Freitag, 25. Dezember 2015

Heute ist der Sohn Gottes geboren : Alles wird anders.

Der Retter der Welt kommt, um Anteil zu haben an unserer Menschennatur, wir sind nicht mehr allein und verlassen. Die Jungfrau bietet uns ihren Sohn dar als Anfang eines neuen Lebens. Das wahre Licht kommt, um unser oft in den Schatten der Sünde eingeschlossenes Leben zu erhellen. Heute entdecken wir von neuem, wer wir sind! In dieser Nacht wird uns der Weg aufgezeigt, der zurückzulegen ist, um ans Ziel zu gelangen. Jetzt müssen jede Angst und jeder Schrecken enden, denn das Licht weist uns den Weg nach Bethlehem. Wir dürfen nicht in Trägheit verharren. Es ist uns nicht gestattet, unbeweglich zu bleiben. Wir müssen aufbrechen, um unseren Retter zu sehen, der in eine Krippe gelegt ist. Und dies ist der Grund für den Jubel und die Freude: Dieses Kind ist für uns geboren, »ist uns geschenkt«, wie Jesaja ankündigt (vgl. 9,5). Einem Volk, das seit zweitausend Jahren überall in der Welt unterwegs ist, um jedem Menschen Anteil an dieser Freude zu geben, wird die Sendung übertragen, den „Friedensfürsten“ bekannt zu machen und sein wirksames Werkzeug inmitten der Nationen zu werden.

Wenn wir also von der Geburt Christi reden hören, wollen wir im Schweigen verharren und jenes Kind sprechen lassen; prägen wir seine Worte in unser Herz ein, ohne den Blick von seinem Antlitz abzuwenden. Wenn wir es in die Arme nehmen und uns von ihm umarmen lassen, wird es uns den Herzensfrieden geben, der niemals endet. Dieses Kind lehrt uns, was wirklich wesentlich ist in unserem Leben. [...]

In einer Gesellschaft, die oft trunken ist von Konsum und Vergnügung, von Überfluss und Luxus, von Augenschein und Eigenliebe, ruft er uns zu einem nüchtern-besonnenen, d.h. einfachen, ausgewogenen und gradlinigen Verhalten auf, das fähig ist, das Wesentliche zu erfassen und zu leben. In einer Welt, die allzu oft hart gegenüber dem Sünder ist und lässig-weich gegenüber der Sünde, ist es notwendig, einen starken Gerechtigkeitssinn zu pflegen und nach dem Willen Gottes zu suchen und ihn zu verwirklichen. In einer Kultur der Gleichgültigkeit, die am Ende nicht selten erbarmungslos ist, soll dagegen unser Lebensstil erfüllt sein von Erbarmen, Einfühlungsvermögen, Mitleid und Barmherzigkeit – Haltungen, die jeden Tag aus dem Brunnen des Gebetes geschöpft werden müssen.



(aus der Homelie von Papst Franziskus
in der Christmette am 24.12.2015)

Dienstag, 22. Dezember 2015

Du König der ganzen Welt!


O König und Ersehnter der Völker,
Du Eckstein, der Du aus zweien eine Einheit schaffst.
Komm und erlöse den Menschen, den Du aus Erde gebildet.

Montag, 21. Dezember 2015

O Morgenstern!


O Morgenstern,
Glanz des ewigen Lichtes und Sonne der Gerechtigkeit.
Komm und erleuchte jene, die in Finsternis und Todesschatten sitzen

Sonntag, 20. Dezember 2015

O Clavis David (2015)


O Schlüssel Davids und Zepter des Hauses Israel,
was Du öffnest, kann niemand schließen;
was Du verschließest, kann niemand öffnen.
Komm und führe den Gefesselten aus der Enge des Kerkers,
wo er in Finsternis und Todesschatten sitzt.

Samstag, 19. Dezember 2015

O Radix Jesse (2015)


O Wurzel Jesse
Du bist zum Zeichen gesetzt über die Völker,
vor Dir werden Könige ihren Mund verschließen und Völker zu Dir beten.
Komm, uns zu befreien, säume nicht länger.

Benjamin

Ich schrieb vor einiger Zeit,  dass ich da ein Menschenkind kenne, dem ich von Herzen gut bin. Dieses Menschenkind hört auf den Namen Benjamin. Ich finde, es ist eine wunderschöne Sache, nach dem jüngsten Sohn Jakobs benannt zu sein. Über den biblischen Benjamin ist nicht allzu viel bekannt, außer dass ihn seine Brüder als Faustpfand in Ägypten lassen mussten und dass er einen der 12. Stämme Israels begründete. Hier geht's auch eher um seinen Namensvetter in meinem Leben. "Sohn des Glücks" bedeutet der Name. Aber eigentlich bin ich die Glückliche, weil er mich gesehen hat, eine unter Tausenden. Auch auf diese Art kann man also erwählt sein. Ich danke dem Herrgott täglich, dass er unsere Wege sich kreuzen ließ. Er wird uns auch weiter führen.
#bloggerinlove

Freitag, 18. Dezember 2015

O Adonai (2015)


O Herr und Führer des Hauses Israel,
Du bist dem Moses in den Flammen des brennenden Dornbusches erschienen
und hast ihm auf Sinai das Gesetz gegeben.
Komm, strecke Deinen Arm aus, uns zu erlösen.

Donnerstag, 17. Dezember 2015

O Sapientia (2015)



O Weisheit,
Du bist aus dem Munde des Allerhöchsten hervorgegangen,
umfassest alles von einem Ende zum andern
und ordnest es machtvoll und sanft.
Komm, uns den Weg der Klugheit zu lehren.
________________________
*Dieses und die folgenden O-Antiphonen werden gesungen von
Dominikanerstudenten aus Oxford, England.

Herzlichen Glückwunsch zum 79. Geburtstag, Papst Franziskus!


Montag, 14. Dezember 2015

B wie Barmherzigkeit

>>Das Wort „Barmherzigkeit“ist eine Lehnübersetzung des lateinischen „misericordia“, das aus zwei Begriffen zusammengesetzt ist: miseria = Elend und cors = Herz. Das Herz bezeichnet die Fähigkeit zu lieben; die Barmherzigkeit ist die Liebe, die das Elend des Menschen umgreift. Es ist eine Liebe, die unsere Bedürftigkeit und Ärmlichkeit „mitfühlt“, als sei sie die eigene, um uns aus ihr zu befreien. »Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns [zuerst] geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat« (1 Joh 4,10). »Das Wort ist Fleisch geworden (Joh 1,14)« – auch am Gnostizismus hat Gott kein Gefallen – und wollte all unsere Gebrechlichkeiten mit uns teilen. Gott wollte unseren menschlichen Zustand erfahren bis zu dem Punkt, am Kreuz alles Leid des menschlichen Lebens auf sich zu nehmen. Das ist der Abgrund seines Mitleids und seiner Barmherzigkeit: ein Sich-Entäußern um zum Gefährten und Diener der verwundeten Menschheit zu werden. Keine Sünde kann seine barmherzige Nähe zunichte machen, noch ihn daran hindern, seine Gnade für die Umkehr wirken zu lassen, vorausgesetzt, dass wir sie erbitten. Ja, die Sünde selbst lässt die Liebe Gottes des Vaters noch stärker erstrahlen: Um den Knecht zu erlösen, hat er seinen Sohn hingegeben. Diese Barmherzigkeit Gottes kommt zu uns mit der Gabe des Heiligen Geistes, der in der Taufe das neue Leben seiner Jünger möglich macht, es hervorbringt und nährt. So groß und schwer die Sünden der Welt auch sein mögen – der Heilige Geist, der das Angesicht der Erde erneuert, ermöglicht das Wunder eines menschlicheren Lebens voller Freude und Hoffnung.<<

Sonntag, 13. Dezember 2015

Chiara und Enrico: Eine Liebe für die Ewigkeit

Alles annehmen, was aus Gottes Hand kommt. Chiara Corbella Petrillo tat dies und noch viel mehr mit einem Lächeln. Geboren 1984, im selben Jahr wie meine Wenigkeit, gehörte sie zur "Generation Weltjugendtag". Eine junge Frau, aufgewachsen in Italien, katholisch sozialisiert, auf den ersten Blick eine unter Tausenden. Und doch bekamen die Menschen bei ihrer Beerdigung eine Ahnung vom Himmel. Heute noch haben ihre Freunde Sternchen in den Augen, wenn sie von Chiara erzählen. Von ihrer Freude, ihrem Lachen und ihrer inneren Stärke. Ihr Ehemann Enrico spricht von einer "Liebesgeschichte am Kreuz".

Die Geschichte beginnt in einer Pilgergaststätte in Medjugorje, sie ist 18, er 23 Jahre alt. Auf den ersten Blick klingt es nach Hollywood, Liebe auf den Blick, jung, gläubig und verliebt. Natürlich verlief auch diese Beziehung nicht geradelinig, welche Liebesgeschichte tut das schon. Mehrere Male trennten sie sich, beschlossen jedoch nach einer gemeinsamen Pilgerfahrt nach Assisi, ihren Lebensweg gemeinsam und mit Gott weiterzugehen. 2008 heirateten sie und als Chiara bald darauf schwanger wurde, schien das Glück perfekt.

Aber die Erde ist kein Paradies mehr und als bei einer routinemäßigen Ultraschalluntersuchung eine schwere Fehlbildung des ungeborenen Mädchens festgestellt wurde, mussten Chiara und Enrico sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass ihrem Kind womöglich nur wenige Tage auf Erden vergönnt sein würden. Wohlmeinende Mitmenschen schlugen ihnen auch eine Abtreibung vor, mit der Nonchalance jener Kultur des Todes, welche Menschen mit Krankheiten oder Behinderungen heute gerne ganz vermeiden würde. Die kleine Maria lebte nur 30 Minuten, ebenso, wie kurz darauf, ihr Bruder Davide. Auch bei ihm fehlten bereits im Mutterleib lebenswichtige Organe, auch ihn trug Chiara mit der gleichen Liebe 9 Monate unter dem Herzen, ließ ihn auf die Welt kommen und legte ihn voller Vertrauen in die "Arme des himmlischen Vaters zurück". Später einmal sollte Enrico sagen, dass Chiara und er von ihren Kindern gelernt hätten, "dass es keinen Unterschied gebe zwischen einem Leben, welches 30 Minuten oder welches 100 Jahre dauere." Im Jahr 2010 wurde Chiara zum dritten Mal schwanger und die Ärzte sagten, das Kind entwickle sich diesmal normal. Kurz darauf wurde bei ihr ein aggressiver Tumor diagnostiziert und man riet zu einer Therapie, welche ein Risiko für die Schwangerschaft bedeutet hätte. Wie Gianna Beretta Molla entschied sich auch Chiara dafür, ihr Baby zu schützen und verschob die Therapie auf die Zeit nach der Geburt. Der kleine Francesco wurde im Mai 2011 geboren. Sie genossen die Zeit mit ihrem neugeborenen Sohn, ein kurzes, geliehenes Glück. Der Tumor stellte sich als bösartig heraus, breitete sich von der Zunge über den Nacken bis zum Auge aus. Man sieht Chiara auf Fotos fast nur mit einer Augenklappe, die jedoch dem Strahlen in ihrem lachenden Gesicht keinen Abbruch tut. „Es war wundervoll, zu entdecken, dass unsere Liebe angesichts der Probleme mehr und mehr wuchs", sagte Enrico über jene Zeit, „wir wuchsen mehr und mehr in der Liebe zueinander und zu Jesus." Wie viel Wärme und Reife spricht aus solchen Worten! Wie nah sie Jesus in wenigen Monaten gekommen sein muss, denn als ihr Mann sie einmal fragte, "ob dieses Kreuz tatsächlich so süß sei, wie der Herr sagt" (er hatte sie ihm Rollstuhl in die Krankenhauskapelle vor das Allerheiligste geschoben), da antwortete Chiara mit einem Lächeln: "ja, es ist unendlich süß."

Am 13. Juni 2012 starb Chiara Corbella Petrillo; ihr Mann und ihre Freunde bezeichnen jenen Tag mit der Zuversicht gläubiger Menschen als ihren Geburtstag zum Himmel. In einem Brief an ihren kleinen Sohn verabschiedete sie sich mit den Worten: "Ich gehe in den Himmel, um mich um deine Geschwister zu kümmern. Du bleibst hier bei Papa." Bei der Trauerfeier in einem Vorort von Rom drängten sich hunderte Menschen in der Kirche. Sie alle waren gekommen um eine Messe zu erleben, die so ganz anders war als es Trauerfeiern normalerweise sind: niemand war schwarz gekleidet, die zelebrierenden Priester trugen weiße Messgewände und Chiara wurde in ihrem Brautkleid bestattet. Auch die Gebete und Lieder waren dieselben wie auf der Hochzeit, Enrico sang sogar das Lied, welches er vier Jahre zuvor für seine Braut geschrieben hatte. Die Familie habe gesehen, so Enrico weiter, "dass Chiara nicht friedlich, aber fröhlich starb, was ein totaler Unterschied sei. Wenn sein Sohn heranwachse, werde er ihm erklären, "wie schön es sei, sich von Gott lieben zu lassen, denn wenn man sich geliebt fühlt, kann man alles tun". "Das Wichtigste im Leben ist: sich lieben zu lassen, um zu lieben und um fröhlich zu sterben".

Samstag, 12. Dezember 2015

Was wäre gewesen, wenn der hl. Josef bereits facebook gehabt hätte?

Andrea Doria, ein Gnadenbild und unverhoffte Rettung

Türchen 12 des
Blogoezese-Adventskalender
>> Die Schlacht vor Lepanto war schon so gut wie verloren, die Flotte war direkt in eine Falle gesegelt, sie war klar unterlegen und der Wind stand auch noch gegen sie; das Flaggschiff des Oberkommandos war bereits geentert. Da stürzte Giovanni Andrea Doria (der Kommandant der genuesischen Streitkräfte) unter Deck und warf sich vor einem neuen Gnadenbild Marias nieder. Nur die Königin des Himmels könne ihm jetzt noch helfen, flehte er, wenn nicht alles verloren sein sollte. Wenn ihr die Christenheit noch irgendwie lieb und teuer war. Unter Tränen rief der junge Condottiere die fremde Jungfrau mit dem Kreuzmedaillon an. Es war die erste Kopie der Morenita in Europa, es war Maria von Guadalupe. <<

So beschreibt Paul Badde in seinem Buch über die Jungfrau von Guadalupe jene Begebenheit bei der Seeschlacht von Lepanto, als ein überraschend auftretender Wind die türkische Flotte auseinander trieb und damit die Schlacht zugunsten der Heiligen Liga entschied. Die christlichen Ritter schrieben diese unverhoffte Rettung jenem neuen Gnadenbild zu, dass wenige Jahre zuvor bereits die Völker der "neuen Welt" zu Jesus geführt hatte. Heute kann "Lepanto" stellvertretend für alle Konflikte stehen, in denen Christen und Muslime einander feindlich gegenüber stehen. Natürlich ist die Religion hier nur ein Aspekt, meistens geht es auch um geopolitische und wirtschaftliche Interessen. Viel wichtiger als die Schlacht an sich finde ich daher, wie eindrucksvoll sich hier wieder die Macht des Gebets zeigt. 1571 versammelten sich die Menschen zu Gebetsgruppen und Rosenkranzumzügen, statt mit Stammtischparolen um sich zu werfen. Gottvertrauen heißt ja nicht, gar nichts zu tun. Was die Ritterheere und Flotten des 16. Jahrhunderts waren, sind heute die Peschmerga, YPG, die syrischen, russischen und französischen Streitkräfte. Von hier aus können wir beten (und Initiativen wie die Peacemaker Tour finanziell unterstützen) und wenn wir da nur halb soviel Vertrauen und Glauben aufbringen wie Giovanni Andrea Doria, kann auch in unseren Tagen "Friede auf Erden" werden.

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Ein Völkermord und die Welt schaut zu

Bei den letzten Jeziden im Shingal - Gebirge im Irak. 
Was ist die Schuld dieser Frauen und Kinder? 
Und wieso schaut die Welt bei diesem Schlachten zu?

Sonntag, 6. Dezember 2015

Simon Jacob und der echte Nikolaus

Eine der ersten Etappen der Peacemaker Tour in der Türkei war Demre, das frühere Myra und natürlich dreht sich in diesem Eintrag von Simons Reisetagebuch alles um den hl. Bischof Nikolaus.
Nikolaus wirkte im 4. Jahrhundert als Bischof in Myra, Region Lykien. Damals noch Teil des römischen, später des byzantinischen Reiches. Ihm wurden viele Wunder nachgesagt. Im Besonderen faszinierte mich die Geschichte, in der es um einen verarmten Familienvater ging, der seine drei Töchter in die Prostitution schicken wollte. Er konnte sie aufgrund der fehlenden Mitgift nicht verheiraten. Nikolaus, Erbe eines größeren Vermögens und noch nicht zum Bischof geweiht, entschied sich heimlich auszuhelfen und rettete dadurch die drei Töchter vor einem Schicksal, in das heute, gerade aufgrund des Elends und der Flüchtlingsströme dieser Welt, besonders viele Frauen und auch Kinder getrieben werden. Auf meiner Reise habe ich z.B. erfahren, dass junge Frauen beim Versuch nach Europa zu gelangen, verschleppt werden und für ca. 1000 US $ die Besitzer wechseln, die sie dann zur Prostitution zwingen. 
Ich versuche den Gedanken und die Erfahrungen der letzten Jahre, besonders im Zusammenhang mit Entführungen von kleinen Mädchen im Irak durch sunnitische Extremisten, wieder abzuschütteln. Konzentriert auf die spirituelle Atmosphäre dieses wundervollen Ortes, der einst eine Kirche war und jetzt ein Museum ist, betrachte ich das alte Gemäuer und die wunderbaren Fresken. Das Licht strahlt nur karg in den Innenraum. Und doch breitet sich an diesem sakralen Ort eine Art strahlende Stille aus. Im großen Innenschiff angekommen war ich überrascht, als ich plötzlich einen jungen Mann erblickte, der auf dem Boden kniete und ganz in sich vertieft, er bemerkte noch nicht einmal meine Anwesenheit, in tiefer Demut betete. Wieder ertappte ich mich dabei, wie meine Gedanken an den Mann mit dem roten Anzug und dem weißen Bart schweiften. Das Bild dessen was wir heute vom Bischof dieser altehrwürdigen Stadt haben, ist das Gegenteil von dem, was der auf dem uralten Boden dieser ehemaligen Kirche kniende junge Mann sich vorzustellen vermag.Nämlich Demut vor denen, die Wunder gewirkt haben um im menschlichen Dasein jenen zu helfen, die nichts haben. Sicherlich jedoch nicht um die zu überhäufen, die in einer konsumorientierten Welt bereits mehr als genug haben und nicht mehr benötigen. [...]
***
Ihr könnt helfen, den Finanzierungsbedarf des ganzen Peacemaker Projekts
von 30.000 € zu decken. Richtet doch eure Weihnachtsspende an: 
Simon Jacob – Projekt: Peacemaker 2015
IBAN: DE11 7205 0000 0001 5506 31
BIC: AUGSDE77XXX

Freitag, 4. Dezember 2015

Entweltlichung, die Zweite

Auf der anderen Seite ist aber gerade in traditionell katholischen Gebieten ein sehr starker Rückgang des sonntäglichen Gottesdienstbesuchs und des sakramentalen Lebens zu verzeichnen. Wo in den Sechziger Jahren noch weiträumig fast jeder zweite Gläubige regelmäßig sonntags zu heiligen Messe ging, sind es heute vielfach weniger als 10%. Die Sakramente werden immer weniger in Anspruch genommen. Die Beichte ist vielfach verschwunden. Immer weniger Katholiken lassen sich firmen oder gehen das Sakrament der Ehe ein. Die Zahl der Berufungen für den Dienst des Priesters und für das gottgeweihte Leben haben drastisch abgenommen. Angesichts dieser Tatsachen ist wirklich von einer Erosion des katholischen Glaubens in Deutschland zu sprechen [...]Es werden immer neue Strukturen geschaffen, für die eigentlich die Gläubigen fehlen. Es handelt sich um eine Art neuer Pelagianismus, der dazu führt, unser Vertrauen auf die Verwaltung zu setzen, auf den perfekten Apparat. Eine übertriebene Zentralisierung kompliziert aber das Leben der Kirche und ihre missionarische Dynamik, anstatt ihr zu helfen.  
Sehr scharfsinnige und sachkundige Analyse der deutschen Situation durch den Heiligen Vater. Hat er sich da Rat beim Emeritus geholt? Wir erinnern uns, als Benedikt XVI 2011 im Konzerthaus zu Freiburg eine "mutige Entweltlichung" anregte, waren die deutschen Bischöfe besonders damit beschäftigt, zu versichern, damit seien auf keinen Fall die Kirchensteuer oder die Strukturen der DBK mit ihren vielfältigen Beteiligungen gemeint. Nun hat es also auch Papst Franziskus gesagt. An dem können sie nicht so ohne weiteres vorbei, denn seit der jüngsten Papstwahl "ist es wieder eine Freude, katholisch zu sein", wie ein inzwischen emeritierter Bischof direkt nach der Amtseinführung von Franziskus verlauten ließ.  Was machen unsere Oberhirten also daraus? Was sagt z.B. Kardinal Marx zu dieser "päpstlichen Watsch'n"?
Da sind Punkte dabei, die die gesamte Kirche im Westen betreffen, ich würde sogar sagen weltweit. Der Papst spricht damit nichts Neues an, mit diesen Fragen beschäftigen wir uns als Bischofskonferenz seit Jahren intensiv. Aber Franziskus greift sie ausdrücklich auf, mahnt uns, sie nicht zu vergessen, auch wenn die Antwort keinesfalls einfach ist.
Übersetzt heißt das wohl soviel wie "Kennen wir alles schon, ist nichts neues dabei, wir reden drüber." Irgendwie muss ich mich da sehr zusammenreißen, um nicht der Resignation zu verfallen, die Papst Franziskus in derselben Ansprache vom 20.11.2015 angeprangert hat. Oder um frei mit Goethe zu sprechen "... allein mit fehlt der Glaube". Nicht der Glaube in den Herrgott, bewahre, aber doch der in tatsächliche Veränderungen der saturierten, de-facto-Staatskirche in Deutschland. Dabei soll doch gerade der Advent die Zeit der Erneuerung sein, die Zeit, in der alte Fesseln abgeworfen werden und frei und froh auf IHN geschaut wird. Auf IHN, unseren Herrn und Gott, der das Universum erschaffen hat und sich trotzdem nicht zu fein war, sich als kleines, hilfloses Kind zu inkarnieren, damit es wieder einen Weg zurück in die Herrlichkeit gibt.
Natürlich haben Geld und Strukturen insoweit Sinn, wenn sie dem Zweck der Hilfe für die Armen dienen, da hat Björn Odenthal in seinem vielgescholtenem Standpunkt wenigstens zum Teil recht. Auch Bewegungen, die in großer Einfachheit und Frische begonnen haben, brauchen einen gewissen institutionellen Rahmen, um wirksamer zu sein. Das hat man an den Bettelorden im Mittelalter gesehen und das sieht man heute an vielen geistlichen Gemeinschaften. Aber dort werden die Statuten und Strukturen so gebaut, dass sie dem Charisma dienlich sind und werden auch hinterfragt. Aber Apparate um der Apparate willen zu erhalten, geht nie gut, wie man an der distanzierten Haltung vieler Bürger zu den Einrichtungen der Europäischen Union sehen kann. "Mit Apparatschiks kann sich eben niemand identifizieren", sagte kein anderer als der große Otto von Habsburg. Das gilt auch für die zentral organisierten katholischen Laien des öffentlichen Lebens (vulgo ZDK), die selbst in postmodernen Zeiten repräsentativ für die Mehrheit der Katholiken in Deutschland sein wollen. Das wäre ja nur halb so ärgerlich, wenn sie nicht mehr oder regelmäßig Statements abgeben würden, die eher der Politik entlehnt sind, als dass sie tatsächlich was mit Jesus (dem echten, tatsächlichen Sohn Gottes, nicht dem Hippie-Jesus einiger!) und dem Glauben an IHN und seine Kirche zu tun haben. Und dann dieses Taktieren um die Deutungshoheit. Schrecklich. Dabei geht soviel Potential verloren!
Da sagt z.B. Papst Franziskus, dass "Die Kirche nie müde werden [darf], Anwältin des Lebens zu sein, und keine Abstriche darin machen [darf], dass das menschliche Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod uneingeschränkt zu schützen." Dann berichtet kath.net, dass der neue Vorsitzende des ZDK die umstrittene Organisation Donum Vitae unterstützt, die genau dieses ungeborene Leben nicht schützen und Andreas Püttmann beschuldigt kath.net des "Pippi-Langstrumpf-Katholizismus". Leute! Wie wäre es, wenn wir in dem gerade begonnenen Kirchenjahr diese Gezanke sein lassen und tatsächlich nach Gottes Wort handelten? Das wäre doch mal angewandte Barmherzigkeit!

Kolping zur Ehe

Unser Herrgott aber hat den heiligen Ehestand von Anfang an nicht zu einem Bußwerk bestimmt; wenn er es doch wird, dann hat der törichte Mensch ihn selbst dazu gemacht.

(Adolph Kolping, 1857)

Allen Barbaras zum Namenstag!

Seitenaltar in der Kirche St. Barbara, Tiefenbach
Foto: privat

Herzliche Namenstagsgrüße an alle Barbaras, insbesondere in Richtung des Nacht(b)reviers mit diesen Bildchen der kleinen Kirche St. Barbara in Tiefenbach bei Oberstdorf.
Fresko an der Kirche St. Barbara, Tiefenbach.
Foto: privat


Donnerstag, 3. Dezember 2015

Exotische Besucher

Was will denn einer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten bei mir? Oder aus Russland, wo wir schon dabei sind. Egal, herzlich willkommen!
Auszug aus Blogstatistik, Stand 17:44 Uhr, 3.12.2015

Der Papst und die Kondome

Sie können es einfach nicht lassen. Es scheint da so einen inneren Zwang zu geben, der Journalisten  dazu bringt, sofort das K-Wort in den Mund zu nehmen, sobald nur die Wörter "Papst" und "Afrika" im Raum stehen. Als ob dazu nicht schon alles gesagt wäre, von jedem Papst, seitdem HIV zum weltweiten Problem wurde. Und als ob die Menschheit keine größeren Probleme kenne, als dieses Stückchen Gummi. Entsprechend ungehalten ranzt Franziskus dann auch bei der fliegenden Pressekonferenz auf dem Rückflug vom afrikanischen Kontinent: "Diese Frage scheint mir zu eng gestellt, und es scheint eine partielle Frage zu sein. Ja, es [die Verwendung von Kondomen] ist eine der Methoden. Die Morallehre der Kirche steht in dieser Frage vor einer Perplexität: was ist mit dem fünften oder sechsten Gebot? Das Leben verteidigen, dass sexuelle Beziehungen offen sind für das Leben...aber das ist alles nicht das Problem." 
Und weiter unten führt dann noch aus: "Mangelernährung, die Entwicklung der Person, Ausbeutung, Zwangsarbeit, der Mangel an Trinkwasser: Das sind die Probleme. Lasst uns nicht darüber reden, ob jemand dieses oder jenes Pflaster für eine kleine Wunde verwenden kann. Die ernste Wunde ist soziale Ungerechtigkeit, ökologische Ungerechtigkeit, Ungerechtigkeit die...ich mag es nicht, über solche Fallbeispiele nachzudenken, wenn Menschen durch einen Mangel an Trinkwasser sterben, an Hunger, Umweltschäden." Ich kann ihn dabei buchstäblich genervt die Augen rollen sehen. Touché, Heiliger Vater! 


Vom Ich zum Du

"Wieder mehr vom Ich weg, hin zum Du denken. Weniger auf mich selbst, mehr auf Gott schauen."
(Rat aus der letzten Beichte)

Die Dichterin, der Großonkel und ich

Eigentlich hat alles mit diesem Zettel angefangen. Ich war in den Schulferien bei meiner Großmutter zu Besuch und habe ein bisschen in ihren Sachen gekramt, alte Bücher, alte Fotos usw angeguckt. Zu beinahe jedem Stück wusste meine Großmutter spannende Geschichten zu erzählen. Zu hören, wie es früher zuging, als meine Mutter noch klein war, war von jeher mein liebster Zeitvertreib. Ich saß also im Zimmer meiner Großmutter und flippte durch einen Stapel alter Karten und Briefe. Dabei stieß ich mit einem Mal auf eine Unterschrift mit einem bekannten Namen. Ein sehr bekannter Name, den ich allerdings nie in unserem familiären Umfeld vermutet hätte: Gertrud von le Fort. Für alle die sie nicht kennen, kommt hier ein kurzer biografischer Einschub:
Gertrud Freiin von le Fort, geboren 1876 in Minden und aufgewachsen auf dem Gut ihres Vaters in Mecklenburg und gestorben 1971 in einer Etagenwohnung in Oberstdorf, war eine der bekanntesten Dichterinnen deutscher Zunge in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Heute zu unrecht vergessen, galt sie mit ihrer hohen Sprache als Vertreterin der sog. "inneren Emigration" während der NS-Diktatur. Zu ihren bekanntesten Werken zählen der Gedichtezyklus "Hymnen an die Kirche" und die Romane "Das Schweißtuch der Veronika" und "Die Letzte am Schafott". Die letzten 30 Jahre ihres Lebens verbrachte Gertrud von le Fort in Oberstdorf. Das dortige Gymnasium ist ihr zu Ehren benannt, als einzige Schule in Deutschland. 
Als Schülerin dieses Gymnasiums war mir der Name der Dichterin vertraut, wenn auch nicht ihr Werk. Ich wusste nur, dass sie zu ihren Lebzeiten sogar für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen wurde.
Wie aber kam nun ihre Unterschrift unter einen Brief im Besitz meiner Großmutter? Auch die Adressatin, ein gewisses Fräulein Sazawsky, war mir bis dahin unbekannt. In dem Briefchen wird der Tod eines jungen Mannes betrauert, der mit jenem Fräulein Sazawsky verlobt war. Auf Nachfrage berichtete meine Großmutter, dass Fräulein Sazawsky mit Vornamen Bertl hieß und und mit ihrem Bruder, also meinem Großonkel, Hermann zunächst befreundet, dann verlobt war. Eine andere Großtante erzählte, dass ihre Mutter sie einmal quer durch Norddeutschland schickte, um als "Anstandswauwau" bei einem Besuch von Bertl bei Hermann dabei zu sein. Und wieder eine Großtante erzählte davon, wie er ihr als Kind an den Zöpfe gezogen hatte. Auf Fotos aus jener Zeit sieht das allerdings anders aus; man sieht zwar deutlich, dass er den Schalk im Nacken hatte, er war aber auch ein sehr liebevoller großer oder kleiner Bruder, je nachdem welche seiner Schwestern ich gefragt hab. Im Gegenzug zur damals allgegenwärtigen Hitlerjugend, waren die Geschwister geprägt von der katholischen Jugendbewegung. Ein gelebtes Glaubensleben immunisiert wohl gegen Ideologien jeder Art, wie das Verhalten dieser und anderer katholischer Familien während der NS-Zeit beweist. Nicht Wenige mussten mit Haft oder Tod für ihre aufrechte Gesinnung zahlen. Dass es auch einen "Fall Orgaß" gab, indem es um eine Anklage wegen "religiöser, staatsfeindlicher Äußerungen" ging, die Großonkel Hermann getätigt haben soll, machte mich erst recht neugierig auf diesen Mann und sein Schicksal.
Meine schriftlichen Annäherungen an die Person Hermann Orgaß und seine Beziehung zu Gertrud von le Fort findet ihr --> hier und -->hier

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Bloggertreffen 2015: Es ist zwar schon alles gesagt, nur nicht von allen.

Das Bloggertreffen 2015 war zwar nicht das erste Treffen seiner Art, aber das erste Mal nicht institutionell organisiert. Die Organisiation hatte dankenswerterweise der liebe Peter Winnemöller übernommen und anscheinend waren die Blogger doch so handzahm, dass er sich auch die Vorbereitung für das Treffen im Jahr 2016 zutraut.

Dieses Jahr konnten die Blogger ihre Themen selbst bestimmen. Rund um die Begriffe "Professionalität" und "Relevanz" wurde darüber gesprochen, warum überhaupt Blogs geführt werden und was damit bezweckt wird, wie Zugriffszahlen gesteigert werden können und wie man sich on- und offline besser vernetzen kann. Letzteres gilt sowohl für den Kontakt der Blogger untereinander, als auch mit offiziellen kirchlichen Stellen. Nach wie vor genießen die katholischen Blogs dort nämlich noch so etwas wie "Exotenstatus": Sie werden bestaunt, ungläubig bis skeptisch betrachtet oder abgetan, wie das Bonmot der "Verblödung" des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz veranschaulicht, das natürlich ebenfalls zitiert wurde; nach Bloggerart aber eher mit einem ironischen Schmunzeln. So wurde auch in den Tagen vom 13. bis 15. November 2015 deutlich, dass die Art, wie man sich wahrnimmt sehr unterschiedlich sein kann: Offizielle Stellen der Katholischen Kirche in Deutschland nehmen privat geführte Internetseiten, in denen auch von katholischen Dingen die Rede ist, als monolithischen "Block" (Achtung, Wortspiel!) wahr, konservativ bis traditionalistisch (was auch immer das heißen soll) und stets in Opposition gegen die Bischöfe. Tatsächlich sind aber die Gründe, welche die meisten Teilnehmer des Treffens im Kardinal-Hengsbach-Haus zu den Tasten treibt, so vielfältig wie die Leute selber sind. Manches schreibt man, um es selber für sich zu sortieren, manchmal hat man ein Zitat, was man mit der Welt da draussen teilen will und manchmal hat man tatsächlich eine Meinung - nämlich seine eigene - zu aktuellen Geschehnissen in Kirche und Welt. Katholisch werden die Blogs dadurch, dass der katholische Glaube den Schreibern sehr wichtig ist, sonst könnten sie ja auch über Eichhörnchen, Katzen, Handarbeiten oder Essen schreiben (was manche auch tun).

So unterschiedlich, ja individuell die Blogger an sich sind, so unterschiedlich ist der Anspruch an Reichweite und Wirkung des eigenen Blogs. Gewiss, in jedem von uns schlummert auch ein klein wenig Eitelkeit, die geschmeichelt ist, wenn man "da draußen" gelesen wird. Und natürlich wäre es auch schön, zu wissen, dass eigene Artikel in dem einen oder anderen Leser etwas auslösen, ihn zum nachdenken bringen, ja vielleicht gar ein Auslöser für eine Kon- bzw. Reversion zum Glauben sein können. Aber kann dies wirklich unser erster Anspruch sein? Mir persönlich reicht es völlig, mit Hilfe der Tastatur einige Dinge die so um mich her passieren, zu sortieren, mir über einiges klar zu werden oder auch einfach nur Dinge in die virtuelle Welt zu tragen, die mir besonders gefallen. In diesem Zusammenhang hat mir besonders die Ermutigung von Klaus Kelle gefallen, der als "Medienprofi" eingeladen war, um darüber zu sprechen wie man auch als Hobbyblogger sein Schreiben professionalisieren kann. Klaus Kelle sagte, dass jeder Blogger eine Nische hat, ob thematisch oder stilistisch und diese Nische darf er ohne Angst verteidigen, indem er einfach mutig drauflos schreibt. In diesem Sinne bedanke ich einmal bei allen Lesern, bleibt mir gewogen, in dieser Art wird's hier weitergehen.

Adventskalender der Blogger

Abgesehen davon, dass es bei den jährlichen Bloggertreffen spannend ist, die Schreiber hinter den Tastaturen kennen zu lernen, kommen dabei regelmäßig schöne Gemeinschaftsaktionen heraus. Der "Blogoezesane Adventskalender" ist eine davon. Jedes Jahr fällt wenige Tage vor dem neuen Kirchenjahr einem treuen Blogger ein, dass man doch auch dieses Jahr wieder einen virtuellen Adventskalender anbieten könnte, dann trommelt er (oder sie) auf allen social media - Kanälen und unversehens kommen 24 katholische Blogger (nicht jedes Jahr dieselben, selbstverständlich) aus ihren Löchern gekrochen und erklären sich bereit, jeweils einen Beitrag pro Tag des kommenden Advent zu schreiben. Als kleine Lesehilfe wird das Ganze dann noch formschön an einem Ort zusammengefasst bzw. verlinkt und das Internet ist um einen schöne Möglichkeit reicher, im Advent täglich Atem zu schöpfen. 
=> Hier geht's lang zum Türchen öffnen. 

Dieses Jahr hat sich die gute Heike dankenswerterweise die Mühe gemacht, die Bloggern herbei zu trommeln. Klein-Gertie wird sich dort übrigens am 12. Dezember einbringen. 

Gebetsanliegen des Heiligen Vaters für Dezember 2015

Wir beten zu Gott, unserem Vater,

1. für uns alle, dass wir im alltäglichen Wechsel des Lebens nie vergessen, dass Gott, unser Vater, nicht müde wird, uns zu vergeben.

2. für die Familien in Not, die unter quälender Armut leiden, dass sie in der Menschwerdung Gottes stets ein Zeichen neuer Hoffnung finden.

Sonntag, 29. November 2015

Herr, komm und hilf mir sprechen

Wenn es dunkel wird um mich
Sei du mein Licht.
Wenn ich keine Worte mehr habe
Sei du das Wort.
Lass mich nicht sein, 
wie Menschen die längst gestorben sind
Und wenn ich es bin
Sei du mein Leben.
Amen.

Komm, Herr Jesus!

Freitag, 27. November 2015

Da bin ich wieder

Habt ihr mich vermisst?

In der Zwischenzeit ist ja wieder einiges passiert. In Frankreich und dem Libanon hat's gekracht, die Friedensstifter haben mittlerweile die dritte Etappe ihrer Tour erreicht und sind nun in Armenien, katholische Blogger haben sich in Essen getroffen und Gedanken ausgetauscht, der Papst liest den deutschen Bischöfen die Leviten und wird prompt missverstanden und auch in meiner eigenen, kleinen Welt hat sich etwas angesponnen, ein Kontakt zu einem anderen Menschenkind, dem ich von Herzen gut sein könnte.

Aus verschiedenen Gründen fehlten mir in den letzen Wochen manches Mal die Worte und so blieben verschiedene Gedanken nur halb formuliert. Deswegen war es hier so ruhig. Aber nun geht's wieder los: ein neues Kirchenjahr, sogar ein außerordentliches Heiliges Jahr sollte mir genug Auftrieb geben.

Sonntag, 22. November 2015

Das Königsfest Christi II

II
Man soll den Liebpreis der Braut singen
       vor allen Herzen der Erde:
       auf ihrem Scheitel liegt der Kuß des Gekrönten.
Ihre Seele ist in seine Herrlichkeit verbetet.
Ihr Leib ist das Geheimnis seiner Liebe.
Er schmückt ihre Hände mit seiner Gnade,
     die strömt über alle unsre Grenzen.
Er schmückt ihr Haupt mit einem Stern der Hoffnung,
     der lichtet bis über Gräber.
Verlanget für sie, und er schenkt ihr den Frieden der Völker
     und zum Besitz die Pforten des Himmels!
Er schenkt ihr alle Seelen seiner Herrschaft,
     er schenkt ihr noch die verlorenen Seelen zur Seligkeit.
Er mächtigt in ihrer Rede,
     und er gewaltigt in ihrem Schweigen;
Er einsamt in ihrer Verlassenheit,
     und er herrlicht in ihrer Ehre:
Man soll den Liebpreis der Braut singen
      vor allen Herzen der Erde;
      man soll sie auf den Thron der Seele heben! -

Das Königslied endet mit der Liebe,
      die ist der Kranz der ewiglich Erwählten.

(aus: Hymnen an die Kirche, GvlF)

Montag, 2. November 2015

Gebetsanliegen des Heiligen Vaters im November 2015

Wir beten zu Gott, unserem Vater, 

1. für uns, dass wir in persönlicher Begegnung und in wohlmeinendem Dialog mit Andersgläubigen unserer Glaubensüberzeugung treu bleiben. 

2. für die Hirten der Kirche, dass wie mit wachem Herzen ihre Herde begleiten und immer wieder auf frische Weiden führen, die Nahrung und Zukunft schenken.

Das Beste kommt noch


Nämlich dann, wenn wir uns dem himmlischen Reigen anschließen dürfen. Keine Ahnung, wie es sein wird, aber es haben sich schon viele Künstler Gedanken gemacht, wie Fra Angelico. Ganz schön viel heiliges Gewusel!

Sonntag, 25. Oktober 2015

Ein Heiliger zum Heiraten?

Vor einigen Tagen entschlüpfte mir auf Twitter der Stoßseufzer an die hl. Zélie Martin, wo man heute noch einen Mann wie ihren lieben Louis findet. Das mag sich jetzt ein bisschen sehr nach Torschlußpanik an, aber wenn man bei einem Mann ein bisschen mehr sucht, als es einem durch Hochglanzmagazine, Funk und Fernsehen so vermittelt wird, kann man sich schon manchmal wie die Letzte Mohikanerin fühlen.

Ob die Bischöfe der Welt an so jemanden wie mich auch denken bei Ihrer synodalen Beratungen? Immerhin haben ein paar von ihnen schon festgestellt, dass es mit der Ehevorbereitungen inzwischen nicht mehr weit ist. Ein halber Nachmittag beim Pfarrer, eine Woche vor der Trauung, ich bitte euch. Da geht's dann mehr um Protokollarisches, wer mit wem in die Kirche einzieht, wer welchen Text liest, wer welches Lied singt. Tief blickend auch, dass auf einer kürzlich besuchten Hochzeit der Pfarrer es für notwendig hielt, mehrfach daraufhin zu weisen, dass sich dieses Brautpaar auch mit Gebet auf ihre Ehe vorbereitet hatte. Kein Wunder, dass sich jetzt jeder aufregt, wenn im Zuge der Synodenberichterstattung verschiedentlich einfach nochmal gesagt wird, was eine Ehe ist nach Bibel und Katechismus und was nicht. Und auch dass Benedikt XVI noch die Frage aufgeworfen hatte, ob denn eine Ehe, die unter den oben genannten, heute üblichen, Begleiterscheinungen geschlossen wurde, überhaupt gültig ist. Wie viele Ehepaare der letzten 30, 40 Jahre haben die Trauungsworte tatsächlich ernst gemeint und nicht einfach nur einfach abgelesen wie vielleicht auch die organisatorischen Hinweise für eine reibungslose Feier? Wenn man von der großen Zahl derer ausgeht, die sich scheiden lassen und dann oft recht leichtfertig wieder heiraten (weil es ja "menschlich unzumutbar wäre ohne die körperliche Liebe zu leben"), haben nicht viele Paare tatsächlich verstanden, was sie da mal versprochen haben.

Also, gibt es da draußen überhaupt noch Männer wie den heiligen Louis Martin? Wobei das mit dem "heilig" auf keinen Fall missverstanden werden darf. "Heilig" heißt weder perfekt, langweilig, spießig, frömmlerisch oder keinen Spaß zu verstehen. "Heilig" heißt "offen sein für und gehorsam sein gegenüber Gott und seiner Kirche. Sind solche Männer ausgestorben?

Sonntag, 18. Oktober 2015

Gertie gratuliert: Navid Kermani

"Ein Friedenspreisträger soll nicht zum Krieg aufrufen. Doch darf er zum Gebet aufrufen", sagt der Schriftsteller und Orientalist am Ende seiner Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels. --> Weitere Infos u.a. auf katholisch.de

Vielleicht braucht es diesen Blick von außen, den Blick des Anderen, des Ungläubigen, damit wir selbst die Schönheit und den Reichtum unserer Kultur und des Christentums überhaupt wieder entdecken. Und deshalb: Danke, Navid Kermani!

A family that prays together, stays together

Ab heute haben wir zwei neue Heilige, da freut sich nicht nur die kleine heilige Thérèse drüber.
Orate pro nobis, Louis et Zélie Martin!

"Huhn meets Ei" on Air

Am Freitag, 16.10.2015 war das legendäre Blog "Huhn meets Ei" auf Radio Horeb. Es ging u.a darum, wie Bloggen überhaupt geht, was man sich unter der Bezeichnung "Blogoezese" vorzustellen hat, was das für Leute sind, die "katholisch bloggen", zu welchen Themen sie das tun und wie sie untereinander kommunizieren, aber nicht zuletzt natürlich auch um persönlichen Erfahrungen mit dem Bloggen.

Und wenn ihr's verpasst habt, gibt es die Sendung auf der Seite von Radio Horeb als Podcast und mp3-Download.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Leseliste zur Buchmesse 2015

Dreimal Gott:
In Seinem Wort, in der Kunst, in der Erfahrung.
Alle drei Bücher werden hier noch ausführlicher vorgestellt, also bleibt dran.

Simon Jacob in der Ägäis

Die Peacemaker Tour regt scheinbar auch zu Poesie an, wie diese Zeilen von Simon Jacob bei der Betrachtung des ägäischen Meeres zeigen:

Während ich die Straße entlangfahre, schweifen die Gedanken ab.
Das Licht blendet.
Und ich bleibe stehen.
Der Anblick der Quell dessen was Leben schenkt ist unermesslich groß.
Die Strahlen verheißen Leben.
Doch dieser Ort, der so viel gesehen hat, trägt die Vergangenheit der Völker in sich.
Unzählige Schlachten und Kriege, die Leben gekostet haben
und unserer Welt für immer ein anderes Antlitz gaben.
Die Sonne, dieser göttliche Funke der das Feuer des Lebens entzündet,
so friedlich wie er am bläulich strahlenden Himmel steht,
wird er auch weiterhin sein Werk vollbringen.
Tagein, tagaus.
In der Nacht versinkt der lebensspendende Stern in der Tiefe der Nacht.
Um uns am Morgen mit einem sanften Strahl, unsere Haut berührend, 
im rötlichen Glanz der ersten Stunde friedlich aus dem Schlaf zu wecken.
Wenn wir diesen Frieden, kostbar verwoben in jedem einzelnen Band aus Licht, 
in unsere Herzen lassen, 
werden Völker und Religionen ebenfalls ihren Frieden finden.


Mehr Eindrücke, Reiseberichte und Informationen zum Projekt findet ihr auf peacemaker-tour.com. Dort könnt ihr Simon und seine Reisegefährten auch finanziell unterstützen.

Dienstag, 6. Oktober 2015

A Church that moves the world

"I don't want a church that moves with the world. I want a church that moves the world."

(G.K. Chesterton)


Freitag, 2. Oktober 2015

Erster internationaler YOUCAT Kongress auf den Philippinen: 5.-7. November 2015

Als Gebetsanliegen für diesen Monat Oktober empfiehlt Papst Franziskus u.a. die katholischen Christen in Asien, dass sie nicht nachlassen, das Evangelium dort zu verkünden, wo Menschen in ihrer Umgebung auf die frohe Botschaft warten. Da kommt die Einladung der philippinischen Sektion der YOUCAT Foundation zum ersten internationalen Kongress "Echo der Barmherzigkeit" (engl. Echoes of mercy) gerade recht. Die katholische Communities in Asien sind jung, lebendig und mit Liebe zu Jesus und den Mitmenschen erfüllt. Sie sind sich bewusst, dass sie viel empfangen haben (die Missionare werden dort häufig ganz anders gesehen, als in unseren westlichen Augen), und sie wollen der Welt etwas (zurück) geben.
Mehr Informationen und Anmeldung auf www.youcat.ph 

Meine Mama sagt was zu #bloggergate

Mittlerweile ist wohl schon alles gesagt worden zum #bloggergate von Kardinal Marx, nämlich z.B.  --> hier, --> hier und --> hier, und das wesentlich pointierter und ausführlicher als ich es könnte, aber dann hat sich meine Mama in die Diskussion eingeschaltet. Ja, meine 71jährige Mama, die sich ohne Zwang nicht auf 100m einem PC nähert. Meine Mama und Kardinal Marx haben eins gemeinsam: sie kennen die katholische Bloggerszene in Deutschland lediglich vom Hörensagen. Vielleicht kennt meine Mama sogar mehr Blogartikel als Seine Eminenz, einfach weil ich ihr von Zeit zu Zeit mal einen zum Lesen ausdrucke. (Ja, ich drucke das Internet aus - hier bitte den nächsten Witz einfügen). Von daher findet sie es nicht schlimm, dass sich Kardinal Marx auf die bewusste Frage  nach "fundamentalistischen, anonymen Bloggern im Raum der Kirche" zunächst mal als Nicht-Kenner outet. Mit 62 Jahren wäre er ja auch nicht mehr ganz die Generation, die sich mit solchen Dingen auskenne. Aber dass er dann trotzdem den Köder mit der einen namentlich genannten  Website, die alle anderen stillschweigend diskreditieren sollte, geschluckt hat, das fand selbst sie nicht gut. Gerade als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz haben seine Worte Gewicht und er hätte zumindest die Vielfalt der verschiedenen Seiten von Katholiken im Internet anerkennen können. Er hätte z.B. sagen können, dass es dort auch traditionalistischere, mithin fundamentalistische (was auch immer das heißen soll) Seiten und Blogs gibt, dass aber die überwiegende Mehrheit von Katholiken, die sich die Mühe machen, öffentlich über ihre Glauben zu schreiben, eine gute Arbeit machen. Diese Arbeit wird ehrenamtlich geleistet, und geht bewusst "an die Ränder", da das Internet ein sehr säkulares Medium ist. Also wäre es schön gewesen, wenn er sich zumindest das herablassende Bonmot der "Verblödung" verkniffen hätte. Ein solch hingeworfenes Wort schließt die Tür zu einem beginnenden Dialog, bevor sie noch recht geöffnet war und das nicht von Seiten der Blogger. Schade, Chance vertan, Kardinal Marx. Sagt meine Mama.

Ziehe ich persönlich Konsequenzen? NEIN. Ich schreibe ja nicht um eines bischöflichen Schulterklopfens wegen, sondern um manches für mich klar zu bekommen, manchmal nur aus Spass oder einfach für Jesus.

70 Jahre nach dem Film "Ich klage an"

sind wir wieder soweit, dass im Deutschen Bundestag über Gesetzentwürfe zum Assistierten Suizid abgestimmt werden soll. "Assistierter Suizid", das ist schönfärberisch gesprochen, die Erlaubnis für Ärzte und Pflegepersonal ihren Patienten ein Medikament in tödlicher Dosis verabreichen zu dürfen, ohne dafür strafrechtlich belangt zu werden. Faktisch ist es also der erlaubte Giftmord. Und das alles unter dem Deckmantel einer Humanität, die "unmenschliches Leiden" verhindern will, Menschen, die durch schwere Krankheiten zu "Krüppeln" gemacht werden und "dahinvegetieren" müssen, "erlösen will" und Kinder nur noch mit bei perfektem genetischen Code auf die Welt kommen lässt.

Vor kurzem sah ich auf arte eine Dokumentation über die Arbeit der Friedrich - Wilhelm - Murnau - Stiftung. Diese verwaltet den größten Teil der Filme, die zwischen 1933 und 1945, oft im direkten Auftrag des Propagandaministeriums gedreht wurden und heute als volksverhetzend auf einer Art modernem Index stehen. Einer dieser Filme ist das 1941 gedrehte Melodram "Ich klage an". Es wurde damals in Auftrag gegeben, um die organisierte Euthanasie Behinderter vor den Massen zu rechtfertigen. Die Parallelen der Geisteshaltung, die hinter den noch wohl gemeinten Gesetzentwürfen für den 6. November 2015 und diesem Film stecken, sind unübersehbar, auch wenn das "Nazi-Argument" eigentlich ein Totschläger ist und in letzter Zeit wieder viel zu häufig und zu pauschal eingesetzt wird. Meistens soll damit dann eine wahrhaftige politische Debatte verhindert werden. Das möchte ich mit meinem - vielleicht unglücklichen - Vergleich ganz und gar nicht. Dennoch sind Sätze wie "Ich habe sie erlöst" (was der ärztliche Protagonist des Films auf die Frage antwortet, ob er seine schwerkranke Frau umgebracht habe), oder "Warum soll es Tieren besser gehen als Menschen" (ein alter Jäger berichtet in dem Film, wie er seinem kranken Hund den Gnadenschuss gab), gar nicht so weit entfernt von dem, was Organisationen wie Dignitas oder Exit ihren Kunden  als Dienstleistung anbieten. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir rinnt es bei den langen, dunklen Schatten, die über einer Neubewertung des §217 StGB schweben, eiskalt den Rücken herunter. Es klingt vielleicht egoistisch, aber ich möchte mich nicht einmal dafür entschuldigen, warum ich denn "immer noch lebe", noch möchte ich, dass dies meine Mutter oder Großmutter tun müssen, nur weil sie irgendwann keinen materiellen Nutzen mehr für unsere Gesellschaft bringen.

Mehr Informationen zu den Gesetzentwürfen um den §217 StGB und was ihr dagegen tun könnt findet unter www.keine-lizenz-zum-toeten.de.


Donnerstag, 1. Oktober 2015

Gebetsmeinung des Heiligen Vaters im Oktober 2015

Wir beten zu Gott, unserem Vater,

1. für alle, die dem modernen Menschenhandel unterworfen wurden, dass ihrer Menschenwürde Rechnung getragen wird.

2. für die katholischen Christen in Asien, dass sie nicht nachlassen, das Evangelium dort zu verkünden, wo Menschen in ihrer Umgebung auf die frohe Botschaft warten.

Erkenntnis des Tages

"...und unter einem Blick der dir mit Schmerz folgte, hast du alles getan, was du wolltest und was Er nicht wollte."

(Jesus zu G.B., Tagebuch "Er und ich") 

Dienstag, 29. September 2015

Donnerstag, 24. September 2015

Kardinal Marx: "Verbloggung führt zu Verblödung"


Kardinal Marx kennt keine Blogs, sagt aber, dass sie "zur Verblödung führen" und wirft katholischen Bloggern vor, lediglich Selbstbestätigung zu suchen und Dialog zu verweigern. 

Ja, ne, ist klar!

Montag, 21. September 2015

Hilfe! Montag!


Herbst-Vollversammlung der deutschen Bischöfe: Flüchtlinge, Dialogprozess, Barmherzigkeit und Familie

>> Vom 21. bis 24. September 2015 findet in Fulda die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz statt. An ihr nehmen 65 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz unter Leitung des Vorsitzenden, Kardinal Reinhard Marx, teil.

Während der Herbst-Vollversammlung werden die Bischöfe über die aktuellen Herausforderungen der Flüchtlingsproblematik sprechen. In den beiden ersten Tagen werden sie sich mit Experten aus der Flüchtlingsarbeit, kommunalen Vertretern und ehrenamtlichen Helfern beraten. Weitere Schwerpunkte der Vollversammlung sind der kurz zuvor beendete Dialogprozess der Deutschen Bischofskonferenz sowie die Planungen zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit. Außerdem steht auf der Tagesordnung die Vorbereitung der Weltbischofssynode in Rom unter dem Thema „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“.<<  So steht es auf der offizielle Seite der DBK. Über das Programm informiert ein Flyer.

Besonders wenn man verschiedene Bemerkungen der deutschen Teilnehmer im Vorfeld der Weltbischofssynode (Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof Heiner Koch, Bischof Franz-Josef Bode) betrachtet, ist intensives und begleitendes Gebet das Mittel der Wahl. (Und nicht Jammern und mit-Finger-zeigen).

Oremus! 

St. Martin in Idstein - meine neue Kirche?

St. Martin, von außen.
Den Fabrik-, ähm, Kirchturm lassen wir eher unerwähnt. 

Das Kirchenschiff.
Suchbild: Wo ist das Kreuz?

Maria, mit deiner Hilf sieh uns an! 
Eine Martinsikone.
Das einzige, was mir hier gefällt. Bin ich altmodisch?

Samstag, 19. September 2015

Marsch für das Leben 2015

[Update!] 
Von den verehrten Bloggerkollegen waren da und haben berichtet: der kingbaer, die Rezitatorin und Dichterin, der JoBo, die Suse (leicht lädiert, aber mit edlem Ritter), Maria (als relativ neue Stimme)

"Für ein Europa ohne Euthanasie und Abtreibung" ist das Motto des Marsches für das Leben, der heute zum 11. Mal viele Menschen durch Berlin führen wird. Ich hoffe, wer auch immer Zeit und Gesundheit genug hat, ist heute in Berlin, vor dem Bundeskanzleramt. Lasst uns ein Zeichen setzen gegen eine gesellschaftliche Atmosphäre, in denen Menschen nach Nützlichkeit für andere beurteilt und aussortiert werden, wobei dafür dann auch die christliche Barmherzigkeit missbraucht werden soll.

Stehen wir auf für das Leben, jeden Lebens!

Freitag, 18. September 2015

Papst Franziskus reist nach Kuba und die USA - Beten wir für ihn

Mittwoch, 16. September 2015

28.09.2015 starten die Peacemaker in Istanbul


Ab sofort und für die nächsten Monate seht ihr links oben in der Sidebar das Logo der Globalo Youth Peacemaker Tour, die --> hier vorgestellt wurde. Ein kleines Zeichen meiner Unterstützung dieses Projekts, dessen Budget von ca. 30.000 € noch nicht ganz erreicht ist. Daher freuen sich Simon und seine Reisegefährten auch über Spenden. Bisher hat Simon viel aus eigener Tasche vorgestreckt und ehrenamtliche Helfer investieren ihre Zeit, um das Projekt zu realisieren. Auch hier gilt natürlich das bewährte Fundraiser-Motto "Jeder Euro hilft!" Spendenquittungen können ausgestellt werden, Bankdetails findet ihr --> hier.

Aber auch durch weitersagen, liken, teilen, kommentieren auf facebook und twitter könnt ihr eure Unterstützung zeigen. Terroristen nutzen nur zu gern die Vorteile der sozialen Medien, halten wir ihnen etwas entgegen und zwar ohne uns gegeneinander zu zerfleischen.

Dienstag, 15. September 2015

Arthur Maximilian Miller über Gertrud von le Fort

"Eine Gestalt von kleiner Statur, in ein schlichtes, vornehmes, graues Kleid gehüllt, aus dessen leicht gebauschten Ärmeln ihre zierlichen Unterarme und Hände hervorkamen, die fast etwas Kindliches hatten. Das geistvolle Gesicht mit der adeligen Nase, der hohen Stirn, den feinen, empfindsamen Zügen zwischen den starken Brauen, von einer hochfrisierten Wolke silbernen Haares umgeben, der Mund von pretiöser Entschiedenheit. Das ganze Haupt wie das gesammelte Bildnis einer langen Reihe adeliger Geschlechter, die hier noch einmal die Essenz ihres Geistes ausgegossen hatten. Das Seltsamste aber waren die Augen, die eine graue, kristallartige Helle ausstrahlten und wie von einem lichten Ring umgeben waren. Man sah in sie hinein, ohne irgendwie darinnen Halt zu finden, sie sprühten weder von Feuer noch leuchteten sie vom wärmenden Glanz der Seele, sie hatten etwas Unberührbares und Unbegreifbares. Sie waren nicht forschend und durchdringend, wie ich geglaubt hatte, auch nicht warm entgegenkommend oder fraulich umschließend, weder kühl noch warm, sondern freundlich, höflich, von distanzierter Herzlichkeit."

So beschreibt Arthur Maximilian Miller seinen ersten Eindruck von Gertrud von le Fort aus dem April 1941. Die berühmte Dichterin, die im Oktober desselben Jahres ihren 65. Geburtstag feiern würde, war der Gesundheit wegen ins Allgäu gezogen. Fast 25 Jahre trennten sie von dem schwäbischen Lehrer und Heimatdichter und doch erkannten diese beiden einander als Freunde, die sich nicht nur menschlich sympathisch waren, sondern einander auch literarisch zu bereichern verstanden. Miller hat 1976, fünf Jahre nach dem Tod der Dichterin, ihre schriftlichen und leibhaftigen Begegnungen in seinen "Briefen der Freundschaft mit Gertrud von le Fort" festgehalten.
Darin fragt er dann auch: "Wer war diese Frau?
War sie eine Seherin, eine Botin Gottes im Gewande der Dichterin? War sie gesandt, die Dichtkunst über sich hinauszuführen in eine Sphäre, in der nicht die Musen, sondern Engel, große, alles durchschauende Engel, sie inspirierten?"

Dienstag, 8. September 2015

Auch Mütter waren mal klein

Diese Statue der kleinen Maria mit ihrer Mutter Anna
steht in der Pfarrkirche Oberstdorf. 

Bilder einer Ausstellung

Eine Kurzgeschichte
(Miriam Moißl, 2004)

Rot, grün, blau, gelb, rot, grün, blau, gelb – wie ein Kaleidoskop ziehen die Farben an ihm vorbei, ohne mehr zu hinterlassen, als flüchtige Impressionen. Auch Motive wechseln sich in schneller Folge ab – ein fröhlicher Blumenstrauß dort links, Pferde auf einer Wiese dort neben der Tür, sogar das düstere Panorama einer aufstrebenden Industriestadt ist zu sehen und natürlich fehlt auch das berühmteste Bild Edvard Munchs nicht, das in den knalligsten Farben die Verzweiflung der ganzen Welt hinausschreit. Seit einem Monat kommt er Tag für Tag in die Ausstellung, immer um dieselbe Zeit, um 16.00 Uhr und geht durch die klimatisierten Räume, auch dies immer auf dieselbe Weise: zuerst bist ganz nach hinten durch, um sich dann gewissenhaft nach vorne durchzuarbeiten. Natürlich fingen meine Kollegen irgendwann an zu tuscheln über diesen älteren Herrn, der jeden Tag hierher kommt, um sich eine Kunst anzusehen, die aus einer sehr rebellischen Jugendhaltung heraus entstanden ist, aber warum auch nicht? Dies war eine kostenlose Dauerausstellung und Kunst ist Kunst, dachte ich bei mir. Außerdem wirkte dieser Herr auch nicht wie ein Penner oder Einbrecher: zwar schon älter, aber noch nicht gebückt gehend. Die Kleidung hatte wahrscheinlich schon bessere Tage gesehen, war aber immer noch korrekt und am Ringfinger der rechten Hand trug er einen unauffälligen Goldring, obwohl man ihn nie in weiblicher Begleitung sah. Ein älterer Witwer wohl, wie es sie so oft gibt. Ein Mann, an dem man vorbeigeht, wenn man ihn nicht persönlich kennt.

Herr Schneider ging durch die Münchner Innenstadt. Frauenkirche, Marienplatz, Rathaus, all diese Gebäude, die bei den Touristen so beliebt sind, ließ er hinter sich und bog in eine Seitengasse ein, wo er auf ein altes Haust zuhielt, an dem schon die Farbe abbröckelte. Ein Fremder hätte ihn wohl für zielstrebig bezeichnet und er hätte recht gehabt, dachte Herr Schneider, als er unter dem Türschild durch ging, das in denselben schreiend bunten Farben, die auch innen vorherrschten, eine expressionistische Dauerausstellung ankündigte. Alles war wie immer: Die geflüsterte Worte „er ist wieder da“, die wie eine stille Post von Ohr zu Ohr liefen, sowie die im Museum übliche Ruhe, die ihm entgegentönte und ihn willkommen hieß. Auch die Farben – rot, grün, blau, gelb – die über ihn hinwegspülten und ihn einhüllten, umgaben ihn wie immer mit ihrer Klarheit, die in so krassem Gegensatz zu den angedeuteten oder verfremdeten Motiven stand. Wieder begann er seine Runde durch die Räume und wartete darauf, dass sich die Ruhe einstellen würde, die er sonst immer hier empfand, umgeben von der Art von Kunst, die Sybill immer so geliebt hatte. Doch diesmal bleibt sie aus. Er bleibt vor einem Bild des französischen Künstlers Robert Delauney stehen; scheint es zum ersten Mal bewusst wahrzunehmen: die roten, gelben, orangen, blauen und grünen Kreise und Spiralen scheinen ihn zu rufen, ihn in sich hineinzusaugen, ihm dem Boden unter den Füßen zu nehmen. Er schwankt und will zu Boden sinken, doch die bunten Kreise halten ihn fest, lassen es nicht zu, dass er geht, scheinen ihm etwas sagen zu wollen, eine Botschaft, die er nicht versteht. Und dann sind da plötzlich andere Bilder vor seinen Augen. Der kühle Ausstellungsraum mit seinen gelb-weißen Wänden und knallig-bunten Bildern ist verschwunden und er sieht den Dachboden seines Elternhauses im Dämmerlicht liegen und ganz hinten an der Wand, fast versteckt von unzähligem Gerümpel beiseite – er merkt gar nicht, dass er schwitzt, dass er sich verletzt; er muss diese Kreise befreien. Je näher er kommt, umso deutlicher riecht er den Geruch der Ölfarbe, sieht die einzelne Pinselstriche, hingekleckst, man merkt aus der Nähe nichts mehr von der Wirkung, die dieses Bild aus der Entfernung hatte. Da spürt er auf einmal ein beharrliches Klopfen auf seiner Schulter und jemand ruft ihn „He, Sie da, hallo Sie!“ Wieder und wieder. Er wundert sich, dass die Person, die ihn da anruft, seinen Namen nicht kennt. Mühevoll öffnet er die Augen, nicht bewusst, dass er sie überhaupt geschlossen hatte und findet sich plötzlich auf einer weißen Krankenliege wieder. Um ihn herum stehen plötzlich so viele Menschen, die ihn mit besorgten Mienen mustern und das Aufsehen, das er offensichtlich erregt, ist ihm peinlich. Also erhebt er sich von der Liege und löst sich ungeachtet des Protestes dieser wohlmeinenden, fremden Menschen aus ihrer Menge und geht davon. Fast scheint es, als ob er vor irgendetwas auf der Flucht sei. Und so bemerkt er auch die Person nicht, die ihm seit seinem Abgang aus dem Museum wie ein Schatten folgt.

Ich wunderte mich nicht, als der ältere Herr wieder da war und seine Runde durch die Räume abschritt, doch als ich ihn dann vor dem Delauney liegen sah machte ich mir doch Sorgen, es hätte ja alles Mögliche sein können. Anscheinend hatten noch mehr meiner Kollegen diesen Eindruck, denn plötzlich stand da die Krankentrage für die Notfälle bereit und irgendwer hievte den Mann darauf. Ich versuchte ihn anzusprechen, was auch gelang, doch mit dem was daraufhin geschah, hatte wohl niemand von uns gerechnet. Gerade hatte er noch ein Bild des Jammers geboten, wie er da bewusstlos gelegen hatte, doch von einem auf den anderen Moment erhob er sich und ging eilig davon, fast als befürchte er aufgehalten zu werden. Beunruhigt durch dieses seltsame Benehmen und wohl auch aus Neugierde auf den Menschen ging ich ihm nach, wobei ich immer darauf bedacht war, einen passenden Abstand zu wahren, dass er mich nicht bemerkte. Wir durchquerten die Münchner Innenstadt und ich wunderte mich über die Zielstrebigkeit, die der Mann an den Tag legte, so als wisse er genau wohin er wolle. Altstadt, Innenstadt, rechtes und linkes Isarufer – all dies flog nur so an uns vorüber, bis das Objekt meiner heimlichen Observationstätigkeiten vor den schmiedeeisernen Gittern eines kleinen aber gut gepflegten Friedhofes stehen blieb. Er atmete einmal tief ein und aus, wie ein Krieger, der einen schweren Kampf zu bestehen hat, dann beschritt er ebenso entschlossen die sauber geharkten Kieswege, wie er zuvor die Stadt durcheilt hatte. Da es auf den verschlungenen Friedhofspfaden recht schwierig war den Mann im Auge zu behalten, geriet er erst wieder in mein Blickfeld, als sich die Bäume etwas zu lichten begannen. Die Szene ähnelte derjenigen im Museum, doch statt vor einem Bild stand er vor einem Grabstein, auf dem der Name Sybill Schneider und Lebensdaten eingraviert waren, die andeuteten, dass jene Sybill nicht allzu alt geworden sein konnte. Ein Kindergrab also und ein älteres noch dazu. Die Tochter konnte es wohl nicht sein, dazu waren die Daten schon zu lange her. Vielleicht die Schwester? Was wohl geschehen sein mochte?

Ihm schwirrt der Kopf und das Blut rauscht schneller durch seine Adern und dies alles nur wegen einiger bunter Kreise, die ihm sogar hier, in diesem Refugium des Friedens keine Ruhe lassen. Denn noch nie hatte er die Farben der Blumen – rot, blau, gelb, orange – mit einer solchen Intensität wahrgenommen. Fast scheint es, als verspotteten sie ihn mit ihrer Leuchtkraft. Ganz in solche Gedanken versunken, merkt er gar nicht, dass er sich bückt und wahllos Blumen aus seinem nächsten Umkreis ausreißt. Den prächtigen, bunten Blumenstrauß der dabei entsteht, bemerkt er erst, als er ihn wie immer auf das Grab legt, einige Schritte zurück geht, um das Bild auf sich wirken zu lassen: der graue Stein und die bunten Blumen. So war auch Sybill gewesen, eine knallbunte, lebendige Blume in einer grauen erstarrten Welt, die dann am Ende gewonnen hatte. Eigentlich typisch, dass sie ausgerechnet eine so extrovertierte Ausdrucksform wie die expressionistische Malerei gewählt hatte, um sich bemerkbar zu machen. Er hatte sie immer ermuntert, ihr Leben lang, aber wohl nicht genug. Wie sonst wäre es zu erklären, dass es heute in der Ausstellung zu einem solchen Eklat gekommen war? Es schüttelt ihn immer noch, wenn er daran denkt. Würde er je lernen, diese Bilder zu verstehen? Oder müsste er auf ewig mit diesem Makel behaftet durchs Leben gehen? Im Bewusstsein, dass Sybills Tod sein Verschulden, sein fehlendes Verständnis gewesen war? Er seufzt. Dann dreht er sich mit einem Ruck um und geht mit festen Schritten über die Kieswege zurück, denselben Weg, den er gekommen war. Er würde nie wieder hierher kommen.

Sonntag, 6. September 2015

Der Papst zu Krieg und Flüchtlingen

Analog zur Aussage Jesu aus dem Evangelium "Was ihr dem Geringsten eurer Brüder getan habt, das habt ihr mir getan" empfahl der Papst beim heutigen Angelus: "Jede Pfarrei, jede Gemeinschaft, jedes Kloster in Europa sollte mindestens eine Flüchtlingsfamilie aufnehmen und meine Pfarrei in Rom wird damit anfangen."

Donnerstag, 3. September 2015

Papst vergibt Abtreibung?

So oder ähnlich lauten die Schlagzeilen der letzten Tage. So gesehen auf tagesschau.de, im Spiegel, aber auch in der Zeitung Die Welt und Die Süddeutsche. Dabei wird teilweise so getan, als ob das jetzt die große Sensation wäre, das Zeichen der Lockerung, welches Franziskus einer rigiden Kirche entgegenhalte. *Gähn*
Tatsächlich ist das "Drama der Abtreibung" nur ein Punkt in einem Schreiben des Heiligen Vaters an Erzbischof Fisichella, in dem er die Regelungen des Ablass im außerordentlichen Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit festlegt, damit "das Jubiläum eine lebendige Erfahrung der Nähe des Vaters sei, seine Zärtlichkeit gleichsam mit Händen greifen zu können, damit der Glaube aller Gläubigen gestärkt und so das Zeugnis stets wirksamer werde". In diesem Schreiben geht es zunächst um die verschiedenen Möglichkeiten, den Jubiläumsablass zu erlangen, auch für Kranke und Gefangene. Dass er dann allen Priester im Jubiläumsjahr die Vollmacht gewährt "von der Sünde der Abtreibung jene loszusprechen, die sie vorgenommen haben und reuigen Herzens dafür um Vergebung bitten", scheint mir weniger ein Aufweichen (wie es mancher befürchten mag), als vielmehr ein Bekräftigen der kirchlichen Lehre     zum Schutz des menschlichen Lebens zu sein. Denn um Vergebung zu erlangen, muss man erst einmal darum bitten. Und vor dieser Bitte steht zumeist die Einsicht, dass das was man gemacht falsch war. Allein diese Einsicht scheint ja gerade beim Thema Abtreibung eine regelrechte Provokation für Leute zu sein, die meinen, auf dieses "Menschenrecht" einen wie auch immer gearteten "Anspruch" zu haben.

Die wahre Schlagzeile müsste also lauten: "Papst hält daran fest, dass Abtreibung eine Sünde ist. Aber Gott verzeiht, wenn wir bereuen."

Mittwoch, 2. September 2015

Unter Friedensstiftern

Die Peacemaker Tour wurde am Sonntag, 30.08.2015, vorgestellt.

"Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen" heißt es in einem gebräuchlichen Sprichwort. Das bezieht sich dann meist auf hinterher. Dass auch vor Reiseantritt bereits einiges bekannt gegeben werden kann, bewiesen die "Peacemaker" (dt. Friedensstifter) am Sonntag, 30.08.2015 bei der Infoveranstaltung in der syrisch-orthodoxen Gemeinde Augsburg.

Fotograph: Alexander Saller
Simon Jacob berichtete dort vom Stand der Vorbereitungen seiner anstehenden Reise in den Nahen Osten. Die Tour startet in den nächsten Wochen. Erste Etappe wird die Türkei sein, dann geht es über Georgien und Armenien in den Iran, die Emirate, Irak und Syrien. Danach folgen Jordanien, Ägypten und der Libanon und schließlich endet die Reise in der heiligen Stadt Jerusalem. So es die Sicherheitsverhältnisse zulassen ist auch ein kleiner Abstecher in die palästinensischen Gebiete geplant. Überhaupt wurde oft auf die unwägbaren Sicherheitszustände in mancher dieser Länder hingewiesen, die von den Reisenden wohl einiges an Improvisationstalent fordern werden. Reisende? Plural? Wer macht sich da auf den Weg?

Nun, zunächst einmal Simon Jacob selbst. Der ehemalige Vorsitzende des Zentralrates der Orientalischen Christen in Deutschland (ZOCD) hat extra mehrere Monate Urlaub von seinem Arbeitgeber bekommen, um diese Reise zu unternehmen. Begleitet wird er dabei von Etappe zu Etappe von Freunden und Journalisten diverser Medien und Sprachen. Auch Politiker werden dabei sein, oder zumindest einer, nämlich Martin Neumayer, Integrationsbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung und Schirmherr dieses Projekts. Sie werden auf ihrem Weg Geistliche verschiedener Religionen und Konfessionen ebenso treffen wie Politiker, junge und alte Menschen, sowie Künstler. Die verschiedenen Begegnungen werden dann möglichst täglich über Blogs, Videos, Bilder und Artikel verbreitet, um so den Menschen der jeweiligen Regionen eine Stimme zu geben und zu zeigen, dass der Nahe Osten weit mehr zu bieten hat als Terrorschlagzeilen. Doch nicht nur die Begegnungen mit den Menschen, die sich hier wie dort nach Frieden, Gerechtigkeit und Sicherheit für sich und ihre Kinder wünschen, stehen auf dem Programm. Es soll auch so eine Art "Dokumentationsreise" zu einer Region der ältesten Kulturstätten der Menschheit werden, bevor diese komplett dem blinden Wahn der IS-Banden zum Opfer fallen.

Gott, der im Himmel wohnt, wird euch auf eurer Reise behüten; 

sein Engel möge euch begleiten. (Tobit 5, 17)




Auch wir können diese Reisenden auf ihrer Suche nach Frieden, Respekt und Dialog (nicht nur) im Nahen Osten unterstützen durch Spenden, aber auch durch Gebet und aktive Verbreitung in den sozialen Medien. Hören wir auf, einander in Threads und Kommentaren zu zerfleischen. Es gibt Schöneres und Wichtigeres über das reden sich mehr lohnt.

Infos zu Spenden und Sponsorship findet ihr --> hier.
Der offizielle Trailer des Filmstudenten David Körzdörfer --> hier.
Alle Details zum Projekt auf Deutsch und Englisch --> zum herunterladen.