Beitrag der Woche

Geistliche Kommunion III

Du bist höher als der Himmel und höher als die Welt, da sich der Schöpfer der Welt für Dich zum Kaufpreis dahingegeben. Was kann der an Dir ...

Freitag, 30. Januar 2015

Habt ihr euch auch schon mal über "kreative" Priester geärgert?

Was kann man als Laie tun, wenn der zelebrierende Priester sein eigenes Süppchen kocht und das offizielle Messbuch der katholischen Kirche in der Ecke verstauben lässt?

Wenn ihr euch diese oder ähnliche Fragen auch schon mal gestellt haben solltet, findet ihr auf katholon.de Rat.

Soldaten gehören zur Christenheit

so zitiert Mme Elsa aus George Bernanos' großem Roman "Tagebuch eines Landpfarrers". Mir fiel da natürlich, neben den tapferen Peschmerga Kämpfern u.v.a. unserer Tage, prompt der dichtende Soldatengroßonkel ein.

Ach ja, und er hier... P. Gereon Goldmann (1916- 2003), den es als Franziskaner-Seminaristen zur SS verschlug. 

Sonntag, 25. Januar 2015

Menschenfischer

Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!
Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie, und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.
( Markus 1,14-20)


Mittwoch, 21. Januar 2015

Papst: Kinderreiche Familien sind ein Trost.

„Es schenkt Trost und Hoffnung, viele kinderreiche Familien zu sehen, die die Kinder als wahres Geschenk Gottes aufnehmen“, so der Papst: „Sie wissen, dass jedes Kind ein Segen ist. Ich habe sagen hören – einige meinen das so –, dass die kinderreichen Familien und die Geburt vieler Kinder zu den Ursachen der Armut gehören. Das scheint mir eine zu vereinfachende Meinung zu sein.

Ich kann sagen, wir alle können sagen, dass die Hauptursache der Armut ein Wirtschaftssystem ist, das die Person aus dem Zentrum genommen und an deren Stelle den ‚Gott Geld’ gesetzt hat. Ein Wirtschaftssystem, das ausschließt, das immer ausschließt: das die Kinder, die alten Menschen, die arbeitslosen jungen Menschen ausschließt... und das die Wegwerfkultur schafft, in der wir leben“. „Wir haben uns daran gewöhnt“, so Franziskus weiter, „zu sehen, wie Menschen ‚weggeworfen’ werden. Das ist die Hauptursache der Armut, nicht die kinderreichen Familien“.

(Aus dem Artikel zur heutigen Generalaudienz von Armin Schwibach auf kath.net)

#Karnickelgate II oder Wer lesen kann, ist klar im Vorteil

Und hier das Originalzitat von Papst Franziskus, aus der fliegenden Pressekonferenz vom 19.01.2015.
Some think that — excuse the language — that in order to be good Catholics, we have to be like rabbits. No. Responsible parenthood. This is clear and that is why in the Church there are marriage groups, there are experts in this matter, there are pastors, one can search; and I know so many ways that are licit and that have helped this.

(Einige glauben - entschuldigt den Ausdruck - dass wir, um gute Katholiken zu sein, wie die Kaninchen sein müssen. Nein. Verantwortliche Elternschaft, die muss man suchen. Und ich kenne viele erlaubte Methoden, die dabei geholfen haben.)


Wenn jemand einen Satz mit "Einige glauben..." einleitet, folgt gewöhnlich die Wiedergabe einer Meinung, die meist nicht die eigene wiederspiegelt. Im Hinblick auf die Absage der Kirche an künstliche Verhütungsmittel ist sogar mir dieses Vorurteil mehrfach begegnet, meist von Leuten die keine Ahnung haben und nur schwarz und weiß kennen. Dabei ist das Kernwort des Zitats "Verantwortliche Elternschaft" wohl wörtliche entnommen aus der Enzyklika Pauls VI Humanae Vitae, die Past Franziskus im selben Interview als "prophetisch" bezeichnet hat. Und außerdem hat er fast Werbung für die Methoden der Natürlichen Familienplanung (NFP) gemacht.

#Karnickelgate

Papstzitate, aus dem Zusammenhang gerissen, unsauber gelesen oder falsch übersetzt. Wie bei dem Wort über die "Kaninchen" bei der fliegenden Pressekonferenz von Manila. Da braucht man sich dann nicht wundern, wenn sich selbst der Kaninchenzüchterverband zu eienr Ermahnung hinreißen lässt. Das kommt dann von das...

Dienstag, 20. Januar 2015

Gertrud von le Fort über den Umgang mit Armen und Vertriebenen.

Millionen über Millionen
Hast du die Heimat versagt,
Millionen über Millionen
Ins nackte Elend gejagt! 

Sie schlafen in fremden Betten
Se tragen geschenktes Gewand –
Und du willst dein Dach erretten,
Christloses Abendland!

Sieh, o sieht doch mit Schauern
Winkt nicht ein blutrotes Tuch?
Um deine bebenden Mauern
Schleicht der Entrechteten Fluch.

Senke die eisgrauen Fahnen
Fege das uralte Haus,
Sprich den Bußpsalm der Ahnen
Und dann zieh aus:

Zieh aus dem eitlen Gepränge
Moderverfallener Zeit,
Sprenge Fesseln und Enge
Werde brüderlich weit!

Gib ihre Heimat den Armen,
Traue nicht Gold noch Erz,
Sühne im großen Erbarmen
Dein versteinertes Herz,

Dass es im Opfervollbringen
Junges Leben gewinnt –
Mit überwundenen Dingen
Spielt das göttliche Kind.

(Gertrud von le Fort)

Montag, 19. Januar 2015

Sonntag, 18. Januar 2015

St. Marien, Königstein im Taunus

Besichtigung nach der Hl. Messe. Mit puttigen Details und der berühmten "Königsteiner Madonna".

Hochaltar
Putte unter der Kanzel 1
Putte unter der Kanzel 2
Königsteiner Madonna

Geliebt

Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!  (Joh 15, 9)

Freitag, 16. Januar 2015

Standhaftigkeit

Durch eure Standhaftigkeit werdet ihr euer (künftiges) Leben gewinnen. (Lk 21,19)

Junge Kirche auf den Philippinen


Wie lebendig die Kirche auf den Philippinen ist, beweisen nicht nur die Aktivitäten rund um das zu entstehende YOUCAT Center in der Diözese San José/Nueva Ecija. Auch Hashtags wie #PapalVisitPH, #PopeFrancisPH und #PopeinPH legen auf Twitter und Facebook davon Zeugnis ab (in Echtzeit). Außerdem kann man natürlich die live-Berichterstattung der katholischen Radio- und TV-Sender mitverfolgen.

Worte gesucht...

Mme Elsa sucht nach Ausdrücken für solche "Kreaturen, die kleinen Mädchen einen Sprengstoffgürtel umschnallen und sie in einen Laden/ein gut besuchtes Café schicken, um dann die Zündung zu initiieren". 
Das ist so widerwärtig; da würde wahrscheinlich nicht mal William Shakespeare was zu einfallen. Der Herr selber hatte da auch hin und wieder nette Bezeichnungen, von denen man sich inspieren lassen kann. "Natterngezücht", "übertünchte Gräber", zum Beispiel. Wobei, würde man in oben erwähnten Fall nicht sogar den Nattern und den Gräbern unrecht tun?

Donnerstag, 15. Januar 2015

Bibel - Challenge des Tages

Neues Jahr, neue Challenge!
Jeden Tag mit einem Bibelvers beginnen, den ich mir von Gott schenken lasse. Das heißt, zuerst spreche ich ein kurzes Gebet, dann ziehe ich den Vers und dann schaue ich in der Bibel nach, was Er mir für diesen Tag mitgibt. Zum Ziehen empfehlen ich besonders BiblioSan von der Karl-Leisner-Jugend.
Du aber, Mann Gottes, fliehe davor. Strebe vielmehr nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Geduld und Sanftmut. (1 Timoth 11)


Mittwoch, 14. Januar 2015

Hintergründe und Geschichten aus dem Donbass

Wer auch der unseligen Mischung aus Fakten und Propaganda zu den kriegerischen Zuständen im Donbass (vulgo: Ostukraine) müde ist oder, wie ich, einfach sagt, das er sich in diesem Winkel der Welt einfach zu wenig auskennt, der schaue auf die Seiten Steppensturm I und II. Der gute Taras Sirko schreibt wohl recherchiert, ausgewogen im Tonfall und manchmal fast poetisch in der Sprache über politische und militärische Hintergründe und menschliche Schicksale aus den Städten Donezk, Lugansk und dazwischen.

Besonders empfehlenswert:
"Russischer Frühling" (Steppensturm)
"Gesichter des Donbass" (Steppensturm II)

P.S. Wer für die Menschen im Donbass, z.B. den 9jährigen Ivan Volotov und seine Angehörigen, beten möchte, kann dies gern tun und vielleicht auch eine Kerze anzünden in der Virtuellen Kapelle von Kirche in Not.

Montag, 12. Januar 2015

Back to work


Wie dieser Tweet vermuten lässt, steht mein Schreibtisch nun im schönen Taunus. Die Verlagsabteilung der YOUCAT Foundation ist umgezogen, mitten hinein in die Räumlichkeiten des internationalen katholischen Hilfswerks Kirche in Not. Weltkirche zum Anfassen und das mitten in Deutschland! Da ein Umzug immer auch ein Neuanfang im Kleinen bedeutet, wird es hier die nächsten Tage wohl etwas ruhiger zugehen.

Allen Lesern, die sich trotzdem hierher "verirren", wünsche ich von Herzen ein gesegnetes, glückliches Jahr 2015!

Freitag, 9. Januar 2015

Für #CharlieHebdo, Franck, Ahmed und die anderen.

Nach dem feigen und brutalen Anschlag auf die Redaktion des Satiremagazins #CharlieHebdo durch radikal-islamistische Terroristen geht eine Welle der Solidarität durch die digitalen und analogen Medien, die mich in ihrer Geschwindigkeit doch überrascht hat. Jeder erzählt er wäre Charlie (#JeSuisCharlie) und feiert die getöteten Karikaturisten als Helden der Meinungsfreiheit. Dass dabei die ebenfalls getötet Leibwächter und Polizisten gern unterschlagen werden, hat Elsa schon angemerkt. 
Aber auch Stimmen, welche die zugegebenermaßen extrem spitzen und teils auch blasphemischen Zeichnungen von Charlie Hebdo quasi als Rechtfertigung dafür anführen, dass die Zeichner brutal ermordet wurden, wollen das Ereignis meiner Ansicht nach lediglich für ihre Zweck instrumentalisieren.

Haben die Menschen das trauern verlernt? Das stumme innehalten und beten, wenn etwas so schreckliches passiert, dass es im ersten Moment das eigene Begreifen übersteigt. Warum müssen die Opfer immer gleich nochmal instrumentalisiert werden? Und was läuft falsch in diesen Tagen, dass geistige Provokation unbedingt mit Blut beantwortet werden muss?

Ich jedenfalls bete für die ganze Crew von #CharlieHebdo, für Franck und Ahmed, die Geiseln von heute und für die Täter. Für die Opfer, dass sie Gottes Angesicht schauen und für die Täter,dass sie zu wahrer Reue und Umkehr finden.

Sonntag, 4. Januar 2015

Sacerdos in aeternum: Josef Orgaß

Der  Dezember ist ein beliebter Monat für Priesterweihen. So feierte Papst Franziskus am 13. Dezember 2014 den 45. Jahrestag dieses hehren Ereignisses. Für einen anderen Priester war es am 22.12.2014 genau 80 Jahre her, allerdings wird Josef Orgaß im Himmel feiern. Sein Leben umfasste beinahe das gesamte 20. Jahrhundert und er bewies, dass man auch in der Stille eines "ganz normalen Priesterlebens" nachhaltig wirken kann, wenn man dies in der Treue des Heiligen Geistes tut. Und schließlich ist es mir auch ein Bedürfnis, den Priester hinter jenem Mann zu würdigen, den ich als liebenswerten, weißhaarigen, Canasta-und-Klavier-spielenden Großonkel kennen lernen durfte. Bestimmte Dinge, wie sein Engagement in einer Münsteraner Studentenverbindung oder die Tätigkeit als Seemannspastor 1935 sind bislang nicht bestätigt, auch wenn der Verdacht (durch Fotos, Anekdoten und Zeitungsausschnitte) schon recht nahe liegt. 

Um diese Rohskizze zu einem dem Porträtierten würdigen Artikel abzurunden, bin ich über sachdienliche Hinweise sehr dankbar.
***

Geboren wurde Josef Maria Orgaß am 8. Juli 1910 als ältester Sohn des Schneidermeisters Andreas Paul Orgaß und dessen Frau Elisabeth, geb. Selbach in Hamburg. In den nächsten Jahren folgten in rascher Folge drei Schwestern und ein Bruder, sowie nach dem ersten Weltkrieg drei weitere kleine Geschwister. Die Rolle als ältester Bruder nahm er sehr ernst, auch wenn er die Kinderzeit der Jüngsten eher aus der Ferne verfolgte, verließ er doch mit 16 Jahren sein Elternhaus, um am  Gymnasium und Bischöflichen Konvikt in Meppen das Abitur abzulegen. In dieser Zeit wird er den Anruf Gottes "Komm, folge mir nach"  verspürt haben, denn er trat 1929 von der Schulbank weg in das Priesterseminar in Osnabrück ein. Bis 1933 studierte er Philosophie und Theologie an der Universität Münster und als verantwortungsbewusster junger Mann übernahm er in einer der dortigen Studentenverbindungen des Unitas-Verbandes vielleicht einmal den Posten eines Chargen (Vorstand?). Vermutungen zufolge könnte es die Unitas Winfridia gewesen sein.

An jenem 22. Dezember 1934 muss das Wetter der Jahreszeit entsprechend ähnlich nasskalt gewesen sein, wie in diesen Tagen. Sonst hätten die kleineren Geschwister wohl kaum zu Hause bleiben müssen, während der 57jährige Bischof Wilhelm Berning ihrem Bruder im Dom zu Osnabrück die Hände auflegte und ihn zum Priester Jesu Christi weihte. Die Eltern und die älteren Geschwister waren leibhaftig dabei, während die Kleinen das Ereignis aus der Ferne im Rosenkranzgebet begleiteten. Nach der Primiz in der Gemeinde St. Josef im heimatlichen Hamburg-Hammerbrook, kam der junge Kaplan in die Pfarrei St. Johann nach Osnabrück. Ein Zeitungsbericht vom 24.12.1974  und familiäre Anekdoten erwähnen einen Einsatz als "Seemannspastor" in der Katholischen Seemannsmission "Stella Maris" in Hamburg. Auch hier fehlt die letzte Bestätigung der Vermutung, dass Bischof Berning den jungen Geistlichen in die stürmischen Zeiten nach dem Weggang des Gründerpastors P. Hans A. Reinhold OSB hineinstellte. Dieser war nach mehreren Zusammenstößen mit den Nationalsozialisten aus Hamburg ausgewiesen worden. Er emigrierte in die USA und wurde dort ein Vorkämpfer der sog. liturgischen Bewegung. Da die nationalsozialistischen Machthaber seit 1935 die Seemannsmission argwöhnisch beobachteten würde jeder Nachfolger des streitbaren Paters Reinhold es schwer gehabt haben. In diese aufgeladene Atmosphäre einen Neupriester hineinzuschicken und sei es nur für wenige Monate der Vertretung, das spräche Bände über das Vertrauen, welches der Bischof in einen solchen jungen Mann gesetzt hätte.

Uns heutigen Menschen scheinen die gesellschaftlichen Verhältnisse damals allgemein "sehr weit weg" zu sein. Wie anders wären die Bemerkungen zu erklären, mit denen das Verhalten des Osnabrücker Bischofs Wilhelm Berning und anderer einflussreicher Leute gegenüber den Nationalsozialisten aus der Sicht von heute oft verurteilt wird. Leicht wird sich Bischof Berning keine seiner Entscheidungen nach 1933 gemacht haben. Zu schnell wurde die wahre Haltung der Machthaber gegenüber der Katholischen Kirche deutlich. Aber man reizt ja auch keinen wütenden Bullen. So oder ähnlich wird sich das auch der junge Josef Orgaß gedacht haben. Ihm lagen vor allem die Menschen am Herzen. Treu verrichtete er seinen Dienst als Adjunkt, heute würde man Kaplan sagen; zunächst in Osnabrück, ab 1936 dann im emsländischen Meppen, das er bis zu seinem Tod im Jahr 2001 nicht mehr verlassen sollte. Politisch machte er sich nicht bemerkbar. Vielleicht auch, weil ihm das Schicksal seines jüngeren Bruders Hermann vor Augen gestanden haben mag. Dem Unteroffizier waren seine religiösen, wie es hieß "staatsfeindlichen" Aufzeichnungen zum Verhängnis geworden, so dass er 1943 eine Strafe in einem Berliner Gefängnis absitzen musste. Hernach bekam er einen Marschbefehl auf die Krim, wo er allerdings nicht mehr ankam. Bis auf diesen zu früh Verstorbenen kam die Familie Orgaß recht glimpflich aus dem Zweiten Weltkrieg heraus, auch wenn sie aus der Bombardierung Hamburg nicht mehr als das Leben retten konnten. Die Ausgebombten gingen nach Meppen, wo der  Adjunkt für sie zu sorgen suchte, "wie die Kirche sorgt für ihre Kinder".

Dass dies nicht nur Worte sind, muss er wohl durch sein ganzes Priesterleben immer wieder unter Beweis gestellt haben, wenn in zahlreichen Würdigungen und Nachrufen die Worte "selbstloser Einsatz" und "bis zum letzten Hemd" am meisten gebraucht werden. Klingelte ein Bedürftiger an der Tür seines Pfarrhauses, so hatte die Haushälterin Mühe, den Pfarrer daran zu erinnern, dass sie selbst ja auch essen und trinken müssten. Wahren Pioniergeist bewies er 1945, als er, lediglich mit einem Bollerwagen für Messgewänder und Patene ausgerüstet, ins benachbarte Esterfeld zog, um den nach dem Krieg verstörten und traumatisierten Menschen Hirte und Seelsorger zu sein. Aus einem Gasthof und einer Notkirche wurde nach und nach Kirche und Gemeinde St. Maria zum Frieden. Die Umbennung der Pfarrstiege in Meppen in "Pfarrer-Orgaß-Stiege" drückt den Dank der Meppener über das Grab hinaus aus.

Samstag, 3. Januar 2015

15 Krankheiten, 15 Vorsätze

Die "Gardinenpredigt", die Papst Franziskus vor Weihnachten 2014 den Kurienmitgliedern gehalten, gilt auch jedem einzelnen von uns. Wer sind wir, dass wir über "die da oben"  die Nase rümpfen dürften. Niemandes Weste ist ständig so rein, als er sich nicht angesprochen fühlen könnte. Außerdem erwähnt Papst Franziskus selbst, dass "diese Krankheiten und diese Versuchungen natürlich eine Gefahr für jeden Christen und für jede Kurie, Gemeinschaft, Kongregation, Pfarrei und kirchliche Bewegung [sind], und sie können auf individueller wie auf gemeinschaftlicher Ebene auftreten". Daher werde ich - als das kleinste Glied am Leib Christi, das ich bin - mich für die Vorsätze des noch jungen Jahres 2015 von den 15 Krankheiten inspirieren lassen.

Ein Kurienmitglied das sich nicht täglich von dieser Speise ernährt, wird ein Bürokrat (ein Formalist, ein Funktionalist, ein bloßer Angestellter): eine Rebe, die austrocknet und allmählich stirbt und weggeworfen wird. Das tägliche Gebet, der regelmäßige Empfang der Sakramente – besonders der Eucharistie und des Bußsakramentes –, der tägliche Kontakt mit dem Wort Gottes und die in gelebte Nächstenliebe übersetzte Spiritualität sind die lebenswichtige Nahrung für jeden von uns. Möge uns allen klar sein, dass wir ohne ihn nichts tun können (vgl. Joh 15,5). [...]Ich glaube, dass der „Katalog“ der Krankheiten, von dem wir heute sprechen wollen – ein Katalog nach dem Beispiel der Wüstenväter, die solche Kataloge aufstellten –, uns hilfreich sein wird: Er wird uns helfen, uns auf das Sakrament der Versöhnung vorzubereiten – ein schöner Schritt von uns allen in unserer Vorbereitung auf Weihnachten [und ins neue Jahr].

1. Die Krankheit, sich „unsterblich“, „immun“ oder sogar „unentbehrlich“ zu fühlen und so die notwendigen und üblichen Kontrollen [Selbstkritik] zu unterlassen.
Meine Arbeit mit dem Augen des Vorgesetzten zu sehen und Kritik als Anlass zur Verbesserung zu nehmen.

2. Eine weitere Krankheit ist der „Martalismus“ (von „Marta“ abgeleitet), der übertriebene Fleiß: die Krankheit derer, die sich in die Arbeit versenken und dabei unvermeidlich „das Bessere“ vernachlässigen, nämlich sich Jesus zu Füßen zu setzen (vgl. Lk 10,38-42). 
Die Balance wieder finden. Ora et labora. Gott zuerst. Regelmäßig Zeiten für's Gebet und die hl. Messe planen und einhalten.

3. Es gibt auch die Krankheit der geistigen und geistlichen „Versteinerung“: die Krankheit derer, die ein Herz von Stein haben und „halsstarrig“ sind (vgl. Apg7,51); die unterwegs die innere Gelassenheit, die Lebendigkeit und die Kühnheit verlieren, sich hinter den Schriftstücken verstecken.
Nicht vor lauter Vorschriften und Regelungen, die auch befolgt werden müssen, die Menschen dahinter übersehen. 

4. Die Krankheit der Planungswut und des Funktionalismus: wenn der Apostel alles minuziös genau plant und glaubt, dass mit einer perfekten Planung die Dinge wirklich vorankommen, er aber auf diese Weise ein Buchhalter wird oder ein Betriebswirt.  
Planung, gute Selbstorganisation ist wichtig. Jedoch: Der Mensch denkt und Gott lenkt. 

5. Die Krankheit der schlechten Koordination: wenn die Glieder nicht mehr gemeinschaftlich miteinander verbunden sind und der Leib seine harmonische Funktionsfähigkeit und sein Maß verliert. 
Besonders wenn die Abteilungen auf verschiedene Standorte verteilt sind, ist gute Kommunikation unerlässlich. Lieber eine Mail zuviel geschrieben oder ein Telefonat zuviel geführt, als eins zuwenig.

6. Es gibt auch die Krankheit des „geistlichen Alzheimer“: das Vergessen der eigenen „Heilsgeschichte“, der persönlichen Geschichte mit dem Herrn, der » ersten Liebe « (Offb 2,4). Es handelt sich um einen fortschreitenden Verfall der spirituellen Fähigkeiten, der früher oder später zu schweren Behinderungen des Menschen führt und  ihn unfähig werden lässt, autonom zu handeln, da er in einem Zustand absoluter Abhängigkeit von seinen oft unwirklichen Vorstellungen lebt.
Das klingt hart und mag denjenigen, die tatsächlich an dieser neurologischen Krankheit leiden, bitter Unrecht tun. Für mich bleibt die Lektion: Gott kommt zuerst. Auch in Stunden der Dunkelheit, der Stille halte die Treue. Die Treue im Kleinen. Und sei erfinderisch in den kleinen Ausdrücken der Liebe - ein Blick, ein Stoßgebet - damit deine Liebe immer jung bleibe, wie der Morgen. 

7. Die Krankheit der Rivalität und der Eitelkeit. wenn die äußere Erscheinung, die Farbe der Talare und die Ehrenabzeichen zum vorrangigen Lebensziel werden und man die Worte des heiligen Paulus vergisst: » …dass ihr nichts aus Ehrgeiz und nichts aus Prahlerei tut.
Das äußere Erscheinungsbild sollte gepflegt sein, es ist aber nicht alles. Und, nicht mehr scheinen wollen, als man ist.

8. Die Krankheit der existenziellen Schizophrenie. Es ist die Krankheit derer, die ein Doppelleben führen, Frucht der typischen Heuchelei des Mittelmäßigen und der fortschreitenden spirituellen Leere, die durch Diplome und akademische Titel nicht gefüllt werden kann.
Auch dies klingt in der Bezeichnung härter als es vielleicht gemeint ist. Ich höre hier heraus: kein Doppelleben führen, mit dem Leben das abbilden, an was man glaubt.

9. Die Krankheit des Geredes, des Gemunkels und des Tratsches. Von dieser Krankheit habe ich schon viele Male gesprochen, aber nie genug. Es ist eine schwere Krankheit, die ganz einfach beginnt – vielleicht nur, um ein kleines Schwätzchen zu halten – und sich dann des Menschen bemächtigt, ihn zum „Unfriedenstifter“ (wie Satan) macht  und in vielen Fällen zum „kaltblütigen Urheber von Rufmord“ der eigenen Kollegen und Mitbrüder.
Wenn ich im Gespräch über eine Person nichts Gutes über diese Person zu sagen weiß, lieber schweigen. Besser, gar nicht erst über abwesende Personen sprechen. Auch nicht über Politiker, Bischöfe, Priester, Journalisten usw.

10. Die Krankheit, die Vorgesetzten zu vergöttern: Es ist die Krankheit derer, die ihre Oberen hofieren in der Hoffnung, deren Gunst zu erlangen. Sie sind Opfer des Karrierismus und des Opportunismus; sie ehren Menschen und nicht Gott (vgl. Mt 23,8-12).
Auch Chefs sind nur Menschen. *frechgrins*

11. Die Krankheit der Gleichgültigkeit gegenüber den anderen: wenn einer nur an sich selber denkt und die Aufrichtigkeit und Herzlichkeit der menschlichen Beziehungen verliert.
Auch Beziehungen wollen regelmäßig gepflegt. Bei großer Entfernung geht das auch via Telefon, E-Mail, Facebook, WhatsApp etc. 

12. Die Krankheit der Totengräbermiene. Es ist die Krankheit der Mürrischen und Griesgrämigen, die meinen, um seriös zu sein, müsse man ein trübsinniges, strenges Gesicht aufsetzen und die anderen – vor allem die, welche man niedriger einstuft – mit Strenge, Härte und Arroganz behandeln.
 Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! (Phil 4,4)

13. Die Krankheit des Hortens: wenn der Apostel eine existenzielle Leere in seinem Herzen zu füllen sucht, indem er materielle Güter anhäuft, nicht aus Notwendigkeit, sondern nur, um sich sicher zu fühlen.
Selbsterklärend. 

14. Die Krankheit der geschlossenen Zirkel, wo die Zugehörigkeit zum Grüppchen stärker wird als die zum Leib und – in einigen Fällen – zu Christus selbst.
Das Zusammenkommen in Gebets- und Hauskreisen oder den örtlichen Vereinen (Kolping, Pfadfinder usw.) ist an sich gut und bestärkend. Man sollte sich allerdings regelmäßig den größeren Sinn dieser Zusammenkünfte vor Augen halten und die Verbindung zu Jesus nicht vergessen.

15. Und die letzte Krankheit: die des weltlichen Profits, der Zurschaustellung, wenn der Apostel seinen Dienst in Macht und seine Macht in Ware verwandelt, um weltlichen Nutzen oder mehr Einfluss zu gewinnen. Es ist die Krankheit der Menschen, die unersättlich danach streben, Machtbefugnisse zu vervielfältigen, und die fähig sind, zu diesem Zweck die anderen zu verleumden, zu diffamieren und zu diskreditieren, sogar in Zeitungen und Zeitschriften. 
Dies ist eine große Versuchung derjenigen, die bereits von der Macht gekostet haben, besonders der Politiker; von kommunaler Ebene bis hinauf zur Bundesregierung. Oder die Vorsitzenden börsennotierter Konzerne.  Oder auch die Diözesanbischöfe in unseren finanziell so gut abgesicherten deutschen Bistümern. Mein Vorsatz: Wann immer ich hier in die Versuchung des Ärgers gerate, empfehle ich den Betreffenden ausdrücklich dem Herzen Jesu. 


In diesem Sinne wünsche ich auch allen geneigten Lesern ein reich gesegnetes Jahr 2015 A.D.! 

Donnerstag, 1. Januar 2015

Gebetsanliegen des Heiligen Vaters: Januar 2015

Wir beten zu Gott, unserem Vater, 

1. für die Mitglieder verschiedener religiöser Traditionen, dass sie mit allen Menschen guten Willens für Frieden und Gerechtigkeit zusammenarbeiten. 

2. für die Männer und Frauen des gottgeweihten Lebens, dass sie die Freude in der Nachfolge Jesu neu entdecken und mit Eifer danach streben, den Armen zu dienen.