Beitrag der Woche

Geistliche Kommunion III

Du bist höher als der Himmel und höher als die Welt, da sich der Schöpfer der Welt für Dich zum Kaufpreis dahingegeben. Was kann der an Dir ...

Donnerstag, 29. August 2013

Damit der Glaube neu erstrahlt

lädt das Forum Deutscher Katholiken von Freitag 30.08.2013 bis Sonntag 01.09.2013 zum diesjährigen Kongress "Freude am Glaube" nach Augsburg ein.

Ich werde auch dort sein und freue mich darauf, viele liebe Blogger-Kollegen (wieder) zu sehen. Alle, die aus räumlichen, zeitlichen oder anderen Gründen nicht leibhaftig daran teilnehmen können, möchte ich auf die live-Übertragungen von Radio Horeb aufmerksam machen. 

Vom Kartentisch ans Krankenbett: Der Weg des Kamillus von Lellis

Auch Spielsucht ist eine Sucht, wie die Geschichte des heiligen Kamillus beweist. Hier für euch meine Übersetzung aus: “Ordinary suffering of extraordinary saints“ von Vincent J. O’Malley C.M. 
***

Der hl . Kamillus von Lellis (1550 – 1616) verbrachte einen Großteil seiner Jugendzeit im Kampf, bei Trinkgelagen und am Kartentisch. Bei zahlreichen Gelegenheiten verspielte er seinen ganzen Besitz bis auf das sprichwörtliche Hemd am Leib. Von Kindheit an begabt für die Karten, spielte er so oft, dass aus der Gewohnheit eine Sucht wurde. Im Alter von 17 Jahren schloss er sich seinem Vater und zwei Cousins an, die als Söldner im venezianischen Heer gegen die Türken kämpften und wurde in der Schlacht verwundet. Die Verletzung an seinem linken Bein verheilte gut, doch die Infektion zog in den rechten Knöchel und machte ihm sein Leben lang zu schaffen. Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg begegnete er einigen Franziskanern, was ihn so tief beeindruckt haben muss, dass er vielleicht etwas überstürzt schwor, ebenfalls dem Orden der Minderbrüder beizutreten. Im März 1571 kam Kamillus in das berühmte römische Hospital für unheilbar Kranke. Ende des Monats nahm der stämmige Ex-Soldat dort einen Job an, wurde jedoch Ende des Jahres wieder gefeuert. Er galt als Hitzkopf, der immer mit dem einen oder anderen Kollegen im Clinch lag. Da er inzwischen regelrecht süchtig nach den Karten war, stahl er sich oft vom Dienst davon, um mit den Fischern vom Tiber zu spielen. Nunmehr arbeitslos geworden, verpflichtete er sich wieder in der venezianischen Armee. Auf Korfu erkrankte er so schwer an Ruhr, dass er die letzte Ölung erhalten musste. Nach seiner Genesung kehrte er aufs Schlachtfeld zurück.
Nachdem der Venezianische Türkenkrieg 1573 beendet war, kehrte Kamillus nach Rom zurück. Er fand zwischenzeitlich Arbeit als Wachmann, bevor er nach Palermo segelte, wo er sein altes Leben wieder aufnahm und all seine Ersparnisse verspielte. Auf der Überfahrt nach Neapel geriet er in einen furchtbaren Sturm, in dem er aus Angst sein Gelübde, Franziskaner zu werden, erneuerte. Als er vor Erfüllung des Gelübdes in Neapel ein letztes Mal spielen wollte, gab er wieder seiner Sucht nach und verlor erneut alles. In der Biographie von Mario Vanti heißt es über diese Zeit:
In Neapel vergaß er schnell die Gefahren der Überfahrt und sein Versprechen. Er spielte haltlos Tag und Nacht, beinahe ohne Pause. Er verspielte seinen ganzen Dienstbonus, sein Schwert, sein Gewehr und die Pulverflasche, seinen Mantel - einfach alles, außer dem Zierat seines Schwertes und die Kleider, die er am Leib trug. Selbst die einfachsten körperlichen Bedürfnisse und Unwägbarkeiten des Wetters schienen ihm nichts zu bedeuten. Denn für Kamillus war das Kartenspiel ein verzweifelter Kampf mit Hoffnungslosigkeit und Tod. Trotz ruinöser Verluste klammerte er sich fatalerweise an die Hoffnung, dass ihm früher oder später doch noch das Glück lachen würde. Auch in seinen schwärzesten Momenten weigerte er sich zu sehen, dass sein wahres Glück in einer ganz anderen Richtung lag.
Kamillus zog weiter bis Manfredonia in Apulien. Dort warb ihn ein Kapuziner für ein Bauprojekt an. Zunächst lehnte Kamillus das Angebot ab, kam darauf zurück, als er anderswo keine Arbeit finden konnte. Als er nach zwei Wochen einen freien Tag verlangte und abgelehnt wurde, biß er sich vor Wut in die eigene Hand und ging trotzdem weg.
Als er zurückkam, stellten ihn die Kapuziner jedoch wieder ein und gaben ihm sogar eine Gehaltserhöhung. Der Guardian eines Nachbarklosters sprach mit ihm über seine Spielsucht und wie er sie mit Gottes Liebe überwinden könne. Dadurch wurde ihm bewusst, dass sein Hang zu den Karten außer Kontrolle geraten war. Aus dieser Zeit ist ein Brief an einen Freund überliefert:
"Als ich aus dem Krieg zurückkehrte, hatte ich eine Menge Geld, das ich jedoch durch exzessives Kartenspiel verlor. Ich bitte Dich inständig, nichts von dieser Schwäche in Bucchianico zu erwähnen; ich schäme mich sehr dafür."
Hl. Kamillus bei der Krankenpflege.
Ölgemälde von Andrea del Pozo
Zwischen 1575 und 1584 trat Kamillus zwei mal in den Kapuzinerorden ein, wurde jedoch beide Male gebeten, den Orden zu verlassen, da seine Kriegsverletzung nicht abheilte. Er versuchte es bei den Observanten, wurde auch dort aus Gesundheitsgründen abgelehnt. Um seine Gewissensbisse wegen des geheimen Gelübdes zu beruhigen, gaben ihm die Brüder eine Brief, indem sie ihm erklärten, dass die Ordensregel die Aufnahme von Kranken nicht gestatte. Er kehrte nach Rom in das Hospital zurück, wo er zum Finanz- und Personaldirektor aufstieg. Auf Anraten seines Beichtvaters, des hl. Phillip Neri, gründete Kamillus eine Gemeinschaft von Männern, welche Glauben und Krankenpflege verbinden wollten. Daraus entstand der Orden der Kamillianer. Er starb am 14. Juli 1614 in Rom. 1742 wurde er von Papst Benedikt XIV. selig- und am 29. Juni 1746 heiliggesprochen.

Montag, 26. August 2013

Limburger Kontraste

Nachdem scheinbar heute selbst in der Tagesschau von dem Bischof an der Lahn die Rede war, möchte ich doch sehr darauf hingewiesen haben, dass Limburg auch andere Seiten hat, schönere.

 


Meinetwegen könnt ihr mir jetzt nachsagen, ich sei idealistisch und naiv und würde die Probleme nicht sehen wollen. Tatsächlich sehe ich bei den derzeitig hochgekochten "Problemen" keinen Grund. Selbst wenn der Frankfurter Stadtdekan nicht mit dem Bischof klarkommt. Jeder hat mal Probleme mit seinem Vorgesetzten, wobei es immer besser ist, diese direkt (unter vier Augen) auszudiskutieren, als eine gemeinhin unwissende Öffentlichkeit hineinzuziehen. Das kann nämlich nur in Stimmungsmache in die eine oder andere Richtung enden. Und bei der bislang recht nebulösen Berichterstattung - die Rede ist von offenen Briefen, Unterschriftenaktionen und den altbekannten, doch widerlegten Vorwurfen -  entsteht der Eindruck, dass es genau darum in erster Linie geht, um Stimmungsmache gegen einen sich redlich um die Seelen der Menschen mühenden Bischof.

Außerdem hatte ich beim letzten Tantenbesuch die Gelegenheit, mir dieses Bistumszentrum näher zu begucken. Viel sieht man nicht; die Mauer ist da aber schon seit Urzeiten rum! Es sind ein paar kleinere Neubauten, die meisten für die Verwaltung. Was ich gesehen habe, war klein, gerade und schlicht. Auch wenn man bei der Kapelle über die Schönheit streiten könnte, so lässt sich sagen, dass sie sich von weiter weg (Lahnbrücke, Postkartenmotiv) recht gut einfügt. Sie ist halt recht schwarz von außen. Schon vom Augenschein begreift man, dass das meiste Geld in den Denkmalschutz geflossen sein muss, besonders wenn man das alte Fachwerkhaus, das dazugehört, mit hineinrechnet. Tatsächlich scheinen sich die direkten Nachbarn lange nicht so drüber aufzuregen.

[Und das war das 1000. Posting. So schnell kann's gehen.]

Mit großem Schmerz und Sorge - Appell von Papst Franziskus


Im Anschluss an die Katechese zum Angelus am gestrigen 21. Sonntag im Jahrenskreis richtete Papst Franziskus einen Appell an die kriegführenden Parteien in Syrien, der in seiner Eindringlichkeit wohl so auch für die Zustände in Ägypten gelten kann.
>>Mit großem Schmerz und Sorge verfolge ich weiterhin die Lage in Syrien. Die Zunahme der Gewalt in einem Krieg unter Brüdern und die vielen Blutbäder und schrecklichen Massaker, deren Bilder wir alle in diesen tagen sehen konnten, treiben mich an, noch einmal laut meine Stimme zu erheben, damit die Waffen schweigen. Nicht die Konfrontation eröffnet Perspektiven für Hoffnung und Problemlösungen, sondern die Fähigkeit zur Begegnung und zum Dialog.

Aus dem Tiefsten meines Herzens möchte ich meine Nähe im Gebet und in der Solidarität mit allen Opfern dieses Konflikts ausdrücken, mit allen die leiden, besonders mit den Kindern, und dazu einladen, die Hoffnung auf Frieden niemals aufzugeben. Ich appelliere an die Internationale Gemeinschaft, dieser tragischen Situation eine größere Aufmerksamkeit zu schenken und alles dafür zu tun, um diesem geliebten Land zu helfen und eine Lösung zu finden für diesen Krieg, der Zerstörung und Tod sät. Beten wir gemeinsam zur Gottesmutter: Maria Königin des Friedens, bitte für uns!<<

Mittwoch, 21. August 2013

Das Köln Adolph Kolpings

Tag 2 des Reiseberichts

Samstag, der 03.08.2013 war ganz der Erkundung Kölns gewidmet. Dafür standen den Kolpinggruppen, die aus dem Bistum Augsburg mit insgesamt drei Bussen angereist waren mehreren Möglichkeiten offen:
Bei der Stadtführung durch Köln durften die Kolpingmitglieder auch eher unbekannte Seiten des Gesellenvaters kennenlernen, z.B. die innige Beziehung desselben zur Muttergottes. So hatte Adolph Kolping aus Dankbarkeit für das 1854 verkündete Dogma von der unbefleckten Empfängnis Mariens Geld für die Errichtung der Mariensäule bei der Kirche St. Gereon gesammelt. Wie der hl. P. Maximilian Kolbe, P. Werenfried van Straaten und viele andere, die für die Verwirklichung einer Vision auf ganz irdische und finanzielle Unterstützung angewiesen sind, entwickelte auch der sel. Adolph Kolping ungeahnte Fundraiser-Qualitäten. So wird von einer Begegnung mit der Kaiserinmutter Erzherzogin Sophie von Österreich berichtet, die ihn bei dem Aufbau mehrerer Gesellenhäuser in Deutschland und Österreich mit einer nicht unbeträchtlichen Summe unterstützte.

Als "echtes Kölner Kind", wie ihn ein Kommilitone aus Münchner Zeiten bezeichnete, suchte Kolping auch regelmäßig Trost und Rat bei der sog. Madonna in der Kupfergasse. Neben den neu entstehenden Räumlichkeiten des Internationalen Kolpingwerkes am die Gruppe auch an der Kolping-Stele auf dem Roncalliplatz vor dem Dom vorbei. Diese wurde 2005 anlässlich des Weltjugendtages dort aufgestellt. Die nächste Station des Rundgangs war die Kirche Madonna in den Trümmern, bevor die Führung vor der Minoritenkirche ihren Abschluss fand. Im 19. Jahrhundert stand auf diesem Grundstück die Schule St. Columba, wo am 06. Mai 1849 der erste Katholische Gesellenverein gegründet wurde. Neben dem sel. Adolph Kolping waren an jenem Abend 7 Gesellen anwesend, während zwei Straßenecken weiter Karl Marx vor einem vollen Saal sein Kommunistisches Manifest verkündete.


>> Tag 3
>> Tag 1

Ökumenische Gebetsstunde für Ägypten am 22.08.2013

Bischof Anba Damian, Generalbischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, S.E. Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, rufen gemeinsam zu einem ökumenischen Gebet für den Frieden in Ägypten auf. Die zentrale Gebetsstunde findet am kommenden Donnerstag, den 22. August 2013, um 19.00 Uhr in der koptisch-orthodoxen Kirche St. Antonius und St. Shenouda in Berlin (Roedeliusplatz, Berlin-Lichtenberg) statt. Der Gottesdienst wird von Bischof Damian geleitet. Von Seiten der Deutschen Bischofskonferenz wird der Erzbischof von Berlin, Kardinal Rainer Maria Woelki, teilnehmen. Die evangelische Kirche wird durch Bischof Dr. Markus Dröge vertreten.

Oremus pro invicem!

Zum Glück bin ich nicht der Erzbischof von Freiburg

...und es interessiert niemanden, wen ich wähle oder nicht wähle, aber wenn diese Meldung, die der gute Herr JoBo hier ausgegraben und bereits ausführlichst kommentiert hat, stimmt, dann haben sich die Piraten gerade selbst ins endgültige Aus gekickt. Denn der Wunsch nach Ausschluss objektiv gut handelnden Menschen, wenn dieses gute Handeln religiös motiviert sein sollte, offenbart nicht nur große Angst vor der Religion an und für sich, sondern auch eine ziemlich totalitäre Einstellung. Sollte eine solche Einstellung bei dieser "Partei" tatsächlich vorherrschen, dann bin ich froh, dass sie so kurz vor der Wahl die Hosen runtergelassen haben.

Dienstag, 20. August 2013

Danke, Herr Kauder!

In sozialen Netzwerken und Nachrichten kommt immer deutlicher zum Vorschein, dass sich viele Ägypter und Syrer von westlichen Politikern im Stich gelassen fühlen. Besonders schmerzlich erfahren dies die Christen, deren Martyrium - in Form von ständig brennenden Kirchen in Ägypten - nicht auffhört. Gott sei's geklagt! Umso wichtiger ist es, dass es wenigstens eine Stimme im Bundestag gibt, die mich den Glauben an die Menschlichkeit deutscher Politiker nicht ganz verlieren lässt. Es ist dies die Stimme von Volker Kauder, der seit Jahren darauf hinweist, dass "die Christen die am stärksten verfolgte Religionsgemeinschaft" sind.

Zum domradio-Interview mit dem Fraktionschef der CDU/CSU zur Lage der ägyptischen Christen geht es --> hier entlang.

Puttenjagd im Urlaub

Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul, Lindenberg / Allgäu

Erst mal 'ne anständige Inzens...

...dann den Kelch polieren...

...und mit Pauken und Trompeten ins Finale!


Basilika Unserer Lieben Frau, Birnau am Bodensee

Das berühmte Schleckermäulchen
von der Birnau darf natürlich auch nicht fehlen.

Schlosskirche Friedrichshafen

Er hat den Wein für den Kelch vorhin.

Not only 'big', but also 'little brother' is watching you ;-)

Samstag, 17. August 2013

1000 Jahre Weisheit: Hermann von Altshausen

 Ich bin auf Gott hin
und Gott ist die Liebe!



(Hermann von Altshausen, 
auch genannt "der Lahme", 
Mönch auf der Reichenau; 1013-1054)

Gebetswache bei Elsa

Mme Elsa sucht noch Mitbeter für eine virtuelle Gebetswache für Ägypten und Syrien. Es geht um 20:00 Uhr los und es wär schön, wenn wir zumindest bis Mitternacht durchhalten.

Wer mitbeten will, trägt sich bitte bei Elsa in der Kommentarbox ein.

Oremus pro invicem!

Erster Geburtstag zum Himmel

bzw. Todestag, meines lieben Papas.


Im Urlaub, Frühjahr 2010

Grab mit Edelweiß, 17.08.2013

Samstag, 10. August 2013

Mittwoch, 7. August 2013

Und das Wort ist Fleisch geworden

An alle Lehrer

Nachdem nun in Süddeutschland die Sommerferien endlich beginnen, während sie anderswo bereits wieder zuende gehen, ist es mal an der Zeit, allen Lehrern zu danken, die sich tagaus, tagein um die Lernfortschritte ihrer Schüler bemühen, auf den Gebieten des Wissens und manchmal auch der Menschlichkeit. Johann Wilhelm Statz muss ein solch guter Lehrer für den sel. Adolph Kolping gewesen sein, was dieser in einem Sonett würdigte, das er zum Namenstag des verehrten Lehrers dichtete.


Festlich feiern frohe Kinderscharen
Ihren Tag voll ungetrübter Lust,
Liebe für den Lehrer hegt die Brust,
Die nicht schwindet bei gereiften Jahren. 

Hab' dies selber ja an mir erfahren,
Denke heute gern der heit'ren Zeit, 
Wo des Lehrers Wort mir bot Geleit,
Auf dem Lebensweg und in Gefahren. 

Viele Jahr sind schon hingeschwunden,
Manche Träne wurden schon geweint, 
Und es blühten schon des Frohsinns Stunden. 

Und das Leben wechselt die Gestalten,
Aber was der Lehrer treu gemeint,
Hat auf rechten Pfad mich doch gehalten. 


(Adolph Kolping. Köln, 24.07.1840)

Dienstag, 6. August 2013

Eine Schwarze Madonna gibt es nicht nur in Polen

sondern auch in Köln. Das kleine Gnadenbild von Maria in der Kupfergasse ist nicht nur genauso dunkel wie jenes in Tschenstochau, sondern wird wohl ebenso innig verehrt. Wie viele Kölner kam auch der sel. Adolph Kolping oft hierher, um bei der Muttergottes Trost zu suchen und in vielen Anliegen des Katholischen  Gesellenvereins ihre Hilfe und Fürsprache zu erbitten.

Sonntag, 4. August 2013

Von Kerpen über Köln nach Fulda zum Musical Kolpings Traum - Tag 1

Ein Reisebericht.


Das Jahr 2013 ist für alle "Kolpingler" ein besonderes Jahr. Der sel. Adolph Kolping, Gründer der Katholischen Gesellenvereine, aus denen das Kolpingwerk entstand, wurde am 08.12.1813 geboren und würde daher in diesem Jahr 200 Jahre alt werden! Grund genug, ein Jubiläumsjahr auszurufen, in dem Kolpingfamilien auf der ganzen Welt und natürlich auch hier bei uns, sich mit dem Leben und der Person Adolph Kolpings vertieft beschäftigen und vielleicht auch ganz neue Aspekte für sich entdecken. Der Diözesanverband Augsburg organisierte deshalb eine Fahrt zum Musical "Kolpings Traum", das extra für dieses Jahr geschrieben wurde und am Freitag, 02.08.2013, im Schlosstheater in Fulda Weltpremiere feiert. Die Kolpingfamilie Oberstdorf hat diese Fahrt zu ihrem diesjährigen Jahresausflug erkoren.

Pünktlich um 7:00 Uhr startete ein Wertacher Bus vom Busbahnhof Oberstdorf Richtung Norden. Unser freundlicher Busfahrer Hans ("Ein Hoch auf unseren Busfahrer!") sammelte in Kempten und Buchloe noch einige Mitfahrer ein, zu denen auch Diözesanpräses Alois Zeller gehört. Zum Glück verfügt der Bus über eine funktionierende Klimaanlage, sonst wären wir wohl bei den tropischen Temperaturen draußen zerflossen. Unsere freundlichen Organisatorinnen hatten alles im Griff und auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Nach einem Frühstück im Bus gab es um 11:00 Uhr eine größere Rast in Ohrenbach bei Brot, Wurst, Käse und Gewürzgurken, letztere wurden nach alter Väter Sitte von der mitreisenden Geistlichkeit gereicht. Wir waren eine ziemlicher ausgelassene Gesellschaft, dank des nie versiegenden musikalischen Repertoires aus den hinteren Reihen. :-D

Kurz vor der Ankunft in Kerpen gab es noch einmal organisatorische Hinweise, bevor wir auf die Sehenswürdigkeiten der Geburtsstadt Adolph Kolpings losgelassen wurden. Hier gab es die Möglichkeit, entweder das Geburtshaus zu besichtigen oder eine Ausstellung zu besuchen, welche ebenfalls extra für dieses Jahr konzipiert wurde und schwerpunktmäßig die Kindheit und Jugend in Kerpen dokumentiert. Es war ebenso interessant, die vielen alten Dokumente und sein Handwerkszeug zu sehen, wie zu erfahren, dass auch heute noch in Kerpen Menschen mit dem Namen Kolping leben, Nachfahren seines Bruders Wilhelm. Abgeschlossen wurde der Besuch in Kerpen mit einer kurzen Andacht in der Pfarrkirche St. Martinus, in der Adolph Kolping getauft wurde und seine Primiz feierte.

Danach flüchteten wir vor dem wüstenartig warmen Wind in die klimatisierten Busse und kamen gegen 20:00 Uhr in unserem Hotel in Köln an. Um unsere Jugendvertreterin standesgemäß in ihr 18. Lebensjahr hinein zu begleiten, sind einige aus der Reisegruppe am Abend noch mal losgezogen. Auch von dieser Seite wünschen wir ihr einen schönen Abend und morgen einen schönen Geburtstag!

Außerdem stehen morgen mehrere Führungen durch Köln und eine Rhein-Schifffahrt auf dem Programm. Selbstverständlich feiern wir auch in der Minoritenkirche die hl. Messe, wo Adolph Kolping zum Priester geweiht wurde, lange als Rektor wirkte und begraben wurde. Kurzberichte dazu gibt es auch beim Kolpingwerk Augsburg.

>> Tag 2
>> Tag 3

Donnerstag, 1. August 2013

Liebe... findet nicht nur im Bett stand

Vielleicht liegt es an dem berühmt-berüchtigten Sommerloch, dass die Äußerungen von Papst Franziskus bei seiner ersten fliegenden Pressekonferenz so hohe Wellen schlagen und dass in Medien verschiedenster Couleur. Besonders beliebt waren natürlich die Aussagen zu "Frauen" und "Homosexuellen Lobby". Aus letzterer wurde ziemlich schnell eine scheinbar allgemeine Aussage und eine große katholische Revolution in Sachen Homosexualität gemacht. Da können noch so viele Blogger Klarstellungen schreiben, wenn man mit Zitaten des regierenden Papstes seinen Vorgängern und der ganzen katholischen Kirche ein Schnippchen schlagen kann, sind alle dabei. Manche Journalisten, wie Lucas Wiegelmann von der 'Welt' sind jedoch in der Lage, mehr als einen Satz zu lesen und das Gelesene zumindest so weit zu verstehen, dass die resignierte Feststellung kommt, dass auch dieser Papst in seinen Grundaussagen...katholisch ist. Tja Leute, Pech gehabt.

Allerdings kann man auch erst an der zweiten Kreuzung falsch abbiegen. Wenn nämlich nach einem Hinweis auf die relevante Stelle im Katechismus (KKK, Nr. 2357 ff.) die Schlussfolgerung gezogen wird, dass die Kirche sich in einem Dilemma befände, weil sie von "gutem" oder "schlechtem" Sex spricht und nicht etwa diejenigen, welche die kirchlichen Positionen zu diesem und anderen Themen hinlänglich kennen und sich nicht einen Deut darum scheren. Denn natürlich befindet sich immer derjenige im Irrtum, der an einer besonders kritischen Stelle ein Warnschild aufstellt und auf keinen Fall derjenige, der das Warnschild zwar sieht und sich bewußt dagegen entscheidet. Dass die Sexualität eines Menschen eine solch kritische Stelle bedeuten kann, ist klar. Nur wann wurde Begriff "Liebe" mit "Sex" gleichsetzt, so als ob Liebe und Zuneigung ausschließlich im "miteinander-ins-Bett-steigen" bestehen würde? Als ob es nicht auch Freundschaften ohne Bettgeflüster geben könnte (unabhängig vom Geschlecht) und als ob das Streben nach Keuschheit, das laut Katechismus alle Menschen gleichermaßen betrifft, etwas schlechtes wäre.

Fast scheint es, als ob sich inzwischen die Ansicht des Films "Harry & Sally" durchgesetzt hat, nachdem es keine Freundschaft geben könne, die nicht früher oder später im Bett endet. Damit verkennt man allerdings die vielfältigen Arten der Zuneigung, die es in den verschiedenen zwischenmenschlichen Beziehungen gibt. Der Philosoph Dietrich von Hildebrand beschreibt die Zuneigung in einer wahren Freundschaft folgendermaßen:
>>Die Freundesliebe bildet eher eine Haltung der Antwort auf den individuellen Charakter des Freundes. Das auch in ihr präsente Moment der Vertrautheit ist hier mehr sachlich fundiert. Tatsächlich zeichnet sich wahre Freundesliebe durch das Verstehen des anderen und zugleich durch das Gefühl des Verstandenwerdens aus. Auf bildliche Weise beschreibt unser Autor diese Kategorie der Liebe wie folgt: Zwei Personen stehen gleichsam "schräg nebeneinander", wie in einem Halbkreis, so dass sich ihre Schultern (d.h. die die rechte Schulter des einen und die linke Schulter des anderen) berühren. In dieser Haltung können sie sich einander zuwenden und gleichzeitig weit vor sich hin blicken, ohne ihre Position zu verändern. Die Personen verbleiben beim Erleben der Freundesliebe prinzipiell auf ihrem eigenen Boden, aber durch tiefes Sich-Verstehen vereint, bauen sie aufeinander und treffen sich in bestimmen Wertbereichen.<<
Und der hl. Franz von Sales, der selbst eine solche, tiefe geistliche Freundschaft erfahren durfte, schreibt in der Philothea:
>>Je höher die Werte sind, die ihr einander mitteilt, umso vollkommener wird eure Freundschaft sein. Wenn ihr eure wissenschaftlichen Kenntnisse austauscht, so ist eure Freundschaft gewiss lobenswert; noch besser ist sie, wenn ihr einander zur Tugend der Klugheit, der taktvollen Mäßigung, der Stärke und Gerechtigkeit aneifert; wenn ihr einander aber die Liebe, die Frömmigkeit, die christliche Vollkommenheit vermittelt, wie wertvoll wird dann eure Freundschaft sein! Sie wird eine ausgezeichnete sein, weil sie von Gott kommt, weil sie auf Gott hinzielt, weil Gott ihr Band ist, weil sie ewig in Gott weiterleben wird. Wie schön ist es, auf Erden so zu lieben, wie man im Himmel lieben wird, und zu lernen, einander auf dieser Welt so herzlich verbunden zu sein, wie wir es in der anderen ewig sein werden!<<

Im Grunde beleidigt man mit der Unterstellung à la Harry & Sally alle Menschen, die eine platonische, tiefe Freundschaft pflegen, indem man ihnen etwas unterstellt, was vielleicht nur durch die Brille des 20./21. Jahrhunderts so aussieht.