Samstag, 30. Juni 2012

Lobpreis am Nachmittag

Nachklang zum gestrigen Hochfest Peter und Paul; mit den unsterblichen Worten des hl. Petrus: "Herr, du weißt alles, du weißt, dass ich dich liebe." (Joh 21, 17)


"Dreimal" von Andrea Adams-Frey


Nur die Nachfolge Christi führt zu echter Brüderlichkeit

Was braucht man da noch einen Reiseführer? Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber bei mir fördert diese Predigt des hl. Vaters ganz enorm das Fernweh. Roma, amore mia!

***
"Vor der Petersbasilika stehen bekanntlich zwei imposante Statuen der Apostel Petrus und Paulus. Die christliche Überlieferung betrachtet von je her die heiligen Petrus und Paulus als untrennbar – zusammen stehen sie tatsächlich für das ganze Evangelium Christi. In Rom hat dann ihre Verbindung als Brüder im Glauben eine besondere Bedeutung erlangt. Die christliche Gemeinde dieser Stadt sah sie nämlich als eine Art Gegenaltar zu den mythischen Gestalten von Romulus und Remus, dem Brüderpaar, auf das man die Gründung Roms zurückführte. Man könnte auch noch an eine andere kontrastierende Parallele denken, ebenfalls zum Thema der Bruderschaft: Das erste Brüderpaar der Bibel zeigt uns nämlich die Wirkung der Sünde, als Kain den Abel tötet. Dagegen haben Petrus und Paulus, obwohl sie menschlich sehr verschieden waren und es in ihrer Beziehung nicht an Konflikten gefehlt hat, eine neue, nach dem Evangelium gelebte Art, Brüder zu sein, verwirklicht – eine authentische Art und Weise, die eben durch die in ihnen wirkende Gnade des Evangeliums Christi möglich wurde. Nur die Nachfolge Christi führt zur neuen Brüderlichkeit: Das ist die erste grundlegende Botschaft, die das heutige Hochfest jedem von uns überbringt und deren Bedeutung sich auch in dem Ringen um jene volle Gemeinschaft widerspiegelt, die der ökumenische Patriarch und der Bischof von Rom wie auch alle Christen ersehnen."
"In dem Abschnitt aus dem Matthäus-Evangelium, den wir eben gehört haben, legt Petrus ein Zeugnis seines Glaubens an Jesus ab, indem er ihn als Messias und Sohn Gottes bekennt; er tut das auch im Namen der anderen Apostel. Als Antwort offenbart der Herr ihm die Sendung, die er ihm anvertrauen will, nämlich „petra“, der „Fels“ zu sein, das sichtbare Fundament, auf dem das gesamte geistliche Gebäude der Kirche errichtet ist (vgl. Mt 16,16-19). [...]"
Statue des hl. Petrus, Piazza S. Pietro, Rom
© Bild von hier
Der Jünger, der durch die Gabe Gottes ein starker Fels werden kann, zeigt sich auch als das, was er in seiner menschlichen Schwachheit ist: ein Stein auf der Straße, ein Stein, an dem man anstoßen und zu Fall kommen kann – skandalon, auf Griechisch. Hier tritt die Spannung, die zwischen der Gabe, die von Herrn kommt, und den menschlichen Fähigkeiten besteht, offen zutage. Und in dieser Szene zwischen Jesus und Simon Petrus sehen wir das Drama der Geschichte des Papsttums, die gerade durch das Miteinander dieser beiden Elemente gekennzeichnet ist, gewissermaßen vorweggenommen: Einerseits ist das Papsttum dank dem Licht und der Kraft aus der Höhe das Fundament der in der Zeit pilgernden Kirche; andererseits kommt im Laufe der Jahrhunderte auch die Schwäche der Menschen zum Vorschein, die nur durch ein Sich-Öffnen auf das Handeln Gottes hin verwandelt werden kann."[...]


Statue des hl. Paulus, Piazza S. Pietro, Rom
© Bild von hier.
"Liebe Brüder und Schwestern, wie ich zu Anfang sagte, stellt die ikonographische Tradition den heiligen Paulus mit dem Schwert dar, und wir wissen, daß dies das Werkzeug ist, mit dem er getötet wurde. Wenn wir jedoch die Schriften des Völkerapostels lesen, entdecken wir, daß sich das Bild des Schwertes auf seine ganze missionarische Sendung bezieht. So schreibt er zum Beispiel, als er den Tod herannahen spürt, an Timotheus: „Ich habe den guten Kampf gekämpft“ (2 Tim 4,7). Sicher nicht den Kampf eines Feldherrn, sondern den eines Verkünders des Wortes Gottes, in der Treue zu Christus und seiner Kirche, wofür er sich ganz hingegeben hat. Und genau deshalb hat der Herr ihm den Kranz der Herrlichkeit verliehen und ihn gemeinsam mit Petrus als Säule in das geistliche Haus der Kirche gestellt."


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Gestern war außerdem in Nürnberg ein Fest der Paulus-Schwestern, weil eine von ihnen bereits seit 25 Jahren den "guten Kampf" kämpft. Gratulation und viel Segen auch von hier aus!

Freitag, 29. Juni 2012

Geistliche Kommunion II

 "Ich bin die Hostie. 
Sei du wie die Monstranz.
Meine Gnade seien Lichtstrahlen, die durch dich hindurchleuchten."
(Jesus an G.B.)

Donnerstag, 28. Juni 2012

Personalkarussell im Vatikan

[Update Montag, 2. Juli 2012: S.E. Bischof Gerhard Ludwig Müller von Regensburg ist zum neuen Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre ernannt worden. Gratulation und Gottes Segen ihm und allen (Neu-)Ernannten!!]

Papst Benedikt XVI hat in den letzten Tage mehrere neue Personalentscheidungen getroffen, wobei einige Prälaten jetzt wohl ihre Schreibtische verschieben müssen. So wurde der  französische Dominikaner und Sekretär der Bildungskongregation Jean Louis Brugues zum neuen Archivar und Bibliothekar ernannt. Neuer Präsident des Päpstlichen Familienrates wurde der italienische Bischof von Terni, Vincenzo Paglia, einer der Mitbegründer der Gemeinschaft Sant'Egidio. Auch der Italo-Amerikaner Joseph Augustine Di Noia wird seinen Arbeitsplatz wechseln müssen; der bisherige Sekretär der Sakramentenkongregation wird neuer Vizepräsident der Kommission "Ecclesia Dei" und damit einer der direkten Ansprechpartner für den Dialog mit der schismatischen Priesterbruderschaft St. Pius X.  Di Noias Schreibtisch in der Sakramentenkongregation wird der bisherige Bischof von Leeds, Arthur Roche, übernehmen. Außerdem wird der Bischof von Kigoma in Tansania, Protase Rugambwa neuer Sekretär von Propaganda Fide. Auch die Spitze der Glaubenskongregation wird neu zu besetzen sein, da Kardinal William Levada das Rücktrittsalter überschritten hat. Im Gespräch ist u.a. der Bischof von Regensburg, Gerhard Ludwig Müller.

Andrea Tornielli von LaStampa weist darauf hin, dass diese Ernennungen den konservativeren Kreisen der Kurie nicht allzu sehr gefallen könnten.
>>Außerdem ist hervorzuheben, dass diese personellen Wechsel keinesfalls einer traditionalistischen oder konservativen Linie folgen. Paglia hat große Erfahrung auf dem Gebiet des ökumenischen Dialogs und bei Hilfsinitiativen für die Armen; Brugues wird als offen angesehen und gilt als kompetenter Mediator bei den Kontroversen um katholische Universitäten; Roche gilt als moderner (nicht modernistischer) Bischof, der dem Zweiten Vatikanischen Konzil treu ist und als Liturgieexperte - er war der Vorsitzende des ICEL (Internationale Kommission für Englisch in der Liturgie) für 10 Jahre - und hat bestimmt keine traditionalistische Agenda.<<

Mittwoch, 27. Juni 2012

Jesus nachahmen: nicht in sich selbst verschlossen bleiben

aus dem deutschsprachigen Teil der heutigen Papstkatechese über den Christus-Hymnus des heiligen Paulus aus dem Philipperbrief:

Er sagt: »Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht« (V. 5). Das bedeutet nicht, daß wir einzelne Akte Christi nachahmen müssen. Es bedeutet, daß wir die Grundlinie seines Lebens erkennen sollen, das Grundgefühl sozusagen. Er sagt: Denkt so, fühlt so, nehmt die Gedanken Christi in euch auf. Er möchte, daß wir in diese Grundhaltung Jesu hineingehen, die er dann beschreibt und die darin besteht, daß er – obwohl Gott gleich – sich nicht von uns distanziert, sich nicht hoch über die Schöpfung stellt, sondern herabsteigt, selber das Menschsein annimmt bis in den Abgrund des Todes am Kreuz hinunter. Der heilige Gregor von Nyssa sagt: Gott wollte einmal wissen, wie das ist, selbst Mensch zu sein, er wollte den Geschmack, das Leid und die Not des Menschseins selber spüren. Er steigt herunter, er bleibt nicht in sich, er denkt nicht nur an sich als Gott, sondern er gibt sich. Der Mensch findet sich also nicht, indem er auf sich zurückschaut und -geht, sondern indem er herausgeht aus sich und sich gibt und sich schenkt. Dabei braucht er allerdings eine Richtung, nicht irgendwohin kann er gehen. Und die Richtung ist Christus.


[Zur ganzen Katechese in Bild, Ton, und vollem Text.]

Dienstag, 26. Juni 2012

Ach, wie schön sind doch die Schubladen

...in die man die Menschen stecken kann. Dann braucht man nämlich nicht selbst sein Hirn einzuschalten, was natürlich viel zu anstrengend wäre und auch zu unvorhergesehenen Einsichten führen könnte.

Angefangen hatte es recht harmlos mit der Entscheidung der Deutschen Bahn AG , den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des diesjährigen „Marsch für das Leben“ in Berlin Tickets zu einem Pauschalpreis anzubieten. Dass eine rein betriebswirtschaftlich begründete Entscheidung eines börsennotierten Unternehmens, nämlich der gestiegenen Nachfrage nach Fahrkarten im Zusammenhang mit einer Großveranstaltung Rechnung zu tragen, einen solchen medialen "Shitstorm" hervorrufen könnte, daran hatte wohl niemand bei der DB ernstlich gedacht.

Josef Bordat - der Große - hat sich darauf hingesetzt und einen offenen Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG geschrieben, der mal wieder so gut ist, dass er definitiv verbreitet gehört:
"Ist jemand, der sich für das Leben einsetzt, zwangsläufig „homophob“? Ist es tatsächlich „rechts“, sich für die Würde des Menschen einzusetzen, auch, wenn dieser behindert ist? Ist wirklich jeder „fundamentalistisch“, der Fundamente hat? Prüfen Sie, Herr Dr. Grube, bitte in aller Ruhe den Vortrag derer, die Ihr Tarifangebot zwar gerne für ihre eigenen Veranstaltungen in Anspruch nähmen (hierbei scheitert es offenbar am „Groß-“ in „Großveranstaltung“), dieses den Teilnehmerinnen und Teilnehmern anderer Veranstaltungen aber nicht gönnen, so wie sie diesen Anderen offenbar auch kein Recht auf Äußerung einer Meinung zubilligen, wenn und soweit diese von ihrer eigenen abweicht. Die Frage drängt sich auf, wessen „Demokratieverständnis“ hier problematisch ist: Das Ihrer künftigen Kunden oder das derer, die unbedingt verhindern wollen, dass aus Lebensschützern Bahnkunden werden?"


In diesem Sinne: Lasst euch nicht aus der Bahn werfen, der Marsch für das Leben ist und bleibt eine sehr gute, unterstützenswerte Sache, da können sich deutsche Honoratioren (und mehrere andere) eine Scheibe von Italien abschneiden. Und vielleicht sieht man sich ja in Berlin?*








                                                                                
*Weiß gerade selber noch nicht, ob ich hinfahre; aber das hat rein zeitliche Gründe.

Der schmale Weg

"Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn." (Mt 7, 13-14 via Evangelium Tag für Tag)


Bild von hier.


Letztens habe ich gehört gelesen, wie der Weg durch das Leben zum Himmel mit einer Bergwanderung verglichen wurde. Da ist man auch manchmal versucht, alles von sich zu werfen und über die Bergwiesen herunterzulaufen um der Anstrengung zu entkommen. Und das funktioniert eine Weile ganz gut, bis man dann merkt, dass man sich einen Bärendienst erwiesen hat, weil man ja die ganze Strecke wieder rauflaufen muss, wenn man oben ankommen will. So erinnerte Jesus einmal Gabrielle Bossis in ihrem geistlichen Tagebuch daran, niemals "das Ziel aus den Augen zu verlieren". Mit den Augen auf dem Ziel unserer irdischen Wanderschaft können wir alles schaffen und jede Versuchung aufzugeben besiegen.

Samstag, 23. Juni 2012

Priesterweihe im Bamberg


"Wer sich als Priester überhebt und für sich Nutzen aus seinem Amt ziehen will, der ist verloren für den Dienst Christi und für das, was der göttliche Freund und Bruder durch die Priester den Menschen tun will"  (S.E. Bischof Schick in seiner Predigt)

Jean Bernard Njee Njee bei seiner Priesterweihe. 
© Text und Bild: Pressestelle Erzbistum Bamberg



Heute hat S. E. Bischof Ludwig Schick im Dom St. Peter und Georg zu Bamberg zwei neue Priester geweiht.  Gerd-Richard Neumeier (35) und Jean Bernard Njee Njee (43) sind beide nach langen Wegen und auch Umwegen zu ihrem heutigen Ziel gelangt. Der geborene Bad Windsheimer Neumeier hat nach seiner Ausbildung zum Kinder- und Krankenpfleger in einem Bamberger Klinikum gearbeitet und war danach fünf Jahre Flugbegleiter auf Interkontinentalflügen bei der Lufthansa. Der Kameruner Njee Njee musste aus politischen Gründen kurz vor der Diakonenweihe seine Heimat verlassen, nachdem er bereits einen Gefängnisaufenthalt hinter sich hatte. In Deutschland fand er Asyl, und nach Einsätzen als Altenpfleger und Französischlehrer im Raum Stuttgart führte ihn sein Weg über das Noviziat der Pallottiner in Untermerzbach nach Bamberg.


Wieder zwei neue Arbeiter im Weinberg des Herrn!  Auguri!

Ein heiterer Sinn

Sei fröhlich. Es ist sehr notwendig, heiteren Sinnes zu sein.
 
Philipp Neri (1515–1595), Ordensgründer

Mittwoch, 20. Juni 2012

Beten wir... für die Christen in Nigeria

und für alle um Christi Willen Verfolgten (Pakistan, Irak, Nordkorea etc.)


 „Während ich für die Opfer der Anschläge bete, rufe ich die Verantwortlichen der Gewaltwelle auf, das weitere Blutvergießen von Unschuldigen sofort zu stoppen. Ich hoffe, dass es zwischen den verschiedenen sozialen Gruppen in Nigeria volle Zusammenarbeit geben möge, damit nicht der Weg der Rache gesucht wird, sondern damit alle Bürger zur Errichtung einer friedlichen und versöhnten Gesellschaft beitragen können, in der jeder das Recht hat, seinen Glauben in voller Freiheit zu bekennen.“ (Papst Benedikt XVI in der heutigen Generalaudienz)



S.E. Erzbischof Onaiyekan und Prälat Ike über die Koexistenz der Religionen in Nigeria.
Podiumsdiskussion von Kirche in Not

Dienstag, 19. Juni 2012

Beten wir...mal wieder für die Kranken

Insbesondere für alle Krebspatienten (inklusive meines Papas und eines Bekannten von Phil)

Und für Klein-Viktoria, die nach einem weiteren Infekt und Antibiotika morgen operiert wird.

Vergelt's Gott für's mitbeten!

Durch Liebe leben

Stell dir eine Seele als einen Baum vor, der von der Liebe erschaffen ist und deshalb einzig von der Liebe zu leben vermag.

Katharina von Siena (1347–1380), ital. Mystikerin

Destillierte Stille

[Meine erste hl. Messe im außerordentlichen römischen Ritus - eine persönliche Reflektion]
***
Die Kirche St. Michael der ehemaligen Benediktinerabtei in Bamberg begrüßte die Besucherin mit all ihrer barocken Erhabenheit. Als sie vom Michaelsberg her kommend die Stufen der großen Freitreppe hinaufstieg und die Fassade emporblickte, konnte sie schon etwas von dem Staunen ahnen, das sie drinnen erwarten würde. Hinter der Kirchentüre war es dunkler, kühler, aber auch sehr viel ruhiger. Das war auch der Haupteindruck während der hl. Messe: Stille und Frieden.
Klosterkirche St. Michael, Bamberg
Die lateinischen Gesänge wurden von einer Schola gesungen und kamen von der Empore; aus der Sicht der Gottesdienstbesucherin, die sich in eine der hinteren Reihen gesetzt hatte (dorthin wo die Freiheit wohnt), "unsichtbar und irgendwo von oben, wie ein Engelchor". Dazu wurden zwei Lieder aus dem Gotteslob gesungen. Da die ausserordentliche Form des römischen Ritus ihrem eigenen liturgischen Kalender folgt, wurde an diesem Sonntag nicht das von der jungen Besucherin erwartete Evangelium mit dem Senfkorn (Mk 4, 26 - 34) verlesen, sondern, passend zum Sonntag der Herz-Jesu-Oktav, jenes vom Guten Hirten (Lk 15, 1-10). Zelebrant der Messe war ein älterer Theologieprofessor, der in seiner Predigt auf die zentrale Bedeutung des Herzens Jesu als Zeichen der Liebe Gottes zu den Menschen einging.


Die ganze Atmosphäre war geprägt von Stille und Gebet. Es war eine ganz spezifische Stille. Nicht einfach die Abwesenheit von Geräuschen oder die "gefüllte" Stille wie z.B. bei einem Nightfever. Dort ist die Stille erfüllt von Musik, Gebet oder nur dem Klang der Begegnungen. Hier war die Stille gesammelter, dichter, quasi destilliert durch das Gebet der anwesenden Gläubigen (übrigens nicht nur ältere Menschen) und des Priesters. Da war es gar nicht so wichtig, dass sich dieses Gebet meist im äußerlichen Schweigen vollzog. Durch diese durchbetete Stille wurde auch der Einzelne freier für das persönliche Gebet, die Begegnung mit Gott im Herzen.

Da Priester und Ministranten sich ausschließlich im Chorraum aufhielten, waren die Wege nicht länger als nötig und auch die Gesten wurden nur sparsam eingesetzt - fast minimalistisch. Alles schien auf das Wesentliche reduziert und wirkte sehr konzentriert. Auch wenn sie es nicht für möglich gehalten hatte, schien es der Gottesdienstbesucherin, als ob sich die Stille während Gabenbereitung und Wandlung noch mehr verdichtete - "als ob die Welt den Atem anhielte", während sich dort vorne der Herr der Welt in das kleine Brotstückchen einschloss.

Kommunion mit Patene und Kniebank, die lang genug war, damit drei oder vier Personen gleichzeitig darauf Platz hatten. Der Priester, der sagte "Corpus Domini nostri Jesu Christi custodiat animam tuam in vitam aeternam. Amen". All das ließ dem einzelnen Gläubigen noch mehr Zeit für die leibhaftige Begegnung und Vereinigung mit seinem Gott, der "so groß ist, dass er sich aus Liebe so klein machen kann".
***
Danke, Jesus, für die Vielzahl an Riten und Andachtsformen mit denen die Menschen dich ehren, loben und preisen. Hilf uns, dass wir mehr noch als bisher die Polyphonie dieser Riten und Gebete anerkennen und sie gleichberechtigt miteinander klingen lassen, in dem großen Chor, der dich verehrt. Anstatt uns darüber aufzuregen, welcher denn nun der richtige sei. Oder wie es vor langer Zeit schon einmal ein kluger Mann festgestellt hat: "Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit." (Koh 3, 1) Eine Zeit für den "ordentlichen" Ritus, eine Zeit für Rosenkranz u.ä., eine Zeit für Nightfever und Lobpreis und eben eine Zeit für den "außerordentlichen" Ritus.

Montag, 18. Juni 2012

Angelus

zur Abwechslung mal wieder in bewegten Bildern mit deutscher Übersetzung:



Da der Text zur Ansprache des hl. Vaters bis jetzt  nur in der "Weltsprache" Italienisch vorliegt, greife ich auf die wie üblich exzellente Zusammenfassung von Armin Schwibach zurück.
"In seinem Kommentar zum Evangelium des 11. Sonntags im Jahreskreis (B: Mk 4, 26-34) erläuterte Benedikt XVI. die zwei Gleichnisse vom Samen, der von alleine wächst, und des Senfkorns. Durch diese, der Welt der Landwirtschaft entnommenen Bilder, stelle der Herr das Geheimnis des Wortes und des Reiches Gottes vor und verweise auf die Gründe unserer Hoffnung und unseres Einsatzes."

Sonntag, 17. Juni 2012

Lyrik am Abend

Das erste Mal beim Morgenländer entdeckt und diesen Monat bei Radio Vatikan: Gerald Manley Hopkins (1844 - 1889), diesmal "Pied Beauty".



Glory be to God for dappled things - 
For skies of couple-colour as a brinded cow; 
For rose-moles all in stipple upon trout that swim; 
Fresh-firecoal chestnut-falls; finches' wings; 
Landscape plotted and pieced - fold, fallow and plough; 
And all  trades, their gear and tackle and trim. 

All things counter, original, spare, strange;
   Whatever is fickle, freckled (who knows how?)
      With swift, slow; sweet, sour; adazzle, dim;
He fathers-forth whose beauty is past change:
                                Praise him.


Geburtstagsglückwünsche

an Mme Elsa, die "godmother of catholic bloggers", auch von Lorenzo und Clarice di Medici!


Clarice Orsini di Medici (1453-1488)


Das nur auf die Schnelle, da ich heute noch nach Bamberg fahre, zu einer Freundin und der hl. Messe im außerordentlichen römischen Ritus in St. Michael. Meiner ersten übrigens. Werde danach von meinen Eindrücken berichten.

Samstag, 16. Juni 2012

Krisenmanagemant à la Benedetto

Von Bellfrell via Beiboot Petri: Franz Xaver Brandmayer, Rektor und Seelsorger der deutschsprachigen Gemeinde vom Collegium teutonico di Santa Maria dell' Anima in Rom zu dem derzeitigen Durcheinander im Vatikan und dem "Krisenmanagement" des hl. Vaters.



Freitag, 15. Juni 2012

Gott hat ein Herz

Und das Lied zum Tag ist dieses hier:

ESM priestband gott-hat-ein-herz by Miriam Moißl

"Gott hat ein Herz" von der Priestband der Gemeinschaft Emmanuel, geschrieben von Pfr. Martin Sinnhuber. Viel Freude damit!

Seht das Herz, das die Menschen so sehr geliebt hat

Die ganze Herz-Jesu-Verehrung ist sehr französisch geprägt: von Marguerite-Marie Alacoque und Claude de la Colombière über Pierre Goursat bis zu...Gabrielle Bossis.


Herz Jesu und hl. Marguerite-Marie.


"Wo ist dein Herz? Bei dir oder bei mir?"

***

"Du suchst mich in der Schönheit der Rosen, in dem Gesang der Nachtigall auf der Terrasse, im Rufen des Kukucks, in den leuchtenden Sternen und im Gesang der Vögel in der Ferne. Aber bin ich nicht zuerst in den Seelen, die ich nach meinem Bild geschaffen habe, in diesen Menschen, deren Bruder und Erlöser ich bin? Wäre das nicht Beweggrund genug, dich durch sie mit mir zu vereinigen? Sie bemerken selbst nicht, dass du mich in ihnen siehst, aber sie fühlen die Tröstung. Und ich? Ich kann in ihnen wachsen." (Jesus an G.B.) 
 

Ein Herz hat sich erschlossen

Heute in der Frühmesse hat der Priester einen Satz gesagt, der mir den Zugang zu der oft als verkitscht abgetanen Herz-Jesu-Verehrung sehr erleichtert. Das ging sinngemäß ungefähr so: "wie Fronleichnam das feierliche und strahlende Gedenken des Gründonnerstags ist, so gedenken wir heute voll Freude und Dankbarkeit des Herzens Jesu, das uns so sehr geliebt hat, dass es für uns durchbohrt wurde."

Dazu habe ich bei der Braut des Lammes diese, wie immer sehr schönen Einträge gefunden; mit einer Passage aus der Präfation von heute.


aus dem Opusculum des hl. Bonaventura. Danke, Braut des Lammes.

Am Kreuz erhöht, hat er sich für uns dahingegeben aus unendlicher Liebe und alle an sich gezogen. Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser, aus seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche. Das Herz des Erlösers steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heils.

Donnerstag, 14. Juni 2012

Vorabend zu Herz Jesu

O sel´ger Urgrund allen Seins, 
Heiland der Welt, 
Herr Jesus Christ, 
du Licht von deines Vaters Licht 
und wahrer Gott vom wahren Gott.

Wie hat die Liebe dich gedrängt, 
dass du für uns den Tod erwählt. 
Du gibst das Leben uns zurück, 
das Adams Sünde uns geraubt.

Der Stoß der Lanze trifft dein Herz, 
Und Blut und Wasser bricht hervor, 
Ein Quell des Heils, der nie versiegt 
Und aller Schöpfung Freude bringt.

Dir, Herr, sei Preis und Herrlichkeit, 
Der uns sein Herz geöffnet hat, 
Mit dir dem Vater und dem Geist 
Durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.

(Hymnus aus der Vesper)

ich blogge...

...also bin ich?! Ganz so plakativ und einfach ist das natürlich nicht, aber nach dem großen Treffen in Freiburg kam auch bei mir wieder die Frage hoch "warum ich das hier überhaupt mache". Tagebuch schreiben kann man auch offline und das Leben mit Jesus ist nicht auf Netzwerkkabel und WLAN angewiesen. Wie üblich ist mir einer aus dem großen Haufen der Blogoezese mal wieder meilenweit voraus;)

Bild von hier.

Ein katholisches Blog ist ein Zeugnis, Blogger sind Zeugnisgeber. 
Wie kommt jemand dazu, katholisch zu Bloggen? Der Grund ist Interesse an religiösen Themen und daran, sie zu diskutieren, zu verkünden. Bloggen schafft die Möglichkeit, eigene Gedanken in einem größeren Rahmen zu äußern und zu sehen, ob sie auf Interesse stoßen. Es verlangt Offenheit und eine Prise Selbstvertrauen: glaube ich wirklich, dass jemand meine Äußerungen lesen möchte? Klickzahlen, Kommentare und Verlinkungen geben das Feedback. Dabei lässt das Blog dem Schreiber große Freiheit, seine Gedanken so zu präsentieren, wie es ihm entspricht: wo sonst habe ich in ein und derselben Kommunikation die Wahl zwischen durchgearbeiteten Texten, spontanen Gedanken, Bildern, Karikaturen, Fotos bis hin zu Notizen, welcher Vogel gerade singt? Blogs sind vom Blogger geordnet oder bunt, regelmäßig oder frei gestaltet. Nicht nur inhaltlich, sondern auch in der äußeren Form stellt das Blog dar, was der Blogger sagen will, spiegelt ihn wider. Blogger ist man also aus persönlichen Gründen, denn ein Blog zeigt viel von der Person. 
Ich denke, das ist das Wesen des Bloggens: es ist persönlich. Es sind meine Themen und es ist meine Meinung, nicht mehr und nicht weniger. Deshalb lese ich mit Gewinn andere Blogs: auch sie sind authentisch und bereichern mich, ohne den Anspruch zu erheben, mehr als persönlich und individuell zu sein. Beiträge mögen apodiktisch und scharf formuliert sein – immer steht klar im Raum, dass sie eine individuelle Sicht darstellen, denn sie werden auf einem Blog gepostet. Alles Ich-Botschaften, sozusagen. 
Katholische Blogs haben Zeugnischarakter. Das lässt sich nicht planen: Authentizität organisieren zu wollen, ist ein Widerspruch in sich. Es wäre sinnlos zu versuchen, katholische Blogger zu „zähmen“. Nicht, weil sie widerspenstig wären, sondern weil man ihren Blogs damit das Zeugnishafte nähme.

Danke, Bastian!

Noch 403 Tage, 10 Stunden, 1 Minute und 45 Sekunden

So stand jedenfalls vor wenigen Sekunden der Countdown zum XXVIII Weltjugendtag in Rio de Janeiro, der vom 23. bis 28. Juli 2013 stattfinden wird. Jetzt  ist ein erstes Promo-Video aufgetaucht, das die sprühende Lebensfreude und Kreativität der jungen Christen wieder einmal mehr unter Beweis stellt.



Mittwoch, 13. Juni 2012

Nicht direkt Fussballfieber, aber....

[Update 22h37: es steht 2:1 für Deutschland. Danke, Mario Gomez!]

Deutschland vs Niederlande, das ist ein Klassiker! :-)
das erinnert ja fast an das da...


Das Fußballmatch Schottland vs Irland (13:30 min)

Youcat Diskussionsgruppe im Fernsehen

So lade ich Euch ein: Studiert den Katechismus! Das ist mein Herzenswunsch. 
Dieser Katechismus legt Euch die Botschaft des Evangeliums vor wie die „kostbare Perle“ (Mt 13,45), für die man alles geben muss. So bitte ich Euch: Studiert den Katechismus mit Leidenschaft und Ausdauer! Opfert Lebenszeit dafür! Studiert ihn in der Stille Eurer Zimmer, lest ihn zu zweit, wenn Ihr befreundet seid, bildet Lerngruppen und Netzwerke, tauscht Euch im Internet aus. Bleibt auf jede Weise über Euren Glauben im Gespräch! 

Dass dieser Wunsch Papst Benedikt XVI durchaus realisierbar ist und auch Spass macht, zeigt sich ja schon durch viele Initiativen und (Facebook)Gruppen, die seither entstanden sind. Aber auch im Fernsehen ist das kleine gelbe Buch inzwischen angekommen. Ob als TV-Magazin bei katholisch1.tv oder als Diskussionsrunde bei EWTN.


In dieser Folge der Sendung "Youcat - eine lebendige Jugendkatechese" geht es gleich ans Eingemachte, die eucharistische Anbetung. Moderiert wird die Runde übrigens von Andreas Süß, dem Initiator von "Nightfever" in Deutschland und bald Subregens am Priesterseminar in Köln.


Sendetermin bei EWTN: Sonntag 21h
(Wdh) Dienstag 13h, Donnerstag 22h30, Freitag 12h, Samstag 10h30.

Bloggen als Laienapostolat

Das Referat für Medienpastoral der Diözese Freiburg hatte eingeladen und zahlreiche Blogger folgten dem Ruf in die Stadt an der Dreisam. Vielleicht nicht ganz soviele wie letztens Jahr zu dem Treffen im Vatikan, wo die Crème der internationalen katholischen Blogger versammelt war, aber für die deutschsprachigen Lande doch beachtlich. Ein Resumée brauche ich gar nicht erst versuchen, zum Einen, weil ich leider nicht dort sein konnte und zu Anderen gibt es da einige wesentlich bessere, sogar mit Fotostrecken. Sogar Live-Ticker gab es: auf der Twitterwall #kbt12 und von Matthias Schmidt von kath-kommentar.

Warum ich dann trotzdem noch meinen Senf dazu gebe? Zum Einen soll das hier sowas wie ein kleiner wehmütiger Seufzer darüber werden, dass ich leider nicht dabei sein konnte. *hach*
Ich hab's wahrgenommen aus der Ferne und war euch in Gedanken und im Gebet verbunden. Und zum Anderen ein dreifach Hoch auf die Organisatoren des Treffens und die Kreativität der versammelten Blogger. Besonders cool fand ich, dass in einem Vortrag speziell das katholische Bloggen als Ehrenamt oder sogar Laienapostolat bezeichnet wurde!

Als Frucht dieses ersten Treffens seiner Art, dem hoffentlich noch weitere folgen werden, wird es zum Jahr des Glaubes (11. Oktober 2012 - 24. November 2013) ein gemeinschaftliches Blog über das Apostolische Glaubensbekenntnis geben.
Das Credo ist traditionell in 12 Abschnitte geteilt. Jedem dieser Abschnitte wird ein Monat gewidmet, die Abschnitte sind also Monatsthemen. Da das Jahr des Glaubens (fast) 14 Monate umfasst, liegt es nahe, das “Ich glaube”, also den Akt des Glaubens selbst, auf den der Papst betont eingeht, als eigenes Monatsthema zu wählen.
Alle katholischen Bloggerinnen und Blogger sind eingeladen, für den jeweiligen Monat einen Beitrag zum entsprechenden Credo-Abschnitt zu schreiben. Das Spektrum der Art der Beiträge soll bewusst offen gehalten werden. Es können persönliche Erfahrungen sein oder eine philosophische bzw. theologische Notiz, eine Zeichnung, ein Foto oder ein Lied. Die Blogözese ist bunt und kreativ, und das soll sich im Projektblog niederschlagen. Wichtig ist, dass es eigene Beiträge sind. Schließlich soll es ein Projekt der Blogözese sein.


Da hebe ich doch gleich mal die Hand, um zu sagen "ich möchte auch mitmachen, bitte" :-)

Generalaudienz

...mit mindestens drei bekannten Gesichtern unter den mehreren tausend in der Halle Paul VI. *winke, winke*


[Update: deutscher Teil der Katechese]
In der heutigen Katechese möchte ich über einen weiteren Aspekt des Gebetes nach dem heiligen Paulus sprechen. Paulus weist darauf hin, daß, wenn wir beten, nicht nur wir etwas tun, sondern immer auch Gott handelt. Gott zieht uns zu sich hinauf. Im 2. Korintherbrief geht er tiefer darauf ein: Er spricht davon in dem Zusammenhang, als er sein Apostolat verteidigt, daß seine eigenen Leistungen gleichsam nebensächlich sind gegenüber dem, was Gott in ihm vollbracht hat. Das eigentliche, was geschehen ist, kam nicht von ihm, dafür war er zu schwach, sondern kam von Gott, der gerade durch ein scheinbar ungeeignetes Werkzeug gewirkt hat. Er erläutert das dann an einer mystischen Erfahrung, die ihm geschenkt wurde, bis in die Höhe, wie er sagt, des dritten Himmels hinauf. Aber zugleich hat er ein Leiden, einen Stachel im Fleisch erhalten, um nicht überheblich zu werden. Er bittet Gott natürlich, daß er davon befreit wird, weil ihn das hindert, ihm wehtut, ihm Schwierigkeiten macht, aber er wird nicht befreit, sondern der Herr sagt ihm: »Meine Gnade genügt dir; denn in der Schwachheit erweist sich meine Kraft« (12,9). Diese Haltung tiefer Demut und festen Vertrauens wird die Grundlage für sein Gebet und sein Leben. Daraus sehen wir: Diese tiefe Gottverbundenheit entfremdet ihn nicht der Welt, sondern gibt ihm den Mut, die Kraft, die innere Freiheit, in der Welt zu wirken und Gott in ihr präsent zu machen. So macht das Beispiel des heiligen Paulus auch für uns deutlich: Die Nachfolge Christi und das Zeugnis für das Evangelium sind von Schwierigkeiten begleitet, von Prüfungen. Wir sehen immer wieder, daß wir eigentlich ungeeignet sind, das Reich Gottes zu bauen, weil wir selber so weit entfernt sind von Gott. Und doch gerade darin, wenn wir uns Gott überlassen und uns frei lassen für ihn, erwächst das Große und das Reine und werden wir selbst umgestaltet. Im betrachtenden Gebet lernen wir so, nicht etwa uns zurückzuziehen, sondern die Situationen unseres Lebens anzunehmen und zu verstehen, daß darin Gott wirkt, daß er gerade in unseren Armseligkeiten uns zur Reife bringt und zu sich hinaufzieht und umwandelt. In einer Welt, die nur auf die Effizienz und auf die Macht der menschlichen Möglichkeiten vertraut, müssen wir wiederentdecken, daß das Menschliche allein nicht ausreicht, daß die Welt heil wird nur dann, wenn Gott in sie hereintritt, und er will durch uns hereintreten. Und er tritt durch uns herein, wenn wir uns im Gebet für ihn öffnen. Darum wollen wir uns mühen in dieser Zeit: daß wir offen stehen für den Herrn. Dann erfahren wir auch, daß in allen Mühsalen dieser Zeit Gott da ist, der Auferstandene da ist, und daß er durch uns wirkt und die Welt erneuert.

Eintracht, aber wo?

Die Friedensstifter sollen wohl zusehen, zwischen welchen Menschen sie Frieden stiften müssen; denn wie die Zwietracht der Guten ein Übel ist, so ist auch ein Übel die Eintracht der Bösen.


Gregor der Große (um 540–604), Papst

Montag, 11. Juni 2012

Cristo en la tierra

Christus hat niemanden auf Erden außer euch. Deine Augen sind es, durch die man auf Christi Erbarmen gegenüber dieser Welt blickt; deine Füße sind es, mit denen er herumgeht, um Gutes zu tun; deine Hände sind es, mit denen er die Menschen jetzt segnet.


Teresa von Ávila (1515–1582), Mystikerin

Sonntag, 10. Juni 2012

Leben nach dem Überleben

So ist der Untertitel zu dem Buch "Soldatenglück" von Robert Sedlatzek-Müller, einem ehemaligen Elitesoldaten der Bundeswehr, der seit seiner Rückkehr aus Afganistan an einem sog. Posttraumatischen Belastungssyndrom leidet. Um seine Erfahrungen zu verarbeiten und auch zur Aufklärung über dieses Krankheitsbild, das wohl weit verbreiteter und ernster ist, als allgemein angenommen wird, hat der junge Mann ein sehr interessantes Buch geschrieben.

Über dieses Kriegserfahrungen und auch darüber, wie Bundeswehr und Politik mit den Veteranen umgehen, gibt es eine Talk-Runde bei Günter Jauch, heute abend in der ARD. 

Thomas de Maizière (CDU), Bundesminister der Verteidigung
Robert Sedlatzek-Müller, Afghanistan-Veteran
Petra Lichtenauer, Mutter von Robert Sedlatzek-Müller
Heinz Otto Fausten, Veteran des Zweiten Weltkriegs
Ulrich Meyer, Moderator und Oberstleutnant der Reserve
Luc Jochimsen (Die Linke), Mitglied des Deutschen Bundestages

Samstag, 9. Juni 2012

Christus! Die Mitte der Seele und des ganzen Lebens

In seiner Predigt zum Fronleichnamsfest erweist sich Papst Benedikt XVI einmal mehr nicht nur als brillianter Denker, sondern als wirklicher geistlicher Vater, der eine der hauptsächlichen geistigen Nöte dieser Zeit erkannt hat und sie mit der ihm eigenen Behutsamkeit anspricht.

Fronleichnam 2012. Paul Badde via kath.net und Facebook.

"Zunächst eine Reflexion über den Wert der eucharistischen Verehrung, besonders der Anbetung des allerheiligsten Altarsakraments. Eine einseitige Interpretation des II. Vatikanischen Konzils hat die Dimension der Verehrung vernachlässigt und die Eucharistie praktisch auf den eigentlichen Vollzug in der Feier reduziert. Tatsächlich ist es sehr wichtig gewesen, die Zentralität des Vollzugs der Feier anzuerkennen, in der der Herr sein Volk ruft und es um den zweifachen Tisch des Wortes und des Brot des Lebens versammelt, es nährt und mit sich vereint in der Opfergabe. Um einen Aspekt zu betonen wird – wie so oft – ein anderer aufgegeben. In diesem Fall ist die Betonung des Feiervollzugs der Eucharistie auf Kosten der Anbetung gegangen, die ein Akt des Glaubens ist und ein Akt des Gebets zum Herrn Jesus, der wirklich gegenwärtig ist im Sakrament des Altars. Dieses Ungleichgewicht hat auch Rückwirkungen auf das geistliche Leben der Gläubigen. Indem die ganze Beziehung mit dem eucharistischen Jesus allein auf den Augenblick der Heiligen Messe konzentriert wurde, riskiert man die restliche Zeit und die existenziellen Räume seiner Gegenwart zu entleeren. Und so nimmt man weniger die ständige Gegenwart Jesu mitten unter uns und mit uns wahr, eine konkrete, nahe Präsenz, in unsern Häusern, als „pulsierendes Herz“ der Stadt, des Landes, der Region mit ihren verschiedenen Vollzügen und Aktivitäten. Das Sakrament der Liebe Christi muss unser ganzes Leben durchdringen.Die Verehrung des Allerheiligsten Sakraments schafft gleichsam das geistliche „Ambiente“ in dem eine Gemeinde gut und in wahrhaftiger Weise die Eucharistie feiern kann.Die Begegnung mit Jesus in der Heiligen Messe vollzieht sich wahrhaftig und in vollständiger Weise, wenn die Gemeinschaft erkennt, dass Er im Sakrament gegenwärtig ist in seinem Haus, dass er uns erwartet, dass er uns an seinen Tisch einlädt und – wenn die Versammlung sich aufgelöst hat – Er bei uns bleibt mit seiner diskreten und stillen Präsenz und uns begleitet durch seine Fürsprache und auch weiterhin unsere geistlichen Opfer sammelt, um sie dem Vater darzubringen.
Im Augenblick der Anbetung stehen wir alle auf derselben Stufe, auf Knien vor dem Sakrament der Liebe. Das allgemeine Priestertum und das Amtspriestertum sind miteinander vereint bei der Verehrung der Eucharistie. Die eucharistischen Vigilfeiern bereiten auf die Feier der Heiligen Messe vor: sie bereiten die Herzen vor auf die Begegnung, damit diese fruchtbarer sei. Gemeinsam für eine längere Zeit in Stille vor dem im seinen Sakrament gegenwärtigen Herrn zu verharren, ist eine der authentischsten Erfahrungen unseres Kircheseins. Diese wird begleitet und ergänzt durch die Feier der Eucharistie, durch das Hören auf das Wort Gottes, singend und gemeinsam an den Tisch des Brot des Lebens tretend. Kommunion und Kontemplation können nicht getrennt werden, sie gehören zusammen.Um wirklich mit einer anderen Person zu kommunizieren, muss ich sie kennen, muss ich in Stille bei ihr bleiben können, auf sie hören und in Liebe anschauen können.[...]"


Zum zweiten angesprochenen Aspekt, der "Sakralität der Eucharistie" und für die ganze Homilie bitte hier schauen.

Seltsame Hühner - Pong

In alterwürdiger Blogoezesen Tradition gibt es auf diese Hühner bei Richelieu nur eine Antwort :-)
Achtung, Rackelhahn!


Ich kenn den Sprecher und Filmer dieses Videos! :P

Freitag, 8. Juni 2012

Beten wir für und MIT dem Papst

Gerade habe ich bei Mme Elsa und Georg folgenden Gebetsaufruf gefunden. Vielen Dank und ich schließe mich gern an :-)


Bild via Sponsa Agni. Danke.
"Juliana von Lüttichs berühmte Vision, die ihr als Anregung zur Einführung des Fronleichnam-Festes diente, glich exakt dem kosmischen Ereignis, mit dem sich in diesem Jahr am Mittwoch vor Fronleichnam die Venus als kleiner Fleck vor der Sonne vorbei schob. Einen Fleck auf dem Mond begriff Juliana damals als Makel im Festkreis der Kirche, dem nach ihrem Verständnis noch ein Fest zur Verehrung der Allerheiligsten Eucharistie fehlte.

Das VATICAN-Magazin möchte deshalb heute zu einer Initiative ähnlicher und dennoch ganz eigener Art aufrufen: Jeden Abend Punkt 18.45 Uhr beginnt der hl. Vater im Sommer mit seinem Sekretär Georg Gänswein das Gebet des Rosenkranzes in den Vatikanischen Gärten.


Aufrufen möchten wir deshalb, die beiden ab sofort zur gleichen Zeit in allen deutschsprachigen Ländern in diesem Gebet zu begleiten. Es ist eine Zeit, in der für die allermeisten Menschen die Arbeit des Tages getan ist. Sie kann überall vollzogen werden, laut oder leise – zu Hause, in der Kirche, auf der Straße, im Auto, in Gärten. Und überall frei. Ohne Generalsekretäre, ohne Kontrolle, ohne Lenkung, ohne Organisation, ohne Porto, ohne Mitgliederbeitrag, ohne Stoppuhr, ohne Adresslisten, sondern auf die allereinfachste Weise der Welt: Mit einem Kreuzzeichen um 18.45 Uhr und dem anschließenden Gebet des Rosenkranzes mit dem Heiligen Vater.

Wer sich die Bilder ansieht, wie er am 19. April 2005 auf der Loggia von Sankt Peter als Benedikt XVI. vor die Welt trat, und diese Bilder mit denen vergleicht, wie er uns heute ansieht, weiß, welche Lasten ihn seitdem bedrückt haben und weiter bedrücken. Dazu braucht keiner die neuesten Nachrichten zu lesen.

Diese Initiative soll deshalb helfen, diese Lasten ein wenig gemeinsam mit ihm im Gebet und vor die Gottesmutter zu tragen, bis zum letzten Tag seines Pontifikats. "


Bloggertreffen in Freiburg - der Start

HT: Sende-Zeit Blog
Nachdem viele deutschsprachige Blogger im Breisgau eingeflogen sind (manche wörtlich?), kann das Treffen, das von die Medienpastoral im Bistum Freiburg eingelanden hatte, beginnen.

Hauptsächlich wird es wohl um die Neuevangelisierung gehen und darum, konkrete Aktionen der Blogoezese für "Jahr des Glaubens" (2012/2013) zu planen. Man darf gespannt sein!!

Leider habe ich zurzeit zu viel zu tun und die Fahrt nach Freiburg gehört von hier aus auch nicht zu den umkompliziertesten Strecken (ohne Auto), so dass ich, wie einige andere Verhinderte und Interessierte auf die Twitterwall #kbt12 und den Fleiß der anwesenden Blogger angewiesen bin.



Ich wünsche euch auf alle Fälle viel Spass, Kreativität und Heiligen Geist!!


Ironie muss nicht unchristlich sein

[Disclaimer: auch dieser Kommentar zur Diskussion rund um den ominösen Donaukurier-Artikel und seine Erwiderung kann Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.]


Mme Elsa vom Nacht(b)revier ist ein bisschen der Kragen geplatzt über diesen Artikel im Donaukurier. Da geht es mal wieder um den angeblich so unchristlichen Ton der Berichterstattung auf christ-katholischen Nachrichtenportalen; in diesem Fall hat sich die Schreiberin Gabriele Ingenthron speziell auf kath.net eingeschossen. Und da scheint sie sich auch eine ganze Weile drauf rumgetrieben zu haben. Leider scheint sie dabei die oft sehr gut recherchierten und stets mit Autorenangabe versehenen Artikel mit den darunterstehenden Leserkommentaren zu verwechseln, denn wie sonst könnte eine Schlagzeile wie "Anonyme Hetze im Internet" zustande kommen? Natürlich ist der darunterstehende Artikel im Donaukurier pure Polemik und auch die Antwort von Mme Elsa auf kath.net sollte vielleicht für etwas schlichtere Gemüter die Aufschrift "Vorsicht - kann Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten" tragen. Aber ich persönlich kann sie verstehen. Wenn man, wie sie, sich die Mühe macht, die katholische Welt unter seinem Klarnamen mit Artikeln und Interviews zu versorgen, in die man viel Recherchearbeit und -mühe investiert hat und dann von einer Journalistin angefeindet wird, die offenbar im Absatz verrutscht ist und die Leserkommentare mit der Meinung der Redaktion verwechselt, dann kann einem schon mal der Hut ein bisschen hochgehen. Aber, das ist halt die virtuelle Welt, Frau Ingenthron. Ich gehe mal davon aus, dass Sie bei der Vorarbeit zu ihrem Artikel und überhaupt vom Berufs wegen auf mehreren Nachrichtenportalen (ob katholisch oder nicht) und Online-Auftritten mehr oder weniger bekannter Zeitungen unterwegs sind. Da haben sie bestimmt schon festgestellt, dass es charakteristisch für dieses Medium ist, dass Leser hier ihre Meinung zu jedem Artikel sehr einfach kundtun können. Dazu ist nichts weiter nötig, als die Angabe eines Benutzernamens und eines Passworts. Man braucht sich auch nur die Benutzernamen der z. B. ersten fünf Leserkommentare unter einem beliebigen Artikel auf einer beliebigen Online-Zeitung (nehmen Sie ruhig ein säkulares Blatt) ansehen, um festzustellen, dass ca. 98% aller dort Kommentierenden dies nicht unter ihrem Klarnamen tun. Wieso sollten sie auch, sie tun dies ja nicht zum Broterwerb und die Kommentarfunktion ist in erster Linie zur Meinungsäußerung gedacht. Meinungen allerdings können durchaus sehr unterschiedlich und auch kontrovers sein. Das ist halt der Vor- bzw. Nachteil einer Demokratie, je nachdem, welche Meinung man über diese, unsere, Staatsform vertritt.

In Caritate Christi,
Gertie di Sasso


P.S. Auch ich verwende für dieses Weblog ein Alias, aber ich betreibe das ja auch nur zum "Hausgebrauch"; bin also weder hauptberuflich Journalistin noch erhebe ich Anspruch auf Vollständigkeit oder Ironie-freiheit. Es ist nur ein kleines Internet-Tagebuch.

Donnerstag, 7. Juni 2012

Vorfreude!

Da der "Alipiator", seines Zeichens bloggender Altmeister, bis zum 02. Juli in den verdienten Urlaub geht und ein sehr fürsorglicher Priester ist, hat er für die zu erwartende Trockenzeit seiner Leser vorgesorgt.



Für alle, die von "Super-Robusta" und ihren Abenteuern nicht genug bekommen können, kommen hier die Wallpaper für den richtigen Style jederzeit und das Brettspiel.
 
 

Bild des Tages

Monstranz in der Seminarkirche St. Georgen, Frankfurt a.M.


"Ach, dass meine Christen mit jeder empfangenen hl. Kommunion 
mehr und mehr zu lebendigen Tabernakeln würden." 
(Jesus an eine kleine Seele)

Mittwoch, 6. Juni 2012

Gemeinschaft der Liebe

Wie es inzwischen schon liebe Tradition geworden ist, hielt der hl. Vater heute vormittag auf dem Petersplatz vor rund 25.000 Pilgern und Besuchern Rückschau auf seinen Pastoralbesuch beim Weltfamilientreffen in Mailand. 
»Die Familie, die Arbeit und das Fest« – unter diesem Motto stand das VII. Weltfamilientreffen, das wir in den vergangenen Tagen in Mailand gefeiert haben. Ich bin immer noch ganz erfüllt von den unvergeßlichen und wunderbaren Begegnungen mit den Familien aus Italien und aus der ganzen Welt. Es war auch mein erster Besuch als Nachfolger des heiligen Petrus bei den Gläubigen im Erzbistum Mailand, die mich wirklich aufs herzlichste empfangen haben. Ich wollte im Rahmen dieses Besuchs auch die Gelegenheit wahrnehmen, den Menschen aus der Emilia-Romagna, die so schwer unter den Folgen des Erdbebens zu leiden haben, meine Nähe deutlich zu machen. Mit vielen Menschen konnte ich ins Gespräch kommen, und einige Familien gaben ergreifende Lebenszeugnisse des Glaubens und der Liebe. Die Familie ist eine einzigartige Gemeinschaft der Liebe, die auf dem Sakrament der Ehe gründet und berufen ist, ein Heiligtum des Lebens zu sein, Hauskirche und Keimzelle unserer Gesellschaft. Von Mailand ist eine Botschaft der Hoffnung ausgegangen: die Liebe ist herausfordernd, aber schön und frohmachend, sie ist treu, sie währt ihrem Wesen nach für immer und sie ist offen für das Leben. Als Zeugen dieser Liebe können die Familien am Leben und an der Sendung der Kirche und am Aufbau unserer Gesellschaft in wesentlicher Weise mitwirken. (deutscher Teil der Generalaudienz des hl. Vaters; mehr dazu wie immer hier, hier oder hier.)

Sehr süß fand ich am Samstag Abend auch die Frage-und-Antwort Runde des hl. Vaters mit Familien. Er antwortete dort in freier Rede und ohne Manuskript auf Fragen zu seiner eigenen Familie, zu wiederverheirateten Geschiedenen oder zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Es leckt und leckt

"Das jüngste Manöver lässt aber auch jetzt schon eine Absicht hinter dem Aktendiebstahl durchsichtiger werden als je zuvor. Nachdem nämlich letzte Woche bekannt wurde, dass Georg Gänswein, der Privatsekretär des Papstes, Gabriele als den gesuchten „Corvo“ überführt hat, versuchen die neu aufgetauchten Dokumente in der „Repubblica“ den Spieß nun umzudrehen und neben Kardinalstaatssekretär Bertone ganz besonders diesen engsten Vertrauten des Papstes für den Skandal der Vatileaks verantwortlich zu machen."
Das schlägt ja wohl echt dem Fass die Krone ins Gesicht!!!

"Damit scheint die Affäre nun aber auch ihren Kern zu offenbaren. Denn zu den Übertretungen der zehn Gebote vom Sinai ist in der römischen Kirche seit langem auch noch eine elfte Extra-Sünde wohl bekannt. Das ist die auf Lateinisch so genannte „invidia clericalis“; das ist der klerikale Neid, in dem ein Priester dem anderen dessen Erfolge „im Weinberg des Herrn“ nicht gönnt. Von diesem Neid aber ist in Rom keiner so sehr betroffen wie der Privatsekretär des Papstes, und auch die prominenten Namen seiner Neider sind weit über den Vatikan hinaus wohl bekannt, denen er ein Dorn im Auge ist." (Paul Badde via kath.net)

Povero, Don Georg! Wenigsten haben wir hier nun ein plausibles, vielleicht gar nicht mal so unwahrscheinliches Motiv. Bevor ich mich aber jetzt hier richtig groß aufrege, übergebe ich das Wort lieber an hw. P. Hagenkord SJ von Radio Vatikan, der kann das  ohnehin viel besser.

"Das abzudrucken ist kein Journalismus mehr, das ist Erpressung, das ist Teil eines Machtspiels, das um den Vatikan herum tobt."
"Spätestens mit diesem Wochenende wird klar, dass die Medienseite eben auch zur Geschichte um Vatileaks dazu gehört. Die Strippenzieher müssen gar nicht einmal im Vatikan selber sitzen."
"Wir hier in der Redaktion als Journalisten wehren uns gegen diese Art, zu berichten. Das überschreitet eine journalistische Linie, auf diese Weise Druck auszuüben ist unprofessionell. Und es hilft überhaupt nicht bei einer informierten Meinungsbildung."

Wie war das noch mit "betet ohne Unterlass"? Einmal tief Luft holen, und weiter geht's ;)

Dienstag, 5. Juni 2012

Alexander Kissler: Christen sind die Punks unter den Religiösen

Dr. Alexander Kissler, seines Zeichens Hausarzt des Vatican-Magazins für die kleineren und größeren Macken des sog. "Deutsch-Katholizismus" und geistiger Florettfechter, hat wieder zugeschlagen:
Am 1. Juni 2012 hielt er in München einen Vortrag zum Thema "Der Papst und wir. Wo steht Deutschland?" Der Beziehung der Deutschen zu ihrem Landsmann auf dem Stuhl Petri hat sich Dr. Kissler schon seit längerem gewidmet. Mit gewohnt scharfsichtigem Blick stellt er fest, dass die Art der Deutschen mit diesem Papst umzugehen, die gerade derzeit nicht sehr freundlich ist, nicht so sehr etwas über ihn, den Papst aussagt, sondern vielmehr etwas über uns selbst.

Wie schon die Mannschaft vom Beiboot Petri festgestellt hat, merkt man Alexander Kissler seine profundes Allgemeinwissen, seine genaues Zuhören und seine präzise Recherche in Sachen Benedikt XVI deutlich an. Der Vortrag ist ein Streifzug durch die Homilien und Ansprachen des hl. Vaters der letzten Jahre und kulminieren in der Erkenntnis, dass wir unser Denken ändern müssen.

"Ohne Illusionen, ohne ideologische Utopien gehen wir auf den Strassen dieser Welt." Diesen Satz aus der Homilie zu Fronleichnam 2011 setzt Kissler über seine Ausführungen, wobei er zunächst die Illusionen und Ideologien dieser Zeit als Techniken der Selbstversklavung des Menschen erwähnt. Um aus dieser Selbstversklavung und der Krise des Denkens, die Benedikt XVI laut Kissler in der Gesellschaft von heute diagnostiziert,  herauszukommen, müssen wir alle, frei nach Rilke und Sloterdijk, unser Denken ändern. Wenn wir das in der rechten Demut und mit einem gebildeten Gewissen tun, kommen wir in die wahre Freiheit. Freiheit, christlich verstanden, wäre für Benedikt XVI gleichbedeutend mit Nonkonformismus, weil wir nur so frei sind von den uns umgebenden ideologischen Utopien und frei sind füreinander und für Christus. Christen wären also, so Kissler, die "Punks unter den Religiösen."  So könnten ich noch lange weiter machen. Ein großer Gedanke jagt hier den nächsten, deswegen -> Prädikat: sehr empfehlenswert!



"Siguele" (dt. "Ihm folgen")
Beitrag des  Orden y Mandato de San Miguel Arcángel 
für den Wettbewerb zum JMJ 2011 "MadridMeEncanta.org"


Oder wie eine bekannte Bloggerin unlängst sagte: "Christianity is the punk rock of religions!"

Nuntio vobis

 gaudium magnum: wir haben einen Weihbischof! Für das Bistum Augsburg vom hl. Vater ernannt...tata... Domvikar Florian Wörner, Leiter des Institutes für Neuevangelisation! Bischofsweihe: 28. Juli 2012 im Dom zu Augsburg. Er wird mit 42 Jahren der jüngste Bischof Deutschlands und der zwölftjüngste weltweit sein, wobei er europaweit in guter Gesellschaft ist. 

Es gibt also auch gute Neuigkeiten von der Kirche auf deutschem Boden;)

Nicht wir haben Ihn erwählt

Und seht, wie er nicht die Guten erwählt, sondern die, die er erwählt, gut macht. […] Er selbst ist der Weg, auf den er uns stellt, damit wir ihn gehen.


Aurelius Augustinus (354–430),Bischof von Hippo

Montag, 4. Juni 2012

Der Lumpensammler von Tokio

So wurde P. Gereon Goldmann OFM (1916 - 2003) nach über 40jähriger Missionsarbeit in Japan gerne genannt. Aber das ist nur ein kleiner Teil eines Lebens, das soviel enthielt, dass es gut und gern für mehrere Leben gereicht hätte.



Aufmerksam geworden auf diesen Mann von außergewöhnlichem Mut bin ich durch seine Biographie geworden, die als Hörbuch einmal bei Radio Horeb erzählt wurde. k-tv brachte auch einmal eine Interviewreihe mit ihm, wo P. Goldmann selbst aus seinem Leben erzählt.


Ein wandelndes Zeugnis für die Kraft des Gebetes!

Sonntag, 3. Juni 2012

Zitat zum Tage

In Jesus Christus ist Gott Mensch geworden und hat uns gestattet, einen Blick in das Innere Gottes zu werfen. Und dort sehen wir etwas völlig Unerwartetes: Der geheimnisvolle Gott ist keine unendliche Einsamkeit; er ist ein Ereignis der Liebe. Es gibt den Sohn, der mit dem Vater spricht. Und beide sind eins im Geist, der sozusagen die Atmosphäre des Schenkens und des Liebens ist, das aus ihnen einen einzigen Gott macht.


Benedikt XVI (Pfingstvigil 2006)

Vater! In deine Arme!

Vater! In Deine Arme!
Du bist der Urgrund der Erde, 
Du bist die Fülle im Raum. 
Wandernde Wolken und Sterne
sind Deines Mantels nur Saum. 
Nirgends entflieh ich Dir.
Überall Du!
Vater, aus Ewigkeit
winkst Du mir zu.

Christus! In Dein Herz!
Du bist die Mitte der Seele!
Du bist im Herzen der Strom!
Alles, was atmet und lebet, 
baut Dir den mystischen Dom!
Alle ein Leib in Dir, 
Du bist das Herz!
Du aller Menschen Freud, 
Du aller Schmerz!

Heiliger Geist! Unter Deine Flügel!
Du bist der Winde Wind, 
Du, aller Wärme Quell. 
Du bist der Geister Geist, 
Du machst die Erde hell. 
Alles, was heilig ist, 
eint sich in Dir!
Liebend in Deinem Glück, 
enden auch wir. 
Hermann Orgaß (1916-1943)

Heilig-Geist-Novene: zweite Runde, neunter Tag

Im Namen des Vaters und des Sohnes und Heiligen Geistes. Amen. 


Komm Heiliger Geist! Bild von hier.
Hymnus
Komm, Heil'ger Geist, wirf dein Feuer auf die Erde!
Komm, Heil'ger Geist, komm mit deiner Kraft!

1. Schenk uns deine Liebe, erneuere unsern Glauben.
 Komm, Heil'ger Geist, entzünde uns!
2. Führe uns in die Wahrheit und zeige uns den Sohn.
Komm, Heil'ger Geist, entzünde uns!
3. Gib uns deine Stärke und schick uns in die Welt.
Komm Heil'ger Geist, entzünde uns!
4. Du gibst uns die Kraft. Komm hilf uns, frei zu sein, der Welt zu künden: Jesus lebt!
(aus: "Er lebt", Gemeinschaft Emmanuel)


Ein Vaterunser, ein Ave Maria und ein Ehre sei dem Vater für
den Lobpreis, den "alten" und "neuen" Pfarrer an der Schlosskirche und alle Pfarreien Bayreuths.


Gebet
Atme in mir, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges denke.
Treibe mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue.
Locke mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges liebe.
Stärke mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges hüte.
Hüte mich, du Heiliger Geist, dass ich das Heilige nimmer verliere.
(dem hl. Augustinus zugeschrieben)



Danke für's mitbeten und vielleicht treffen wir uns alle die nächsten Tage im Heiligen Geist, um für das ungeborene Leben zu beten :-)