Licht unsrer dunklen Vernunft
Heute möchte ich von einem Geschenk berichten. Keines zum auspacken und anfassen, vielmehr ein Erlebnis, das umso schöner war, gerade weil es so überraschend kam. Angefangen hat es mit einer Ankündigungsmail von einem katholischen Fernsehsender, dass ein gewisser norwegischer Bischof in Köln sein würde. Und obwohl ich nicht die spontanste Person auf Erden bin, hat diese kurze Nachricht gereicht, damit ich meine ganzen üblichen Sonntagspläne über den Haufen geworfen habe. Aber es hat sich definitiv gelohnt. Bischof Erik Varden OCSO hatte für mich bereits einen sehr guten Ruf durch diverse Vorträge, Interviews und sein Podcast über die Wüstenväter, außerdem ist dieser Trappist (für mich) der Goldstandard des liturgischen Gesangs – und all dies wurde in der heiligen Messe, die er in der romanischen Basilika St. Ursula feierte, bestätigt. Der Anlass war wohl eine Veranstaltung im benachbarten Maternushaus, daher war die Kirche wirklich gut gefüllt, mit Menschen allen Alters. Musikalisch wurde die hl. Messe von einem kleinen Chor gestaltet, dazu Klavier und Violine, die sich aus dem normalen Gotteslob bedienten. Passend zur Liturgie des 4. Fastensonntags mit Instrumentalstücken von Johann Sebastian Bach und Arvo Pärt. Da der 4. Fastensonntag auch "Laetare" (dt. „sich freuen“) genannt wurde, trug der Zelebrant natürlich ein rosafarbenes Messgewand und im Evangelium wurde Erzählung vorgelesen, wie Jesus den Blindgeborenen heilte. Dem, wie Bischof Varden sagte, relativ akademisch vorgetragenen Diskussion im Evangelium, ob eine solche Heilung stattgefunden habe könnte und was sie bedeute, stellt der Bischof in seiner Predigt ein Gedicht von Gertrud von Le Fort aus den Hymnen an die Kirche gegenüber. (Übrigens das erste Mal, dass ich dies in einer Predigt gehört hätte.)
Kommentare
Kommentar veröffentlichen