Samstag, 9. Januar 2016

Erste Videobotschaft des Papstes: Wir sind alle Kinder Gottes

Kommentare:

Frischer Wind hat gesagt…

Dazu eine kleine, aber wohl notwendige, Differenzierung:

Gotteskindschaft und Gottebenbildlichkeit - der kleine Unterschied

Wie können beispielsweise Buddhisten, für die es keinen personalen Gott gibt, mit Gott als ihrem Vater sprechen? Sicher, der Papst hat es gut gemeint... und selbstverständlich kann man miteinander reden und in gewissen Anliegen zusammenarbeiten, aber Frieden und Gerechtigkeit kann es letztlich nur geben im Hl. Geist, durch die Frohe Botschaft Jesu Christi, im einzigen, dreifaltigen und wahren Gott.

Gertie di Sasso hat gesagt…

Der Unterschied zwischen Gotteskindschaft und Gottesebenbildlichkeit ist nicht zu unterschätzten, da gebe ich dir völlig recht, "Frischer Wind". Das ist aber, denke ich, nur ein untergeordnetes Anliegen des Heiligen Vaters. Vielleicht geht es ihm in dem vorliegenden Video vor allem darum, um Respekt für die Überzeugung Andersglaubender zu werben. Nur auf der Basis von gegenseitigem Respekt kann interreligiöser Dialog gelingen. Das muss man im täglichen Miteinander nicht immer so hoch hängen; in den Ländern Libanon und Jordanien funktioniert das z.B., auch wenn es ein tägliches Ringen ist. Die Einsicht der Gottesebenbildlichkeit kann einem Menschen nur kommen, wenn er mit der Offenbarung Gottes konfrontiert wird. Entweder er hat selber eine unmittelbare Gotteserfahrung oder er wird von anderen Christgläubigen vorsichtig darauf vorbereitet, Stichwort "Neuevangelisierung".

Frischer Wind hat gesagt…

Ja, ich verstehe das Anliegen des Papstes, es ist gut gemeint, und selbstverständlich müssen die Anhänger der verschiedenen Religionen miteinander reden und in manchen Dingen auch zusammenarbeiten, aber deshalb muss ich ihnen keine Märchen erzählen oder sie vereinnahmen.

Ein "untergeordnetes Anliegen" ist es dem Papst sicher nicht, sondern er bezeichnet genau das (dass alle Menschen Kinder Gottes seien) als "einzige Gewissheit, an der wir für alle festhalten".

Was würde unsereiner denken, wenn beispielsweise der Häuptling einer Naturreligion sich an uns Andersgläubige wenden würde, mit der Botschaft, es gebe eine einzige Gewissheit,die es festzuhalten gelte: die Menschen aller Religionen seien Kinder von Mutter Erde?
Oder der höchste Moslem, so es denn einen geben würde, richtet sich an uns mit der frohen Botschaft: die Anhänger aller Religionen müssten doch zusammenarbeiten, denn es gebe eine einzige Gewissheit, an der wir für alle festhalten: dass ein jeder Mann, der ins Paradies gelangt, mit 72 Jungfrauen verheiratet werde.
Und der Dalai Lama beteuert: es sei die einzige Gewissheit, die für alle festzuhalten sei: dass alle Menschen ohne Religionen besser dran seien.

Die Aussage des Papstes ist eine Vereinnahmung der Andersgläubigen. Gut gemeint, aber mit dem Glauben der Anders- oder Ungläubigen unvereinbar, und legt den Schluss nahe, dass der Papst die anderen Religionen in Ihrer Andersartigkeit nicht wahr (!)- oder auch nur ernstnimmt - nochmals: ohne ihm den guten Willen absprechen zu wollen...