Mittwoch, 20. September 2017

Wie geht Lebensschutz im Alltag?

Nach dem Marsch für das Leben 2017 sind Reaktionen in Deutschland mal wieder geteilt. In der Berichterstattung der Leitmedien spielt die Kundgebung für den Lebensschutzes nach wie vor keine oder nur eine marginale Rolle. Teilnehmerzahlen werden kleingeredet oder der Marsch selbst wird nur als Anlass für Berichte über die Gegendemonstranten genutzt, die dann aber ausführlich und hasserfüllt (gegenüber den "Abtreibungsgegnern") zu Wort kommen dürfen. Aber das kennen wir schon. Die Teilnehmer selber - laut Organisatoren des Marsches rund 7.500 Menschen - berichten übereinstimmend von einer friedlichen, fröhlichen Atmosphäre untereinander. Neben den Grußworten überwogen Musik und Lebensfreude und auch die Kinder, die mit ihren Eltern nach Berlin  gekommen waren, sahen entspannt und glücklich aus. Gar nicht traumatisiert, wie LGBTI-Verblendete gerne behaupten.

Was bleibt?


Und doch werden auch im Jahr 2018 wieder ungezählte Menschen in Deutschland vorgeburtlich getötet werden, weil sie ihrer Umwelt nicht in den Lebensplan oder das Weltbild passen. Kinder mit Down-Syndrom werden zu annähernd 100% vorgeburtlich ausselektiert werden. Das Klima älteren und unheilbar kranken Menschen gegenüber wird spürbar rauher, das Verständnis für liebevolle Pflege schwindet, der Druck zu Sterbehilfe und assistiertem Selbstmord nimmt dagegen zu. Auch Weihbischof Florian Wörner beklagte am Rande des Marsches für das Leben ein schwindendes Bewusstsein in der Bevölkerung für den Wert des menschlichen Lebens und ermutigte dazu, nicht nachzulassen in der Bewusstseinsbildung - "behutsam, liebevoll, aber auch mutig. Und je mehr Menschen da mitmachen, desto besser ist es." Inzwischen gibt es immer mehr Initiativen, die genau das tun. 1000plus engagiert sich dafür, dass Frauen in Not bundesweit Anlaufstellen mit kompetenter und unterstützender Beratung finden. Diesen Verein kann man unterstützen, man kann natürlich auch immer über die persönliche Überzeugung sprechen. Aber was kann man darüberhinaus tun? Ganz konkret im Alltag? Was tut ihr? Ich freue mich auf eure zahlreichen Antworten in den Kommentaren.

Kommentare:

F. M. hat gesagt…

Die meisten Schwangerschaftsabbrüche werden nicht wegen erkannter massiver Schäden des Embryos vorgenommen.
Sondern weil die Mütter mit ihren Kindern alleine gelassen werden, von der Schwangerschaft bis zur stark verminderten Rente.

Im Klartext, ohne Kind kommt man gerade so über die Runden, von Leiharbeitsplatz zu Leiharbeitsplstz, von Klausur zu Klausur, von Halbtagsarbeit zu Halbtsgsarbeit, von Kitaplatz zu Kitaplatz, von einem befristeten Arbeitsverhältnis zum nächsten und zurück in die überteuerte Wohnung. So man eine hat und sich überhaupt leisten kann.
Und wenn ich mir die Programme der politischen Parteien so anschaue, dann fallen AfD und die Zahnarztgattinenpartei FDP flach. Die AfD eill laut ihrem Programm zurück in die fünfziger Jahre und das wäre für Frauen katastrophal. Die FDP ist nur wählbar für Menschen ab sechsstelligem Jahreseinkommen, sonst wirds extrem teuer, weil die kalte Progression die ausfallenden Steuern der Reichen und Superreichen kompensieren muss.
CDU und SPD haben beide bewisen, dass Wenigerverdienende ihr Klirntel nicht ist, die CDU von Haus aus und die SPD mit der immer noch nicht korrigierten Agenda 2010, die sehr viele Menschen in prekäre Arbeit getrieben und zu working poor gemacht hat. Bleiben die Grünen, die kümmern sich darum, dass das Baby nach der Geburt auch saubere Luft zum atmen hat, sie versuchens wenigstens, aber die Autolobby ist fast allmächtig hierzulande.

Und dann gibts noch die LINKE.
Die hat, weil sie aus der verblichenen DDR kommt, wo Frauen wirklich gleichberechtigt waren, weil sie ihre Kinder sicher unterbringen konnten und selbständig ihre Rente erarbeiten konnten, genau das richtige Programm, um alle aufgeführten Punkte abzuarbeiten. Zugegeben, das wird teuer. Vor allem für die Arbeitgeber. Fragt sich nur, was uns unsere Kinder wert sind.
Und jetzt die Frage aller Fragen: wenn Lebensschutz von Anfang an darauf zielt, den Frauen die Gründe für einen Abbruch zu nehmen, wie es das Programm der LINKEN macht, muss man dann als katholischer Lebensschützer nicht unbedingt LINKS wählen?
Das wäre der wirksamste Lebensschutz.

Gertie di Sasso hat gesagt…

Sie haben zum Teil Recht. Die derzeitige Familienpolitik der etablierten Parteien (und da zählt mittlerweile auch die Linke dazu)ist mehr als beklagenswert. Dass es mittlerweile so weit, dass Kinder zu einem Risiko für Altersarmut werden, pervertiert den eigentlich Sinn von Familie.

Nun allerdings die Linke mit ihrer Forderung nach 24/7 Kinderbetreuung und das besten direkt nach der Geburt nun aber als Lebensschutzpartei zu bezeichnen, halte ich jedoch auch für übertrieben, sind doch die Kommunisten ebenso für ein massiv erweitertes Abtreibungsrecht. Überspitzt formuliert möchte die Linke zwar die Kinderbetreuung fördern, allerdings nur für Kinder, die ihrem Umfeld "in den Kram passen". Außerdem gibt es bereits erste wissenschaftliche Studien, welche anzweifeln, dass eine 24/7 Betreuung besonders gut für das Kindeswohl wäre.

F. M. hat gesagt…

Genau das ist es, was den wirklich wirksamen Lebensschutz von Anfang an komplett unterminiert. Diese bockbeinige, verblendete Weigerung, den Müttern sichere Betreuungsplätze während deren Arbeitszeit zur Vergügung zu stellen. Diese verrückte Hysterie, dass Kinder in Betreuung zu wenig religiös erzogen werden; zu Ihrer Beruhigung, das tun die leiblichen Eltern auch nicht. Können Sie bei jedem Kommunionunterricht erleben.
Natürlich könnte man versuchen die Arbeitgeber dazu zu bringen, Müttern völlig flexible den Kindern angepasste Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, inklusive sechs bis acht Wochen Lohnfortzahlung pro Jahr zur Betreuung kranker Kinder. Frauen sollen ja nicht nur ein Kind haben dürfen, das im Jahr vierzehn Tage krank sein darf und bei vier Kindern, rechnen Sie selbst. Aber glauben Sie, dass Sie auch nur einen einzigen Arbeitgeber dazu bringen werden? Eher friert die Hölle zu.
Nein, man muss das tatsächlich so machen, wie die Franzosen in ihrer ecole maternelle. Dort hat sich das sehr bewährt und genau diese Sicherheit, verhindert zuverlässig die Probleme, die Schwangere zu Abtreibungen bringen.
Wenn eine Schwangerschaft nicht automatisch eine massive Erschwernis des Lebens oder gar Verarmung bis zum Grab bedeutet, dann wäre das der Lebensschutz, den die soziale Indikation kennzeichnet. Und das ist die Indikation, unter der die meisten Abbrüche stattfinden.

Eine Frau, die keine Angst um ihre GEBORENEN Kinder haben muss, die keine Angst haben muss, dass sie ihre Ausbildung nicht beenden kann, dass sie ihr Studium nicht durchziehen kann, dass sie ihren Arbeitsplatz wegen Fehlzeiten durch kranke Kinder verliert und nie wieder einen bekommt, weil sie nach Jahren des Kinder grossziehens keinen Arbeitsplatz bekommt, oder nur einen Minijob, der Minilohn und später Mikrorente, die sie gnadenlos in die Altersarmut stürzt, die wird eine Schwangerschaft nicht beenden lassen.