Fliegende Pressekonferenz nach der Reise

Das ist auch so eine Änderung von Papst Franziskus und sie scheint echt sinnvoll zu sein. Die Journalisten können sich vor Ort selbst ein Bild von den Veranstaltungen machen und sind nicht zu abgelenkt, mögliche päpstliche Äußerungen zu verdrehen. Dokumentiert wird die ganze 'fliegende Pressekonferenz' in deutscher Sprache bei kath.net, hier gibt's Auszüge: 

Die mysteriöse Ledertasche
Ach ja: die Ledertasche: „Ich bin ins Flugzeug mit meiner Tasche gestiegen, weil ich das immer so mache. Was da drin war? Der Rasierapparat, das Brevier, der Terminkalender und ein Buch zum Lesen: ich habe die heilige kleine Therese mitgenommen, der ich sehr ergeben bin. Es ist normal, sich seine Tasche zu tragen, wir müssen uns helfen, normal zu sein, und ich bin ein wenig überrascht, dass das Bild der Tasche durch die Welt gegangen ist. Wie dem auch sei: es war nicht der Koffer mit den Codes für die Atombombe“.

Die Homolobby im Vatikan
„Viel wird von der Homolobby geschrieben. Mir ist bisher im Vatikan noch keiner begegnet, auf dessen Personalausweis ‚homosexuell’ steht. Man muss zwischen Homosexualität, diese Tendenz zu haben, und einem Lobbyismus unterscheiden. Die Lobbys, alle Lobbys, sind nicht gut. Wenn ein Mensch homosexuell ist und guten Willens den Herrn sucht, wer bin ich da, dass ich diesen verurteile? Der Katechismus der Katholischen Kirche lehrt, dass die homosexuellen Menschen nicht diskriminiert werden dürfen, sondern aufgenommen werden müssen. Das Problem ist nicht, diese Tendenz zu haben, das Problem ist, Lobbyismus zu betreiben, und das gilt für diese wie für Lobbys in der Wirtschaft, in der Politik und der Freimaurer.“ 

Änderungen und Widerstände in der Römischen Kurie
„Die Änderungen wurden von den Kardinälen vor dem Konklave gefordert, und dann ist da das, was meiner Persönlichkeit entstammt. Ich könnte zum Beispiel nicht alleine im Palast leben. Das päpstliche Appartamento ist groß, aber nicht luxuriös. Aber ich kann nicht alleine mit einem kleinen Grüppchen von Personen leben. Ich brauche es, unter den Leuten zu leben, Leuten zu begegnen. Aus diesem Grund habe ich gesagt, dass da ‚psychiatrische’ Motive gegeben sind: ich konnte das psychologisch nicht, und jeder muss davon ausgehen, wie er ist. Wie dem auch sei: auch die Wohnungen der Kardinäle, die, die ich kenne, sind streng. Jeder muss so leben, wie es der Herr von ihm fordert. Doch eine allgemeine Strenge ist notwendig für alle, die im Dienst der Kirche arbeiten. In der Kurie gibt es Heilige, Bischöfe, Priester und Laien, Leute, die arbeiten. Viele, die im Verborgenen zu den Armen gehen, oder in der Freizeit eine Kirche aufsuchen, um dort ihren Dienst zu verrichten.
Dann gibt des da auch Leute, die nicht so heilig sind, und diese machen Lärm, weil – wie ihr wisst – ein Baum, der umfällt, mehr Lärm macht als ein Wald, der wächst. Ich empfinde einen großen Schmerz, wenn diese Dinge geschehen. Wir haben da diesen Monsignore (gemeint ist: Nunzio Scarano der APSA; kath.net hat berichtet), der im Gefängnis sitzt. Er ist nicht ins Gefängnis gekommen, weil er der heiligen Imelda ähnelt (in Argentinien übliche Redewendung). Ich glaube, dass die Kurie gegenüber ihrem einstigen Niveau etwas gesunken ist, als da einige alte und treue Kurienleute waren, die ihre Arbeit taten. Wir bedürfen des Profils der alten Kurienleute. Wenn es da Widerstand geben sollte, so habe ich ihn nicht gesehen. Es ist wahr, ich habe nicht viel gemacht, doch ich habe Hilfe vorgefunden, treue Leute. Mit gefallen die Leute, die mir sagen: ‚Ich bin nicht einverstanden’. Das sind treue Mitarbeiter. Dann gibt es jene, die dir ins Gesicht sagen: ‚Wie schön!’, und dann womöglich hinausgehen und das Gegenteil erklären. Doch solche habe ich noch nicht gefunden.“

Die Kirche und die Frauen
„Eine Kirche ohne Frauen ist wie ein Apostelkollegium ohne Maria. Die Rolle der Frau ist die Ikone der Jungfrau, der Gottesmutter. Und die Gottesmutter ist wichtiger als die Apostel. Die Kirche ist weiblich, weil sie Braut und Mutter ist. Man muss weiter voran gehen. Eine Kirche ohne Frauen, die in ihr aktiv sind, kann man nicht verstehen. (...) Wir haben noch keine Theologie der Frau hervorgebracht. Man muss sie machen.
Was die Priesterweihe von Frauen betrifft, hat die Kirche gesprochen und nein gesagt. Johannes Paul II. hat mit einer definitiven Formulierung gesprochen, diese Tür ist zu. Doch erinnern wir uns daran, dass Maria wichtiger als die Apostel-Bischöfe ist, und so ist die Frau in der Kirche wichtiger als die Bischöfe und Priester“.

Franziskus und der „Großvater Benedikt XVI.“
„Das letzte Mal, als es zwei oder drei Päpste zusammen gegeben hat, redeten sie nicht miteinander, sondern bekämpften sich, um zu sehen, wer von ihnen der wahre Papst ist. Ich und Benedikt XVI. haben uns sehr gern, er ist ein Mann Gottes, ein demütiger Mann, ein Mann, der betet. Ich bin glücklich gewesen, als er zum Papst gewählt wurde, und dann haben wir seine Geste des Amtsverzichts gesehen... für mich ist er ein Großer. Jetzt wohnt er im Vatikan, und es gibt da Leute, die sagen: ist das nicht eine zu große Last für dich? Rudert er dir nicht dagegen?
Nein, für mich ist es, als hätte ich einen weisen Großvater im Haus. Wenn es in der Familie den Großvater gibt, wird er verehrt und man hört auf ihn. Benedikt XVI. mischt sich nicht ein. Für mich ist es, als hätte ich den Großvater im Haus, er ist mein Papa. Wenn ich ein Problem habe, kann ich zu ihm gehen und darüber sprechen, wie ich dies bei jenem großen Problem ‚Vatileaks’ getan habe... Als er am 28. Februar die Kardinäle empfangen hatte, um sich zu verabschieden, hat er gesagt: ‚Unter euch ist der neue Papst, dem ich schon heute meine bedingungslose Ehrerbietung und meinen bedingungslosen Gehorsam verspreche’. Er ist ein Großer!“

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