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Montag, 28. November 2016

Ein Soldat und Christ in Mossul

Kann man als Christ Soldat sein? Diese Frage treibt friedensbewegte und andere Menschen immer wieder um. Dabei wird die friedliebende Botschaft von Jesu Bergpredigt immer wieder als Referenz für Radikalpazifismus genannt.Und doch erkennt das Christentum die Notwendigkeit und das Recht auf Selbstverteildung an. Nichts anderes nehmen die jungen Männer und Frauen wahr, die in Irak und Syrien ihre Dörfer tapfer gegen die IS-Bestien verteidigen. Man könnte bei den Berichten immer neuer Greueltaten dieser ***grmpf*** in schäumende Wut oder lähmende Resignation verfallen. Oder man nutzt seine Energien sinnvoller und setzt die Eindrücke in Poesie um. Ja, das schließt sich nicht aus. Wer mir das nicht glaubt, der schaue regelmäßig auf Simon Jacobs facebook-wall vorbei und kann auch solche Perlen wie diese hier finden. Zwei kleine Engel, einer davon aus Wachs...
An seine Worte und Gedanken in diesem kurzen Moment der scheinbaren Hoffnungslosigkeit, die doch so voller Hoffnung sind.
Wäre dem nicht so, würde dieser junge Mann, dieser Christ, dessen Heim, Heimat, Hort des Lebens vom IS nicht nur besetzt sondern auch geschändet wurde, nicht reagieren wie er reagiert hat.

An einem Fort, zusammen mit ein paar weiteren jungen Christen, hat er 4 Kilometer nördlich von Mossul seine Position eingenommen.
Nun wacht er darüber, dass kein Dschihadist mit einem vollbesetzten Vehikel auf das Gelände zurast und alles in die Luft sprengt.

Er, der er Soldat und Christ ist, mit einem sanften Lächeln im Gesicht und den nachdenklichen Augen, zeigt mir noch etwas bevor er mir die Hand zum Abschied gibt.
Aus seiner Heimatstadt, die vom IS besetzt ist.
In die Tasche greifend blickt er sich nachdenklich um.
Hält inne für ein paar Sekunden und zeigt mir etwas, was zunächst wie ein Stück Wachs auf seiner offenen Handfläche aussieht.
Nun erkenne ich, im Licht der wärmenden Nachmittagssonne, die Figur, die es darstellen soll.

Es ist ein Engel, aus einer kleinen Masse Wachs zu einer wunderschönen Gestalt mit kleinen Flügeln geformt.
„Mar Mariam“, gibt mir der junge Mann zu verstehen, und meint damit, dass das dads Einzige ist, was er aus der Kirche mitnehmen konnte.
Zum Abschied küsst er die Figur, berührt mit dieser seine Stirn und packt sie wieder in die kleine, unsichtbare Tasche seiner Schutzweste.
Kurz nachdem ich mich verabschiedet habe, richtet er sich auf und sein scharfer Blick zeigt Richtung Mossul.

So als ob die Kraft dieser kleinen Figur just in diesem Moment eine gewaltige Stärke, damit verbunden Hoffnung, auf diesen jungen Mann übertragen hätte.

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