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In die Tiefe der Gottheit hinabsteigen

Herr, unser Gott, wie herrlich ist dein Name auf der Erde. Wir wollen einmal versuchen, in die Tiefe der Gottheit hinabzusteigen. An allen Festen feiern wir das Wirken Gottes in der Welt, heute aber den großen Gott selbst. Er, der mächtig und groß, den wir nicht begreifen können, wir wollen erstens seine Herrlichkeit betrachten, zweitens, er berief uns zu dieser Herrlichkeit, drittes, was schenken wir ihm. 1. Gott ist vor allem für Menschenaugen unbegreiflich (Joh 1,18). Keiner hat Gott gesehen, denn er wohnt in unzugänglichem Lichte (1 Tim 6,15), so dass wir ihn selbst im Himmel nicht begreifen können, weil unser Verstand endlich ist. Und doch ließ er machmal Menschen einen Blick tun in seine Herrlichkeit und ließ sie Strahlen schauen. (Offenb. 4,1 ff; Ez 1; Hiob) Strahlende Herrlichkeit umgibt Gott, die Engel und Heiligen jubeln ihm, so groß ist die Herrlichkeit, dass Isaias ausrief: "Weh mir!" (Jes 6). Er fürchtete, dass er sterben muß. 2.  Dieser herrliche, erhabene ...

Schönheit und Mannigfaltigkeit der katholischen Kirche

Wie es eine Polyphonie der Riten und Gebete gibt, gibt es verschiedene Verbände und Gemeinschaften, die alle ihre Berechtigung haben. Besonders bei Veranstaltungen wie dem zurückliegenden Kongress "Treffpunkt Weltkirche" war das wieder an der Vielzahl der Infostände wieder zu sehen. Und so schön solche Veranstaltungen sind - ich habe sie wirklich sehr genossen, die Vorträge, die Begegnungen, die hl. Messen! - eine unkende Frage treibt mich seitdem um: Besteht bei allem Gucken über den weltkirchlichen Tellerrand nicht die Gefahr eines ganz anderen "Einigelns"? Dass man sich lieber mit Menschen umgibt, deren Ansichten nicht allzusehr von den eigenen abweichen ist menschlich und auch ich entdecke eine instinktive Abwehrhaltung bei mir gegenüber bestimmten Gruppierungen, namentlich den "Drei-oder-Vier-Buchstaben-Verbänden" (ZDK, BDKJ u.ä.). Aber auch diese Bewegungen können doch im Kern ehrliche Absichten und Besorgnis um die Kirche haben. Vielleicht sind si...

Freuet euch! Ostergrüße von vor 80 Jahren

Und wieder eine Predigt aus dem kleinen schwarzen Buch von Kaplan Orgaß. Diesmal vom ersten Ostertage vor 80 Jahren. Dem Team von magnificata opera herzlich Vergelt's Gott für die Transkription! Freuet Euch und wiederum sage ich freuet euch! So ruft es der hl. Apostel Paulus den ersten Christen zu. Aber auch uns. Und wir haben wahrhaft allen Grund dazu. Denn Christus der gestorben war für uns ist auferstanden und strahlend steht er vor uns als unser König und Herr! Wohl wissen wir alle, daß Christus nur einmal gestorben ist am ersten Karfreitag vor 1900 Jahren. Aber doch feiert es die Kirche, als wäre es wirklich, damit wir das hl. Leben Christi immer mehr kennen lernen. So habt Ihr ja auch am Karfreitag Christus zu Grabe getragen und habt ihn im Grabe verehrt. Und gestern da habt ihr mit dem Priester den Auferstandenen wieder begrüßt und habt zum erstenmal wieder Alleluja gesungen. Und heute habt Ihr sein Kreuz als Siegeszeichen in der Prozession begleitet und seid mit ihm...

Aus dem Predigtbüchlein Josef Orgass' - Teil I

Wenn man sich mit der Vergangenheit beschäftigt, kann man auch immer wieder Neues lernen. Dass bereits weit vor den weltbekannten Weltjugendtagen des hl. Johannes Paul II der Palmsonntag besonders von den Pfarrjugenden gefeiert wurde, ist eine Erkenntnis aus dem kleinen schwarzen Buch von Josef Orgaß. Der 25jährige Kaplan muss es vor 80 Jahren bei sich getragen haben, um jeden Gedanken der ihm für die fälligen Sonntagspredigten, Katechesen und Ansprachen gekommen sein mag, zu notieren. Als sparsamer junger Mann hat er ziemlich eng geschrieben, um soviele Wörter wie möglich auf die kleinen Seiten zu bekommen. Wiederkehrende Wörter sind oftmals abgekürzt und manchen Passagen merkt man die Eile an, mit der sie skizziert wurden. Ohne die tatkräftige Unterstützung des Bloggerteams von magnificata opera - vielen Dank! - könnte ich immer noch nur über den Inhalt des Heftchens spekulieren. So wirken die entzifferten Zeilen genauso aktuell, klar und frisch, als wäre Kaplan Orgaß gerade erst vo...

Sacerdos in aeternum: Josef Orgaß

Der  Dezember ist ein beliebter Monat für Priesterweihen. So feierte Papst Franziskus am 13. Dezember 2014 den 45. Jahrestag dieses hehren Ereignisses. Für einen anderen Priester war es am 22.12.2014 genau 80 Jahre her, allerdings wird Josef Orgaß im Himmel feiern. Sein Leben umfasste beinahe das gesamte 20. Jahrhundert und er bewies, dass man auch in der Stille eines "ganz normalen Priesterlebens" nachhaltig wirken kann, wenn man dies in der Treue des Heiligen Geistes tut. Und schließlich ist es mir auch ein Bedürfnis, den Priester hinter jenem Mann zu würdigen, den ich als liebenswerten, weißhaarigen, Canasta-und-Klavier-spielenden Großonkel  kennen lernen durfte. Bestimmte Dinge, wie sein Engagement in einer Münsteraner Studentenverbindung oder die Tätigkeit als Seemannspastor 1935 sind bislang nicht bestätigt, auch wenn der Verdacht (durch Fotos, Anekdoten und Zeitungsausschnitte) schon recht nahe liegt.  Um diese Rohskizze zu einem dem Porträtierten würdigen Arti...

Christus, der König

Am Ende des Kirchenjahres feiern Katholiken heute den Christkönigsonntag, welchen Pius XI. (1922 - 1939) im Jahr 1925 zum Andenken an das 1.600jährige Jubiläum des Konzils von Nizäa (325) eingeführt hat. In Anbetracht der in Europa zerfallenden Monarchien bürstete der Papst bewusst gegen den Strich: Die Betonung des Königtums Christi in dieser Zeit hatte demonstrativen Charakter. (© Dr.theol. Manfred Becker-Huberti Info mit Dank von hier ) Passend dazu rief der junge Josef Orgaß 1935 von der Kanzel: Unser Hochw. Herr Bischof hat unserer Jugend eine Aufgabe gegeben zu einer starken Einheit und Geschlossenheit zu einer Pfarrjugend, gescharrt um Christus, den König der Jugend, zu werden. Die Aufgabe ist gestellt. Manche Schwierigkeiten werden zu überwinden sein. Aber der Bischof hat es gesagt und froh wollen wir die Arbeit beginnen. [...] (aus einer Predigt vom Passionssonntag 1935)

Klerusexperten aus Osnabrück gesucht

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In der Familie meiner Großmutter fanden sich einige "große Geister". Eigentlich wäre jeder einzelne der Familie Orgaß aus Hamburg wert, würdigend aus dem Dunkel geholt zu werden; ich möchte mich allerdings auf den Soldat und Dichter, Hermann Orgaß und seinen Bruder, H.H. Pfarrer Josef Orgaß beschränken. Ihn durfte ich als kleines Kind noch kennenlernen. Allerdings beschränken sich meine Erinnerungen auf einen liebenswerten, weißhaarigen, älteren Herrn, der noch mit weit über 80 Jahren Klavier und Canasta spielte. Und der es hasste, zu verlieren.  H.H. Pfarrer i.R. Josef Orgaß (*8.7.1910 +1.10.2001) Da ich gerade für ein Porträt  über Pfarrer Josef Orgaß und sein Leben, das fast das ganze 20. Jahrhundert abdeckt, recherchiere, wäre ich sehr dankbar für Informationen zu folgenden Thema: War er 1935 Seemannspastor in der Katholischen Seemannsmission "Stella Maris" in Hamburg? Zeitzeugen sagen ja, die offizielle Zählung der Seemannspastoren sagt nein. Am ...