Donnerstag, 20. Februar 2014

Beichte - Heilung und Reinigung

In der Generalaudienz vom 19.02.2014 hat uns der Heilige Vater ermahnt, die reinigende und heilende Wirkung der Beichte nicht zu vergessen. Auch wenn der Aschermittwoch heuer ziemlich spät im Jahr ist (05. März), so kann es nicht schaden, von Zeit zu Zeit innezuhalten und die Weichen wieder richtig zu stellen, nicht nur für die kommende Fastenzeit.
Liebe Brüder und Schwestern, das neue Leben in Christus, das wir durch die Sakramente der christlichen Initiation empfangen haben, kann durch die Gebrechlichkeit der menschlichen Natur geschwächt, ja durch die Sünde sogar verloren werden. Daher hat Christus der Kirche, die sein Heilswerk fortsetzt, die beiden Sakramente der Heilung gegeben: das Bußsakrament und die Krankensalbung. Im Sakrament der Buße und der Versöhnung erlangen wir die Vergebung der Sünden. Diese ist nicht Frucht unseres Mühens, sondern Gabe des Heiligen Geistes, der uns in die Barmherzigkeit und Gnade eintaucht, die vom geöffneten Herzen des gekreuzigten und auferstandenen Christus ausströmt. Dies geschieht in der Gemeinschaft der Gläubigen, der Kirche, wo der Heilige Geist gegenwärtig ist. Daher genügt es nicht, den Herrn bloß still im Herzen um Vergebung zu bitten. Es ist notwendig, die eigenen Sünden dem Diener der Kirche zu beichten. Der Priester vertritt dabei nicht nur Gott, sondern die Gemeinschaft der Kirche, die dem Beichtenden Versöhnung schenkt und ihn auf dem Weg der Umkehr begleitet. Allzu oft vergessen wir dieses Sakrament oder schieben es beiseite – aus Bequemlichkeit, aus Scham oder wegen eines fehlenden Sündenbewusstseins, dem ein mangelndes Gottesbewusstsein zugrunde liegt. Wir machen uns selbst zum Maß der Dinge, verschließen uns gegenüber Gott und den Mitmenschen, und unser Gewissen stirbt letztlich ab. Nutzen wir hingegen häufiger den Schatz, den der Herr seiner Kirche im Bußsakrament anvertraut hat.

Wenn wir glauben, dass die Sünde uns letztlich von Gott selbst trennt und eine Verachtung Seiner Liebe bedeutet (YC 315), so ist auch klar, dass wir nicht durch eigenes Bemühen die Vergebung dieser Sünden erlangen können. Auch wenn Gott als barmherziger Vater mit offenen Armen auf jeden von wartet, der erste Schritt muss von uns kommen. Man geht ja auch von sich zum waschen. Und das mehr als einmal im Jahr.



1 Kommentar:

Cassandra hat gesagt…

"Der Priester vertritt dabei nicht nur Gott, sondern die Gemeinschaft der Kirche, die dem Beichtenden Versöhnung schenkt und ihn auf dem Weg der Umkehr begleitet."

Und manchmal erfährt man, daß man aus Sicht der Kirche schlicht nicht gefehlt hat, sondern alles paletti ist weil es schlicht keine Sünde war.
Da ist es doch besser, wenn man das kurz hört statt sich ewig mit Schuldgefühlen rumzuschlagen.

Perfektionismus muß nun auch nicht sein. Auch dagegen bietet die Beichte einen Schutz.