Donnerstag, 31. März 2016

Der Schleier vorm Brautbett oder Warum ich eine Mantilla trage

Auf Bitten einer Freundin soll ich hier etwas über meine Motivation für das Tragen eines Schleierchens in der Kirche schreiben. Zu allen Zeiten haben sich Menschen zu besonderen Anlässen in besonderer Weise gekleidet. Das betraf zwar nicht nur, aber auch die jeweiligen Kopfbedeckungen. Warum wird man dann - zumindest in hiesigen Breiten - so schief angeschaut, wenn man in der Kirche ein Tuch auf dem Kopf trägt?
"Nach Homer verehrten die eleusinischen Mysterien Demeter als die "Herrin des glänzenden Schleiers" und Mose musste, als er vom Berg Sinai herunterstieg, sein Gesicht mit einem Schleier verhüllen, da die Leute den Anblick seines erleuchteten Gesichtes nicht ertragen konnten....Die Bezeichnungen Velamen und Velum bedeuten auch Schleier, Hülle. So leitet sich der Schleier der Frau historisch und etymologisch vom Vorhang ab, der das Private vor dem Öffentlichen schützt, denn im Hebräischen bedeutet das Wort für Braut (kallatu) wörtlich die Verschleierte." stellt die Braut des Lammes fest.
Und Anna Diouf schreibt bei thecathwalk.net: "Die Mantilla schafft hier den „Spagat“ der dem Katholischen eigen ist: Nur sie schafft es, bei einem Maximum an Prachtentfaltung gleichzeitig maximal „bescheiden“ und „demutsvoll“ zu sein. Ein luxuriöser Stoff, der ein bisschen verrucht, dekadent und ziemlich durchsichtig ist, wird, so in den Dienst Gottes gestellt, zum Zeichen für Würde, Schönheit, Reinheit und Erwählung."
Mir persönlich gefällt der Aspekt der bräutlichen Liebe besonders gut, ebenso wie das mit dem Verhüllen alles besonders Wichtigen oder Heiligen. Damit ist allerdings weniger meine Person gemeint, als vielmehr das innere Geschehen, welches sich z.B. rund um den Empfang der hl. Kommunion vollzieht. Mit dem Vers aus dem Hohen Lied (Kap 1, Vers 4) und dem 45. Psalm erscheint mir dabei das Bild des Brautgemachs als das Passendste. Ich könnte es auch als "Kuscheltuch des lieben Gottes" bezeichnen, wenn ich daran denke, dass ich Gottes kleines, geliebtes Kind bin. Auch wenn es hierzulande vielfach zu Irritationen führen mag, soll das Tragen des Schleierchens in keinster Weise eine Überheblichkeit der Trägerin ausdrücken (im Gegenteil), sondern es dient einzig und allein der besseren inneren Sammlung. Auch der Ausspruch Jesu an Gabrielle Bossis  Der Gatte wird sich der Gattin nicht nähern, solange sie zum Fenster hinausschaut und abgelenkt ist von den Dingen draußen. Er wartet, bis sie sich dem Innern des Zimmers wieder zuwendet , weist auf diese  Konzentration hin, das tiefe Versenken meines Herzens in Jesu Herz beim Gebet. Dabei ist die Mantilla (m)ein Hilfsmittel, nicht mehr und nicht weniger. Meine habe ich übrigens selbst gemacht.

Donnerstag, 10. März 2016

Eine Viertelstunde vor dem Allerheiligsten

Manchmal treiben uns Dinge um und wir wissen nicht, wie wir mit diesen Sorgen, Nöten oder auch nur mit diesem leisen, wagen Unbehagen umgehen sollen. Oft liegt die Lösung näher als wir denken, nämlich in dem Tabernakel der nächsten katholischen Kirche. Dort ist Jesus, Gott von Gott, Licht vom Licht, Gottes eingeborener Sohn, im Allerheiligsten gegenwärtig und wie vor über 2000 Jahren wartet Er auf uns. Das zumindest glauben wir Katholiken. Aber wenn wir dies schon glauben, wie oft lassen wir Gott quasi emotional verhungern, indem wir unachtsam an den Kirchengebäuden und Tabernakeln in unserer Mitte vorüber gehen? Und wieviel Seelentrost lassen wir uns dadurch entgehen? Manchmal meiden wir diese Besuche bei Gott auch aus Scheu heraus, weil wir nicht wissen, was wir Ihm erzählen sollten. Die Anregungen des hl. Antonius Maria Claret können da eine Hilfe sei. 


© nightfever-koeln.de
Es ist nicht nötig, viel zu wissen, um mir zu gefallen es genügt, dass du mich sehr liebst. Sprich hier also einfach mit mir, wie du mit deinem engsten Freund sprechen würdest.

Musst du mich für jemanden um etwas bitten?
Nenne mir seinen Namen und sage mir dann, was du möchtest, das ich jetzt für ihn tun soll. Erbitte viel! Zögere nicht, zu bitten. Sprich zu mir auch einfach und aufrichtig von den Armen, die du trösten willst; von den Kranken, die du leiden siehst; von den Verirrten, die du sehnlichst auf den rechten Weg zurückwünschest. Sag mir für alle wenigstens ein Wort.

Und für dich, brauchst du für dich nicht irgendeine Gnade?
Sage mir offen, dass du vielleicht stolz, selbstsüchtig, unbeständig, nachlässig bist ... und bitte mich dann, dir zu Hilfe zu kommen bei den wenigen oder vielen Anstrengungen, die du machst, um davon loszukommen. Schäme dich nicht! Es gibt viele Gerechte, viele Heilige im Himmel, die genau die gleichen Fehler hatten. Aber sie baten demütig ... und nach und nach sahen sie sich frei davon. Und zögere auch nicht, um Gesundheit sowie einen glücklichen Ausgang deiner Arbeiten, Geschäfte oder Studien zu bitten. All das kann ich dir geben und gebe ich dir. Und ich wünsche, dass du mich darum bittest, soweit es sich nicht gegen deine Heiligung richtet, sondern sie begünstigt und unterstützt. Und was brauchst du gerade heute? Was kann ich für dich tun? Wenn du wüsstest, wie sehr ich wünsche, dir zu helfen.

Trägst du gerade einen Plan mit dir?
Erzähle ihn mir. Was beschäftigt dich? Was denkst du? Was wünschst du? Was kann ich für deinen Bruder tun, was für deine Schwester, deine Freunde, deine Familie, deine Vorgesetzten? Was möchtest du für sie tun? Und was mich angeht: Hast du nicht den Wunsch, dass ich verherrlicht werde? Möchtest du nicht deinen Freunden etwas Gutes tun können, die du vielleicht sehr liebst, die aber vielleicht leben, ohne an mich zu denken? Sage mir: Was erweckt heute besonders deine Aufmerksamkeit? Was wünscht du ganz sehnlich? Über welches Mittel verfügst du, um es zu erreichen? Sage es mir, wenn dir ein Vorhaben schlecht gelingt, und ich werde dir die gründe für den Misserfolg nennen. Möchtest du mich nicht für dich gewinnen?

Fühlst du dich vielleicht traurig oder schlecht gestimmt?
Erzähle mir in allen Einzelheiten, was dich traurig macht. Wer hat dich verletzt? Wer hat deine Selbstliebe beleidigt? Wer hat dich verachtet? Teile mir alles mit, und bald wirst du soweit kommen, dass du mir sagst, dass du nach meinem Beispiel alles verzeihst, alles vergisst. Als Lohn wirst du meinen tröstenden Segen empfangen. Hast du vielleicht Angst? Spürst du in deiner Seele jene unbestimmte Schwermut, die zwar unberechtigt ist, aber trotzdem nicht aufhört, dir das Herz zu zerreißen? Wirf dich meiner Vorsehung in die Arme! Ich bin bei dir, an deiner Seite. Ich sehe alles, höre alles, und nicht einen Augenblick lasse ich dich im Stich. Spürst du Abneigung bei Menschen, die dich vorher gern mochten, und sich von dir entfernen, ohne dass du ihnen dazu den geringsten Anlass gegeben hast? Bitte für sie, und ich werde sie an deine Seite zurückbringen, wenn sie nicht zum Hindernis für deine Heiligung werden.

Und hast du mir nicht vielleicht irgendeine Freude mitzuteilen?
Warum lässt du mich nicht daran teilnehmen, da ich doch dein Freund bin? Frzähle mir, was seit dem letzten Besuch bei mir dein Herz getröstet und dich zum Lächeln gebracht hat. Vielleicht hast du angenehme Überraschungen erlebt; vielleicht hast du glückliche Nachrichten erhalten, einen Brief, ein Zeichen der Zuneigung; vielleicht hast du eine Schwierigkeit überwunden, bist aus einer ausweglosen Lage herausgekommen. Das alles ist mein Werk. Du sollst mir einfach sagen: Danke, mein Vater!

Willst du mir nichts versprechen?
Ich lese in der Tiefe deines Herzens. Menschen kann man leicht täuschen, Gott aber nicht. Sprich also ganz aufrichtig zu mir. Bist du fest entschlossen, dich jener Gelegenheit zur Sünde nicht mehr auszusetzen, auf jenen Gegenstand zu verzichten, der dir schadet, jenes Buch nicht mehr zu lesen, das deine Vorstdlungskraft gereizt hat, mit jenem Menschen nicht mehr zu verkehren, der den Frieden deiner Seele verwirrt? Wirst du zu jenem anderen Menschen wieder sanft, liebenswürdig und gefällig sein, den du bis heute als Feind betrachtet hast, weil er sich gegen dich verfehlte? Nun gut, gehe jetzt wieder an deine gewohnte Beschäftigung zurück. Zu deiner Arbeit, deiner Familie, deinem Studium. Aber vergiss die Viertelstunde nicht, die wir beide hier verbracht haben. Bewahre, soweit du kannst, Schweigen, Bescheidenheit, innere Sammlung, Liebe zum Nächsten.

Liebe meine Mutter, die auch die deine ist.
Und komme wieder mit einem Herzen, das noch mehr von Liebe erfüllt, noch mehr meinem Geist hingegeben ist. Dann wirst du in meinem Herzen jeden Tag neue Liebe, neue Wohltaten, neue Tröstungen finden.

Mittwoch, 9. März 2016

Alessandro Serenelli und die stärkere Liebe

Seit geraumer Zeit schon höre ich die Songs von Pater Dr. Albert Gutberlet LC mit wachsender Begeisterung. Man kann den Priester der Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi und Dozenten für Philosophie und Bioethik mit Fug und Recht als überaus begabten Musiker bezeichnen. Immerhin hat er inzwischen drei Alben herausgebracht. Der Singer- /Songwriter schreibt Lieder, die zwar einen geistlichen Inhalt haben, die sich allerdings - glücklicherweise! -ganz und gar nicht in die Schublade des unsäglichen Sakro-Pop oder gar des sogenannten Neuen Geistlichen Liedes der 1970er Jahre einsortieren lassen. Gutberlets Musik ist kein Rock, wohl aber Pop – und zwar guter Pop. In einer CD-Besprechung, die im Dezember 2005 in der Zeitschrift des Kartellverbandes der Katholischen Studentenvereinigungen erschien, wurde gar der Vergleich mit Andrew Lloyd Webber gezogen. Man kann dazu mitsingen oder sie könnte gar im Radio laufen. Musikalischer Mainstream ist sie dennoch nicht. Dazu sind die Texte dann doch zu anspruchsvoll. Sie kommen zwar nicht immer offensichtlich fromm daher, behandeln jedoch meist ein geistliches Thema oder sind eine Hommage an einen Heiligen. Dies kann auch auf versteckte Art und Weise geschehen.
In "L'amore piú forte" (dt.: Die stärkere Liebe) zum Beispiel reflektiert der Sänger aus der Perspektive von Alessandro Serenelli über die Persönlichkeit Maria Gorettis und seiner Tat an ihr. Er kommt darin zu dem Schluss, dass Maria Goretti in all ihrer Arglosigkeit und Unschuld doch die Stärkere von ihnen beiden war. "Che vedi tu, che io non vedo?" (dt.: Siehst du etwas, was ich nicht sehe?) fragt er und gibt selbst die Antwort: "Un amore piú forte al di là della morte e vibra in te." (dt.: In dir schwingt eine stärkere Liebe, die über den Tod hinaus geht).
Dieses Lied ist auf Gutberlets Debütalbum "Dying to be with you" zu hören. Im Jahr 2000 erschienen, versammelt dieses Album verschiedene Songs zu den Themen Berufung. Neben dem sehr persönlichen musikalischen Berufungszeugnis, das Pater Albert noch am Tag seiner eigenen Primiz gesungen hat, wird aus verschiedenen Perspektiven auf die Wege geschaut, die eine geistliche Berufung nehmen kann. Im Zentrum stehen dabei die Fragen: Hat mein Leben eine Bedeutung? Wenn ja, welche? Wie kann ich einen Unterschied machen? Wo soll es hingehen in meinem Leben?

Die Alben sind derzeit leider nicht im Handel erhältlich. Wenn man gezielt sucht, kann man einige Lieder auch online finden. Viel Freude beim rein hören!

Gebetsanliegen des Heiligen Vaters für März 2016

1. Für die Familien in Schwierigkeiten – um Unterstützung und eine gesunde und friedvolle Umwelt für die Kinder.

2. Für die Christen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden: Sie mögen die betende Gemeinschaft spüren.