Freitag, 2. Oktober 2015

Meine Mama sagt was zu #bloggergate

Mittlerweile ist wohl schon alles gesagt worden zum #bloggergate von Kardinal Marx, nämlich z.B.  --> hier, --> hier und --> hier, und das wesentlich pointierter und ausführlicher als ich es könnte, aber dann hat sich meine Mama in die Diskussion eingeschaltet. Ja, meine 71jährige Mama, die sich ohne Zwang nicht auf 100m einem PC nähert. Meine Mama und Kardinal Marx haben eins gemeinsam: sie kennen die katholische Bloggerszene in Deutschland lediglich vom Hörensagen. Vielleicht kennt meine Mama sogar mehr Blogartikel als Seine Eminenz, einfach weil ich ihr von Zeit zu Zeit mal einen zum Lesen ausdrucke. (Ja, ich drucke das Internet aus - hier bitte den nächsten Witz einfügen). Von daher findet sie es nicht schlimm, dass sich Kardinal Marx auf die bewusste Frage  nach "fundamentalistischen, anonymen Bloggern im Raum der Kirche" zunächst mal als Nicht-Kenner outet. Mit 62 Jahren wäre er ja auch nicht mehr ganz die Generation, die sich mit solchen Dingen auskenne. Aber dass er dann trotzdem den Köder mit der einen namentlich genannten  Website, die alle anderen stillschweigend diskreditieren sollte, geschluckt hat, das fand selbst sie nicht gut. Gerade als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz haben seine Worte Gewicht und er hätte zumindest die Vielfalt der verschiedenen Seiten von Katholiken im Internet anerkennen können. Er hätte z.B. sagen können, dass es dort auch traditionalistischere, mithin fundamentalistische (was auch immer das heißen soll) Seiten und Blogs gibt, dass aber die überwiegende Mehrheit von Katholiken, die sich die Mühe machen, öffentlich über ihre Glauben zu schreiben, eine gute Arbeit machen. Diese Arbeit wird ehrenamtlich geleistet, und geht bewusst "an die Ränder", da das Internet ein sehr säkulares Medium ist. Also wäre es schön gewesen, wenn er sich zumindest das herablassende Bonmot der "Verblödung" verkniffen hätte. Ein solch hingeworfenes Wort schließt die Tür zu einem beginnenden Dialog, bevor sie noch recht geöffnet war und das nicht von Seiten der Blogger. Schade, Chance vertan, Kardinal Marx. Sagt meine Mama.

Ziehe ich persönlich Konsequenzen? NEIN. Ich schreibe ja nicht um eines bischöflichen Schulterklopfens wegen, sondern um manches für mich klar zu bekommen, manchmal nur aus Spass oder einfach für Jesus.

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