Donnerstag, 11. Juli 2013

'Einer von uns' wünscht sich mehr Unterstützung aus Deutschland

Pressemitteilung von 'Einer von uns', 10.07.2013

Die Europäische Bürgerinitiative EINER VON UNS zum Schutz des menschlichen Lebens erhält in Deutschland Unterstützung durch ein parteiübergreifendes Bündnis: Hubert Hüppe (CDU), Behindertenbeauftragter der Bundesregierung, Robert Antretter (SPD), Ehrenvorsitzender der Lebenshilfe e.V. und ehemaliges Mitglied des Bundestages, und Peter Liese (CDU), gesundheitspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, haben gestern in Berlin zur Unterzeichnung der Initiative aufgerufen.

Liese hob hervor: »Die Initiative beruft sich auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs in der Patentklage von Greenpeace gegen den Stammzellenforscher Oliver Brüstle. Beide sind deutsche Akteure: Brüstle als Bonner Wissenschaftler und Greenpeace Deutschland als Kläger. Deshalb sollte gerade in Deutschland die Initiative auch entsprechend stark unterstützt werden.«

Hüppe hob die Bedeutung des Instruments der Europäischen Bürgerinitiative im Hinblick auf die Beteiligung der Bürger am politischen Prozess hervor: »Ich höre oft Beschwerden über zu geringe Möglichkeiten politischer Beteiligung in der EU. Die Europäische Kommission hat uns diese neue Möglichkeit zur direkten Mitwirkung am politischen Prozess gegeben. Wir sollten sie wahrnehmen.«

Liese, Hüppe und Antretter riefen die Bürger in Deutschland auf, sich zahlreich mit ihrer Unterschrift an der Initiative EINER VON UNS zu beteiligen. Die Koordinatorin der Initiative für Deutschland Hedwig von Beverfoerde sagte: »Die Initiative ist auf einem guten Weg zum Erfolg. In Europa sind bereits zwei Drittel der benötigten Unterschriften gesammelt, in Deutschland bislang erst ein Drittel des benötigten deutschen Quorums von 75.000 Unterschriften.« Zu den Perspektiven der Initiative äußerte sie sich gleichwohl positiv: »Ich habe überhaupt keine Zweifel, dass wir die benötigten Unterschriften in den 28 EU Ländern zusammen bekommen. Aber ich wünsche mir bis Oktober ein deutlich stärkeres Ergebnis in Deutschland.«

1 Kommentar:

Cassandra hat gesagt…

Deutschland und Behinderungen sind ein ganz kompliziertes Thema. Ich meine immer noch, daß es sich dabeim, zumindenst in Stück weit, um die Spätfolgen des Nationalsozialismus handelt. Die Idee, daß behinderte Menschen besser nicht leben sollten, ist tief eingedrungen. Dabei will ich ein (meiner Ansicht nach völlig falsch verstandennes) Mitleid gar nicbt ausschließen, aber ich kann immer nur wieder sagen: am Leben zu sein ist die Grundvorraussetzung dafür, sich über eine Behinderung beschweren zu können.

Der Druck auf schwangere Frauen, diverse Pränataldiagnostik durchführen zu lassen, kann riesengroß werden.
Meine alte Frauenärztin war praktizierende Katholikin. Ihr lag was an den Kindern. Bei der ersten Schwangerschaft hatte sie zur ersten Ultraschalluntersuchung (Überprüfung, ob das Kind in der Gebärmutter sitzt oder es eine Bauchhöhlenschwangerschaft ist) das Licht ausgeschaltet, kurz überprüft, ob alles in Ordnung war und dann den Bildschirm zu mir gedreht, "Hallo Schnecke, willkommen auf dieser Welt" gesagt und sich dann an ihren Schreibtisch zurückgezogen, mich so lange gucken lassen wie ich wollte.
Bei Nr 3 als ich zwar schon ahnte, daß ich schwanger war, das ganze aber im Rahmen einer Routineuntersuchung bestätigt wurde und das eine dieser Nachrichten ist, mit denen man erst mal kurz Luft holen muß weil es immer eine Riesennachricht ist, merkte sie, daß das nicht "geplant" war. Die ließ das Ultraschallbild auf ihrem Riesenbildschirm stehen als sie mich fragte "und jetzt?". Ich konnte merken, daß meine Antwort "Jetzt bin ich schwanger. Ich brauche jetzt dringend ein Eis und Schokolade und Gummibärchen bevor ich wieder Diabetes kriege und Sie mir wieder alles verbieten" sie erleichtert hat. Die Gummibärchen bekam ich dann von ihr. Das war übrigens an meinem Geburtstag, der Mini-Tiger ist also mein Geburtstagsgeschenk von Gott persönlich, das soll man erst mal toppen :-)

Jedenfalls ist so eine Frauenärztin, die will, daß man selber heile durch die Schwagerschaft kommt und für die das Kind wichtig ist, Gold wert. In Bremen hatte ich zwischendurch eine, deren Wartezimmerlektüre war die "Emma" und sie drängte auf allerlei Diagnostik. Da ich ja ideologisch völlig unrettbar verbohrt bin, ging ich zur Ultraschall- Diagnostik und nahm das ganze als kostenloses Baby-Kino. Der Diagnostiker, das war ganz lustig, kannte dann meine Göttinger Frauenärztin und meinte, da habe ich mir ja die Beste rausgesucht, die man finden könne und er drängte auch nicht auf mehr Untersuchungen, sondern respaktierte unsere Entscheidung für das Kind ohne wenn und aber und das ist sehr, sehr selten.


Eltern mir behinderten Kindern werden mehr oder weniger offen gefragt "muß das denn heute noch sein?"- ja verflixt, wenn man die Gene "zurechtrücken" könnte, würden das Eltern wahrscheinlich tun. Aber bei genetischen Fehlbildungen kann man gar nichts machen außer Symptome lindern. das sollte man auf jeden Fall tun, aber es wird nichts ändern an der Ursache.

Ich bin dankbar, daß es viermal "gut gegangen" ist bei uns.

Wir treffen die tage den J. wieder. Der hat ein massiv fehlgebildetes Herz. es galt als unwahrscheinlich, daß er die Schwangerschaft überstehen werde. Dann wurde er geboren und es hieß "nur ein paar Tage". dann hieß es "nicht länger als das erste Lebensjahr".
Nun ist er 5 Jahre alt. Nur Sport macht er nicht, vom Sportunterricht in der Schule soll er befreit werden, in allem anderen ist er ein unauffälliges Kind. Er tobt mit den Tigern wie sonstewas und ich freu' mich immer wenn ich ihn sehe. Ohne ihn wäre es ein bißchen leiser und langweilier auf der Welt.