetzes zur Strafbarkeit der gewerbsmäßigen Förderung der Selbsttötung” findet bereits in der Sitzung des Bundestages am 29.11.2012 statt, allerdings als einer der letzten Tagesordnungspunkte, d.h. gegen 1 Uhr nachts. Dazu Thomas Schührer, Initiator von “Solidarität statt Selbsttötung”: “Dieser Gesetzentwurf ist in seiner Intention nicht hinreichend und in seinen Auswirkungen gefährlich. Denn die Absicht, nur “gewerbsmäßig” handelnden Sterbehelfern das Handwerk zu legen, kann leicht umgangen werden, indem diese gemeinnützige Sterbevereine gründen. Zudem öffnet Absatz 2 des Entwurfes eine weitere Türe: Nun dürfen Verwandte oder nahestehende Personen (die laut Entwurf auch der Hausarzt oder Pflegekräfte sein können) straffrei Mithilfe und Vermittlung selbst zu der nach Absatz 1 strafbaren gewerbsmäßigen Sterbehilfe leisten.” Das ist der offene Weg zum ärztlich assistierten Suizid, der jedoch in der Berufsordnung der Bundesärztekammer den Ärzte n untersagt ist und ein Dammbruch in der Berufsethik der Ärzte wäre.<<

Schneeflöckchen, Weißröckchen

wann kommst du geschneit?
- Antwort: Heute morgen!! :-)


Naja, ganz so sieht es noch nicht aus. Bild von hier.

Um von Gott sprechen zu können, müssen wir selbst ihm Raum geben

Aus der Aula "Paolo VI" vor rund 8000 Pilgern und Besuchern sprach Papst Benedikt XVI in der siebten Generalaudienz im Jahr des Glaubens davon, wie wir heute unseren Mitmenschen von unserem Leben mit Jesus in der katholischen Kirche sprechen können.

>>In der heutigen Katechese möchte ich mich der Frage widmen, wie wir heute zu unseren Mitmenschen von Gott sprechen können. Wir können davon ausgehen, daß es bei den meisten Zeitgenossen irgendwie ein Wissen um Gott gibt. Aber es besteht doch ein Dilemma zwischen diesem stillen Anspruch der göttlichen Wahrheit, der in uns da ist, und den vielfältigen Stimmen, die unsere Gesellschaft und unser tägliches Leben prägen. Von Gott sprechen heißt zunächst sich darüber im klaren sein, was wir den Menschen bringen, nämlich die Antwort auf die grundsätzliche Frage, auf das Warum und auf das Wie unseres Lebens. Deswegen brauchen wir einen vertrauten Umgang mit Gott im Gebet und durch das Betrachten der Heiligen Schrift. Es braucht eine Leidenschaft für die Sache des Herrn und zugleich die Demut der kleinen Schritte. Eine Rückkehr zur Einfachheit, zum Wesentlichen der Frohen Botschaft ist notwendig; zur Tatsache, daß der Gott der Liebe uns in Jesus Christus nahe kommt, sich für uns hingibt am Kreuz und daß er uns in seiner Auferstehung Hoffnung schenkt auf ein Leben in Fülle, das kein Ende hat. Um von Gott sprechen zu können, müssen wir selbst ihm Raum geben und ihm Vertrauen schenken, daß Er da ist, daß Er wirkt, daß Er unserer Schwachheit zur Hilfe kommt. Aus dem Evangelium lernen wir, daß Christus aus dem unmittelbaren Kontakt zum Vater spricht und handelt. Und so soll, entsprechend unserer kreatürlichen Bedingung, auch unser Leben im Glauben und in der Liebe aus der Zwiesprache mit dem lebendigen Gott erwachsen, aus dem ständigen inneren Nahesein bei ihm. Nur wenn wir selbst ihm nahe sind, können wir andere ihm nahebringen. Ein solches Bei-Gott-Sein mit unserem Innersten führt zu einem Einklang zwischen unserem Inneren und unserem Tun, zwischen dem, was wir sagen, und der Art, wie wir leben, wie wir die Schöpfung achten. Schließlich ist der bevorzugte Ort für das Sprechen von Gott die Familie, wo alle Glieder sich in der Einübung gegenseitiger Hingabe einüben müssen in das Miteinander – auch das Miteinander mit Gott – und im Vertrauen ein Gespür dafür bekommen, wie Gott ist und wie Er der Welt Gutes gibt.<<

Dienstag, 27. November 2012

Catholics come home

Dass die Amis in Sachen "Image-Film" schon länger die Nase vorn haben, ist bekannt. Dieses Video beweist es:



In der Erzdiözese Freiburg sieht das so aus:
Well done! :-)


Cathérine Labouré und ihr Hut

In der Kategorie "abgefahrene Hauben"...


hl. Cathérine Labouré (1806-1876)


...in allen Lebenslagen, bzw. bis ins Grab ;-)




Advent - Zeit der Gnade, Zeit der Umkehr

Aus der Botschaft vom 25. November 2012 der Muttergottes in Medjugorje.*
>>Liebe Kinder! In dieser Gnadenzeit rufe ich euch alle auf, das Gebet zu erneuern. Öffnet euch der heiligen Beichte, damit jeder von euch mit ganzem Herzen meinen Ruf annimmt. Ich bin mit euch und schütze euch vor der Verderbnis der Sünden. Ihr aber müsst euch dem Weg der Bekehrung und der Heiligkeit öffnen, damit euer Herz aus Liebe zu Gott brennt. Gebt Ihm Zeit und Er wird sich euch schenken und so werdet ihr im Willen Gottes die Liebe und die Freude des Lebens entdecken. Danke dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!<<


__________________________________________
*Was auch immer man von den Erscheinungen und Ereignissen in dem bosnischen Ort halten mag. 
Da bin ich eine ganz gehorsame Tochter der Kirche.

Montag, 26. November 2012

*seufz*

Wie tief müssen gewisse Vorurteile verwurzelt sein, dass man immer noch - nach 50 Jahren - so sehr an dem sog. "Geist des Konzils" festhält und ihn teilweise den Konzilstexten selbst vorzieht?

Wieso muss man ständig darauf verweisen, dass Vaticanum II eine vom Heiligen Geist geleitete Veranstaltung war? Was natürlich jegliche Kritik an den so lieb gewonnenen Neuerungen, die sich im Kielwasser dieses Konzils durchgesetzt haben, im Keim ersticken soll. Besonders augen- bzw. ohrenfällig wären da die landessprachlichen Messbücher, um die es in der im Frühling geführten "pro-multis"-Debatte um die Kelchworte ging. Welchen logischen Grund kann jemand haben, bei dem feinfühligen Brief des Heiligen Vaters nicht mit jenem "Vorschuss an Sympathie zuzuhören, der ein echtes Verstehen erst ermöglicht"?

*grmpf*

Dieser kleine Ausbruch bezieht sich auf Reaktionen auf die folgende - im Übrigen sehr empfehlenswerte - Sendung der Reihe Standpunkt bei Radio Horeb:
"Für alle - für viele":
Die Kontroverse um die veränderten Wandlungsworte.
Sonntag, 25.11.2012, 20.00 Uhr
Ref.: Prof. Dr. Christoph Ohly

Zu bestellen und nachzuhören via Download oder CD-Dienst.

Sonntag, 25. November 2012

Jesus - ein König?!


Aus der Predigt von Papst Benedikt XVI bei der hl. Messe mit den neuen Kardinälen zum Hochfest Christkönig:
>>An diesem letzten Sonntag des liturgischen Jahres lädt uns die Kirche ein, Jesus, den Herrn, als König des Universums zu feiern. Sie ruft uns auf, den Blick in die Zukunft zu richten, oder besser: in die Tiefe, auf das letzte Ziel der Geschichte, das endgültige und ewige Reich Christi. Am Anfang, als die Welt erschaffen wurde, war er beim Vater, und er wird seine Herrschaft vollends offenbaren am Ende der Zeiten, wenn er alle Menschen richten wird. Die drei heutigen Lesungen sprechen uns von diesem Reich. In dem Abschnitt aus dem Johannesevangelium, den wir gehört haben, befindet sich Jesus in der entwürdigenden Lage des Angeklagten vor der römischen Macht. Er ist verhaftet, verspottet, verhöhnt worden, und nun hoffen seine Feinde, seine Verurteilung zum Kreuzestod zu erreichen. Sie haben ihn dem Pilatus als einen vorgestellt, der die politische Macht anstrebt, als den angeblichen König der Juden. Der römische Statthalter führt seine Untersuchung durch und fragt Jesus: » Bist du der König der Juden? « (Joh 18,33). In der Antwort auf diese Frage klärt Jesus das Wesen seines Reiches und seiner Messianität, das nicht in weltlicher Macht besteht, sondern dienende Liebe ist. Er betont, daß sein Reich keinesfalls mit irgendeinem politischen Reich verwechselt werden darf: » Mein Königtum ist nicht von dieser Welt … ist nicht von hier « (v. 36).
Es ist klar, daß Jesus keinerlei politische Ambitionen hat. Nach der Brotvermehrung wollten die Menschen ihn in ihrer Begeisterung über das Wunder ergreifen, um ihn zum König zu machen, um die römische Macht umzustürzen und so ein neues politisches Reich zu errichten, das als das sehnlich erwartete Reich Gottes angesehen worden wäre. Doch Jesus weiß, daß das Reich Gottes ganz anderer Art ist, sich nicht auf Waffen und auf Gewalt gründet. Und so ist es gerade die Brotvermehrung, die einerseits zum Zeichen seiner Messianität wird, aber andererseits einen Wendepunkt in seinem Wirken darstellt: Von jenem Moment an wird der Weg zum Kreuz immer deutlicher; dort, in der äußersten Liebestat, wird das verheißene Reich, das Reich Gottes aufleuchten. Doch die Menschenmenge begreift das nicht, sie ist enttäuscht, und Jesus zieht sich allein auf den Berg zurück, um zu beten, um mit dem Vater zu sprechen (vgl. Joh 6,1-15). Im Passionsbericht sehen wir, wie sogar die Jünger, die doch das Leben mit Jesus geteilt und seine Worte gehört hatten, an ein politisches, auch mit Hilfe von Gewalt zu errichtendes Reich dachten. In Getsemani hatte Petrus das Schwert gezogen und zu kämpfen begonnen, aber Jesus hatte ihm Einhalt geboten (vgl. Joh 18,10-11). Er will nicht mit Waffen verteidigt werden, sondern er will den Willen des Vaters bis zum letzten erfüllen und sein Reich nicht mit Waffen und Gewalt errichten, sondern mit der scheinbaren Schwachheit der Liebe, die das Leben hingibt. Das Reich Gottes ist ein völlig anderes Reich als die irdischen.
Und das ist der Grund, warum ein Vertreter der Macht wie Pilatus angesichts eines wehrlosen, gebrechlichen, erniedrigten Menschen wie Jesus verwundert ist – verwundert, weil er von einem Reich, von Dienern reden hört. Und er stellt eine Frage, die ihm wohl paradox erscheint: » Also bist du doch ein König? « Was für eine Art König kann ein Mann in diesem Zustand sein? Doch Jesus bejaht: » Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, daß ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme « (18,37). Jesus spricht von einem König, von einem Reich, aber er bezieht sich dabei nicht auf die Herrschaft, sondern auf die Wahrheit. Pilatus versteht nicht: Kann es eine Macht geben, die man nicht mit menschlichen Mitteln erreicht? Eine Macht, die nicht der Logik der Herrschaft und der Gewalt entspricht? Jesus ist gekommen, um ein neues Königtum zu offenbaren und zu bringen: das Königtum Gottes; er ist gekommen, um Zeugnis abzulegen für die Wahrheit eines Gottes, der die Liebe ist (vgl. 1 Joh 4,8.16) und der ein Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens errichten will (vgl. Präfation). Wer für die Liebe offen ist, hört dieses Zeugnis und nimmt es im Glauben an, um in das Reich Gottes einzutreten.<<

Friedhofsspaziergang

Gertrud Freiin von le Fort
(1876-1971)



Walter Moißl
(1947-2012)



Arthur Maximilian Miller
(1901-1992)

Samstag, 24. November 2012

Kein Gott von Toten

Die Toten sind nicht tot, sie sind nur nicht mehr sichtbar. 
Sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer. 

Aurelius Augustinus (354–430), Bischof von Hippo

Freitag, 23. November 2012

Zum Frieden für den Nahen Osten

Mirjam Baouardy OCD (1846 - 1878) aus Abellin in Galiläa ist meine Antwort auf die Nachrichten dieser Tage von unausgesetzten Angriffen und Gegenangriffen im Heiligen Land.


Der sel. Papst Johannes Paul II begründete Ihre Seligsprechung 1993, bei der sie auch zur Friedenspatronin für den Nahen Osten, mit folgenden Worten:
>>Ihr ganzes Leben ist eine Frucht der höchsten Weisheit des Evangeliums. Es gefällt Gott, die Demütigen und Armen zu erwählen, um die Mächtigen zu beschämen (vgl. 1 Kor 1, 26-29). Sie hatte nie die Möglichkeit erhalten, höhere Studien zu betreiben, obwohl sie mit einer großen inneren Klarheit, mit einer lebendigen natürlichen Intelligenz und mit jener poetischen Vorstellungskraft, die dem semitischen Volk eigen ist, begabt war. Dennoch wurde sie, Dank ihrer hervorragenden Tugenden, mit dieser wertvollen "Kenntnis" erfüllt, die Christus, der am Kreuz für uns gestorben ist, uns gibt: die Kenntnis des Mysteriums der Dreifaltigkeit, eine für die orientalische christliche Spiritualität, in der die kleine Araberin erzogen wurde, so wichtige Einsicht.<<


Ein Morgengebet der seligen "Kleinen Araberin":
>>Herr Jesus Christus, im Schweigen dieses anbrechenden Morgens komme ich zu Dir und bitte Dich mit Demut und Vertrauen um Deinen Frieden, Deine Weisheit, Deine Kraft. Gib, dass ich heute die Welt betrachte mit Augen, die voller Liebe sind. Lass mich begreifen, dass alle Herrlichkeit der Kirche aus Deinem Kreuz als deren Quelle entspringt. Lass mich meinen Nächsten als den Menschen empfangen, den Du durch mich lieben willst. Schenke mir die Bereitschaft, ihm mit Hingabe zu dienen und alles Gute, das Du in ihn hineingelegt hast, zu entfalten. Meine Worte sollen Sanftmut ausstrahlen, und mein ganzes Verhalten soll Frieden stiften. Nur jene Gedanken, die Segen verbreiten, sollen in meinem Geiste haften bleiben. Verschließe meine Ohren vor jedem übelwollenden Wort und jeder böswilligen Kritik. Möge meine Zunge nur dazu dienen, das Gute hervorzuheben. Vor allem bewirke, oh Herr, dass ich so voller Frohmut und Wohlwollen bin, dass alle, die mir begegnen, sowohl Deine Gegenwart als auch Deine Liebe spüren. Bekleide mich mit dem Glanz Deiner Güte und Deiner Schönheit, damit ich Dich im Verlaufe dieses Tages offenbare. Amen.<<

Selige Mirjam von Abellin

bitte bei Gott für dein Heimatland, 
das auch die irdische Heimat deines und unser aller Erlösers war!
 

Donnerstag, 22. November 2012

Kommt, meine Freunde, seid Missionare!

So ruft uns Jesus im Refrain der neuesten Weltjugendtagshymne auf, getreu dem Motto dieser Tage in Rio de Janeiro 2013: " Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern." (Mt 28, 19). Der Titel ist "Esperanca do Amanhecer", zu deutsch "Morgenröte der Hoffnung".





Sou marcado desde sempre
com o sinal do Redentor,
que sobre o monte, o Corcovado,
abraça o mundo com Seu amor.


Refrão:
Cristo nos convida:   
"Venham, meus amigos!" 
Cristo nos envia: 
"Sejam missionários!"

 
Juventude, primavera:
esperança do amanhecer;
quem escuta este chamado
acolhe o dom de crer!

Quem nos dera fosse a terra,
fosse o mundo todo assim!
Não à guerra, fora o ódio,
Só o bem e paz a não ter fim.

Do nascente ao poente,
nossa casa não tem porta,
nossa terra não tem cerca,
nem limites o nosso amor!

Espalhados pelo mundo,
conservamos o mesmo ardor.
É Tua graça que nos sustenta
nos mantém fiéis a Ti, Senhor!

Atendendo ao Teu chamado:
"Vão e façam, entre as nações,
um povo novo, em unidade,
para mim seus corações!"

Anunciar Teu Evangelho
a toda gente é transformar
o velho homem em novo homem
em mundo novo que vai chegar.


Eine erste deutsche Übersetzung gibt es hier.  Und die Botschaft von Papst Benedikt XVI zu diesem XXVIII Weltjugendtag ist auch schon draussen, hier auf englisch und in der Tagespost vom 21.11.2012 auf deutsch.

Glaube macht sehend

Aus der Generalaudienz von gestern, 20.11.2012, vor rund 8.000 Pilgern und Besuchern in der Aula „Paolo VI": 

>>In den Katechesen über den Glauben möchte ich heute über die Vernünftigkeit des Glaubens an Gott sprechen. Gott ist nicht etwas Widersinniges, das der Vernunft entgegensteht. Er ist ein Geheimnis und in diesem Sinn dunkel – so wie in die Sonne zu schauen zunächst nur Dunkelheit zeigt –, aber ein Geheimnis, das nicht irrational ist, sondern Überfülle an Sinn und Wahrheit, die eigentliche Quelle des Lichts. Das Geheimnis Gottes mag also der Vernunft zunächst dunkel erscheinen. Aber der Glaube gibt uns gleichsam sozusagen die Sehfähigkeit, sein Licht zu ertragen, es gebrochen in der Geschichte Gottes mit uns dann als das wahre Licht zu erkennen. Gott selbst ist dem Menschen nahe geworden und hat sich sozusagen auf ihn eingelassen, sich auf seine Maßstäbe und Maße gleichsam herunterbegeben, damit wir ihn von unseren Maßen her sehen können. Gott erleuchtet mit seiner Gnade die Vernunft, und der Glaube lädt uns ein, uns auf den Weg zu machen, so immer mehr sehend zu werden und aus unseren Maßen auf die Maße Gottes zu kommen. »Glaube, um überhaupt verstehen zu können. – Verstehe, um zu glauben« (vgl. Sermo 43,9), hat der heilige Augustinus aus der Erfahrung seines eigenen kurvenreichen Lebensweges gesagt. Er bezeugt einen Glauben, der die Vernunft öffnet und nicht tötet. Vernunft und Glaube sind beide zusammen Bedingungen für das Verstehen von Gottes Wort und für das Verstehen unserer selbst. Über den Weg der Schöpfung kann die menschliche Vernunft Gott erkennen, hat das Erste Vatikanum im Anschluß an den Römerbrief des heiligen Paulus gesagt und hinzugefügt, daß freilich in der erbsündigen Beschaffenheit des Menschen – damit er zur Gewißheit kommt und damit er wirklich ihn in seiner Wahrheit erkennen kann – die Nachhilfe Gottes nötig ist, die er uns durch den Glauben gibt (vgl. Dei Filius, 2). Jedenfalls stehen so auch Wissenschaft und Glaube nicht im Gegensatz zueinander, sondern sind aufeinander verwiesen. Wissenschaft erweitert die Vernunft, hilft uns, die Welt zu erkennen, zu verstehen. Aber der Glaube gibt uns die Maßstäbe der Menschlichkeit, des Menschseins, die Maßstäbe dafür, was dem Menschen gut ist und was in sich gut ist und so die Pathologien der Wissenschaft überwindet, die ihrerseits die Pathologien der Religion überwinden kann. Beide gehören zusammen als gemeinsamer Weg zum Licht Gottes, das er uns in der Offenbarung aufgetan hat.<<

Mittwoch, 21. November 2012

Gute Neuigkeiten von Rimsha Masih

via Radio Vatikan kam gerade diese Meldung, die mir nach den Katastrophen der letzten Tage doch ein Lächeln auf die Lippen zaubert.
>>Das junge christliche Mädchen Rimsha Masih ist freigesprochen worden. Sie war wegen Blasphemie angeklagt. Ein Imam hatte das geistig behinderte Mädchen beschuldigt, Seiten des Korans verbrannt zu haben. Der Richter des Gerichts in Islamabad sagte, das Thema der Blasphemie sei ein sehr delikates und man müsse sehr vorsichtig sein, bevor man Muslime oder Nicht-Muslime anklage. Im Falle einer Verurteilung hätte das Mädchen die Todesstrafe riskiert. [...] Zeugen hatten ausgesagt, es sei der Imam Mohammed Khalid Chishti selbst gewesen, der Rimsha die verbrannten Koranseiten in ihren Beutel geschmuggelt habe. Deshalb ist er in einem eigenen Verfahrung wegen Fälschung von Beweisen und Blasphemie angeklagt, allerdings ist auch er gegen freigelassen worden, ohne dass weitere Einzelheiten über seinen Fall bekannt geworden seinen.<<

Mariä Tempelgang in der Kunst

Der Gedenktag Unserer Lieben Frauen in Jerusalem - früher das Fest Mariä Tempelgang oder Mariä Opferung - erinnert an die Erzählung im apokryphen Jakobus-Evangelium, wonach Maria im Alter von drei Jahren von ihren Eltern, Joachim und Anna, in den Tempel nach Jerusalem gebracht wurde, wo sie unter den Tempeljungfrauen erzogen werden sollte
Der Gedenktag Unserer Lieben Frauen in Jerusalem - früher das Fest Mariä Tempelgang oder Mariä Opferung - erinnert an die Erzählung im apokryphen Jakobus-Evangelium, wonach Maria im Alter von drei Jahren von ihren Eltern, Joachim und Anna, in den Tempel nach Jerusalem gebracht wurde, wo sie unter den Tempeljungfrauen erzogen werden sollte
Der Gedenktag Unserer Lieben Frau in Jerusalem, früher auch Mariä Tempelgang genannt erinnert an eine Begebenheit, die im Protevangelium des Jakobus geschildert wird: Maria, die dreijährige Tochter des Viehzüchters Joachim aus dem Hause Davids und seiner Frau Anna aus dem Hause Levi, wird in den Tempeldienst stellt. Diese Begebenheit wurde auch oft in der Kunst dargestellt, auf unterschiedliche Weisen.

früher:
Girolamo di Benvenuto di Giovanni del Guasta 1470-1524: "Mariä Tempelgang", um 1515(?), Tempera auf Pappelholz. Bildquelle.

heute
Szenefoto aus der TV-Miniserie "Ihr Name war Maria" von Giacomo Ciampiotti, 2012. Bildquelle.


Wachsen zur Vollendung

Herr, an dich möchte ich denken, dich erkennen, dich lieben. Lass dies in mir wachsen, bis du mich umgestaltest zur Vollendung.


Hl. Aurelius Augustinus (354–430), Bischof von Hippo

Foggy Dew

Passend zum Wetter und ausdrücklich ohne politische Aussage (von mir) ;-)

"Foggy Dew", Paddy Reilly & The Dubliners

Dienstag, 20. November 2012

Weihbischof Losinger: "Niemand muss gegen seinen Willen ein Leben an Schläuchen führen"

Und nun eine Stimme aus dem deutschen Episkopat zu dem geplanten § 217 und den dahinter stehenden Ängsten. S.Exz. Anton Losinger ist Weihbischof im Bistum Augsburg und Mitglied im Deutschen Ethikrat.


Dieses Interview wurde bei medientube, dem Medienportal des Erzbistums Köln, am 26.09.2012 hochgeladen. Hier gibt es noch eins. Auch die Bayerische Bischofskonferenz, unter Vorsitz von Reinhard Kardinal Marx aus München, hat sich vehement gegen aktive Sterbehilfe und alle anderen Angriffe auf das menschliche Leben ausgesprochen.





Montag, 19. November 2012

Es gibt die Kirche auch außerhalb Europas

Der 'Senat des Papstes' wächst. Im Anschluss an die Katechese der Generalaudienz am 24. Oktober verkündete der Heilige Vater, dass er am 24. November 2012 sechs neue Kardinäle 'kreieren' wird.

Es sind dies: 
  • Erzbischof JAMES MICHAEL HARVEY, Präfekt des Päpstlichen Hauses, der zum Erzpriester der Basilika St. Paul vor den Mauern ernannt wird
  • Seine Seligkeit  BÉCHARA BOUTROS RAÏ, OMM, Patriarch von Antiochien für die Maroniten, Libanon
  • Seine Seligkeit BASELIOS CLEEMIS THOTTUNKAL, Großerzbischof von Trivandrum für die Syro-Malankaren, Indien
  • Erzbischof JOHN OLORUNFEMI ONAIYEKAN von Abuja, Nigerien
  • Erbischof RUBÉN SALAZAR GÓMEZ von Bogotá, Kolumbien
  • Erzbischof LUIS ANTONIO G. TAGLE von Manila, Philippinen
Auf katholisches.info habe ich folgende Einschätzung von Giuseppe Nardi gefunden:
>>Es wird sich um das erste Konstistorium handeln, bei dem kein Italiener und kein Europäer zum Kardinal erhoben wird und auch die Präfekten der bedeutendsten Kongregationen der Römischen Kurie warten müssen. Zu letzteren gehört auch Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller, den Papst Benedikt XVI. im Frühsommer zum neuen Präfekten der Glaubenskongregation ernannte.
Benedikt XVI. will offensichtlich die Bedeutung der katholischen Kirche außerhalb der westlichen Welt hervorstreichen, was auch durch die Aufwertung der mit Rom unierten Kirchen sichtbar wird.
Die Zahl der Papstwähler beträgt derzeit genau die von Paul VI. festgelegte und von Papst Johannes Paul II. bestätigte  Zahl von 120 Kardinälen. Bis zum fünften Konsistorium des derzeitigen Pontifikats werden sechs Kardinäle aus Altersgründe aus dem Wahlkollegium ausscheiden, womit die Gesamtzahl durch das Konsistorium unverändert bleiben wird.<<

Folgen wir der Bitte des Heiligen Vaters und beten wir für die neu ernannten Kardinäle, auch durch die mütterlichen Fürsprache Mariens, dass sie Christus und seine Kirche immer mit Mut und Hingabe lieben. 

Aller guten Dinge sind drei

Wer immer noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk ist, das erfreut und dauerhaften Wert hat: Band 1 und Band 2 des Jesus Buches von Papst Benedikt XVI gibt es bereits im Buchhandel und bis Weihnachten soll auch der lang erwartete dritte Teil, in mehrere Sprachen übersetzt, erhältlich sein.

Bild und Bestellmöglichkeit
bei amazon.de
Wie im Vorwort des Buches bereits angekündigt, schlägt auch dieser dritte Teil der Trilogie über Jesus von Nazaret den weiten Bogen vom Evangeliumsbericht hin zum zeitgenössischen Menschen. Wie es in der Einleitung zum zweiten Band (Vom Einzug in Jerusalem bis zur Auferstehung) geschrieben steht, hat der Autor versucht, »ein Hinschauen und Hinhören auf den Jesus der Evangelien zu entwickeln, das zur Begegnung werden kann und sich im Mithören mit den Jüngern Jesu aller Zeiten doch gerade der wirklich historischen Gestalt vergewissert«. Und er beschreibt das Anliegen seines Buches mit den Worten: 
»Ich hoffe doch, daß mir eine Annäherung an die Gestalt unseres Herrn geschenkt worden ist, die allen Leserinnen und Lesern hilfreich sein kann, die Jesus begegnen und ihm glauben wollen.«

21. November 2012
Joseph Ratzinger/Benedikt XVI
Jesus von Nazareth
Prolog: Die Kindheitsgeschichte
Herder Verlag
gebunden, 176 Seiten
ISBN: 978-3451349997
EUR 20,00 

Sonntag, 18. November 2012

Das Ziel der Zeit

>>Aber in jenen Tagen, nach der großen Not, wird sich die Sonne verfinstern und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen. Und er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels...<< (Mk 13, 24-32)

Ehrlich gesagt, hatte ich immer ein leicht mulmiges Gefühl bei den Texten der heutigen Lesung und des Evangeliums. Das ist schon heftiges Zeug, was da gesagt wird, über das was jeden von uns, also auch mich, einmal erwartet. Doch unser lieber Papst Benedikt XVI ermunterte beim sonntäglichen Angelus vor rund 30.000 Menschen dazu, nicht an den äußeren Bildern von Katastrophen hängen zu bleiben und uns nicht von falschen Interpretationen biblischer Ausdrucksformen verwirren zu lassen. 
 >>Jesus beschreibt nicht das Ende der Welt, und wenn er apokalyptische Bilder gebraucht, so verhält er sich nicht wie eine ‚Seher’. Im Gegenteil, er will seine Jünger aller Zeiten die Neugier für die Daten und Vorhersagen nehmen, ihnen statt dessen einen tiefen, wesentlichen Leseschlüssel geben und vor allem den rechten Weg weisen, der zu beschreiten ist, heute und morgen, um in das ewige Leben einzugehen.<<
>>Auch in unseren Zeiten fehlt es nicht an Naturkatastrophen, und leider auch nicht an Kriegen und Gewalttätigkeiten. Auch heute bedürfen wir eines sicheren Fundaments für unser Leben und unsere Hoffnung, dies umso mehr aufgrund des Relativismus, in den wir eingetaucht sind. Die Jungfrau Maria helfe uns, dieses Zentrum in der Person Christi und in seinem Wort anzunehmen.<<
>>Die liturgischen Lesungen zum Ende des Kirchenjahres rufen uns immer wieder die sogenannten letzten Dinge – Tod, Gericht, Hölle, Himmel – in Erinnerung. Die Zeit hat ein Ziel. Und wir wollen das richtige Ziel finden. Dazu lädt der Herr uns ein, wenn er sagt, wir sollen wachen und beten, damit wir einst hintreten können vor den Menschensohn (vgl. Lk 21,36). Möge der Herr stets unser Ziel sein in der Freude und Hoffnung auf „das Große, das er denen bereitet hat, die ihn lieben“ (1Kor 2,9).<<

Sterbebegleitung statt Tötung auf Verlangen

Ein Gastbeitrag von Christoph Kraus.


Man muss nur einmal die Augen zusammenkneifen und sich für einen kurzen Moment vorstellen, der Herr selbst hätte sich seinem Leiden entzogen, wäre dem schmachvollen Tod am Kreuz entgangen, der Geißelung, des Spotts durch die Dornenkrone, er hätte dem Sühnetod widersagt und  stattdessen – wissend, in persönlicher Freiheit zu handeln und den Willen des Vaters auszuschlagen – den Freitod gewählt.

Nach vorherrschender zeitgeistlich orientierter humanistischer Sicht wäre diese Entscheidung nicht einmal zu beanstanden gewesen. Präses Nikolaus Schneider höchstpersönlich, immerhin Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), bekundete jüngst offen seine Sympathie für eine seelsorgliche Begleitung von Menschen, die sich "für Suizid entschieden" haben. Welch eine Farce!

>>Gott ist in sich unendlich vollkommen und glücklich. In einem aus reiner Güte gefassten Ratschluss hat er den Menschen aus freiem Willen erschaffen, damit dieser an seinem glückseligen Leben teilhabe. Deswegen ist er dem Menschen jederzeit und überall nahe. Er ruft ihn und hilft ihm, ihn zu suchen, ihn zu erkennen und ihn mit all seinen Kräften zu lieben. Er ruft alle durch die Sünde voneinander getrennten Menschen in die Einheit seiner Familie, die Kirche. Er tut es durch seinen Sohn, den er als Erlöser und Retter gesandt hat, als die Zeit erfüllt war. In ihm und durch ihn beruft er die Menschen, im Heiligen Geist seine Kinder zu werden und so sein glückseliges Leben zu erben.<<

Ein vorzeitiger Eingriff in den Lauf der Welt, etwa durch die Inanspruchnahme der aktiven Sterbehilfe, würde nicht nur der Lehre der Kirche widersprechen, sondern auch den Begriff der Menschlichkeit ab absurdum führen. Wer Menschen aus fadenscheinigen Gründen (Stichwort: „um der Barmherzigkeitt willen“) vom Leben „erlöst“ – was schon an sich ein Widerspruch ist, schließlich hat Christus selbst schon selbiges bewirkt – der macht sich mitschuldig am Übel der Unmenschlichkeit.

Die Neuformulierung von § 217, der die gewerbsmäßige Förderung der Selbsttötung thematisiert, besteht nun im zweiten Absatz auf folgende Klausel:
>>Ein nicht gewerbsmäßig handelnder Teilnehmer ist straffrei, wenn der (…) andere sein Angehöriger oder eine andere ihm nahe stehende Person ist.<<

Diese Sicht der Dinge deckt sich mit dem Verständnis des eingangs zitierten Präses Schneider, für den es maßgeblich auf die Beziehung zwischen Sterbebegleiter und demjenigen, der Suizid begehen möchte, ankommt. Wörtlich: „Wenn es Spitz auf Knopf kommt, dann sind wir für die Menschen da und nicht für die Sauberkeit unserer Position.“

Darüber kann man bloß den Kopf schütteln, gleichzeitig beten (!) und dringend dazu ermahnen, Sterbebegleitung als das zu sehen, was sie nach katholischem Verständnis ist, nämlich als allumfassende Begleitung von Sterbenden, also von Menschen, die im Begriff sind, vom irdischen ins andere Dasein zu gleiten. Trauerarbeit beginnt nicht erst in dem Moment, in dem ein Arzt nach gesetzlicher Pflicht die Todesbescheinigung ausstellt. Sie fängt auch nicht an dem Tag an, an dem sich die Angehörigen in frommer Absicht auf dem Friedhof versammeln und der Kirchenchor mehrstimmig „Es ist vollbracht“ anstimmt, ehe die Trauernden zum deftigen Leichenschmaus ins örtliche Wirtshaus schlendern.

Der Begriff der Seelsorge, der oft mit bloßem, unbedachtem Sakramentaltourismus verwechselt wird, entspringt vielmehr dem Gedanken, den Menschen von der Taufe bis zur würdigen Bestattungsfeier zu begleiten – gerade dann, wenn Krankheit und Leid das Leben brandmarken, es scheinbar (nach humanistischer Auffassung) unmenschlich machen. Das ist nicht nur Sterbehilfe, sondern Lebenshilfe.

Samstag, 17. November 2012

Kleine Erinnerung, wer hier die Fäden in der Hand hält

"Above all" by Michael W. Smith

 

Above all powers, above all kings
Above all nature and all created things
Above all wisdom and all the ways of man
You were here before the world began

Above all kingdoms, above all thrones

Above all wonders the world has ever known
Above all wealth and treasures of the earth
There's no way to measure what you're worth

Crucified

Laid behind a stone
You lived to die
Rejected and alone
Like a rose
Trampled on the ground
You took the fall
And thought of me
Above all

Solidarität statt Selbsttötung

Ich bin ja kein Freund von Katastrophenmeldungen und permanenter Schwarzmalerei, weil ich fest glaube, dass Gott von seiner Warte aus den größeren Überblick und letztendlich die Zügel fest in der Hand hat. Aber Er hat eben auch großen Respekt vor unserer Freiheit und wir Menschen schaffen es schon noch, diese soweit auszunutzen, dass wir uns selbst ausrotten. Warum diese Dringlichkeit?

Am 29.11.2012 wird die erste Lesung eines Gesetzentwurfes stattfinden, welcher der aktiven Sterbehilfe in Deutschland durch die Hintertür Einlass gewährt.

Der neue §217 StGB soll wie folgt lauten:
>> § 217 Gewerbsmäßige Förderung der Selbsttötung
(1) Wer absichtlich und gewerbsmäßig einem anderen die Gelegenheit zur Selbsttötung gewährt, verschafft oder vermittelt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ein nicht gewerbsmäßig handelnder Teilnehmer ist straffrei, wenn der in Absatz 1 genannte andere sein Angehöriger oder eine andere ihm nahe stehende Person ist.<<

Absatz 1 klingt hier zunächst nach guter Absicht, doch das Wort 'gewerbsmäßig' bedeutet nur, dass es verboten sein wird, mit dem Angebot zur aktiven Sterbehilfe Geld zu verdienen. Somit ist der aktiven Sterbehilfe an sich (also der Verabreichung eines tödlichen Medikamentencocktails an Schwerkranke) faktisch die Tür geöffnet, bietet doch das deutsche Vereinigungsrecht vielgestaltige Möglichkeiten zur Bildung sog. 'gemeinnütziger', d.h. 'nicht gewerbsmäßiger' Organisationen.

In einer Sendung der Reihe 'Credo' bei Radio Horeb sprach P. Dr. Ulrich Lindl CP, Mediziner und Priester, am Donnerstag (15.11.2012) darüber, dass der Ruf nach aktiver Sterbehilfe der menschlichen Angst vor Kontrollverlust und Schmerzen entspringe. Dieser verständlichen Angst kann man bereits heute wirksam begegnen, wenn man die vorhandenen Mittel der Palliativmedizin vollständig ausschöpft und die Patienten auch seelsorglich gut begleitet. Die Sendung ist über den CD-Dienst von Radio Horeb als Mitschnitt zu bestellen oder kann als Podcast heruntergeladen werden.

Die Initiative "Solidarität statt Selbsttötung - für einen besseren § 217" möchte das Bewusstsein der Menschen in Deutschland dafür wecken, dass jeder Mensch ein Recht auf Leben hat, was den Beginn (im Mutterleib) und den natürlichen Tod mit einschließt.

Die Verfasser des Grundgesetzes, also die Vorväter der Bundesrepublik als freiheitliches, demokratisches Land, würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie sehen könnten, wie die Grundsätze, auf denen sie dieses Land neu erbauen wollten, mit Füßen getreten werden.
>>Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.<< Art. 1 Abs. 1 GG
Auch wenn jetzt einige mit dem Recht auf Selbstbestimmung argumentieren werden, selbst bestimmen kann nur, wer lebt und diese eigene Entscheidung auch in Freiheit treffen kann. Mit der faktischen Gestattung der 'Beihilfe zum Suizid' besteht jedoch die Gefahr, dass psychologischer Druck zum Suizid in einem Maße aufgebaut wird, dass sich Menschen in schwierigen Lebenssituation dem nicht entziehen können. Das wäre allerdings das Ende der freien Entscheidung und letztlich der Selbstbestimmung! Geben wir doch jedem Menschen eine Chance auf das Leben und hören wir auf, unsere eigenen Maßstäbe an das Leben anderer anzulegen!

Freitag, 16. November 2012

Berichterstatter?

Oder doch eher "Fachkraft für Propaganda (Rundfunk und Fernsehen)"?

Aufgeschnappt via fb bei der 'Ofenbänklerin' über die Frage, was denn nun den Konflikt zwischen Israel und der Hamas ausgelöst haben könnte.

Mittwoch, 14. November 2012

Wege zu Gott

Heute vor rund 8000 Pilgern und Besuchern in Aula "Paolo VI":


Generalaudienz am 14.11.2012. Bild von hier.
>>In der heutigen Katechese möchte ich kurz drei Wege skizzieren, die uns Möglichkeiten zeigen, wie wir Gott, der die Wahrheit ist, erkennen können: es gibt den Weg über die Welt, über den Menschen und über den Glauben. Der heilige Augustinus lässt uns in einer Predigt (241, 2) die vielfältige Schönheit der Welt betrachten. Er fragte die Dinge: „Was seid ihr?“. Und sie alle sagen: „Schau mich nur an, ich bin schön, aber nicht aus mir selber heraus sondern es gibt den, der mich geschaffen hat.“ Erst wenn man auf ihn schaut, hat man die Wirklichkeit ergriffen. Ebenso sagt der Bischof von Hippo ein bedeutendes Wort über uns Menschen und zwar, wenn man die Wahrheit finden möchte, dann muss man nicht auswärts gehen sondern in sich selbst hineingehen. „Denn in dir selbst ist die Wahrheit. Gott selbst ist dir innerlicher als du selbst es für dich bist.“ (Über die wahre Religion 39, 72). Denn der Mensch fragt nach dem Dasein Gottes „mit seiner Wahrheit und Offenheit für die Wahrheit und Schönheit, mit seinem Sinn für das sittlich Gute, mit seiner Freiheit und der Stimme seines Gewissens, mit seinem Verlangen nach Unendlichkeit und Glück“ (Katechismus der Katholischen Kirche 33). Viele Wege führen so zu Gott. Eine wichtige Erkenntnis ist schließlich der Glaube. Er ist nicht ein System von Werten und Meinungen. Er ist letzten Endes Begegnung mit Gott. Eine Begegnung, die unser Denken und Leben umwandelt und uns die Kraft der Liebe schenkt.<<

Die verborgenen Märtyrer

Ich weiß, das soll kein Katastrophenblog werden hier und über die weltweite Christenverfolgung wird an anderer Stelle eh viel kompetenter berichtet, aber wenn man die ganze Zeit auf dieses Land angesprochen wird, nur weil man zufällig auf derselben Halbinsel geboren wurde, wird man etwas hellhöriger. Es geht also um die koreanische Halbinsel, genauer gesagt, um Nordkorea und die mehr als prekäre Lage der Christen dort.

>>Dass Nordkorea seit nunmehr neun Jahren immer wieder en ersten Platz auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors einnimmt, kann nicht verwundern. Die traurige Realität findet ihre Ursachen im politischen Gefüge des abgeschotteten Landes. Schließlich handelt es sich um eines der wenigen verbliebenen kommunistischen Regimes weltweit, in dem überdies jede religiöse Aktivität als Angriff auf die vorgegebenen Prinzipien der politischen Machthaber gewertet wird. Christen haben in diesem System des gegen Andersgläubige und Andersdenkende gerichteten staatlichen Terrors keinerlei Daseinsberechtigung.

Als Beispiel soll das schreckliche Schicksal der nordkoreanischen Christin Ri Hyon-ok stellvertretend dienen. Hyon-ok wurde laut Berichten von Augenzeugen am 16. Juni 2009 öffentlich hingerichtet, weil sie die Bibel verbreitet hatte. Ihr Ehemann und die drei Kinder der Familie wurden in ein Straflager deportiert. Erinnert werden soll an dieser Stelle auch an die Angehörigen der Benediktinerabtei Tokwon und des Benediktinerinnenpriorats Wonsan. Sie wurden zwischen 1949 und 1952 entweder ermordet oder kamen in Straflagern ums Leben. Am 10. Mai 2007 wurde die Seligsprechung dieser 36 Märtyrer eingeleitet.

Das Blut der nordkoreanischen Märtyrer fließt im Verborgenen, selten wahrgenommen von der weltweiten Öffentlichkeit, in einem Land, dessen jungenhaft anmutender Diktator die Menschheit mit seinen Atomwaffen in Atem hält, in dem die Schreie der Gepeinigten kaum durch den Stacheldraht, der sie gefangen hält, zu dringen vermögen – ein Land, in dem der Glaube an den Gott der Liebe und des Friedens mit staatlich verordnetem Hass und Terror beantwortet wird.<<

 Hl. Andreas Kim Tae-gon und Gefährten 

bittet bei Gott für euer Heimatland, das so zerrissene Korea
und für alle diejenigen, die dort um des Namens Jesu Christi willen verfolgt und ermordet werde! Amen.  

Dienstag, 13. November 2012

Kleiner Nachtrag zur US-Präsidentschaftswahl und für alle Mächtigen

aus der Predigt von Papst Benedikt XVI am 20.11.2011 im Stade de l'amitié in Cotonou, Benin.
>>Wir erinnern uns daran, daß das wahre Königtum nicht in einer Machtdemonstration besteht, sondern in der Demut des Dienens, und auch nicht in der Unterdrückung der Schwachen, sondern in der Fähigkeit, sie zu schützen, um sie zum Leben in Fülle zu führen (vgl. Joh 10,10).<<

Ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden

Leseprobe aus dem Buch: "Das Todesurteil" von Joseph Fadelle

>> - Gib uns die Namen! Wer sind die Christen, die du getroffen hast?
- Ich kenne keine Christen...
Einer der Folterknechte verlässt den Raum. Fünf Minuten verstreichen. Ich versuche wieder zu Atem zu kommen und mir im Geist ein Bild von meinen Blessuren zu machen. Durch die Brutalität der Schläge ist meine Augenbinde verrutscht. Mit einem Auge kann ich erkennen, was um mich herum geschieht.
Schreckerfüllt sehe ich den zweiten Wärter zurückkehren. In seinen Händen hält er ein langes Stück Kabelummantelung, mindestens zwei oder drei Zentimenter dick. Höhnisch lachend sieht er mich an; mir graust vor ihm: Er scheint verrückt zu sein und es ist eine mörderische, bestialische Verrücktheit. Er wirkt von der Grausamkeit seines Tuns wie berauscht.
Alle meine Muskeln versteifen sich und warten auf den ersten Hieb. Der Schmerz ist entsetzlich, unmenschlich. Er entringt mir einen Schrei, der aus der Tiefe meiner Eingeweide zu kommen scheint und sich unendlich im Gewirr der Räum und finsteren Gänge bricht. Aber ich weiß, dass ich an diesem düsteren Ort keine Hilfe zu erwarten haben. Also schweige ich.
Damit reize ich meinen Angreifer noch mehr: Dass ich stumm bleibe, wirkt auf ihn wie ein rotes Tuch. Verbissen verdoppelt er seine Anstrengungen...<< (S.97f)
>>Die einzige wahre Freiheit, die mir noch bleibt, ist die der inneren Zwiesprache mit Christus. Und so erlebe ich eine Vertrautheit mit ihm, die ich andernfalls vielleicht niemals kennengelernt hätte. 
Ich habe das Gefühl, Ihm sehr nahe zu sein, ohne dass meine Leidensprüfung dieser innigen Begegnung etwas anhaben könnte. Im Gegenteil, die überwundenen Schwierigkeiten lassen meine Beziehung zum Sohn Gottes nur noch intensiver werden, der ebenfalls gelitten hat und nun zu meinem einzigen Halt und meiner einzigen Stärke wird. [...]
Die Monate vergehen und lehren mich, dieser Entdeckungsreise immer freieren Lauf zu lassen. Die innere Zwiesprache verleiht mir zuweilen sogar die Kühnheit, meine Einsamkeit als eine Schule des Glaubens zu betrachten: ein Ausbildungscamp für die Soldaten Christi.<< (S.103)

Informationen zu der Lage der Christen im Irak, die Joseph Fadelle durch sein Schweigen nicht noch mehr in Gefahr bringen wollte, finden sich auch im entsprechenden Beitrag der Reihe "Sanguis martyrum" auf Elsas Nacht(b)revier. Demnächst dort geplant: ein Beitrag über die Christen in Nordkorea.

Sonntag, 11. November 2012

Danke an die "armen Witwen", die vieles am Laufen halten

"Er rief seine Jünger zu sich und sagte: Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern." (Mk 12, 43)

Ich muss mal kurz was loswerden: als jemand, der seit kurzem bei einem christlichen Radiosender arbeitet, der sich ausschliesslich über Spenden finanziert und Menschen wie dieser Witwe aus dem Evangelium sein wirtschaftlich gesundes Wachstum und die Möglichkeit verdankt, zur Neuevangelisierung beizutragen, kann ich dem HERRN hier* aus vollem Herzen zustimmen.
Ein Hoch auf alle, die "zwischen Gas- und Stromrechnung" (M. Angelica) immer noch an die Einrichtungen denken, die sie finanziell unterstützen.


_________________________________________
*natürlich gebe ich IHM nicht nur in diesem Punkt vollumfänglich recht, aber das versteht sich wohl von selbst ;-)

Samstag, 10. November 2012

Gedanken in einer Konzertpause

Ein Klaviertrio als Spiegelbild der christlichen Ehe?
Ich weiß, der Vergleich hinkt ziemlich, drängt sich mir dennoch auf. Violine und Cello als Mitglieder einer Instrumentenfamilie, wobei die Violine den weiblichen, das Cello den männliche Part übernimmt. Beide stehen in Beziehung zueinander, antworten einander, müssen aufeinander hören. Das Klavier setzt den Rahmen dazu, gibt den Hintergrund, tritt jedoch von Zeit zu Zeit in das 'Gespräch' der Streicher herein, mal als Dialogpartner des einen, mal des anderen Instruments.

Wenn die EU keine anderen Sorgen hat...

Also, schön langsam wird's echt lächerlich. Sollte diese Meldung der sich selbst als konservativ bezeichnenden Wochenzeitung 'Junge Freiheit' den Tatsachen entsprechen, hat die EU in meinen Augen jegliche Glaubwürdigkeit verloren.
 >>Die Europäische Union will Unterrichtsmaterialien abschaffen, die Schülern ein traditionelles Rollenverständnis der Geschlechter vermitteln. „Kinder sind bereits mit jungen Jahren durch Fernsehserien, Fernsehwerbung, Unterrichtsmaterialien und Erziehungsplänen mit Geschlechterstereotypen konfrontiert“, heißt es in einer Handreichung des EU-Komitees für Frauenrechte und Geschlechtergleichheit. Daher sei es wichtig, Kinder „vom frühestmöglichen Alter an“ weitgehend dem Einfluß von Geschlechterstereotypen zu entziehen.<< (JF vom 09.11.2012)

Wie kann eine 'Volksvertretung', was ja durchaus der Anspruch der verschiedenen Institiutionen der EU ist, tatsächlich ein Volk vertreten, wenn sie so eklatant am Alltagsleben der Menschen vorbei entscheidet? Sich jetzt am Bücherschrank kleiner Kinder zu vergreifen ist echt das Letzte! Bücher sollen Spass machen, die Phantasie anregen und ja, auch bilden, aber auf keinen Fall indoktrinieren. Genau das, was die EU jetzt den traditionellen Kinderbüchern unterstellt, macht sie nun selbst. Mit der Entfernung missliebiger Bücher nimmt sie den Kindern nicht nur die Freude, die sie in den geschriebenen Abenteuern finden, sondern auch jegliche Wahl- oder Denkfreiheit.

Freitag, 9. November 2012

virtueller Besuch in der Bischofskirche von Benedikt XVI

Für alle, die am Weihetag der Lateranbasilika nicht in Rom sein können, sich aber ganz gern in Gedanken dahin versetzen wollen oder einfach nur an akutem Fernweh leiden, sei diese kleine virtuelle Spielerei empfohlen.

Einige vatikanische Programmierer haben eine Möglichkeit geschaffen, wie man einen Einblick in die großen Kirchen Roms bekommen kann; so steht man hier mit einem Mal im Hauptschiff von San Giovanni in Laterano, der Bischofskirche der Päpste.

Bild von hier.

Hier geht's zum virtuelle Rundgang durch den Petersdom und zu St. Paul vor den Mauern.

Donnerstag, 8. November 2012

Das Credo von Gertie

Wie kann man sagen "ich glaube" und damit den Glauben der römisch-katholischen Kirche meinen, wenn man nie etwas anderes kennengelernt hat?

Adoptiert in eine liebevolle, katholische Familie in Deutschland und erzogen in einem Glauben, der sich erst in der Rückschau als doch recht traditionell gelebt herausstellte (was in keinster Weise herabsetzend gemeint ist), wuchs ich auf in der festen Gewissheit, dass Gott  i s t. Es gibt ihn einfach, er ist da, ewig, unwandelbar, wie die Berge, die ich als Kind direkt vor der Haustür hatte, und genauso selbstverständlich. Irgendwann begann dann eine leichte Unruhe in meinem Herzen, vielleicht einhergehend mit einer allgemeinen, biologischen Identitätssuche. Die Fragen, die dabei hätten kommen können, konnten durch den schulischen Religionsunterricht nur unzureichend beantwortet werden, ja sie wurden dort nicht einmal gestellt. Auch dort wurde 'das Christliche' als gegeben und daher langweilig vorausgesetzt und man beschäftigte sich lieber mit allgemein ethischen Themen wie dem Kant'schen Imperativ und der Mahnung, dass alle Religion schön friedlich miteinander sein sollte, da sie doch alle irgendwie gleich wären. Gerade dieser künstliche Anspruch weckte die Rebellion in mir und als viele meiner Altersgenossen sich zu Buddhismus o.ä. hingezogen fühlten, wollte ich auf einmal wissen, was ich glaubte. Wenn wir schon dabei sind, den christlichen Glauben in Bausch und Bogen zu verwerfen, möchte ich doch wissen, was wir wegwerfen. Also begann ich alles Christ-Katholische zu lesen, was ich in die Hände bekam, z.B. die Enzyklika "Fides et Ratio" des sel. Johannes Paul II, von der ich immer noch ganz überwältigt bin. Bei der Re-lecture in Vorbereitung auf dieses Post bin ich an folgenden Sätzen hängen geblieben, die sehr schön eine Entdeckung beschreiben, die ich erst Jahre danach machte:
>>Die grundlegenden Erkenntnisse entspringen dem Staunen, das durch die Betrachtung der Schöpfung in ihm geweckt wird: der Mensch wird von Staunen ergriffen, sobald er sich als eingebunden in die Welt und in Beziehung zu den anderen entdeckt, die ihm ähnlich sind und deren Schicksal er teilt. Hier beginnt der Weg, der ihn dann zur Entdeckung immer neuer Erkenntnishorizonte führen wird. Ohne das Staunen würde der Mensch in die Monotonie der Wiederholung verfallen und sehr bald zu einer wirklichen Existenz als Person unfähig werden.<<
Sehr geholfen bei dieser Entdeckung des Staunens hat der Weltjugendtag des Heiligen Jahres 2000 in Rom. Beides, die Erfahrung von Weltkirche, junge Menschen, die für Jesus begeistert sind, und die 'ewige Stadt', waren Eindrücke, die den Horizont meines Glaubens ganz erheblich weiteten und von denen ich heute noch zehre. Die bunte Vielfalt der Nationen und Sprachen, geeint durch den Glauben an und die Liebe zu Jesus Christus, machte mir die Weite der Una Sancta Catholica et Apostolica Ecclesia erst so richtig bewusst. Wie es Papst Benedikt XVI in der Generalaudienz vom 31.10.2012 zitiert hat: ›Niemand kann Gott zum Vater haben, der die Kirche nicht zur Mutter hat‹ (KKK 181).

Tatsächlich hat sich mir seit dem Weltjugendtag 2000 die Kirche wie ein Schatzkästchen geöffnet, in dem ich wühlen kann und bei dem mir von jedem Kleinod, das ich entdecken darf, das Antlitz meines Erlösers und großen Freundes entgegen leuchtet.  

Den Willen reinigen, damit wir das Gute tun

"Liebster Vater, ich will nichts tun als deinen Willen und will alles tun für deinen Willen, aber meistens ist es der meine, den ich tue und ich lebe mein Leben für mich."

"Man schafft es nicht sofort, sich völlig von sich selbst zu lösen. Ein Blick zur mir genügt, um dein Wollen zu reinigen. Du weißt, einer jener lächelnden Blicke zu mir hin. Deshalb vergiß nicht, mich immer wieder anzuschauen, immer wieder am Tag, immer wieder in der Nacht. Laß darin nicht nach." (Jesus an G.B.)

Sehnsucht nach der himmlischen Heimat

Warum bringe ich seit einiger Zeit die Texte der Papst-Katechesen und Angelus-Ansprachen in der ganzen deutschen Fassung? Weil diese Texte für sich selbst sprechen, man kann direkt dabei sein, hört Benedikt XVI sprechen und kann so quasi von anderen Ende der Welt "direkt aus der Quelle trinken" und brauchen nicht "das zu nehmen, was uns schon abgeschöpft entgegen kommt", wobei die Qualität und Schönheit der Artikel von Dr. Schwibach in keinster Weise geschmälert werden soll. Das nur als kleiner Einschub.

Und jetzt zur Generalaudienz am 7. November 2012:

>>Vor einigen Wochen haben wir das Jahr des Glaubens begonnen, und ich habe mich entschieden, in diesem Jahr in den Katechesen das Wesen des Glaubens in verschiedenen Aspekten zu bedenken. Heute richten wir unser Augenmerk auf die Erfahrung, daß jeder Mensch irgendwo ein inneres Verlangen nach Gott, nach dem Unendlichen in sich trägt. Der Katechismus sagt uns: »Nur in Gott wird der Mensch die Wahrheit und das Glück finden, wonach er unablässig sucht« (KKK 28, Youcat 281). Dieses Verlangen kann der Mensch aus sich selbst nicht befriedigen. Er sucht nach dem Absoluten, aber sein eigenes Streben ist zu schwach, um von sich aus ans Ziel zu kommen. Die Erfahrung menschlicher Liebe öffnet eine neue Perspektive. In der Liebe übersteigt der Mensch sich selbst, »aus dem in sich verschlossenen Ich … zur Hingabe und so gerade zur Selbstfindung, zur Findung Gottes« (Deus caritas est, 6). Durch die Liebe erleben Mann und Frau, einer durch den anderen, auf eine neue Weise die Größe und Schönheit des Lebens und der Wirklichkeit überhaupt. Allerdings ist eine Bereitschaft des Herzens, eine innere Reinigung des Willens nötig, damit wir das Gute, das wir für uns selber wollen, für den anderen wollen, und so aus uns heraus, über uns hinaus zum Ganzen, letztlich zu Gott hinfinden. Das heißt, daß wir uns nie zufrieden geben dürfen mit dem schon Erreichten, weil wir wissen, daß nichts Endliches unser Herz erfüllen kann, sondern nur die »himmlische Berufung, die Gott uns in Christus Jesus schenkt«, wie Paulus im Philipperbrief (3,14) gesagt hat. Und schließlich braucht es die Reinigung und die Heiligung unseres menschlichen Verlangens, um mehr Abbild Gottes zu sein und im Einklang mit dem Willen des Vaters zu leben. So zeigt sich uns der Weg zu Gott, der mit einer inneren Unruhe anfängt, mit der Erfahrung des Schönen und Guten weiterführt und uns dann selber zur Reinigung zwingt, über uns hinausführt und zu Gott selbst hin öffnet, der seine Hand zu uns hin ausstreckt, der in Christus uns entgegengeht und uns zu sich hinaufzieht.<<

Dienstag, 6. November 2012

YOUCAT Firmkurs: Marathon für Gott

Da in diesen Wochen landauf, landab wieder die Firmvorbreitung in den katholischen Pfarreien beginnt, habe ich hier einen Tipp für alle, die sich damit befassen: Warum probiert ihr dieses Mal nicht einfach mal den zweiteiligen YOUCAT Firmkurs? Einfach mal reingucken schadet nicht. Die Bücher beißen nicht, versprochen und mit einem Autor, der inzwischen als Referent bei Bischof Hanke arbeitet, stimmt auch die theologische Basis.

Anlässlich der Erscheinung des YOUCAT Firmbuchs im Jahr 2012 hat Monika Metternich einen Artikel für Die Tagespost geschrieben, der deutlich, wie erwünscht der YOUCAT Firmkurs an der katholischen Basis und in den Niederungen der Gemeindekatechese und Jugendarbeit ist.
>> „Beim Marathon ist deine Körperkraft gefragt – bei der Firmung ist wichtig, dass deine Seele, dein ICH, bereit ist. Beim Marathon schöpfst du eigene Kraftreserven aus – bei der Firmung nimmst du göttliche Power in dich auf, aus der du künftig schöpfen kannst. Ein Marathon steigert dein menschliches Selbstbewusstsein – in der Firmung bekräftigt Gott selber deine Identität als sein geliebtes Kind und sein Mitarbeiter.“ Ganz klar wird gleich am Anfang, was das eindrucksvolle Ziel ist: „Gott will, dass wir kraftvolle, stolze, freie Menschen sind, niemand untertan außer Gott allein, leuchtend von innen heraus, liebevoll, warmherzig, aufmerksam, kreative Kämpfer für das Gute und Widerstandskämpfer gegen die Einflüsterungen Satans, wache Hüter der bedrohten Schöpfung, verlässliche Freunde der Armen und Verfolgten. Dir stockt der Atem? Wenn du so ein starkes Leben willst, wenn du es für dich willst, wenn du es mit Gottes Hilfe willst, dann kann ich nur sagen: Was für ein Trainingsprogramm! Du bist reif für den Weg der Firmung. Aber du musst wissen: Marathon ist dagegen Kinderkäse.<<

Ich sehe in den beiden orangefarbenen Büchern noch mehr, nämlich eine Handreichung nicht nur für Firmkatecheten, sondern für Jugend- und Ministrantengruppen allgemein, die es mit ihrem christ-katholischen Glauben ernst meinen und keine Lust mehr auf "pille-palle" in ihren Gruppenstunden haben. Er ist außerdem der beste Beweis dafür das sog. "thematische" Gruppenstunden nicht zwangsläufig langweilig sein müssen und deswegen nicht gemacht werden dürfen, wie ich es in meiner Zeit als Gruppenleiterin so oft zu hören bekam.

Zu Bestellen sind die Bücher bequem online - unter shop.youcat.org. Dort findet ihr auch Kontaktdaten, falls ihr euch z.B. über die Staffelrabatte (ab 10 Stück) informieren möchtet.

Titel: YOUCAT Firmkurs Begleitbuch
Verlag: YOUCAT Foundation
ISBN: 978-3-945148-02-0
Preis: 16,95
EUR


Titel: YOUCAT Firmbuch
Verlag: YOUCAT Foundation
ISBN: 978-3-945148-01-3
Preis: 8,95
EUR

Montag, 5. November 2012

Youcat.tv - November 2012

Im 'Christkönigs-Kinder-Monat' mit einer neuen Moderatorin und folgenden Themen:
  • Zisterzienser Abtei Stift Heiligenkreuz (Teil II)
  • Youcat - Taschenkalender
  • Dario Pizzano im Youcat Zentrum
  • Youcat Frage des Monats: Sind vor Gott alle Menschen gleich?



Zu sehen bei katholisch1.tv und jetzt auch hier auf dem Blog.
 

November: Der Königskindermonat

Eine etwas andere Sicht auf den als "Totenmonat" bekannten November hat die Bloggerin vom "Jahr des Glaubens-Blog" vorgeschlagen: wenn wir die Brücke schlagen zwischen dem Jubel von Allerheiligen und dem Triumph des Christkönigsfestes, können wir diese Sicht auf unsere künftige Vollendung in Herrlichkeit auch durch das Totengedenken durchstrahlen lassen.

>>Christkönig, das ist nicht nur das Fest Gottes, der Sieger ist, Allherrscher, ewiger Souverän, ... sondern Christkönig ist auch ein Fest für uns!
Weil ER der KÖNIG uns zu Kindern gemacht hat, in der Erlösungsgnade, deshalb sind wir alle – jede und jeder von uns eine Kronprinzessin/ein Kronprinz im Königshaus unseres Vaters im Himmel.

Bild von hier.
Haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht – wie Ihre Krone wohl aussehen wird? Ist sie vielleicht geziert mit:
Roten Granatsteinen – weil sie alles Leid ihres Lebens in Christus fruchtbar werden ließen?
Grünen Smaragden – weil sie auf Gott alle Hoffnung gesetzt haben, egal, was war und ist oder noch sein wird?
Mit blauen Saphieren – in der Treue ihres Glaubens
Mit roten Rubinen – wie sie die Liebe Gottes in ihr Leben aufgenommen haben
Oder mit Bergkristallen, mit Amethysten, ....?
Wenn uns im Leben einmal die „Ausbildungszeit“ mit ihren Prüfungen manchmal schwer wird, wenn ein lieber Mensch von uns geht, weil seine „Schulzeit“ in diesem Leben vorüber ist (und Traurigkeit unser Herz schwer machen will),dann gehen wir doch zu Jesus – vielleicht in die Kirche vor den Tabernakel und bitten wir ihn, uns an die ewige Krone zu erinnern.<<
 

Sonntag, 4. November 2012

Wo Christsein lebensgefährlich ist - eine Buchbesprechung


"Wieder ein Krimi?" fragte meine Mutter, als ich das Buch mit dem schwarzen Umschlag aus dem Versandkarton packte. "Ja", erwiederte ich, "nur leider ein wahrer." Tatsächlich lesen sich die Erinnerungen von Joseph Fadelle an die Zeit rund um seine Bekehrung zum christlichen Glauben im Irak genauso spannend wie ein Krimi und erzeugen immer wieder Schauer des Schreckens wie ein Thriller, besonders wenn man sich vor Augen führt, dass das Ganze wirklich geschehen ist und so ähnlich - Gott sei's geklagt - derzeit hunderttausendfach auf der Welt geschieht.

>>Joseph Fadelle wurde als Mohammed al-Moussaoui in einer großen schiitischen Familie im Irak geboren. Als direkter Nachkomme des Imams Moussa al-Kazemi ist er mit Ayatollah Khomeini im Iran und Scheich Nasrallah im Libanon verwandt. Er lebt seit 2001 mit seiner Familie in Frankreich.

Während seines Militärdienstes kommt er über einen Kameraden mit dem christlichen Glauben in Berührung und lässt sich nach anfänglicher Skepsis davon anstecken und begeistern. Aber seine Familie, ein einflussreicher Clan, darf nichts davon wissen. Heimlich sucht er Kontakt zu irakischen Christen. Doch auch dort wird er nicht mit offenen Armen empfangen. Ein Konvertit? Viel zu gefährlich ... Mühsam gewinnt Mohammed, der geradezu nach Christus dürstet,  Vertrauenspersonen. Irgendwann passiert, was passieren musste: Mohammeds Familie erfährt von seinem Sinneswandel. Sie ist entsetzt und verstößt ihn. Als Abtrünniger wird er verhaftet, landet im Gefängnis, erlebt Entbehrung und Folter. Er flieht schließlich nach Jordanien, wo er sich taufen lässt. Doch auch dort spürt ihn die Familie auf. Der eigene Onkel versucht, ihn zu ermorden. Wie durch ein Wunder überlebt er und kann nach Paris entkommen.<< (aus der Pressemitteilung auf den Seiten des Sankt Ulrich Verlages)



Joseph Fadelle
Das Todesurteil

Als ich Christ wurde im Irak  
ISBN: 978-3-86744-196-4
Sankt Ulrich Verlag
kartoniert, 224 Seiten
EUR 19,95 (D)