Beitrag der Woche

Geistliche Kommunion III

Du bist höher als der Himmel und höher als die Welt, da sich der Schöpfer der Welt für Dich zum Kaufpreis dahingegeben. Was kann der an Dir ...

Sonntag, 25. Oktober 2015

Ein Heiliger zum Heiraten?

Vor einigen Tagen entschlüpfte mir auf Twitter der Stoßseufzer an die hl. Zélie Martin, wo man heute noch einen Mann wie ihren lieben Louis findet. Das mag sich jetzt ein bisschen sehr nach Torschlußpanik an, aber wenn man bei einem Mann ein bisschen mehr sucht, als es einem durch Hochglanzmagazine, Funk und Fernsehen so vermittelt wird, kann man sich schon manchmal wie die Letzte Mohikanerin fühlen.

Ob die Bischöfe der Welt an so jemanden wie mich auch denken bei Ihrer synodalen Beratungen? Immerhin haben ein paar von ihnen schon festgestellt, dass es mit der Ehevorbereitungen inzwischen nicht mehr weit ist. Ein halber Nachmittag beim Pfarrer, eine Woche vor der Trauung, ich bitte euch. Da geht's dann mehr um Protokollarisches, wer mit wem in die Kirche einzieht, wer welchen Text liest, wer welches Lied singt. Tief blickend auch, dass auf einer kürzlich besuchten Hochzeit der Pfarrer es für notwendig hielt, mehrfach daraufhin zu weisen, dass sich dieses Brautpaar auch mit Gebet auf ihre Ehe vorbereitet hatte. Kein Wunder, dass sich jetzt jeder aufregt, wenn im Zuge der Synodenberichterstattung verschiedentlich einfach nochmal gesagt wird, was eine Ehe ist nach Bibel und Katechismus und was nicht. Und auch dass Benedikt XVI noch die Frage aufgeworfen hatte, ob denn eine Ehe, die unter den oben genannten, heute üblichen, Begleiterscheinungen geschlossen wurde, überhaupt gültig ist. Wie viele Ehepaare der letzten 30, 40 Jahre haben die Trauungsworte tatsächlich ernst gemeint und nicht einfach nur einfach abgelesen wie vielleicht auch die organisatorischen Hinweise für eine reibungslose Feier? Wenn man von der großen Zahl derer ausgeht, die sich scheiden lassen und dann oft recht leichtfertig wieder heiraten (weil es ja "menschlich unzumutbar wäre ohne die körperliche Liebe zu leben"), haben nicht viele Paare tatsächlich verstanden, was sie da mal versprochen haben.

Also, gibt es da draußen überhaupt noch Männer wie den heiligen Louis Martin? Wobei das mit dem "heilig" auf keinen Fall missverstanden werden darf. "Heilig" heißt weder perfekt, langweilig, spießig, frömmlerisch oder keinen Spaß zu verstehen. "Heilig" heißt "offen sein für und gehorsam sein gegenüber Gott und seiner Kirche. Sind solche Männer ausgestorben?

Sonntag, 18. Oktober 2015

Gertie gratuliert: Navid Kermani

"Ein Friedenspreisträger soll nicht zum Krieg aufrufen. Doch darf er zum Gebet aufrufen", sagt der Schriftsteller und Orientalist am Ende seiner Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels. --> Weitere Infos u.a. auf katholisch.de

Vielleicht braucht es diesen Blick von außen, den Blick des Anderen, des Ungläubigen, damit wir selbst die Schönheit und den Reichtum unserer Kultur und des Christentums überhaupt wieder entdecken. Und deshalb: Danke, Navid Kermani!

A family that prays together, stays together

Ab heute haben wir zwei neue Heilige, da freut sich nicht nur die kleine heilige Thérèse drüber.
Orate pro nobis, Louis et Zélie Martin!

"Huhn meets Ei" on Air

Am Freitag, 16.10.2015 war das legendäre Blog "Huhn meets Ei" auf Radio Horeb. Es ging u.a darum, wie Bloggen überhaupt geht, was man sich unter der Bezeichnung "Blogoezese" vorzustellen hat, was das für Leute sind, die "katholisch bloggen", zu welchen Themen sie das tun und wie sie untereinander kommunizieren, aber nicht zuletzt natürlich auch um persönlichen Erfahrungen mit dem Bloggen.

Und wenn ihr's verpasst habt, gibt es die Sendung auf der Seite von Radio Horeb als Podcast und mp3-Download.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Leseliste zur Buchmesse 2015

Dreimal Gott:
In Seinem Wort, in der Kunst, in der Erfahrung.
Alle drei Bücher werden hier noch ausführlicher vorgestellt, also bleibt dran.

Simon Jacob in der Ägäis

Die Peacemaker Tour regt scheinbar auch zu Poesie an, wie diese Zeilen von Simon Jacob bei der Betrachtung des ägäischen Meeres zeigen:

Während ich die Straße entlangfahre, schweifen die Gedanken ab.
Das Licht blendet.
Und ich bleibe stehen.
Der Anblick der Quell dessen was Leben schenkt ist unermesslich groß.
Die Strahlen verheißen Leben.
Doch dieser Ort, der so viel gesehen hat, trägt die Vergangenheit der Völker in sich.
Unzählige Schlachten und Kriege, die Leben gekostet haben
und unserer Welt für immer ein anderes Antlitz gaben.
Die Sonne, dieser göttliche Funke der das Feuer des Lebens entzündet,
so friedlich wie er am bläulich strahlenden Himmel steht,
wird er auch weiterhin sein Werk vollbringen.
Tagein, tagaus.
In der Nacht versinkt der lebensspendende Stern in der Tiefe der Nacht.
Um uns am Morgen mit einem sanften Strahl, unsere Haut berührend, 
im rötlichen Glanz der ersten Stunde friedlich aus dem Schlaf zu wecken.
Wenn wir diesen Frieden, kostbar verwoben in jedem einzelnen Band aus Licht, 
in unsere Herzen lassen, 
werden Völker und Religionen ebenfalls ihren Frieden finden.


Mehr Eindrücke, Reiseberichte und Informationen zum Projekt findet ihr auf peacemaker-tour.com. Dort könnt ihr Simon und seine Reisegefährten auch finanziell unterstützen.

Dienstag, 6. Oktober 2015

A Church that moves the world

"I don't want a church that moves with the world. I want a church that moves the world."

(G.K. Chesterton)


Freitag, 2. Oktober 2015

Erster internationaler YOUCAT Kongress auf den Philippinen: 5.-7. November 2015

Als Gebetsanliegen für diesen Monat Oktober empfiehlt Papst Franziskus u.a. die katholischen Christen in Asien, dass sie nicht nachlassen, das Evangelium dort zu verkünden, wo Menschen in ihrer Umgebung auf die frohe Botschaft warten. Da kommt die Einladung der philippinischen Sektion der YOUCAT Foundation zum ersten internationalen Kongress "Echo der Barmherzigkeit" (engl. Echoes of mercy) gerade recht. Die katholische Communities in Asien sind jung, lebendig und mit Liebe zu Jesus und den Mitmenschen erfüllt. Sie sind sich bewusst, dass sie viel empfangen haben (die Missionare werden dort häufig ganz anders gesehen, als in unseren westlichen Augen), und sie wollen der Welt etwas (zurück) geben.
Mehr Informationen und Anmeldung auf www.youcat.ph 

Meine Mama sagt was zu #bloggergate

Mittlerweile ist wohl schon alles gesagt worden zum #bloggergate von Kardinal Marx, nämlich z.B.  --> hier, --> hier und --> hier, und das wesentlich pointierter und ausführlicher als ich es könnte, aber dann hat sich meine Mama in die Diskussion eingeschaltet. Ja, meine 71jährige Mama, die sich ohne Zwang nicht auf 100m einem PC nähert. Meine Mama und Kardinal Marx haben eins gemeinsam: sie kennen die katholische Bloggerszene in Deutschland lediglich vom Hörensagen. Vielleicht kennt meine Mama sogar mehr Blogartikel als Seine Eminenz, einfach weil ich ihr von Zeit zu Zeit mal einen zum Lesen ausdrucke. (Ja, ich drucke das Internet aus - hier bitte den nächsten Witz einfügen). Von daher findet sie es nicht schlimm, dass sich Kardinal Marx auf die bewusste Frage  nach "fundamentalistischen, anonymen Bloggern im Raum der Kirche" zunächst mal als Nicht-Kenner outet. Mit 62 Jahren wäre er ja auch nicht mehr ganz die Generation, die sich mit solchen Dingen auskenne. Aber dass er dann trotzdem den Köder mit der einen namentlich genannten  Website, die alle anderen stillschweigend diskreditieren sollte, geschluckt hat, das fand selbst sie nicht gut. Gerade als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz haben seine Worte Gewicht und er hätte zumindest die Vielfalt der verschiedenen Seiten von Katholiken im Internet anerkennen können. Er hätte z.B. sagen können, dass es dort auch traditionalistischere, mithin fundamentalistische (was auch immer das heißen soll) Seiten und Blogs gibt, dass aber die überwiegende Mehrheit von Katholiken, die sich die Mühe machen, öffentlich über ihre Glauben zu schreiben, eine gute Arbeit machen. Diese Arbeit wird ehrenamtlich geleistet, und geht bewusst "an die Ränder", da das Internet ein sehr säkulares Medium ist. Also wäre es schön gewesen, wenn er sich zumindest das herablassende Bonmot der "Verblödung" verkniffen hätte. Ein solch hingeworfenes Wort schließt die Tür zu einem beginnenden Dialog, bevor sie noch recht geöffnet war und das nicht von Seiten der Blogger. Schade, Chance vertan, Kardinal Marx. Sagt meine Mama.

Ziehe ich persönlich Konsequenzen? NEIN. Ich schreibe ja nicht um eines bischöflichen Schulterklopfens wegen, sondern um manches für mich klar zu bekommen, manchmal nur aus Spass oder einfach für Jesus.

70 Jahre nach dem Film "Ich klage an"

sind wir wieder soweit, dass im Deutschen Bundestag über Gesetzentwürfe zum Assistierten Suizid abgestimmt werden soll. "Assistierter Suizid", das ist schönfärberisch gesprochen, die Erlaubnis für Ärzte und Pflegepersonal ihren Patienten ein Medikament in tödlicher Dosis verabreichen zu dürfen, ohne dafür strafrechtlich belangt zu werden. Faktisch ist es also der erlaubte Giftmord. Und das alles unter dem Deckmantel einer Humanität, die "unmenschliches Leiden" verhindern will, Menschen, die durch schwere Krankheiten zu "Krüppeln" gemacht werden und "dahinvegetieren" müssen, "erlösen will" und Kinder nur noch mit bei perfektem genetischen Code auf die Welt kommen lässt.

Vor kurzem sah ich auf arte eine Dokumentation über die Arbeit der Friedrich - Wilhelm - Murnau - Stiftung. Diese verwaltet den größten Teil der Filme, die zwischen 1933 und 1945, oft im direkten Auftrag des Propagandaministeriums gedreht wurden und heute als volksverhetzend auf einer Art modernem Index stehen. Einer dieser Filme ist das 1941 gedrehte Melodram "Ich klage an". Es wurde damals in Auftrag gegeben, um die organisierte Euthanasie Behinderter vor den Massen zu rechtfertigen. Die Parallelen der Geisteshaltung, die hinter den noch wohl gemeinten Gesetzentwürfen für den 6. November 2015 und diesem Film stecken, sind unübersehbar, auch wenn das "Nazi-Argument" eigentlich ein Totschläger ist und in letzter Zeit wieder viel zu häufig und zu pauschal eingesetzt wird. Meistens soll damit dann eine wahrhaftige politische Debatte verhindert werden. Das möchte ich mit meinem - vielleicht unglücklichen - Vergleich ganz und gar nicht. Dennoch sind Sätze wie "Ich habe sie erlöst" (was der ärztliche Protagonist des Films auf die Frage antwortet, ob er seine schwerkranke Frau umgebracht habe), oder "Warum soll es Tieren besser gehen als Menschen" (ein alter Jäger berichtet in dem Film, wie er seinem kranken Hund den Gnadenschuss gab), gar nicht so weit entfernt von dem, was Organisationen wie Dignitas oder Exit ihren Kunden  als Dienstleistung anbieten. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir rinnt es bei den langen, dunklen Schatten, die über einer Neubewertung des §217 StGB schweben, eiskalt den Rücken herunter. Es klingt vielleicht egoistisch, aber ich möchte mich nicht einmal dafür entschuldigen, warum ich denn "immer noch lebe", noch möchte ich, dass dies meine Mutter oder Großmutter tun müssen, nur weil sie irgendwann keinen materiellen Nutzen mehr für unsere Gesellschaft bringen.

Mehr Informationen zu den Gesetzentwürfen um den §217 StGB und was ihr dagegen tun könnt findet unter www.keine-lizenz-zum-toeten.de.


Donnerstag, 1. Oktober 2015

Gebetsmeinung des Heiligen Vaters im Oktober 2015

Wir beten zu Gott, unserem Vater,

1. für alle, die dem modernen Menschenhandel unterworfen wurden, dass ihrer Menschenwürde Rechnung getragen wird.

2. für die katholischen Christen in Asien, dass sie nicht nachlassen, das Evangelium dort zu verkünden, wo Menschen in ihrer Umgebung auf die frohe Botschaft warten.

Erkenntnis des Tages

"...und unter einem Blick der dir mit Schmerz folgte, hast du alles getan, was du wolltest und was Er nicht wollte."

(Jesus zu G.B., Tagebuch "Er und ich")