Mittwoch, 3. Juli 2013

...hat die SZ noch alle Latten am Zaun?

Da hat Henryk M. Broder wieder ein Ei entdeckt. Und was für eins! Ausgerechnet in der eher als links-bürgerlich geltenden Süddeutschen Zeitung wurde gestern, also 02.07.2013,  eine Karikatur durch den gewählten Untertitel in ein dermaßen falsches Licht gerückt, dass der Zeichner selbst entsetzt reagiert hat. Da ihr klein-Gerties dezente Reaktion bereits aus der Überschrift ersehen könnt, überlasse ich jedem selbst, darüber nachzudenken, welchen Sinn und Zweck es hat, dieses Bild mit den Worten zu kommentieren: ""Deutschland serviert. Seit Jahrzehnten wird Israel, teils umsonst, mit Waffen versorgt. Israels Feinde halten das Land für einen gefräßigen Moloch. Peter Beinart beklagt, dass es dazu gekommen ist." Vielleicht erkennt ihr irgendeinen Sinn darin. Ich nicht.

1 Kommentar:

Cassandra hat gesagt…

Israel ist also ein Moloch... okay. Nehmen wir das mal als gegeben an.

Hat sich mal einer die Nachbarn angeguckt?! Wenn ich in der Nachbarschaft leben würde, wäre ich längst zum Moloch geworden.

Ich lese grad ein hochinteressantes Buch: "Halbmond und Hakenkreuz". Unschönes Thema, aber bereits vor 1948 gibt es die Parole vom "Juden zurück ins Meer treiben", ich kann bei Bedarf die Quelle raussuchen.
1948 griffen dann die lieben Nachbarn Israel an weil ihnen der Teilungsplan nicht paßte, auch wieder mit dem "gar freundlichen Angebot", alle Juden umzubringen. Dieses Abgebot wiederholen fast alle Nachbarstaaten immer wieder. Das Ziel ist, daß es Israel auf der Landkarte nicht mehr geben werde.
Das geht dann die nächsten Jahre so weiter bis 1967 im Sechstagekrieg Israel deutlich gewinnt. Aber das wurde dann ganz fix ein "Angriffskrieg", in dem die gar bösen Israelis völlig arg- und harmlose Leute überfallen, die doch einfach nur ihre Oliven ernten wollten. Oder so was. Das die ägyptische Luftwaffe die Flöugzeuge bereits für den Angriff zusammengezogen hatte... geschenkt, nicht wichtig.

Da ist ein massiver Antisemitismus am Werk. Ist ein bißchen netter verpackt, aber immer noch dasselbe häßliche Zeugs.

Vielleicht sollte man Israel die Entwicklungshilfe statsächlich streichen. Das Land ist schließlich nicht Somalia, und das ist auch gut so. Satt dessen kann man ja offen Militärhilfe leisten für den einzig demokratisch legitimierten Staat da unten, den einzigen Staat, in dem ich als Frauen leben kann ohne einem männlichen Vormund zu haben. Für den Staat, der eine zu große Menge Nachbarn hat, die ihn weghaben wollen.

Und nochmal kurz zum Moloch-Vorwurf zurück: der Gaza-Streifen wird massiv von Außen am Leben gehalten, so was wie ein existensicherndes Wirtschaftsleben gibt es nicht. Es ist einfach, Forderungen zu stellen, aber einen Staat aufzuziehen braucht mehr als warme Worte. Was tun die eigentlich, wenn sie eines Tages Israel nicht mehr die Schuld geben können?