Beitrag der Woche

Geistliche Kommunion III

Du bist höher als der Himmel und höher als die Welt, da sich der Schöpfer der Welt für Dich zum Kaufpreis dahingegeben. Was kann der an Dir ...

Donnerstag, 30. April 2015

"9 Gründe" - eine neue Serie auf youcat.org

Landauf, landab gehen Kinder heuer wieder zur Erstkommunion und bei vielen Jugendlichen steht bald wieder der Besuch des Bischofs und die Firmung an. Herausputzt stehen dann viele in der Kirche, die sich dort bestenfalls zu Weihnachten hinverirren.  Und den meisten Kindern und Jugendlichen geht es bei der Erstkommunion bzw. der Firmung heute vor allem um die coole XBox und oder neueste CD. Und auch die Eltern, Großeltern oder Paten, die eventuell mit christlichen Inhalten gegensteuern könnten sind auch immer dünner gesäht. Benutzerhandbücher und Kurse, die in anderen solchen Fällen zu Hauf angeboten werden, heißen im katholischen Kontext halt Katechese und Katechismus. 

Diesen und mehr Gründe, warum es auch heute noch (oder wieder) einen Katechismus braucht, könnt ihr in der brand-neuen Serie "9 gute Gründe" nachlesen. Ab heute und jeden Dienstag und Donnerstag bis Pfingsten! Bleibt dran, teilt es oder schaut auf twitter unter #9reasons nach.

Donnerstag, 23. April 2015

"Who Would Dare to Love ISIS?" oder Eine Videobotschaft der anderen Art

Wir haben die schrecklichen Bilder der orangegekleideten Männer noch nicht vergessen, die an einem Strand in Libyen brutal ermordert wurden. Wir haben noch den selbstgefälligen Ton aus der "Botschaft an die Nation des Kreuzes" im Ohr, in dem ISIS den Christen auf dem europäischen Kontinent und nicht zuletzt dem Papst dasselbe Schicksal androhten. Die Reaktionen auf die täglichen Horrormeldungen sind vielfältig und ohnmächtig gefühlte Wut/Hass menschlich durchaus verständlich. Genauso wie die Militärschläge von Staaten wie Jordanien, die gerade endgültig die Nase voll haben, von den Terroristen vor ihrer Haustür.
Die Organisation "International Christian Concern" versucht mit dem Video "A letter from the nation of the Cross" eine andere Art der Antwort. Das Video, dass in drei Tagen über 1 Million mal angeklickt wurde, greift die Bezeichnung, die ISIS für die Christen hat ("Nation of the Cross") auf und begreift diese nicht als Schimpfwort sondern als eine Art Ehrentitel. Bei Erstellung haben wohl auch Christen aus dem Nahen und Mittleren Osten mitgearbeitet und ein koptischer Christ hat die arabischen Untertitel übersetzt. Dieses Video hält dem Hass der Welt, insbesondere der extrem fehlgeleiteten islamischen Welt (Disclaimer: womit ausdrücklich nicht alle Muslime gemeint sind) den Spiegel der Liebe Gottes entgegen. Eine Liebe, die auch noch auf den letzten Sünder wartet, ihm bis zum letzten Atemzug Zeit gibt, sich in die Arme des göttlichen Vaters zu werfen.

Gott, Mann und Frau, und der Papst - Teil II

Am 22.04.2015 folgte in der Generalaudienz der zweite Teil zur Katechese über Sinn und Zweck von Mann und Frau. Neben der tiefen Wertschätzung für die Frauen (von wegen Machismo) wies Papst Franziskus hier auch wieder darauf, dass Mann und Frau einander brauchen, aufeinander hin geschaffen sind.
Liebe Brüder und Schwestern, im zweiten Schöpfungsbericht des Buches Genesis hören wir, wie Gott den ersten Menschen erschafft und erkennt, dass es nicht gut ist, wenn er allein bleibt. Adam ist Herr seiner selbst, aber es fehlt ihm die Gemeinschaft, die Fülle. Gott will ihm daher eine Hilfe machen, die ihm entspricht. Unter den Tieren, die Gott ins Dasein ruft, findet der Mann keinen wahren Partner. Erst als er die Frau sieht, weiß er, dass allein sie Bein von seinem Bein und Fleisch von seinem Fleisch ist. Allein die Frau entspricht ihm und ergänzt ihn. Leider erwidern Mann und Frau das große Vertrauen Gottes, seine Schöpfung zu bebauen und zu hüten, mit Misstrauen und Ungehorsam. Die Sucht nach Allmacht zerstört die Harmonie zwischen Gott und Mensch, aber auch zwischen Mann und Frau. Denken wir an die verschiedenen Formen des Chauvinismus wie auch die Kommerzialisierung des Körpers der Frau in der heutigen Medienkultur. Ohne die stabile und fruchtbare Verbindung von Mann und Frau nimmt die ganze Gesellschaft schweren Schaden und besonders die Kinder werden immer mehr entwurzelt. Den Weg der Ehe und Familie treu zu gehen ist eine Herausforderung. Aber Gott bekleidete Mann und Frau mit Röcken aus Fellen (vgl. Gen 3,21). Das ist ein Zeichen seiner Zärtlichkeit und väterlichen Fürsorge gegenüber dem schwachen Menschenpaar. Betet und vertraut darauf, dass Gott selber sich um die Eheleute und Familien kümmert und sie beschützt.

Montag, 20. April 2015

Am 19. April vor 10 Jahren

hing ich auch vorm Fernseher und wartete darauf, dass der Rauch weiß würde. Mehr oder weniger gespannt, gestört hat mich dabei nur das unausgesetzte Gebrabbel der Reporter, die aufgeregten Spekulationen, die bestenfalls ahnungslos waren. "Ich möchte doch einfach nur in Ruhe auf den neuen Papst warten", habe ich gedacht.
Als Kardinal Medina Estevez in seiner etwas umständlichen Begrüßung auch auf deutsch die "Brüder und Schwester" ansprach, fühlte ich, dass nun jemand kommen musste, der im deutschen Sprachraum zumindest bekannt war. Dass es dann Joseph Ratzinger sein würde, der Lieblingsfeind aller fortschrittlichen Katholiken, daran hätte ich nicht im Traum gedacht, auch weil es im Vorfeld zum Konklave hieß, er freue sich bereits auf seinen Ruhestand. Inzwischen hat's auch damit geklappt, wenn auch mit 8 Verspätung, die so unterschiedlich gesehen werden wie der ganze Mann. Für die einen wurde aus dem Panzerkardinal ein Darth-Vader-Papst, die anderen hörten ihn live, ob beim Weltjugendtag, den verschiedenen Generalaudienzen oder sie lasen seine Schriftstücke und bekamen seine Worte dadurch ungefiltert mit. Ungezählten Menschen half er mit seinen leisen, kristallklaren und doch so frommen Worten bei der Suche nach dem "Gott mit einem menschlichen Antlitz".

#regrettingmotherhood ist menschenverachtend.

Kinder sind nämlich Menschen, auch wenn das diesen 23 Frauen noch nicht aufgefallen ist. Deswegen geht es bei der jährlich wiederkehrenden Woche für das Leben ja auch wieder darum, warum Abtreibung und Euthanasie eben nicht der Weisheit letzter Schluß sind.

Vielleicht hat ja auch meine leibliche Mutter ihre Mutterschaft bereut? Wobei sie mich "nur" ausgesetzt hat. Soll ich etwa noch froh sein, dass sie mich nicht in einen Müllbeutel gestopft und weg geworfen hat?


Samstag, 18. April 2015

Zum Staub gehst du zurück, Hase

Lebensweg und -bestimmung eines Osterhasen...

Jeder ist gewollt. Von Gott her.

Wir sind nicht das zufällige und sinnlose Produkt der Evolution. [Oder IVF und Leihmutterschaft, wo wir schon dabei sind.] Jeder von ist Frucht eines Gedanken Gottes. Jeder ist gewollt, jeder ist geliebt, jeder ist gebraucht.

(Benedikt XVI am 28.04.2005)

#ArmenianGenozide und die Türken sind beleidigt

Dass die türkische Wahrnehmung ab und zu etwas verschoben ist, besonders wenn es um die Völkermord an den Armeniern im Ersten Weltkrieg geht, ist hinlänglich bekannt. Nun hatte sich der Papst zum 100jährigen Gedenken eingeschaltet und alles was die Türken können, ist beleidigt reagieren können. Tse.
Nach der Aussage des türkischen Außenministers, der Papst fördere Hass und Feindschaft, wurde der vatikanische Botschafter in Ankara einbestellt, eine Gedenkmesse in Armenien verhindert, Präsident Erdogan schickte Drohungen gegen den Vatikan im Allgemeinen und die Person Papst Franziskus' im Besonderen und dann hacken sie auch noch die vatikanische Website.

Da benehmen sich doch die Kinder im Sandkasten besser!

Gott, Mann und Frau, und der Papst

In der letzten Generalaudienz ist Papst Franziskus einmal mehr sehr deutlich geworden. Diesmal hat er die unsäglich dumme Gender - Theorie auf's Korn genommen. Akkurat als hätte er um die Maischberger Sendung vom 14.04.2015 gewusst. Es ist eben nicht egal, ob man Mann oder Frau ist, noch ist dies alles reine Gefühlssache, wie man meinen könnte. Da hängt nämlich eine ganze Menge dran: Kinder werden der Möglichkeit beraubt mit Mama und Papa aufzuwachsen oder dürfen gar nicht erst auf die Welt kommen, werden vorher aussortiert, weil sie den "zahlenden Kunden" nicht in den Kram passen. Frauen in aller Welt werden ausgebeutet und ihre Gesundheit mit Hormonen ruiniert. Das alles sind Fragen, die in der egoistischen "Ich-habe-aber-ein-Recht-auf-ein-Kind" Erwachsenenwelt nicht oder nur wenig bedacht werden.

Und nun der Papst dazu:
Liebe Brüder und Schwestern, die heutige und die nächste Katechese handelt vom Unterschied und der wechselseitigen Entsprechung von Mann und Frau. Zur Gott­ebenbildlichkeit des Menschen gehört auch der Unterschied der Geschlechter. Als Mann und Frau, aber auch als Paar ist der Mensch Abbild Gottes. Ohne die Erfahrung der Gegenseitigkeit von Mann und Frau kann der Mensch nicht harmonisch heranwachsen und nicht recht verstehen, was Mann- und Frausein bedeutet. Die heutige Kultur hat neue Möglichkeiten eröffnet, um das Verständnis dieses Unterschieds zu vertiefen, zugleich aber auch Zweifel und Skepsis gebracht. Man fragt sich, ob die Gender-Theorie oft nicht Ausdruck von Frustration und Resignation ist und den Unterschied der Geschlechter auslöschen will, weil sie nicht fähig ist, sich damit auseinanderzusetzen. Doch den Unterschied zu beseitigen, ist nicht die Lösung, sondern das Problem. Gott hat dem Bund von Mann und Frau die Erde anvertraut. Das Scheitern dieses Bundes hat folglich schwerwiegende Auswirkungen. Zwei Punkte scheinen vordringlich. Zum einen muss noch viel mehr für die Frau getan werden, um der Gegenseitigkeit von Männern und Frauen mehr Kraft zu verleihen. Der Umgang Christi mit den Frauen erhellt dabei den weiteren Weg, der mit Kreativität und Kühnheit beschritten werden muss. Zum anderen müssen wir über den Zusammenhang zwischen der allgemeinen Krise des Gottesvertrauens und der Krise der Verbindung von Mann und Frau nachdenken. Der Verlust des Vertrauens in Gott schafft Konflikt und Spaltung zwischen Mann und Frau. Von daher ist es wichtig, die Schönheit des Schöpfungsplans, der die Gottebenbildlichkeit auch in den Bund von Mann und Frau einschreibt, wieder zu entdecken.

Mittwoch, 15. April 2015

Deutsche Kriegsgräberfürsorge sucht Angehörige unbekannter Soldaten

Fast auf jedem Friedhof in Deutschland und anderen Ländern gibt es ein sog. "Grab des unbekannten Soldaten". Damit werden die vielen Tausend Soldaten der Weltkriege und anderer Kriege gewürdigt, von denen niemand mehr weiß. Vielleicht würden sie betrauert, doch es sind einfach keine Angehörigen bekannt. Organisationen wie die Deutsche Kriegsgräberfürsorge versuchen ihr Bestes, um Vermisste und Verschollene zu identifizieren, zu bergen und den Angehörigen oder Nachkommen die Möglichkeit zu geben, mit einem Stück Familiengeschichte abzuschließen. Zurzeit sind in ihrer Datenbank 5.083.856 Kriegsverluste registriert. 695 141 davon sind als Vermisste bzw. Verschollene angegeben. Bekannt sind leider nur 354 554 Angehörige dieser gut fünf Millionen, weniger als zehn Prozent. Die Aktion "Toter sucht Angehörigen" soll nun versuchen, diese Lücke zumindest ein wenig zu schließen. 

Auch in dem Lied "Es ist an der Zeit" von Reinhard Mey geht es um einen namenlosen jungen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg. Es ist schön, weil es die Tapferkeit, die Hingabe und die Menschlichkeit dieser jungen Männer würdigt und aus dem Dunkel der Geschichte holt. Den etwas radikal-pazifistischen Unterton und die Verschwörung die gewittert wird, bitte ich zu entschuldigen.

Dienstag, 14. April 2015

True Heroes

True heros stand.
They don't run away.
They don't bend
before the wind of time.
           Fr. Thomas Byles, pray for us.
True heroes fight
against injustice
for freedom and peace
for everyone.
          St. George, pray für us.
True heroes care
for friends and foes
in life and death.
They care... and act.
              Mother Teresa, pray for us. 

(M.Moißl, 14.04.2015)

Schönheit und Mannigfaltigkeit der katholischen Kirche

Wie es eine Polyphonie der Riten und Gebete gibt, gibt es verschiedene Verbände und Gemeinschaften, die alle ihre Berechtigung haben. Besonders bei Veranstaltungen wie dem zurückliegenden Kongress "Treffpunkt Weltkirche" war das wieder an der Vielzahl der Infostände wieder zu sehen. Und so schön solche Veranstaltungen sind - ich habe sie wirklich sehr genossen, die Vorträge, die Begegnungen, die hl. Messen! - eine unkende Frage treibt mich seitdem um: Besteht bei allem Gucken über den weltkirchlichen Tellerrand nicht die Gefahr eines ganz anderen "Einigelns"?
Dass man sich lieber mit Menschen umgibt, deren Ansichten nicht allzusehr von den eigenen abweichen ist menschlich und auch ich entdecke eine instinktive Abwehrhaltung bei mir gegenüber bestimmten Gruppierungen, namentlich den "Drei-oder-Vier-Buchstaben-Verbänden" (ZDK, BDKJ u.ä.). Aber auch diese Bewegungen können doch im Kern ehrliche Absichten und Besorgnis um die Kirche haben. Vielleicht sind sie nur etwas fehlgeleitet in der Wahl ihrer Mittel und ihre vorgeschlagenen Methoden oft zu kurz gegriffen. Wild ausgefochtene Grabenkämpfe sind oft nicht besonders zielführend, sondern fügen nur neue Wunden zu. Verbitterung über die Sturheit der jeweils anderen kann dann leicht in eine verzweifelte "Wir-müssen-das-jetzt-sofort-ändern-sonst-ändert-sich-nie-was" - Haltung umschlagen.

Einem solchen blinden Aktionismus kann dann auch so etwas wie die vielfach rezipierte "Zukunftsvision Kirche" des Bistums Essen entspringen. [Wortmeldungen insbesondere hierzu bei Alipius, Cicero, King Bear und Echo Romeo.] Für mich drückt dieses ganze Papier eine einzige große Hilf- und Sprachlosigkeit aus. "Christen" sind "irgendwie besonders", "strahlen etwas aus", "sind hilfsbereiter und besser miteinander vernetzt"; aber niemand fragt nach dem Grund dieser Ausstrahlung, dieser Hilfsbereitschaft, der Nächstenliebe, der Hoffnung. Da liegt für mich das eigentliche Problem. Einer Welt, der oft die grundlegendsten Dinge des Christentums abhanden gekommen sind, wieder christlichen Vokabelunterricht zu erteilen, damit man beim Sprechen über "diese Kirche" eben nicht ins Sekten- oder Guruhafte abgleiten muss. Wieso ist es oft so schwer, die Worte Jesus, Maria, Eucharistie, Beichte, Gnade, Auferstehung in den Mund zu nehmen und dabei genau das zu meinen, was sie bezeichnen? Dieses scheinbare Entgegenkommen und das Vermeiden aller "zu schwerer Wörter" erinnert an die etwas hilflosen Versuche kinderloser Erwachsener mit kleinen Kindern in Kontakt zu kommen. Hört doch mit diesem Eiertanz auf, traut euch wieder, von eurem Glauben zu sprechen, von eurer Hoffnung in Jesus Christus, wie ihr ihm begegnet seid und dass Er die Quelle dieser "Austrahlung" ist, die die Welt nicht begreift! Dann können wir vielleicht endlich diese Gräben zuschütten und die verschiedenen Arten den katholischen Glauben zu leben, gleichberechtigt nebeneinander stehen lassen, als Zeichen, dass die Kirche lebendig und jung ist, wie es Benedikt XVI einmal festgestellt hat und wie vor 80 Jahren Kaplan Orgass ausrief und ermahnte.
Wir haben zurzeit die verschiedensten Bünde im katholischen Lager und es ist gut so. Die einen leisten ihre Hauptarbeit in der Berufserziehung ihrer Mitglieder, damit diese sich im späteren Leben als gute Katholiken beweisen, die auch im beruflichen Leben ihren Mann stellen. Andere pflegen mehr die Jugendfreude, leben in froher Jüngergemeinschaft katholisches Leben, unbekümmert fast um die Sorgen des Alltags. Beide Arten haben ihr Recht (auch [trotz?] persönlicher Abneigung). Sie sind ein Zeichen für Leben im katholischen Lager. Sie sind verschiedene Blüten, um die Schönheit und Mannigfaltigkeit der katholischen Kirche zu zeigen. Sie müssen bleiben.
Durch diese Mannigfaltigkeit soll ein starkes Band zusammengehalten werden. Auf einem Nenner sollen Blüten aufbrechen, deshalb soll sich die gesamte katholische Jugend einer Pfarrei zusammen finden, um die Kommunionbank. Es ist des Bischofs dringender Wunsch. Wenn Christus es sagte, würden wir nicht zögern es zu erfüllen. Aber Christus spricht ja durch den Mund des Bischofs. Er bittet uns also durch den Bischof, dass wir uns gemeinsam einfinden um die Kommunionbank. (Passionsonntag 1935; Dank wie immer an magnificataopera für's transkripieren)

Montag, 13. April 2015

#ArmenianGenozide: Tweet zum Tage

#ArmenianGenozide und die türkische Wahrnehmung

Papst Franziskus:
"Was mit den Armeniern vor 100 Jahren gemacht wurde, war der erste Genozid (= Völkermord) des 20. Jahrhunderts."

Türkischer Außenminister:
"Papst ruft zu Hass und Feindschaft auf."

Sonntag, 12. April 2015

Frühling in Bad Homburg

Dem Charme alter Kurstädtchen nachspüren kann man am besten beim Flanieren durch einen der Kurparks. Auch wenn die Moden wechseln, kann man auch gut vorstellen, wie vor 100 Jahren die eleganten Damen und Herren übt die breiten Kieswege spazierten und die ersten wärmenden Strahlen der Frühlingsonne genossen. Genau wie ich heute.

Dienstag, 7. April 2015

Gebetskerzen aus der päpstlichen Osterbotschaft 2015

Frieden erbitten wir vor allem für Syrien und den Irak, dass das Getöse der Waffen ein Ende nehme und das gute Zusammenleben der verschiedenen Gruppen, aus denen sich die Bevölkerung dieser geschätzten Länder zusammensetzt, wiederhergestellt werde. Möge die internationale Gemeinschaft angesichts der ungeheuren humanitären Tragödie im Inneren dieser Länder und des Dramas zahlreicher Flüchtlinge nicht untätig bleiben.


Frieden erflehen wir für alle Bewohner des Heiligen Landes. Möge zwischen Israelis und Palästinensern die Kultur der Begegnung wachsen und der Friedensprozess wieder aufgenommen werden, so dass den Jahren des Leidens und der Teilungen ein Ende gesetzt wird.

Frieden erbitten wir für Libyen, dass das derzeitige sinnlose Blutvergießen aufhöre sowie jede barbarische Gewalt und dass alle, denen das Geschick des Landes am Herzen liegt, sich dafür einsetzen, die Versöhnung zu fördern und eine brüderliche Gesellschaft aufzubauen, welche die Würde der Person achtet. Auch für den Jemen hoffen wir, dass sich dort ein allgemeiner Wille zur Befriedung und für das Wohl der gesamten Bevölkerung durchsetzen möge. [...]

Vom auferstandenen Herrn erflehen wir das Geschenk des Friedens für Nigeria, für den Süd-Sudan und für verschiedene Regionen des Sudan und der Demokratischen Republik Kongo. Ein inständiges Gebet aller Menschen guten Willens erhebe sich für diejenigen, die ihr Leben verloren haben – ich denke besonders an die jungen Menschen, die am vergangenen Donnerstag in der Universität von Garissa in Kenia getötet wurden –, für alle, die entführt wurden, und für die, welche ihr Haus und ihre Lieben verlassen mussten.

Die Auferstehung des Herrn bringe der geschätzten Ukraine Licht, vor allem denen, die die Gewalt der Konflikte der letzten Monate erlitten haben. Möge das Land dank dem Einsatz aller Beteiligten wieder zu Frieden und Hoffnung finden.

Frieden und Freiheit erbitten wir für so viele Männer und Frauen, die durch kriminelle Menschen und Organisationen neuen und alten Formen der Sklaverei unterworfen sind. Frieden und Freiheit für die Opfer der Drogenhändler, welche oft mit den Mächten verbündet sind, die den Frieden und die Harmonie in der Menschheitsfamilie schützen müssten. Und Frieden erbitten wir für diese den Waffenhändlern unterjochte Welt. [...]


(aus dem Artikel von Radio Vatikan, 05.04.2015 )

Montag, 6. April 2015

Freuet euch! Ostergrüße von vor 80 Jahren

Und wieder eine Predigt aus dem kleinen schwarzen Buch von Kaplan Orgaß. Diesmal vom ersten Ostertage vor 80 Jahren. Dem Team von magnificata opera herzlich Vergelt's Gott für die Transkription!


Freuet Euch und wiederum sage ich freuet euch!
So ruft es der hl. Apostel Paulus den ersten Christen zu. Aber auch uns. Und wir haben wahrhaft allen Grund dazu. Denn Christus der gestorben war für uns ist auferstanden und strahlend steht er vor uns als unser König und Herr!
Wohl wissen wir alle, daß Christus nur einmal gestorben ist am ersten Karfreitag vor 1900 Jahren. Aber doch feiert es die Kirche, als wäre es wirklich, damit wir das hl. Leben Christi immer mehr kennen lernen. So habt Ihr ja auch am Karfreitag Christus zu Grabe getragen und habt ihn im Grabe verehrt. Und gestern da habt ihr mit dem Priester den Auferstandenen wieder begrüßt und habt zum erstenmal wieder Alleluja gesungen. Und heute habt Ihr sein Kreuz als Siegeszeichen in der Prozession begleitet und seid mit ihm in die Kirche eingezogen. Und da hat er wieder von der Kirche Besitz ergriffen.
Dies hl. Ostergeheimnis wollen wir besser kennen lernen. Deshalb wollen wir betrachten, 1. was die Auferstehung für den Heiland bedeutet. 2. wie er sie seinen Feinden 3. seinen Jüngern offenbart und 4. wie wir Ostern feiern sollen.

Ad 1. Vor drei Tagen haben die Jünger Christus zu Grabe getragen. Er ruhte  drei Tag e im Grabe. Doch dann ist er auferstanden. Wie am Karsamstag der Funke aus dem Stein geschlagen wurde, um das Osterfeuer zu entzünden, so trat Christus aus dem Grabe hervor. Denn seinem verklärten Leibe ist nichts mehr im Wege. Er durchdringt alles. Das geschah in der Tiefe der Osternacht. Gott der Vater und der hl. Geist allein waren Zeugen und jetzt trat Christus vor den himmlischen Vater und sprach "resurrexi et adhuc tecum sum" (introitus der Ostermesse.) Groß war die Freude des Heilandes in seiner Seele, denn er hat uns ja erlöst,  aus allen Völkern und Nationen führte er die Kirche zum Sieg und erschloß ihr den Himmel. Herrlich und strahlend war sein hl. Leib verklärt.
Vier Eigenschaften:
unsterblich: Er konnte nicht mehr leiden und alle Wunden sind geheilt. Nur die verklärten Wundmale bleiben. Er zeigt sie immer wieder seinem hl. Vater, um für uns zu bitten.
schnell: er eilt von einem Ende der Welt zum andern, um mitten unter denen zu sein, die ihn anbeten.
glänzend und strahlend: Sein Leib ist klar gleich wie Kristall…. er durch dringt alles, steht plötzlich im Saale, "der Friede sei mit Euch". So sehen wir also, welche großen Güter dem Heiland die Auferstehung bringt. Er hat sie verdient durch sein hl Leid.

Ad 2. Er offenbart die Auferstehung seinen Feinden. Der Engel steigt herab. Erdbeben wälzt den Stein zur Seite und  die Wächter sind wie tot. Sie erzählen es den Juden, aber sie wollen nicht glauben, obwohl sie doch so schwer enttäuscht waren. Er zeigt seine Gottheit, man muß es für Torheit halten, aber sie glauben nicht. Torheit und Wahnsinn. Wir erkennen, glauben ist eine Gnade und wollen für die Ungläubigen beten

Ad 3. Aber freundlich offenbart der Heiland seinen treuen Jüngern seine Auferstehung. Die Engeln beruhigen die Frauen fürchtet Euch nicht. Und da sie noch nicht ganz sicher sind, da erscheint Jesus ihnen und läßt sie seine hl. Füße küssen. Und wie wunderbar offenbart er sich der Magdalena, läßt sich umarmen von ihr und wehrt nur dem Übermaß ihrer Liebesbezeugungen. Ja, so ist der liebevoll gegen die Seinen aber schrecklich wird er seinen Feinden.

Ad 4. Wie sollen wir Ostern feiern: Wir sollen Christus anbeten. Denn er ist unser Herr und König; strahlend und schön. Wir beugen die Knie vor ihm, dem schönsten der Menschenkinder und huldigen ihm dem Erlöser, der vom Kreuze regiert. Voll Freude Ostern feiern. Er will uns Freude bringen und wir sollen Freude in die Familie tragen weil Christus heute sein Fest feiert, an dem er erhöht wird. Und Vertrauen zu Christus haben. Er hat gelitten. Aber auf die Kampfzeit folgte der feierliche Sieg am Ostertage. So wird auch unsere Not ein Ende nehmen.

Schluß: Bei der hl. Wandlung steigt Christus hernieder. Wir beten ihn an und versuchen unsere hl. Empfindungen der Freude in Gebete zu wandeln. und bitten ihn, mit ihm im Himmel einst Ostern feiern zu dürfen.


Amen, Onkel Josef!

Sonntag, 5. April 2015

Urbi et Orbi 2015: Demut, sich beugen, dienen

Mit seinem Tod und seiner Auferstehung weist Jesus allen den Weg zum Leben und zum Glück: Dieser Weg ist die Demut, die Erniedrigung, die mit Demütigung verbunden ist. Das ist der Weg, der zur Herrlichkeit führt. Nur wer sich erniedrigt, kann auf „das Himmlische“ (Kol 3,1-4) zugehen, Gott entgegen. Der Stolze blickt „von oben herab nach unten“, der Demütige blickt „von unten nach oben“.
Am Ostermorgen liefen Petrus und Johannes, von den Frauen benachrichtigt, zum Grab und fanden es offen und leer vor. Da gingen sie näher heran und „beugten“ sich, um ins Grab einzutreten. Um in das Geheimnis einzutreten, muss man sich „beugen“, sich erniedrigen. Nur wer sich erniedrigt, versteht die Verherrlichung Jesu und kann ihm folgen auf seinem Weg. Die Welt schlägt vor, sich um jeden Preis durchzusetzen, zu wetteifern, sich zur Geltung zu bringen… Doch die Christen sind durch die Gnade des gestorbenen und auferstandenen Christus die Sprosse einer anderen Menschheit, in der wir versuchen, einander zu dienen, nicht arrogant, sondern verfügbar und respektvoll zu sein. Das ist nicht Schwäche, sondern wirkliche Kraft! Wer die Kraft Gottes, seine Liebe und seine Gerechtigkeit in sich trägt, hat es nicht nötig, Gewalt anzuwenden, sondern spricht und handelt mit der Kraft der Wahrheit, der Schönheit und der Liebe. [...]
(aus dem Bericht von Radio Vatikan, 05.04.2015)

Frau, warum weinst du?


© Szenefoto aus "Maria di Nazareth" (2012), RaiUno

Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.
(Joh 20, 15-18)

Samstag, 4. April 2015

Exsultet iam angelica turba caelorum

 ...exsultent divina mysteria
et pro tanti regis victoria
tuba insonet salutaris

Gaudeat et tellus tantis irradiata fulgoribus
et, aeterni regis splendore illustrata
totius orbis se sentiat amisisse caliginem.
Laetetur et mater Ecclesia
tanti luminis adornata fulgoribus:
et magnis populorum vocibus haec aula resultet.

Haec nox est,
in qua, destructis vinculis mortis,
Christus ab inferis victor ascendit.

  Nihil enim nobis nasci profuit,
nisi redimi profuisset.

  O mira circa nos tuae pietatis dignatio!
O inaestimabilis dilectio caritatis
ut servum redimeres, Filium tradidisti!

O certe necessarium Adae peccatum,
quod Christi morte deletum est!

O felix culpa,
quae talem ac tantum meruit habere Redemptorem!

Freitag, 3. April 2015

Und das Kreuz ist kein Symbol

Die Front der Seelen, die eigentliche Front im Weltringen unserer Tage ist der zweite Arm des Kreuzes unserer Zeit. Die Front der Seelen führt senkrecht durch die Front der Leiber hindurch. Nur wenige wissen um die Front der Seele. Und das Kreuz ist kein Symbol. Seele und Leib sind Eins wie das Leben Eins ist.

(Hermann Orgaß an Gertrud von Le Fort, 28.12.1942)

Kreuzweg für Familien: Station 14

 
© Szenefoto aus "Maria di Nazareth" (2012), RaiUno

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
R. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes, 19, 41-42
An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten, und in dem Garten war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war. Wegen des Rüsttages der Juden und weil das Grab in der Nähe lag, setzten sie Jesus dort bei.

Tiefes Schweigen umhüllt den Kalvarienberg. Johannes bezeugt in seinem Evangelium, daß der Ort Golgota sich in einem Garten befindet, wo es ein noch unbenutztes Grab gibt. Genau dorthinein legen die Jünger Jesu seinen Leib.

Jener Jesus, den sie Schritt für Schritt allmählich als menschgewordenen Gott erkannt haben, ist dort, ein Leichnam. In nie gekannter Einsamkeit fühlen sie sich verloren, wissen nicht, was sie tun, wie sie sich verhalten sollen. Es bleibt ihnen nichts, als sich gegenseitig zu trösten, einander Mut zu machen, eng zusammenzurücken. Doch genau da reift in den Jüngern das Moment des Glaubens, der Erinnerung an das, was Jesus gesagt und getan hatte, als er in ihrer Mitte war, und was sie damals nur teilweise verstanden hatten. Dort beginnen sie, Kirche zu sein, in Erwartung der Auferstehung und der Ausgießung des Geistes. Bei ihnen ist die Mutter Jesu, Maria, die der Sohn dem Johannes anvertraut hatte. Sie versammeln sich in ihrer Gruppe, mit Maria, um sie herum. In Erwartung. In Erwartung, daß der Herr sich offenbart.

Wir wissen, daß jener Leib nach drei Tagen auferstanden ist. So lebt Jesus nun für immer und begleitet uns, Er selbst, auf unserer irdischen Reise, in Freud und Leid.
Jesus, gib, daß wir einander lieben.
Damit wir dich wieder in unserer Mitte haben,
jeden Tag, wie du selbst verheißen hast:
„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,
da bin ich mitten unter ihnen.“
Pater noster, qui es in cælis:
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in cælo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.
Quando corpus morietur,
fac ut animæ donetur
paradisi gloria.
Amen.

Donnerstag, 2. April 2015

Johannes Paul II ist seit 10 Jahren im Himmel

Auf den Tag genau sind es 10 Jahre, dass der nunmehr heilige Johannes Paul II gestorben ist und uns voraus ging in die himmlische Ewigkeit. Der Papst meiner Kindheit und des Weltjugendtages 2000, der mir für immer unvergesslich bleiben wird. Aus mehreren Gründen, u.a. als erstes Erlebnis von Weltkirche und lebendigem Glauben.  Ach ja und bei der Lektüre von Johannes Paul's "Fides et Ratio" habe ich entdeckt, dass Enzykliken nicht notwendigerweise sterbenslangweilig sein müssen. Dies sind nur einige Schlaglichter meiner Erinnerungen. Andere mögen andere Erinnerungen haben. In über 25 Jahren Pontifikatsjahren kommt da unter Umständen so Einiges zusammen, auch Unvergessliches. Eine solche unvergessliche Erinnerung hat Kardinal Ratzinger während der Beerdigung von Johannes Paul II mit uns geteilt:
Für uns alle bleibt es unvergeßlich, wie der Heilige Vater, vom Leiden gezeichnet, am letzten Ostersonntag seines Lebens noch einmal am Fenster des Apostolischen Palastes erschienen ist und zum letzten Mal den Segen »Urbi et orbi« erteilt hat. Wir können sicher sein, daß unser geliebter Papst jetzt am Fenster des Hauses des Vaters steht, uns sieht und uns segnet. Ja, segne uns, Heiliger Vater. Wir vertrauen deine liebe Seele der Mutter Gottes, deiner Mutter, an, die dich jeden Tag geführt hat und dich jetzt in die ewige Herrlichkeit ihres Sohnes, Jesus Christus unseres Herrn, führen wird.

Kreuzweg für Familien: Station 13


© Szenefoto aus "Maria di Nazareth" (2012), RaiUno
 
V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
R. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes, 19, 38
Nach diesen Ereignissen kam Josef aus Arimathäa, der ein Jünger Jesu war, aber aus Furcht vor den Juden nur heimlich. Er bat Pilatus, den Leichnam Jesu abnehmen zu dürfen, und Pilatus erlaubte es. Also ging er und nahm den Leichnam ab.

Maria sieht, wie ihr Sohn, der Sohn Gottes und auch ihr Sohn, stirbt. Sie weiß, daß er unschuldig ist, aber er hat die Last unserer Trostlosigkeit auf sich genommen. Die Mutter gibt den Sohn hin, der Sohn gibt die Mutter hin. An Johannes, an uns.
Jesus und Maria – eine Familie, die auf Golgota die äußerste Loslösung erlebt und erleidet. Der Tod trennt sie oder scheint sie zumindest zu trennen, eine Mutter und einen Sohn mit einer unvorstellbaren zugleich menschlichen und göttlichen Verbindung. Aus Liebe schenken sie diese hin. Beide überlassen sich dem Willen Gottes.

In den Abgrund, der sich im Herzen Marias aufgetan hat, tritt ein anderer Sohn ein, der die gesamte Menschheit vertritt. Und die Liebe Marias zu einem jeden von uns ist die Fortsetzung der Liebe, die sie zu Jesus gehabt hat. Ja, denn in den Jüngern sieht sie sein Gesicht. Und sie lebt für sie, um sie zu unterstützen, ihnen zu helfen, sie anzutreiben, sie zur Erkenntnis der Liebe Gottes zu führen, damit sie sich in ihrer Freiheit an den Vater wenden.
Was sagen mir, uns, unserer Familie diese Mutter und dieser Sohn auf Golgota? Vor dieser Szene kann jeder nur betroffen innehalten. Erahnen, daß diese Mutter, dieser Sohn uns ein einmaliges, unwiederholbares Geschenk machen. In ihnen finden wir nämlich die Fähigkeit, unser Herz zu weiten und unseren Horizont so zu öffnen, daß er alles umfaßt.
Dort auf Golgota
neben dir, Jesus, der du für uns gestorben bist,
empfangen die Familien die Gabe Gottes:
das Geschenk einer Liebe,
die ihre Arme bis ins Unendliche ausbreiten kann.
Pater noster, qui es in cælis:
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in cælo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo. Amen.
Fac me tecum pie flere,
Crucifixo condolore,
donec ego vixero

Mittwoch, 1. April 2015

...den getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.

Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt.
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.

(Joh 15, 4-5)

Kreuzweg für Familien: Station 12


© Stationsbild des Kreuzwegs 2012

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
R. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus, 27, 45-46
Von der sechsten bis zur neunten Stunde herrschte eine Finsternis im ganzen Land. Um die neunte Stunde rief Jesus laut: „Eli, Eli, lema sabachtani?“, das heißt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
Jesus hängt am Kreuz. Stunden der Angst, entsetzliche Stunden, Stunden unmenschlicher körperlicher Leiden. „Mich dürstet“, sagt Jesus. Und es wird ihm ein mit Essig getränkter Schwamm an den Mund gehalten. Plötzlich ein Schrei: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Gotteslästerung? Der Verurteilte ruft mit den Worten des Psalms? Wie kann man einen Gott akzeptieren, der schreit, der klagt, der nicht einsieht, nicht versteht? Den menschgewordenen Sohn Gottes, der das Empfinden hat, von seinem Vater verlassen zu sterben?

Jesus, bis zu diesem Punkt bist du einer von uns,
einer mit uns geworden – ausgenommen die Sünde!
Menschgewordener Sohn Gottes, du hast dich so weit in uns hineinversetzt,
daß du, der Heilige schlechthin,
unsere Situation der Sünder, der Entfernung von Gott,
die Hölle der Gott-losen durchlebt hast.
Du hast das Dunkel erfahren, um uns das Licht zu schenken.
Du hast die Trennung erlebt, um uns die Einheit zu schenken.
Du hast den Schmerz angenommen, um uns die Liebe zu hinterlassen.
Du hast das Ausgeschlossensein empfunden,
verlassen und zwischen Himmel und Erde hängend,
um uns in das Leben Gottes aufzunehmen.
Ein Geheimnis legt sich um uns,
wenn wir jeden Schritt deiner Passion nacherleben.
Jesus, du hältst nicht daran fest, wie Gott zu sein,
sondern wirst in allem arm, um uns reich zu machen.
„In deine Hände lege ich meinen Geist.“
Wie hast du es nur geschafft, Jesus, in diesem Abgrund der Verzweiflung
dich der Liebe des Vaters anzuvertrauen,
dich ganz in ihn hineinsinken zu lassen, in ihm zu sterben?
Nur auf dich schauend, nur mit dir
können wir den Tragödien, den Leiden der Unschuldigen,
den Demütigungen, den Schmähungen, dem Tod entgegentreten.
Jesus durchlebt seinen Tod als Geschenk für mich, für uns, für unsere Familie, für jeden Menschen, für jede Familie, für jedes Volk, für die ganze Menschheit. In dieser Tat wird das Leben neu geboren.
Pater noster, qui es in cælis:
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in cælo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo. Amen.
Vidit suum dulcem Natum
moriendo desolatum,
cum emisit spiritum.