Montag, 30. März 2015

Kreuzweg für Familien: Station 10


© wikicommons

 
V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
R. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes, 19, 23
Die Soldaten … nahmen Jesu Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen. Sie nahmen auch sein Untergewand, das von oben her ganz durchgewebt und ohne Naht war.

Jesus ist in den Händen der Soldaten. Wie jeder Verurteilte wird er ausgezogen, um ihn zu demütigen, ihn bis zum einem Nichts zu erniedrigen. Die Gleichgültigkeit, die Verachtung und die Nichtbeachtung der Menschenwürde verbinden sich mit der Gier, der Habsucht und dem Eigeninteresse: „Sie nahmen Jesu Kleider.“

Dein Untergewand, Jesus, war ohne Naht.
Das zeigt die Fürsorge, die deine Mutter
und die Menschen, die dir folgten, für dich hatten.
Jetzt bist du entkleidet, Jesus, und empfindest die Beklommenheit derer,
die in der Gewalt von Menschen sind,
die keine Achtung vor der Person haben.
Wie viele Menschen haben unter diesem Mangel an Achtung vor der Person, vor der eigenen Privatsphäre gelitten und leiden noch darunter! Manchmal haben vielleicht auch wir nicht die Achtung, die der persönlichen Würde derer gebührt, die an unserer Seite stehen, indem wir die uns Nahestehenden „besitzen“ – den Sohn oder den Ehemann oder die Ehefrau oder den Verwandten, den Bekannten oder den Unbekannten. Im Namen unser vermeintlichen Freiheit verletzen wir die der anderen: Wie viel Unbekümmertheit gibt es, wie viel Nachlässigkeit in den Verhaltensweisen und in der Art einander zu begegnen!
Jesus, der sich in dieser Weise dem Blick der damaligen Welt und dem Blick der Menschheit aller Zeiten aussetzen läßt, erinnert uns an die Größe der menschlichen Person, an die Würde, die Gott jedem Mann und jeder Frau verliehen hat und die nichts und niemand verletzen dürfte, denn sie sind nach dem Bild Gottes gestaltet. Uns ist es aufgetragen, die Achtung vor dem Menschen und seinem Leib zu fördern. Insbesondere uns Eheleuten kommt die Aufgabe zu, diese zwei grundlegenden und untrennbaren Wirklichkeiten – die Würde und die völlige Selbsthingabe – miteinander zu verbinden.
Pater noster, qui es in cælis:
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in cælo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo. Amen.
Sancta Mater, istud agas,
Crucifixi fige plagas
cordi meo valide.

Keine Kommentare: