Montag, 31. Dezember 2012

Gertie's Jahresrückblick

Pünktlich zum Jahresende hat sich S.E. Bischof Clemens Pickel von Saratow im südlichen Russland ein wenig in seinen Blog-Statistiken umgeschaut und eine Top-Ten Liste der meistgeklickten Beiträge des Jahres 2012 erstellt. Beachtlich, beachtlich!

Was würde herauskommen, wenn ich das Ganze hier anwendete? (Stand: 30.12.2012) Natürlich bin ich ein viel kleineres Lichtchen als S.E. Bischof Pickel, oder andere Hausnummern in der sog. 'Blogoezese', aber etwas anderes erwarte ich auch gar nicht, und ich bin eigentlich täglich überrascht, wieviele Personen dennoch auf meinem kleinen virtuellen 'Zettelkasten', diesem online-Tagebuch, vorbei schauen. 

(02.05.2012, 195)


(14.03.2012,124)








(20.03.2012, 79)




(01.05.2012, 73)




(08.11.2012, 65)


Scheinbar sind es gerade die Kommentare zum Zeitgeschehen in Welt und (deutschsprachiger) Kirche und/oder die ganz persönlichen Dinge, die gern gelesen werden. Hätte ich so auch nie vermutet... ;-)

Sonntag, 30. Dezember 2012

Geduld

Herr, wie viel Geduld hast Du immer mit uns!! Und wie wenig Geduld haben wir miteinander, mit den anderen und mit uns selber?

Herr, stärke meine Geduld und lass mich immer mehr von dir lernen, denn Du bist gütig und von Herzen demütig. (Mt 11, 29)

Geduldig, rein und einfach - das sei also dein Wahlspruch für dieses Jahr.  
(Jesus zu einer kleinen Seele)

Silvesterparty mal anders

Üblicherweise verbindet man mit dem Jahreswechsel und dem Tag des hl. Papstes Silvester rauschende Partys, knallende Sektkorken und buntes Feuerwerk. Dass man dies alles nicht braucht und trotzdem tiefe Freude empfinden und eine 'Party' feiern kann, das beweisen in diesen Tagen 40.000 junge Menschen, die für das Europäische Jugendtreffen der Gemeinschaft von Taizé nach Rom gekommen sind.

Bildquelle: www.taizé.fr

Frère Alois, Prior von Taizé, sagte beim gemeinsamen Abendgebet am 28. 12. 2012:
>>Was wollen wir in diesen Tagen leben? In Rom entdecken wir Spuren des Glaubens, der in dieser Stadt seit den Aposteln bis zum heutigen Tag ohne Unterbrechung weitergegeben wurde. Wir sind aus verschiedenen Ländern und christlichen Konfessionen zusammengekommen, um unsere gegenseitige Solidarität zu vertiefen. Wir leben in einer Zeit, in der uns materielle Schwierigkeiten Angst bereiten, anstatt uns zu Schritten der Solidarität zu stimulieren. Wir können in dieser Situation versucht sein, uns mit dem zufriedenzugeben, was wir selbst sind und haben. [...]
Die Quellen des Vertrauens auf Gott freilegen! Wir möchten im ganzen kommenden Jahr Schritte in dieser Richtung unternehmen. Papst Benedikt, der mit uns zusammen morgen Abend auf dem Petersplatz beten wird, hat zu einem Jahr des Glaubens aufgerufen. Für die Christen aller Konfessionen ist es von entscheidender Bedeutung, sich immer wieder neu die Frage zu stellen: Warum glauben wir an Gott? In einer Welt, in der das Vertrauen auf Gott für immer weniger Menschen selbstverständlich ist, geben wir unserem Leben einen Sinn, wenn wir diese Frage persönlich beantworten.
Die „Vorschläge für 2013“, die ihr heute erhalten habt, können uns helfen, uns aufzumachen. Um aus dem Vertrauen auf Gott zu leben, sind wir aufeinander angewiesen. Kein Mensch kann für sich allein glauben. Sprechen wir deshalb mit Freunden darüber, in unseren Gruppen, mit Menschen, denen wir begegnen. Stellen wir uns die Frage: Ist das Vertrauen auf Gott etwas, das uns trägt?<<

v.l.n.r. Papst Benedikt XVI, Msgr. Guido Marini, Fr. Alois Löser, Prior von Taizé

Bei der Bootsmannschaft Petri gibt es 'bewegte Bilder' von dieser Silvester-Feier der besonderen Art, die einen Eindruck davon vermittelt, "wie die wahre Ökumene aussieht, die dann auch einmal zu der erhofften Einheit des ut unum sint führen kann."

Religion: Leben der Seele

In Zeiten, in denen die Religion von interessierter Seite immer wieder als eigentlicher Grund vielfältiger, bewaffneter Konflikte bezeichnet und am liebsten ganz abgeschafft würde, stelle ich die Erkenntnis des Gesellenvaters, dass die Religion das Leben der Seele und daher lebensnotwending ist, in den Raum.
>>Die Religion, das Leben der Seele, ist eine Gottesgabe, ein unentbehrliches Bedürfnis der menschlichen Seele und ein Gnadengeschenk, welche zutiefst in die menschliche Seele eindringt, sie gewissermaßen in ihrem geheimnisvollen Dasein befruchtet und den ganzen Menschen regiert, ordnet, lenkt und leitet. Weil die Religion von Gott kommt, also Gottes ist, darum und soll sie den Menschen regieren, nicht soll der Mensch mit ihr tun nach seinem Belieben. Wenn sie den Menschen regiert, sein Tun regelt und zwar aus dem eigentlichen Kern des Menschen heraus, aus seinem Gewissen, dann, aber auch erst dann ist sein Leben und Wirken ein wahrhaft menschenwürdiges und rechtes.<< (A.K., RV 1858, S.765)

Samstag, 29. Dezember 2012

Realsatire

>>Im Besucherraum des Verbraucherministeriums gibt es ein Kruzifix. Eine Gruppe Grünen-Besucher fordert Ministerin Ilse Aigner (CSU) nun zum Abhängen auf.<< 
Auf diese Meldung der taz in ihrer ganzen Abgründigkeit gibt es eigentlich nur eine Antwort und die ist zu finden beim hochverehrten Herrn JoBo, bei dem auch ich schon seit längerem auf eine Einladung in eine der sog. 'Polit-Talkshows' warte. 
>>Sonja Arnold und Andrea Wacker-Hempel, zwei Politikerinnen der Grünen, machen ihrem Entsetzen darüber Luft, dass es Verbraucherministerin Ilse Aigner wagt, im Besucherraum ihres Hauses ein Kreuz aufzuhängen, wo dort doch schließlich und endlich auch „andersgläubige BesucherInnen“ verkehrten. Ergo: „Das ist einfach unhöflich.“ (Wacker-Hempel) Fernerhin, so heißt es, bezahlten „wir“ die Frau Ministerin „mit unseren Steuergeldern“.Oh, ja: Man könnte schäumen vor Wut! Man könnte natürlich auch auf die Idee kommen, dass die Steuerfinanzierung von Bundesministerien und die Einrichtung von Besucherräumen nicht ganz so elegant in einen kausalen Zusammenhang gebracht werden können wie hier suggeriert, denn Frau Ministerin könnte das Kreuz ja aus eigener Tasche bezahlt haben und irgendwann gelangt selbst die Entscheidungsbefugnis des Steuerzahlers hinsichtlich der Verwendung von Finanzmitteln an ihr Ende, sonst könnte ich, als Steuerzahler, ja auch zu Frau Merkel sagen: „Ausziehen! Das Kostüm gehört mir!“ Auch könnte man sich die Frage stellen, ob eine Ministerin der Einfachheit halber ihre Arbeits- und Diensträume, die ja keine öffentlichen Einrichtungen sind, auch wenn sie gelegentlich von „andersgläubigen BesucherInnen“ aufgesucht werden, nicht nach ihrem eigenen Gutdünken einrichten dürfen sollte, ohne Rücksicht auf „BesucherInnen“ jedweder weltanschaulichen, kulturellen oder ästhetischen Prädisposition.<<

Freitag, 28. Dezember 2012

Jahresende mit Jesus

"Beenden wir das Jahr zusammen. Danke mir mit deinem Herzen, denn ich habe dir sehr viele Gnaden aus meinem Herzen gegeben.
Woher könnten sie denn kommen, wenn nicht aus diesem Herzen, das so sehr die Menschen geliebt hat?
Ich werde deine Dankbarkeit lieben, wie ich alles liebe, was ihr mir gebt, meine armen, kleinen Kinder."
(Jesus zu G.B., 31.12.1940)

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Möge der Frieden hervorsprossen

Zum Tag des hl. Stephanus, des Erzmärtyrers, der auch als Gedenktag für die weltweit verfolgten Christen begangen wird, kommt der zweite Teil aus der Botschaft 'urbi et orbi' 2012:

>>Ja, möge der Frieden hervorsprossen für die Bevölkerung Syriens, die zutiefst verletzt und geteilt ist durch einen Konflikt, der nicht einmal die Wehrlosen verschont und unschuldige Opfer hinwegrafft. Noch einmal rufe ich dazu auf, das Blutvergießen zu beenden, die Hilfeleistungen für die Flüchtlinge und die Evakuierten zu erleichtern und auf dem Weg des Dialogs eine politische Lösung für den Konflikt zu verfolgen.
Möge der Frieden in dem Land hervorsprossen, in dem der Erlöser geboren wurde; Er gebe Israelis und Palästinensern den Mut, allzu vielen Jahren der Kämpfe und Spaltungen ein Ende zu setzen und mit Entschiedenheit den Verhandlungsweg einzuschlagen.
Mögen in den Ländern Nordafrikas, die auf der Suche nach einer neuen Zukunft einen tiefgreifenden Umbruch erleben – im besonderen in Ägypten, diesem geschätzten und durch die Kindheit Jesu gesegneten Land – die Bürger gemeinsam Gesellschaftsformen aufbauen, die auf die Gerechtigkeit und auf die Achtung der Freiheit und der Würde jedes Menschen gegründet sind.
Der Friede sprosse auch im weiten asiatischen Kontinent hervor. Möge das Jesuskind die zahlreichen Völker, die in jenen Ländern wohnen – und in besonderer Weise jene, die an Christus glauben – mit Wohlwollen betrachten. Der König des Friedens richte ferner seinen Blick auf die neuen Führungspersönlichkeiten der Volksrepublik China, für die hohe Aufgabe, die sie erwartet. Es ist mein Wunsch, daß der Beitrag der Religionen – in der Achtung einer jeden gegenüber – so zur Geltung gebracht werde, daß diese beim Aufbau einer solidarischen Gesellschaft mitwirken können, zum Wohl jenes edlen Volkes und der ganzen Welt.
Das Geburtsfest Christi begünstige die Wiederkehr des Friedens in Mali und der Eintracht in Nigeria, wo grausame terroristische Attentate weiter Opfer fordern, besonders unter den Christen. Möge der Erlöser den Flüchtlingen aus dem Osten der Demokratischen Republik Kongo Hilfe und Trost bringen. Er möge Kenia Frieden schenken, wo blutige Attentate die Zivilbevölkerung und die Gotteshäuser getroffen haben.
Das Jesuskind segne all die vielen Gläubigen, die in Lateinamerika sein Fest begehen. Es lasse ihre menschlichen und christlichen Tugenden wachsen, biete denen, die gezwungen sind, ihre Familien und ihr Land zu verlassen, Halt und stärke die Regierenden in ihrem Einsatz für die Entwicklung sowie im Kampf gegen die Kriminalität.<<

Weiterhin Leseempfehlung zum Thema: die Reihe "Sanguis martyrum" auf Elsas Nacht(b)revier

Dienstag, 25. Dezember 2012

Allmacht, umgekehrt

>>Meinen Weihnachtsglückwunsch drücke ich in diesem Jahr des Glaubens mit den Psalmworten aus: » Die Wahrheit ist aus der Erde hervorgesproßt. « Im Text des Psalms finden wir sie allerdings im Futur: » Die Wahrheit wird aus der Erde hervorsprossen « – eine Ankündigung, eine Verheißung, die von anderen Aussagen begleitet wird, die im ganzen so lauten: 

» Liebe und Wahrheit werden einander begegnen;
Gerechtigkeit und Friede einander küssen.
Die Wahrheit wird aus der Erde hervorsprossen 
Gerechtigkeit vom Himmel herniederblicken.
Der Herr wird gewiß seinen Segen spenden
und unser Land wird seinen Ertrag geben.
Gerechtigkeit wird vor ihm hergehen:
Seine Schritte werden den Weg vorzeichnen « 
(Ps 85 [84], 11-14).

» Wenn wir glauben. « Da sieht man die Kraft des Glaubens! Gott hat alles getan, hat das Unmögliche getan: Er ist Mensch geworden. Seine Allmacht der Liebe hat verwirklicht, was menschliches Verstehen übersteigt: Der Unendliche ist ein Kind geworden, ist in die Menschheit eingetreten. Und doch kann ebendieser Gott nicht in mein Herz eintreten, wenn nicht ich die Türe öffne. Porta fidei! Die Tür des Glaubens! Wir könnten vor dieser unserer umgekehrten Allmacht erschrecken. Diese Macht des Menschen, sich Gott zu verschließen, kann uns angst machen. Doch da ist die Wirklichkeit, die diesen dunklen Gedanken vertreibt, die Hoffnung, welche die Angst besiegt: Die Wahrheit ist hervorgesproßt! Gott ist geboren!<< 


Die vollständige Botschaft beim Segen "urbi et orbi" und den Weihnachtsgrüßen in 64 Sprachen gibt es hier nachzulesen und hier nachzusehen.

Haben wir Platz für Gott?

>>Immer wieder rührt die Schönheit dieses Evangelium (Lk 2, 1-20) unser Herz an – Schönheit, die Glanz der Wahrheit ist. Immer wieder trifft es uns, daß Gott, damit wir ihn lieben können, damit wir wagen, ihn zu lieben, sich zu einem Kind macht, sich vertrauend als Kind in unsere Hände gibt. Er sagt gleichsam: Ich weiß, daß mein Glanz dich erschreckt. Daß du dich gegen meine Größe zu behaupten versuchst. Nun, so komme ich als Kind zu dir, damit du mich annehmen, mich lieben kannst.
Immer wieder trifft mich auch das fast nebenbei gesagte Wort des Evangelisten, daß in der Herberge kein Platz für sie war. Unausweichlich steht die Frage auf, wie es denn wäre, wenn Maria und Josef bei mir anklopfen würden. Wäre da Platz für sie? [...] Haben wir eigentlich Platz für Gott, wenn er bei uns einzutreten versucht? Haben wir Zeit und Raum für ihn? Wird nicht gerade Gott selbst von uns abgewiesen? Das beginnt damit, daß wir keine Zeit für Gott haben. Je schneller wir uns bewegen können, je zeitsparender unsere Geräte werden, desto weniger Zeit haben wir. Und Gott? Die Frage nach ihm erscheint nie dringend. Unsere Zeit ist schon angefüllt. Aber die Dinge gehen noch tiefer. Hat Gott eigentlich Platz in unserem Denken? [...] Wir sind mit uns selbst vollgestellt, so daß kein Raum für Gott bleibt. Und deshalb gibt es auch keinen Raum für die anderen, für die Kinder, für die Armen und Fremden. Von dem einfachen Wort über den fehlenden Platz in der Herberge her können wir sehen, wie nötig uns der Anruf des heiligen Paulus ist: „Laßt euch umgestalten und euer Denken erneuern“ (Röm 12, 2). [...] Bitten wir den Herrn, daß wir wach werden für seine Gegenwart. Daß wir hören, wie er leise und doch eindringlich an die Tür unseres Seins und Wollens anklopft. Bitten wir ihn, daß in uns Raum werde für ihn. Und daß wir so ihn erkennen auch in denen, durch die er uns anredet: in den Kindern, in den Leidenden und Verlassenen, in den Ausgestoßenen und in den Armen dieser Welt.<<

Eigentlich ist mir Günter Wewel viel zu kitschig, 
aber das hier ist ganz gut.

>>Laßt uns hinübergehen nach Bethlehem, so sagt die Liturgie der Kirche heute zu uns. Trans-eamus heißt es in der lateinischen Bibel: hinüber-gehen, den Überschritt, das „Trans“ wagen, mit dem wir aus unseren Denk- und Lebensgewohnheiten herausgehen und die bloß materielle Welt überschreiten auf das Eigentliche hin, hinüber zu dem Gott, der seinerseits zu uns herübergekommen ist. Wir wollen den Herrn bitten, daß er uns das Überschreiten unserer Grenzen, unserer eigenen Welt schenke, daß er uns helfe, ihm zu begegnen, besonders in dem Augenblick, in dem er sich selbst in der heiligen Eucharistie in unsere Hände und in unser Herz hineinlegt.<<

Ganze Predigr von Papst Benedikt XVI aus der Christmette hier nachzulesen. Und hier geht es zu den Weihnachtsgrüßen des Segens "Urbi et Orbi", der wahrlich einmal wieder weltumspannend, also 'katholisch' im Wortsinn war.

Weihnachtlich zumut?

"Mir ist heute gar nicht weihnachtlich zumut", sagte meine Mutter, als wir heute vormittag die letzten Vorbereitungen für den Heiligen Abend trafen. Ein seltsamer Heiliger Abend würde es werden, soviel war uns allen klar, der erste ohne meinen Vater.Aber was bedeutet 'weihnachtlich-zumute-sein' tatsächlich?
Eine 'wir-sind-dann-mal-alle-besinnlich-und-fröhlich-Stimmung' kommt schlecht auf, wenn da einfach einer fehlt und in weiten Teilen der Welt Menschen um des Namens Jesu Christi willen verfolgt und getötet werden. Kann es sein, dass man viele Dinge erst dann in richtiger Weise bedenken kann, wenn überflüssiger Tand abgefallen ist? Wenn man sich nicht mehr von dem drumherum gefangen nehmen lässt und es wichtiger nimmt, als das innere Geschehen. Eigenartigerweise bildeten heute abend die altbekannten, oft abgespulten Rituale einen solchen inneren Raum für mich, einen Raum des Staunens. Staunen über die größte Liebestat Gottes, des allmächtigen Schöpfers des Himmels und Erde, der sich aus Liebe so klein gemacht hat und als schreiendes, zitterndes Baby in einer Steinkrippe lag, nur damit wir uns Ihm nahen können, ohne Angst zu haben. Und Staunen über den vielstimmigen Chor, die Kirche des Himmels, die uns an diesem Tag hinein nimmt in den Jubel über die Geburt des menschgewordenen Wortes Gottes, auch wenn diese Freude hier unten vielleicht etwas verhaltener ausfällt als dort oben. 

Montag, 24. Dezember 2012

Weihnachtliche Festzeit mit dem Papst

Wer sich an den Weihnachtstagen neben Gänsebraten essen und Geschenke auswickeln hin und wieder mal nach Rom versetzen will, dem seien die Live-Übertragungen von EWTN, Radio Vatikan und Radio Horeb empfohlen.

Montag,/Heiligabend, 24. Dezember 2012
22.00 – 24.00 Uhr
Christmette mit Papst Benedikt XVI. am Hochfest der Geburt des Herrn im Petersdom

Dienstag/Weihnachten, 25. Dezember 2012
10.00 -12.00 Uhr
Pontifikalamt am Hochfest von Weihnachten im Kölner Dom
12.00 – 13.00 Uhr 
Segen des Papstes „Urbi et Orbi“ (dem Land und dem Erdkreis) auf dem Petersplatz
 
Samstag, 29. Dezember 2012
18.00 – 19.30 Uhr
Gebet unter Vorsitz des Heiligen Vaters anlässlich des Europäischen Jugendtreffens von
Taizé im Petersdom

Montag, 31. Dezember 2012
17.00 – 18.30 Uhr
Erste Vesper und Te Deum zum Dank für das vergangene Jahr mit Papst Benedikt XVI. am Hochfest der Gottesmutter Maria im Petersdom

Dienstag, 1. Januar 2013
9.30 - 12.00 Uhr
Heilige Messe mit Papst Benedikt XVI. am Hochfest der Gottesmutter Maria im Petersdom. Dieser Tag ist zugleich der Weltfriedenstag.

Sonntag, 6. Januar 2013
9.30 - 12.00 Uhr
Pontifikalamt mit Papst Benedikt XVI. am Hochfest der Erscheinung des Herrn im Petersdom

Sonntag, 13. Januar 2013
9.30 - 12.00 Uhr
Pontifikalamt mit Papst Benedikt XVI. am Fest der Taufe des Herrn im Petersdom

Freitag, 25. Januar 2013
17.30 - 19.00 Uhr
Vesper mit Papst Benedikt XVI. am Hochfest  der Bekehrung des Apostels Paulus in der Basilika St. Paul vor den Mauern

Stille Nacht

Was wäre der Heilige Abend ohne das wohl bekannteste Lied dazu? "Stille Nacht, Heilige Nacht", geschrieben 1818 von dem österreichischen Kaplan Joseph Mohr wurde in fast alle großen Sprachen übersetzt und fand sogar filmische Beachtung.


Schlussszene aus "Das ewige Lied" 
mit Tobias Moretti, Österreich 1997

Sonntag, 23. Dezember 2012

Einmal werden wir noch wach...frohe Weihnachten euch allen!

Anton Raphael Mengs (1728 - 1779), Hofmaler der Könige von Sachsen und Polen sowie von Neapel und Sizilien, galt als einer der bedeutendsten Maler seiner Zeit und schuf Werke wie "die Verherrlichung des hl. Eusebius" oder "der Parnass". Seine Werke hängen heute in Rom, Madrid, Paris... aber auch in einer ländlichen Pfarrkirche am Fuße der Alpen kann eines seiner Bilder bewundert werden. Wie es dort hinkam ist eine verwickelte Geschichte, die mitten hineinführt in die Wirrungen des 20. Jahrhunderts.

"Die Heilige Nacht" von Anton Raphael Mengs (1751);
Bild und Info via oberstdorf.de



Das Bild „Die heilige Nacht“ entstand 1751 im Auftrag des sächsischen Kurfürsten Friedrich August II. (Sohn von August dem Starken). Mengs malte es 23-jährig als einen von drei Vorschlägen für das Hochaltarbild der damals neuen katholischen Hofkirche in Dresden.

>>Wie kam das Weihnachtsbild nach Oberstdorf?
Hier halfen Marie Luise Althaus (ehemals Wirtin des Café Karatsbichl, die über das Bild recherchiert hat) die Kindheitserinnerungen an eine zierliche Frau mit rauchiger Stimme und der unverkennbaren Habsburger Nase, die bei Begegnungen mit „Hoheit“ begrüßt wurde. Nachforschungen ergaben, dass es sich um Isabella Maria Theresia Eugenie, Kaiserliche Prinzessin und Erzherzogin von Österreich, Königl. Prinzessin von Ungarn und in Oberstdorf unter den Namen Gräfin Friedeck bekannt, handelte. Marie Luise Althaus wusste, dass die adelige Dame das Weihnachtsbild an die Oberstdorfer Pfarrgemeinde verkauft hatte.

Wer war diese einstige Besitzerin?
Gräfin Friedeck, der Kürze halber wollen wir sie weiter so nennen, war die Tochter von Erzherzog Friederich (1856-1936) und Isabella von Croy-Dülmen (1856-1931). Der Vater von Gräfin Friedeck übersiedelte 1905 mit seiner Familie nach Wien. Als passionierter Kunstmäzen kaufte er viele Exponate bekannter Künstler wie Dürer, Holbein, Rembrandt und auch Mengs, darunter das Weihnachtsbild. Nach dem Zusammenbruch des Habsburger Reichs nach dem 1. Weltkrieg änderte sich das Leben vieler Adeliger. Isabelle Marie kam nach einer gescheiterten Ehe 1922 unter dem Inkognito-Namen Gräfin Friedeck nach Oberstdorf. Mit ihrer Freundin und Hofdame Begnina Reuß zog sie in das Anwesen der Fürstin Reuß, heute Blumengasse. Offensichtlich waren die finanziellen Einkünfte sehr begrenzt, so dass die Prinzessin gezwungen war, wertvolle Einzelstücke aus ihrem Familienbesitz zu verkaufen. In diese Zeit fällt auch der Verkauf des Bildes von Mengs an die Pfarrgemeinde. Anlass war der 70. Geburtstag des Geistlichen Rats Rupp am 2. Juli 1954. Die Kaufsumme wurde aus Spendengeldern erbracht.
Am 10. Mai 1960 zogen die beiden adeligen Damen aus Gesundheitsgründen an den Genfer See in eine Mietwohnung. Am Nikolaustag 1973 verstarb Erzherzogin Isabelle Marie in La Tour de Peliz. In Anholt (Rhein) fand sie bei ihrer ältesten Schwester Christine ihre letzte Ruhestätte.<<

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Das wäre echt mal was anderes!

Wenn 'Die Priester' beim Eurovision Song Contest Deutschland vertreten dürften. Wäre das der Beweis für sicht- und fühlbar mehr Glauben in diesem Land? Sicher nicht, aber der eindeutige Beweis, dass noch nicht alle Bundesbürger taub oder vollkommen geschmacklos geworden sind.


Lieber Schlauchboot als Großtanker

>>Im Hochgeschwindigkeitsmedium Internet wirkt die Kirche wie ein schwerfälliger Großtanker mit drei Kilometern Wendekreis, während kleine, wendige Schlauchboote oder Jet-Skis vonnöten sind. Aber es gibt sie längst, diese Schlauchboot-Kapitäne: Menschen, die in der digitalen Welt vom Evangelium Zeugnis geben, die sich zu ihrem Glauben bekennen und der Kirche so ein Gesicht geben. Die in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter agieren und mit ihren Blogs einen Beitrag zur christlichen Publizistik leisten. In den letzten Jahren hat sich eine aktive katholische Bloggerszene gebildet. Ein Blog (Kurzfassung des englischen Begriffs „Weblog“, also „Internet-Tagebuch“) ist eine preiswerte bzw. kostenlose Möglichkeit, im Internet zu publizieren. Blogs bieten meist persönlich gefärbte, nicht selten pointiert zugespitzte Kommentare zu aktuellen Themen oder persönlichen Interessen der Blogger.<< (aus dem sehr empfehlenswerten Leitartikel im aktuelle sinnstiftermag.de von Dr. Norbert Kebekus, der im Referat Medienpastoral der Erzdiözese Freiburg arbeitet und das Blog sende-zeit betreibt.)

Auf einzelnen Wunsch einer Bloggerin, die in punkto Schlauchboot zu demselben Schluss kam wie ich: >>...aber wenn, dann möchte ich gern ein hübsches verspieltes, rotes sein.<<

Du Schlüssel Davids

 und Zepter des Hauses Israel
Du öffnest und niemand schließt
du schließt und niemand öffnet
Komm und befreie die Gefangenen
die im Kerker sitzen
in Finsternis und im Schatten des Todes.

Bild von hier.
Jesus, Du Weg zum Vater, Du Schlüssel zu unserem Herzen, komm befreie uns aus dem Kerker unseres Egoismus und nimm fort alles, was uns von Dir trennt.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Freue dich, du Gnadenvolle

Letzte Generalaudienz des Jahres 2012, Aula Paolo VI, Papst Benedikt XVI vor rund 5000 Pilger:


"Die Verkündigung" von Sandro Botticelli.
Bild von hier.
>>In dieser Katechese vor Weihnachten möchte ich das Geheimnis der Verkündigung der Geburt Jesu an Maria mit euch betrachten. Der Engel Gabriel redet Maria mit einem besonderen Gruß an: »Chaîrē kecharitomēne, ho Kyrios meta sou. Freue dich, du Gnadenvolle. Der Herr ist mit dir« (Lk 1,28). Das Wort chaîrē – »Freue dich« – ist eine im griechischen Sprachraum übliche Grußform. In den Evangelien kommt es nur einmal – eben hier – vor, dagegen im griechischen Text des Alten Testaments erscheint es viermal und bezeichnet dort die Freude des Volkes Israel über den nahenden Messias und das Frohsein in der Tiefe des Herzens. Diese innere Freude läßt sich selbst durch schmerzvolle Erlebnisse nicht vertreiben, sondern wird dadurch erst zu ihrer rechten Reife geführt. Das zeigt auch Maria, die in ihrem Leben die Dunkelheit des Willens Gottes bis zum Kreuz ihres Sohnes hin kennt. Gleich zu Beginn nimmt sie die Botschaft des Engels in ihrem Herzen an und denkt darüber nach (vgl. Lk 1,29). Sie dialogisiert innerlich mit dem Willen Gottes, sagt uns Lukas. Maria erschrickt zwar, aber zugleich will sie verstehen. Sie wendet sich dem Engel zu. Sie ist eine furchtlose Frau, die selbst vor dem Unerhörten besonnen bleibt. Ebenso sehen wir sie als die innerliche Frau, die mit Herz und Verstand den Zusammenhang, das ganze Heilshandeln Gottes, zu verstehen versucht. Sie stellt sich in Freiheit zur Verfügung, und Gott schenkt ihr daraufhin seine Gnade, die den Möglichkeiten des Menschen stets schöpferisch begegnet. Maria ist dabei ein Bild für die Kirche, die das Wort Gottes festhält, es bedenkt, sein Wesen zu verstehen sucht und das Geschenkte in ihrem Gedächtnis bewahrt. In der Demut ihres Glaubens ist sie zugleich ein Vorbild für jeden von uns: sie ist es, »die geglaubt hat, daß sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ« (Lk 1,45).<<

Der himmlische Vater

Im Dezember geht's auf den Bloggergekenntnissen gleich richtig zur Sache: " Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,den Schöpfer des Himmels und der Erde", ist das Thema und mehrere hochkarätige Beiträge sind bereits eingetrudelt. War das der Grund, warum sich klein-Gertie bisher in der Sache zurückgehalten hat? Ja, auch. Vor allem war auch bei mir der Begriff 'Vater' eher biologisch oder adoptiv besetzt. Bis 'der beste Papa der Welt' vor vier Monaten verstorben ist.

Eine Freundin hatte im Nachklang dazu geschrieben:
>>Möge Dir immer wieder der Blick nach "oben" gelingen, der zu trösten vermag und der Dir die doppelte Gewissheit gibt: dein Papa aufgehoben ist und dass Du nicht verlassen bist, weil ihr einen gemeinsamen Vater im Himmel habt!<<
Von großen Heiligen wird öfter berichtet, dass sie es nach dem Tod eines Elternteils geschafft haben, Gott noch mehr als Vater bzw. Maria als ihre Mutter anzunehmen. Das ist ja gut und schön, hindert mich aber nicht daran, meinen lieben Papa wie verrückt zu vermissen. Nicht dass ich ihm die Herrlichkeit des Himmels nicht gönnen würde, aber hätte er damit nicht noch ein bisschen warten können? 

Nebenbei bemerkt stand für mich jedoch immer außer Frage, dass Gott definitiv männlich ist (da braucht man bloss in die Bibel gucken) und dass es ihm gefiel, seine kleine Geschöpfe, die Menschen, als 'seine Kinder' anzusehen, was ihn eindeutig zu einem 'Vater' macht. Gell, Frau Ministerin Schröder?

Weihnachtsgeschenk gesucht?

Dieses Blog ist nach wie vor werbefrei, keine Angst. Das vorausgeschickt, kommt hier eine kleine Empfehlung zum Weihnachtsfest, für alle diejenigen, die einerseits den richtigen Riecher für zukünftige Trends haben und andererseits genau wissen (oder wissen wollen) woher sie kulturell (und religiös) gesehen kommen. Ich präsentiere: das DAB+ Radio!
DAB+ Empfänger mit blauem 'Radio Horeb Knopf'.
Erhältlich bei Sankt Lukas Handels GmbH,
teilweise auch schon im Einzelhandel.

Schick, oder?! DAB+ (digital audio broadcasting) ist ein digital-terrestrischer Standard, der UKW ab spätestens 2020 europaweit komplett ablösen soll. Im Grunde ist es die Umstellung von analog auf digital, die wir dieses Jahr beim Fersehen erlebt haben, als sie das analoge Satellitenfernsehen abgeschaltet haben. Ähnliches wird für das Radio ab 2016 geschehen. Daher ist die stückweise Aufschaltung der Sendetürme in Deutschland (aktuell 46, insgesamt geplant 110) bereits im Gang. Auch ein christliches Radioprogramm hat es übrigens geschafft in diese bundesweite Verbreitung mit hineinzukommen: Radio Horeb. Das eröffnet natürlich ganz neue Möglichkeiten für die Evangelisierung. Wie es P. Hagenkord von Radio Vatikan auch gern ausdrückt, ist das Medium Radio keineswegs veraltet, sondern durchaus ein 'Zukunftsmedium', weil es (im Gegensatz zum Fernsehen) mobil gehört werden kann und multi-tasking-kompatibel ist.

Sachdienliche Informationen zum Thema Digitalradio gibt es auf digitalradio.de. Dort könnt ihr auch testen, ob ihr bundesweiten DAB+ Programme bereits empfangen könnt. Die Verbreitungskarte wird regelmäßig aktualisiert und man quasi zuschauen, wie der Ausbau fortschreitet.

 FAQ zu Digitalradio:
  • Vielfältige Senderauswahl: neben den bisherigen Radioprogrammen sind auch neue Programme empfangbar.
  • Komfortable Bedienung: mittels automatischem Sendersuchlauf oder (bei den Geräten via Sankt Lukas Handels GmbH) über den blauen 'Radio Horeb Knopf'
  • Zusatzinformationen: z.B. Titel-, Wetter-, Stau- und Programminformationen
  • Digitale Klangqualität: 'Radio in CD-Qualität'
    Abwärtskompatibilität: die meisten Digitalradios können auch UKW.
  • Autoradio: aktuell werden knapp 70% der Bundesautobahnen mit mobilem DAB+ Empfang abgedeckt. 

Du Spross aus Isais Wurzel

und Bannerzeichen der Völker
Könige verstummen vor dir
zu dir flehen die Völker.
Zögere nicht länger
komm und befreie uns!

Das Matthäus-Evangelium eröffnet mit folgendem Stammbaum Jesu, Mt 1, 1-16: 
>>Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams: Abraham war der Vater von Isaak, Isaak von Jakob, Jakob von Juda und seinen Brüdern. Juda war der Vater von Perez und Serach; ihre Mutter war Tamar. Perez war der Vater von Hezron, Hezron von Aram, Aram von Amminadab, Amminadab von Nachschon, Nachschon von Salmon. Salmon war der Vater von Boas; dessen Mutter war Rahab. Boas war der Vater von Obed; dessen Mutter war Rut. Obed war der Vater von Isai, Isai der Vater des Königs David. David war der Vater von Salomo, dessen Mutter die Frau des Urija war. Salomo war der Vater von Rehabeam, Rehabeam von Abija, Abija von Asa, Asa von Joschafat, Joschafat von Joram, Joram von Usija. Usija war der Vater von Jotam, Jotam von Ahas, Ahas von Hiskija, Hiskija von Manasse, Manasse von Amos, Amos von Joschija. Joschija war der Vater von Jojachin und seinen Brüdern; das war zur Zeit der Babylonischen Gefangenschaft.
Nach der Babylonischen Gefangenschaft war Jojachin der Vater von Schealtiël, Schealtiël von Serubbabel, Serubbabel von Abihud, Abihud von Eljakim, Eljakim von Azor. Azor war der Vater von Zadok, Zadok von Achim, Achim von Eliud, Eliud von Eleasar, Eleasar von Mattan, Mattan von Jakob.
Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird.<<

Als Kind fand ich diese Geschlechterfolgen immer furchtbar langweilig, jetzt erkenne ich (wie bei vielem anderen) den Sinn: Jesus kommt nicht in einen luftleeren Raum, er wird hineingeboren in die Geschichte, die Gott mit dem Volk Israel von Anfang an hat. Er ist glanzvoller Höhepunkt dieses Stammbaums, Teil der Geschichte und zugleich ihre Erfüllung, wenn man bedenkt, was er tatsächlich ist: Gott als Mensch auf Erden! 

Dienstag, 18. Dezember 2012

Adonai, du starker Gott

Führer des Hauses Israel
Du bist dem Mose im Feuer des Dornbusches erschienen
und hast ihm auf dem Sinai das Gesetz gegeben.
Komm, rette uns mit hocherhobenem Arm!

Da passt das von P. Raphael Statt OCist geschaffene 'Youcat-Kreuz' gut dazu, dessen Idee auf der Offenbarung Gottes im brennenden Dornbusch und in der Person Jesu Christi basiert. 

Das 'Kreuz der Neuvangelisierung' steht im Youcat Zentrum in Augsburg.

Mein persönliches Unwort des Jahres 2012

'Shitstorm'


Ursprung: englisch
Bedeutung: selbsterklärend
übertragene Bedeutung: meist künstlich hochgepushte mediale Aufregung
aktuellstes Beispiel: die 'Kontroverse' um die Botschaft des Heiligen Vaters zum Weltfriedenstag 2013 

Damit sind jetzt überhaupt nicht die Meldungen diverser Blogger/Gesichtsbüchler/Zwitscherer -  wie z.B. hier P. Hagenkord von Radio Vatikan - die sich tapfer und mit Herzblut für die Kirche Christi in die Schlacht werfen... im Gegenteil, Leute, ihr seid ganz toll!!!

Es geht vielmehr um sich katholisch gebende Seiten, die anscheinend mit Vorliebe das Haar in ein Suppe suchen und deswegen auch immer so verkrampft eine 'Kontroverse' herbeizaubern müssen. 
>>Man muss ja nicht mit dem Papst einer Meinung sein, man muss auch nicht die Lehre der Kirche akzeptieren, wir leben in freien Ländern. Und wahrscheinlich wäre es ja auch mal gut, öffentlich über diese Thesen und Vorstellungen zu sprechen. Das ist aber nicht passiert. [...] Dass Interessenverbände und deren Vertreter Interessen vertreten, ist völlig in Ordnung. Dass sie sich einer solchen Sprache bedienen, schon weniger. Aber dass dann alle dabei stehenden nur noch den Konflikt sehen, das ist bitter. Nix Frieden, wir wollen Konflikt! Wenn selbst katholische Medien wie etwa katholisch.de erst einmal diesen Konflikt um Aussagen des Papstes schildern, bevor sie dann zum Inhalt kommen, dann wird es wirr. Da ist selbst die Webseite queer.de besser, die stellt wenigstens erst einmal den gesamten Gedankengang des Papstes vor, bevor sie kritisiert, und nicht umgekehrt.<<

Und wer jetzt wissen will, was denn diesen Sturm an Sch...eibenkleister ausgelöst hat, der gehe bitte auf die Seiten des Vatikan gucken (hier) oder lese die folgenden Ausschnitte:

>>Jedes neue Jahr bringt die Erwartung einer besseren Welt mit sich. In dieser Perspektive bitte ich Gott, den Vater der Menschheit, uns Eintracht und Frieden zu gewähren, damit für alle das Streben nach einem glücklichen, gedeihlichen Leben Erfüllung finden könne.
Unsere Zeit, die durch die Globalisierung mit ihren positiven wie negativen Aspekten und durch weiter andauernde blutige Konflikte und drohende Kriege gekennzeichnet ist, erfordert in der Tat einen erneuten und einhelligen Einsatz in dem Bemühen um das Gemeinwohl wie um die Entwicklung aller Menschen und des ganzen Menschen. Alarmierend sind die Spannungen und Konfliktherde, deren Ursache in der zunehmenden Ungleichheit zwischen Reichen und Armen wie in der Dominanz einer egoistischen und individualistischen Mentalität liegen, die sich auch in einem ungeregelten Finanzkapitalismus ausdrückt. Außer den verschiedenen Formen von Terrorismus und internationaler Kriminalität sind für den Frieden jene Fundamentalismen und Fanatismen gefährlich, die das wahre Wesen der Religion verzerren, die ja berufen ist, die Gemeinschaft und die Versöhnung unter den Menschen zu fördern.
Ein Weg zur Verwirklichung des Gemeinwohls und des Friedens ist vor allem die Achtung vor dem menschlichen Leben, unter seinen vielfältigen Aspekten gesehen, von seiner Empfängnis an, in seiner Entwicklung und bis zu seinem natürlichen Ende. Wahre Friedensstifter sind also diejenigen, die das menschliche Leben in all seinen Dimensionen – der persönlichen, gemeinschaftlichen und der transzendenten – lieben, verteidigen und fördern. Das Leben in Fülle ist der Gipfel des Friedens. Wer den Frieden will, kann keine Angriffe und Verbrechen gegen das Leben dulden.
Mit Nachdruck möchte ich noch einmal betonen, daß die zahlreichen Friedensstifter aufgerufen sind, sich mit ganzer Hingabe für das allgemeine Wohl der Familie und für die soziale Gerechtigkeit sowie für eine wirksame soziale Erziehung einzusetzen. Niemand darf die entscheidende Rolle der Familie, die unter demographischem, ethischem, pädagogischem, wirtschaftlichem und politischem Gesichtspunkt die Grundzelle der Gesellschaft ist, übersehen oder unterbewerten.[...]<<

So, und was ist daran jetzt so furchtbar Angsteinflößendes und Gefährliches dran??Oder, um mit der Antiphon von gestern zu sprechen:

Du Weisheit aus dem Mund des Höchsten
die Anfang und Ende umfasst
und alles mit Kraft und Milde durchwaltet
komm, zeig uns den Weg der Einsicht!

Freitag, 14. Dezember 2012

Hier bin ich, Herr

Teil 8 und Schluss der Botschaft zum XXVIII Weltjugendtag 2013 von Papst Benedikt XVI:

>>8. »Hier bin ich, Herr!«
Abschließend, liebe Jugendliche, möchte ich euch einladen, tief in euch selbst den Ruf Jesu zu hören, sein Evangelium zu verkünden. Wie die große Statue Christi, des Erlösers, in Rio de Janeiro zeigt, ist sein Herz offen für die Liebe zu allen, ohne Unterschiede, und seine Arme sind ausgestreckt, um jeden zu erreichen. Ihr sollt das Herz und die Arme Jesu sein! Geht hin und bezeugt seine Liebe, seid die neuen Missionare, beseelt von Liebe und annahmebereiter Offenheit! Folgt dem Vorbild der großen Missionare der Kirche, wie dem des hl. Franz Xaver und vieler anderer. Zum Abschluß des Weltjugendtages in Madrid habe ich einige junge Menschen aus verschiedenen Kontinenten gesegnet, die in die Mission aufbrachen. Sie standen für die zahlreichen jungen Menschen, die mit den Worten des Propheten Jesaja zum Herrn sagen: »Hier bin ich, sende mich!« (Jes 6,8). Die Kirche setzt Vertrauen in euch und ist euch zutiefst dankbar für die Freude und die Dynamik, die ihr mitbringt: Setzt eure Begabungen großherzig ein im Dienst der Verkündigung des Evangeliums! Wir wissen, daß der Heilige Geist sich jenen schenkt, die sich in der Demut des Herzens für diese Verkündigung zur Verfügung stellen. Und habt keine Angst: Jesus, der Retter der Welt, ist bei uns alle Tage bis zum Ende der Welt (vgl. Mt 28,20)!
Dieser Aufruf, den ich an die Jugendlichen der ganzen Welt richte, nimmt eine besondere Bedeutung für euch an, liebe Jugendliche in Lateinamerika! Denn auf der V. Generalversammlung der Bischofskonferenzen von Lateinamerika, die 2007 in Aparecida stattgefunden hat, haben die Bischöfe den Anstoß zu einer »Kontinentalmission« gegeben. Und die Jugendlichen, die auf jenem Kontinent die Mehrheit der Bevölkerung darstellen, sind eine wichtige und wertvolle Kraft für die Kirche und für die Gesellschaft. Seid ihr also die ersten Missionare! Jetzt, da der Weltjugendtag nach Lateinamerika zurückkehrt, rufe ich alle Jugendlichen des Kontinents auf: Gebt eure Glaubensbegeisterung an eure Altersgenossen in der ganzen Welt weiter!
Die Jungfrau Maria, Stern der Neuevangelisierung, die auch unter den Titeln »Unsere Liebe Frau von Aparecida« und »Unsere Liebe Frau von Guadalupe« angerufen wird, begleite einen jeden von euch in seiner Sendung als Zeuge der Liebe Gottes. Allen erteile ich mit besonderer Zuneigung meinen Apostolischen Segen.<<

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Die Lichtbringerin

Einer sehr lieben Freundin wünsche ich zu ihrem Namenstag heute von Herzen alles Gute, den reichen Segen des Himmels auf die Fürsprache der hl. Lucia und hoffe, dass sie mit den unten stehenden Links viel Spass hat. Bring weiterhin das Licht des Glaubens in das Leben derjenigen, die mit dir zu tun bekommen!! :-)




Infos zum Leben der Heiligen beim Herrn JoBo und Infos zu Brauchtum und etwas Leckeres zum Naschen gibt es bei der Braut des Lammes.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Sind wir wieder soweit?

Erst der unselige Tweet von Herrn Nieschwitz über Birgit Kelle und nun eine reale, wenngleich anonyme Drohung gegen Martin Lohmann, die sich offensichtlich auf seinen Auftritt in der Sendung "hart aber fair" vom 3.12.2012 bezieht.
>>Ich bin homosexuell und habe AIDS, wohne in Bonn und bin nun entschlossen ihnen auch das Geschenk dieser Immunerkrankung zu geben.
Wenn sie also demnächst einen kleinen Piekser verspühren sollten, dann war ich das wohl mit meiner Nadel.<<
Also entweder hat da jemand ein ganz großes Aufmerksamkeitsdefizit (weil dieses Zitat bereits eifrig verbreitet wird), oder es ist nur wieder ein trauriges Symptom dafür, dass 70 Jahre, oder selbst 22 Jahre, wohl doch eine relativ kurze Zeitspanne im Weltgeschehen sind. Wie war das noch mit "nie wieder"? 

wirkliche Spuren

Gott wirkt in der Geschichte und hinterlässt nachprüfbare Spuren in ihr. So lässt sich die Katechese der Generalaudienz am heutigen Gedenktag der Jungfrau von Guadalupe zusammenfassen.
>>Gott hat sich nicht nur in der Schöpfung offenbart, er ist in unsere Geschichte hereingetreten. Er offenbart sich in Zeit und Geschichte. Die Geschichte ist der Ort, an dem wir Gottes Handeln für die Menschheit erkennen können, wo sich der große Plan der Liebe Gottes Schritt um Schritt vor unseren Augen erfüllt. Die Gegenwart Gottes gibt der Geschichte Sinn und Fülle. In der Heiligen Schrift finden wir die Etappen dieses Weges Gottes mit den Menschen, die Stufen der Offenbarung Gottes. Sie zeigt uns, daß Gott von Anfang an sich erkennen läßt, den Menschen seine Gemeinschaft anbietet und ihn auch im Sündenfall nicht verläßt. Gott schließt einen Bund mit Noach, er erwählt Abraham und formt sich sein Volk durch die Befreiung aus Ägypten, den Bundesschluß am Sinai und die Gabe des Gesetzes. Durch die Propheten leitet der Herr sein Volk durch die Geschichte und weitet den Horizont aus immer mehr zur Erwartung eines neuen und ewigen Bundes für alle Menschen. Das Eingreifen Gottes in die Geschichte seines Volkes wird zu einem Gedächtnis und bildet zusammen die Gesamtgeschichte des Heils. Der Glaube wird genährt von der Entdeckung und vom Gedächtnis, daß Gott treu ist, die Geschichte lenkt und den festen Grund bildet, auf dem wir unser Leben bauen können. Das feiernde Gedenken der Ereignisse macht sie gegenwärtig, denn Gottes mächtiges Wirken geht weiter. In der Liturgie geht es darum, uns vor der Gedächtnislosigkeit zu bewahren, vor dem Vergessen davon, was Gott in der Geschichte getan hat, es ins Gedächtnis und so neu in die Gegenwart zu heben und so zur Begegnung mit ihm zu führen. Die Selbstoffenbarung Gottes gipfelt in Christus: Das schöpferische Wort, das die Welt geschaffen hat, hat in Jesus Christus das Menschsein angenommen und uns Gottes Gesicht gezeigt. Jesus Christus ist der Höhepunkt der Geschichte Gottes mit den Menschen, die Erfüllung seines ewigen Heilsplanes.<<

Im Anschluss an die Katechese verfasste Papst Benedikt XVI übrigens seinen ersten Tweet und bewies damit einmal, dass man auch mit 85 Jahren unübertroffen cool sein kann. 

zwei kleine Fragen

1. Durch die begonnenen Twitter-Aktivitäten des Santo Padre hat mein eigenes Twitter-Account wieder einen Schub erhalten. Jetzt wollt ich's hier einbinden. Der Widget Konfigurator bei Twitter hat mir auch brav einen Code erstellt, ich hab ihn eingebettet, rausgekommen ist...ein schnöder Link. Ich möcht ja nicht kleinkariert erscheinen, aber das war irgendwie anders geplant. Any ideas?

2. Ich bin nicht so wichtig, dass ich zwei Kästen für Leser, Kommentierer, Vorbei-schauer brauche. Kleines Problemchen: für das eine braucht man ein google-Konto, für das andere einen facebook-Zugang. Wo tummelt sich die Mehrheit von Gerties Lesern?

Einer sät, einer erntet

Teil 7 aus der Botschaft zum XXVIII Weltjugendtag 2013 von Papst Benedikt XVI:


>>7. Mit der ganzen Kirche
Liebe Jugendliche, um dort, wohin ihr gesandt seid, fest im Bekenntnis des christlichen Glaubens zu stehen, braucht ihr die Kirche. Niemand kann allein Zeuge des Evangeliums sein. Jesus hat seine Jünger gemeinsam ausgesandt: »Macht zu Jüngern« steht im Plural. Wir geben also unser Zeugnis stets als Glieder der christlichen Gemeinde, und unsere Sendung wird fruchtbar durch die Gemeinschaft, die wir in der Kirche leben: An unserer Einheit und Liebe zueinander erkennen die anderen uns als Jünger Christi (vgl. Joh 13,35). Ich bin dem Herrn dankbar für die wertvolle Evangelisierungstätigkeit unserer christlichen Gemeinschaften, unserer Pfarreien, unserer kirchlichen Bewegungen. Die Früchte dieser Evangelisierung gehören der ganzen Kirche: »Einer sät und ein anderer erntet«, sagte Jesus (Joh 4,37).
In diesem Zusammenhang kann ich nur danken für das große Geschenk der Missionare, die ihr ganzes Leben der Verkündigung des Evangeliums bis an die Enden der Erde widmen. Ebenso preise ich den Herrn für die Priester und die gottgeweihten Personen, die sich völlig hinschenken, damit Jesus Christus verkündet und geliebt wird. Ich möchte hier die jungen Menschen ermutigen, die von Gott berufen sind, sich mit Begeisterung in diesen Berufungen einzusetzen: »Geben ist seliger als nehmen« (Apg 20,35). Denen, die alles verlassen, um ihm nachzufolgen, hat Jesus das Hundertfache und das ewige Leben verheißen (vgl. Mt 19,29)!
Ich danke auch für alle gläubigen Laien, die sich dort, wo sie sind, in der Familie oder am Arbeitsplatz, darum bemühen, ihren Alltag als Sendung zu leben, damit Christus geliebt und ihm gedient wird und das Reich Gottes wachsen möge. Ich denke besonders an jene, die im Bereich der Erziehung und Bildung, der Gesundheitsfürsorge, der Unternehmen, der Politik und der Wirtschaft sowie in vielen anderen Bereichen des Laienapostolats tätig sind. Christus braucht euren Einsatz und euer Zeugnis. Nichts – weder Schwierigkeiten noch Unverständnis – soll euch darauf verzichten lassen, das Evangelium Christi dorthin zu bringen, wo ihr euch befindet: Jeder von euch ist wertvoll im großen Mosaik der Evangelisierung!<<

Dienstag, 11. Dezember 2012

Bloggende Bischöfe

gibt es nicht nur in den USA (zugegeben, diese beiden sind Kardinäle), sondern inzwischen auch in Deutschland. Die Seite katholisch.de hat sich vor ein paar Tagen ein Blog zugelegt, und der Anfang ist "völlig bescheuert" (ok, ok, dieses Wortspiel ist abgeschaut, aber das ist war auch einfach eine Steilvorlage). Naja, eigentlich geht es in dem Post von S.E. Bischof Franz-Josef Overbeck mehr um Weihnachtsmärkte und was sie mit dem Advent zu tun haben.

Zusammen mit Peter Winnemöller und anderen Bloggern hoffe auch ich:
>>daß dort nicht ein einzelner Beitrag so langsam vor sich hin dümpelt. Vielmehr hoffe ich, daß es dort bald munter zugehen wird. Einen Bischof den Anfang machen zu lassen, ist eine gute Idee. Vielleicht bekommen nun auch andere Bischöfe Lust dazu.<<

Denn, liebe bloggende Exzellenzen: "Als Katholik zu bloggen ist auch eine Form des Apostolats.."

Montag, 10. Dezember 2012

Evangelisierung ist Antwort auf den Ruf Gottes

Teil 6 aus der Botschaft zum XXVIII. Weltjugendtag 2013 von Papst Benedikt XVI:

>>6. Fest im Glauben
Angesichts der Schwierigkeiten bei der Evangelisierungssendung werdet ihr manchmal versucht sein, wie der Prophet Jeremia zu sagen: »Ach, mein Gott und Herr, ich kann doch nicht reden, ich bin ja noch so jung«. Aber auch euch erwidert Gott: »Sag nicht: Ich bin noch so jung. Wohin ich dich auch sende, dahin sollst du gehen« (Jer 1,6–7). Wenn ihr euch unzulänglich, unfähig fühlt, schwach in der Verkündigung und Bezeugung des Glaubens, dann habt keine Angst. Die Evangelisierung ist nicht unsere Initiative, und sie hängt nicht in erster Linie von unseren Begabungen ab, sondern ist eine vertrauensvolle und gehorsame Antwort auf den Ruf Gottes und gründet daher nicht auf unserer, sondern auf seiner Kraft. Das hat der Apostel Paulus erfahren: »Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen; so wird deutlich, daß das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt« (2 Kor 4,7). Daher fordere ich euch auf, fest im Gebet und in den Sakramenten verwurzelt zu sein. Die wahre Evangelisierung entsteht immer aus dem Gebet heraus und wird von diesem getragen: Wir müssen erst mit Gott sprechen, um von Gott sprechen zu können. Und im Gebet vertrauen wir dem Herrn die Personen an, zu denen wir gesandt sind, und bitten ihn, ihr Herz zu berühren; bitten wir den Heiligen Geist, uns zu seinen Werkzeugen für ihr Heil zu machen; bitten wir Christus, uns die Worte in den Mund zu legen und uns zu Zeichen seiner Liebe zu machen. Und ganz allgemein beten wir für die Sendung der gesamten Kirche, der ausdrücklichen Aufforderung Jesu gemäß: »Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden« (Mt 9,38).
Findet in der Eucharistie die Quelle eures Glaubenslebens und eures christlichen Zeugnisses, indem ihr treu an der Sonntagsmesse teilnehmt und auch während der Woche, so oft ihr könnt. Empfangt oft das Sakrament der Versöhnung: Es ist eine kostbare Begegnung mit der Barmherzigkeit Gottes, der uns annimmt, uns vergibt und unsere Herzen in der Liebe erneuert. Und zögert nicht, das Sakrament der Firmung zu empfangen, wenn ihr es noch nicht empfangen habt; bereitet euch mit Sorgfalt und Hingabe darauf vor. Zusammen mit der Eucharistie ist es das Sakrament der Sendung, weil es uns die Kraft und die Liebe des Heiligen Geistes schenkt, um den Glauben furchtlos zu bekennen. Ich ermutige euch außerdem, die eucharistische Anbetung zu pflegen: Das Verweilen im Hören auf Jesus und im Dialog mit ihm, der im Allerheiligsten Sakrament gegenwärtig ist, wird zum Ausgangspunkt für neuen missionarischen Elan.
Wenn ihr diesen Weg geht, wird Christus selbst euch die Fähigkeit verleihen, seinem Wort ganz treu zu sein und ihn mit Treue und Mut zu bezeugen. Manchmal werdet ihr aufgerufen sein, eure Beharrlichkeit unter Beweis zu stellen, besonders wenn man dem Wort Gottes mit Verschlossenheit oder Widerspruch begegnet. In bestimmten Regionen der Welt erleben einige von euch das Leiden, aufgrund fehlender Religionsfreiheit den Glauben an Christus nicht öffentlich bezeugen zu können. Und einige haben ihre Zugehörigkeit zur Kirche auch schon mit dem Leben bezahlt. Ich ermutige euch, fest im Glauben zu stehen, in der Gewißheit, daß Christus in jeder Prüfung bei euch ist. Er sagt euch immer wieder: »Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein« (Mt 5,11–12).<<

Sonntag, 9. Dezember 2012

Schönen Sonntag am Meer

Da wir gerade bei den Franzosen sind... ;-)

"La mer" (Musique et Paroles: Charles Trénet)


Viel Spass damit und schönen 2. Adventssonntag!!

Samstag, 8. Dezember 2012

Neue Blogs

Die 'Blogoezese' wächst und wächst. Wie der Predigtgärtner dankenswerterweise dokumentiert, fast monatlich sogar. Diesen Monat sind es wieder einige, namentlich das Duo von Vox Clara und der Capitano, der sich im Zeichen des Sieges selbstständig gemacht hat.

Willkommen und "keep on blogging"!!

Eine würdige Wohnung


José Claudio Antolinez (1635 - 1675).
Gesehen beim Herrn Alipius.
>>Gott hat Maria vor aller Sünde bewahrt, um seinem Sohn eine würdige Wohnung zu bereiten. In ihr setzt der Herr einen Neuanfang der Geschichte. Er zeigt uns, daß sein Heil größer ist als alle Unzulänglichkeit des Menschen. Die Erwählung Marias gibt uns Hoffnung und lädt uns ein, Mitarbeiter am Heilswerk Gottes zu werden. Bitten wir Maria um ihre Fürsprache, daß auch wir zu Gottes Willen ja sagen und auf dem Weg der Heiligkeit voranschreiten. Euch allen wünsche ich einen frohen und gesegneten Festtag.>> (aus dem Angelus zum Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, 8.12.2010)

Urbisaglia

ist nicht nur eine kleine Stadt in den italienischen Marken (Mme Elsa wird sich freuen), sondern künftig auch das Titularbistum von S.E. Erzbischof Georg Gänswein, der zu seinen Aufgaben als Privatsekretär des Heiligen Vaters auch die Leitung der Präfektur des Päpstlichen Hauses von James Michael Kardinal Harvey übernehmen wird, wie Radio Vatikan und einige Blogger schon gestern zu melden wussten.




Entgegen anderer Titularbistümer, die heute malerisch unter Sanddünen verschwunden sind, wohnen in der 'Stadt des Heiles' (so lautet der antike Name 'Urbs Salvia' übersetzt), deren Patron der hl. Georg ist, tatsächlich noch 2737 Menschen.

Auch von hier kommt ein herzlicher Glückwunsch für Erzbischof 'Don Giorgio', verbunden mit der Zusicherung des Gebetes für seine künftigen, zusätzlichen Aufgaben!!

Die erste Liebestat besteht darin, die Quelle unserer Hoffnung zu teilen

In Teil 5 der Botschaft zum XXVIII Weltjugendtag 2013 spricht Papst Benedikt XVI über Schwierigkeiten der Verkündigung und beweist damit einmal mehr, dass er um die Lebensrealität junger Menschen weiß und ihm alle Menschen der Welt sehr am Herzen liegen:

>>5. Macht sie zu meinen Jüngern!
Ich denke, ihr habt schon mehrmals erlebt, wie schwierig es ist, eure Altersgenossen in die Glaubenserfahrung einzubeziehen. Oft werdet ihr festgestellt haben, daß bei vielen Jugendlichen, besonders in bestimmten Phasen des Lebensweges, der Wunsch vorhanden ist, Christus kennenzulernen und die Werte des Evangeliums zu leben, dies aber von einem Gefühl der Unzulänglichkeit und Unfähigkeit begleitet ist. Was kann man da tun? Vor allem eure Nähe und euer einfaches Zeugnis werden ein Weg sein, durch den Gott ihr Herz berühren kann. Die Verkündigung Christi geschieht nicht nur durch Worte, sondern muß das ganze Leben einbeziehen und sich in Gesten der Liebe umsetzen. Zum Evangelisierer wird man aus der Liebe heraus, die Christus uns geschenkt hat; unsere Liebe muß also der seinen immer mehr gleichgestaltet werden.
Wie der barmherzige Samariter müssen wir stets auf jeden achten, dem wir begegnen, müssen zuhören, verstehen, helfen, um alle, die auf der Suche nach der Wahrheit und dem Sinn des Lebens sind, zum Haus Gottes, zur Kirche, zu führen, wo Hoffnung und Heil ist (vgl. Lk 10,29 – 37). Liebe Freunde, vergeßt nie, daß die erste Liebestat, die ihr dem Nächsten tun könnt, darin besteht, die Quelle unserer Hoffnung mit ihm zu teilen: Wer nicht Gott gibt, gibt zu wenig! Jesus fordert seine Apostel auf: »Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe« (Mt 28,19–20). Die Mittel, die wir haben, um Menschen »zu Jüngern zu machen«, sind in erster Linie die Taufe und die Katechese. Das heißt, daß wir die Personen, die wir evangelisieren, zur Begegnung mit dem lebendigen Christus führen müssen, insbesondere in seinem Wort und in den Sakramenten: So können sie an ihn glauben, Gott kennenlernen und aus seiner Gnade heraus leben. Ein jeder sollte sich fragen: Hatte ich jemals den Mut, Jugendlichen die Taufe vorzuschlagen, wenn sie diese noch nicht empfangen haben? Habe ich jemanden eingeladen, einen Weg zur Entdeckung des christlichen Glaubens zu gehen?
Liebe Freunde, habt keine Angst, euren Altersgenossen die Begegnung mit Christus anzubieten. Betet zum Heiligen Geist: Er wird euch immer mehr in die Kenntnis und in die Liebe Christi einführen und wird euch kreativ machen in der Weitergabe des Evangeliums.<<

Freitag, 7. Dezember 2012

Ein mutiger Auftrag

Gastbeitrag von Christoph Kraus, dem an dieser Stelle einmal herzlich für sein Engagement, auch heiße Eisen anzufassen und sein Herzblut, mit dem er die Sachen angeht, gedankt sein soll.


>>Ein plärrendes Neugeborenes hat es schwer, den Wunsch nach Nahrungsaufnahme zu artikulieren, wenn Papa und Mama lediglich ein lautstarkes Plärren verstehen – und nicht etwa "Milchreis und Haferbrei, bitte!". Und so erinnert auch die seit Jahren anhaltende Strukturdebatte an ein leidiges Problem innerhalb unserer Kirche. Die Rede ist von der Tatsache, dass Glaubensbotschaften das Innere des Herzens nicht mehr berühren, sondern von der Vielstimmigkeit des Chores der Kritiker übertönt werden. Schließlich lässt sich vortrefflich über Reizthemen nörgeln, gerne stundenlang, bevorzugt in gemütlichen Gremien und am liebsten unter kräftiger Mitwirkung der üblichen Politnasen, sofern diese mal gerade nicht bei Maischberger und Co. herumlungern.

Dabei ist Europa auf dem Papier immer noch ein durch und durch vom Christentum geprägter Kontinent. Weder zwei Weltkriege noch schlimme Diktaturen und kommunistische Herrschaften haben das Bedürfnis nach sinnstiftender Religionspraxis ersticken können. Man konnte angesichts des II. Vatikanischen Konzils vor fünfzig Jahren sogar von einem ganz neuen Aufbruch des christlichen Glaubens, insbesondere des Katholizismus, sprechen. Fast schon schwärmerisch wurde vielerorts eine neue Blüte der Frömmigkeit herbeiposaunt – doch machen wir uns nichts vor: Wir stehen wieder direkt am Anfang aller Bemühungen. Zurück auf Los. Ohne 4.000 Mark einzusacken. Das kann ganz schön deprimieren. Das Leben ist eben kein Monopoly, wo man Gott einen guten Mann sein lassen kann, wenn man es einmal geschafft hat, ein Hotel in der Schlossallee zu errichten.

Da passt eine Äußerung Jesu so überhaupt nicht ins Gerede unserer Zeit, wo "Einheit in Vielfalt" als Vitamin-C-Brausetablette ökumenischer Konsensfindung proklamiert wird: "Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut", spricht der Herr im Evangelium des Hl. Lukas. Und er trifft den Nagel auf den Kopf. Wir selbst sind gefordert, und zwar du, der dies liest, dein Nachbar mit dem dicken Bauch und – fast vergessen – ich selbst. Für Ihn sein, mit Ihm sammeln, das schließt auch alles drumherum mit ein. Das Engagement für die Wehrlosesten unter uns, die Söhne und Töchter des Mutterbauchs, gehört dazu, ebenso der Schutz des althergebrachten Lebensmodells "Familie", das der Gesellschaft (und somit auch der Wirtschaft) Jahr für Jahr mehr als 650.000 potenzielle Leistungsträger zuführt. Gerade dann, wenn es anfängt, unbequem zu werden, wenn man anzuecken beginnt, dann muss Schluss sein mit der Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner, der in Zeiten der "political correctness" gerade noch vertretbar ist. Dann halten grüner Fraktionszwang – hallo, Frau Göring-Eckhardt! – und die Angst vor medialer Steinigung nicht mehr als Entschuldigung her.

Packen wir's also an! Nehmen wir – getreu der Predigt bei der Eröffnung der Bischofssynode vom 07. Oktober 2012 – auch die Menschen ins Gebet, "die zwar getauft sind, sich aber von der Kirche entfernt haben und in ihrem Leben keine Beziehung zur christlichen Praxis haben." Der junge Joseph Ratzinger machte sich, damals 31-jährig, kluge Gedanken über die Zukunft des europäischen Christentums, das zusehends der Säkularisierung ausgesetzt ist. Seine Ausführungen über die "Kirche von Heiden, die sich noch Christen nennen", sollen uns alle zum Nachdenken anregen: "So bleibt für alle Hoffnung und Drohung zugleich. In diesem Schnittpunkt von Hoffnung und Drohung, aus dem sich der Ernst und die hohe Freude des Christseins ergeben, hat der Christ von heute sein Dasein zu meistern inmitten der neuen Heiden, die er auf andere Weise in dieselbe Hoffnung und Drohung gestellt erkennt, weil es auch für sie kein anderes Heil gibt als das eine, an das er glaubt: Jesus Christus, den Herrn."<<

Die Welt sei euer Arbeitsfeld

Teil 4 aus der Botschaft zum XXVIII Weltjugendtag 2013 von Papst Benedikt XVI:

>>4. Erreicht alle Völker
Der auferstandene Christus hat seine Jünger ausgesandt, damit sie seine Heilsgegenwart allen Völkern bezeugen, denn Gott in seiner überreichen Liebe will, daß alle gerettet werden und niemand verlorengeht. Durch sein Liebesopfer am Kreuz hat Jesus jedem Mann und jeder Frau den Weg geöffnet, Gott kennenzulernen und in die Liebesgemeinschaft mit ihm einzutreten. Und er hat eine Gemeinschaft von Jüngern aufgebaut, um die Heilsbotschaft des Evangeliums bis an die Enden der Erde zu tragen, um die Männer und Frauen aller Orte und Zeiten zu erreichen. Machen wir uns diesen Wunsch Gottes zu eigen! Liebe Freunde, schaut euch mit offenen Augen um: Viele Jugendliche haben den Sinn ihres Lebens verloren. Geht hin! Christus braucht auch euch. Laßt euch von seiner Liebe ergreifen, seid Werkzeuge dieser unermeßlichen Liebe, damit sie alle erreicht, besonders die »Fernen«. Einige sind geographisch fern, andere dagegen sind fern, weil ihre Kultur Gott keinen Raum läßt; einige haben das Evangelium noch nicht persönlich angenommen; andere wiederum haben es zwar empfangen, leben jedoch, als ob es Gott nicht gäbe. Allen wollen wir die Tür unseres Herzens öffnen und versuchen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, in Einfachheit und Achtung: Wenn dieses Gespräch in wahrer Freundschaft gelebt wird, wird es Früchte tragen. Die »Völker«, zu denen wir gesandt sind, sind nicht nur die anderen Länder der Welt, sondern auch die verschiedenen Lebensbereiche: die Familien, die Stadtviertel, der Studien- oder Arbeitsplatz, der Freundeskreis und die Freizeiteinrichtungen. Die freudige Verkündigung des Evangeliums gilt allen Bereichen unseres Lebens ohne Ausnahme.
Ich möchte zwei Bereiche hervorheben, denen ihr in eurem missionarischen Einsatz noch mehr Aufmerksamkeit widmen müßt. Der erste ist der der sozialen Kommunikationsmittel, insbesondere die Welt des Internet. Ich hatte bereits Gelegenheit, euch, liebe Jugendliche, zu sagen: »Fühlt euch verantwortlich, in die Kultur dieser neuen kommunikativen und informativen Umwelt die Werte einzubringen, auf denen euer Leben ruht! … Euch jungen Menschen, die ihr euch fast spontan im Einklang mit diesen neuen Mitteln der Kommunikation befindet, kommt in besonderer Weise die Aufgabe der Evangelisierung dieses ›digitalen Kontinents‹ zu« (Botschaft zum 43. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel, 24. Mai 2009). Gebraucht also dieses Kommunikationsmittel mit Weisheit, beachtet auch die Gefahren, die es enthält, insbesondere die Gefahr der Abhängigkeit und die Gefahr, die virtuelle mit der realen Welt zu verwechseln, die Begegnung und das direkte Gespräch mit den Personen durch die Kontakte im Netz zu ersetzen.
Der zweite Bereich betrifft die Mobilität. Immer mehr Jugendliche reisen heute, sei es wegen des Studiums oder wegen der Arbeit, sei es zum Vergnügen. Aber ich denke auch an all die Migrationsbewegungen, in denen Millionen – oft junger – Menschen aus wirtschaftlichen oder sozialen Gründen in andere Regionen oder Länder ziehen. Auch diese Phänomene können zu von der Vorsehung geschenkten Gelegenheiten zur Verbreitung des Evangeliums werden. Liebe Jugendliche, habt keine Angst, euren Glauben auch in diesen Bereichen zu bezeugen: Es ist ein kostbares Geschenk für alle, denen ihr begegnet, wenn ihr ihnen die Freude über die Begegnung mit Christus vermittelt.<<