Dienstag, 31. Dezember 2013

Das Jahr 2013... nach Gertie

Ein interessantes Jahr geht zur Neige. Abschiede und Neubeginn allenthalben,  nicht nur auf der Ebene der großen Welt- und Kirchenpolitik,  sondern auch in meinen ganz persönlichen Niederungen.  War das vorhergehende Jahr geprägt vom loslassen (meinem Papa,  das Studentendasein) und durchstarten (mein erster 'richtiger' Job,  so ist es dieses Jahr ganz ähnlich zugegangen. Eine Arbeitsstelle ging zu meinem großen Leidwesen zu Ende,  aber der Herr sorgte gut und so wartete schon der nächste Job am Horizont. 

Außerdem haben wir einen neue Papst bekommen,  nachdem der Vorgänger in einer Demut,  die ihresgleichen sucht,  die Kathedra Petri frei gemacht hat.  Der Stil hat sich geändert und doch ist der Papst und bleibt die Kirche... katholisch.
"Du bist Petrus,  der Fels, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen".

Frage: Geht das eigentlich nur mir so,  oder kommen pünktlich zum Jahreswechsel noch mal alle Irren aus ihrem Löchern,  um auch noch das letzte bisschen mediale Aufmerksamkeit aufzusaugen wie die Bluthunde?  Ich trau mich schon kaum mehr den Fernseher anzumachen oder einen Blick in die Social Media zu werfen, fast überall begegnen einem Leute,  die unsere geliebte Una Sancta mit Dreck bewerfen, die immer selben, längst widerlegten 'Argumente' wiederkäuend.  Solche Leute können dann natürlich auch angesichts der weltweiten Christenverfolgung nur die Achseln zucken.  Das Schweigen hierüber ist schon so laut geworden,  dass es selbst einer Berliner Zeitung aufgefallen ist. 

Vielleicht werde ich einfach älter. Ja auch ich werde älter, auch wenn sich jetzt zwei Drittel der Blogoezese vor Lachen den Bauch halten.  Dafür werde ich allerdings morgen auch durchstarten,  nach Augsburg und in mein ganz persönliches Youcat Abenteuer. 

Es bleibt also spannend auf dieser Reise mit Jesus und seiner heiligen,  katholischen Kirche. 


In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein gutes,  von Gott behütetes Jahr 2014 A.D.

Sonntag, 29. Dezember 2013

Interessante Zeiten (2)

Du lebst in interessanten Zeiten,  wenn

... eine arme,  verblendete Frau ungehindert und nackt im Kölner Dom Randale machen kann und nicht sie die mediale (und juristische) Schelte kassiert,  sondern diejenigen,  die versucht haben,  sie daran zu hindern sich und sämtliche Messbesucher noch weiter zu beschämen / belästigen. 

Familiengebet von Papst Franziskus

Jesus, Maria und Josef, 
in euch betrachten wir den Glanz der wahren Liebe, 
an euch wenden wir uns voll Vertrauen. 

Heilige Familie von Nazareth, 
mache auch unsere Familien zu Orten der Gemeinschaft 
und Räumen des Gebetes, 
zu echten Schulen des Evangeliums 
und kleinen Hauskirchen. 

Heilige Familie von Nazareth, 
nie mehr gebe in unseren Familien Gewalt, 
Verschlossenheit und Spaltung: 
Wer Verletzung erfahren oder Anstoß nehmen musste, 
finde bald Trost und Heilung. 

Heilige Familie von Nazareth, 
möge die kommende Bischofssynode 
in allen wieder das Bewusstsein erwecken 
für die Heiligkeit und Unantastbarkeit der Familie, 
für ihre Schönheit im Plan Gottes. 

Jesus, Maria und Josef, hört und erhört unser Flehen!



(Text von der Website von Radio Vatikan, 29.12.2013 mg)

Dienstag, 24. Dezember 2013

Die Weihnachtsglocken

Horch, die Weihnachtsglocken klingen
aus dem fernen Heimatland,
und ich höre Lieder singe,
die nur dort so wohl bekannt.
Weihnachtssegen, Weihnachtsfrieden,
künden sie mir wie im Traum:
von der Heimat, von den Lieben,
unterm grünen Weihnachtsbaum.

Wo die deutschen Tannen stehen,
heut mit heller Lichterkron’,
dorthin meine Wünsche gehen,
denn die Lieben warten schon.
Warten, dass aus meinem Munde
Weihnachtsjubel werde laut,
blicken auf zur Sternenrunde,
die vom Himmel nieder schaut.

Eltern, hört Ihr nicht meine Lieder,
die ich sende in die Nacht?
Säng’ sie gar zu gern euch wieder,
bei des Lichterbaumes Pracht.
Spürt Ihr nicht mein heißes Sehnen,
fühlt Ihr nicht mein tiefes Weh,
nach dem Weihnachtsfest, dem schönen,
nach dem deutschen Weihnachtsschnee?

Sitz hier einsam und verlassen,
und im Herzen tiefes Leid,
ohne Weihnachtsschmuck die Straßen,
und die Heimat ist so weit.
Kann das Christkindchen nicht finden,
unsern kleinen stillen Raum?
Könnt Ihr ihm den Weg nicht künden,
dass es bring’ den Weihnachtsbaum?

Weihnachtsglocken hör ich klingen,
dennoch in der stillen Nacht,
und die Englein Lieder singen,
haben Hoffnung uns gebracht.
Einmal ist das Leid zu Ende,
ich steh unterm Weihnachtsbaum,
gebe Euch zum Gruß die Hände,
einst wird Wahrheit dieser Traum.


Dieses Gedicht stammt aus der Feder von Gerhard Orgaß (1923-2013), dem jüngsten Bruder meines dichtenden Soldatengroßonkels. Er schrieb es in einem Brief an seine Eltern und Geschwister aus der französischen Kriegsgefangenschaft, der vom 18.10.1946 datiert. Darin bat er, diese Zeilen auf das damals bekannte und beliebte Lied „Horch, die Weihnachtsglocken klingen“ von Karl Bergmüller (Op. 36) zu singen. Eine alternative Interpretation (nach Zählen der Silben) wäre auch „Hark! The Herald Angels sing" von Felix Mendelssohn - Bartholdy. In diese Sinne: 

Fröhliche Weihnachten allen Leserinnen und Lesern!

Montag, 23. Dezember 2013

O Emmanuel





O Emmanuel,
unser König und Gesetzgeber,
Du Erwartung und Heiland der Völker.
Komm, uns zu erlösen.
Herr, unser Gott.

Sonntag, 22. Dezember 2013

O Rex Gentium





O König und Ersehnter der Völker,
Du Eckstein, der Du aus zweien eine Einheit schaffst.
Komm und erlöse den Menschen, den Du aus Erde gebildet.

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Weihnachten: es kommt der Gott-mit-uns

>>Liebe Brüder und Schwestern, in der heutigen Katechese wollen wir uns dem Geheimnis von Weihnachten, der Geburt Jesu Christi hier auf Erden, widmen. Gott kommt, um unter den Menschen zu wohnen, und er tut dies in ärmlichsten Verhältnissen, in einem einfachen Stall. Er will keine unnahbare Gottheit sein, sondern zeigt sich uns in einer menschlichen Person, als der Gott mit uns. Im Kind von Betlehem macht Gott uns das Geschenk seiner Liebe. Die Liebe ist eine geistliche Kraft, die uns verwandeln will. Der sich für uns erniedrigt, lädt uns ein, ihm ähnlich zu werden: uns klein zu machen mit den Kleinen und arm mit den Armen. Helfen wir unseren Brüdern und Schwestern, die in Not sind, dass sie sich nicht allein fühlen. Jesus sagt uns, dass alles, was wir den geringsten unserer Brüder und Schwestern Gutes tun, wenn wir ihnen Nahrung geben, sie aufnehmen, sie besuchen, sie trösten und stärken, das Gleiche bedeutet, als hätten wir dies dem Sohn Gottes getan. Es gibt jemanden, der Jesus seine ganze Liebe geschenkt hat, und das ist seine Mutter Maria. Sie dürfen wir bitten, uns bei unserer Christus-Nachfolge zu begleiten, im Antlitz des Schwachen und Benachteiligten das Bild des Mensch gewordenen Sohnes Gottes zu erkennen und Zeugen seines Lichts, seines Friedens in der Welt zu sein.<<

(Generalaudienz vom 18.12.2013; Text von der Website des Vatikan)

Dienstag, 17. Dezember 2013

Feliz Cumpleaños, Santo Padre!

Papst Franziskus hat heute Geburtstag.  Ja,  auch Päpste waren mal klein.  Heute vor 77 Jahren wurde Jorge Mario Bergoglio in Argentinien geboren.  Nachdem inzwischen im Vatikan lebt,  haben sie sich auch dort die Mühe gemacht und ein Geburtstagsalbum zusammengestellt.  --> bitte hier klicken,  sich dran freuen und mal kurz an das Geburtskind denken. Die Journalisten von news24.com  und dailymail.co.uk haben in den Familienalben der Bergoglios geblättert und ein paar Fotostrecken zusammengestellt.

 
Der junge Priester Jorge Mario
und seine Eltern und Geschwister.
 
Der kleine Jorge Mario.
 
 
Die Eltern Mario Bergoglio und Regina Sivori.
 

Samstag, 14. Dezember 2013

Hl. Bruder Konrad, bitte für Mia Sophie

Gebetskerze von Christoph Kraus.  

Der hl. Bruder Konrad ist der Freund aller Kinder. Er verteilte früher viele Stücke Brot an die Jugend und heute bitten wir ihn, dass er Mia Sophie auch ein kleines Stücklein davon hergibt. Mehr wollen wir doch gar nicht. Aber das genügt.
Das Wasser muss jetzt dringend aus dem Körper. Wir alle wissen: Brot saugt. Das Brot des Lebens hat erst recht eine heiligende Macht. 

Bitten wir den Heiligen Bruder Konrad um seine Fürsprache! Es gibt da auch eine kleine Litanei, z.B. hier.

Freitag, 13. Dezember 2013

Was die kleine Mia Sophie mit dem Estrela-Bericht zu tun hat

Das hat Rudolf Gehrig von EWTN in einem ganz starken Artikel herausgearbeitet. Da bekommt der Lebensschutz tatsächlich "eine ganz neue Qualität", wenn die große Politik urplötzlich in das ganz persönliche Leben hereinbricht. Vielen Dank, Rudolf und Du schaffst das, Mia Sophie!

>>Der Estrela-Bericht wurde entworfen, um einen Gesetzentwurf vorzubereiten, der die „sexuelle und reproduktive Gesundheit und die damit verbundenen Rechte“ in allen EU-Mitgliedstaaten durchsetzt. Unter „sexueller und reproduktiver Gesundheit“ wird beispielsweise auch künstliche Verhütung und Abtreibung verstanden, die nach dem Willen Edite Estrelas zum Menschenrecht erklärt werden soll. [...]  
Während ich mit dem Kollegen in Straßburg nach dem letzten Interview das Auto für die Rück-fahrt belud, kämpfte die kleine Mia-Sophie im Krankenhaus in Deutschland um ihr Leben. Die Operation lief nicht wie geplant, zeitweise fürchteten die Ärzte, dass sie auf dem Tisch liegen bleibt. Am späten Abend durften die Eltern endlich wieder zu ihrer Tochter, wenn auch nur kurz. “Unser Sonnenschein ist auf jeden Fall eine Kämpferin und beweist immer wieder, dass sie leben will”, sagen sie. Per SMS teilt mir mein Freund mit, dass er seine Tochter notgetauft hat. Die Katholische Kirche hat ein Mitglied mehr. Und ich eine weitere Glaubensschwester. “Sie darf noch nicht gehen”, schreibt der junge Vater und ringt mit Gott, dass Er das irdische Visum seiner Tochter noch einmal verlängern möge.

Am nächsten Tag kommt es in Straßburg zur Entscheidung. Das EU-Parlament soll über den Estrela-Bericht abstimmen. Ich fühle eine innere Spannung, da mir beim Studium des Dokuments bewusst geworden ist, dass es dort nicht nur um ein paar Gesetze oder die finanzielle Unterstützung dubioser Abtreibungsorganisationen geht. Nein. Dort geht es auch um – Mia-Sophie. Die Parlamentarierin Estrela gibt vor, die Gesundheit der EU-Bürger verbessern zu wollen, indem sie das Problem ungewollter Schwangerschaften mit dem Recht auf Abtreibung und Verhütung “löst”. Kinder sollen nur noch leben dürfen, wenn sie erwünscht sind. Und: wenn sie gesund sind. Heißt das, dass Menschen mit Behinderung keine lebenswertes Leben haben? Müssen sich mein Freund und seine Frau dafür rechtfertigen, Mia Sophie auf die Welt gebracht zu haben? Muss sich Mia Sophie dafür entschuldigen, weil sie trotz Trisomie 21 leben will?<<

Sonntag, 8. Dezember 2013

Jetzt aber

Warum kommen immer dann,  wenn man sich fest vorgenommen hat,  online etwas kürzer zu treten (zugunsten der inneren Sammlung), die meisten Ideen,  die auch noch in Posts umgesetzt werden wollen? Was soll das? Will mich da jemand von den wirklich wichtigen Dingen abhalten; hat sich einer als mein innerer Schweinehund maskiert? ;-)
 
Häkeln (Rudolf Epp, 1890)
Tee trinken (Adrien Henri Tannoux, 1892)
Mit dem Herrgott reden. (Siehe hier.)
 

Ein Narr

Das ist ein Narr,  der an geringfügige Dinge Zeit und Kräfte setzt und das Wichtige darüber versäumt. 

(Adolph Kolping,  1851)

Nach dem Bild Mariens

Grüß Gott, Maria!
Du nahmst ein Blatt
und zeichnetest mit Strichen
ein wundersam Marienbild.
Ich habe Dein Gesicht
und jenes Bild verglichen:
Du bist ja selber ein Marienbild.
Du stehst bereit -
noch wenig ausgezeichnet -
auf einer Staffelei
in Deinem Volk,
und in dem Gottesreich.
Und Gottes Heil'ger Geist
setzt kühne Striche
in Deine Mädchenseele
 - ohne Fehle -
bis Du nicht Bild mehr
sondern ganz
der Gottesmutter gleich.
Ave Maria!

(Hermann Orgaß, 1916 - 1943)

_______________________ 
Ersetzt den Link "An ein Mädchen"

Samstag, 7. Dezember 2013

Gedanken zum Winter

Zeit und Raum sind ausgeweitet
meilenweit hinausgedehnt. 
Lust mit Not im Herzen streitet, 
das sich wieder heimwärts sehnt. 

Heimwärts nach dem Glockenläuten, 
wenn's vom Turm der Vaterstadt, 
dass sich alle Menschen freuten, 
zum Advent geläutet hat. 

 Hohe Türme ohne Glocken
trotzen hier dem Winterwehen. 
Groß, in dumpfen, weißen Flocken
schwere Wolken niedergehen. 


Hermann Orgaß (1916 - 1943)
 
 

 
[Durch Änderung der Überschriften funktioniert die Links "Wintergedanken...die Zweite" und "An ein Mädchen" leider nicht mehr. Die Posts bestehen unter den Titeln "Gedanken zum Winter" und "Nach dem Bild Mariens" weiter. Bitte vielmals um Verzeihung!!]

Freitag, 6. Dezember 2013

Klausen

sind die wüsten Gesellen, die im oberen Allgäu den hl. Nikolaus begleiten; anderenorts auch Krampus oder Knecht Ruprecht genannt. Wer am 6. Dezember dort nach Einbruch der Dunkelheit noch unterwegs ist, hat entweder keine Ahnung, ist leichtsinnig oder kann besonders schnell rennen... ;-)
Klausentreiben in Blaichach.

Klausen sind im übrigen weder neopagan noch sonst irgendwie extremistisch, sondern einfach nur Brauchtum. Diesen Disclaimer muss man heute ja fast überall anbringen. 

Erst Köln, dann München und dann?

Kleiner musikalischer Kommentar zu aufständischen Klerikergruppen dieser Tage in Deutschland.  Freiburg, Limburg, Köln und nun München? Langsam entwickelt sich das zum Flächenbrand.
 
 
 

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Gebet für die Heiligsprechung des sel. Adolph Kolping

Allmächtiger, ewiger Gott !

Du hast uns den Seligen Adolph Kolping als Fürsprecher und Vorbild geschenkt. Sein Leben war erfüllt von der Sorge für junge Menschen in religiöser und sozialer Not. Vielen war er ein unermüdlicher Seelsorger, väterlicher Ratgeber, geduldiger Lehrer und treuer Freund.

Er hat uns die Liebe zu deinem Sohn vorgelebt. Seine Treue zur Kirche ist uns ein Vorbild. Sein Anliegen war es Arbeit, Familie und Gesellschaft im Licht unseres Glaubens zu verstehen. Gegenseitige Hilfe in der Gemeinschaft verstand er als die Erfüllung christlicher Nächstenliebe.

Aus den Sakramenten, der Heiligen Schrift und dem Gebet schöpfte er die Kraft, ein Werk zu schaffen, das dir und den Menschen dienen soll.

Zu allen Zeiten hast du uns Menschen zur Mitarbeit am Aufbau deines Reiches berufen, darum bitten wir dich: Lass uns heute mitwirken an der Überwindung von Armut, Ungerechtigkeit und Hoffnungslosigkeit. Hilf uns, auf die Fürsprache des Seligen Adolph Kolping, mutig für das menschliche Leben und den Schutz von Ehe und Familie einzutreten. Lass uns in der Gemeinschaft deiner Kirche und des Internationalen Kolpingwerkes Salz für die Erde und Licht für die Welt sein.

Erfülle unsere Hoffnung, Adolph Kolping in der Gemeinschaft mit der ganzen Kirche in allen Sprachen und Nationen als Heiligen verehren zu dürfen. Lass uns durch Glaube, Hoffnung und Liebe an der Vollendung deines Reiches in dieser Welt mitarbeiten, wie es Adolph Kolping getan hat.

Darum bitten wir dich, durch Christus, unseren Herrn. Amen!

Youcat bei Radio Horeb

Der Youcat, das berühmte kleine, gelbe Buch unter den Katechismen ist im Rundfunk angekommen.

Bild via Jugendredaktion Radio Horeb.

Jeweils am letzten Montag im Monat um 20:15 Uhr diskutiert Regina Frey in der Serie "IT-Spezialisten des Glaubens" live mit Studiogästen die Fragen des Youcat. Auch jeder Hörer ist herzlich eingeladen, einzuschalten und mit zu machen - über Telefon (+49 (0)89 517 008 008), Email und Facebook.

Die Sendung vom 25.11.2013 gibt es übrigens auch als Podcast. Darin ging es um die ersten beiden Punkte: "Warum sind wir auf der Erde?" (YC 1) und "Warum schuf uns Gott?" (YC 2) Da der Youcat eine ganze Punkte hat, wird die Serie noch eine ganze Zeit lang laufen.

Nächster Sendetermin: 23.12.2013, 20:15 Uhr (aufgezeichnet)
Radio Horeb ist empfangbar über DAB+, Kabel, Satellit, Web-Radio und App.

Montag, 2. Dezember 2013

Varenka

Eine meiner liebsten Wintergeschichten ist "Varenka", eine russische Geschichte, die ich aus einer Nacherzählung in meinem alten Kinderbuch kannte. 
Vor langer Zeit lebte in den weiten Wäldern Russlands eine Witwe. Sie hieß Varenka. Ihr kleines Haus stand tief in den Bäumen, wo selten jemand hinkam. Es war ganz aus Holz gebaut. Varenka hatte alles, was sie brauchte: einen Tisch, Stühle, Kästen für Brot und Käse und Geschirr. In der Ecke hing eine Ikone und Varenka sorgte immer für frische Waldblumen. Nachts schlief sie, wie alle einfachen Leute in Russland, auf dem warmen Ofen. Varenka lebte zufrieden in ihrem kleinen Haus.  
Doch eines Tages kam eine Gruppe Leute zu ihr. In großer Aufregung riefen sie: »Varenka, wir sind in Eile! Im Westen wütet ein schrecklicher Krieg. Die Soldaten kommen jeden Tag näher. Pack deine Sachen zusammen und fliehe mit uns, bevor dir etwas zustößt!« Varenka erschrak. Krieg! Soldaten! Angst ergriff sie. Dennoch sagte sie zu den Leuten: »Wer wird die müden Wanderer stärken, wenn ich mit euch komme? Wer nimmt sich der Kinder an, die sich im Wald verirren? Und wer wird sich um die Tiere und Vögel kümmern, wenn der Winter kommt mit Schnee und Eis? Nein, ich muss bleiben. Doch ihr, meine Freunde, beeilt euch und zieht weiter. Gott möge euch beschützen!«
Da eilten die Leute weiter und Varenka blieb allein zurück. Sie stand ganz still und lauschte. »Ja, jetzt höre ich das Donnern der Kanonen«, flüsterte sie, »heute sind sie noch fern, aber schon morgen können sie da sein. Ach, was wird dann aus mir?« Varenka verriegelte die Tür. Dann kniete sie vor der Ikone und betete zu Gott: »Bitte, baue eine Mauer um mein Haus, damit die Soldaten mich nicht sehen können!« Es wurde Abend. Die Kanonen verstummten und Friede lag über dem Wald. Die Vögel sangen noch eine Weile, dann steckten sie ihre Köpfe unter die Flügel. Tauben gurrten und Nachtigallen sangen.  
Aber Gott kam nicht und niemand baute eine Mauer um Varenkas Haus.
Am nächsten Tag ging Varenka in den Wald, um Reisig zu sammeln. Und wieder höre sie das Donnern der Kanonen in der Ferne. Ach«, seufzte sie, »heute sind sie schon viel näher. Was wird aus mir und meinem Haus?« Gegen Abend kehrte sie mit viel Reisig zurück. Bald darauf klopfte es an ihre Tür. Ein alter Mann stand draußen mit einer Ziege. Varenka erkannte ihn, es war Pjotr, der Ziegenhirt. »Warum bist du nicht zu Hause mit deinen Ziegen und Hühnern, deinen Gänsen und Schafen?« Pjotr antwortete: »Meine Hütte ist niedergebrannt, Varenka, und die Soldaten haben mir alles genommen außer dieser kleinen Ziege, die mit mir entfliehen konnte. Bitte nimm uns in dein Haus. Wir wissen nicht mehr wohin, und bald kommt die Nacht und die Wölfe werden uns beide fressen.« Varenka nahm Pjotr und die Ziege ins Haus. Sie machte es ihm beim Herd gemütlich und gab ihm heiße Suppe. Dann betete sie wieder zu Gott: »Bitte, komm schnell und baue eine Mauer um mein kleines Haus, damit die Soldaten vorbeigehen und Pjotr und mich und die Ziege nicht sehen werden!« Die Nacht kam. Wieder verstummten die Kanonen und alles war still. Die Blumen falteten ihre Blütenblätter. Die kleinen Tiere in den Bäumen und Höhlen kuschelten sich zusammen und schliefen ein.

Aber Gott kam nicht, um eine Mauer um Varenkas Haus zu bauen.
Früh am Morgen ging Varenka wieder in den Wald. Sie sammelte den ganzen Tag lang Pilze und Kräuter. Am Nachmittag erblickte sie einen jungen Mann, der in einem hohlen Baum schlief. »Wach auf!«, rief Varenka. »Wach auf! Hier kannst du nicht schlafen! Die Soldaten werden dich finden und fortschleppen. Hörst du nicht die Kanonen donnern? Sie sind schon sehr nah!« Der junge Mann antwortete: »Von dort komme ich, wo die Kanonen donnern. Alles ist zerstört. Dörfer und Felder sind verbrannt. Ich floh in den tiefen Wald und fand schließlich Schutz in diesem hohlen Baum.« »Mein armer Junge«, seufzte Varenka, »komm mit mir, ich werde dir Essen und Obdach geben.« So ging Stjepan mit Varenka nach Hause. Er war ein Maler. In einer Hand trug er ein Bild und in der anderen einen Topf mit einer weißen Blume. Und dies war alles, was ihm auf der Welt geblieben war.
Nachdem Stjepan, Pjotr und Varenka zu Abend gegessen hatten, beteten sie zusammen und Varenka sagte in ihrem Herzen: »Bitte, lieber Gott, komm schnell und baue eine Mauer um mein Haus. Dann werden uns die Soldaten nicht finden, weder Stjepan noch Pjotr noch mich. «Die ganze Nacht hindurch lag Friede über dem Wald. Die einzigen Laute waren der Ruf einer Eule und das Heulen der Wölfe. Gegen Morgen schaute Varenka aus dem Fenster, aber keine Mauer stand um ihr Haus. Da ergriff Varenka große Angst.  
An diesem Tag schob Varenka viel Holz in den Ofen, um Brot und Kuchen zu backen. Während sie den Teig zubereitete, hörte sie jemanden leise weinen. Sie schaute aus dem Fenster und sah ein kleines Mädchen, das bitterlich weinte. In den Armen hielt es eine Taube. »Mein liebes Kind«, sagte Varenka, »woher kommst du und was machst du hier im Wald? Hörst du nicht den schrecklichen Lärm der Kanonen? Du solltest zu Hause sein bei deinen Eltern.« »Ach, liebe Großmutter«, schluchzte das Mädchen, »ich bin ganz allein, nur mit meiner Taube. Ich habe Vater und Mutter auf der Flucht verloren. Da bin ich in den Wald gerannt. Und bei dir roch es so fein nach frischem Brot; das machte mich hungrig!« 
»Komm herein, Kind. Wir sind hier eine kleine Familie und du bist nun die Jüngste. Du bleibst jetzt bei uns, bis wir deine Eltern wieder finden.« So kam Bodula in Varenkas kleines Haus. Varenka gab ihr Brot, Kuchen und Tee und die Taube pickte zufrieden die Brotkrumen, die ihr Bodula streute.
Den ganzen Tag lang hörten die Freunde das Donnern der Kanonen. Den ganzen Tag lang hatten sie Angst. Schließlich nahm Pjotr seine Balalaika und begann zu spielen. Stjepan, Pjotr, Bodula und Varenka sangen dazu ihre russischen Weisen. Als sich der Tag neigte und der Mond aufging, brachte die Musik Frieden in ihre Herzen. In dieser Nacht beteten sie wieder alle und Varenka sagte: »Bitte, lieber Gott, heute Nacht musst du kommen und eine Mauer bauen, die so hoch ist, dass kein Soldat mein Haus sieht; dann sind wir gerettet, das Kind mit der Taube, der Maler und seine Blume, der alte Mann mit der Ziege und ich. — Aber ich fürchte, es ist nun sehr spät geworden: morgen werden die Soldaten hier sein und wir alle sind verloren.[...]

Wie es weitergeht und ob Gott eine Mauer um Varenkas kleines Haus baut, lest ihr hier...