Freitag, 14. Februar 2014

Belgien im Todeswahn

Irgendwie kann man dieser Tage kaum noch die Zeitung aufschlagen, den Fernseher oder das Internet anschalten, ohne mit den wahnsinnigsten Ideen konfrontiert zu werden. War es bis vor wenigen selbstverständlich, dass die persönlichsten Dinge des menschlichen Lebens, wie Liebe, Leben und Tod auch in der persönlichen Entscheidungsfreiheit jedes Einzelnen bleiben, so soll jetzt alles bis in die Intimsphäre hinein staatlich geregelt werden. Ein kollektives Misstrauen gegenüber dem Einzelnen und seiner Meinungs- und Entscheidungsfreiheit scheint um sich gegriffen zu haben. Und wenn man sich ansieht, was alles gesetzlich gekämpft werden soll - werdendes Leben, nicht erwerbsfähiges Leben, krankes bzw. leidendes Leben etc. - so kann man fast annehmen, dass sich ein Todesvirus über die Welt ausgebreitet hat. Besonders in den Amtsstuben und Regierungen Europas scheinen sie davon infiziert zu sein. Jüngstes Beispiel ist Belgien. Dort hat das Parlament gestern ein Gesetz beschlossen, nachdem Minderjährigen der Wunsch nach aktiver Sterbehilfe nicht verwehrt werden darf. Heißt im Klartext, wenn ein Kind den Wunsch äußert, sterben zu wollen, muss dem entsprochen werden.

WTF????

Hat sich schon einmal jemand mit Eltern unterhalten, deren Kind gestorben ist? Wobei es  unerheblich ist, ob das Kind abgetrieben wurde, dem plötzlichen Kindstod anheim gefallen ist, erkrankte, einen Unfall erlitt oder Suizid beging. Genauso ist das Alter des Kindes für die Trauer der Eltern irrelevant. Eltern leiden immer, wenn ihr Kind vor ihnen stirbt!!!! Das relativiert das Leid beim Tode anderer naher Angehöriger nicht, aber es ist von der Natur einfach nicht vorgesehen, dass Kinder vor ihren Eltern sterben. Das Trauer auch ein Auslöser für Depressionen ist hinlänglich bekannt. Wenn man unter Depression bei Wikipedia nachschlägt oder den Hausarzt seines Vertrauens befragt, kann man das kalte Grausen bekommen, bei der Vorstellung, was mit der Euthanasie-Freigabe auf uns zukommen kann.
>> Die Depression ist charakterisiert durch Stimmungseinengung (Verlust der Fähigkeit zu Freude oder Trauer; Verlust der affektiven Resonanz, d. h. die Stimmung des Patienten ist durch Zuspruch nicht aufzuhellen) oder bei einer schweren Depression dem „Gefühl der Gefühllosigkeit“ bzw. dem Gefühl anhaltender innerer Leere. Schwer depressiv Erkrankte empfinden oft eine völlige Sinnlosigkeit ihres Lebens. Häufig führt dieser qualvolle Zustand zu latenter oder akuter Suizidalität.[2] Man geht davon aus, dass rund die Hälfte der Menschen, die einen Suizid begehen, an einer Depression gelitten haben. 2010 verübten in Deutschland rund 7.000 Menschen mit Depression Suizid.[3] Bei der Depression handelt es sich daher um eine sehr ernste Erkrankung, die umfassender Therapie bedarf.[4][5].<<

Ist es den Verantwortlichen in Belgien und anderswo denn nicht klar, dass damit auf lange Sicht den Menschen mehr geschadet als genützt wird???

Kyrie eleison!!!

Kommentare:

Cassandra hat gesagt…

"Wobei es unerheblich ist, ob das Kind abgetrieben wurde"

Leider nicht. Ich war das erste mal schwanger und hörte von einer Frau, die ich aus dem Studium kannte, als mit mal wieder speiübel wurde weil wir an einer Hähnchenbraterei vorbeigingen und der Geruch (vorsichtig formuliert) überwältigend war: "stimmt, daran erinnere ich mich auch". Wie?
"na, ich war doch auch mal schwanger"
ich wußte noch gar nicht, daß du ein Kind hast?
"Nein, ich ahbe abgetrieben"
ich muß wohl mal wieder sprechend geguckt haben, denn sie evrsicherte mir, das sei schön völlig in Ordnung für sie.

Das finde ich ehrlich gesagt noch schlimmer als posttraumatische Belastungen wegen Abtreibung. Das völlige "ist doch ok".

Nicht jede Frau wird später von Gewissensbissen gequält. Leider, denn solange auch nur eine rumläuft, wird weiter erklärt, daß Abtreibungen keine psychischen Folgen für die betroffenen Frauen hätten, und so wird es weiter für Frauen, die unter Post-Abortion-Syndrom leiden (und davon kenne ich zwei), Hilfe zu bekommen.

Auch wenn ich niemandem wünsche, so zu leiden wie die beiden.

Gertie di Sasso hat gesagt…

Klar, ich denk dass man vieles verdrängen und sich auch vieles einreden kann. So sehr, dass man auf Jahre hinaus daran glaubt. Und auch dann noch so etwas wie ein Post-abortion-syndrom leugnet, wenn sich irgendwann (und wenn's am Ende des Lebens sein sollte) Symptome einstellen sollten.