Montag, 15. Dezember 2014

Rassismus ist

wenn mich jemand auf offener Straße mündlich oder tätlich angeht, nur weil ich in Asien geboren wurde und ungeachtet meines deutschen Paßes.  
(Was ich mir da so im Laufe meines Lebens anhören durfte, möchte ich hier nicht wiedergeben. Ich jedenfalls bin gut erzogen.)

Rassismus ist nicht, wenn Menschen ihrer Besorgnis in Demonstrationen und Sprechchören Ausdruck verleihen.

Man mag zu Einwanderern, Mitbürgern mit anderer oder gar keiner Religion stehen wie man will, aber man sollte seine Meinung wenigstens sagen dürfen. Solange man bei diesen Demonstrationen nicht die Meinungsfreiheit und Unversehrtheit anderer Menschen tangiert, sollte eine Demokratie so etwas aushalten. Natürlich kann man nicht verhindern, dass Extremisten solche Versammlungen zu kapern versuchen. Das ist dann die Herausforderung, die diese Bürgerbewegungen zu bewältigen haben. Aber man muss ihnen die Gelegenheit geben, sich zu bewähren. Sie vorschnell alle als "Nazis" zu brandmarken ist nicht der Weg.
Wenn man nämlich eine Gefahr immer und überall wittert, bemerkt man sie nicht mehr, wenn sie einmal wirklich vor der Tür steht. Das klingt vielleicht paradox. Es ist vielleicht so ähnlich wie bei dem kleinen Jungen, der sich einen Spaß daraus machte, jeden Tag die Bewohner des Dorfes mit dem Ruf "der Wolf kommt" zu erschrecken. Als dann wirklich ein Wolf kam, glaubte ihm niemand. 


1 Kommentar:

Gertie di Sasso hat gesagt…

Das heißt natürlich nicht dass ich meine Wenigkeit als das Maß ansehen würde. Tue ich selbstverständlich nicht. Aber das Prinzip dürfte klar geworden sein.