Beitrag der Woche

Geistliche Kommunion III

Du bist höher als der Himmel und höher als die Welt, da sich der Schöpfer der Welt für Dich zum Kaufpreis dahingegeben. Was kann der an Dir ...

Samstag, 31. Dezember 2016

Wende die Not

Jahresheiligen-Ziehen ist ein schöner Brauch. Man kann es sich elektronisch per Zufallsgenerator ermitteln lassen oder die Zettel in geselliger Runde ziehen. Mir wurde für 2017 die hl. Notburga zugedacht. Was eine "Büromaus" mit der Schutzheiligen der Dienstboten zu hat, bleibt mir ein Rätsel. Vielleicht dass ich über das außerordentliche Jubiläumsjahr der (Göttlichen) Barmherzigkeit  hinaus barmherzig und großherzig bleiben soll? Denn Notburga war besonders dafür bekannt, dass sie Speisereste ihrer Herrschaft an die Armen verteilte. Und als ihr dies verboten wurde, fastete sie und verteilte das so gesparte Essen.  Vielleicht möchte mich der Herr auch ermutigen, dass ich auch im Jahr 2017 A.D. die Hoffnung nicht aufgebe, die Augen nicht vor der Not verschließe und sie versuche zu wenden, wo es in meinen Kräften liegt.

Dienstag, 20. Dezember 2016

Wir beten für Berlin!

Da wacht man auf und dann war da über Nacht ein Attentat. Mit 12 Toten. Im eigenen Land. Wahrlich, eine "Affentat",wie mein kleiner Bruder das Wort früher zu verballhornen pflegte. (Wobei, selbst Affen wären wohl anständiger, als mit einem LKW in eine friedliche Menschenmenge zu rasen). Beten wir also für Berlin - für die Opfer um das ewige Leben und für den Täter, dass er sich bekehrt und seine Tat bereut.





Montag, 19. Dezember 2016

Über die Sinnhaftigkeit der Weihnachtsspende

Am Ende des Jahres einen Teil seines Gehalts an Zwecke zu spenden, die dem Allgemeinwohl dienen, ist ein sehr alter Brauch in den meisten Ländern des christlichen Abendlandes. Der bereits verstorbene Pater Gereon Goldmann erinnerte sich aus seiner Kindheit in den 1920er Jahren:
"Vater erhielt das ganze Jahr hindurch ganze Stöße von Bittbriefen verschiedener Klöster, besonders aus den Missionen. Alles wurde bis Weihnachten in eine große Kiste getan. Am Weihnachtsmorgen wurden die Briefe gemeinsam geöffnet und gelesen. Wir Kinder durften das Geld in die vielen Umschläge tun. Jede einzelne Bitte wurde mit einer Gabe bedacht, je nach Verdienst des Vaters während des Jahres."   
So werden Kinder an die edlen Tradition des Gebens herangeführt und gleichzeitig daran erinnert, dass viele gute Dinge in der Welt erst durch Spenden möglich werden. Tatsächlich ist Spenden eine Art aktiv die Welt um uns herum zu gestalten. Über selbst erwirtschaftetes Geld kann man schließlich nach Gutdünken verfügen. Diese Erkenntnis gehört zur wirtschaftlichen Grundbildung. Statt auf "den Staat" und "die da oben" zu schimpfen, sollte man also seine Energie lieber dazu verwenden, sich nach Organisationen und privaten Intiviativen umzusehen, die sich mit Dingen beschäftigen, die man selbst gefördert sehen möchte.
 
Aber kommt mein Geld auch bei den gewünschten Zwecken an?
Nachdem ich nunmehr in meiner dritten Stelle im sogenannten Dritten Sektor arbeite, kann ich sagen, dass die allermeisten Organisation sehr verantwortungsbewusst mit den ihnen anvertrauten Mitteln umgehen. Natürlich gab und gibt es auch immer wieder schwarze Schafe; mir ist persönlich kein solcher Fall bekannt. Natürlich haben auch diese Organisationen einen gewissen Verwaltungsbedarf. Menschen wie meine Kollegen (und ich) sind dazu da, über die Projektarbeit zu informieren; darüber wofür die Spendengelder verwendet werden und was gebraucht wird. Wir halten also den Menschen, die in den Projekten arbeiten, den Rücken frei. Die meisten Spenden werden dafür gebraucht, um die einmal begonnene Arbeit fortzusetzen. Not hat ja die Angewohnheit, sich zu potenzieren und wenn z.B. eine Generation ausgebildet ist, wartet schon die nächste. Das ist aber auch immer ein gutes Zeichen, denn es zeigt, wie viele Dinge auch ohne staatliche Hilfe möglich sind.

In diese Sinne: Traut euch, gebt eine Weihnachtsspende! Es kommt auch auf euch an (ob viele gute Sachen weitergehen).
Mit diesem freundlichen Schweinchen werden künftig Beiträge gekennzeichnet,
die von unterstützendswerten Initiativen berichten. 


Donnerstag, 15. Dezember 2016

Gegrüßt seist du Maria, jungfräuliche Zier


Wir brauchen ein neues Lepanto!

Aleppo versinkt im Chaos, man kennt nicht mehr Freund noch Feind, im Jemen verhungern die Menschen unbemerkt von der Weltöffentlichkeit, im Irak kämpfen die verbliebenen Jesiden weiterhin verzweifelt um ihr Überleben... und das sind nur einige der aktuellen Meldungen aus dem Nahen Osten. Schaut man sich in der Welt um, so entdeckt man noch viel mehr Beweise dafür, dass der Mensch dem Menschen zum Wolf werden kann. In Pakistan verrottet eine junge Mutter zum Beispiel seit Jahren im Gefängnis, weil sie es als Christin gewagt hatte, Wasser aus einem Brunnen geschöpft zu haben, der auch von Muslimen genutzt wird. In Nordkorea wird man schon ins Konzentrationslager gesteckt, wenn man eine Bibel nur anfasst. Und mit Konzentrationslager sind Konzentrationslager gemeint. Durchaus auch solche nach den Massstäben, welche die Deutschen vor 70 Jahren gesteckt haben. Der Zustand der Welt könnte also zum Verzweifeln sein! Könnte, wenn mit der Verzweiflung eines einziges Menschenkindes nur ein einziges Leben gerettet würde. Könnte auch, wenn es nicht letztlich ein ganz Anderer wäre, der diese so schrecklich-schöne Welt geschaffen und damit ihr Schicksal letztlich in Händen hält.

Ja, tatsächlich und deswegen ist Beten auch nicht einfach nur heiße Luft oder Reden vor einer Wand. Wenn Jesus selber schon sagte, dass sich ganze Berge heben würden, wenn wir nur mit soviel Glauben wie ein Senfkorn hätten. Glauben heißt in diesem Fall vor allem aufrichtiges Vertrauen in die Güte und Allmacht Gottes. Daran, dass Er tatsächlich alles vermag und uns vor allem nur gut will. Ohne insgeheim Vorbehalte zu hegen, weil unsere Gebete nicht so erhört werden, wie wir das wollen. So prompt und auf genau die Weise, wie wir uns vorstellen. Aber wir können Gott nun mal nicht vorschreiben, wie Sein ewiger Plan gefälligst auszusehen hat. Auch wenn wir noch so gerne wollten. Und weil Gott uns so selten "nach unserer façon" erhört hat, sich also nicht missbrauchen ließ als Erfüllungsgehilfe unseres Egos, schmollen wir jetzt wie kleine Kinder? Deswegen gehen wir jetzt nie wieder zu ihm, auch wenn durch "Gebet und Fasten sogar Kriege verhindert werden können", wie die Muttergottes bei verschiedenen Gelegenheiten ausrichten ließ? Ist das nicht grob fahrlässig von uns, wenn ihr es mit unserem christlichen Glauben wirklich ernst meinen wollen? Zur Erinnerung ein kleiner Blick hinter die Kulissen der Schlacht von Lepanto. Das Rosenkranzfest am 7. Oktober ist uns aus jenen turbulenten Tagen geblieben.
>> Die heiligmäßige Katharina von Cardonne, die Erzieherin Don Juans (de Austria), sah in einer Vision, dass es sich im Letzten um ein Ringen der göttlichen Gerechtigkeit mit der göttlichen Barmherzigkeit handelte. Am Tag der Schlacht sah sie ein gewaltiges Geschehen: Gottes erhabene Majestät und ebenso viele dämonische Geister, welche die unzähligen Sünden der Christen in Europa vor Gott brachten und unerbittlich das Eingreifen von Gottes Gerechtigkeit forderten. Gleichzeitig sah sie Maria, von Engeln begleitet, Gott alle Rosenkränze darbringen, die gebetet wurden. Durch das Gebet des Rosenkranzes wurde der Kampf der beiden Flotten zugunsten der Christen am 7. Oktober entschieden. Die christliche Flotte konnte einen vollständigen Sieg über die Schiffe der Muslime erringen, obwohl sie zahlenmäßig weit unterlegen war. << 
[© Pfarrer Dr. Richard Kocher auf kath.net am 07.10.2016]

Wie erhaben fühlen wir uns oft gegenüber den Menschen früherer Zeiten! Eigentlich haben wir gar keinen Grund dazu. Den Grundsatz 'Beten, als ob alles von Gott abhängt und arbeiten, als ob alles von mir abhängt' haben sie jedenfalls besser beherzigt als wir. Und mehr Vertrauen hatten sie auch. Worauf warten wir also? Es ist längst Zeit für ein neues Lepanto!

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Kann man Vergebung im Film darstellen?

Wer von meinen lieben Lesern da draußen wollte schon immer mal ein Drehbuch schreiben? Dieses prickelnde Gefühl erleben, seine Idee verfilmt zu wissen und auf der Leinwand zu sehen? Wenn man dann auch noch Gott wieder ins Gespräch bringen kann, sollte einen doch nichts mehr davon abhalten, an der neuen Storymaker-Aktion von Mannaplace e.V. teilzunehmen. Naja, bis auf eine fehlende Muse vielleicht. Ihr erinnert euch? Mannaplace, das waren mit dem berührenden Filmchen "Philipp und ich".

Wenn ihr eine zündende Kurzfilmidee rund um das Thema "Vergebung" habt, dann schreibt sie auf und schickt sie bis zum 31. Dezember 2016 über das Geschichten Formular ein

Da sich diese coole Truppe hundertprozentig auf Gott verlässt und darum ausschließlich aus Spenden finanziert, sind sie gerade wieder auf der Suche nach verlässlicher finanzieller Hilfe. Bis 29. Dezember 2016 wollen sie 50 neue Produzenten, d.h. monatliche Dauerspender, finden. Alle Infos dazu und die Möglichkeit online zu spenden, findet ihr auf --> mannaplace.de/produzent/.

    Dienstag, 13. Dezember 2016

    Was wäre, wenn es kein Weihnachten gäbe...?

    © 1000plus.de, eine Organisation, die Frauen in Not beraten und helfen.
    ...weil Jesus nicht geboren wurde. Er müsste nicht notwendigerweise in einer Abtreibung gestorben sein, wie es linksextreme Abtreibungsbefürworter alljährlich beim Marsch für das Leben herbei phantasieren. Es würde schon reichen, wenn Maria "Nein" statt "Mir geschehe nach Deinem Wort" zum Engel gesagt hätte. Weil es ihr gerade nicht in den Kram gepasst. Weil sie sich ihr Leben keusch und kontemplativ geplant hatte und nicht Mutter hätte sein wollen. Ja, was dann?
    Zunächst gäbe es kein Weihnachten. Juhu, kein Stress, keine ständiges Jingle-Bells-Gedudele, keine Geschenke-Kauf-Rennerei, kein  "Wir-sind-jetzt-gemütlich"- Zwang, der doch jedes Jahr in den großen Familienstreit ausartet. Diejenigen, die ein wenig bildungsbürgerlicher unterwegs sind, könnten sogar darauf schließen, dass es ohne Weihnachten - Jesu Geburt - auch kein Ostern - Jesu Tod und Auferstehung - geben würde. Also auch Christentum und keine Kirche. Hier höre ich schon die Jubelschreie der agnostischen Hedonisten unserer Tage, die sich von "der Kirche" nicht ihr Leben vorschreiben und vermiesen lassen wollen. Oder die Jubelschreie derjenigen, welche der Kirche, namentlich der Katholischen, die Schuld an Kreuzzügen, Hexenverbrennungen und am besten noch Pest und Cholera zuschieben möchten. Natürlich ist eine historische Verantwortung von Vertretern der katholischen Kirche an geschichtlichen Ereignissen der Vergangenheit nicht zu leugnen. Das tut ja auch niemand, der sich ernsthaft damit befasst. Aber dieser Furor, mit dem "die Kirche" und "das Christentum" pauschal für alles Schlechte in der Welt zur Rechenschaft gezogen werden soll,  - Es wollte sogar schon mal jemand Papst Johannes Paul II deswegen verklagen. Kein Witz! - das riecht doch sehr nach Verdrängung der Verantwortung für eigene Handlungen. Also nach dem Motto: wieso soll ich mich ändern, die Kirche ist doch viel schlimmer.

    Also, was würde fehlen wenn es kein Weihnachten gäbe? Für diejenigen, die an die Offenbarung Gottes in Jesus Christus glauben fiele nichts geringeres als die Erlösung der Welt weg! Der Rest dürfte sich dann einen anderen Sündenbock suchen.

    Dezember ist Muttertags-Monat

    Hier nun mein Betrag in der Reihe Blogoezesen-Adventskalender-2016. Vielen Dank an Heike für die Organisation. Morgen, 14.12., geht es dann bei den Wegkreuzen weiter. 



    Im katholischen Brauchtum gelten der Mai und der Oktober als klassische Marienmonate. Es gibt Flurprozessionen mit Anrufungen der Muttergottes und das Rosenkranzgebet wird verstärkt gepflegt. Für alle Skeptiker, das ist jenes meditative Gebet, an dem die Geheimnisse von Jesu und Mariens Leben an einer Perlensschnur "betrachtet" werden. Fünf mal zehn Ave-Maria mit eingestreuten Vater-Unser-Gebeten, das wirkt beruhigender als alle hinduistisch-buddhistisches "Ohms" es jemals könnten. Aber ich schweife ab...
    Warum finde ich nun, dass eigentlich auch der Dezember in die Reihe der Marienmonate hinein gehörte? Die Antwort ist einfach: In welchem anderen Monat sind soviele Feste und festliche Gedenktage versammelt, die unmittelbar mit der Muttergottes zu tun haben? Natürlich ist Weihnachten zunächst einmal der Jesu Geburtstag. Aber was ist ein Geburtstag anderes als ein riesengroßes Dankeschön an die Frau, die all die Arbeit damit hatte? Die Schmerzen der Geburtswehen, die Sorgen um das Wohlergehen des Säuglings und Kleinkinds, des Kindes und des Jugendlichen. Wie oft würdigen wir das bei unseren eigenen Müttern? Und erst recht bei der Frau, die durch ihr "Fiat" unser aller Erlösung erst möglich gemacht hat. Wieviel Mut und Vertrauen steckt in diesem einem, kleinen Wort! Wie logisch erscheint es da doch, dass Maria von ihrer Ur-Dispostition her anders gestrickt war als wir anderen Menschen. Denn mit der "Unbefleckten Empfängis" Mariens, die wir am 8. Dezember gefeiert haben, ist genau das gemeint. Dass Maria durch Gottes Gnade von Anfang an frei war von der "Ursünde" des Misstrauens gegen Gott, was sie erst in die Lage versetzt hat, so vertrauensvoll zuzustimmen zu einem Plan, der ihr ganzes persönliches und soziales Leben umstürzte. Aber auch Mutter ist sie geworden, nicht nur von einem, leiblichen Kind, sondern von der ganzen Welt. So teilte sie es jedenfalls dem Azteken Juan Diego mit, dem sie vom 9. bis zum 12. Dezember 1531 als himmlische Erscheinung begegnete. Das kann man nun glauben, oder auch nicht. Die Tilma, jener Agaven-Umhang, den Juan Diego bei der Begegnung mit Maria trug und in welchem sich auf wundersame Weise ihr Bildnis erhalten hat, gibt jedenfalls ein beredtes Zeugnis davon.

    In einer wunderschön allegorischen Weise wird die Mutterrolle Mariens auch in dem Kinderbuch "Take it to the queen" von Josephine Nobisso erzählt. Die deutsche Ausgabe ist in dem kleinen Verlag Catholic Media erschienen und kann dort - psst! Geschenktipp! - online bezogen werden.


    Donnerstag, 8. Dezember 2016

    Was die Unbefleckte Empfängnis Mariens mit Jesus zu tun hat.

    Johannes Hartl, katholischer Theologe und Leiter des ökumenischen Gebetshaus Augsburg hat sich auf Facebook mit dem, gerade in freikirchlich-evangelischen Kreisen oft erhobenen Vorwurf befasst, die Marienfeste und gerade die Unbefleckte Empfängnis Mariens würden einen unguten Personenkult befördern, ja Maria quasi zu einer "Nebengöttin" erheben. Das ist Unsinn, die Marienfeste verweisen alle auf Jesus Christus, als den Gottmenschen und Erlöser, sagt Johannes Hartl und untermauert dies mit einer sehr schlüssigen Herleitung aus Schrift und katholischer Tradition.

    >> Wie, so mag einer fragen, kann man nur auf eine so absurde, ein Geschöpf überhöhende, unbiblische Lehre kommen? Steht sie nicht im krassen Widerspruch zu Röm 3,23, wonach „alle gesündigt“ haben und die Herrlichkeit Gottes verloren haben? Diese Lehre steht so tatsächlich nicht in der Bibel, sondern ist Frucht der Reflexion der frühen Kirche auf das Geheimnis der Menschwerdung. Dass Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott war, steht auch nicht explizit in der Bibel, wurde von der Kirche aber auf den ersten Konzilien so aus der Schrift gefolgert. Nun stellt sich nur noch die Frage, ob Jesus schon von Geburt an wahrer Mensch und wahrer Gott war, oder erst später. Antwort der Konzilien: von Anfang an. Frage: woher bekam Jesus seine menschliche Natur? Antwort: natürlich von Maria. Jesus hat keinen menschlichen Vater, aber sehr wohl eine menschliche Mutter. Nun hat Jesus allerdings keine sündhafte menschliche Natur, sondern eine vollkommene. Frage: woher hat er die, wenn er von einer sündhaften Frau abstammt? War er vielleicht doch „nicht wirklich“ der Sohn von Maria, sondern auf irgendwie zauberhafte Weise hermentisch abgeschirmt von ihrem sündhaften Einfluss? Das widerspricht der tiefsten Aussage, wonach Jesus in der Menschwerdung wirklich unser Los geteilt hat. Wenn Jesus aber von Maria eine von der Sünde unverdorbene Natur empfangen hat, dann muss Maria sie schon vorher gehabt haben. Also ganz klar: hier befinden wir uns auf der Ebene der Überlegungen. Doch es sind Überlegungen, die Jahrhunderte lang von betenden Theologen bewegt wurden, bevor sie als fixierte Lehre definiert wurden.
    Woher nun sollte Maria die Möglichkeit gehabt haben, von der Erbsünde frei zu bleiben? Eine erste Möglichkeit ist selbstverständlich ausgeschlossen: Maria ist kein „Übermensch“ oder ein Mensch, der als einziger aus eigener Kraft vollkommen hätte leben können. Nein, als Mensch ist sie genauso erlösungsbedürftig wie alle anderen. Nun ist Gott jedoch außerhalb von Raum und Zeit. Wäre es ihm möglich gewesen, Maria im vorhinein im Hinblick auf den Kreuzestod und die Auferstehung Jesu vor der Sünde zu bewahren? Gott hätte also Maria etwas vorab geschenkt, was langfristig für alle Erlösten gedacht war? Dies geschah eben WEIL Jesus der einzige Retter ist. Es geschah, um dem einzigen menschgewordenen Gott die vollkommene Wohnstatt zu bereiten. Doch eben nur Kraft der Erlösungstat Jesu, nicht an ihr vorbei, wenn auch auf geheimnisvolle Weise vorweg! Und die Lehre davon entspringt einzig dem Nachdenken über das Geheimnis Jesu Christi. Am Kern des heutigen Festes feiern Katholiken also nicht eine „Nebengöttin“, sondern einen Menschen, der sich vollständig in den Dienst des Herrn stellen ließ, der vollständig durchlässig wurde für ihn. Man muss dieser Theologie nicht zustimmen, doch eines ist sie sicher nicht: der platte Aberglauben, für den manche sie halten. In der Mitte aller Theologie steht Jesus Christus. Auf ihn weisen alle biblischen Gestalten hin. Auf herausragende Weise seine Mutter.<<
    Johannes Hartl am 08.12.2016 via Facebook]

    Dienstag, 6. Dezember 2016

    Was hat Evita mit Donald Trump zu tun?

    Seit der Wahl von Donald J. Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika überschlagen sich die Zeitungen, Online-Magazine, Rundfunk- und Fernsehstationen. Während die einen jubeln, wittern die anderen den nahenden Weltuntergang. Gleichgültig scheint der Mann mit dem blonden Toupet niemanden zu lassen. Und selten schien nicht nur Amerika, sondern auch die Welt so tief gespalten. Dabei ist Trump nur ein Sympton für das tiefsitzende Misstrauen weiter Teile der Bevölkerung gegenüber denjenigen, die sie als "die Eliten" erfahren. Ja, es ist wieder soweit. Jahrhunderte nach Abschaffung der Ständegesellschaft ist die Klassengesellschaft zurück. Nicht auf dem Papier, aber in den Köpfen. Statt Adeliger und Grundbesitzer sind es nun bestimmten Berufsgruppen - Politiker, Journalisten, Manager - die als "die da oben" empfunden werden. Das Gefühl, dort mit den eigenen Problemen nicht gehört zu werden, ohnmächtig ausgeliefert zu sein, dieses Gefühl scheint zu bleiben. Betrachtet man besonders das letzte Jahrhundert, dann scheint es auch irrelevant zu sein, welche Regierungsform oder politische Ideologie gewählt wird. Früher oder später pendelt sich das gefühlte Machtgefälle wieder ein. Das ist besonders bei sozialistischen Umstürzen zu beobachten. Der kommunistische Traum einer klassenlosen Gesellschaft gimpfelte schon bei Karl Marx in der Forderung nach der Diktatur des Proletariats, was nichts weiter als eine Umkehrung der Machtverhältnisse bedeutete. An der Tatsache, dass auch nach Umstürzen einige wenige Menschen Macht über viele Andere ausüben, ändert das nichts. Beispiele für sog. neue Machteliten nach Umstürzen gibt es ungezählte, von Castro auf Kuba bis Kim in Nordkorea, von Mussolini in Italien bis Perón in Argentinien.

    Letzterer bringt mich auf den Grund, warum seine zweite Gattin in der Überschrift dieses Artikels erwähnt wird.  Da ich über den historischen Juan Perón relativ wenig bis gar nichts weiß - sachdienliche Hinweise werden in der Combox gerne entgegengenommen - beschränke ich mich hier auf die legendenhafte Darstellung seiner zweiten Frau Evita in der Kunst. Ja, auch Musical sind Kunst. Ebenso wie die Operetten des 19. Jahrhunderts zählen sie zu den Straßenfegern des Kulturbetriebs und was Johann Strauß und Julius Wilhelm damals waren, sind Andrew Lloyd Webber und Tim Rice heute. Von daher bitte ich die geneigte Leserschaft um Nachsicht ob der zu erwartenden historischen Unschärfen. Aber gerade in einer legendhaft zugespitzten, künstlerischen Betrachtungsweise offenbaren sich Parallelen in die Gegenwart oft viel deutlicher.


    Nimmt man nun also den Song "A new Argentina", in welchem die Musical-Evità die argentinischen Gewerkschaften mobilisiert, um die Freilassung Colonel Peróns und letztlich seine Machtergreifung zu erzwingen, so hört man im Refrain deutlich die suggestive Kraft der Masse. Die Arbeiter singen:
    "A new Argentina, the chains of the masses untied
    A new Argentina, the voice of the people
    Cannot be denied"
    Die sogenannten einfachen Leute werden nicht als Individuen sondern als gesichtslose Masse mit homogenen Bedürfnissen und Forderungen gesehen. Hier übrigens ebenso wie durchweg in allen sogenannten populistischen Bewegungen, von Julius Caesar bis Donald Trump . Schließlich sind die Machthaber für das Wohlergehen des ganzes Volkes verantwortlich und nichts hält ihnen so laut ihr vermeintliches oder tatsächliches Versagen entgegen als eine möglichst große Volksmenge, die lautstark um Brot bettelt. In einer solch prekären Situation ist der Wunsch nach möglichst schnellen, einfachen, am besten Ein-Mann-Lösungen menschlich verständlich. Die fiktive Evità singt:
    "There is only one man who can lead any workers' regime
    He lives for your problems, he shares your ideals and your dream
    He supports you, for he loves you
    Understands you, is one of you
    If not, how could he love me?
    Now I am a worker, I've suffered the way that you do 
    I've been unemployed, and I've starved and I've hated it too 
    But I found my salvation in Peron, may the nation 
    Let him save them as he saved me."
    Damit reiht sie Perón und sich in die Reihe der unzufriedenen Menschen ein. Mehr noch, sie stellt sich mit ihnen gleich, fordert sie auf, sich mit ihr, der Bewunderten zu identifizierten. Dieser Spagat zwischen Anbetung und (zur Schau gestellter?) Demut durchzieht das ganze Stück. Die geforderte Identifikation des Volkes und auch des Publikums mit Evita soll soweit gehen, dass sie Peron mit ihren Augen sehen. Weil er für Evita gut ist, muss er auch für Argentinien gut sein. Das funktioniert zwar nur auf einer emotionalen Basis und nur solange man die Gleichung Evita = jeder einzelne x-beliebige Argentinier akzeptiert, aber sei es drum.
    Auch Donald Trump hat sich in seinem Wahlkampf als Sprachrohr einer schweigenden, wenngleich unzufriedenen Mehrheit geriert. Auch mit ihm sollten sich der "einfache Mann", die "einfache Frau" identifizieren. Vielleicht waren auch seine entgleisten Sprüche einfach nur Taktik? Vielleicht sollten die sexistischen Sprüche eine kumpelhafte Nähe zu den sogenannten Stammtischbrüdern darstellen? Eine mentale Nähe quasi, da er finanziell in einer anderen Liga spielt? Womit er den Meisten fraglos fruchtbar unrecht tun würde. Aber zumindest das mit der Identifikation klappte in Trumps Wahlkampf wohl sehr gut. Trotz des finanziellen Abstands zum Großteil seiner Wählerschaft positionierte er sich in dermaßen großen Abstand zur jenen, die als Eliten wahrgenommen wurden und konnte sich so in die Reihen der Unzufriedenen aufgenommen werden. Das Bonmot "Das wird man doch noch sagen dürfen", das es inzwischen auch in Deutschland gibt, drückt die Unzufriedenheit vielleicht am besten aus. Dabei werden für die Unzufriedenheit mit der eigenen, individuellen Lebenssituation alle möglichen Gründe gesucht, am besten jene, die jenseits des unmittelbaren Einflussbereichs des Sprechers liegen. Weswegen für die Lösung dann ein sog. "starker Mann" gesucht wird. Im Musical und in real Argentinien war es Perón, bei den US-Präsidentschaftswahlen war es Trump, in Russland vertrauen immer mehr Menschen auf Putin. Und riecht das hier nicht auch stark nach der AfD?
    Und damit sind wir wieder bei der gesichtslosen Masse, die sich eine Galionsfigur sucht und hofft, durch diese selbst an die Macht zu kommen. Dass letztendlich nur die Galionsfigur die Macht mit den jetzt Mächtigen tauschen wird und die Masse an ihrem Platz verbleiben wird, das ist ihnen nicht bewusst. Und wird es auch bis zum Schluss nicht sein.

    Ein Lebensstand ändert sich

    Ben hat mir tatsächlich die Frage gestellt, die gemeinhin als die "Frage aller Fragen" bezeichnet wird. Gestern abend, nach unserem ersten gemeinsamen Jahr. Und wie er das gemacht hat; also da merkt man die angehende "Rampensau". Er ist schon ein bisschen verrückt, aber der liebste Verrückte, den ich kenne. Und wir können uns gegenseitig so gut ergänzen, dass die hl. Zélie doch ein gutes Augenmaß bewiesen hat, als sie uns einander zugeführt hat. Bei aller Gegensätzlichkeit.

    Montag, 5. Dezember 2016

    #gutmensch: Was ist gut?

    Seit einigen Tagen ist sie nun online, die Aktion #gutmensch. Das Erzbistum Köln und der Kölner Caritasverband möchten das Bewusststein dafür schärfen, wie sich ein Begriff verselbständigen und ins Gegenteil verkehren kann. Besonders seit der Flüchtlingskrise wurden Menschen als "Gutmenschen" tituliert, die sich bedingungslos den "refugees welcome" und "wir schaffen das" - Rufen anschlossen. Da diese Bezeichnungen meist von Gegnern der deutschen Flüchtlingspolitik kamen, waren damit die Atribute "naiv, dumm oder weltfremd" mit eingeschlossen, was natürlich einer Verunglimpfung hilfsbereiter Menschen gleichkommt. Das geht natürlich gar nicht. Engagement für andere ist erst mal per se gut!

    Gleichzeitig sollte ich vielleicht anmerken, dass in meiner Wahrnehmung das Wort "Gutmensch" erst dann mit einem negativen Unterton gebraucht wurde, wenn der Sprecher sich mit seinen Bedenken rund um die Flüchtlingsproblematik nicht ernst genommen oder in eine rechte Ecke gestellt fühlte. Wann haben wir eigentlich verlernt, Probleme kontrovers zu diskutieren, umbequeme Thesen stehen zu lassen ohne gleich contra personam zu gehen? Wenn in einem Diskurs eine bestimmte Denkrichtung als moralisch falsch diskreditiert wird, verunmöglicht man die ganze Diskussion. Wenn man ernsthaft Problemlösungen sucht, muss in einem Brainstorm Prozess erst mal alles gesagt werden dürfen. Das ist in den Think Tanks der freien Wirtschaft gang und gäbe und das hat die Philosophie im Land der Dichter und Denker erst groß gemacht.

    Es soll jetzt hier aber nicht um Relativierung oder Abschwächung von Verunglimpfung gehen. Sich für andere zu engagieren ohne die eigenen Interessen in den Vordergrund zu stellen ist einfach gut. Was mir bei dieser Aktion, bei der auch der Kölner Erzbischof das Wort #gutmensch (mit der Hashtag-Raute) auf den Boden sprüht, so sauer aufstößt, ist der Unterton moralischer Überlegenheit, mit der das Ganze daherkommt. Was meine ich damit? Ein Kurzvideo auf Facebook, in dem ein Kindererzieher vorgestellt wird, beginnt mit den Worten: "Hältst du mich für naiv? Findest du schlecht, was ich tue? Nerve ich dich damit?" Unterlegt sind diese Worte mit Bildern des Erziehers bei der Arbeit mit kleinen Kindern, also absoluten Sympathieträgern. Und dann sagt der junge Mann: "Dann ist es doch gar nicht schlecht, ein #gutmensch zu sein." Den Versuch, mit dieser Aktion die Deutungshoheit über den Begriff des Guten wiederzugewinnen, finde ich, zunächst einmal, wirklich gut. Leicht problematisch finde ich dagegen, die Art und Weise, wie das dargestellt wird, bzw. wie hier unterschwellig versucht wird, dem Betrachter oder Besucher der Website ein schlechtes Gewissen zu machen. Der leicht provokative Unterton des Slogans "Natürlich bin ich gut, Mensch" lässt im Umkehrschluss den Satz "Ich bin besser als du" mitschwingen. Die Organisatoren haben es sich mit der Auswahl der Testimonials auch etwas leicht gemacht. Sämtliche vorgestellten "Gutmenschen" kommen aus sozialen Berufen. Aber engagieren sich ein Erzieher oder eine Krankenschwester mehr für ihre Mitmenschen als z.B. ein Banker? Nach welchen Kriterien wurden die Berufe hier ausgesucht? Und wie kann man sicher sein, ob Menschen, die ihr Engagement nicht nach außen tragen, nicht doch im Stillen sehr hilfreich sind?

    In einer Kirche, die gerade ein Jubiläums- und Mottojahr zur Göttlichen Barmherzigkeit begangen hat, sollte nächstenliebendes Handeln selbstverständlich sein und nicht als Spielball gesellschaftspolitischer Diskussionen missbraucht werden. Und übrigens gäbe es mich und meinen Bruder nicht, wenn unsere Eltern keine #Gutmenschen gewesen wären!

    Freitag, 2. Dezember 2016

    Berufungsgeschichte von Pater Nikolaus Klemeyer LC

    Der Blogger von Herzen die sprechen wird Priester! Aus tiefgläubiger evangelischer Familie stammend, mit Respekt und wachsender Zuneigung für den katholischen Glauben aufwachsend, wird P. Nikolaus Klemeyer LC nun am 10. Dezember 2016 mit 35 Mitbrüdern zum Priester geweiht.

    >> Ich möchte die Berufungsgeschichte im Bremerkreis, in Norddeutschland, anfangen. Dort findet man den „Klemeyerhof“, einen wunderbaren alten Bauernhof im Besitz einer tief evangelisch-lutherischen Familie. Mein Großvater war evangelischer Pfarrer und deutscher Offizier. Aus Treue zu seiner Truppe ist er in die russische Gefangenschaft gegangen und dort geblieben. Ein Jahr nach Kriegsende starb er in einem sibirischen Kriegsgefangenenlager. Meine Großmutter hat als Kriegswitwe ihre drei Söhne allein im Umkreis von Göttingen großgezogen. Sie war tief religiös und noch tiefer evangelisch, so dass meine Mutter sie einmal spaßeshalber einen “evangelischen Kardinal” nannte. Sie war Mitbegründerin des Marburger Kreises –einer evangelischen Gebetsbewegung-, in dem sie über Jahrzehnte hauptamtlich mitarbeitete. Die Pastorentradition wurde durch den ältesten Bruder meines Vaters weitergeführt. Alle drei Brüder widmeten sich intensiv der klassischen Musik; mein Vater und der mittlere der drei Brüder auch beruflich. [...] <<

    Wer wissen möchte, wie aus einer so tief evangelischen Familie ein katholischer Priester kommen konnte, der lese die Berufungsgeschichte von P. Nikolaus und seiner Familie --> hier.

    Wer am 10.12.2016 nicht in Rom ist, kann auch via Livestream an der Priesterweihe teilnehmen. Zum Livestream geht es --> hier

    Gebetsmeinung des Heiligen Vaters für Dezember 2016


    Advent, Advent

    Gute Vorsätze gehören zum neuen Jahr wie Glühwein zum Christkindlesmarkt. Das gilt auch für Kirchenjahre und so ist der diesjährige Online-Adventskalender der katholischen Blogger ein willkommener Anlass für mich, meine gallopierende Faulheit zu bekämpfen. Am 13. Dezember werde ich meinen Teil zu diesem Gemeinschaftsprojekt beitragen, das inzwischen schon eine kleine Tradition ist.


    Also, klickt euch rein in den --> Blogoezese-Adventskalender 2016 und verpasst keinen Eintrag bis Heiligabend!