Die Kathedrale nach der Schlacht

Meiner leuchtenden Fenster vergossenes Blut
färbt die Gassen.
Meines Chores sprießende Pfeilerhut
hat Blüten gelassen.
Meiner Tore zerschmetterte Flügelpracht
steht weithin offen:
Tragt denn herein, was die wilde Schlacht
gleich mir getroffen. 
Tragt her, was die Welt an Wunden nicht fasst,
hier wollt sie betten:
Noch habe ich Kraft für der Wölbung Last,
noch kann ich retten.


(Gertrud von le Fort, 1941)

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