Jünger Christi werden

Wenn Gott der Allmächtige, Schöpfer des Himmels und der Erde, der König unserer Seelen und Herzen sein möchte, dann können wir seine Jünger sein, seine vertrauten Freunde.

>>2. Werdet zu Jüngern Christi
Dieser missionarische Aufruf wird auch aus einem anderen Grund an euch gerichtet: Er ist notwendig für unseren persönlichen Glaubensweg. Der sel. Johannes Paul II. schrieb: »Der Glaube wird stark durch Weitergabe!« (Enzyklika Redemptoris missio, 2). Wenn ihr das Evangelium verkündet, werdet ihr selbst immer stärker in Christus verwurzelt, werdet ihr reife Christen. Mission ist eine wesentliche Dimension des Glaubens: Man kann kein wahrhaft gläubiger Mensch sein, ohne zu evangelisieren. Und die Verkündigung des Evangeliums kann nur aus der Freude hervorgehen, Christus begegnet zu sein und in ihm den Fels gefunden zu haben, auf den man die eigene Existenz aufbauen kann. Wenn ihr euch bemüht, den anderen zu dienen und ihnen das Evangelium zu verkündigen, wird euer oft in verschiedene Tätigkeiten zersplittertes Leben, seine Einheit im Herrn finden, ihr werdet auch euch selbst aufbauen und im Menschsein wachsen und reifen.
Was aber bedeutet es, Missionare zu sein? Es bedeutet vor allem, Jünger Christi zu sein, stets aufs neue die Einladung zu hören, ihm nachzufolgen, die Einladung, auf ihn zu schauen: »Lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig« (Mt 11,29). Ein Jünger ist nämlich eine Person, die dem Wort Jesu zuhört (vgl. Lk 10,39) und Jesus als Lehrmeister erkennt, der uns bis zur Hingabe seines Lebens geliebt hat. Es geht also für einen jeden von uns darum, sich jeden Tag vom Wort Gottes formen zu lassen: Dieses wird euch zu Freunden des Herrn machen und euch die Fähigkeit verleihen, andere Jugendliche in diese Freundschaft mit Jesus eintreten zu lassen. Ich rate euch, die von Gott empfangenen Gaben in Erinnerung zu behalten, um sie eurerseits weiterzugeben. Lernt eure persönliche Geschichte neu zu lesen, bringt euch auch das wunderbare Erbe der Generationen, die euch vorausgegangen sind, zu Bewußtsein: Viele Gläubige haben uns mutig den Glauben weitergegeben und haben Prüfungen und Unverständnis auf sich genommen. Wir dürfen nie vergessen, daß wir Teil einer unermeßlichen Kette von Männern und Frauen sind, die uns die Wahrheit des Glaubens weitergegeben haben und auf uns zählen, damit andere sie empfangen. Missionare zu sein setzt die Kenntnis dieses empfangenen Erbes, des Glaubens der Kirche, voraus: Es ist notwendig, das zu kennen, woran man glaubt, um es verkündigen zu können. In der Einführung zum YouCat, dem Katechismus für die Jugend, den ich euch beim Weltjugendtag in Madrid übergeben habe, habe ich geschrieben: »Ihr müßt Euren Glauben so präzise kennen wie ein IT-Spezialist das Betriebssystem eines Computers. Ihr müßt ihn verstehen wie ein guter Musiker sein Stück. Ja, Ihr müßt im Glauben noch viel tiefer verwurzelt sein als die Generation Eurer Eltern, um den Herausforderungen und Versuchungen dieser Zeit mit Kraft und Entschiedenheit entgegentreten zu können«<<

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