Die grinsenden Gestalten von Waldsassen
Auf einer Reise in das historische Böhmen kam ich kürzlich im Kloster Waldsassen vorbei. Dieses Kloster wurde im 12. Jahrhundert von Zisterziensern gegründet und gehört nach zahlreichen Um- und Neubauten seit dem 17. Jahrhundert zu den barocken Kleinodien bayerischer Sakralkunst. Neben der atemberaubenden Ästhetik ist bemerkenswert, dass in dem alten Kloster immer noch Leben herrscht, vielleicht nicht mehr so viel wie schon einmal, aber Leben immerhin. Neben der Gemeinschaft von Zisterzienserinnen, die heute in Waldsassen wohnen betreibt der Orden ein Gästehaus (mitsamt hervorragender Küche) und einen Klosterladen. Wer einen persönlichen kleinen Gruselmoment erleben möchte, kann gerne näher an die Seitenaltäre heran treten und sich wundern, wer ihn da angrinst. Es sind die sogenannten „Heiligen Leiber“. Dabei handelt es sich um zehn kunstvoll geschmückte Ganzkörperreliquien frühchristlicher Märtyrer, die aus den Katakomben Roms stammen sollen. Sie wurden in prunkvollen Glass...