Beitrag der Woche

Geistliche Kommunion III

Du bist höher als der Himmel und höher als die Welt, da sich der Schöpfer der Welt für Dich zum Kaufpreis dahingegeben. Was kann der an Dir ...

Dienstag, 19. November 2013

Fabiola von Rom - geschieden, wiederverheiratet und im Schoß der Kirche

Die heilige Fabiola, Zeitgenossin des Kirchenvaters Hieronymus könnte für die Handreichenden aus dem "deutsch-katholischen" Erzbistum Freiburg interessant sein. Und für die Teilnehmer der kommenden Bischofssynode zum Thema Familie. Mögen sich diejenigen, die das angeht durch die Worte des hl. Hieronymus zu dieser Sache inspirieren lassen, wenn sie schon nicht auf die Bibel und den Herrn selber hören wollen. Daher kommt hier für euch ihre Geschichte aus"Ordinary sufferings of extraordinary Saints" von Vincent J. O'Malley CM.
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Fabiola (gest. 399) war eine wohlhabende römische Adlige und Christin, die sich von ihrem Ehemann aufgrund seines lasterhaften Lebensstils zivilrechtlich scheiden ließ. Ihre zweite Ehe wurde von der römischen christlichen Gemeinde als Skandal betrachtet. Nachdem beide Ehemänner verstorben waren, bat sie um Wiederaufnahme in die kirchliche Gemeinschaft. Der Papst selbst führte den Ritus der Versöhnung durch, nachdem sie die damals übliche Buße auf sich genommen hatte.
Auch vor ihrer Scheidung zeichnete sich Fabiola durch ein intensives Gebetsleben und viele Wohltätigkeiten aus. Der heilige Kirchenvater Hieronymus selbst war ihr geistlicher Begleiter und zusammen mit den hll. Marcella, Paula und Julia Eustochium gehörte sie zu seiner Gebetsgemeinschaft. Doch Fabiola schien nicht so recht in diese Gruppe zu passen, da ihrem lebhaften, leidenschaftlichen und zuweilen dickköpfigen Wesen das Aktive näher lag als das Kontemplative. Sie gründete eines der ersten Krankenhäuser in der Ewigen Stadt und pflegte dort auch persönlich die Kranken. Großzügig unterstützte sie auch den Bau vieler Kirchen und die Arbeit anderer wohltätiger Organisationen und linderte das Schicksal nicht weniger Menschen. Sie führte ein so geselliges und aktives Leben, dass der hl. Hieronymus einmal bemerkte, dass sie auch den Stall von Bethlehem am liebsten in die Nähe der belebten Gasthäuser verlegen würde. Doch ihre eheliche Situation war so bekannt, dass der Priester Amandus aus Bourdeaux den hl. Hieronymus einmal fragte, wie es denn mit der Zulassung einer wiederverheirateten Frau zur Kommunion stünde, wenn ihre zweite Ehe unter Zwang zustande gekommen wäre. Hieronymus ließ in seiner Erwiderung die Annahme des Zwangs nicht gelten. Er schrieb: "Wenn Eure Schwester, die in einer zweiten Ehe lebt, wünscht, den Leib des Herrn zu empfangen und nicht mehr als Ehebrecherin betrachtet zu werden, da die zweite Ehe unter Zwang zustande gekommen sei, so soll sie Buße tun und fortan keinen weiteren Verkehr mit ihrem zweiten Gatten mehr haben, der nicht 'Gatte' genannt werden sollte, sondern 'Ehebrecher'." Hieronymus geht in dieser Antwort dann auf einige beliebte weltliche Begründungen einer Ehescheidung ein, verwirft sie aber mit Blick auf die Schrift und schreibt weiter: "Auch der Apostel lässt keine dieser Ausreden gelten, wenn er klar feststellt, dass eine Frau, die eine zweite Ehe eingeht, während ihr erster Gatte noch lebt, Ehebruch begeht. Sprich mir nicht von Gewalt in der Ehe, den Ausflüchten einer Mutter, den Bitten eines Vaters, dem schlechten Einfluss von Verwandten oder unerträglicher Dienstboten. Der Gatte mag die Ehe brechen oder sogar unnatürlich veranlagt sein, ja selbst, wenn er jedes nur mögliche Verbrechen begangen haben mag und von seiner Frau zurecht verlassen wird: er ist und bleibt ihr Ehemann und solange er lebt darf sie keinen anderen zum Manne nehmen. Der Apostel verkündet dies nicht aufgrund seiner eigenen Autorität, sondern es ist Christus, der hier aus ihm spricht."

Im folgenden Jahr besuchte Fabiola ihren Seelenführer in seinem Kloster in Bethlehem, um ihre geistliche Berufung zu prüfen, kehrte jedoch nach einigen Monaten wieder in die Hauptstadt zu ihren gesellschaftlichen und karitativen Pflichten zurück. Der Ruf ihrer Wohltätigkeit und ihrer Frömmigkeit verbreitete sich und als sie starb, pries Hieronymus in seiner Grabrede diese, ihre Großherzigkeit, ihr Beten und ihr Fasten. Natürlich konnte er die Scheidung und Wiederverheiratung nicht aussparen, er billigte sie immer noch nicht, doch fand er an ihrem Grab verstehendere Worte für die Unerträglichkeit ihrer ersten Ehe und bezeichnete weder sie noch ihren zweiten Gatten als Ehebrecher.

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