Leben mit dem Kirchenjahr: ein Zwischenfazit

oder:  Wie mir mein katholischen Planer im Alltag hilft

Da ich meinen selbst gestalteten Planer mittlerweile im zweiten Jahr nutze, wird es, denke ich, Zeit für ein Zwischenfazit, insbesondere was die Praktikabilität der ganzen Idee angeht. 


Eigentlich wurde das ganze Projekt ja ein bisschen aus der Not geboren. Einfach aus dem Frust heraus, dass mir keiner Planer, die da draußen auf Buchmarkt erhältlich sind, wirklich 100 % zugesagt hat. Und ich habe einige über die Jahre ausprobiert. Dabei habe ich entdeckt, dass gerade in Zeiten von digitalen Kalendern und Smartphones, ein Taschenkalender dabei hilft, Bildschirmzeit zu reduzieren und den Stress herauszunehmen. Außerdem bleiben Dinge noch einmal ganz anders im Gedächtnis haften, wenn man sie tatsächlich von Hand schreibt, nicht nur tippt. Dieses alte Argument kam auch immer in der Schule oder Uni, wenn uns die Lehrer den Sinn von Mitschriften erklären wollte. Klingt abgedroschen, trifft aber tatsächlich zu. Allerdings hielt ich bei keinem der bisherigen Planer lange durch. Irgendwas war immer falsch: Zu wenig Platz pro Tag, das Design zu langweilig und auch wenn die staatlichen Feiertage vermerkt waren, fehlten doch die kirchlichen. Manche Wochenkalendarien enthielten zudem nur die Werktage oder quetschten Samstag und Sonntag ganz klein ans, nur der Vollständigkeit halber und ohne großen Nutzen. Mit der Zeit dachte ich mir, dass das doch anders gehen müsste und so versuchte ich erst mal zu überlegen, was mir überhaupt an einem solchen Planer wichtig wäre: 
  • Genügend Platz pro Tag und Woche für Notizen
  • Monatsübersichten, die nicht nur die staatlichen, sondern auch kirchliche Feiertage enthalten
  • Eine Struktur, die sich am Kirchenjahr orientiert. Am augenfälligsten wird das an der Struktur der Woche, die in der katholischen Kirche mit dem Sonntag ("dem ersten Tag der Woche") beginnt und dem Samstag, als dem alten Tag des Sabbat endet. 
  • Ein ansprechendes Design

Zudem wollte ich, dass der Planer so flexibel wie möglich gestaltet ist, d. h. die Wochen sind frei gehalten, so dass die jeweiligen Daten handschriftlich eingetragen werden können. Das erfordert vielleicht ein wenig Zeit in der jährlichen oder monatlichen Vorbereitung, schafft aber maximale Flexibilität. Es braucht nur eine Vorlage für den Wochenablauf, der beliebig oft ausgedruckt und ausgefüllt werden kann. Bisher benötige ich 45 Wochenzettel, das sind 52-7 Wochen Fastenzeit. In der österlichen Bußzeit verwende ich die violetten Vorlagen meines Fastenplaners "7 Wochen näher".  In dieser Zeit befinden wir uns gerade und merke tatsächlich, dass mir allein der tägliche Blick auf die violette Seite und das Zitat des sonntäglichen Evangelium dabei hilft, daran zu denken, welche Zeit wir gerade durchleben.  Bei den Monatsansichten habe ich darauf geachtet, nicht nur die Fest- und Feiertage einzutragen, sondern auch die Advents- und Fastensonntage zu zählen. Außerdem habe ich Platz für Notizen, Gebetsanliegen etc. gelassen und die monatliche Widmung (wie im März der heilige Josef) hervor gehoben. Immerhin soll dies ein katholischer Planer sein, der nicht nur beim Bewältigen des weltlichen Alltags, sondern auch auf den jeweils individuellen Wegen mit Gott helfen soll. 

Daher habe ich für das Kirchenjahr 2025/2026 die folgenden Ergänzungen hinzugefügt:  
  • Mahlzeitenplaner, wo man die Mahlzeiten für jede Woche vorplanen kann und auch gleich einen Einkaufszettel dazu erstellen kann
  • Gebetsjournal "Mein Weg mit Gott", wo man jeden Tag Rück- und Zwiesprache mit Gott halten kann und bei Bedarf, dies auch schriftlich festhalten kann. 
  • Einige Grundgebete der katholischen Kirche
  • Eine Übersicht über alle Bücher der Bibel, die man nacheinander abhaken oder ausmalen kann und so einen Fortschritt in dem Bibelleseplan sehen kann
  • Die Gebetsanliegen des heiligen Vaters sowie den offiziellen liturgischen Leseplan als ausgedruckte Übersichten
Insbesondere der Mahlzeitenplan hilft mir sehr, da ich jeden Sonntag meine Mahlzeiten für die Arbeitswoche vorbereite und ich so immer selbst gekochte Mahlzeiten auf der Arbeiten essen kann und nicht auf eine Kantine angewiesen bin. 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es mir im Alltag sehr hilft, einen Planer dabei zu haben, den ich entworfen habe und der daher ganz auf meine Bedürfnisse zuschneiden. Ich finde nicht, dass mir die Vorlagen ästhetisch gelungen sind, sondern dass auch Raum für planerische Flexibilität bieten und die Orientierung am katholischen Kirchenjahr eher Halt und Information bietet als einengt. 

Wer nun neugierig geworden ist und diesen Planer auch ausprobieren will, kann dies gern tun. Anders als bei vorgedruckten Buchplanern erlauben meine Vorlagen zum selber ausfüllen, dass man immer jederzeit einsteigen kann. Man benötigt nur eine wieder verwendbare Hülle, ich habe einen alten DIN A5 Filofax, worin ich die Vorlagen einhefte. Bei Interesse an dem Planer könnt ihr mir gerne über das Kontaktformular schreiben. 

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