Dienstag, 18. Juni 2013

Demokratie macht Arbeit - Alexander Kissler zur "Manif pour tous"

>>[...] Insofern ist es ein ermutigendes Zeichen einer vitalen Demokratie, wenn in diesen Tagen Hunderttausende in Frankreich ihr zivilbürgerliches Urrecht wahrnehmen und auf der Straße gegen die völlige Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der Ehe demonstrieren. Der typisch deutsche Reflex, darin einen schlimmen Aufmarsch Ewiggestriger zu erblicken, zeugt vom ebenso typisch deutschen Unbehagen an der Demokratie. Auf dem Boden von Gesetz und Verfassung hat jede politische Ansicht das absolut gleiche Recht auf öffentliche Präsenz. Latent undemokratisch ist es, wenn legitime öffentliche Meinungsäußerungen diskreditiert und deren Repräsentanten geschmäht  werden, als dürfe es da nur eine Meinung geben, als sei die Republik in genau dieser Hinsicht außer Kraft gesetzt. Dabei müsste es sich von selbst verstehen: Man wird kein besserer oder schlechterer Staatsbürger, ob man sich nun leidenschaftlich für oder gegen die „Ehe für alle“  einsetzt. Wohl aber verabschiedet sich aus der Gesellschaft der Gleichen, wer auf die Durchsetzung einer Einheitsmeinung drängt.[...]<

Der Artikel lohnt sich zur Gänze. Bitte unbedingt selber lesen. Ein weiterer Kissler-Klassiker! 

Keine Kommentare: