Donnerstag, 15. Dezember 2016

Wir brauchen ein neues Lepanto!

Aleppo versinkt im Chaos, man kennt nicht mehr Freund noch Feind, im Jemen verhungern die Menschen unbemerkt von der Weltöffentlichkeit, im Irak kämpfen die verbliebenen Jesiden weiterhin verzweifelt um ihr Überleben... und das sind nur einige der aktuellen Meldungen aus dem Nahen Osten. Schaut man sich in der Welt um, so entdeckt man noch viel mehr Beweise dafür, dass der Mensch dem Menschen zum Wolf werden kann. In Pakistan verrottet eine junge Mutter zum Beispiel seit Jahren im Gefängnis, weil sie es als Christin gewagt hatte, Wasser aus einem Brunnen geschöpft zu haben, der auch von Muslimen genutzt wird. In Nordkorea wird man schon ins Konzentrationslager gesteckt, wenn man eine Bibel nur anfasst. Und mit Konzentrationslager sind Konzentrationslager gemeint. Durchaus auch solche nach den Massstäben, welche die Deutschen vor 70 Jahren gesteckt haben. Der Zustand der Welt könnte also zum Verzweifeln sein! Könnte, wenn mit der Verzweiflung eines einziges Menschenkindes nur ein einziges Leben gerettet würde. Könnte auch, wenn es nicht letztlich ein ganz Anderer wäre, der diese so schrecklich-schöne Welt geschaffen und damit ihr Schicksal letztlich in Händen hält.

Ja, tatsächlich und deswegen ist Beten auch nicht einfach nur heiße Luft oder Reden vor einer Wand. Wenn Jesus selber schon sagte, dass sich ganze Berge heben würden, wenn wir nur mit soviel Glauben wie ein Senfkorn hätten. Glauben heißt in diesem Fall vor allem aufrichtiges Vertrauen in die Güte und Allmacht Gottes. Daran, dass Er tatsächlich alles vermag und uns vor allem nur gut will. Ohne insgeheim Vorbehalte zu hegen, weil unsere Gebete nicht so erhört werden, wie wir das wollen. So prompt und auf genau die Weise, wie wir uns vorstellen. Aber wir können Gott nun mal nicht vorschreiben, wie Sein ewiger Plan gefälligst auszusehen hat. Auch wenn wir noch so gerne wollten. Und weil Gott uns so selten "nach unserer façon" erhört hat, sich also nicht missbrauchen ließ als Erfüllungsgehilfe unseres Egos, schmollen wir jetzt wie kleine Kinder? Deswegen gehen wir jetzt nie wieder zu ihm, auch wenn durch "Gebet und Fasten sogar Kriege verhindert werden können", wie die Muttergottes bei verschiedenen Gelegenheiten ausrichten ließ? Ist das nicht grob fahrlässig von uns, wenn ihr es mit unserem christlichen Glauben wirklich ernst meinen wollen? Zur Erinnerung ein kleiner Blick hinter die Kulissen der Schlacht von Lepanto. Das Rosenkranzfest am 7. Oktober ist uns aus jenen turbulenten Tagen geblieben.
>> Die heiligmäßige Katharina von Cardonne, die Erzieherin Don Juans (de Austria), sah in einer Vision, dass es sich im Letzten um ein Ringen der göttlichen Gerechtigkeit mit der göttlichen Barmherzigkeit handelte. Am Tag der Schlacht sah sie ein gewaltiges Geschehen: Gottes erhabene Majestät und ebenso viele dämonische Geister, welche die unzähligen Sünden der Christen in Europa vor Gott brachten und unerbittlich das Eingreifen von Gottes Gerechtigkeit forderten. Gleichzeitig sah sie Maria, von Engeln begleitet, Gott alle Rosenkränze darbringen, die gebetet wurden. Durch das Gebet des Rosenkranzes wurde der Kampf der beiden Flotten zugunsten der Christen am 7. Oktober entschieden. Die christliche Flotte konnte einen vollständigen Sieg über die Schiffe der Muslime erringen, obwohl sie zahlenmäßig weit unterlegen war. << 
[© Pfarrer Dr. Richard Kocher auf kath.net am 07.10.2016]

Wie erhaben fühlen wir uns oft gegenüber den Menschen früherer Zeiten! Eigentlich haben wir gar keinen Grund dazu. Den Grundsatz 'Beten, als ob alles von Gott abhängt und arbeiten, als ob alles von mir abhängt' haben sie jedenfalls besser beherzigt als wir. Und mehr Vertrauen hatten sie auch. Worauf warten wir also? Es ist längst Zeit für ein neues Lepanto!

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