Posts

Posts mit dem Label "ecclesia teutonica" werden angezeigt.

Mission? Possible!

 oder: Mission ist, wenn man auch drüber redet Vorletzten Monat fand in der Gemeinde meines Herzens ein Missionskurs statt. Ich habe daran teilgenommen, gerade auch weil über das Wort „Mission“ mehr Meinungen als Menschen existieren und da wollte ich mich einmal vernetzen und auch mein Wissen (oder das, was ich meine so zu dem Thema zu wissen) abgleichen und vergewissern.  Auf den ersten Blick scheint es nämlich, als ob der Begriff „Mission“ für alle Zeiten verbrannt ist, gerade auch im christlichen Kontext. Allzu groß scheint die Schuld zu sein, die Menschen vergangener Jahrhunderte auf sich geladen haben. Da werden dann auch keine Unterschiede gemacht zwischen den politischen Kolonialisierungen und den Bemühungen von Ordensleuten und Missionaren, den christlichen Glauben in ferne Länder zu tragen – „bis an die Enden der Erde“, wie Jesus uns im Evangelium aufträgt.  Dabei hat der Mensch als Vertreter der Gattung homo sapiens seit jeher eine in sich wohnende Sehnsucht nac...

Die 5 besten Gründe, warum ich (immer noch) katholisch bin

Bild
Novene 28. Januar bis 5. Februar 2022 - Betet mit um eine gute Erneuerung für die Kirche Wenn ihr die Novene mitbeten möchtet, könnt ihr sie --> hier herunterladen oder gedruckt bestellen . 

Die Volkskirche stirbt. Und wo bleibt das Gottvertrauen?

Es vergeht kein Tag ohne Katastrophenmeldung derzeit. Nicht nur der weltweite Gesundheitszustand gibt Anlass zur Sorge, auch der Zustand der katholischen Kirche in Deutschland macht manchen Beobachter "mütend", wie es in einem Artikel des (in)offiziellen Internetportals der DBK zu lesen stand. Abgesehen von dem lustigen Neologismus macht mich die Stimmung dahinter traurig. Die Verzweiflung, die Frustration darüber, dass es nicht so schnell voran geht, wie die Betreffenden dass gern hätten, ist mit Händen zu greifen.  Versteht mich bitte nicht falsch. Frustration, Müdigkeit, Wut und Ungeduld sind menschliche Emotionen und daher verständlich. Andererseits sind gerade diese Emotionen eine große Versuchung zu einer Sünde , die da heißt: "Ich verlasse mich nur auf meinen eigenen Verstand, lasse mich nur von meinen Emotionen, meinen Wünschen leiten und baue danach mein Leben und schließlich auch meine Gottesvorstellung."  Wenn ich höre, wie Sätze angefangen werden mit de...

Warum die Priesterinnenfrage in der katholischen Kirche kein Fall für den Diskriminierungsbeauftragten ist

Nachdem ich in dem Beitrag " Religion vs. Kultur " geklärt habe, dass das Patriarchat mit seiner Überhöhung des Männlichen bei gleichzeitiger Abwertung des Weiblichen sozio-kulturellen und nicht religiösen Ursprungs ist, können wir uns nun einem weiteren alten Klischee zuwenden: der Behauptung, dass der Vorbehalt der katholischen Weiheämter (Diakon, Priester, Bischof) für von Gott berufene Männer eine Diskriminierung von Frauen sei. Da dieses Klischee aktuell mit der "Bewegung Maria 2.0." und der Rezeption des Synodalen Weges medial wieder virulent geworden ist, verweise ich auf einen Post zum selben Thema vom 25. Mai 2016 . Dort schrieb ich: Wenn man also den lauten Forderungen glaubt, könnte man auf die Idee kommen, dass in der Kirche nur derjenige zählt, der irgendwelchen formellen Einfluss hätte. Ein offizielles Amt innehaben, eine Funktion bekleiden, mit einem Titel angesprochen zu werden, Macht auszuüben, darauf scheint es anzukommen. Als "einfacher Glä...

Synodaler Zirkelschluss und hohle Expertenmeinungen

Zum 1. Advent, mit dem die katholische Kirche üblicherweise ein neues Kirchenjahr beginnt und der heuer auf den 1. Dezember 2019 fällt, soll nun der medial groß angekündigte sogenannte Synodale Weg der Katholischen Kirche in Deutschland beginnen. Angekündigt ist es vollmundig als ein Dialogprozess von Amtskirche mit Kirchenvolk über strittige, weil angeblich nicht mehr einsehbare lehramtliche Fragen, an deren Ende gemeinsam verbindlich über diese Fragen abgestimmt werden soll.  Bevor sich mir hier die Fußnägel aufrollen, machen wir den Faktencheck: 1. Wer redet denn hier mit wem? Die katholische Kirche in Deutschland zählt noch immer mehrere Millionen Mitglieder, die bestimmt nicht alle in eine Synodenaula passen. Tatsächlich wird es eine geschlossene Veranstaltung zwischen der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZDK) werden. Altersdurchschnitt beider Gremien ist auf jeden Fall 50+, was die jüngere Hälfte der Bevölkerung schon mal kate...

Zölibat, die ewige Provokation

Wie kann man den Zölibat, also den freiwilligen Verzicht auf Ehe und Familie zugunsten eines priesterlichen bzw. gottgeweihten Lebens, heute überhaupt leben? Ist das nicht längst überholt, ungesund, weil triebunterdrückend, evtl. sogar missbrauchsfördernd und daher geradezu sittenwidrig? Diese und andere Vorurteile werden seit Jahrzehnten wie eine kaputte Langspielplatte (für die Jüngeren: das sind diese großen, schwarzen Vinylscheiben mit Loch in der Mitte, die Oma oder Opa daheim herumliegen haben) immer wieder heruntergeleiert. Dabei ist es egal, dass die Ehen protestantischer Pastoren oder katholischer Ständiger Diakone eine mindestens ebenso hohe Scheidungsrate aufweisen, wie die 08/15-weltliche Ehe. Und es ist unerheblich, dass auch andere Weltreligionen sexuelle Enthaltsamkeit aus spirituellen Gründen kennen, manche zeitweilig, manche ebenfalls als Lebensentscheidung. Beim Dalai Lama stört es nicht, dass er zölibatär lebt. Nur dass der örtliche katholische Priester keine Ehe...

Struktur des Bösen?

Da hat der Bischof von Hildesheim ein großes Wort gesagt. " Ich glaube, der Missbrauch von Macht steckt in der DNA der Kirche ", sagte P. Heiner Wilmer SCJ am Freitag im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger, das in einem Artikel auf katholisch.de vom 14.12.2018 aufgegriffen wurde. Weiter führte der Bischof aus, dass " der Glauben an die 'heilige Kirche' könne in Zukunft nur noch dann redlich bekannt werden könne, wenn man mitbekenne, dass diese Kirche 'auch eine sündige Kirche' sei ". Bisher hieß es, in der Kirche gebe es die Einzelnen als Sünder. Aber die Kirche an sich sei rein und makellos. " Davon müssen wir uns verabschieden ." Denn es gebe auch "Strukturen des Bösen" in der Kirche als Gemeinschaft . Dabei beklagte der Dehonianerpater und Bischof, dass dies bisher in der Theologie viel zu wenig beachtet würde und berief sich dabei auf die Aussagen des Ex-Priester Eugen Drewermann. Belastete Vorgänger in Hildesheim Dabei...

Beten wir mit dem Papst im Dezember 2018: für die Glaubensvermittler

Bild
Welche Henne bzw. welches Ei waren zuerst? *pun not intended* Kaum launcht die Deutsche Bischofskonferenz eine neue deutsche Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift und das dazugehörige Lektionar, schon bringt der Papst die weltkirchliche Bevölkerung dazu, für dieses hehre Anliegen einen Monat lang zu beten? Oder haben wir es hier doch nur mit einem unglaublichen Zufall zu tun bzw. will uns der Himmel einfach mal sagen, dass wir auch bei einer neuen Einheitsübersetzung nicht in Panik verfallen brauchen? Weil es eh nach Seinem Heiligen Willen geht und er den besten Überblick überhaupt hat. Deswegen kann der Papst diesen Dezember auch dazu einladen, mit ihm zu beten für: Im Dienst der Glaubensvermittlung: dass alle, die das Evangelium verkündigen, eine Sprache finden, die den unterschiedlichen Menschen und Kulturen gerecht wird.

Es gibt viele Wege zu Gott, einer geht über die Berge

Bild
Diesen Ausspruch des christlichen Schriftstellers Reinhold Schneiders pflegte mein Vater oft zu zitieren. Er war, wie unser damaliger Ortspfarrer, begeisterter Bergsteiger. Für beide war die unberührte Natur der Allgäuer Alpen auch immer wieder Ort der Gottesnähe. Davon zeugen nicht zuletzt die jährlichen Wallfahrten übers Mädelehoch ins Lechtal, sondern auch die zahlreichen Bergmessen rund um Oberstdorf. Als Antwort auf einen Beitrag des Kingbären , der jüngst eher traumatisierende Erfahrungen mit "Outdoor"-Messen gemacht hat, möchte ich hier eine Bergmesse als positives Gegenbeispiel einer heiligen Messe unter freien Himmel bringen. Die Filmemacherin, Verena Scherm, gehört übrigens genau wie ich zur ersten Generation weiblicher Ministranten in Oberstdorf. Anders als viele andere hat sie ihr kirchliches Engagement über die Pubertät gerettet, worunter ich auch ihre Tätigkeit für das katholische Online-TV-Format katholisch1.tv des Bistums Augsburg subsummiere.

"Es geht um Leben und Tod" - Kardinal Woelki an Fronleichnam

Bild
Die Predigt, die Kardinal Woelki beim gestrigen Fronleichnamsfest auf dem Roncalli-Platz hielt, erinnerte fast an seinen Vorgänger im Amt, den legendären Kardinal Meisner. Vielleicht ist Woelkis "rote Linie" in kirchenpolitischen Angelegenheiten weiter draußen als Meisners, aber irgendwann ist sie auch erreicht. Schön zu sehen, dass ihm die Kronjuwelen des katholischen Glaubensgutes ebenso am Herzen liegen.

Seht, wie sie einander lieben

Passend zu der Gebetsmeinung des Heiligen Vaters für diesen Monat Juni stelle ich diesen Artikel jetzt doch online. Er gurgelt bereits seit Monaten in der Entwurfsansicht herum und ist deswegen nicht mehr ganz brandaktuell. Das Unbehagen, das ich darin formuliere, ist leider nicht nur einmalig oder punktuell.  *** Ich habe ich da vor einiger Zeit eine interessante Entdeckung gemacht. In einer Gruppe auf Facebook, in der sich von mir sehr geschätzte und gemochte Personen tummeln und einander ihr Leid über verunglückte Verkündigung in den Social - Media klagen, habe ich vor einiger Zeit mein Unbehagen formuliert, das mich in letzter Zeit bei der Lektüre aus diesen Kreisen immer öfter beschleicht. Zugegeben, der Ort war schlecht gewählt, der Artikel unter den ich diesen Kommentar platzierte, gehörte zu den ausgewogeneren jenes Blogger-Kollegen. Dafür möchte ich hier in aller Form um Verzeihung bitten. Ich sage bewußt nicht "entschuldigen", denn wie wir alle wissen, gibt es ei...

Was ist eigentlich Satire (und was nicht)?

"Satire" ist laut Definition " eine Kunstgattung, die durch Spott, Ironie und Übertreibung bestimmte Personen, Anschauungen, Ereignisse oder Zustände kritisieren oder verächtlich machen will ." In dem jüngsten Artikel von Björn Odendahl auf katholisch.de ist viel Spott enthalten, auch grausamer Spott. Kunst konnte ich dagegen nur wenig entdecken und da stellt sich dann die Frage, wen oder was Herr O. verächtlich machen möchte. "Verächtlich machen" kommt von "verachten", der "Verachtung preisgeben". Und das ist dann schon ein starkes Stück. Kritisiert wird nämlich eher weniger, auch nicht die doch kritikwürde Affäre um die fragwürde Haltung der Broeders van Liefde zum menschlichen Leben. Denn wie kann es Kritik sein, wenn man Euthanasie in bestimmten Fällen für angebracht hält? Auch ein Herr Trump und selbst ein Herr Kim haben das Recht zu leben. Weil sie Menschen sind. So traurig das für den Rest unserer Spezies klingen mag. Sobald ma...

Gibt es eine deutsche Antwort auf die "Benedict Option"?

Diese Frage gurgelt jetzt schon länger in meinen Eingeweiden herum. Eigentlich seitdem die Worte "Benedict Option" in meiner Filterblase ankamen. Der US-Amerikaner Rod Dreher hat in seinem Buch die kulturprägende Kraft des Christentum (wieder)entdeckt und plädiert dafür, diese Kraft in das eigene Leben und in die Gesellschaft zu tragen. In Deutschland hat der KingBaer dieses Thema für sich entdeckt. Vielleicht hat ihn das Subversive daran angesprochen. Oder vielleicht ist die Gesellschaft in Berlin  auch schon säkularer, mithin "postchristlicher" als anderswo? Aber ist es im übrigen Land oder in Europa denn so anders? Ist nicht viel mehr die christliche Tradition, die mancherorts noch gelebt wird, rein äußerliche Patina? Wer weiß zum Beispiel heute noch um die Bedeutung christlicher Feiertage? Oft kommen sich praktizierende Christen ja vor wie die Letzten Mohikaner. Da besteht dann leicht die Gefahr in Trübsinn zu verfallen. Genau davor warnen Rod Dreher und der K...

Beten wir mit dem Heiligen Vater im September 2017: Für unsere Pfarreien.

Bild
Missionarischer Geist möge unsere Pfarreien inspirieren, den Glauben mitzuteilen und die Liebe sichtbar zu machen. Da gibt es auch schon gute Initativen. Manches davon ist von freikirchlichen Gemeinden inspiriert, aber warum soll man nicht "alles prüfen, und das Gute behalten"? Das hat schon der Apostel Paulus so gemacht. Das Pfarrzellsystem greift z.B. die Hauskreise auf und schlägt vor, sie für die Gemeindeentwicklung nutzbar zu machen. Dabei liegt ein großer Schwerpunkt auf der persönlichen Verantwortung des Einzelnen und seiner ganz persönlichen Gottesbeziehung, ohne die eine wirkliche Mission / Neuevangelisierung nicht denkbar ist. Vielleicht sollte man daran mal zunächst denken in diversen Gremien in Deutschland. Denn hat nicht schon Jesus selbst gesagt: " Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund. " (Mt 12,34)

#gutmensch: Was ist gut?

Seit einigen Tagen ist sie nun online, die Aktion #gutmensch . Das Erzbistum Köln und der Kölner Caritasverband möchten das Bewusststein dafür schärfen, wie sich ein Begriff verselbständigen und ins Gegenteil verkehren kann. Besonders seit der Flüchtlingskrise wurden Menschen als "Gutmenschen" tituliert, die sich bedingungslos den "refugees welcome" und "wir schaffen das" - Rufen anschlossen. Da diese Bezeichnungen meist von Gegnern der deutschen Flüchtlingspolitik kamen, waren damit die Atribute "naiv, dumm oder weltfremd" mit eingeschlossen, was natürlich einer Verunglimpfung hilfsbereiter Menschen gleichkommt. Das geht natürlich gar nicht. Engagement für andere ist erst mal per se gut! Gleichzeitig sollte ich vielleicht anmerken, dass in meiner Wahrnehmung das Wort "Gutmensch" erst dann mit einem negativen Unterton gebraucht wurde, wenn der Sprecher sich mit seinen Bedenken rund um die Flüchtlingsproblematik nicht ernst genommen od...

Möchte das ZDK wieder die Bäume anbeten?

Der CDU-Landtagsabgeordnetet Thomas Sternberg ist Vorsitzender des selbst ernannten Zentralkomitees der Deutschen Katholiken. Angesichts sinkender Zahlen an Seminaristen und Priesterweihen in Deutschland kramt Herr Sternberg zum x-ten Mal die alten Forderungen einer protestantisierten deutschnationalen Clique hervor, die der 2000jährigen Weltkirche ihre Vorstellungen diktieren möchte. „Wenn es nicht mehr anders geht, dass wir personell in der Seelsorge ausbluten, und wenn es so ist, dass der Zölibat ein Hindernis darstellt, dann muss er, weil weniger wichtig, gelockert werden“  --> Ach, muss es das? Was für Probleme hat Herr Sternberg mit der sexuellen Selbstbestimmung anderer Männeer? „Wir haben jetzt schon sehr gute und engagierte Diakone – das sind verheiratete Männer. Warum in aller Welt sollen sie nicht zu Priestern geweiht werden? Das könnte schnell und zügig entschieden werden.“  --> Es läuft alles darauf hinaus, dass Herr Sternberg mehr an den Struktu...

Limburg hat wieder einen Bischof!

Bild
Bild und Meldung: Bistum Limburg TRIER/ LIMBURG.- Mit der Ernennung von Monsignore Dr. Georg Bätzing, derzeit noch Generalvikar im Bistum Trier, zum Bischof von Limburg endet die Sedesvakanz nach dem Rücktritt von Franz-Peter Tebartz-van-Elst im März 2014. Im ersten Moment sei er erschrocken gewesen, freue sich aber jetzt auf seine neue Aufgabe, betonte Bätzing. Dem Nachbarbistum habe er in den vergangenen zwei Jahren stets einen guten neuen Bischof gewünscht: "Niemals habe ich gedacht, dass ich das sein würde", sagte er am Tag seiner Ernennung. Im Vertrauen auf Gott und darauf, "dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat", übernehme er das Bischofsamt, auch wenn es ihm nicht leicht falle, Trier zu verlassen. Die Christen im Bistum Limburg bat er um ihr Gebet: "Beten Sie für mich, dass unser gemeinsamer Weg in der Kirche von Limburg gut wird und unter Gottes Segen steht. Die Freude darauf wächst schon in mir." Bischof Stefan Ackermann von Trier gratulie...

Papst Franziskus spricht deutsch!

Mit einer heute veröffentlichten Videobotschaft lädt Papst Franzikus zum 100. Katholikentag nach Leipzig ein. Er fordert die Teilnehmer dazu auf, mit den geschundenen Mitmenschen barmherzig zu sein wie der Vater im Himmel und sich in der Beichte von Gottes Verzeihung und Beistand überfluten zu lassen.

Was bedeutet mehr in der Kirche? Titel oder Dienst?

Wenn man die lauten Forderungen katholischer Laienverbände glaubt, die rund um den Gedenktag der heiligen Kirchenlehrerin Katharina von Siena jedes Jahr wieder vorgebracht werden, könnte man auf die Idee kommen, dass in der Kirche nur derjenige zählt, der irgendwelchen formellen Einfluss hätte. Ein offzielles Amt innehaben, eine Funktion bekleiden, mit einem Titel angesprochen zu werden, Macht auszuüben, darauf scheint es anzukommen. Als "einfacher Gläubiger" (generisches Maskulinum) , der in die Kirche geht, weil er in der Heiligen Messe und in den Sakramenten dem Herrgott begegnen möchte, in Andachten oder Gemeindearbeit sich für andere aufopfert, scheint man keine Rechte zu haben. Zumindest nicht in den Augen der sogenannten "Engagierten Laien". In deren Augen sind die oft lautlos Tätigen und Betenden nur hammelhaft unmündige Arme, die aus ihrem Kinderglauben befreit werden müssen. Sie sehen nur diejenigen, "die im Licht" des Altarraum stehen, "die...

Entweltlichung, die Zweite

Auf der anderen Seite ist aber gerade in traditionell katholischen Gebieten ein sehr starker Rückgang des sonntäglichen Gottesdienstbesuchs und des sakramentalen Lebens zu verzeichnen. Wo in den Sechziger Jahren noch weiträumig fast jeder zweite Gläubige regelmäßig sonntags zu heiligen Messe ging, sind es heute vielfach weniger als 10%. Die Sakramente werden immer weniger in Anspruch genommen. Die Beichte ist vielfach verschwunden. Immer weniger Katholiken lassen sich firmen oder gehen das Sakrament der Ehe ein. Die Zahl der Berufungen für den Dienst des Priesters und für das gottgeweihte Leben haben drastisch abgenommen. Angesichts dieser Tatsachen ist wirklich von einer Erosion des katholischen Glaubens in Deutschland zu sprechen [...]Es werden immer neue Strukturen geschaffen, für die eigentlich die Gläubigen fehlen. Es handelt sich um eine Art neuer Pelagianismus, der dazu führt, unser Vertrauen auf die Verwaltung zu setzen, auf den perfekten Apparat. Eine übertriebene Zentralisi...