Sonntag, 28. April 2013

Socks, Lügen und ... ZDK

[Update: besagte Dame nahm ihre "sachlich falsche Behauptaung zur Fußwaschungspraxis von Papst em. Benedikt XVI" kürzlich zurück. Immerhin, aber ob sie das ohne den 'Sockensturm' auch so schnell eingesehen hätte, wer weiß?]

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Da gondelt man friedlich durch die Lande, möchte sich daheim wieder so ein bisschen sortieren, und dann haben plötzlich die 'Socken' die facebook- und twitter-Timeline geentert. :-D

Auf jeden Fall habe ich mich gestern köstlich amüsiert, auch ohne zu wissen, um was es bei dem 'Sockrament' genauer ging. Bei Licht betrachtet ging es bei dem 'Gesocks' wohl vor allem darum, den Unterschied zwischen den Päpsten Benedikt XVI und Franziskus so weit auf zu machen, dass man da auch noch mit einem LKW durch passt. Und da in der Diktion des ZDK (Zentralkommitee der Deutschen Katholiken, für der Abkürzung Unkundige) Papst Franziskus der Super-Über-Papst zu sein hat, muss Benedikt XVI der Mozetta-tragende-Darth Vader sein. Wenn man es mit der schlichten schwarz-weiß-Logik gewisser CDU Politikerinnen dann noch als ach so provokativ und revolutionär verkaufen möchte, dass man sich an Bonner Tischen zum x-ten Mal unter die Gürtellinie begibt, dann darf man freilich auch erfinden, dass Benedikt XVI bei der jährliche Fußwaschung am Gründonnerstag in der Regel Priestern“, die Füße gewaschen hätte, „die sie ihm mit angezogenen Socken entgegen halten, damit er ihnen einige wenige Tropfen Weihwasser draufsprengen kann“. Ich muss mich bei diesem Zitat auf die Quelle bei kath.net verlassen. Der Vortrag ist jedoch auf einem Audio-File auf der ZdK-Website zu hören. Dass dieses Anekdötchen mit wenigen Klicks als Unwahrheit entlarft werden kann, stört dabei wenig, es ist nur ein Mittel bei dem Zweck, den einen Papst zu demontieren, um den anderen medial hoch zu loben.

Dass ein solches 'Gegeneinander-ausspielen' nicht unbedingt von Vertrauen in den derart Gelobten zeugt, scheint den werten Damen und Herren vom ZDK nicht bewusst zu sein. Ihre Sympathie und Begeisterung für Papst Franziskus bleiben ihnen unbenommen. Auch ich finde seine joviale und offene Art herzerfrischend und seine kurzen Botschaften schlicht stark. Aber das heißt nicht, dass ich Benedikt XVI oder Johannes Paul II deswegen weniger bewundern würde. Mein atemloses Staunen vor der turmhohen Brillianz der Theologie Benedikts oder dem einprägsamen Lehramt des Leidens von Johannes Paul II nimmt meiner Haltung gegenüber Franziskus nichts weg. Im Gegenteil.

Wenn das ZDK also weiterhin für sich in Anspruch nimmt, die römisch-katholischen Laien in Deutschland (derer ich eine bin) zu vertreten, dann hätte ich hier eine dringende Bitte:  

Vertretet mich gefälligst besser!

1 Kommentar:

Meckiheidi hat gesagt…

Prima! Damit ist alles gesagt, danke dafür.