Mittwoch, 9. März 2016

Alessandro Serenelli und die stärkere Liebe

Seit geraumer Zeit schon höre ich die Songs von Pater Dr. Albert Gutberlet LC mit wachsender Begeisterung. Man kann den Priester der Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi und Dozenten für Philosophie und Bioethik mit Fug und Recht als überaus begabten Musiker bezeichnen. Immerhin hat er inzwischen drei Alben herausgebracht. Der Singer- /Songwriter schreibt Lieder, die zwar einen geistlichen Inhalt haben, die sich allerdings - glücklicherweise! -ganz und gar nicht in die Schublade des unsäglichen Sakro-Pop oder gar des sogenannten Neuen Geistlichen Liedes der 1970er Jahre einsortieren lassen. Gutberlets Musik ist kein Rock, wohl aber Pop – und zwar guter Pop. In einer CD-Besprechung, die im Dezember 2005 in der Zeitschrift des Kartellverbandes der Katholischen Studentenvereinigungen erschien, wurde gar der Vergleich mit Andrew Lloyd Webber gezogen. Man kann dazu mitsingen oder sie könnte gar im Radio laufen. Musikalischer Mainstream ist sie dennoch nicht. Dazu sind die Texte dann doch zu anspruchsvoll. Sie kommen zwar nicht immer offensichtlich fromm daher, behandeln jedoch meist ein geistliches Thema oder sind eine Hommage an einen Heiligen. Dies kann auch auf versteckte Art und Weise geschehen.
In "L'amore piú forte" (dt.: Die stärkere Liebe) zum Beispiel reflektiert der Sänger aus der Perspektive von Alessandro Serenelli über die Persönlichkeit Maria Gorettis und seiner Tat an ihr. Er kommt darin zu dem Schluss, dass Maria Goretti in all ihrer Arglosigkeit und Unschuld doch die Stärkere von ihnen beiden war. "Che vedi tu, che io non vedo?" (dt.: Siehst du etwas, was ich nicht sehe?) fragt er und gibt selbst die Antwort: "Un amore piú forte al di là della morte e vibra in te." (dt.: In dir schwingt eine stärkere Liebe, die über den Tod hinaus geht).
Dieses Lied ist auf Gutberlets Debütalbum "Dying to be with you" zu hören. Im Jahr 2000 erschienen, versammelt dieses Album verschiedene Songs zu den Themen Berufung. Neben dem sehr persönlichen musikalischen Berufungszeugnis, das Pater Albert noch am Tag seiner eigenen Primiz gesungen hat, wird aus verschiedenen Perspektiven auf die Wege geschaut, die eine geistliche Berufung nehmen kann. Im Zentrum stehen dabei die Fragen: Hat mein Leben eine Bedeutung? Wenn ja, welche? Wie kann ich einen Unterschied machen? Wo soll es hingehen in meinem Leben?

Die Alben sind derzeit leider nicht im Handel erhältlich. Wenn man gezielt sucht, kann man einige Lieder auch online finden. Viel Freude beim rein hören!

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