Freitag, 1. Dezember 2017

Beten wir mit dem Heiligen Vater im Dezember 2017: Für die alten Menschen

Für die älteren Menschen: Getragen durch ihre Familien und christliche Gemeinschaften mögen sie ihre Weisheit und ihre Erfahrung in Glaubensverbreitung und Formung der jeweils jüngeren Generationen einbringen.

Sonntag, 26. November 2017

Wer bist du, Welt?

Im heutigen Tagesevangelium spricht Jesus selber von seinem Wiederkommen am Ende der Zeiten und vom Weltgericht.
Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden von ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. 
Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Erde für euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen. 
Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. (Mt 25, 31 - 40) 
Und Gertrud von le Fort sagt dazu in ihren "Hymnen an die Kirche": 

Wer bist du, Welt, dass du mir bange machst?
              Ich sterbe tausendfach mit meinen Kindern!
Wo ist dein Urteil, das mich beugen könnte?
              Meine Seele ringt mit dem Gericht des Ew’gen!
Siehe, ich stehe als Letzte auf der großen Brücke des Abschieds,
              ich halte in den Armen alle, die das Leben wegstößt.
Meine Ohren werden nicht mehr still von ihrem Jammern,
              und meine Angesicht ist bleich von ihren Ängsten,
Meine Füße sind mit Asche bedeckt bis an die Knöchel,
              und meinen Kleider wollen nicht trocknen vom feuchten Hauch der Grüfte.
Wahrlich, ich bin müde des Grauens,
              und meine Furch ist schwach geworden
              wie die Hände eines Kindleins.
Meine Liebe hat sie überwältigt,
              sie hat sie ins Knie geworfen,
              dass sie nimmermehr aufsteht!
Wehe dir, Welt, die du an den Tod glaubst, weil du kalt bist:
              du wirst einen Tod finden, den du dir nicht träumst!
Du wirst einen Tod finden, den du ewiglich nicht stirbst. 

Tröstet euch, ihr Weinenden, frohlocket,
              die ihr nicht vergesset,
Denn ich will eure Treue zur Verheißung machen,
              ich will die Becher eures Gedenkens mit Sinn füllen
              bis zum Rande!
Ich will euer Herz zur Freude aufrichten
              wider alle Sklaven der Vernunft!
Die Glühenden will ich annehmen,
              und die Entsagenden will ich verschmähen!
Ich will den Liebenden Recht geben
              im Angesicht der Vernichtung:
              ich will sie auf den Thron des ewigen Lebens setzen!
Ich will sie über die Gerechtigkeit erheben:
              ich will sie tragen bis an die Barmherzigkeit des Herrn!

Montag, 9. Oktober 2017

L-Magazin der Legionäre Christi 01_2017

Dass es hier in diesem kleinen Internet-Tagebuch um einiges ruhiger geworden ist, mag auch daran liegen, dass ich seit zwei Jahren hauptberuflich woanders schreibe und mir dann oft schlicht die Zeit für private Ergüsse fehlt. Und zwar u.a. → hier und → hier. Und das dürft ihr gern als Leseempfehlung verstehen!

→ hier geht's zur pdf-Fassung des L-Magazins.
So habe ich zum 20jährigen Gelübdejubiläum einer gottgeweihten Frau im Regnum Christi einen Artikel fertiggestell, der gekürzt im L-Magazin 01_2017 erschienen ist. Eva Gloserová kommt aus Tschechien und ist die "Dienstälteste" gottgeweihte Frau in der Gemeinschaft in Düsseldorf. Die ungekürzte Fassung meines Artikels über sie könnt ihr online → hier lesen.

Außerdem findet ihr im aktuellen L-Magazin der Legionäre Christi einen ausführlichen Rückblick auf die MOVE, das Jugend- und Familientreffen der Gemeinschaft im Juni, mit dem Vortrag von Pater Vincenz Heereman LC über die Bedeutung der Liebe Christi für den Apostel Paulus und mit einigen Stimmen der zahlreichen Besucher.

In seiner Kolumne zur Neuevangelisierung stellt Pater Klaus Einsle LC stellt seine eigene Vision von Neuevangelisierung vor und erklärt, warum es wichtig ist, Visionen und Ziele zu haben.

Auf Seite 17 des L-Magazins findet ihr außerdem eine Einladung zu einer Pilgerreise nach Rom vom 15. bis 20. Dezember 2017. Höhepunkt dieser Pilgerfahrt ist die Priesterweihe von 32 Ordensmännern der Legionäre Christi aus aller Welt. Zwei der Weihekandidaten, der Slovake P. Štefan Kavecký LC und der Venezolaner P. Andrés Orellana LC werden im Magazin näher vorgestellt. Besonders interessant finde ich, was Pater Štefan über die Zeit in der spät- und postkommunistischen Slovakei erzählt.

Was ist eigentlich Satire (und was nicht)?

"Satire" ist laut Definition "eine Kunstgattung, die durch Spott, Ironie und Übertreibung bestimmte Personen, Anschauungen, Ereignisse oder Zustände kritisieren oder verächtlich machen will." In dem jüngsten Artikel von Björn Odendahl auf katholisch.de ist viel Spott enthalten, auch grausamer Spott. Kunst konnte ich dagegen nur wenig entdecken und da stellt sich dann die Frage, wen oder was Herr O. verächtlich machen möchte. "Verächtlich machen" kommt von "verachten", der "Verachtung preisgeben". Und das ist dann schon ein starkes Stück. Kritisiert wird nämlich eher weniger, auch nicht die doch kritikwürde Affäre um die fragwürde Haltung der Broeders van Liefde zum menschlichen Leben. Denn wie kann es Kritik sein, wenn man Euthanasie in bestimmten Fällen für angebracht hält? Auch ein Herr Trump und selbst ein Herr Kim haben das Recht zu leben. Weil sie Menschen sind. So traurig das für den Rest unserer Spezies klingen mag. Sobald man nämlich anfängt, in scheinbar "berechtigten Fällen" die Menschlichkeit und die damit einhergehende Würde und Rechte abzusprechen, sind wir nur noch einen Finger breit von der willkürlichen Einteilung in "Menschen" und "Untermenschen" entfernt. Und wir wissen alle, welch furchtbare Versuchungen danach kamen. Ergo ist selbst Herr O. ein Mensch, auch wenn er möglicherweise von Wölfen aufgezogen wurde. Doch selbst eine Wolfsmutter würde er mit seinem schlechtem Benehmen und seinen Tiraden wider Benedikt XVI beschämen.

Denn, und hier kommen wir zum Kern des ganzen Artikels, scheinbar hat Herr O. immer noch eine oder mehrere Rechungen mit dem Emeritus offen. Anders kann man sich seine Fixierung nicht erklären. Kommt er in besagtem "Satirischen Wochenrückblick" (07.10.2017) sonst mit einem Absatz pro Thema aus, widmet er Benedikt XVI ganze zwei Absätze, auch wenn er das mit der Meldung über den Krankenhausaufenhalt von Erzbischof Gänswein kaschieren möchte. Nicht nur unterstellt er dem emeritierten Papst beginnende Demenz ("...hat das aber wohl das ein oder andere Mal vergessen. Kann ja passieren in dem Alter."), er macht sich außerdem über dessen altersbedingte Sehschwäche lustig. Selbst wenn ersteres zutreffen würde - was es nicht tut, sonst könnte er mit über 90 Jahren nicht noch seitenweise tiefsinnige Vorworte schreiben - ist es mehr als schlechter Stil, die Krankheiten eines Menschen der Lächerlichkeit preis zu geben. Im Übrigen wurde der Emeritus bestimmt um jenes Vorwort in der russischen Ausgabe seines Gesamtwerkes gebeten. Das ist durchaus Brauch in der akademischen Welt, zu welcher auch ein emeritierter Professor noch immer zählt. Selbst wenn er zwischenzeitlich mal Papst war.

Man kann im übrigen über vieles geteilter Meinung sein. Niemand zwingt Herrn O. dazu, die Ansichten des Emeritus zu Liturgie und Situation der Una Sancta Catholica zu teilen. Wir haben in der Kirche eine solch große Vielfalt an Möglichkeiten, Gott zu preisen  - die Korrekteren sagen "liturgische Riten" - dass da wirklich Jeder seinen Lieblingsritus finden sollte. Dass Sorgen über den Zustand des mystischen Leibes Christi heute mehr denn je angebracht sind, darüber kann Einigkeit bestehen, auch wenn man sich die Themenfelder seiner Sorgen dann wieder aussuchen darf. Jetzt habe ich schon viel mehr Worte zu diesem unseligen Thema verloren, als ich eigentlich wollte.

Auf Twitter war da wohl am Wochenende bereits eine Schlacht zu entbrannt. Auch in diesem Zusammenhang möchte ich zur Mäßigung aufrufen. Und zwar alle beteiligten Seiten. Loyalität ist zunächst einmal wirklich gut und natürlich kann ein "ständiges Schießen gegen bestimmte Autoren ermüdend sein". Ich glaube Herrn Martin auch unbesehen, dass die Kritik nicht nur von "dunkelkatholischen Kreisen" kommt. Auch die sog. Progressisten innerhalb der deutschen katholischen Kirche zeichnen sich selten durch Feingefühl aus. Ich würde auch nicht soweit gehen, Herrn O. eine"schäbige Gesinnung" unterstellen, auch wenn seine Artikel oft diesen Eindruck vermitteln. Sollte seine Gesinnung rein sein, muss er allerdings heftigst an seinen Formulierungen schrauben. Und an seinem Verständnis von Satire. Nicht zu schweigen von seinem Anstand. Wie schon oft in solcherart Debatten gesagt: Satire darf viel, sie soll beißend sein, den Finger in die Wunde legen. Aber sich über vermeintliche oder tatsächliche gesundheitliche Gebrechen lustig zu machen geht gar nicht! 


P.S. Ich habe den erwähnten Artikel nicht verlinkt. Schund soll jeder selber finden. Es gibt genug Hinweise im Text.

Sonntag, 1. Oktober 2017

Beten wir mit dem Heiligen Vater im Oktober 2017: Für die arbeitende Bevölkerung

Für die Arbeiter und die Arbeitslosen: Um Respekt und Rechtsschutz für die Arbeiter und dass auch die Arbeitslosen die Möglichkeit erhalten, zum Gemeinwohl beizutragen.

Mittwoch, 20. September 2017

Wie geht Lebensschutz im Alltag?

Nach dem Marsch für das Leben 2017 sind Reaktionen in Deutschland mal wieder geteilt. In der Berichterstattung der Leitmedien spielt die Kundgebung für den Lebensschutzes nach wie vor keine oder nur eine marginale Rolle. Teilnehmerzahlen werden kleingeredet oder der Marsch selbst wird nur als Anlass für Berichte über die Gegendemonstranten genutzt, die dann aber ausführlich und hasserfüllt (gegenüber den "Abtreibungsgegnern") zu Wort kommen dürfen. Aber das kennen wir schon. Die Teilnehmer selber - laut Organisatoren des Marsches rund 7.500 Menschen - berichten übereinstimmend von einer friedlichen, fröhlichen Atmosphäre untereinander. Neben den Grußworten überwogen Musik und Lebensfreude und auch die Kinder, die mit ihren Eltern nach Berlin  gekommen waren, sahen entspannt und glücklich aus. Gar nicht traumatisiert, wie LGBTI-Verblendete gerne behaupten.

Was bleibt?


Und doch werden auch im Jahr 2018 wieder ungezählte Menschen in Deutschland vorgeburtlich getötet werden, weil sie ihrer Umwelt nicht in den Lebensplan oder das Weltbild passen. Kinder mit Down-Syndrom werden zu annähernd 100% vorgeburtlich ausselektiert werden. Das Klima älteren und unheilbar kranken Menschen gegenüber wird spürbar rauher, das Verständnis für liebevolle Pflege schwindet, der Druck zu Sterbehilfe und assistiertem Selbstmord nimmt dagegen zu. Auch Weihbischof Florian Wörner beklagte am Rande des Marsches für das Leben ein schwindendes Bewusstsein in der Bevölkerung für den Wert des menschlichen Lebens und ermutigte dazu, nicht nachzulassen in der Bewusstseinsbildung - "behutsam, liebevoll, aber auch mutig. Und je mehr Menschen da mitmachen, desto besser ist es." Inzwischen gibt es immer mehr Initiativen, die genau das tun. 1000plus engagiert sich dafür, dass Frauen in Not bundesweit Anlaufstellen mit kompetenter und unterstützender Beratung finden. Diesen Verein kann man unterstützen, man kann natürlich auch immer über die persönliche Überzeugung sprechen. Aber was kann man darüberhinaus tun? Ganz konkret im Alltag? Was tut ihr? Ich freue mich auf eure zahlreichen Antworten in den Kommentaren.

Dienstag, 19. September 2017

Gibt es eine deutsche Antwort auf die "Benedict Option"?

Diese Frage gurgelt jetzt schon länger in meinen Eingeweiden herum. Eigentlich seitdem die Worte "Benedict Option" in meiner Filterblase ankamen. Der US-Amerikaner Rod Dreher hat in seinem Buch die kulturprägende Kraft des Christentum (wieder)entdeckt und plädiert dafür, diese Kraft in das eigene Leben und in die Gesellschaft zu tragen. In Deutschland hat der KingBaer dieses Thema für sich entdeckt. Vielleicht hat ihn das Subversive daran angesprochen. Oder vielleicht ist die Gesellschaft in Berlin  auch schon säkularer, mithin "postchristlicher" als anderswo? Aber ist es im übrigen Land oder in Europa denn so anders? Ist nicht viel mehr die christliche Tradition, die mancherorts noch gelebt wird, rein äußerliche Patina? Wer weiß zum Beispiel heute noch um die Bedeutung christlicher Feiertage? Oft kommen sich praktizierende Christen ja vor wie die Letzten Mohikaner. Da besteht dann leicht die Gefahr in Trübsinn zu verfallen. Genau davor warnen Rod Dreher und der KingBaer. Sie ermutigen vielmehr dazu, die subversive Kraft einer kreativen Minderheit nicht zu vergessen und für die Sache Jesu nutzbar zu machen.

Diese Idee ist schon älter. Die Entdeckung, dass das Christentum in der westlichen Hemisphäre zunehmend schwindend ist ja auch nicht so neu. Der Prozess ist besonders in den Industrienationen schleichend. Vielleicht geht es der Religion da ähnlich wie der Philosophie: solange es einem materiell gut geht, sind metaphysische Gedanken den meisten Menschen zu anstrengend. Und selbst wenn, hat das Christentum ein gewaltiges Imageproblem. Dem Einen sind die 2000 Jahre Kirchengeschichte viel zu viel Ballast, es gibt zuviele Regeln, kurz, es wird schlichtweg als altmodisch erlebt. Warum der Islam, der nicht selten viel rigider daherkommt, sich nicht mit demselben Image herumschlagen muss, sondern im Gegenteil immer noch den Hauch des Exotischen verströmt, bleibt mir persönlich unverständlich. Das soll hier aber jetzt nicht Thema sein.

Hier soll es jetzt um die Frage gehen, ob es auch eine deutsche bzw. europäische Antwort auf die "Benedict Option" von Rod Dreher geben kann, ob eine solche erst gefunden werden muss, oder ob es sie nicht vielmehr schon gibt? Wenn ich die Benedict Option richtig verstanden haben, geht es darum, sich zuerst auf den eigenen Glauben und dessen Wurzeln zu besinnen, quasi sich wie der hl. Benedikt in eine eigene "Mönchshöhle" zurückziehen, um dann mit Mut und wiederentdecktem Glauben aktiv zu werden. Tatsächlich gibt es mehrere christliche Gemeinschaften und Initiativen, die als kreative Minderheiten wirken. Im Prinzip sind alle Ordensgemeinschaften auf diese Weise entstanden. Und eigentlich hatte ich in diesem Zusammenhang auch die christlichen Verbände und Vereine erwähnen wollen, aber BDKJ, Caritas, Kolping etc. marginalisieren sich in dieser Hinsicht gerade selbst.

Seit dem 20. Jahrhundert sind da eher die Geistlichen Gemeinschaften in Erscheinung getreten. So ist die Gemeinschaft Emmanuel aus einer kleinen Gruppe "Anbeter in der Stadt" gewachsen und das sog. "Pfarrzellsystem" möchte mit solchen Anbetungsgruppen sogar ganze, müde gewordene, Pfarreien regenerieren. Auch das Programm "Rebuilt" ermutigt gläubige Laien dazu, zusammen mit Priestern und Ordensleuten kreativ und aktiv zu werden, um Gemeinden wiederzubeleben. Die Idee hinter "Rebuilt" kommt ebenfalls aus den USA und Pater Thomas Gögele LC hat hierfür in Österreich dasselbe gemacht, was der KingBaer für die Benedict Option in Deutschland gemacht hat: Das englische Buch für ein deutschsprachiges Publikum im Internet bekannt gemacht. Pater Thomas gehört selbst einer Gemeinschaft an, deren Hauptcharisma darin liegt "Menschen in die Freundschaft mit Christus zu führen, damit Er sie zu Aposteln macht". Zunächst geht es dieser Gemeinschaft also in erster Linie um die einzelnen Menschenseelen. Dass gläubige Menschen sich von ihrem Glauben auch in anderen Lebensbereichen inspirieren lassen und dass dann im besten Fall subversiv und kulturprägegend wirken kann, wird als positiver Nebeneffekt mitgenommen. An den vielen unterschiedlichen Apostolatsprojekten (Kinder- und Jugendgruppen, Freizeitcamps, Jugendwallfahrten, katholische Schulen, Einkehrtage, Exerzitien, persönliche geistliche Begleitung etc.etc.) kann man ein wenig von der Kreativität ahnen, die ein überzeugter, tiefer Glaube freisetzt. Der Apostel Paulus hat diese Kreativität gehabt und er ist einer der Patrone jener (ungenannten) Gemeinschaft. Er kann auch als Patron für Jene dienen, die unter der "Benedict Option" segeln. Und da fällt mir ein Vortrag ein, den Pater Andreas Schöggl LC im Juni diesen Jahres hielt. Da erklärte in kleinen Schritten, was wir von den Lebensetappen des heiligen Paulus lernen können: Sich selbst immer wieder prüfen, beten, treu sein gegenüber der Kirche, gemeinsam arbeiten. Und immer mit der Liebe Christi im Gepäck, die uns umfängt und drängt!

Dienstag, 5. September 2017

Selbstversuch mit Kopftuch

Warum versucht ihr es nicht mal in einer katholischen Kirche?

Die Schüler einer Schule in Magdeburg starten einen „Selbstversuch“, um herauszubekommen, „wie sehr sich die Leute über das Kopftuch aufregen und es immer noch nicht akzeptieren“. Eine junge Frau namens Pauline stellt sich als Versuchsobjekt zur Verfügung und zieht los. „Pauline geht mit Kopftuch duch die Straßen... Blicke, Kopfschütteln und sogar Kommentare kommen von Passanten, die sich in Paulines Umgebung unwohl fühlen“, sagt eine Stimme aus dem Off. „Man ist unter ständiger Beobachtung, als wäre man ein Schwerverbrecher, Pauline will sofort wieder zurück und das Kopftuch absetzen, da sie nicht mehr von anderen belästigt werden will.“
So meldete es Henryk M. Broder vor einem auf der "Achse des Guten". Die Bezeichnung "Gemeinschaftsblog" trifft es schon lange nicht mehr, wie ich finde, seit die Liste der Autoren immer länger wird. Im Grunde sind dort Glossen und Kommentare von Autoren versammelt, die anderorts wahrscheinlich an der Hürde der Political Correctness scheitern würden. Als oft erfrischende Stimme und Ort der freien Meinungsäußerung im medialen Einheitsbrei schätze ich die Achse durchaus, auch wenn ich natürlich nicht jede dort geäußerte Meinung teile.

Was ich allerdings teile, ist Broders sarkastische Sicht auf oben genannten und ähnliche Selbstversuche. Was mir bei dieser oder ähnlichen Aktionen verwöhnter Wohlstandskinder sauer aufstößt, ist der wehleidige Unterton. Sie wollen sich auf die Diskriminierung von Minderheiten aufmerksam mache, suchen sich dafür allerdings nur diejenigen Gruppen heraus, die am besten in ihr Weltbild passen und von denen am meisten Beifall zu erwarten ist. Die Probantin unter dem (moslemischen) Kopftuch bekam also Blicke, Kopfschütteln und Kommentare ab. Meine Herren! Da kann sie ja froh sein, dass sie nicht seit über 30 Jahren in meiner Haut steckt. Ok, der Vergleich ist jetzt ein bisschen unfair; Aussehen hängt halt immer von der DNA ab. Aber wenn ich mich von "Blicken und Kopfschütteln" brüskiert fühle, bekomme ich nur regelmäßig zu hören, ich solle "mich nicht so anstellen". Außerdem finde ich es so gar nicht mutig, den Selbstversuch als angebliche Muslima zu starten. Man bekommt doch heute eher Beifall, in diesem Bereich irgendwas zu machen. Mal was anderes wäre es, wenn sie für einen solchen Selbstversuch ihr Kopftuch in einer katholischen Kirche zu tragen. Während einer heiligen Messe; am besten im ordentlichen lateinischen Ritus und in einer Kirche, die in den 1960er Jahren erbaut wurden. Das wäre mal mutig.

Montag, 4. September 2017

Wie virtuell ist die Realität? Erlebnisse auf der Gamescom 2017

Der KingBaer hat eine Rubrik "Dinge, zu denen mich meine Liebste überredet hat". Das Erlebnis, über das ich jetzt schreibe, könnte auch in diese Kategorie fallen. Das liebste Menschenkind von allen hat mich nämlich letztes Wochenende auf die Gamescom 2017 geschleppt. Für diejenigen unter uns, die ebenso wie ich vorher noch nie einen Fuß in die Niederungen der Video-PC-Konsolen-Spiele getan hat, kommt hier erst mal die Definition:
Die Gamescom in Deutschland ist, gemessen nach Ausstellungsfläche und Besucheranzahl, die weltweit zweitgrößte Messe für interaktive Unterhaltungselektronik, insbesondere für Video- und Computerspiele. Die gamescom 2017 endete am 26. August mit einem neuen Besucherrekord. Vom 22. bis 26. August kamen Schätzungen zufolge insgesamt über 350.000 Besucher aus 106 Ländern zum weltweit größten Event für Computer und Videospiele.
Dass es groß werden würde, hatte ich mir schon fast gedacht. Immerhin fand das Ganze auf dem Kölner Messegelände statt, wo man schon müde ist, wenn man eine Halle von oben bis unten durchquert hat. Viel interessanter fand ich die Grafiken, die mittlerweile immer ausgefeilter werden, so dass die Worte "virtuelle Realität" immer realer werden. Bei Spielen wie dem Landwirtschaftssimulator "Pure Farming" stellen die Grafiken in 3D idyllische Landschaften und sonnenbeschienene Felder dar, das wirkt beruhigend, aber irgendwie stelle ich mir Schlachtfelder mit Surroundsound und 3D angsteinflößend vor. Noch beunruhigender finde ich den Anteil dieser Kriegsspiele im Vergleich zu Strategie-, Sport-, oder Spielen anderer Genres. Ich habe nicht nachgezählt, aber gefühlt sind es mehr "Ballerspiele" in Neuzeit, Mittelalter oder anderen Zeiten.
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Abtauchen in eine andere Welt - das ist wohl die Hauptmotivation, die viele Menschen vor die Bildschirme treibt. Warum in diesen Welten aber ausgerechnet ständig virtuell Menschen getötet werden müssen, wo die meisten Spieler in der realen Realität keiner Fliege etwas zu Leide tun können, das bleibt wohl ihr Geheimnis. Das liebste Menschenkind von allen taucht zwar auch gern ab in seine XBox, aber er bleibt dabei wenigstens in den Fantasywelten von DC und bekämpft als Batman das Verbrechen, wobei die Bösewichter lediglich eingesperrt, aber nicht virtuell getötet werden. 
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Ein weiteres Stück Neuland für mich war das sog. "Cosplay Village". Cosplay, das sich Kostümieren wie Figuren aus Fantasyfilmen oder Comicspielen, habe ich schon auf der Buchmesse in Frankfurt wahrgenommen. Und auch damals fand ich die buntgekleideten und grell geschminketen Gestalten bestenfalls amüsant und ihre Kreativität bewundernswert. 
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Wenn die Lieblingsfiguren mit Cosplayern sogar "lebendig" werden können, fällt es noch leichter, in die fremden Welten der Comics und Fantasyspiele abzutauchen. Naja, "jeder nach seiner Façon" habe ich mir an diesem Wochenende oft gedacht. Manche brauchen Comics und Spiele um zu entspannen, andere können das mit einem guten Buch und haben ihre Bilder im eigenen Kopf. 

Worin taucht ihr ab, wenn ihr Abwechslung braucht? Wie virtuell ist eure Realität? Oder wie real ist eure Virtualität?

Sonntag, 3. September 2017

Beten wir mit dem Heiligen Vater im September 2017: Für unsere Pfarreien.

Missionarischer Geist möge unsere Pfarreien inspirieren, den Glauben mitzuteilen und die Liebe sichtbar zu machen.








Da gibt es auch schon gute Initativen. Manches davon ist von freikirchlichen Gemeinden inspiriert, aber warum soll man nicht "alles prüfen, und das Gute behalten"? Das hat schon der Apostel Paulus so gemacht. Das Pfarrzellsystem greift z.B. die Hauskreise auf und schlägt vor, sie für die Gemeindeentwicklung nutzbar zu machen. Dabei liegt ein großer Schwerpunkt auf der persönlichen Verantwortung des Einzelnen und seiner ganz persönlichen Gottesbeziehung, ohne die eine wirkliche Mission / Neuevangelisierung nicht denkbar ist. Vielleicht sollte man daran mal zunächst denken in diversen Gremien in Deutschland. Denn hat nicht schon Jesus selbst gesagt: "Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund." (Mt 12,34)

Dienstag, 1. August 2017

Freitag, 28. Juli 2017

Botschaft zum XXXII Weltjugendtag (Panama 2019) - Teil 4

Schöpferische Treue, um neue Zeiten aufzubauen

Es ist wahr, dass ihr noch nicht viele Jahre „auf dem Buckel“ habt und es euch daher schwer fallen mag, der Tradition den gebührenden Wert beizumessen. Haltet euch wohl vor Augen, dass dies nicht heißt, Traditionalist zu sein. Nein! Wenn Maria im Evangelium sagt, »der Mächtige hat Großes an mir getan« (Lk 1,49), meint sie damit, dass jenes „Große“ noch nicht zu Ende ist, dass es sich vielmehr weiterhin in der Gegenwart verwirklicht. Es handelt sich nicht um eine ferne Vergangenheit. Die Vergangenheit im Gedächtnis behalten zu können heißt nicht, nostalgisch zu sein oder an einer bestimmten Zeit der Geschichte zu hängen, sondern seine eigenen Ursprünge erkennen zu können, um immer zum Wesentlichen zurückzukehren und sich mit schöpferischer Treue in den Aufbau neuer Zeiten hineinzustürzen. Es wäre ärgerlich und würde niemandem helfen, wenn wir eine lähmende Erinnerung beibehielten, die immer dieselben Dinge auf die gleiche Weise tun lässt. Ein Geschenk des Himmels ist es dagegen zu sehen, dass viele von euch mit ihrem Nachforschen, ihren Träumen und Fragen gegen die Vorstellung angehen, dass die Dinge nicht auch anders sein können.

Eine Gesellschaft, die nur die Gegenwart gelten lässt, neigt auch dazu, all das gering zu schätzen, was man aus der Vergangenheit ererbt, wie zum Beispiel die Einrichtung der Ehe, des geweihten Lebens und des Priesterberufs. Diese werden dann schließlich als bedeutungslos angesehen, als Auslaufmodelle. Man meint besser in sogenannten „offenen“ Situationen zu leben und sich im Leben wie in einer Reality-Show zu verhalten, ohne Ziel und Zweck. Lasst euch nicht täuschen! Gott ist gekommen, um die Horizonte unseres Lebens in jeder Hinsicht zu erweitern. Er hilft uns, der Vergangenheit den gebührenden Wert zu geben, um eine glückliche Zukunft besser gestalten zu können: Das ist aber nur möglich, wenn man die Liebe authentisch lebt – in Erfahrungen, die sich darin verwirklichen, dass wir den Ruf des Herrn wahrnehmen und ihm folgen. Und das ist das Einzige, was uns wirklich glücklich macht.

Liebe junge Freunde, ich empfehle euren Weg nach Panama wie auch den Vorbereitungsprozess der nächsten Bischofssynode der mütterlichen Fürsprache der seligen Jungfrau Maria an. Ich lade euch ein, zweier wichtiger Ereignisse im Jahr 2017 zu gedenken: dreihundert Jahre der Wiederauffindung des Gnadenbildes Unserer Lieben Frau von Aparecida in Brasilien und die Hundertjahrfeier der Erscheinungen von Fatima in Portugal, wo ich mich, so Gott will, im nächsten Mai als Pilger hinbegebe. Der heilige Martin von Porres, einer der Schutzpatrone Lateinamerikas und des Weltjugendtags 2019, hatte in seinem bescheidenen täglichen Dienst die Angewohnheit, Maria als Zeichen seiner Sohnesliebe die schönsten Blumen zu schenken. Pflegt auch ihr wie er eine vertraute, freundschaftliche Beziehung mit der Muttergottes. Vertraut ihr eure Freude, eure Fragen und Sorgen an. Ich versichere euch, ihr werdet es nicht bereuen!

Die junge Frau von Nazaret, die auf der ganzen Welt tausend Gesichter und Namen angenommen hat, um ihren Söhnen und Töchtern nahe zu sein, möge für jeden von uns Fürbitte halten und uns helfen, die großen Werke zu besingen, die der Herr in uns und durch uns vollbringt.

Aus dem Vatikan, am 27. Februar 2017,
Gedenktag des hl. Gabriel von der schmerzhaften Jungfrau


Donnerstag, 27. Juli 2017

Botschaft zum XXXII Weltjugendtag (Panama 2019) - Teil 3

In Verbindung bleiben mit Blick auf das Beispiel Marias

Man sagt von Maria, dass sie alle Worte bewahrte und in ihrem Herzen erwog (vgl. Lk 2,19.51). Dieses einfache Mädchen aus Nazaret lehrt uns beispielhaft, die Erinnerung an die verschiedenen Begebenheiten des Lebens zu bewahren, diese aber auch zusammenzufügen und aus den Teilstücken ein einheitliches Ganzes zu bilden wie bei einem Mosaik. Wie können wir uns in diesem Sinne konkret einüben? Ich mache euch dazu einige Vorschläge. Am Ende eines jeden Tages können wir für einige Minuten innehalten, um uns an die schönen Augenblicke, an die Herausforderungen und an alles, was gut und was schlecht gelaufen ist, zu erinnern. So können wir vor Gott und uns selbst die Gefühle der Dankbarkeit, der Reue und des Vertrauens zum Ausdruck bringen. Wenn ihr wollt, könnt ihr das auch in einem Heft aufschreiben, in einer Art geistlichem Tagebuch. Das bedeutet, im Leben, mit dem Leben und über das Leben zu beten, und sicher wird es euch helfen, die großen Dinge besser zu verstehen, die der Herr für jeden von euch tut. Wie der heilige Augustinus sagte, können wir Gott in den weiten Gefilden unseres Gedächtnisses finden (vgl. Bekenntnisse, Buch X,8,12).

Wenn wir das Magnificat lesen, wird uns bewusst, wie sehr Maria das Wort Gottes kannte. Jeder Vers dieses Liedes hat eine Parallelstelle im Alten Testament. Die junge Mutter Jesu kannte die Gebete ihres Volkes gut. Sicherlich haben ihre Eltern und Großeltern sie ihr beigebracht. Wie wichtig ist doch die Glaubensweitergabe von einer Generation an die andere! Es liegt ein verborgener Schatz in den Gebeten, die uns unsere Ahnen lehren, in der gelebten Spiritualität innerhalb der Kultur der einfachen Leute, die wir Volksfrömmigkeit nennen. Maria sammelt das Glaubenserbe ihres Volkes und setzt es zu ihrem ganz eigenen Lied zusammen, das aber zugleich Lied der gesamten Kirche ist. Und die ganze Kirche singt es mit ihr. Damit auch ihr jungen Menschen ein Magnificat singen könnt, das ganz von euch kommt, und euer Leben zu einem Geschenk für die gesamte Menschheit machen könnt, ist es wesentlich, dass ihr an die geschichtliche Tradition und das Beten derer anknüpft, die vor euch gelebt haben. Deshalb ist es auch wichtig, die Bibel – das Wort Gottes – gut zu kennen, sie jeden Tag zu lesen und mit eurem Leben in Beziehung zu setzen, das heißt die Tagesereignisse im Lichte all dessen zu lesen, was der Herr euch in der Heiligen Schrift sagt. Während des Gebets und bei der betenden Lektüre der Bibel (der so genannten Lectio divina) erwärmt Jesus eure Herzen und schenkt euren Schritten Licht, auch in den dunkelsten Augenblicken eures Lebens (vgl. Lk 24,13-35).
Maria bringt uns auch bei, in einer eucharistischen Haltung zu leben, das heißt Dank zu sagen, das Lob Gottes zu pflegen und sich nicht nur auf Probleme und Schwierigkeiten zu versteifen. Die Bitten von heute werden in der Dynamik des Lebens morgen zum Grund des Dankes. So sind auch eure Teilnahme an der heiligen Messe und die Momente der Feier des Sakraments der Versöhnung zugleich Gipfel und Ausgangspunkt: Euer Leben wird jeden Tag in der Vergebung erneuert und zu einem immerwährenden Lob des Allmächtigen: »Vertraut dem Gedenken Gottes: […] sein Gedächtnis ist ein Herz, das weich ist vor Mitgefühl, das Freude daran hat, jede Spur des Bösen in uns auszulöschen« (Predigt bei der heiligen Messe zum Weltjugendtag, Krakau, 31. Juli 2016).

Wir haben gesehen, dass das Magnificat aus dem Herzen Marias in dem Augenblick hervorkommt, als sie ihrer alten Cousine Elisabet begegnet. Mit ihrem Glauben, ihrem scharfen Blick und ihren Worten hilft sie der Jungfrau Maria, die Größe des göttlichen Handelns in ihr und der ihr anvertrauten Sendung besser zu begreifen. Und ihr, seid ihr euch der außergewöhnlichen Quelle des Reichtums bewusst, welche die Begegnung zwischen jungen und alten Menschen darstellt? Wieviel Bedeutung messt ihr den Alten, euren Großeltern bei? Richtigerweise strebt ihr danach, flügge zu werden, und tragt große Träume im Herzen. Doch ihr bedürft auch der Weisheit und der Weitsicht der älteren Menschen. Während ihr die Flügel im Wind ausbreitet, ist es wichtig, dass ihr eure Wurzeln entdeckt und das Staffelholz von den Menschen übernehmt, die vor euch da waren. Um eine sinnvolle Zukunft aufzubauen, muss man die Ereignisse der Vergangenheit kennen und ihnen gegenüber Stellung beziehen (vgl. Nachsynodales Apostolisches Schreiben Amoris laetitia, 191.193). Ihr jungen Menschen habt die Kraft, die alten Menschen haben das Gedächtnis und die Weisheit. So wie Maria gegenüber Elisabet, so richtet auch ihr euren Blick auf die älteren Menschen, auf eure Großeltern. Sie werden euch Dinge erzählen, die euren Verstand begeistern und eure Herzen rühren.

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Mittwoch, 26. Juli 2017

Botschaft zum XXXII Weltjugendtag (Panama 2019) - Teil 2

Der Mächtige hat Großes an mir getan

Die Begegnung zwischen den beiden Frauen – dem jungen Mädchen und der alten Frau – ist von der Gegenwart des Heiligen Geistes erfüllt und voller Freude und Staunen (vgl. Lk 1,40-45). Wie die Kinder in ihren Leibern tanzen die beiden Mütter gleichsam vor Glück. Vom Glauben Marias berührt ruft Elisabet aus: »Selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ« (V. 45). Ja, eine der großen Gaben, welche die Jungfrau Maria erhalten hat, ist der Glaube. An Gott zu glauben ist ein unschätzbares Geschenk, es muss aber auch angenommen werden; und Elisabet preist Maria dafür. Sie antwortet ihrerseits mit dem Lobgesang des Magnificat (vgl. Lk 1,46-55), in dem wir das Wort finden: »Der Mächtige hat Großes an mir getan« (V. 49). Dieses Gebet Marias ist ein revolutionäres Gebet, das Lied eines Mädchens voll Glauben, das sich seiner Grenzen bewusst ist, aber der Barmherzigkeit Gottes vertraut. Diese mutige junge Frau dankt Gott, weil er auf ihre Niedrigkeit geschaut hat, sie dankt für sein Heilswerk, das er an seinem Volk, an den Armen und Niedrigen vollbracht hat. Der Glaube ist die Herzmitte der ganzen Geschichte Marias. Ihr Lied hilft uns, das Erbarmen des Herrn als Antriebskraft der Geschichte zu begreifen, sowohl der persönlichen Geschichte eines jeden von uns als auch der ganzen Menschheit.

Wenn Gott das Herz eines jungen Mannes, eines jungen Mädchens berührt, werden diese zu wirklich großen Taten fähig. Das „Große“, das der Mächtige im Leben Marias getan hat, spricht zu uns auch von unserer Reise durch das Leben, die kein sinnloses Umherziehen ist, sondern eine Pilgerschaft, die trotz aller Ungewissheiten und Leiden in Gott ihre Erfüllung finden kann (vgl. Angelus, 15. August 2015). Ihr werdet mir sagen: „Pater, ich bin doch so eingeschränkt, ich bin ein Sünder, was kann ich tun?“ Wenn der Herr uns ruft, bleibt er nicht bei dem stehen, was wir sind oder getan haben. In dem Augenblick, in dem er uns ruft, schaut er vielmehr auf das, was wir tun könnten, auf all die Liebe, die freizusetzen wir imstande sind. Wie die junge Maria könnt auch ihr es zulassen, dass euer Leben ein Werkzeug wird, um die Welt besser zu machen. Jesus ruft euch, eure Spur im Leben zu hinterlassen, eine Spur, die die Geschichte kennzeichnet – eure Geschichte und die vieler anderer (vgl. Ansprache bei der Gebetsvigil, Krakau, 30. Juli 2016).

Jugendlicher sein bedeutet nicht, keine Verbindung zur Vergangenheit zu haben

Maria ist kaum über das Jugendalter hinaus wie viele von euch. Dennoch stimmt sie im Magnificat das Lob ihres Volkes und seiner Geschichte an. Dies zeigt uns: Jugendlicher sein bedeutet nicht, keine Verbindung zur Vergangenheit zu haben. Unsere persönliche Geschichte fügt sich in eine lange Reihe ein, in einen gemeinschaftlichen Weg, der uns in den Jahrhunderten vorangegangen ist. Wie Maria gehören auch wir einem Volk an. Und die Geschichte der Kirche lehrt uns, dass auch dann, wenn sie stürmische Meere durchquert, die Hand Gottes sie führt und schwierige Momente überwinden lässt. Die echte Erfahrung von Kirche ist nicht wie ein Flashmob, zu dem man sich verabredet, um eine Performance durchzuführen und um dann wieder seines Weges zu ziehen. Die Kirche trägt eine lange Tradition in sich, die von Generation zu Generation weitergegeben wird und dabei durch die Erfahrung jedes einzelnen bereichert wird. Auch eure Geschichte findet ihren Platz innerhalb der Geschichte der Kirche. Die Vergangenheit im Gedächtnis behalten dient auch dazu, das neuartige Eingreifen Gottes, das er in uns und durch uns verwirklichen will, anzunehmen. Und dies hilft uns, uns zu öffnen, um als seine Werkzeuge, als Mitarbeiter seiner Heilspläne ausgewählt zu werden. Auch ihr jungen Menschen könnt Großes vollbringen, wichtige Verantwortung übernehmen, wenn ihr das barmherzige und allmächtige Handeln Gottes in eurem Leben erkennt.

Ich möchte euch einige Fragen stellen: Auf welche Weise „speichert“ ihr eure Erinnerung der Ereignisse, die Erfahrungen eures Lebens „ab“? Was macht ihr mit den Tatsachen und Bildern, die sich in euer Gedächtnis eingeprägt haben? Manche – besonders jene, denen von den Umständen des Lebens Wunden geschlagen wurden – hätten Lust, ein „Reset“ der eigenen Vergangenheit durchzuführen und vom Recht auf das Vergessen Gebrauch zu machen. Ich möchte euch aber daran erinnern, dass es keinen Heiligen ohne Vergangenheit und keinen Sünder ohne Zukunft gibt. Die Perle entsteht aus einer Verletzung der Auster! Mit seiner Liebe kann Jesus unsere Herzen heilen und unsere Wunden in echte Perlen verwandeln. Wie der heilige Paulus sagt, kann der Herr seine Kraft in unserer Schwachheit erweisen (vgl. 2 Kor 12,9). Unsere Erinnerungen dürfen jedoch nicht alle angehäuft sein wie im Speicher auf der Festplatte. Und es ist auch nicht möglich, alles in einer virtuellen „Cloud“ abzulegen. Man muss lernen, dafür zu sorgen, dass die Geschehnisse der Vergangenheit zu einer dynamischen Wirklichkeit werden, über die man nachdenken und aus der man Lehren und Bedeutung für unsere Gegenwart und Zukunft ziehen kann. Es ist eine beschwerliche, aber notwendige Aufgabe, den roten Faden der Liebe Gottes zu entdecken, der unser ganzes Leben durchzieht.

Viele sagen, dass ihr jungen Menschen gedankenlos und oberflächlich seid. Dem stimme ich überhaupt nicht zu! Man muss aber zugeben, dass es in unserer Zeit nötig ist, die Fähigkeit wiederzuerlangen, über das eigene Leben nachzudenken und es auf Zukunft hin zu gestalten. Eine Vergangenheit zu haben ist nicht gleichbedeutend damit, eine Geschichte zu haben. Wir können in unserem Leben viele Erinnerungen haben, doch wie viele davon bilden wirklich unser Gedächtnis? Wie viele haben eine Bedeutung für unsere Herzen und helfen uns, unserem Leben einen Sinn zu verleihen? Die Gesichter der Jugendlichen in den social media tauchen auf vielen Fotos auf, die mehr oder weniger reale Ereignisse erzählen. Wir wissen hingegen nicht, wieviel davon „Geschichte“, sprich Erfahrung ist, die erzählenswert ist als auch Ziel und Sinn in sich birgt. Die TV-Programme sind voll von sogenannten Reality-Shows, aber es sind keine echten Geschichten, sondern nur Augenblicke, die vor einer Fernsehkamera ablaufen, bei denen die Personen planlos in den Tag hinein leben. Lasst euch nicht durch dieses falsche Bild der Wirklichkeit irreleiten! Seid die Hauptdarsteller eurer Geschichte und bestimmt eure Zukunft!

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Dienstag, 25. Juli 2017

Botschaft zum XXXII Weltjugendtag (Panama2019) - Teil 1

Liebe junge Freunde,
nun sind wir nach unserem wunderbaren Treffen in Krakau, wo wir gemeinsam den 31. Weltjugendtag und das Jubiläum der Jugendlichen im Rahmen des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit gefeiert haben, wieder unterwegs. Wir ließen uns vom heiligen Johannes Paul II. und von der heiligen Faustyna Kowalska, den Aposteln der Göttlichen Barmherzigkeit, leiten, um auf die Herausforderungen unserer Zeit eine konkrete Antwort zu geben. Wir machten eine große Erfahrung der Solidarität und der Freude, und wir gaben der Welt ein Zeichen der Hoffnung. Die verschiedenen Fahnen und Sprachen waren nicht Grund zu Streit und Spaltung, sondern boten Gelegenheit, die Pforten der Herzen zu öffnen und Brücken zu bauen.

Am Ende des Weltjugendtags in Krakau gab ich das nächste Ziel unseres Pilgerwegs vor, der uns mit Gottes Hilfe 2019 nach Panama führen wird. Auf diesem Weg wird uns die Jungfrau Maria begleiten, die von allen Geschlechtern seliggepriesen wird (vgl. Lk 1,48). Der neue Abschnitt unserer Reise schließt an den vorhergehenden an, in dessen Mittelpunkt die Seligpreisungen standen, treibt uns aber an weiterzugehen. Es liegt mir nämlich am Herzen, dass ihr unterwegs nicht nur die Vergangenheit im Gedächtnis behaltet, sondern auch Mut in der Gegenwart und Hoffnung für die Zukunft habt. Diese Haltungen sind stets in der jungen Frau von Nazaret lebendig und kommen in den Themen der drei nächsten Weltjugendtage klar zum Ausdruck. Dieses Jahr (2017) werden wir über den Glauben Marias nachdenken, die im Magnificat sagte: »Der Mächtige hat Großes an mir getan« (Lk 1,49). Das Thema des nächsten Jahres (2018) – »Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden« (Lk 1,30) – wird uns über die mutige Liebe, mit der die Jungfrau die Botschaft des Engels aufnahm, meditieren lassen. Der Weltjugendtag 2019 wird sich hingegen auf die hoffnungsvolle Antwort Marias an den Engel beziehen: »Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast« (Lk 1,38).

Im Oktober 2018 wird die Kirche die Bischofssynode über das Thema Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsentscheidung abhalten. Wir werden uns darüber austauschen, wie ihr jungen Menschen die Erfahrung des Glaubens inmitten der Herausforderungen unserer Zeit lebt. Wir werden auch der Frage nachgehen, wie ihr einen Plan für euer Leben reifen lassen und dabei eure Berufungen in weitem Sinn, das heißt die Berufung zur Ehe, die Berufung im weltlichen und beruflichen Bereich oder zum geweihten Leben und zum Priestertum, erkennen könnt. Mein Wunsch ist, dass der Weg zum Weltjugendtag in Panama und der Weg der Synode gut miteinander abgestimmt sind.

Unsere Welt braucht keine „Sofa-Jugendlichen“

Nach dem Lukasevangelium macht Maria sich nach dem Empfang der Botschaft des Engels und ihres Ja, die Mutter des Erlösers zu werden, auf den Weg und eilt ihre Cousine Elisabet zu besuchen, die im sechsten Monat schwanger ist (vgl. 1,36.39). Maria ist sehr jung. Was ihr verkündigt wurde, ist ein riesengroßes Geschenk, doch es bringt auch sehr große Herausforderungen mit sich. Der Herr hat ihr seine Nähe und seine Hilfe zugesagt, aber in ihrem Verstand und ihrem Herzen sind viele Dinge noch unklar. Dennoch schließt sich Maria nicht zu Hause ein, sie lässt sich nicht von der Angst oder vom Stolz lähmen. Maria ist nicht der Typ dafür, der – um es sich gut gehen zu lassen – ein Sofa braucht, auf dem man es sich bequem und gemütlich macht. Sie ist keine Sofa-Jugendliche! (vgl. Ansprache bei der Gebetsvigil, Krakau, 30. Juli 2016). Wenn ihre alte Cousine Unterstützung braucht, dann verliert sie keine Zeit und macht sich sofort auf den Weg.

Die Strecke bis zum Haus der Elisabet ist lang, zirka 150 Kilometer. Aber vom Heiligen Geist angetrieben kennt das Mädchen von Nazaret keine Hindernisse. Die Tage der Reise haben ihr sicher geholfen, über das wunderbare Geschehen, von dem sie betroffen war, nachzudenken. So geschieht es auch mit uns, wenn wir uns auf Pilgerfahrt begeben. Auf dem Weg kommen uns die Ereignisse unseres Lebens in den Sinn, wir können deren Bedeutung reifen lassen und unsere Berufung vertiefen, die sich dann in der Begegnung mit Gott und im Dienst an den anderen zeigt.

>> Teil 2

Die offizielle Hymne zum Weltjugendtag in Panama ist online!

Die Spannung war mit Händen zu greifen, als wir letztes Jahr auf dem Campus Misericordiae darauf warteten, dass Papst Franziskus den Veranstaltungsort des nächsten internationalen Weltjugendtag ankündigen würde. Die Sonne brannte hernieder als wollte sie bereits auf die klimatischen Bedingungen des neuen Ortes einstimmen. Und dann kamen die berühmten Worte: "Auf Wiedersehen in ... Panama!" Vom 22. bis 27. Januar 2019 wird der Weltjugendtag in Panama und damit das erste Mal in Mittelamerika stattfinden, nach Buenos Aires und Denver das dritte Mal auf dem Amerika Kontinent. Durch die räumliche Nähe haben dann auch Jugendliche aus Südostasien und den Pazifikstaaten eine größere Chance zu diesem Jugendtreffen zu kommen. Das Motto lautet „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ und die Hymne, deren Text sich wie üblich daran orientiert, wurde bereits in den ersten 48 Stunden nach Veröffentlichung mehr als 100.000 Mal angeklickt.

Das Lied „Hagase en mi segun tu palabra“ (deutsch: Mir geschehe nach deinem Wort) mit einem Text von Abdiel Jimenez, produziert von Anibal Munoz, Carlos Samaniego und Ricky Ramirez, wurde unter 53 eingesandten Kompositionen ausgewählt.

Montag, 24. Juli 2017

Die Kirche, ein Fels

Du bist wie ein Fels, der gegen die Ewigkeit abstürzt,
      aber das Geschlecht meiner Tage ist wie Sand,
      der ins Nichts fällt!
Es ist wie Staub, der um sich selbst wirbelt.
Es hat sein Blut zum Gesetz des Geistes erhoben
     und seines Volkes Namen zum Gott.
Darum liegst du wie Reif auf den Wäldern seiner Träume
     und wie Schnee auf den hohen Tannen seines Stolzes,
Denn du lässt dich nicht ins Joch der Menschen beugen
     und leihest deine Stimme nicht ihrer Vergängnis.
Du wirfst die Nationen vor dir nieder, dass du sie errettest,
Du heißt sie vor dir aufstehen, damit sie ihr Heil wirken!
Siehe, ihre Grenzen sind wie Mauern aus Schatten
     vor deinem Antlitz,
     und das Brausen ihres Hasses ist wie ein Gelächter,
Ihre Waffen sind wie ein Klirren aus Glas,
     und ihre Siege sind wie Lichter in kleinen Kammern!
Aber dein Sieg reicht vom Morgen bis zum Abend,
    und deine Flügel wachsen über alle Meere,
Dein Arm umfängt Mohren und weiße Leute,
    und dein Odem weht über alle Geschlechter,
Deiner Stunde schlägt keine Stunde,
    und deine Grenzen sind keine Grenzen,
    denn du trägst im Schoße das Erbarmen des Herrn!


(aus: Hymnen an die Kirche, Gertrud von Le Fort)

Donnerstag, 20. Juli 2017

Auch Mutter Teresa konnte es nicht allen recht machen

Am 5. September 2017 wird  in der kosovarischen Hauptstadt Pristina eine neue Kathedrale eingeweiht, wie katholisch.de heute meldet. Patronin des neuen Gotteshauses wird die heilige Mutter Teresa, deren Todestag sich an diesem Tag zum 20. Mal jährt.

"Todesengel", "Heuchlerin"... das sind nur einige Ausdrücke, die rund um die Heiligsprechung von Mutter Teresa  durch das Netz schwappten. Aber das war ja vorherzusehen. Immerhin wurde Agnes Gonxhe Bojaxhiu, so ihr Taufname, bereits zu Lebzeiten weltweit verehrt wegen ihrer aufopfernden Pflege der ärmsten Menschen Indiens. Viele bejubelten sie, sie bekam den Friedensnobelpreis und mehrere Promis liebten es, sich mit ihr zusammen ablichten zu lassen. Sogar mehrere Bischöfe und Päpste vertrauten ihrem Rat. Sie galt als der Engel der Armen, weil sie aus ihrer gesicherten Existenz als lehrende Ordensschwester ausbrach, um die ärmsten und kränkesten Menschen, die von ihrer Umwelt als "unberührbar" ignoriert wurden, zu helfen. Vielen ermöglichte sie, den letzte Wegstrecke auf Erden in menschenwürdiger Umgebung zu tun. Doch warum bin ich dann nicht überrascht, dass die Heiligsprechung Mutter Teresas in den meisten Medien bestenfalls hämisch glossiert wird?

DVD  und CD des Musicals "Come be my Light" (ESM 2011) 
sind erhältlich im Webshop der Gemeinschaft Emmanuel. 

In ihrer Ansprache anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises sprach sich Mutter Teresa in ungewöhnlich scharfen Worten gegen die Abtreibung aus. Als "Krieg gegen das Kind" und "eines der größten Übel der Gegenwart" geißelte die kleine Ordensschwester das, was engagierte Feministinnen immer noch als eine ihrer größten Errungenschaften ansehen. Da ist es doch klar, dass sie selbst eine Frau, die sie für ihren selbstlosen Einsatz an den Ärmsten bewunderten, für diese Haltung wider den Zeitgeist aufs schärfste verurteilen und ihr alles mögliche am Zeug flicken wollen. Respekt vor einer Lebensleistung ist halt nebensächlich,wenn es darum, eine der heiligen Kühe unserer Zeit zu verteidigen. Abtreibung ist eben unverzichtbar, wenn es um die stete sexuelle Verfügbarkeit der Frau geht. Dass eine ständige sexuelle Verfügbarkeit sowohl Männer wie auch Frauen in emotionale Abhängigkeiten treiben kann, sie quasi ihren Trieben unterordnet, das hörten schon die Menschen um Mutter herum nicht gern, galt sie damit doch "Spaßverderberin". Für Mutter Teresa war jedoch das Einstehen für ein würdiges Leben aller Menschen und dies vom ersten bis zum letzten Herzschlag logische Folge ihres christlichen Glaubens, sah sie doch in jedem Menschen Jesu Angesicht. Diese Ansicht muss man nicht teilen, sollte sie jedoch respektieren und nicht Personen mit missliebiger Meinung persönlich beleidigend beschimpfen, wie es auch heute leider oft geschieht.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Fernsehserie "Der junge Papst" - Ein faszinierender Blick auf Papsttum und Kirche

Wenn das Label "Papsting" einmal so richtig passt, dann jetzt, wenn es um eine Besprechung der neuen Fernsehserie "The Young Pope" (dt. Der junge Papst) geht. Eigentlich springe ich ja nicht über jedes Stöckchen begeisterter Kommentare, die einen dazu animieren wollen, etwas Neues unbedingt zu lesen oder zu sehen. Aus diesem Grund kommen meine 2cents auch erst jetzt, nachdem mancherorts der Hype um Sorrentinos Serie bereits abgeflaut ist. Aber diesmal konnte ich nicht länger widerstehen:  Jude Law sieht selbst in weißer Soutane unübertroffen gut aus und die Zigarette im Mundwinkel unterstreicht das noch. Ein wenig erinnert Pius XIII an den ebenfalls fiktiven Monsignore Lorenzo Farnese mit Rockerkopftuch aus Mme Elsas Blognovela, die bislang unvollendet blieb. Leider, leider, schnüff.

Natürlich ist Sorrentinos junger Papst erst einmal ein Gedankenexperiment. Allein aufgrund seiner Herkunft (USA, einer der größten weltpolitischen Player) und seines Alters (Anfang 40, jünger als alle Päpste der Neuzeit). Und trotz seines unbestreitbaren Charmes ist er von verstörender Schroffheit. Als Antwort auf die sinkenden Zahlen von Gottesdienstbesuchern und Berufungen versucht er den radikalen Schritt hin zur "kleinen Herde". Mit der Weigerung seines fiktiven Papstes, sogar sich selbst überhaupt zu zeigen, führt Sorrentino die vatikanische Medienarbeit der letzten Jahrzehnte ad absurdum. Die Idee dahinter ist simpel: Er stellt das Mysterium in den Mittelpunkt. Das Mysteriöse, Versteckte und Verbotene trägt von jeher eine geheimnisvolle Anziehungskraft in sich. Seltsamerweise wollen wir Menschen das, was wir nicht haben können am meisten. Diese Erkenntnis möchte sich der junge Papst für seine Kirche zunutze machen. Es stimmt ob der ostentativen Hinwendung zur Tradition (rote Schuhe, Mozzetta, roter Saturno, Seda gestatoria uvm) zumindest nachdenklich und stellt die Frage, ob der Bildersturm der 1970er Jahre nicht doch etwas zu heftig war. Eine Sehnsucht nach sinnlichen Eindrücken auch im religiösen Bereich scheint ja doch geblieben zu sein.

Viel wurde bereits über die angeblichen Zweifel des jungen fiktiven Papstes geschrieben. Ein "Papst mit Glaubenszweifeln" jubelte die Presse, "ein zerrissener Papst", der "Papst glaubt nicht an Gott". Letzteres würde ich, nachdem ich die ganze Serie (die leider nur aus einer Staffel besteht) gesehen habe, nachdrücklich bestreiten. Natürlich glaubt Pius XIII an Gott. Er ist ihm, der in einem katholischen Waisenhaus aufgewachsen ist, so selbstverständlich wie das Atmen. Er spürt ihn nicht immer und aus diesem Nicht-spüren erwächst etwas, was der berühmten "Nacht des Glaubens" sehr nahe kommt. Dass er trotz allem seine Beziehung zu Gott und seine priesterliche Berufung auch kritisch reflektiert ist weder revolutionär noch neu. Im Gegenteil. "Die zweite Berufung ist schwieriger und vorbelastet im Vergleich zur ersten. Man muss nicht mehr den Enthusiasmus der Jugend bändigen. Nein, jetzt ringt man mit der Ernüchterung und der Begrenztheit der Vernunft" lässt Paolo Sorrentino Kardinal Spencer zu seinem päpstlichen Schützling sagen. Ich finde das klingt sehr realistisch.

Natürlich gibt es auch die verstörenden Bilder und überzeichneten Darstellungen mit denen für die Serie geworben wurde. Weder Sorrentino noch sein Hauptdarsteller sind gläubige Menschen. Leider. Es wird Machtmissbrauch in verschiedenen Formen gezeigt und Menschen, die ganz ungeniert ihre Gott gegebenen Versprechen brechen, besonders in sexueller Hinsicht. Man muss ja auch nicht allem und jedem zustimmen. Immerhin ist es auch nur Kunst. Alles in allem würde ich aber sagen, dass Sorrentino eine Interpretation des Papsttums gelungen ist, die das Hinschauen lohnt.

Dienstag, 18. Juli 2017

#Ehefüralle, #Kinderfüralle und was ich damit zu habe

Ich lebe also in einem Substitut. Das habe ich bei der Lektüre eines Artikels von Bernhard Meuser zur umstrittenen, jetzt leider offiziell genehmigten "Ehe für alle", gelernt.
 >> Der Staat muss zunächst einmal vom Ideal einer gelungenen Familie ausgehen, ja sogar das Gelingen möglichst vieler idealer Konstellationen aktiv fördern, bevor er sich in einer hierarchischen Reihenfolge den Substituten zuwendet. Substitute müssen ihrer Eigenart entsprechend auch gefördert werden, aber sie dürfen niemals dem Ideal der klassischen Familie gleichgestellt werden. <<
Das klingt erst einmal ziemlich hart, wenn man wie ich aus der besten aller möglichen Familien stammt, um den Spruch von Leibniz einmal abzuwandeln. Aber irgendwie stimmt es doch. Vollkommen unabhängig von jeglicher sexueller Orientierung entstammt jeder Mensch erst einmal der biologischen Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau. Auch ich habe eine biologische Herkunft, auch wenn ich die Menschen nicht kenne, denen ich mich verdanke. Aber das ist ja nicht meine Schuld. Und gerade aus dem Grund, weil meine leiblichen Eltern mich nicht selbst aufziehen, konnten, bin ich froh, in einem "Substitut" gelandet zu sein, dass dem Ideal so nahe kommt, wie es nur geht. Nämlich mit einem Vater und einer Mutter, die auch miteinander verheiratet sind und mir so einen Platz in ihrem Stammbaum bieten konnten. Aus Liebe, aus keinem anderen Grund!
Jetzt höre ich schon wieder die #Aufschreie, dass auch homosexuelle Verbindungen liebevoll sein können und auch Menschen gleichen Geschlechts Kinder aufziehen können. Natürlich können sie dies. Niemand bestreitet das. Gerade in der Nachkriegszeit, als viele Männer gefallen oder vermisst waren, haben sich Frauen zusammengetan, Verwandte oder Freundinnen, deren Kinder oft  gemeinsam und mit mehreren weiblichen Bezugspersonen aufwuchsen. Geschadet hat es ihnen sicher nicht. Aber die Väter fehlten doch. Auch wenn diese Kinder das vielfach erst nach langer Zeit, im Rückblick sozusagen, feststellen. Es fehlte der Gegenpol in ihrer Erziehung, das ausgleichende Element.

Mit der Einführung einer #Ehefüralle, die früher oder später ein flächendeckendes Recht auf Kinder auch für homosexuelle Paare nach sich ziehen wird, fördert man nun aber "Familien", in denen der eine oder andere Gegenpol fehlen wird. Nicht durch Tod oder Trennung, sondern schon von vorneherein. Und anders als die Organisation, die vor mehr als 30 Jahren meien Adoption abwickelte, sucht man nicht mehr "Eltern für Kinder" sondern "Kinder für Eltern". Es findet also eine Akzentverschiebung statt. Im Fokus stehen nicht mehr die Kinder, sondern die Erwachsenen und ihre Bedürfnisse. Jeder Mensch scheint gerade ein "Recht auf ein Kind" zu haben. Um die Rechte der Kinder schert sich niemand, auch nicht die, die vor Kurzem noch Kinderrechte im Grundgesetz verankert sehen wollten, um diese nötigenfalls gegen die Rechte der Eltern ausspielen zu können.

Da wir inzwischen so daran gewöhnt sind, dass alle Rechte sofort und für alle erfüllt werden müssen, ist die flächendeckende Bereitstellung künstlicher Alternativen zur Zeugung der nächste logische Schritt: IVF und Leihmutterschaft werden zum lukrativen Geschäft. Dies kann man in Ländern wie Großbritannien sehen, in denen die "Ehe für alle" bereits gilt. Interessanterweise setzt sich dann auch in diesem, so sensiblen und intimen Bereich eine kühle Marktlogik durch. Um IVF und Leihmutterschaft möglichst günstig anbieten zu können, weicht man, wie in der Produktion von Industriegütern, auf die sog. Dritte-Welt-Staaten aus. Dabei wollen die reichen Kunden aus den Industrienationen dann Kinder die ihnen äußerlich ähnlich sehen. Die Frauen aus den Niedriglohnländern Südostasien, deren Gebärmuttern "gemietet" werden, sollen deswegen auf keinen Fall ihre Gene weitergeben. Dass hier eine ganz neue Art der Ausbeutung von Menschen und des Rassismus anklingt, hören die wenigstens in ihrem Rausch der Machbarkeit.

Ich kann also weiterhin meine Adoptivfamilie, die aus einem leider allzu früh verstorbenen Vater und einer Mutter besteht, als meine "echte" Familie bezeichnen und dennoch vor dem Recht homosexueller Paare auf Kinder warnen. Dennoch, oder gerade deswegen.

Der Zentralrat der orientalischen Christen in Deutschland hat einen neuen Vorstand.


© Bild und Text aus der Pressemitteilung des ZOCD vom 15.07.2017
Nach zwei Jahren Amtszeit zog sich ein Teil des Vorstandes des Zentralrates Orientalischer Christen in Deutschland e.V. aus privaten und beruflichen Gründen von seinen Aufgaben zurück und übergab diese in neue und altbewährte Hände. Neuer Vorsitzender wurde Simon Jacob, Angehöriger der syrisch-orthodoxen Kirche, Mitbegründer des Zentralrates und bereits von 2013 bis 2015 Vorsitzender. Als stellvertretender Vorsitzender wurde Christos Marazidis, gr.-orthodoxe Kirche, in seinem Amt bestätigt. Neuer geschäftsführender Vorstand ist Daniela Hofmann von der römisch-katholischen Kirche. Das Amt des Schriftführers bekleidet Rabia Makhoul, maronitische Kirche.
Die Beisitzer sind Markus Meleka und Mina Ghattas von der koptisch-orthodoxen Kirche, Yeksa Bakircian von der armenisch-apostolischen Kirche, Paulus Kurt von der syrisch-orthodoxen Kirche sowie Ferit Tekbas von der rum-orthodoxen Kirche.
Ein besonderes Vertrauenszeichen wurde seitens der Mitglieder gesetzt. Jeder einzelne Vorstand wurde einstimmig, ohne Gegenstimme oder Stimmenthaltung gewählt.
In dem sich anschließenden Segnungsgebet wurde der neue Vorstand im koptisch-orthodoxen Kloster Brenkhausen von Bischof Anba Damian gesegnet und verdiente Mitglieder des Zentralrates geehrt.
Als neue Friedensbotschafter wurden Mike Malke und Johannes Atug ernannt.
 ***
Die Arbeit geht also weiter. Lasst nicht nach, bis zum Frieden ist es ein langer Weg. Und ich habe mir gerade euren Mitgliedsantrag heruntergeladen. Die Zeit ist reif, nicht mehr länger an der Seitenlinie beobachtend stehen zu bleiben.

Freitag, 14. Juli 2017

Beten wir mit dem Heiligen Vater im Juli 2017: Für eine Rückkehr des Glaubens

Dass unsere Schwestern und Brüder, die den Glauben verloren haben, durch unser Gebet und unser Zeugnis für das Evangelium die barmherzige Nähe des Herrn und die Schönheit des christlichen Lebens wieder entdecken.

Donnerstag, 8. Juni 2017

Mein erstes Sauerteigbrot


Nun ist es also fertig. Schade, dass ihr jetzt nicht riechen könnt, wie das Brot duftet! Gut, es ist irgendwie nicht so gut aufgegangen wie ich das gern gehabt hätte; mehr in die Breite als in die Höhe, aber auf fern Geschmack kommt es an. Schauen wir mal ob der Sauerteig was bewirkt hat, so wie Jesus das selber gesagt (Mt 13,33).
Den Sauerteig habe ich übrigens ausnahmsweise mit Weizenmehl angesetzt (normal und vollkorn) und Wasser. Drei bzw vier Tage immer wieder den Sauerteig "füttern". Ganz wichtig! Das Gefäß nicht luftdicht verschließen, das Anstellgut  braucht Sauerstoff!
Ich habe mir einen Rest des Anstellgutes behalten und werde ihn weiter"füttern" für künftige Backprojekte.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Beten wir mit dem Papst im Juni 2017: Für die Mächtigen

Für die Lenker der Staaten: Dass sie sich fest verpflichten, jeglichen Waffenhandel zu unterbinden, der so viele unschuldige Menschen zu Opfern macht.

Freitag, 19. Mai 2017

Save the Date! Friedensdemo in München: Samstag, 20.05.2017!

Dass bei den Vertreibungs- und Vernichtungsaktionen in der jungen Türkei der Jahre 1915 - 1919 nicht nur Armenier und Assyrer zu Millionen in Todensmärschen, Folterungen und gezielten Exekutionen getötet wurden, daran kann inzwischen kaum einer mehr vorbei. Politiker in der heutigen Türkei schaffen es bis heute, diese, ihre eigene Geschichte zu leugnen. Die Entscheidung des Deutschen Bundestages im letzten Jahr, die massenhafte Vernichtung ethnischer Minderheiten in der Türkei als Genozid zu bezeichnen, war lange überfällig. Namentlich wurden dabei die Armenier genannt. Leider waren aber auch andere Ethnien davon betroffen, wie z.B. die Griechen der Pontus Region.
Um nun die öffentliche Aufmerksamkeit auch auf die anderen verfolgten Ethnien zu lenken, lädt der Zentralrat orientalischer Christen für morgen, Samstag, 20.05.2017 zu einer Friedensdemonstration nach München. Die Demo beginnt am Karlsplatz / Stachus und geht einmal quer durch die Münchner Innenstadt!


Denn, wie Simon Jacob in diesem Einladungsvideo sagt: "Wenn wir die Vergangenheit vergessen, die Gegenwart verdrängen, werden wir das gleiche Leid immer wieder durchmachen müssen!"

Freitag, 28. April 2017

Meine neue Küche

Räumen und Ordnen tun der Seele gut. Das behaupte ich jetzt einfach mal. Manchmal ist es auch direkt lebensnotwendig. Weil man, wie in unserem Fall, die Wohnung der verstorbenen Großmutter mit auflösen darf und dabei einiges zusammenkommt, was man für den eigenen Haushalt brauchen kann. Wobei "Haus"halt recht hoch gegriffen ist; wir wohnen auf 30qm und in einem Zimmer. Die Lage ist perfekt und es ist kuschelig, stellt aber natürlich immer wieder die Anforderung an unseren, bzw. meinen, Ordnungssinn kreativ zu werden. Auf Instagram hatte ich schon mal meinen Versuch geteilt, aus der einen Nische eine funktionierende Küche zu machen.

Das sah schon recht gut aus. Mit den Sachen von Oma stellen sich jetzt natürlich neue Herausforderungen. Zunächst war ein Streifzug durch das nächstgelegene schwedische Möbelhaus angesagt. Jetzt weiß ich auch, warum Frauen früher mehr gesammelt als gejagt haben. :-D
Der Unterschrank wandert ganz in die Ecke, darauf meine Mikrowelle. (Die hat eine Umluftfunktion; ich kann also endlich wieder backen.)

Vorausgesetzt das Paket des schwedischen Möbelhauses kommt an, werde ich daneben einen klappbaren Wandtisch montieren. So habe ich gleich mehr Arbeitsfläche, auch für die Kochplatten. Dazu kommen Regale und Regalelemente, denn ich habe nur einen Oberschrank und da kommt das Geschirr rein. Soweit der Plan. Auf dem Instagrambild seht ihr den Status quo und dieses Wochenende soll die große Räumaktion starten. Quasi als Frühjahrsputz. Nächste Woche kann ich dann hoffentlich schöne Vorher-Nachher-Fotos präsentieren. Sowas macht auch Spaß!

Donnerstag, 2. März 2017

Gebetsanliegen des Heiligen Vater im März 2017

Um Hilfe für die verfolgten Christen: Sie mögen von der ganzen Kirche durch Gebet und materielle Hilfe unterstützt werden.

Montag, 6. Februar 2017

Treue der Kirche

Du allein suchtest meine Seele!
    Wer will das Recht deiner Treue schmälern?
Meine Seele war wie ein Kind,
     das man im Verborgenen aussetzt.
Sie war eine Waise an allen Tischen des Lebens
      und eine Witwe im Arme des Geliebten.
Meine Brüder haben sie verachtet,
      und meine Schwestern haben ihr fremd getan.
Die Klugen der Welt haben sie verraten.
Wenn sie dürstete, gaben sie ihr Vergängnis,
      und wenn sie sich ängstigte, sprachen sie: du bist ja gar nicht!
Sie haben sie zu meinem Herzen geschickt,
      als wäre sie ein Tropfen seines Blutes.
Sie haben sie zu meinem Verstand geschickt,
      als wäre sie ein Gedanke.
Sie war wie ein Wild in den Wäldern dunkler Triebe
      und wie ein gescheuchter Vogel im toten All.
Sie war wie eine, die lebenslang stirbt.
Du aber hast für sie gebetet, das hat sie errettet.
Du hast für sie geopfert, davon hat sie gezehrt.
Du hast sie wie ein Kleinod beweint,
      darum jauchzt sie deinen Namen.
Du hast sie wie eine Königin erhoben,
      darum liegt sie dir zu Füßen.
Wer will das Recht deiner Treue schmälern?


aus: Gertrud von Le Fort, Hymnen an die Kirche

Wir brauchen gute Priester...

...und gute Priester brauchen eine gute Ausbildung!

Eine wirklich gute und fundierte Ausbildung braucht Zeit. Und leider ist sie auch nicht ganz kostenlos zu haben. Das kennen wir alle. Fast jeder hatte einen Nebenjob zum Studium, wenn er nicht von Bafög oder Mama unterstützt wurde.

Wie hat man dieses Problem eigentlich früher gelöst?
Ein Blick in die Kirchengeschichte verrät uns, dass mit dem Ablegung der Gelübte, der Orden für den Unterhalt des jungen Ordensmannes (oder der Ordensschwester) verantwortlich ist. "Armut" heißt ja nicht "dahin vegetieren". Auch ein Minderbruder beispielweise muss ja was essen. Und die Bücher für seine Priesterausbildung waren schon damals kostspielig. Damals funktionierte das nur durch das Mäzenatentum: Privatleute spenden Geld, Lebensmittel, Kleidung, oder was immer die Ordensleute für Ausbildung und zum Überleben brauchten. Im Gegenzug wurden den großzügigen Förderer im Gebet und regelmäßigen Heiligen Messen gedacht.

Zum Beispiel heute: Die Legionäre Chrisi
Nach demselben Prinzip vertrauen die Legionäre Christi auch heute ganz auf die Vorsehung Gottes. Er hat diese Kongregation und ihr Wirken in der Arbeit für Kinder und Jugendliche gewollt und hat dies mit der, durch die Kirche begleiteten, Erneuerung der Statuten bekräftigt. Also vertrauen sie darauf, dass Er auch Menschen findet, die dabei mithelfen, dass diese Kongregation ihre Arbeit weiterführen kann. Und dazu gehört die Ausbildung neuer Priester. Zwischen 12 und 14 Jahren kann diese Ausbildung in der Kongregation der Legionäre Christi dauern. Nach der zweijährigen Orientierungszeit des Noviziats und der Ablegung der ersten Profess, beginnt der junge Ordensmann seine akademische Ausbildung mit humanistischen, philosophischen und theologischen Studien. Daneben beinhaltet die Ausbildung auch ein zwei- bis dreijähriges Praktikum in apostolischen Projekten. Dieses ist vergleichtbar mit der Kaplanszeit der Diözesanpriester, nur ist das Praktikum in die Ausbildung integriert, denn danach gehen die jungen Ordensmänner zurück an die Universität und schließen das Theologiestudium ab. Sie können also zwischenzeitlich ihre akademischen Kenntnisse schon mal auf "Praxistauglichkeit" prüfen.

Zurzeit studieren rund 10 Ordensmänner aus dem mitteleuropäischen Territorium in Rom, weitere 10 Novizen bereiten sich auf den Eintritt ins Ordensleben vor. Wenn ihr die Ausbildung dieser jungen Männer unterstützen möchtet, könnt ihr das gerne tun mit einer Spende auf das Konto des Legionäre Christi e.V. bei der Pax Bank in Köln (IBAN: DE45 3706 0193 0032 4200 10 und BIC: GENODED1PAX). Ihr könnt auch online spenden über folgenden LINK ⇀ https://www.regnumchristi.org/sslforms/spendepriesterausbildung.php

Wer ein Studium absolviert hat, wird sich über monatlichen Kosten zwischen 700 und 800 Euro pro Person nicht wundern, besonders wenn man bedenkt, was darin alles enthalten ist: von den Lehrmaterialien, Bücher, Computer, Lebensmittel, Kleidung, Krankenversicherung, sowie die Unterbringungen an den jeweiligen Ausbildungsorten. Für ca. 30 Euro kann also ein Ordensmann einen Tag lang leben und studieren.

Auch wenn es bis zur österlichen Bußzeit noch ein wenig hin ist, wäre das nicht eine Idee für ein Fastenopfer?

Freitag, 3. Februar 2017

Fatima-Gedenken im "hörenden Herz"

 Keiner hätte es sich vorstellen können: Es begann am 13. Mai 1917 nahe des kleinen portugiesischen Ortes Fatima, als drei Hirtenkinder, die ihr Vieh hüteten, mehrere Erscheinungen sahen. Zunächst erscheint ihnen ein Engel in Gestalt eines jungen Mannes, der sie lehrt den Rosenkranz zu beten und sie darum bittet, dies täglich und inbrünstig zu tun. Hernach erscheint ihnen die Gottesmutter Maria selbst als wunderschöne, weiß gekleidete Dame und vertraut ihnen Geheimnisse über den Fortgang der Geschichte und die Zukunft der Menschheit an. So sehen die drei kleinen Zeugen zunächst die Hölle mit all ihren Schrecknissen, die himmlischen Herrlichkeiten und als Drittes die Schilderung eines "Bischofs, ganz in weiß gekleidet, der durch eine zerstörte Stadt geht und niedergestreckt wird von Schüssen". Jene rätselhafte Schilderung also, die seither als das berüchtigte "dritte Geheimnis von Fatima" Eingang in ungezählte Fantasien und Verschwörungstheorien rund um den Vatikan gefunden hat. Abseits von aller Fiktion waren diese Geschehnisse jedoch Realität. Manchmal schreibt das Leben eben doch die spannendsten Geschichten.


Die drei Hirtenkinder von Fatima haben es gesehen, in ihrem Herzen und Gedächtnis bewahrt und und Lucia, die Zeugin, die überlebt hat, schrieb es nieder in dem Augenblick, als sie vom Bischof von Leiria den Auftrag und von Unserer Lieben Frau die Erlaubnis erhielt. Und das konnte sie, weil zu jenem Zeitpunkt die Erscheinungen geprüft und kirchlich anerkannt waren. Daher wissen wir auch, dass selten zuvor Ereignisse unserer eigenen Geschichten so präzise vorhergesagt wurden wie vor 100 Jahren in der portugiesischen Provinz. Aufstieg und Fall des sowjetischen Reiches, sowie der Beginn des Zweiten Weltkriegs während des Pontifikats von Pius XII, den die Muttergottes nebenbei ebenfalls prophezeite, denn 1917 hieß der Papst immer noch Benedikt XV. Die Päpste nach ihm haben Fatima und seine Botschaften immer sehr ernst genommen. Johannes Paul II. hat schließlich 1981 die verlangte Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens vollzogen. Zehn Jahre später fiel der Eiserne Vorhang und die Christen in der ehemalige Sowjetunion bzw. Russland konnten ihren Glauben wieder in Freiheit leben. Das ging dann schon in die Richtung "Russland wird sich bekehren", wie von der Muttergottes 1917 vorausgesagt hat.

⇒ Fern von aller Schwarzmalerei soll es im Laufe dieses 100-Jahre-Jubiläumsjahres darum gehen, die Bedeutung der Prophezeihungen der Muttergottes von Fatima näher vorzustellen. Dabei soll es natürlich besonders darum, was das für mein persönliches Leben mit Jesus in der Katholischen Kirche bedeutet.

Gebetsanliegen des Heiligen Vaters im Februar 2017

Dienstag, 10. Januar 2017

Salat im Glas

Als ich das erste Mal von dieser Idee hörte, dachte ich, jetzt sind sie total übergeschnappt. Es gibt ja immer wieder so Trends beim Essen, irgendetwas, was gerade total angesagt ist, weil es gesünder, schmackhafter oder einfach hipper ist als alles bisher dagewesene. Praktikabiliät wird seltener beworben, aber in Zeiten von Single - Haushalten und Vollzeit-Beschäftigten verliert auch das "Essen zu mitnehmen" seinen spießigen Ruf. Da wir aber natürlich den alten Brotboxen vom Schulhof längst entwachsen sind, wird es umbenannt und in auch die Verpackungsmöglichkeiten werden ausgefallener. Da bekommt auch Mamas altes Marmeladenglas eine neue Verwendung. (Wobei auch das Einkochen von Gemüse oder Einwecken von Obst wieder eine Renaissance erlebt in meiner Generation, nebenbei bemerkt. Aber das wäre ein anderes Thema). Auf jeden Fall wollte ich das jetzt auch mal ausprobieren; denn es stimmt schon, ständig Döner oder Kantine ist auch fad. 

...und es ist fertig zum Mitnehmen.
Wenn man verschiedene Lebensmittel im Glas schichtet, ist das Wichtigste, dass man mit dem Dressing am Glasboden beginnt. Daher habe ich mich für den Anfang für einen Nudelsalat entschieden, weil ich nicht wusste, welche Lebensmittel mehr oder weniger Flüssigkeit absorbieren. Und das Ganze soll ja nicht ganz durchgematscht ankommen. Für einen leicht mediterranen Touch habe ich italienische Kräuter für das Dressing genommen, dazu Essig, Öl, Pfeffer und Salz. Danach habe ich mit einigen Cocktailtomaten begonnen, darüber kommen dann gekochte Spirrelli Nudeln und kleine Mozzarella Kugeln. Dann noch Zwiebeln und Salatblätter, damit das Glas voll wird.

Kleiner Tipp! Für den Transport ist die Schichtung im Glas sehr gut geeignet. Zum Essen sollte man es dann schütteln und den Inhalt auf einen großen Teller geben.

Donnerstag, 5. Januar 2017

Für alle Eltern von Priestern

Die Entscheidung, einer geistlichen Berufung nachzugeben, "Ja" zu sagen zu Gott und diesen Weg zu gehen, der zu Priestertum oder Ordensleben führt, ist immer eine ganz persönliche Sache. Die Freunde, ja selbst Eltern und Geschwister, bleiben im Prozess der Entscheidungsfindung meist außen vor. Raten können sie, doch die Entscheidung muss jeder für sich allein treffen. Wie geht es Eltern, Geschwistern, Freunden, wenn sie den Sohn, Bruder, besten Freund dann als Priester wiederfinden? Das aktuelle L-Magazin (Ausgabe 02_2016) der Legionäre Christi und des Regnum Christi geht dieser Frage nach. Auf Seite 17 könnt ihr nachlesen, was die Priesterweihe für Eltern und Geschwister der am 10. Dezember 2016 geweihten Neupriester bedeutet. Und während die gedruckte Fassung  in diesen Tagen produziert wird und sich auf den Weg zu den Lesern macht, könnt  ihr das ganze L-Magazin auch hier direkt online lesen oder als pdf herunterladen.

Auch das Lied "Your Song" von Pater Albert Gutberlet beschäftigt mit diesem Thema. Es ist jenen Eltern gewidmet, die einen Priester als Sohn haben. Ab 2:07 Minuten heißt es dort:
We have been longing for this moment all those years;
A time of hope, a time of struggles, joys and tears.
Am if I'm here today and faithful to God's call,
It's sure His work, but after all:
How much is due to what you've done!
From you I've learned to walk
I've learned to talk,
I've learned to pray,
To make my stand, to go my way.
Now let me thank you with this song.