Beitrag der Woche

Für alle Eltern von Priestern

Die Entscheidung, einer geistlichen Berufung nachzugeben, "Ja" zu sagen zu Gott und diesen Weg zu gehen, der zu Priestertum oder O...

Mittwoch, 23. April 2014

Ostern kommt jedes Jahr so plötzlich

Jedes Jahr ist es dasselbe, man hat die Fastenzeit hinter sich gebracht , wenn man Glück hatte, hat man neben dem Haus auch sein Inneres geputzt; man hat sich während der Karwoche hineingefeiert in die "heiligen drei Tage" und doch kommt Ostern jedes Jahr zu früh, zu plötzlich. Und jedes Jahr brauche ich mindestens die Osteroktav-Tage, bis ich es wirklich wieder kapiert habe: DER HERR IST AUFERSTANDEN!
>>Wer bin ich? Wer bin ich vor meinem Herrn Jesus? Wo ist mein Herz vor dem Blick des gekreuzigten Herrn, der als Verfluchter am Balken hängt? Wo ist mein Herz vor dem Blick des Auferstandenen?<<
So fragte Papst Franziskus am Palmsonntag und Mme Elsa hat eine der schönsten, ehrlichsten Antworten darauf gefunden, die ich jemals gelesen habe.

Auch ich versuche jedes Jahr innerlich mitzugehen, den Staub jener Straßen unter den Füßen. Ich könnte bei den vielen Tausend sein, die Jesus in diesen drei Jahren seines öffentlichen Wirkens von Ort zu Ort gefolgt sind, fasziniert von seinen Worten und von der offensichtlich göttlichen Autorität mit der er sprach und handelte. Und wer bin ich, dass ich mich von denen ausnehmen könnte, die einmal "Hosanna" und dann "Kreuzige ihn" gerufen haben. Eine Menge kann sehr mitreißend wirken, da muss man oft nicht mal die Mehrheitsmeinung teilen, plötzlich hat man selber einen Stein in der Hand, ohne es zu wollen. Auch ich bin nur ein schwacher Mensch, wie schwach, erfahre ich jeden Tag aufs Neue, wenn mir Vorsätze und Pläne unter den Händen zerbröseln. Und ich kann die Jünger gut verstehen, die vor Erschöpfung und Kummer einfach eingeschlafen sind. Kennt ihr das auch, wenn eine Situation so groß, so ausweglos erscheint, dass es einen bereits erschöpft, über eine Lösung nachzudenken? In solchen Situationen würde ich mich auch manchmal einfach zusammenrollen und alles verschlafen. Das ist nicht nur an Gründonnerstag so, das geht auch an Karsamstag ganz gut. Und dieses Jahr habe ich doch glatt die Osternacht mit verpennt. Also war ich nicht nur ein verschlafener Jünger, sondern auch ein müder Grab-Bewacher. Vielleicht brauche ich deswegen diesmal noch länger als sonst für die richtige Osterfreude?
Aber auch nach einem besonders intensiv erlebten Gründonnerstag oder Karfreitag fällt das "Umlegen des Schalters" in der Osternacht oft schwer. Wenn man den Verlust des liebsten Menschen auf der Welt betrauert, wenn eine ganze Welt für einen zusammengebrochen ist und einem dann einer sagt, dass der Leichnam deswegen weg ist, weil derjenige AUFERSTANDEN ist und man sich gefälligst zu freuen hat, dann braucht man erst mal eine Zeit, um das zu verstehen, selbst wenn's ein Engel war, der einem das gesagt hat. Ich versteh die Emmaus-Jünger ziemlich gut. Ich glaub, ich wäre auch erstmal abgehauen, um mich wieder zu sortieren. Welch einfühlsamen und liebevollen Herrn haben wir doch, dass Er das weiß und mitgeht und extra alles erklärt.

In diesem Sinne:
DER HERR IST AUFERSTANDEN! HALLELUJA!

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